AISM
ISM
ISM
-
- 1 / 141
-
Lernkarten
Qualitative Risikoanalyse: Definition Schadensausmass
Es wird empfohlen, eine 3- bis 5-stufige Skala zu definieren, z. B.:
Schadensausmass:
- Klein / Vernachlässigbar
- Mittel / Marginal
- Hoch / Kritisch
- Sehr hoch / Katastrophal
Risikoanalyse: Definition Schadensausmass nach Sicherheitshandbuch
klein: <5000 CHF, kein Reputationsschaen und keine Compliance-Verletzung, mittel: <50'000, Geringer Reputationschaden, Kleine Compliance-Verletzung ohne Verfahren; hoch <500'000. Sürbarer Reputationsschaden mit aber nur kleinem Kundenverlust, Mittlere Compliance-Verletzung; sehr hoch: > 500'000
Mit welchem Tool kann Qualitative Risikoanalyse gemacht werden?
Risikomatrix (auch Risiko-Landkarte (Risk Map)): y-Achse Schadenausmass und x-Achse Eintretenswahrscheinlichkeit
Risiko-Portfolio, Risiko-Landkarte (Risk-Map)
- Eine Menge von Risiken, welche im Rahmen einer Risikoanalyse identifiziert worden ist, wird als Risiko-Portfolio bezeichnet
- Risiko-Portfolios werden oft einzelnen Geschäftsfeldern zugeordnet (jedes Geschäftsfeld hat sein Portfolio)
- Werden die Einzelrisiken des Portfolios in einer Risikomatrix eingezeichnet, so spricht man von einer Risiko-Landkarte (Risk-Map)
Umgang mit Risiken/Risikobewältigung Die Riski-Landkarte / RisMap/Matrix hilft dabei zu entscheiden
Welche Risiken müssen wir zuerst behandeln? Welche können wir tolerieren?Wo lohnt sich Risikoreduktion am meisten?
Welche Strategien gibt es im Umgang mit Risiken (Risikobewältigung)?
- Risiken vermeiden → Prozesse anpassen/aufgeben, sodass das Risiko gar nicht mehr existiert.
- Risiken vermindern → Sicherheitsmaßnahmen einsetzen, um Schadensausmaß oder Eintrittswahrscheinlichkeit zu reduzieren.
- Risiken übertragen (transferieren) → Finanzielle Folgen auf andere abwälzen (z. B. Versicherung, Outsourcing, Serviceanbieter).
- Risiken tragen => Risiko akzeptieren (Restrisiko bleibt bestehen).
Was bedeutet „verbleibendes Risiko“?
Das Risiko, das nach Maßnahmen (vermeiden, vermindern, übertragen) übrig bleibt → wird bewusst akzeptiert und heißt Restrisiko.
Umgang mit Risiken/Risikobewältigung: Der Entscheid, wie mit Risiken umgegangen werden soll, muss
dokumentiert und von der Geschäftsleitung genehmigt werden. Das Gleiche gilt insbesondere auch für die verbleibenden Restrisiken.
Umgang mit Risiken/Risikobewältigung Prioriäten
A — Risikopriorität ;
Grosses Risiko → Es sind mit hoher Priorität risikominimierende Massnahmen zu treffen.
B — Risikopriorität ;
Mittleres Risiko → Es muss von Fall zu Fall über Massnahmen entschieden werden.
C — Risikopriorität ;
Kleines Risiko → Es werden typischerweise keine Massnahmen getroffen.
Das Risiko kann vom Unternehmen selbst getragen werden.
Risko-Katalog (Risk Register)
- Risiko-Kataloge sind ein Hilfsmittel zur «Buchführung» über identifizierte Risiken
- Jeder Unternehmensbereich erstellt seinen Risiko-Katalog; die einzelnen Kataloge werden dann zu einem unternehmensweiten Risiko-Katalog konsolidiert
- Risiko-Kataloge verbinden identifizierte Risiken mit Massnahmen, um die Risiken zu bewältigen (vermeiden, vermindern etc.).
