Waldbauliche Grundlagen Definition
Lernkarten der Begriffsdefinition
Lernkarten der Begriffsdefinition
-
- 1 / 164
-
Cartes-fiches
Wichtige Gesichtspunkte für die Bestimmung des Verjüngungszeitpunktes sind
der Verjüngungszeitraum, das Verjüngungsziel, die Verjüngungstechnik und insbesondere
die Ertragsfähigkeit des Standortes,
die Hiebsreife, bzw. die Gesundheit und Stabilität des Bestandes,
die Lebenserwartung der Baumarten,
das Ertragsvermögen des Altbestandes sowie
die betrieblichen Gegebenheiten, z.B. Finanzen, Arbeitskapazität, und Holzmarktlage
Für die Planung der Verjüngung müssen folgende Fragen beurteilt und beantwortet werden:
Wann soll der Verjüngungsprozess beginnen? Verjüngungszeitpunkt VZP
Wie lange soll der Verjüngungsprozess dauern? Verjüngungszeitraum VZR
Was für einen Jungwuchs wollen wir erreichen? Verjüngungsziel VZ
Wie wollen wir vorgehen? Verjüngungstechnik VT
Voraussetzungen für den naturnahen Waldbau:
der Förster muss seinen Wald sehr gut kennen, nicht nur nach seinem Aussehen, sondern auch nach seinem Verhalten.
die natürliche Verjüngung aller standortsheimischen Baumarten muss gewährleistet sein.
Charakteristische Kriterien für die "Technik" des naturnahen Waldbaus :
die naturnahe Baumartenwahl,
die Wahl von Betriebsarten mit natürlicher Verjüngung,
die Schaffung und Erhaltung stabiler Bestandesstrukturen, insbesondere die Vermeidung gleichförmiger Reinbestände,
Holzschläge nicht schematisch, sondern ausgerichtet nach dem Zustand des Bestandes, den Standortsverhältnissen und der angestrebten Baumartenmischung,
die Rationalisierung durch die bestmögliche Ausnützung der natürlichen Produktionsfaktoren. Rationalisierung bedeutet also nicht nur Mechanisierung bei der Holzernte, sondern umfasst die gesamte Waldbewirtschaftung.
Die Überführung in Plenterwald:
Braucht viel Zeit und Geduld
Der Bestand sollte noch etwa die Hälfte der Lebenserwartung vor sich haben.
Erste Eingriffe im mittleren Baumholz - für die
Frühzeitige Verjüngung - aber
Keine flächigen Verjüngungen
Häufig und schwach eingreifen
Bäume mit der besten Lebenserwartung so lange als möglich behalten (Ueberschirmung 40 - 60 Bäume pro ha während 60 - 80 Jahren)
Evtl. auch Unterpflanzung von Ta, Bu
Sonst gruppenweise Einleitung einer zeitlich und räumlich gestaffelten Verjüngung. Verfeinerung und Differenzierung in der Folgegeneration.
Massnahme der Plenterung
1. Förderung der Verjüngung
2. Auslese und Erziehung
3. Verbesserung der Struktur
4. Ernte
Beispiel einer Dauerwaldgesellschaft
Auenwald
Nachteile eines Femelschlags
Das Verfahren stellt hohe Anforderungen an das waldbauliche Verständnis.
Die Holzernte muss sehr sorgfältig ausgeführt werden.
Die kleinflächige Holzernte wird aufwendiger.
Vorteile des Femelschlags
Eine nachhaltige Bewirtschaftung ist auf kleiner Fläche möglich (für Bu/Ta ab ca.5ha)
Grosse und Anpassungsfähigkeit an die örtlichen Standorts- und Bestandesverhältnisse.
Gute Möglichkeit zur Ausnützung des Wertzuwachses von Einzelbäumen und des Ertragsvermögens ganzer Bestände.
Eignet sich zur Naturverjüngung aller Baumarten.
Geringe Gefahren und Risiken
Es entstehen Waldstrukturen, welche vielfältige Funktionen erfüllen.
Nachteile eines Saumschlags
Eine den örtlichen Bestandesverhältnissen angepasste waldbauliche Behandlung ist nicht möglich.
Das Risiko von Sturmschäden ist gross.
Baumarten mit seltenen Samenjahren sind benachteiligt.
Das Verfahren fördert verhältnismässig gleichförmige Bestände.
Vorteile des Saumschlags
Einfache, klare Planung
Verhältnismässig geringe Schäden bei der Holzernte.
Die grösseren Variationsmöglichkeiten erlauben auch die Begründung von gemischten Beständen.
Die Nachteile des Kahlschlages können vermieden werden.
Nachteile eines Schirmschlages
Die gleichmässige Schirmstellung führt zu einheitlichen Bedingungen, entspricht dadurch den Ansprüchen einer bestimmten Baumart und führt oft zu Reinbeständen.
Die Lichtungs- und Räumungshiebe können zu Schäden am Jungwuchs führen.
Die üppig und grossflächig ankommende Verjüngung erfordert viel Pflegeaufwand.
Die allmähliche Schirmstellung erhöht das Sturmrisiko.
Die Abhängigkeit von Samenjahren erhöht das Risiko gegenüber Wetterextremen und Schädlingen.
Die Abhängigkeit von schematischen Verfahren vermindert die Flexibilität auf dem Holzmarkt.
