Ausbildung NFS: kardiozirkulatorische Notfälle
Kardiozirkulatorische Notfälle für den Rettungsdienst ohne Synkope und Reanimation (eigene Karteien)
Kardiozirkulatorische Notfälle für den Rettungsdienst ohne Synkope und Reanimation (eigene Karteien)
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Welche zwei Merkmale zeichnen eine stabile AP aus und ermöglichen die Abgrenzung zum ACS?
***KHK: stabile AP - besondere Merkmale***
Die stabile Anginga pectoris ist dadurch gekennzeichnet, dass die pektangiösen Bescherden:
- durch bestimmte Belastungen bzw. Mechanismen wiederholt ausgelöst werden
- und nach 15 - 20 Minuten in Ruhe oder innerhalb von 5 Minuten nach Gabe von Glyceroltrinitrat wieder verschwinden.
Welche Bedeutung hat die stabile Angina Pectoris für den Rettungsdienst?
***KHK: stabile Angina Pectoris - Bedeutung für den Rettungsdienst***
- Die stabile Angina pectoris ist typsich für eine KHK. Die Patienten sind meist gut über ihre Erkrankung aufgeklärt und tragen ein Notfallspray (GTN) bei sicht.
- Die stabile AP ist daher selten Anlass einer Alarmierung
- Wenn ein Patient doch den Rettungsdienst aufgrund einer ihm sonst bekannten AP-Symptomatik anruft ist immer von einer Verschlechterung bzw. dem vorliegen einer instabilen AP auszugehen. Bei der instabilen AP handelt es sich dann um ein ACS.
- Übergang stabile / instabile AP -
- Aus einer stabilen AP kann sich jederzeit eine instabile AP entwickeln, auch wenn Jahre zuvor alles in Ordnung gewesen war.
- Die instabile AP ist dabei als Vorbote eines beginnenden Gefäßverschlusses zu werten.
- Patienten kennen in der Regel ihre Belastungsgrenzen und sind medikamentös gut eingestellt.
- Aufgrund des Notrufs alleine ist von einer Verschlechterung auszugehen und damit eine umgehende klinische Abklärung nötig.
Welche Auslöser verursachen häufig AP-Beschwerden?
***KHK: AP-Beschwerden - Auslöser***
- körperliche Belastung
- psychischer Stress und emotionale Belastung
- üppige Nahrungsaufnahme
- kalten Außermtemperaturen oder hohe Luftfeuchtigkeit
- begleitende kardiale Erkrankungen die mit einer Senkung der kardialen Leistung einhergehen
- bei anämischen und/oder hypoxischen Zuständen
- bei Auftreten von Koronarspasmen
ACHTUNG: Typische für die stabile AP ist, dass die Bescherden nach ca. 10-15 Minuten in Ruhe, oder 5 Minuten nach Einnahme von GTN verschwinden.
Was sind die Symptome eines stabilen Angina Pectoris Anfalls?
***KHK: Stabile AP - Symptome***
- Atemnot
- retrosternale Beschwerden bzw. Schmerzen ggf. mit Ausstrahlung in die linke Schulter, den linken Arm (selten auch rechts), in Hals-, Nacken- und Kiefermuskulatur und/oder in den Rücken
- Übelkeit
- Schwindelgefühl
- ausstrahlende Schmerzen ins Epigastrium (v.a. bei Frauen)
- Im EKG zeigen sich zudem evtl. horizontale ST-Strecken-Senkungen
Welche Regel gilt für erstmalig auftretende AP-Anfälle?
***KHK: stabile AP - erstmaliges Auftreten***
- Erstmalig auftretende AP-Beschwerden sind IMMER als instabile AP zu werten
- und bedürfen damit zwingend einer klinischen Abklärung!
Beschreibe die Stadieneinteilung der stabilen Angina pectoris nach der Canadian Cardiovascular Society (CCS)
***KHK: stabile AP - Einteilung nach der CCS***
- Stadium 0 -
- Stumem Ischämie
- keine Einschränkungen
- Stadium 1 -
- Beschwerden nur bei schwerer körperlicher Belastung
- z.B. Bergsteigen, Ballsportarten, schwere Gartenarbeit
- Stadium 2 -
- leichte Beschwerden bei normaler körperlicher Belastung
- z.B. zügiges Gehen, Treppensteigen über mehrere Stockwerke, emotionaler Stress, Kälte,
- Stadium 3 -
- deutliche Beschwerden bei normaler körperlicher Belastung
- z.B. Treppensteigen über 1 Stockwerk, normales Gehen
- Stadium 4 -
- Beschwerden schon in Ruhe oder bei jeder geringen körperlichen Belastung
- z.B. Anziehen, Staubsaugen, Toilettengang,
- Ein CCS4 ist immer als Übergang in eine instabile AP zu werten, da die pektangiösen Beschwerden hier nur langsam verschwinden.
