Neurologische Störungen

Akut ischämische Schlaganfall, Meningitis und Encephalopathie, Bewusstseinsstörungen, Neuromuskuläre Erkrankungen

Akut ischämische Schlaganfall, Meningitis und Encephalopathie, Bewusstseinsstörungen, Neuromuskuläre Erkrankungen


R. P.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über neurologische Störungen, insbesondere im Krankenhausumfeld. Sie behandeln häufige Erkrankungen wie Myasthenia gravis, Guillain-Barré-Syndrom (GBS) und Meningitis, sowie deren Diagnose, Therapie und Komplikationen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Ärzte, die sich auf neurologische Erkrankungen spezialisieren, da sie detaillierte Informationen zu Symptomen, Behandlungsoptionen und supportive Maßnahmen liefern.
Karten
83
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
19.12.2025 / 23.12.2025

Lernkarten

ZIEL der Therapie bei SE 

Ziel: ???

• Unterdrückung der Anfallsaktivität (klinisch oder EEG)

• Induktion einer Burst-Suppression

• Induktion eines isoelektrischen EEG

• Falls Allgemeinanästhesie mit Intention der Krampfunterdrückung (und nicht

nur «sedieren bis am nächsten Morgen»), dann Midazolam

• Argumente gegen Mono-Propofol: schwächere antiepileptische Potenz, selten

hypermotorisches Erwachen unter Propofol (zwar nicht epileptogen, aber führt dann

eben zu einer nicht-indizierten Steigerung der Narkose, wenn als Anfall fehlinterpretiert

wird)

• Wenn man Narkose anstrebt, dann whs sinnvoll wenn aggressiv und rasch,

aber nur kurz (also bspw. max. 24-48h)

• Sedationsreduktion und Beurteilung (klinisch und EEG)

• Falls erneuter Anfall --> SRSE!

Therapie experimentell

• Thiopental-Koma

• Ketamin-Perfusor

• Isofluran-Narkose

• Ketogene Diät

• 3. und 4. AED (bspw. Perampanel, Topiramat,…)

• Magnesium

• Empirische immunsuppressive Therapie

• Hochdosiert Steroide

• Cyclophosphamid

• Rituximab

• Anakinra, Tocilizumab

• IVIG

• PEX

• Elektro-Krampf-Therapie

• Tiefe Hirnstimulation

• Epilepsie-Chirurgie

Prognose von SE

• Hohe Morbidität; umso höher, je länger die Persistenz des SE

• Patienten nach SE, RSE und SRSE haben häufig

• Chronische Epilepsie (20-40%)

• Erneute SE im Verlauf (10-40%)

• Persistierende kognitive und somatische Einschränkungen (20-60%)

• Schlechteste Prognose hat der SE iR eines anoxischen Hirnschadens

• Kurzfristige Mortalität ist hoch (15-35%)

• Je älter, desto höher

• Zugrundeliegende Pathologie ist der wichtigste Faktor

• Schlechte Prognose, wenn

• Hohes Alter, Multimorbid

• Ursache: Malignom, ischämischer Stroke, ICB, SHT

• Lang anhaltender SE

• Hoher STESS-Score

Was macht krank beim SE, RSE, SRSE

• Akute postiktale Encephalopathie

• Fokales neurologisches Defizit

• Epilepsie

• Kognitive Defizite

• Funktionelle neurologische Defizite

• Akutes respiratorisches Versagen (Aspiration, pulmonale Infektionen,

neurogenes Lungenödem,…)

• Tako-Tsubo-Kardiomyopathie, Arrhythmien, low-output

• Rhabdomyolyse, AKI

• Ileus, akute Darmischämie, akute Pankreatitis

• Azidose (respiratorisch, metabolisch), BZ-Entgleisungen

• Infektionen

Woran sterben die Patienten

• Meistens Therapiezieländerung aufgrund schlechter Prognose

• MOF

• Cardiac Arrest

• Ca. 1% aller SE-Patienten

• V.a. Medikamenten-/Drogen-Intoxikationen, aber auch vaskuläre und metabolische

Erkrankungen

• Zudem NW der Antiepileptika bzw. Anästhetika

Postiktaler Zustand bzw. Encephalopathie

• Temporärer Zustand nach Beendigung des Krampfanfalls

• Dauert Minuten bis Stunden, selten aber auch Tage bis Wochen

• Manifestiert sich als Encephalopathie von variabler Ausprägung

• Schläfrigkeit bis Bewusstlosigkeit

• Verwirrtheit

• Fokales neurologisches Defizit

• Psychiatrische oder kognitive Defizite

• Dysfunktion des Gehirns (v.a. Cortex und subcortical)

