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Wirtschaftsfachwirt IHK

Wirtschaftsfachwirt IHK

Diese Lernkarten behandeln grundlegende Konzepte von Volks- und Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Unternehmensformen, Marktmechanismen und wirtschaftliche Zielsetzungen. Sie erklären detailliert Rechtsformen wie GmbH, AG oder KG, deren Haftung, Organe und steuerliche Aspekte, gehen auf Produktionsfaktoren, Nachfrage und Angebot ein und veranschaulichen dies durch praktische Beispiele. Ideal für Studierende der Wirtschaftswissenschaften oder angehende Gründer, die sich fundiertes Basiswissen aneignen möchten.
Karten
417
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
VWL
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
16.01.2026 / 21.03.2026

Cartes-fiches

Welche Publizitätspflichten haben Kapitalgesellschaften?

Nach § 325 HGB müssen Kapitalgesellschaften ihren Jahresabschluss (Bilanz, GuV, ggf. Anhang und Lagebericht) beim Bundesanzeiger offenlegen. Erleichterungen gelten für kleine Gesellschaften (§ 267 HGB).

Wann greift das Mitbestimmungsgesetz?

Ab 2.000 Arbeitnehmern gilt das MitbestG 1976 (paritätischer Aufsichtsrat). Ab 500 Arbeitnehmern greift das Drittelbeteiligungsgesetz (1/3 Arbeitnehmervertreter).

Welche Pflicht regelt § 15a InsO?

Geschäftsführer oder Vorstand müssen bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung spätestens innerhalb von 3 Wochen Insolvenzantrag stellen. Verstöße sind strafbar.

Wann liegt Zahlungsunfähigkeit vor?

Nach § 17 InsO liegt Zahlungsunfähigkeit vor, wenn ein Unternehmen seine fälligen Zahlungspflichten nicht erfüllen kann. Richtwert: mehr als 10 % Unterdeckung.

Wann liegt Überschuldung vor?

Nach § 19 InsO liegt Überschuldung vor, wenn das Vermögen die Verbindlichkeiten nicht deckt und keine positive Fortführungsprognose besteht.

Welche Umwandlungsformen kennt das Umwandlungsgesetz?

Das UmwG kennt: Verschmelzung (§§ 2 ff.), Spaltung (§§ 123 ff.), Vermögensübertragung und Formwechsel (§§ 190 ff. UmwG).

Was ist ein Formwechsel?

Beim Formwechsel (§ 190 UmwG) bleibt die Identität des Unternehmens erhalten, nur die Rechtsform ändert sich (z. B. GmbH → AG).

Was ist eine Verschmelzung?

Bei der Verschmelzung (§ 2 UmwG) wird das Vermögen einer Gesellschaft auf eine andere übertragen – durch Aufnahme oder Neugründung.

Was versteht man unter einer Spaltung?

Bei der Spaltung (§ 123 UmwG) wird das Vermögen auf mehrere Gesellschaften verteilt (Aufspaltung, Abspaltung oder Ausgliederung).

Was ist eine Sacheinlage?

Sacheinlagen sind Einlagen in Form von Vermögensgegenständen (z. B. Maschinen, Grundstücke). Regelungen: § 5 GmbHG, § 27 AktG. Bewertung ist erforderlich.

Was bedeutet Trennungsprinzip?

Gesellschaft und Gesellschafter sind rechtlich getrennte Personen. Folge: eigenständige Körperschaftsteuer und Haftungsbeschränkung.

Was bedeutet Transparenzprinzip?

Bei Personengesellschaften wird der Gewinn direkt den Gesellschaftern zugerechnet (§ 15 EStG). Die Gesellschaft zahlt keine eigene Einkommensteuer.

Welche Pflicht enthält § 242 HGB?

Kaufleute sind zur Buchführung sowie zur Aufstellung von Bilanz und GuV verpflichtet.

Was ist ein Formkaufmann?

Ein Unternehmen ist kraft Rechtsform Kaufmann (§ 6 HGB), z. B. GmbH oder AG, unabhängig vom Umfang des Geschäftsbetriebs.

Was ist eine kapitalistische KGaA?

Bei der kapitalistischen KGaA ist der unbeschränkt haftende Komplementär eine juristische Person (z. B. GmbH), wodurch das Haftungsrisiko faktisch begrenzt wird.

Was bedeutet Nachhaftung bei Personengesellschaften?

Nach § 160 HGB haften ausscheidende Gesellschafter noch 5 Jahre für Altverbindlichkeiten.

Wann liegt Scheinselbstständigkeit vor?

Scheinselbstständigkeit liegt vor, wenn eine Person formal selbstständig ist, aber tatsächlich wie ein Arbeitnehmer tätig ist (Weisungsgebundenheit, Eingliederung, kein Unternehmerrisiko).

Was ist der Unterschied zwischen Innen- und Außengesellschaft bei der GbR?

Die Außen-GbR nimmt aktiv am Rechtsverkehr teil und ist rechtsfähig. Die Innen-GbR hat keine Außenwirkung; Rechte und Pflichten liegen bei den Gesellschaftern.

Was bestimmt die Gesellschaftsform eines Unternehmens?