Vorteile des Schirmschlages
Die Anwendung des Verfahrens ist relativ einfach.
Die besten Stämme eines Altbestandes können von einem Lichtungszuwachs profitieren.
Die Verjüngung ist meistens sehr üppig und erlaubt eine grosse Auswahl.
Gegenüber dem Kahlschlag profitiert die Verjüngung vom Schutz durch den Altbestand.
Ertagsversprechende Bäume können zu einem späteren Zeitpunkt geerntet oder für eine weitere Umtriebszeit als Ueberhälter stehen bleiben.
Vorgehen eines Schirmschlages
- Vorbereitungshieb
- Besamungshieb
- Lichtungshieb
- Räumungshieb
Nachteile eines Kahlschlags
Mit dem Waldbau wird der Fall einer Katastrophe nachgeahmt.
Die Waldwirkungen gehen vorübergehend verloren.
Es entstehen exponierte Bestandesränder.
Das freilandähnliche Klima erhöht das Risiko von Frost- und Hitzeschäden.
Die Schlagflora kann die Verjüngung behindern.
Der Aufbau von Mischbeständen erfordert meistens grosse Pflegeaufwendungen.
Das Landschaftsbild wird beeinträchtigt.
Aus Kahlschlägen entstehen gleichaltrige gleichförmige Bestände.
Vorteile eines Kahlschlags
Die Nutzung kann rationell und ohne Schäden am verbleibenden Bestand gestaltet werden.
Der Einsatz moderner Maschinen wird erleichtert.
Die Freifläche ermöglicht vorübergehend die Entwicklung einer vielfältigen Schlag- und Pionierflora und der damit verbundenen Fauna.
Die Verjüngung und die Pflege von Lichtbaumarten wird erleichtert.
Die Produktion einheitlicher Sortimente wird erleichtert.
Die Kontrolle ist einfach.
Plenterung
Ungleichmässiger Aushieb einzelner Bäume und Gruppen. (Die Plenterung ist eine besondere Betriebsform und gehört nicht zum schlagweisen Hochwald.)
Femelschlag
Ungleichmässiger Aushieb von Bäumen in trupp-, gruppen und horstweiser Form.
Schirmschlag
Aushieb von einzelnen Bäumen und vorübergehende Belassung eines gleichmässigen Schirmes.
Saumschlag
Hieb aller Bäume auf einem schmalen Streifen.
Kahlschlag
Gleichzeitiger Hieb aller Bäume auf grösserer Fläche
Hochwald
Erneuerung durch Kernwüchse
Mittelwald
Erneuerung durch Stockausschläge und Kernwüchse
Niederwald
Erneuerung durch Stockausschläge und Wurzelbrut
Die waldbauliche Planung soll insbesondere:
- die waldbaulichen Ziele und Strategien festlegen
- die Ausrichtung der Massnahmen auf diese Ziele sicherstellen
- die reibungslose Durchführung der Massnahmen gewährleisten
- die Kontrolle der Auswirkungen ermöglichen
Der Betriebsplan dient als:
Führungsinstrument für den Waldeigentümer und den Revierförster
Arbeitsinstrument für den Forstdienst (Kreis- Revierförster)
Kontroll- und Ueberwachungsfunktion für den Kanton.
Operative Planung:
Tun wir die Dinge richtig?
Strategische Planung:
Tun wir die richtigen Dinge?
Normative Planung:
Warum tun wir etwas?
Backman'sche Gesetz
Je langsamer das Jugendwachstum, umso später tritt die Kulmination des Wachstums, die Geschlechtsreife und das natürliche Ableben ein.
Welche gleichzeitige Dynamik findet im Urwald statt?
- Wachstum und Alterung der einzelnen Bäume
- Die Verjüngung mit Veränderungen in der Baumartenzusammensetzung.
- Die Alterung ganzer Bestände mit Umsetzungen in der sozialen Stellung der Bestandesmitglieder.
- Veränderungen des Standortes
Die Waldtextur
Die Textur bezeichnet die flächige Verteilung der verschiedenen Phasen – die Entwicklungsphasen fügen sich zu einer Art Mosaik zusammen.
Initial- oder Jungwaldphase:
Mehr oder weniger gleichförmiger, nach raschem Zerfall oder Zerstörung des Bestandes, aus grossflächiger Verjüngung hervorgegangener Jungwald
Plenterwaldphase
Plenterwaldähnlich aufgebaute, stark stufige Bestände.
Verjüngungsphase
In langsamer Auflösung begriffene, lockere oder lückige starke Baumholzbestände mit reichlichem Jungwuchs.
Zerfallsphase
In fortgeschrittener Auflösung und Zerfall begriffene Baumholzbestände mit grösseren Bestandeslücken. Der Holzvorrat sinkt unter die Hälfte der Maximalwerte.
Altersphase
Starke Baumholzbestände mit altersbedingtem Ausfall einzelner Bäume und Trupps. Der Holzvorrat sinkt bis zur Hälfte der Maximalwerte
Optimalphase
Mehr oder weniger geschlossene starke Baumholzbestände mit hohen bis maximalen Vorräten und guter Vitalität der Bäume.
Was ist ein Urwald?
Als Urwald bezeichnet man ursprüngliche, in ihrem Aufbau seit jeher allein durch natürliche Lebensbedingungen geprägte Wälder.