Non-konvulsiver Status

• Schwierige Diagnosestellung

• Kombination aus passender Klinik, passendem EEG und Verbesserung der

Klinik/EEG unter Gabe von Benzodiazepinen/Antiepileptika

Psychogener Anfall

• In grossen Epilepsiestudien bis 8% aller

Anfälle nicht-epileptogen

• bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen

bis 20%

• 20% der Patienten mit funktionellen Anfällen

wurden intubiert

• Typischerweise zugrundeliegende psychiatrische Erkr, F>M

• Cave: mind. 10% der Epilepsie-Patienten haben zusätzlich NICHT-epileptische

Anfälle

• Motorische Entäusserungen ohne EEG-Korrelat

• Cave: kein klinischer Befund ist beweisend, nur hinweisend! (bspw. können

auch Zungenbisse, Einnässen, Zyanose,.. auftreten)

Take Home Message Epilepsie

• Taste den Puls im akuten Anfall (Kammerflimmern?)

• In-hospital kann man kurz warten mit Benzodiazepin-Gabe

• Genügend hohe Dosierung der Benzodiazepine und AED

• Wenn Allgemeinanästhesie, dann mit EEG und festgelegtem Ziel

• Nicht jedes Zucken ist Epilepsie…EEG

• Je nach Kollektiv sehr unterschiedliche Prognose und damit auch Therapieaggressivität

• Nicht aufgeben…

Anatomie der Hirnhäute

• Meningitis: Entzündung der

Hirnhäute

• Encephalitis: Entzündung des

Hirnparenchyms

• Meningitis, Encephalitis,

Meningo-Encephalitis…

Myelo-Meningo-Encephalitis

Liquorsystem

• Ca. 150ml Liquor, 20% davon in Ventrikelsystem

• Liquorproduktion: 20ml/h bzw. 450- 500ml/d

• Bildung in Plexus choroideus, Ependym in Liquorraum und Kapillar-Filtration

• Resorption in Pacchioni Granulationen, Kapillaren und Perineuralscheiden der Hirn/RM- Nerven

• Funktionen des Liquors

• Polsterung bzw. Schutzfunktion

• Aufrechterhaltung des konstanten Ionen-Milieu

• Pufferung gegenüber ICP-Schwankungen

• Steuerung der Atmung (CO2, pH)

• Glymphatisches System

• Zusammensetzung des Liquors

• Wie Plasma, ausser:

• Protein viel tiefer (0.2-0.4 g/l)

• Leukozyten viel tiefer (0-5 Zellen/µl)

Meningitis, Encephalitis

• Entzündung von Hirnhäute u/o Hirn

• Sehr viele verschiedene Ursachen (infektiös und nicht-infektiös)

• Bakteriell, viral, mykotisch, parasitär

• Medikamentös-Toxisch

• Autoimmunologisch (+/-paraneoplastisch)

• Neoplastisch

• Sarkoidose,…

• Therapie und Prognose stark abhängig von zugrundeliegender Ursache

• 50.5% hatten ein schlechtes neurologisches Outcome

• 25.8% waren nach 3 Monaten verstorben

• Faktoren, die mit schlechtem Outcome assoziiert waren

• Alter >60y (OR 1.75)

• Immunsuppression (OR 1.98)

• Zeit zw. Spitaleintritt und IPS-Aufnahme >1d (OR 2.02)

• mGCS <4 (OR 2.23)

• Hemi-Syndrom (OR 2.48)

• Respiratory Failure (OR 1.76)

• Cardiovasculary Failure (OR 1.72)

• Faktoren, die mit gutem Outcome assoziiert waren

• Gabe von Ceftriaxon bei IPS-Eintritt (OR 0.54)

• Gabe von Aciclovir bei IPS-Eintritt (OR 0.55)

Klinik einer Meningitis/Encephalitis

• Kopfschmerzen, Nackenschmerzen

• Fieber, Schüttelfrost

• Übelkeit, Erbrechen

• Licht-Empfindlichkeit

Typische Trias für bakt. Meningitis

- Fieber

- Meningismus

- Bewusstseinsstörung

1 Symptom in 99%

2 Symptome in 90%

3 Symptome in 45%

• Bewusstseinsstörungen

• Krampfanfälle

Weitere Diagnostik zur Ursacheneinordnung Meningitis/Encephalisits

• Labor Blut (CRP, Auto-Antikörper, Serologien,…)

• 2x 2 Blutkulturen (in bis 80% positiv), HIV-Test

• Pneumokokken-Ag im Urin

• Lumbalpunktion (wenn man an Meningitis/Encephalitis denkt  LP!)