Mit welchen Komplikationen kann eine stabile AP einhergehen?
***KHK: stabile AP - Komplikationen***
- Eine stabile AP kann in eine instabile AP übergehen.
- Dann können folgende Gefahren auftreten:
- Myokardinfarkt
- Herzwandruptur
- Herzbeuteltamponade
- kardiogener Schock
- Herzrhythmusstörungen
- Extrasystolen
Welche Diagnostiken können Hinweise auf das Vorliegen einer KHK geben?
***KHK: Diagnostik***
- Belastung- und 12-Kanal-EKG -
- Beide Formen des EKGs können wichtige Hiwneise auf eine KHK liefern.
- Typisch sind Hebungen oder deszendierende oder horizontale Senkungen der ST-Strecke unter Belastung, die sich nach Belastungsende zurückbilden.
- Labor -
- Im Labor können Marker für eine Myokarschädigung z.B. CK/CK-MB oder Troponin erhoben werden.
- Bildgebende Diagnostik -
Zur bildgebenden Diagnostik stehen zur Verfügung:
- die Echokardiografie
- die kardiale MRT
- und die Koronarangiografie zur Darstellung der Koronargefäße
Welche Differenzialdiagnosen sollten bei v.a. KHK mit stabiler AP berücksichtigt werden?
***KHK: Stabile AP - Differenzialdiagnosen***
- Big Five -
- Myokardinfarkt (ACS)
- Lungenarterienembolie (LAE)
- Aortendissektion (AAS - akutes Aortensyndrom))
- Spannungspneumothorax (SPX)
- Osöphagusruptur (Boerhaave-Syndrom)
- Außerdem -
- Herzrhythmusstörungen
- akute Rechtsherzbelastung
- Perikarditis
- Lungenödem und andere pulmonale Erkrankungen (z.B. Pneumonie)
- Pneumothorax
- schwere psychische Erkrankungen (z.B. Panikattacken)
- entzündlich-degenerative Erkrankungen des knöchernen Systems
- Leber- und Nierenerkrankungen sowie andere abdominelle Erkrankungen (z.B. Gastritis)
- Hyperkaliämie
- hypertensiver Notfall
Wie sieht die Standardtherapie (ambulante Versorgung) einer KHK aus?
***KHK: Standardversorgung***
Die Standardtherapie besteht aus zwei Bestandteilen
- Minimieren von Risikofaktoren
- Medikamentöse Begleittherapie
- Minimieren von Risikofaktoren -
- Wichtig um einem weiteren Fortschreiten der Erkrankung vorzubeugen
- z.B. Reduktion von Übergewicht
- z.B. moderate Bewegung
- z.B. Nikotinabstinenz
- Medikamentöse Begleitherapie
- Hemmung der Thrombozytenaggregation (z.B. ASS, Clopdiogrel)
- Senkung überhöhter Blutfettwerte und damit Stabilisierung der Plaques (z.B. durch Statine)
- Verminderung des myokardialen Sauerstoffbedarfs
- Beta-Blocker -> Senken RR und Auswurfleistung. Kommen bei reduzierter linksventrikulärer Funktion oder nach Infarkt zum Einsatz.
- Ca2+-Antagonisten -> Senken Blutdruck und damit Nachlast, Unverträglichkeit mit Beta-Blockern
- ACE-Hemmer -> Hemmen das Angiotensin-Converting-Enzyme im RAAS und verhindern die Umwandlung von AT1 in AT2
- Nitrate zur Behandlung von stabilen AP-Anfällen
Welche invasiven Behandlungsmethoden einer KHK werden häufig angewendet?
***KHK: invasive Behandlungsmethoden***
Zwei Verfahren werden besonders häufig angewendet:
- PCI (Percutane Koronarintervention)
- Bypass
- Perkutane Koronarintervention -
- Hier erfolgt die Aufweitung der Koronargefäße mittels Ballondilatation
- und anschließend die Einlage eines Stents bei Stenosen des Hauptstamms und der proximalen LCA (RIVA, RCX) aber auch der RCA und/oder bei Zwei- oder Dreigefäßerkrankung
- Bypass -
- Hier wird der stenosierte Abschnitt mit einem an anderer Stelle (häufig Beingefäße) entnommenen Gefäß überbrückt.
