AISM

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H. L.
Diese Lernkarten bieten einen grundlegenden Einblick in das Informationssicherheits-Management (ISMS) und richten sich an Grundschüler. Sie decken Themen wie Risikoanalyse, Sicherheitsstandards (ISO 27001/27002), Schutzmaßnahmen und Bedrohungen ab. Die Karteikarten helfen dabei, grundlegende Konzepte der Informationssicherheit zu verstehen und anzuwenden, was für den Einstieg in dieses wichtige Thema essenziell ist.
Karten
141
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
02.01.2026 / 02.01.2026

Flashcards

Strukturanalyse – Erhebung von IT-Systemen und ähnlichen Objekten

Der Begriff IT-System umfasst dabei nicht nur Computer im engeren Sinn, sondern auch die IoT- und ICS-Geräte, aktive Netzkomponenten, Netzdrucker, TK-Anlagen, Smartphones, virtuelle IT-Systeme usw.

Schutzbedarfsfeststellung – Ziel

- Bestimmung des Schutzbedarfs des betrachteten Informationsverbunds
- Zu beantwortende Fragen: - Wie viel Schutz benötigen die identifizierten Objekte? Wie kommt man zu einer begründeten und nachvollziehbaren Einschätzung des Schutzbedarfs? Welche Objekte haben einen erhöhten Schutzbedarf?

Schutzbedarfsfeststellung – Vorgehen

- Definition der Schutzbedarfskategorien entsprechend der
Besonderheiten der Organisation (sog. Individualisierung)
- Schutzbedarfsfeststellung für: - Geschäftsprozesse und Anwendungen, - IT-Systeme, IoT- und ICS-Geräte, - Gebäude, Räume, Werkhallen usw., - Kommunikationsverbindungen
- Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen der Schutzbedarfsfeststellung

Schutzbedarfsfeststellung – Schutzbedarfskategorien

Die IT-Grundschutz-Vorgehensweise empfiehlt drei qualitative
Schutzbedarfskategorien anhand der maximalen Schäden und
Folgeschäden bei Verlust der Vertraulichkeit, der Integrität und der
Verfügbarkeit: «normal» Begrenzte und überschaubare Schäden, «hoch»
Beträchtliche Schäden möglich, «sehr hoch» Existentiell bedrohliche, katastrophale Schäden möglich

Schutzbedarfsfeststellung – Abhängigkeiten / Vererbung von Schutzbedarf

Schutzbedarfsfeststellung – Maximumprinzip

Wenn mehrere Anwendungen ein System benutzen, bekommt das System automatisch den höchsten Schutzbedarf aller Anwendungen.

Schutzbedarfsfeststellung – Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen Schutzbedarfskategorie:

«normal» Standard-Sicherheitsmassnahmen
- «hoch» Standard-Sicherheitsmassnahmen
+ evtl. ergänzende Sicherheitsanalyse
 «sehr hoch» Standard-Sicherheitsmassnahmen + zwingend ergänzende Sicherheitsanalyse

Modellierung – nach IT-Grundschutz

Nachbilden des erhobenen IT-Verbunds mit Hilfe des vorhandenen Bausteine des IT-Grundschutz-Kompendiums Ergebnis: IT-Grundschutz-Modell

Modellierung – nach IT-Grundschutz

- Die Modellierung erfolgt entsprechend dem Schichtenmodell der IT-Grundschutz- Bausteine
- Schichtweise werden diejenigen Bausteine ausgewählt, welche für die Sicherheit des IT-Verbunds notwendig sind
- Ausgewählte Bausteine werden dem jeweiligen Zielobjekt (IT-Systeme, Räume etc.) zugeordnet
- Bei Bedarf können Bausteine im Rahmen der Modellierung modifiziert werden (z. B. Ergänzung um zusätzliche Massnahmen oder Konkretisierung von technischen Details)

Modellierung – nach IT-Grundschutz: Wichtig: Abschliessende Prüfung auf Vollständigkeit durchführen

- Alle übergreifenden Aspekte berücksichtigt?
- Alle Gebäude, Räume, Schutzschränke inkl. Verkabelung im Hinblick auf
infrastrukturelle Sicherheit berücksichtigt?
- Alle IT-Systeme einbezogen?
- Alle netzwerktechnischen Sicherheitsaspekte berücksichtigt?
- Alle Anwendungen berücksichtigt?
- Alle Objekte ohne unmittelbar passenden Baustein durch andere
Bausteine angemessen modelliert?