• Schädel-CT oder –MRI (spezifische richtungsweisende Befunde,

Differentialdiagnosen, Komplikationen)

• ggf. EEG (Differentialdiagnosen, Komplikationen)

Lumbalpunktion

• Vor Punktion:

• Gerinnung?, Antithrombotika?, Hirndruck?

• Gute Lagerung!!!

• Diagnostik:

• Eröffnungsdruck

• Differentialblutbild

• Glucose, Laktat, Protein

• Gram-Präparat, Kultur

• FSME, HSV, VZV, HIV

• 1 Röhrchen asservieren

Bakterielle Meningitis

• Entzündung der Meningen (v.a. Pia und Arachnoida mater) durch Invasion von

Bakterien in den Subarachnoidalraum

• Pathomechanismus

• Bakteriämie und Invasion via stark vaskularisierte Regionen

• Direkte Invasion, bspw. Sinusitis, Schädelbasis-Fx, postoperativ

Erregerspektrum bei Immunsupprimierten Meningitis /Engephalitis 

Zusätzlich häufig auch

  • Pneumokokken
  • Meningokokken 
  • H influenzae
  • Streptokokken Gruppe B

    = Str. agalactiae

    Kolonisation vaginal

  • Listeria monocytogenes

Zusätzlich häufig auch 

  • Cryptococcus neoformans
  • Varicella Zoster Virus
  • Mycobacterium tuberculosis

 

Komplikationen Meningitis /Encephalitis

• Neurologisch

• Hydrocephalus

• Hirnödem

• Cerebrovaskuläre Ischämien

• Krampfanfall

• Anhaltendes neurologisches oder kognitives Defizit

• Systemisch

• Sepsis, septischer Schock

• DIC

• ARDS

• …

Empirische Therapie Encephatlitis / Meningitis 

• 1. Dexamethason 10mg IV (6-stdl für 4 Tage weiterführen bei Pneumokokken,

Meningokokken und H. influenzae)

• Weniger Hörverlust (13% vs. 19%)

• Weniger neurologische Einschränkungen (18% vs. 22%)

• Tiefere Mortalität bei Pneumokokken (30% vs. 36%)

• 2. Ceftriaxon 2g IV 12-stdl

• 3. Amoxicillin 2g IV 4-stdl (falls >50y oder Immunsuppression)

Prognose je nach Erreger und Kofaktoren - Encephalitis/Meningitis

• Mortalität je nach Erreger (und je nach Literatur)

• Meningokokken 5-10%

• H. influenzae 7%

• Pneumokokken 20-30%

• Listerien 30-45%

• Mind. 50% der Überlebenden haben neurologische Langzeit-Folgen

• Fokale Defizite

• Hörstörungen

• Kognitive Einschränkungen

Prognose je nach Kofaktoren

 

• Faktoren assoziiert mit schlechterem Outcome

• Höheres Alter

• Systemische Befunde (bspw. Hypotonie, Tachykardie, hohe Entzündung)

• Bewusstseinsstörung

• Otitis oder Pneumonie (hinweisend auf Pneumokokken)

• Verzögerter AB-Therapiebeginn, kein additives Dexamethason

• Infektion mit multiresistenten Erregern

Klinische Charakteristiken Meningitis / Encephalitis 

• Immunsuppression 33%

85% (32% GCS <8)

78%

71%

• Fieber 74%

• Symptomatik bei Eintritt

• Bewusstseinsstörung • Kopfschmerzen • Nackensteifigkeit • Extra-meningeale Infektion 48%

• V.a. Otitis und Pneumonie, selten Endokarditis

Komplikationen bei Encephalitis und Meningitis

• Komplikationen

• Krampfanfälle 18%

• Hirninfarkt 16%

• Parese, Aphasie 30%

• Sinusvenenthrombose 3%

• Respiratorisches Versagen 36%

• Mechanische Ventilation 54%

• Kardiovaskuläres Versagen 17%

An was sterben die Patienten

61%

26%

• Neurologische Komplikationen • Herniation • Cerebrovaskulär 16%

• Therapie-Rückzug 14%

• Systemische Komplikationen 39%

Pneumokokken

• Gram-positive Diplokokken

• 20-25% der Kinder und 5-10% der

Erwachsenen sind kolonisiert im Nasopharynx

• Infektionsweg: meistens aus

Sinusitis/Otitis, selten hämatogen

• Höchste Morbidität und Mortalität

aller Meningitis-Erreger

• Martin M et al, 2023: 30d-Mortalität

von 14%

• Häufig Krampfanfälle, fokale

Defizite, Koma, Hirnödem

• Spezifische Therapie je nach Penicillin-MHK

• Penicillin (MHK <0.06)  89% sensibel

• Ceftriaxon (MHK 0.12-1)  99% sensibel

• Vancomycin (MHK ≥2)

