Jagtausbildung
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Lernkarten
Rotwild - Vorkommen und Verbreitung
Alpen und Voralpen heute weitgehend flächig, wenn auch in unterschiedlichen Dichten, besiedelt.
Im Bereich des nördlichen Juras und im Mittelland nach wie vor grosse Lücken in seinem Verbreitungsgebiet.
Rotwild - Bestandeszusammensetzung
Komplexe Sozialstruktur
Das Rotwild lebt gesellig und die meiste Zeit nach Geschlechtern getrennt in Rudelverbänden.
Kahlwildrudel bestehen aus Muttertieren (Kuh) mit Jungtieren (Kalb) sowie vorjährigen Jungtieren (Schmaltier oder Schmalspiesser).
Die männlichen Hirsche (Stiere) bilden im Sommer und Winter lose Rudel unverwandter Tiere.
Während der Brunft lösen sich die Hirschstierrudel auf. Die Stiere suchen die Nähe der Kahlwildrudel auf
Rotwild - Aussehen
Risthöhe
- Stier: 1,1 - 1,4m
- Kuh: 0,9 - 1,2m
Gewicht aufgebrochen
- Stier: 150 - 200kg
- Kuh: 80 - 100kg
Haarkleid
Zweimaliger Haarwechsel pro Jahr
Das Sommerhaar ist rotbraun (Haselnussbraun).
Das Winterhaar ist graubraun bis graugelb.
Aalstrich (schwarzer Strich) vom Nacken bis zum Wedelansatz
Die Hirschkälber tragen weisse Flecken bis im Sommer.
Rotwild - Geweih / Gehörn
- Nur das männliche Rotwild trägt als Kopfschmuck ein knöchernes Geweih.
- Es dient dem Hirsch als Rangzeichen und als Waffe gegen Angreifer (Rivalen und Grossraubwild)
- Abwurf der Geweihstangen im Horner (Februar). Ältere Hirsche werfen in der Regel zuerst ab.
- Sofortiges Wachstum des neuen Geweihs auf Rosenstock.
- Wachsendes Geweih mit Bast umhüllt (Kolbenhirsch).
- Geweihbildung dauert ca. 140 Tage.
- Vor der Brunft im Herbst wird das Geweih gefegt.
- Das Geweih gibt Auskunft über körperliche Verfassung, Veranlagung, Alter und Entwicklung. Eine genaue Altersbestimmung ist am Geweih nicht möglich.
Rotwild - Gebiss, Zahnentwicklung
Typisches Wiederkäuergebiss:
- Unten Schneidezähne, obere Schneidezähne fehlen (verhornte Gaumenplatte).
- Backenzähne (Prämolaren und Molaren) zum Zerkleinern der Nahrung
- Reduziert vorhandene obere Eckzähne (Grandeln)
Milchgebiss mit 4 Monaten komplett. Nur ein Molar (M1), Prämolar P3 ist dreiteilig.
Dauergebiss mit ca. 2,5 Jahren (3. Herbst) komplett: 3 Molaren, P3 ist zweiteilig.
Schneidezähne: werden im Verlaufe der ersten 2.5 Jahre ersetzt (Ausschaufeln).
Der Zahnwechsel kann beim Rothirsch zur Altersbestimmung beigezogen werden.
Rotwild - Nahrung
Der Rothirsch zählt zu den sogenannten Mischtypen.
- Grünland wird oft flächig abgeäst.
- Rotwild bevorzugt Mischäsung mit nicht zu hohem Faseranteil
- Durch das Schälen von Rinde kann lokal grosser Schaden entstehen.