IT-Grundschutz-Check (Teil 1): Der IT-Grundschutz-Check soll folgende Fragen beantworten:

- Sind meine Informationen hinreichend geschützt?
- Was bleibt noch zu tun?

IT-Grundschutz-Check (Teil 1) Vorgehen

- Organisatorische Vorarbeiten für den IT-Grundschutz-Check- Durchführung des Soll-Ist-Vergleichs- Dokumentation der Ergebnisse

IT-Grundschutz-Check (Teil 1): Organisatorische Vorarbeiten für den IT-Grundschutz-Check

- Hausinterne Papiere, Weisungen etc. sichten- Eruieren involvierter Stellen (intern/extern)- Ermittlung geeigneter Interviewpartner/Ansprechpartner- Terminplan

IT-Grundschutz-Check (Teil 1): Durchführung des Soll-Ist-Vergleichs

- Interviews führen- Umsetzungsstatus aufnehmen- «entbehrlich», «ja», «teilweise», «nein»

IT-Grundschutz-Check (Teil 1) Dokumentation von was am Schluss

Dokumentation der Ergebnisse

IT-Grundschutz: Risiko-Analyse wann durchführen

wenn für einzelne Zielobjekte
- die Schutzbedarfskategorie «hoch» oder «sehr hoch» in
mindestens einem der drei Grundwerte vorliegt,
- kein geeigneter Baustein im IT-Grundschutz-
Kompendium zu finden ist, oder
- Objekte in untypischer Weise oder Einsatzumgebung betrieben werden

Hilfsmittel: BSI-Standard 200-3

Risiko-Analyse – Ergebnis

Ergebnis der ergänzenden SicherheitsanalyseGrundschutzmassnahmen genügen.oder Es sind weitergehende Untersuchungen, z.B. eine klassischeRisikoanalyse, notwendig.

Risiko-Analyse – Vorgehensweisen für weitere Untersuchungen

  • Klassische Risikoanalyse: relevante Bedrohungen oder Schwachstellen ermitteln, Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen schätzen
  • Penetrationstest / Bug Bounty Programm: Verhalten eines Angreifers simulieren, Blackbox- und Whitebox Ansatz unterscheiden
  • Differenz-Sicherheitsanalyse: Feststellen, welche der Sicherheitsmassnahmen über die Grundschutzmassnahmen hinausgehend realisiert sind; - Vergleich durchführen, ob die ergriffenen Massnahmen den «Best Practices» entsprechen, die sich in der Praxis für hochschutzbedürftige IT-Bereiche etabliert haben

IT-Grundschutz: Konsolidierung

- Eignung der Sicherheitsmassnahmen zur Abwehr der Gefährdungen
- Zusammenwirken der Sicherheitsmassnahmen
- Benutzerfreundlichkeit der Sicherheitsmassnahmen
- Angemessenheit/Qualitätssicherung der Sicherheitsmassnahmen
=> Ergebnis: Bereinigtes und konsolidiertes Sicherheitskonzept

IT-Grundschutz-Check (Teil 2)

- Im Rahmen der Vorarbeiten wurde bereits ein IT-Grundschutz-Check für die laut IT-Grundschutz- Modell zu erfüllenden Sicherheitsanforderungen durchgeführt.
- Da sich bei der Risikoanalyse in der Regel Änderungen am Sicherheitskonzept ergeben, ist anschliessend noch der Umsetzungsstatus der neu hinzugekommenen oder geänderten Anforderungen zu prüfen.
- Gegebenenfalls veraltete Ergebnisse sollten auf den neuesten Stand gebracht werden.