• Dexamethason 10mg IV 6-stdl für 4 Tage

• Reduktion von Hörverlust, neurologischen Komplikationen und Mortalität

 

Meningokokken

• Gram-negative Diplokokken

• Kolonisation des Nasopharynx

• Klinische Manifestationen

• Meningitis

• Meningitis und Meningokokkämie

• Meningokokkämie

• Tröpfchen-Isolation bei Meningokokken in den ersten 24h nach Therapiebeginn

• Spezifische Therapie

• Ceftriaxon oder Penicillin

• Dexamethason 10mg IV 6-stdl für 4 Tage

 

Purpura fulminans

• Symptom des septischen Schocks, keine eigentliche Erkrankung

• Klassische Erreger: Meningokokken, Pneumokokken

• Kombination aus Purpura-Ausschlag und septischem Schock

• Hautmanifestationen durch mikrovaskuläre Thrombosen und hämorrhagische

Nekrosen

• Überschiessende Thrombin-Aktivierung => Erworbener Protein-C-Mangel

• Prokoagulatorischer Zustand, letztlich MOF und Tod

• Therapie: Sepsis-Therapie, ggf. Heparin, ggf. Gerinnungsoptimierung (FFP)

• Experimentell: Steroide, IVIG, PEX, Protein C,..

Virale Meningitis/-encephalitis

• Häufigste Ursachen bei uns: HSV, FSME, HIV

• 70-80% aller infektiösen Encephalitiden

• Eher Bewusstseinsstörungen und Fieber, seltener «Meningismus»

• Spezifische Therapie nur für HIV und HSV (VZV)

• HIV-Therapie gemäss Infektiologie

• HSV-(VZV)-Therapie mit Aciclovir 10mg/kg 8-stdl IV

HSV-Encephalitis (Herpes Simplex Virus 1+2)

• Genauer Mechanismus der ZNS-Infektion unklar, whs. retrograder Transport

via olfaktorische oder trigeminale Nerven

• V.a. HSV 1 (90-95%), selten HSV 2 (v.a. bei Immunsupprimierten)

• Schädigung des ZNS durch direkte virale Schädigung sowie Entzündung

• Klinik aber nicht sicher von anderen Erregern zu differenzieren

• V.a. im Temporal- und Frontallappen lokalisiert

• CT/MRI-Schädel mit suggestiven Befunden

• LP mit PCR, kann ganz früh falsch-negativ sein, ggf. wiederholen nach 3-7d

• Spezifische Therapie mit Aciclovir

FSME (Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis)

 Flavivirus, RNA-Virus

• Übertragung auf Mensch durch Zeckenstich (aber nur in 50-60% erinnerlich)

• 100-200 Fälle pro Jahr in der CH

• Nach durchgemachter Erkrankung besteht eine lebenslange Immunität

Pathogenese

• Zeckenstich (Übertragung innert

Sekunden)

• Virusvermehrung Haut

• Verteilung und Vermehrung in LK

• 1. Virämie («grippal»)

• Symptomfreies Intervall

• 2. Virämie (u.a. ZNS)

Wer hat welche Symptome bei der FMSE

• 70% asymptomatisch

• 30% symptomatisch

• Davon 30% mit «grippaler» Symptomatik

• Davon 70% mit ZNS-Symptomatik

• 40% milde Symptome (Gedächtnis, KS, Hörminderung, Gangunsicherheit,…)

• 30% mehrmonatige moderate bis schwere Symptome (Paresen, Ateminsuffizienz,…)

• 1% tödlich

Diagnosesicherung

• FSME IgM und IgG im Serum (Tag 1 und nach 1-2 Wochen  Titer-Anstieg)

• FSME IgM und IgG im Liquor v.a. nützlich wenn Verdacht und geimpft

Therapie, Prognose

• Nur symptomatisch, keine kausale Therapie, ABER Prophylaxe mit Impfung!