Sommer: Gräser, Kräuter, Blätter, Knospen, Pilze, Rinde, junge Triebe, Getreide, Rüben
Winter: dürres Gras, Flechten, Moos, Kastanien, Eicheln, Bucheckern Äsungsverhalten
Ohne Störung: häufige, kurze Äsungsperioden am Tag, die mit Wiederkauen und Ruhen abwechseln
Mit Störung: am Tag wenige, zwischen Abend- und Morgendämmerung lange Äsungsperioden, wenig Aktivität → erhöhtes Verbisspotential in Tageseinständen
Rotwild - Fortpflanzung
Brunft von Mitte September bis Mitte Oktober - Hirschkühe werden je nach Kondition schon als Schmaltier, meisten aber erst mit 2,5 Jahren beschlagen
- Tragzeit: 8 Monate (ca. 34 Wochen)
- Setzzeit: Mai bis Juni
- In der Regel ein Kalb (ca. 6-8 kg)
- Kalb wird für sich abgelegt (Kälberfleckung)
- Nach 1-2 Wochen kehren Kuh und Kalb zurück ins Rudel
- Säugezeit: bis ein Jahr möglich
Rotwild - Wildkrankheiten
Endoparasiten
Leberegel
- Weisse Flecken und Verdickung der Gallengänge auf der Leber.
- Wildbret genusstauglich
- Solang das Tier nicht abgemagert ist, genügt es die Leber korrekt zu entsorgen.
Lungenwürmer
- Erkennen am lebenden Tier: Husten, struppige Decke, abgemagert.
- Sichtbare Veränderung der Lunge, beim Aufschneiden der Lunge Würmer sichtbar.
- Wildbret genusstauglich
Nasen- und Rangenbremsen
- Am lebenden Tier: kräftiges Niesen, Husten und Schütteln des Haupts.
- Beim toten Tier: Larven in Nasen-/Rachenraum
- Wildbret ist genusstauglich.
Bakteriell
Tuberkulose
- Zu Beginn der Erkrankung kaum Symptome am lebenden Tier
- Eitrige, knotige, verkäste Einschlüsse in den Organen und Lymphknoten.
- Wildbret genussuntauglich, Ansteckungsgefahr für Menschen!
In der Schweiz bislang kein Vorkommen!
Rotwild - Trophäen
- Grandeln
- Decke
- Geweih
Rotwild - Natürliche Feinde
Wolf und Luchs
Rotwild - Jagdbar
Rothirsch ist im Kanton Bern mit dem Patent C jagdbar:
Hauptjagd: 1.9. bis 20.9., alle Kategorien
Nachjagd: 10.10. bis 15.11., nur noch Kategorie C4 und C5
Gamswild - Zoologische Zuordnung
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Boviden)
Art: Alpengämse
Gamswild - Vorkommen und Verbreitung
Jura, Berner Oberland, Emmental, Aaretal und Gürbetal
Gamswild - Bestandeszusammensetzung
Gämsen leben ganzjährig gesellig in Rudeln. Geissrudel bestehen aus Muttertieren mit ihren Kitzen, weiblichen Jährlingen und vereinzelt Jungböcken. Erwachsene Tiere eines Geissrudels / bilden unter sich eine stabile Rangordnung. Das Rudel wird von der Leitgeiss angeführt.
Böcke wandern, meist im Jährlingsalter, vom Geissrudel ab. Junge und mittelalte Böcke bilden Bockrudel. Alte Böcke leben ausserhalb der Brunftzeit meist als Einzelgänger.
Gamswild - Spuren
Trittsiegel
Laute
Warnlaute, Blädern (Brunft), Meckern und Blöken
Losung
Sommer klumpig, sonst Kirschstein-grosse, trockene Bohnen
Das Horn wächst lebenslang auf einen knöchernen Stirnzapfen. Die Jahrringe entstehen durch den Nahrungsengpass im Winter, wenn das Horn kaum wächst.
- Zentralkanal
- Zapfenspitze
- knöcherne Stirnzapfen
- Zaphenhöhle
- Zapfenhals
- Oberhaut
- Lederhaut
- Stirnbein
Altersbestimmung relativ gut möglich. 1.-4. Jahr gut sichtbar.
Gamswild - Gebiss, Zahnentwicklung
Wiederkäuergebiss aber ohne Grandeln im Oberkiefer.
p4 - dritter sichtbarer Prämolar ist 3-teilig bis zum 14 Monat. Danach 2-teilig
Im 2. Jahr werden die ersten Schaufeln vom Milchgebiss durch das Dauergebiss ersetzt. 3. Jahr 4-schaufelig, 4. Jahr 6 resp. ausgeschaufelt. 3x Schneidezähne + 1x Eckzähne.