IT-Grundschutz: Realisierung der Massnahmen

- Ergebnisse sichten (fehlende Sicherheitsmassnahmen zusammenstellen)
- Massnahmen konsolidieren (überfl. M. streichen, verbleibende konkretisieren => Massnahmenliste)
- Aufwand schätzen (finanziell, personell / einmalig, wiederkehrend)
- Umsetzungsreihenfolge festlegen (zuerst die-jenigen, welche Voraussetzung für andere sind)
- Verantwortliche und Termine bestimmen (für Realisierung und Überwachung von jeder Massnahme)
- Begleitende Massnahmen festlegen (Sensibilisierung und Schulung)
=> Ergebnis: Realisierungsplan

Erfahrungen beim Realisieren von Massnahmen

- Es tun!
- In kleinen Schritten, aber stetig
- Im Tagesgeschäft verdaubare Massnahmen
- Begreifen lassen, nicht vorschreiben
- Behinderungen minimieren
- Umsetzung und Wirksamkeit der Massnahmen regelmässig überprüfen (Aufrechterhaltung der Informationssicherheit)

IT-Grundschutz - Pro

- Standardbasiert
- Vollständigkeit der Massnahmenpakete
- Keine detaillierte Risikoanalyse notwendig
- Gleichmässiger, umfassender Schutz auf allen Objekten
- Einfach und schnell anwendbar
- Definierte Basis für weitergehende Schutzmassnahmen (ergänzende Sicherheitsanalyse)

IT-Grundschutz - Aufpassen

- Ungenügender Schutz bei erhöhten Risiken oder besonderem Schutzbedarf
- Mögliche Einschränkung der Funktionalität durch Überschutz
- Begründung von Massnahmen schwierig
- Je nach Detaillierungsgrad, Anspruch an Aktualität und Vollständigkeit des Massnahmenkataloges aufwändig
- Vorteile des Grundschutzvorgehens nicht durch administrativen «Overkill» zunichte machen

VORGEHEN RISIKOANALYSE: Verfahren für den Umgang mit Risiken

- Grundschutz (z.B. gemäss BSI) - Standardisierte Massnahmen - Generelle Risikobetrachtung
- Risikoanalyse - Spezifische Massnahmen - Detaillierte Risikobetrachtung
- Kombinierter Ansatz (zweistufiges Vorgehen, z.B. gemäss BSI) - Grundschutz bei Schutzbedarf mittel - Risikoanalyse bei Schutzbedarf hoch und sehr hoch

Risikomanagement-Stile

Typische Risiken im Bereich der ICT: Kategorien

Organisatorische Risiken, Infrastrukturelle Risiken, Anwendungs- und prozessbezogene Rsikien, Kostenbezogene Risiken, Projektbezogene Risiken

Typische Risiken im Bereich der ICT: Organisatorische Risiken

- Nicht autorisierte Zugriffe auf Informationen und Applikationen

- Nicht prozessbezogener Einsatz von Applikationen- Fehlende Fachkompetenz von Mitarbeitenden- Mangelhafte Testverfahren

Typische Risiken im Bereich der ICT: Infrastrukturelle Risiken

- IT-Infrastruktur kann den Ansprüchen (z. B. Leistungsfähigkeit) nicht gerecht werden
- Mangelhaftes Backupkonzept
- Fehlender Notfallplan oder Wiederanlaufplan
- Bauliche oder technische Standards werden nicht erfüllt (Schutz vor Zutritt, Feuer und Energieausfall)
- Mangelhafte Dokumentation der Systeme

Typische Risiken im Bereich der ICT: Anwendungs- und prozessbezogene Risiken

Veraltete und nicht integrierte Softwarelösungen (Insellösungen), Fehlende strategische Neuorientierung

Typische Risiken im Bereich der ICT: Kostenbezogene Risiken

- Fehlende Kostentransparenz
- Mangelhafte Projektdefinition und -organisation mit daraus resultierenden Kostenüberschreitungen

Typische Risiken im Bereich der ICT: Projektbezogene Risiken

  • -Run-away-Projekte (Zeit, Kosten und Termine laufen aus dem Ruder)
  •  Unprofessionelles Projekt-Management