• Residuen?

• 30-50% der symptomatischen Fälle

• 30% leicht, 60% mittelschwer, 10% schwer

• RF für schweren Verlauf

• Höheres Alter, männliches Geschlecht

• Immunsuppression

• Primär schwerer Verlauf, Hirnstamm-Beteiligung

Autoimmunologische Encephalitis

• Inflammatorische Erkrankung des Hirns

• Ausgelöst durch Antikörper gegen

• Proteine der neuronale Zelloberflächen

• Proteine der neuronalen Synapsen

• intrazelluläre neuronale Proteine

• Trigger? (HSV, Tumoren,…)

Wann daran denken

• Gedächtnisstörungen

• Bewusstseinsstörungen

• Psychiatrische Symptome…

•  Antikörper im Serum und Liquor

• «onkoneurale AK» bei Vd. a. paraneoplastische Encephalitis

• «Encephalitis-Screening» bei Vd. a. autoimmunologische Encephalitis

Therapie und Prognose

• Immunsuppression

• Steroide, IVIG, PEX

• Rituximab, Cyclophosphamid

• Bortezomib, Tocilizumab

• Supportive Therapie

• Cave: auch nach langem Krankheitsverlauf fast immer gute Prognose

Take Home Message meningitis und Encephalitis

 

• Wenn man an eine Meningitis/Encephalitis denkt, muss man eine LP machen

• Wenn man eine LP macht, immer 1 Reserve-Röhrchen mit abnehmen

• LP sollte antibiotische Therapie bei Vd. a. bakterielle Meningitis nicht verzögern

• FSME kann man mittels Impfung vorbeugen, keine spezifische Therapie

• Denke auch an die Autoimmun-Encephalitis

• Krankheitsbild lang und schwer, aber trotzdem gute Prognose

• Geduld haben

Klinische Manifestation von neuromuskulären

Erkrankungen in der IPS

• Schlaffe Extremitäten-Muskulatur

• Speicheln, Hüsteln, schwacher Hustenstoss, Dysarthrie, Dysphonie, Dysphagie

• ventilatorisches Atemversagen, prolongiertes Weaning

• Progrediente Hyperkapnie, später auch Hypoxämie

• Verminderung der Vitalkapazität, der FEV1 sowie der In- und Exspirationskraft

• Orthopnoe, Tachypnoe, paradoxe Atmung

hints

• Schwacher Hustenstoss

• Husten nach Schlucken

• Hüsteln

• Pausen zw. Wörtern beim Sprechen

• Rasche und oberflächliche Atmung

Diagnostisches Vorgehen bei Vd. a.

neuromuskuläre Erkrankung

• Anamnese

• Bekannte neuromuskuläre Erkrankung?

• Symptomatik

• Medikamente

• Klinisch-neurologische Untersuchung (Motorik, Sensorik, Muskeleigen-Reflexe,

Hirnstammreflexe

• Labor

• MRI

• EMNG, (Muskel-/Nervenbiopsie)

ICU-acquired weakness (ICUAW) bzw. CIP und CIM

• symmetrische schlaffe Paresen von

• Extremitätenmuskulatur (proximal > distal)

• Atemmuskulatur (Zwerchfellschwäche, Weaning-Probleme)

• Reduzierte Sehnenreflexe bei CIP (normal bei CIM)

• NICHT betroffen: mimische Muskulatur und Augen

• IPS-Aufenthalt mit Risikofaktoren

• Keine andere ursächliche Erklärung

Therapie neuromuskuläre Erkrankungen

• Therapie der zugrundeliegenden Erkrankung

• Frühzeitige Mobilisation, Physiotherapie

• Möglichst wenig Analgetika, Sedativa und Muskelrelaxantien

• Normoglykämie

• Suffiziente Ernährung inkl. Proteine

• Monitoring, Prophylaxe und Therapie von Komplikationen (Depression,

Dekubitus,…)

• «ABCDEF-Bundles» 

• A: Assess, prevent and manage pain

• B: both spontaneous awakening and breathing trials

• C: choice of analgesia and sedation

• D: delirium assess, prevent and manage

• E: Early mobilize and exercise

• F: Familiy engagement/empowerment

Guillain-Barre-Syndrom (GBS)

• Akute Polyneuropathie

• Immunologisch bedingt

• Sehr heterogene Präsentation

(je nach Variante)

• Klassisch: akute monophasische paralysierende Erkrankung nach einer

vorausgehenden Infektion

Pathogenese

• Trigger (Infektion, meistens GIT;