- Diese Technik mir angewendet bei Hauptstammstenosen, schwerer 3-Gefäß-KHK oder wenn eine PCI nicht möglich ist z.B. aus anatomischen Gründen.
Erkläre die Pathophysiologie der Atherosklerose
***Kardiozirkulatorische Notfälle: Pathophysiologie der Atherosklerose***
Die Entstehung der Atherosklerose lässt sich in drei Schritte unterteilen:
- Bildung der Lipidflecken (auch "Fatty Streaks")
- Bildung der atherosklerotischen Plaque
- komplizierte atherosklerotische Läsion
- Bildung der Lipidflecken -
- Endotheliale Dysfunktion (endothelialer NO-Mangel, gesteigerte Scherkrfäte, art. Hypertonie, Nikotin, Hyperlipidämie, zunehmendes Alter)
- Steigerung der Gefäßpermeabilität & Steigerung der Synthese von Entzündungsfaktoren
- LDL dringt in die Intima ein -> Induktion einer Entzündungsreaktion
- Dies lockt Monozyten, Lymphozyten und Thrombozyten an
- Monozyten phagozytieren LDL und werden zu ortsständigen Makrophagen
- Jetzt werden sie als Schaumzellen bezeichnet. (streifige subendotheliale Fettablagerungen - "Fatty Streaks")
- Die Fatty Streaks sind noch reversibel
- Bildung der atherosklerotischen Plaques -
- Schaumzellen sterben und setzen Lipide und Zellbestandteile frei die jetzt den zentralen nekrotischen Lipidkern (das Atherom) bilden.
- Das aktivierte Endothel setzt Entzündungsmediatoren und Wachstumsfaktoren frei
- Das stimuliert die Eiwanderung von glatten Muskelzellen aus der Media in die Initma
- Diese Proliferieren und bilden eine Matrix über dem Lipidnekrosekern. Ab > 1,5 mm Dicke spricht man von einer Plaque.
- Einrisse dieser Matrix bedingen eine Aktivierung des Gerinnungssystems.
- Dabei entstehen Mikrothromben die in die Gefäßwand eingebaut werden.
- Es nimmt zunächst der Außendurchmesser des Gefäßes zu. Das Gefäßlumen bleibt dabei lange Zeit durchgängig. Zu einer Stenosierung kommt es erst, wenn die Plaque ca. 40 % der Initima einnimmt.
- Komplikationen der Atherosklerose -
- Verkalkung: Einlagerung von Calcium in die Plaques Gefäßwand und wird starr.
- Plaqueruptur: Wenn die Bindegewebskapsel reißt (z.B. durch Enzymeaktivität), dann kann der Fettkern das geschädigte Endothel durchbrechen und zu einer Plaqueruptur führen. Es kommt zur Ablösung eines Thrombus mit akuter arterieller Thrombose. So werden 90 % der Myokardinfarkte durch eine Plaqueruptur ausgelöst.
Beschreibe die Ätiopathogenese von Aneurysmen?
***AAS - Grundlagen: Aortenaneurysma - Ätiopathogenese***
Wie kommt ein Aortenaneurysma zustande?
- Atherosklerose -
- häufigste Ursache
- chronische Entzündung bewirkt ein Übergewicht von Proteasen die das Mindegewebe auflösen.
- Dadurch nimmt der Elastingehalt in der Gefäßwand ab.
- Die verminderte Elastizität der Gefäßwand kann dem systolischen Blutdruck nicht mehr standhalten und weitet sich auf.
- Der Gefäßdurchmesser steigt / die Wanddicke nimmt ab
- Damit steigt auch das Risiko einer Ruptur bzw. Dissektion
- Mediadegneration -
- Degeneration des Muskel und Bindgewebes in der Tunica media
- hereditäre Bindegewebserkrankungen -
- hereditär = erblich
- z.B. Marfan-Syndrom, z.B. Ehlers-Danlos-Syndrom
- entzündliche Gefäßerkrankungen -
- bakterielle Infektionen z.B. Syphillis
- Vaskulitiden (z.B. Riesenzellarteriitis, Takayusu-Arteriitis, Polyarteriitis nodosa, Behcet-Erkrankung)
- Traumata und iatrogene Verletzungen der Gefäße -
- z.B. durch Kathetereingriff
- z.B. durch art. Punktion
Welche drei Formen der Aneurysmen werden unterschieden?
