Jagtausbildung

Jagtausbildung

Jagtausbildung


S. R.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Biologie und Jagdbarkeit von Wildtieren, insbesondere Gamswild und Rotwild. Sie decken Themen wie Aussehen, zoologische Zuordnung, Fortpflanzung, Nahrung und Verbreitung ab. Die Karteikarten sind reich bebildert und enthalten detaillierte Informationen zu Merkmalen, Spuren und jagdlichen Bestimmungen. Ideal für Jäger, Biologen und Naturliebhaber, die ihr Wissen über heimische Wildtiere vertiefen möchten.
Flashcards
500
Students
0
Language
German
Category
Biology
Level
Other
Created / Updated
25.01.2026 / 27.01.2026

Flashcards

Rotwild - Vorkommen und Verbreitung

Alpen und Voralpen heute weitgehend flächig, wenn auch in unterschiedlichen Dichten, besiedelt.

Im Bereich des nördlichen Juras und im Mittelland nach wie vor grosse Lücken in seinem Verbreitungsgebiet.

Rotwild - Bestandeszusammensetzung

Komplexe Sozialstruktur

Das Rotwild lebt gesellig und die meiste Zeit nach Geschlechtern getrennt in Rudelverbänden.

Kahlwildrudel bestehen aus Muttertieren (Kuh) mit Jungtieren (Kalb) sowie vorjährigen Jungtieren (Schmaltier oder Schmalspiesser).

Die männlichen Hirsche (Stiere) bilden im Sommer und Winter lose Rudel unverwandter Tiere.

Während der Brunft lösen sich die Hirschstierrudel auf. Die Stiere suchen die Nähe der Kahlwildrudel auf

Rotwild - Aussehen

Risthöhe

  • Stier: 1,1 - 1,4m
  • Kuh: 0,9 - 1,2m

Gewicht aufgebrochen

  • Stier: 150 - 200kg
  • Kuh: 80 - 100kg

Haarkleid

Zweimaliger Haarwechsel pro Jahr

Das Sommerhaar ist rotbraun (Haselnussbraun).

Das Winterhaar ist graubraun bis graugelb.

Aalstrich (schwarzer Strich) vom Nacken bis zum Wedelansatz

Die Hirschkälber tragen weisse Flecken bis im Sommer.

 

Rotwild - Spuren

Die Fährte verändert sich abhängig von der Fortbewegungsart. Man unterscheidet zwischen vertraut ziehen (A) und flüchtig (B).

 

Rotwild - Geweih / Gehörn

  • Nur das männliche Rotwild trägt als Kopfschmuck ein knöchernes Geweih.
  • Es dient dem Hirsch als Rangzeichen und als Waffe gegen Angreifer (Rivalen und Grossraubwild)
  • Abwurf der Geweihstangen im Horner (Februar). Ältere Hirsche werfen in der Regel zuerst ab.
  • Sofortiges Wachstum des neuen Geweihs auf Rosenstock.
  • Wachsendes Geweih mit Bast umhüllt (Kolbenhirsch).
  • Geweihbildung dauert ca. 140 Tage.
  • Vor der Brunft im Herbst wird das Geweih gefegt.
  • Das Geweih gibt Auskunft über körperliche Verfassung, Veranlagung, Alter und Entwicklung. Eine genaue Altersbestimmung ist am Geweih nicht möglich.

Rotwild - Gebiss, Zahnentwicklung

Typisches Wiederkäuergebiss:

  • Unten Schneidezähne, obere Schneidezähne fehlen (verhornte Gaumenplatte).
  • Backenzähne (Prämolaren und Molaren) zum Zerkleinern der Nahrung
  • Reduziert vorhandene obere Eckzähne (Grandeln)

Milchgebiss mit 4 Monaten komplett. Nur ein Molar (M1), Prämolar P3 ist dreiteilig.

Dauergebiss mit ca. 2,5 Jahren (3. Herbst) komplett: 3 Molaren, P3 ist zweiteilig.

Schneidezähne: werden im Verlaufe der ersten 2.5 Jahre ersetzt (Ausschaufeln).

Der Zahnwechsel kann beim Rothirsch zur Altersbestimmung beigezogen werden.

 

Rotwild - Nahrung

Der Rothirsch zählt zu den sogenannten Mischtypen.

  • Grünland wird oft flächig abgeäst.
  • Rotwild bevorzugt Mischäsung mit nicht zu hohem Faseranteil
  • Durch das Schälen von Rinde kann lokal grosser Schaden entstehen.