Operation, Trauma,…)

• Antikörper kreuzreagieren mit

Oberflächen-Merkmalen des Axons oder

Myelon-Scheide

• Entzündung und Funktionsstörung der

Neuronen

Typische Klinik GBS

• Progressive symmetrische Muskelschwäche

• Beginnt meistens in den Beinen

• Progredient über 1-7 Tage, variable Ausprägung (minimal bis schwer)

• Extremitäten- UND Atem-Muskulatur (ca. 10-30% werden intubiert)

• Verminderte oder fehlende Muskeleigenreflexe

• Zusätzliche Symptome

• Häufig Parästhesien, Nervenschmerzen

• Dysautonomie (Arrhythmien, BD-Schwankungen, Gastroparese, Ileus, Harnverhalt)

• Falls Miller-Fisher-Variante

• Führend bulbäre Symptomatik (Ophthalmoplegie, Speicheln, Dysarthrie, Dysphonie,…)

Was passt nicht zum GBS

• Meningismus

• Stimmlippenparese

• Bewusstseinsstörungen

• Klare Asymmetrie

• Schwere Sensibilitätsstörungen

Diagnostik und Therapie GBS

• Suche von Auslösern (bspw. Campylobacter-PCR im Stuhl,…)

• GBS-Antikörper im Blut (GM1a, GM1b, GD1a, GQ1a, GQ1b, GT1a)

• Lumbalpunktion

• «zyt-albuminäre Dissoziation (wenig Lc, viel Protein)

• MRI (v.a. zum Ausschluss von Differentialdiagnosen, bspw. Stroke, RM-Pathologie)

• EMG, ENG

• Diagnosesicherung bei passendem Befund

• Prognoseabschätzung (demyelinisierend vs. axonal)

Spezifische Therapie

• IVIG 0.4 g/kg für 5 Tage

Entweder ODER

• PEX 4-6 Sitzungen, jeweils jeden 2. Tag

• Datenlage für beide gleich gut, Kombination ohne Benefit

• primär IVIG, da weniger invasiv

• je rascher die Therapie erfolgt, desto effektiver

• Bei fehlender Besserung: evtl. 2. Zyklus IVIG u/o PEX, aber sicher mit Abstand

IPS-Support GBS

 

IPS-Support

• Analgesie zusätzlich mit Gabapentin oder Pregabalin

• Rhythmus-/Kreislauf-Überwachung (v.a. wenn autonome Dysregulation)

• Respiratorische Überwachung und Support

• Voldyne 4-6-stdl, falls Verschlechterung  Intubation (KEIN NIV, v.a. nicht wenn bulbäre Klinik

führend)

• Zeitpunkt der Intubation situativ, auch abhängig von Dynamik

• Beatmungseinstellungen:

• Abwägung bzgl. Zeitpunkt Weaning

• v.a. keine Atelektasen

• Vor Intubation sofern möglich direkt schon Tracheotomie besprechen

• Frühe Tracheotomie (7 von 10 intubierten Pat. brauchen langfristige Beatmung)

• Gute Thromboseprophylaxe

• Lagerung, Mobilisation, Dekubitusprophylaxe essentiell!

Therapie - Myasthenia gravis (MG)

Spezifische Therapie

• Symptomatische Therapie mit Cholinesterase-Inhibitoren (damit mehr ACh im

Spalt)

• Pyridostigmin (Mestinon), PO oder IV

• Muskarinerge NW (Miosis, Speichelsekretion, Bauchkrämpfe,…)

• IVIG oder PEX (gleich wirksam, pragmatisch zuerst IVIG, falls nach 7d kein Benefit,

dann PEX)

• Immunsuppressive Therapie (Reduktion der Antikörperbildung)

• Prednison 1mg/kg (Cave: kann Klinik vorübergehend verschlechtern)

• Steroid-sparende Medikamente (Ciclosporin, Metotrexat, Mycophenolat,…)

Myasthenia gravis (MG)

• Autoimmun-Erkrankung mit Antikörper gegen Rezeptoren an der

postsynaptischen Membran der neuromuskulären Endplatte

• Kardinalsymptom: belastungsabhängige Muskelschwäche

Okkuläre und generalisierte Form

• Okuläre Form

• Doppelbilder

• Ptose

• Generalisierte Form

• Dysarthrie, Dysphonie, Dysphagie

• Schwäche der Extremitätenmuskulatur

• Schwäche der Atemmuskulatur

 

Étudier