Bestimmung/Messung von Risiken

Zugrunde liegende Grössen- Eintrittswahrscheinlichkeit- Schadensausmass

Bestimmung/Messung von Risiken: Formale Definition

Risiko = Eintrittswahrscheinlichkeit x Schadensausmass

Quantitative vs. qualitative Risiko-Analyse

  • Quantitative Risikoanalyse: Die an der Risikoanalyse beteiligten Grössen sollen numerisch exakt berechnet werden, Der monetäre Wert von Assets muss genau bekannt sein; Die Eintrittswahrscheinlichkeit muss genau eingeschätzt werden (für Naturkatastrophen gibt es Tabellen, für andere Szenarien ist eine solche Schätzung oft sehr schwierig)
  • Qualitative Risikoanalyse: Die an der Risikoanalyse beteiligten Grössen werden anhand einer mehrstufigen Skala nur eingeschätzt, z. B. Schadensausmass «4» auf einer 5-stufigen Skala

Vorgehen bei der Risiko-Analyse

Welche Bedrohungen gibt es?

Gefahrenkatalog nach ISO 27005:2018 – Annex C (1/2)

  •  Physical damage: Fire, Water damage, Pollution, Major accident, Destruction of equipment or media, Dust, corrosion, freezing
  •  Natural events: Climatic phenomenon, Seismic phenomenon, Volcanic phenomenon, Meteorological phenomenon, Flood
  • Loss of essential services: Failure of air-conditioning or water supply system, Loss of power supply, Failure of telecommunication equipment
  • Disturbance due to radiation: Electromagnetic radiation, Thermal radiation, Electromagnetic pulses
  • Compromise of information: Interception of compromising interference signals, Remote spying, Eavesdropping, Theft of media or documents, Theft of equipment, Retrieval of recycled or discarded media, Disclosure, Data from untrustworthy sources, Tampering with hardware, Tampering with software, Position detection
  • Technical failures: Equipment failure, Equipment malfunction, Saturation of the information system, Software malfunction, Breach of information system maintainability
  • Unauthorized actions: Unauthorized use of equipment, Fraudulent copying of software, Use of counterfeit or copied software, Corruption of data, Illegal processing of data
  • Compromise of functions: Error in use, Abuse of rights, Forging of rights, Denial of actions, Breach of personnel availability

Welche Bedrohungen gibt es? human threat sources

Gefahrenkatalog nach ISO 27005:2018 – Annex C (2/2): Particular attention should be paid to human threat sources

  • Hacker, cracker: Challenge, Ego, Rebellion, Status, Money
  • Computer criminal: Destruction of information, Illegal information disclosure, Monetary gain, Unauthorized data alteration
  • Terrorist: Blackmail, Destruction, Exploitation, Revenge, Political gain, Media coverage
  • Industrial espionage (Intelligence, companies, foreign, governments, other government interests):Competitive advantage, Economic espionage
  • Insiders (poorly trained, disgruntled, malicious, negligent, dishonest, or terminated employees): Curiosity, Ego, Intelligence, Monetary gain, Revenge, Unintentional errors and omissions (e.g. data entry error, programming error)

Welche Bedrohungen gibt es? Elementäre Gefährdungen nach BSI

(Auswahl von total 47 Gefährdungen)
- G 0.1 Feuer
- G 0.5 Naturkatastrophen
- G 0.10 Ausfall oder Störung von Versorgungsnetzen
- G 0.15 Abhören
- G 0.23 Unbefugtes Eindringen in IT-Systeme
- G 0.26 Fehlfunktion von Geräten oder Systemen
- G 0.31 Fehlerhafte Nutzung oder Administration von Geräten oder Systemen
- G 0.33 Personalausfall
- G 0.39 Schadprogramme
-
…
- G 0.46 Integritätsverlust schützenswerter Informationen
- G 0.47 Schädliche Seiteneffekte IT-gestützter Angriffe

Qualitative Risikoanalyse: Definition Eintretenswahrscheinlichkeit

Es wird empfohlen, eine 3- bis 5-stufige Skala zu definieren, z. B.: Eintrittswahrscheinlichkeit:
- Gering / Sehr selten
- Mittel / Selten
- Gross / Oft
- Sehr gross / Sehr oft

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