Sommer: Gräser, Kräuter, Blätter, Knospen, Pilze, Rinde, junge Triebe, Getreide, Rüben

Winter: dürres Gras, Flechten, Moos, Kastanien, Eicheln, Bucheckern Äsungsverhalten

Ohne Störung: häufige, kurze Äsungsperioden am Tag, die mit Wiederkauen und Ruhen abwechseln

Mit Störung: am Tag wenige, zwischen Abend- und Morgendämmerung lange Äsungsperioden, wenig Aktivität → erhöhtes Verbisspotential in Tageseinständen

Rotwild - Lebensweise (im Jahresverlauf)

Rotwild - Fortpflanzung

Brunft von Mitte September bis Mitte Oktober - Hirschkühe werden je nach Kondition schon als Schmaltier, meisten aber erst mit 2,5 Jahren beschlagen

  • Tragzeit: 8 Monate (ca. 34 Wochen)
  • Setzzeit: Mai bis Juni
  • In der Regel ein Kalb (ca. 6-8 kg)
  • Kalb wird für sich abgelegt (Kälberfleckung)
  • Nach 1-2 Wochen kehren Kuh und Kalb zurück ins Rudel
  • Säugezeit: bis ein Jahr möglich 

Rotwild - Wildkrankheiten

Endoparasiten

Leberegel

  • Weisse Flecken und Verdickung der Gallengänge auf der Leber. 
  • Wildbret genusstauglich
  • Solang das Tier nicht abgemagert ist, genügt es die Leber korrekt zu entsorgen.

Lungenwürmer

  • Erkennen am lebenden Tier: Husten, struppige Decke, abgemagert.
  • Sichtbare Veränderung der Lunge, beim Aufschneiden der Lunge Würmer sichtbar.
  • Wildbret genusstauglich

Nasen- und Rangenbremsen

  • Am lebenden Tier: kräftiges Niesen, Husten und Schütteln des Haupts.
  • Beim toten Tier: Larven in Nasen-/Rachenraum
  • Wildbret ist genusstauglich. 

Bakteriell

Tuberkulose

  • Zu Beginn der Erkrankung kaum Symptome am lebenden Tier
  • Eitrige, knotige, verkäste Einschlüsse in den Organen und Lymphknoten.
  • Wildbret genussuntauglich, Ansteckungsgefahr für Menschen!

In der Schweiz bislang kein Vorkommen!

Rotwild - Trophäen

  • Grandeln
  • Decke
  • Geweih

Rotwild - Natürliche Feinde

Wolf und Luchs

Rotwild - Jagdbar

Rothirsch ist im Kanton Bern mit dem Patent C jagdbar:

Hauptjagd: 1.9. bis 20.9., alle Kategorien

Nachjagd: 10.10. bis 15.11., nur noch Kategorie C4 und C5

Gamswild - Zoologische Zuordnung

Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla) 

Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)

Familie: Hornträger (Boviden)

Art: Alpengämse

Gamswild - Vorkommen und Verbreitung

Jura, Berner Oberland, Emmental, Aaretal und Gürbetal

Gamswild - Bestandeszusammensetzung

Gämsen leben ganzjährig gesellig in Rudeln. Geissrudel bestehen aus Muttertieren mit ihren Kitzen, weiblichen Jährlingen und vereinzelt Jungböcken. Erwachsene Tiere eines Geissrudels / bilden unter sich eine stabile Rangordnung. Das Rudel wird von der Leitgeiss angeführt.

Böcke wandern, meist im Jährlingsalter, vom Geissrudel ab. Junge und mittelalte Böcke bilden Bockrudel. Alte Böcke leben ausserhalb der Brunftzeit meist als Einzelgänger.

Gamswild - Aussehen

  1. Krucken, Krickeln
  2. Grind, Haupt
  3. Zügel, Maske
  4. Aalstrich
  5. Brunftfeigen, Durftdrüsen

Gewicht aufgebrochen

  • Bock: 18-35kg
  • Geiss: 15-25kg

Gamswild - Spuren

Trittsiegel

Laute

Warnlaute, Blädern (Brunft), Meckern und Blöken

Losung

Sommer klumpig, sonst Kirschstein-grosse, trockene Bohnen

Gamswild - Geweih / Gehörn

Das Horn wächst lebenslang auf einen knöchernen Stirnzapfen. Die Jahrringe entstehen durch den Nahrungsengpass im Winter, wenn das Horn kaum wächst.

  1. Zentralkanal
  2. Zapfenspitze
  3. knöcherne Stirnzapfen
  4. Zaphenhöhle
  5. Zapfenhals
  6. Oberhaut
  7. Lederhaut
  8. Stirnbein

Altersbestimmung relativ gut möglich. 1.-4. Jahr gut sichtbar. 

Gamswild - Gebiss, Zahnentwicklung

Wiederkäuergebiss aber ohne Grandeln im Oberkiefer. 

p4 - dritter sichtbarer Prämolar ist 3-teilig bis zum 14 Monat. Danach 2-teilig

Im 2. Jahr werden die ersten Schaufeln vom Milchgebiss durch das Dauergebiss ersetzt. 3. Jahr 4-schaufelig, 4. Jahr 6 resp. ausgeschaufelt. 3x Schneidezähne + 1x Eckzähne.

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