***AAS - Grundlagen: Formen von Aneurysmen***
Man unterschiedet drei Formen des Aneurysmas
- Aneurysma verum
- Aneurysma spurium
- Aneurysma dissecans
- Aneurysma verum (echtes Aneurysma) -
- Ausweitung der gesamten arteriellen Gefäßwand
- Der dreischichtige Aufbau aus (Adventitia, Media, Intima) bleibt erhalten
- Abhängig von der Morphologie spricht man von sackförmigen (Aneurysma sacculare) oder spindelförmigen (Aneurysma fusiforme) Aneurysmen
- Aneurysma spurium (falsches Aneurysma, Pseudoaneurysma) -
- traumatische Gefäßverletzung (z.B. durch arterielle Punktion oder Trauma) aus der Blut in die Umgebung fließt
- Das perivaskuläre Hämatom steht dabei noch mit dem eigentlichen Gefäßlumen in Verbindung.
- Im Zuge der Hämatomorganisation bildet sich um das falsche Aneurysma eine bindegewebige Wand aus Granulationsgewebe
Wie lautet die Definition des akuten Aortensyndroms (AAS)?
***AAS: Definition***
- Der Begriff "Akutes Aortensyndrom (AAS)" umfasst Notfallsituationen im Bereich der Aorta mit ähnlicher Charakteristik.
- Es kommt zur Aufspaltung der Tunica intima und der Tunica media
- Dadurch kann es zu einem intramuralen Hämatom (IMH), einem penetrierenden Aortenulkus (PAU) und einer Separation der aortalen Wandschichten kommen, was letztlich eine Aortedissektion oder eine Aortenruptur bewirken kann.
In welche 5 Klassen wird das akute Aortensyndrom unterteilt?
***AAS: Klassifizierung***
Das akute Aortensyndrom (AAO) wird durch Pathologien hervorgerufen, die in 5 Klassen eingeteilt werden.
- Klasse 1: Klassische Aortendissektion -
- Bildung eines wahren und falschen Lumen
- mit oder ohne Reentry (also Kommunikaiton zwischen den beiden Lumen)
- Klasse 2: Intramurales Hämatom -
- Blutansammlung im Bereich der Media
- Entsteht ohne Verletzung der Intima (meist durch Ruptur eines Vasa vasorum z.B. durch Hypertonie)
- Ursache für bis zu 25 % aller Aortensyndrome
- 30 - 40 % der Patienten mit einem Typ A-IMH (Bereich Aorta ascendens oder Aortenbogen) entwickeln jedoch sekundär eine Dissektion
- Klasse 3: Umschriebene oder diskrete Aortendissektion mit Vorwölbung der Aortenwand -
- auch Pseudoaneurymsa (nicht klar definierter Begriff)
- em ehesten gleichzusetzen mit einem Aneurysma spurium der Aorta
- Das Pseudoaneurysma kann perforieren, wenn der Durck auf das Bindegewebe, das die Bluthöhle zusammenhält zu groß wird.
- Klasse 4: penetrierendes Aortenulcus (PAU) -
- Arterosklerotische Plauqe penetiert die Intimia bis in die Media
- ca. 2 bis 7 % der AAS
- Das pentrierende Aortenulcus kann IMH, Pseudoaneurysmen, akute Dissektionen und Aortenrupturen bedingen.
- Klasse 5: iatrogene oder traumatische Aortendissektion -
- Iatrogene Aortendissektion: Verletzungen mit Drähten oder Kathetern bei chirurgischen Eingriffen
- Traumatische Aortenverletzung: starke Scherkräfte bei schweren Unfällen, Ein- oder Abriss der Aorta, schlechte Überlebenschance
Welche Gefahren ergeben sich für den Patienten bei einem Aneursyma?
***AAS: Gefahren für den Patienten***
- Bildung von Thromben an der Aneurysmawand -> Quelle für Embolien und Gefäßverschlüsse
- Aneurysmaruptur
- Aneurymsdissektion
Wodurch unterscheidet sich das thorakale Aortenaneurysma (TAA) vom Bauchaortenaneurysma?
***TAA: wichtige Unterschiede***
- Das thorakale Aortenaneurysma neigt eher zu Dissektionen
- das Bauchaortenaneurymsa neigt eher zu Rupturen
Was versteht man unter der akuten Aortendissektion (AAD)?