Auswahl von Massnahmen zur Risikoreduktion
- Welche Massnahmen haben die grösste Wirkung (Reduktion mehrerer Risiken)?
- Welche Massnahmen benötigen wenig Ressourcen?
- Welche Massnahmen können kurzfristig realisiert werden?
- Welche Massnahmen stossen auf breite Akzeptanz?
=> Wirtschaftlichkeit und den Faktor Mensch
nie ausser Acht lassen!
ISO 27005 Information security risk management
- Anleitung für ein Information Security Risk Management ohne Spezifikation einer Risiko Management Methode
- Beliebige Risiko Management Methoden können unter dem vorgegebenen Framework angewendet werden
- Der Standard basiert auf ISO 27001 und ISO 27002 und setzt deshalb für die Anwendung die Kenntnis dieser beiden Standards voraus
- Er spezifiziert den ganzen Risiko Management Prozess beginnend mit der Risiko Analyse bis zum Plan für den Umgang mit den identifizierten Risiken
Risiko-Management-Prozess nach ISO 27005
- Context Establishment: Gegenstand, Zweck, Absichten, Ziele, Fokus und relevante Einflüsse, Randbedingungen und Abgrenzungen aus externer und interner Sicht festlegen
- Risik Identification: Objekte, Bedrohungen, Schwachstellen und bereits existierende Massnahmen erfassen
- Risk Analysis: Häufigkeit und Schadensausmass einschätzen
- Risk Evaluation: Bewertung der identifizierten Risiken im definierten Kontext (Bsp. zeitl. Prioritäten für die Umsetzung von Massnahmen; Reduktion Häufigkeit oder Schadensausmass?; Abwägung Risiken/Chancen etc.)
- Risk Treatment: Definition, Konzeption, Planung und Umsetzung von Massnahmen aufgrund der bei der Risk Evaluation definierten Anforderungen (Varianten: vermeiden, vermindern, transferieren, tragen)
- Risk Acceptance: Formales Akzept des Risk Treatment Plans sowie der Restrisiko-Einschätzung durch das zuständige Management
- Risk Communication and Consultation: Information der direkt Beteiligten und der Betroffenen in jedem Teilprozess
- Monitoring and Review: Prozess und Risiko-Situation bezüglich allfälliger Veränderungen überwachen
ISMS Definition
Ein ISMS beschreibt Regeln und Verfahren für eine Unternehmung, welche den Zweck haben, Informationssicherheit mithilfe eines Prozesses zu definieren, zu steuern, zu kontrollieren, aufrechtzuerhalten und kontinuierlich zu verbessern
Was ist der Unterschied zwischen ISO/IEC 27001 und ISO/IEC 27002?
ISO/IEC 27001 = Management-Standard
→ definiert Anforderungen an ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS):
Risikomanagement, Politik, Rollen, Audits, kontinuierliche Verbesserung.
(„Was muss ein ISMS erfüllen?“)
ISO/IEC 27002 = Leitfaden/Best Practices
→ beschreibt Kontrollen und liefert Umsetzungstipps zu Annex A
z. B. Zugriffskontrolle, Kryptografie, Logging, Lieferanten, Cloud.
(„Wie setzt man die Kontrollen praktisch um?“)
Kurzmerksatz: 27001 = zertifizierbar (Management),
27002 = unterstützend (Umsetzung/Guidance).
Warum gibt es im BSI-IT-Grundschutz keinen festen Pfad „Einstieg → Basis-Absicherung → Kern-Absicherung → Standard-Absicherung“?
Weil der IT-Grundschutz nicht linear, sondern modular aufgebaut ist.
Basis, Kern und Standard sind alternative Ansätze, keine Reifestufen
Kern-Absicherung ist ein Fokus auf kritische Systeme, keine Zwischenstufe
Organisationen wählen den Weg je nach Risiko, Ziel und Ressourcen
Nicht jede Organisation strebt die Standard-Absicherung an
4️⃣ Methodische Trennung
Basis & Kern: risiko- und bedarfsorientiert
Standard: vollständig & zertifizierbar