Die Gesellschaftsform bestimmt die rechtliche Struktur und Organisation eines Unternehmens, insbesondere Führung, Verantwortlichkeitsverteilung, Behandlung von Gewinnen und Verlusten sowie den Zusammenschluss der Gesellschafter.

Welche Hauptarten von Gesellschaftsformen gibt es?

Einzelunternehmen, Personengesellschaften, Kapitalgesellschaften, Mischformen, gemeinnützige Unternehmen und sonstige Unternehmen.

Was ist der Unterschied zwischen Gesellschaftsform und Rechtsform?

Die Rechtsform definiert die rechtliche Struktur eines Unternehmens, während die Gesellschaftsform die interne Organisation und den Zusammenschluss der Gesellschafter beschreibt.

Welche Auswirkungen hat die Wahl der Rechtsform?

Sie beeinflusst die Höhe des Eigenkapitals, den Haftungsumfang, die Gewinnbeteiligung, die Anzahl der Gründungsmitglieder, steuerliche Aspekte und die öffentliche Wahrnehmung.

Was bedeutet Typenzwang im Gesellschaftsrecht?

Typenzwang bedeutet, dass in Deutschland nur gesetzlich vorgesehene Rechtsformen (z. B. GmbH, AG, OHG, KG) gewählt werden dürfen, um Rechtssicherheit und Transparenz zu gewährleisten.

Wie ist die Haftung bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften geregelt?

Die Haftung erfolgt persönlich, unbeschränkt und mit dem Privatvermögen der Gesellschafter bzw. des Inhabers.

Wie ist die Haftung bei Kapitalgesellschaften geregelt?

Kapitalgesellschaften sind juristische Personen. Die Haftung ist grundsätzlich auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt.

Was kennzeichnet ein Einzelunternehmen?

Gründung durch eine natürliche Person, kein vorgeschriebenes Startkapital, volle Haftung mit Privatvermögen, alleiniger Gewinnanspruch und hohe Entscheidungsfreiheit.

Was ist eine Personengesellschaft?

Eine Personengesellschaft wird von mindestens zwei Gesellschaftern gegründet, die persönlich, unbeschränkt und gesamtschuldnerisch haften. Sie ist kein eigenständiges Steuersubjekt.

Welche Arten von Personengesellschaften gibt es?

GbR, OHG, KG und Stille Gesellschaft.

Was ist eine GbR?

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ist eine Personengesellschaft nach §§ 705–740 BGB, die formlos gegründet werden kann, mindestens zwei Gesellschafter hat und grundsätzlich keiner Handelsregistereintragung bedarf.

Was kennzeichnet eine OHG?

Die OHG ist eine Personengesellschaft, die ein Handelsgewerbe betreibt, im Handelsregister eingetragen ist und bei der alle Gesellschafter persönlich, unbeschränkt und gesamtschuldnerisch haften.

Was ist das Besondere an einer KG?

Die KG hat zwei Arten von Gesellschaftern: Komplementäre (volle Haftung) und Kommanditisten (Haftung beschränkt auf die Haftsumme).

Was ist eine stille Gesellschaft?

Eine stille Gesellschaft ist eine Beteiligung an einem Handelsgewerbe mit Einlage. Der stille Gesellschafter tritt nach außen nicht in Erscheinung und haftet typischerweise nur mit seiner Einlage.

Was sind typische Merkmale einer Kapitalgesellschaft?

Juristische Person, Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen, übertragbare Anteile, Körperschaftsteuerpflicht und Publizitätspflichten.

Was ist eine UG (haftungsbeschränkt)?

Die Unternehmergesellschaft ist eine Sonderform der GmbH mit einem Mindeststammkapital ab 1 €, Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen und Rücklagepflicht von 25 % des Gewinns.

Was kennzeichnet eine GmbH?

Die GmbH ist eine Kapitalgesellschaft mit mindestens 25.000 € Stammkapital, notariell beurkundetem Gesellschaftsvertrag und Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen.

Was ist eine AG?

Die Aktiengesellschaft ist eine Kapitalgesellschaft mit mindestens 50.000 € Grundkapital, eingeteilt in Aktien, mit Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung als Organen.

Was ist eine GmbH & Co. KG?

Eine Mischform aus GmbH und KG, bei der die GmbH als Komplementär fungiert und somit die Haftung beschränkt wird.

Was ist ein eingetragener Verein (e.V.)?

Ein e.V. ist eine juristische Person für meist nicht wirtschaftliche Zwecke, entsteht durch Eintragung ins Vereinsregister und wird durch einen Vorstand vertreten.

Welche zentralen Fragen beantwortet die Gesellschaftsform eines Unternehmens?

Sie regelt die interne Organisation, die Geschäftsführung, die Haftungsverteilung, die Gewinn- und Verlustverteilung sowie die Art des Zusammenschlusses der Gesellschafter.

Welche Kriterien beeinflussen die Wahl der Rechtsform besonders stark?

Haftungsumfang, Kapitalbedarf, Steuerbelastung, Publizitätspflichten, Gründungsaufwand, Anzahl der Gesellschafter sowie Außenwirkung und Kreditwürdigkeit.

Étudier