***AAS: Akute Aortendissektion***
- Reißt die innere Gefäßwand (Intima) ein, so wird durch den Blutstrom häufig eine längere Strecke von der mittleren Gefäßschicht (Media) abgelöst.
- Dann spricht man von einer Dissektion
- Dabei entsteht ein falsches Lumen
- Reißt die Intima distal erneut ein, kann sich wieder ein Anschluss an das wahre Lumen ergeben (Reentry - Kommunikation)
- Die akute Aortendissektion ist einer der möglichen Ursachen eines AAS
- Sie kann aber auch als Folge aller anderen Ursachen eines AAS auftreten.
Nach welchen zwei Klassifikationen wird die thorakale Aortendissektion eingeteilt?
***Thorakale Aortendissektion: Einteilung nach Stanford und DeBakey***
- Einteilung nach Stanford -
- Stanford A = Mit Beteiligung der Aorta ascendens (ca. 70 %)
- Stanford B = mit Beginn distal des Subclavia-Abgangs (Aorta descendens, ca. 30 %)
Typ A ist dabei deutlich gefährlicher. Es kann zu einer Herzbeuteltamponade, oder zur Verlegung wichtiger Arterien (Koronarien -> Herzinfarkt, A. carotis -> Schlaganfall) durch die Dissektionsmembran kommen.
- Letalität Typ A Dissektion = 50 % innerhalb der ersten 48 Std.
- 1-Monats-Letalität = 90 % ohne 30 % mit Operation
Typ B verläuft hingegen häufig unkompliziert.
- Einteilung nach DeBakey -
- DeBakey Typ I = Aorta ascendens und descendens betroffen, schwerste Form
- DeBakey Typ II = Nur Aorta ascendens betroffen
- DeBakey Typ IIIa = Aorta descendes hinter der A. subclavia sinistra bis zum Zwerchfell
- DeBakey Typ IIIb = Aorta descendens hinter der A. subclavia sinistra über das Zwerchfell hinaus
Durch welche Symptome zeichnet sich die thorakale Aortendissektion aus?
***AAS: Leitsymptome***
- Leitsymptom ist der abrupt einsetzende Thoraxschmerz
Folgende weitere Symptome sind möglich
- Thoraxschmerz: Typ A = 80 % || Typ B = 70 %
- Rückenschmerzen: Typ A = 40 % || Typ B = 70 %
- Abruptes Einsetzen der Schmerzen: Typ A = 85 % || Typ B = 85 %
- Wandern der Schmerzen: Typ A < 15 % || Typ B = 20 %
- Aorteninsuffizienz: Typ A 40 bis 75 % || Typ B = nicht gegeben
- Pulsdefizit: Typ A = 30 % || Typ B = 15 %
- Herzbeuteltamponade: Typ A < 20 % || Typ B = nicht gegeben
- Akutes Koronarsyndrom: Typ A 10 bis 15 % || Typ B = 10 %
- Herzinsuffizienz: Typ A < 10 % || Typ B < 5 %
- Pleuraerguss: Typ A = 15 % || Typ B = 20 %
- Synkope: Typ A = 15 % || Typ B < 5 %
- Schwere neurologisches Defizit (Schlaganfall / Koma): Typ A < 10 % || Typ B < 5 %
- Rückenmarksschädigung: Typ A < 1 % || Typ B = nicht berichtet
- Mesenterialischämie: Typ A < 5 % || Typ B = nicht berichtet
- Akutes Nierenversagen: Typ A < 20 % || Typ B = 10 %
- Ischämie der unteren Extremitäten: Typ A < 10 % || Typ B < 10 %
Wie sieht die präklinische Therapie des akuten Aortensyndroms (AAS) aus?
***AAS: präklinische Therapie***
- Basismaßnahmen -
- Sicherstellen der Vitalfunktionen nach ABCDE
- Engmaschiges Monitoring
- Lagerung OHL
- Notarztruf
- Erweiterte Maßnahmen -
- Analge i.v. Zugang
- Analgesie (z.B. Morphin)
- Kontrolle der Hämodynamik (Ziel RR 100 bis 120 mmHg) ggf. Gabe von Urapidil nach Kompendium
- Ziel: Niedrignormale Herzfrequenz (z.B. mit Betablocker)
- Krankenhauswahl -
- Fachabteilung: Thoraxchirurgie
- Diagnosestellung mittels CT