Kardiologie
Kardiologie Prüfung MEDI
Kardiologie Prüfung MEDI
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Flashcards
Pathophysiologie LE?
Thrombusbildung meist in den Bein-/Beckenvenen! -> Thrombusteilchen löst sich
-> schiesst als Embolus durch die venöse Strombahn durch re Herz - bleibt in Lungenstrombahn hängen
Folgen:
- pulmonalarterieller Druckanstieg - Nachlast re Herz steigt = Rechts-Links-Shunt
- bei zentraler LE akutes re Herzversagen möglich
- Abnahme des rechtsventrikulären SV -> Beeinträchtigt linksventrikuläre Funktion = Absinken des BD
Unterschied zwischen zentraler Lungenembolie und peripherer Lungenembolie?
Zentrale LE:
- grosses pulmonalarterielles Gefäss betroffen
- Hypotonie oder obstruktiver Schock
- BD Syst. <90mmHg oder Abfall von >40mmHg innert 15min
Periphere LE:
- kleines pulmonalarterielles Gefäss betroffen
- häufig rezidivierende Ereignisse
Symptome LE?
- (akute) Dyspnoe und Thoraxschmerzen (evt. atemabhängig)
- Tachypnoe
- Abfall SpO2
- Zyanose
- obere Einflussstauung
- Tachykardie + Hypotonie - obstruktiver Schock
- Kaltschweissigkeit
- Hämoptoe
Diagnostik präklinisch LE?
- Daran denken!
- Anamnese (Immobilisation, frühere Embolien)
- Risikofaktoren?
- komplettes Monitoring inkl.. EKG (S1Q3)
Therapie präklinisch bei LE?
- Patient nicht mehr anstrengen/laufen lassen
- Oberkörper leicht hochlagern
- Sauerstoffgabe 12-15L falls SpO2 <90%
- Intubation wenn möglich vermeiden (hohes Risiko für Kreislaufstillstand)
- Analgesie
- Bei Hypotonie vorsichtige Volumengabe, Katecholamine
In Zentrumspital!
Wie unterscheidet sich die hypertensive Krise vs. hypertensiver Notfall?
Syst. BD >180mmHg und/oder Diast. BD >110mmHg
Hypertensive Krise:
- OHNE klinische Symptome (ohne akute Organschädigung)
Hypertensiver Notfall:
- MIT klinischen Symptomen (neurologisch , kardiopulmonal) = Endorganstörung
Ursachen hypertensive Krise?
- Vorbstehende arterielle Hypertonie - ungenügend eingestellt, ungenaue Medi Einnahme
- Einnahme NSAR, Steroide
- Schmerzen, Harnverhalt
- Alkoholentzugssyndrom
- Drogenkonsum
Zeichen/Symptome hypertensiver Notfall?
- Dyspnoe, Tachypnoe
- erhöhte BD Werte
- Tachykardie
- AP Beschwerden
- Epistaxis
- Kopfschmerzen
- Schwindel, Nausea, Erbrechen
Medikamentöse BD Senkung bei hypertensivem Notfall präklinisch?
- Nitroglycerin - 2 bis 3 Hübe, bei thorakalen Sz Mittel der Wahl
- Urapidil - 5 bis 20mg weise
- Esmolol - reduziert eher Puls, wenig BD-senkend
Wichtig: BD nicht zu schnell senken! Max 25% pro Stunde! Zielwerte Systolisch 160mmHg, Diastolisch 110mmHg
-> kann sonst Minderperfusion in Organen auslösen
Definition und Formen des Aortenaneurysma?
= pathologische Aufweitung des normalen Gefässdurchmessers (Symptomfrei!)
thorakal: >4cm, abdominal >3cm
- Aneurysma verum: alle Wandabschnitte betroffen, Blutgefäss zu gross
- Aneurysma spurium: "falsches" Aneurysma, inkompletter Riss, Adventitia nicht betroffen
- Aneurysma dissecans: Einriss der Intima (innerste Schicht) -> = A-DISS!
Ursachen Aortenaneurysma?
- Arteriosklerose
- art. Hypertonie
- Trauma
- iatrogen
- Kokain
- Infektion/Entzündung
Typischer Patient: männlich, >50 Jahre, Raucher, koronare Risikofaktoren
Wie kann ein Aortenaneurysma rupturieren? Auslöser?
Freie Ruptur: ungehinderter Blutaustritt in Hohlraum, Bsp. Bauchhöhle -> letal, Präklinisch keine Möglichkeit zu helfen
Gedeckte Ruptur: Tamponade der Blutung durch Weichteile/Muskeln
Dissektion der Intima/Media: keine Ruptur nach aussen -> klassische Aortendissektion
Auslöser: BD Anstieg, körperliche Anstrengung/Pressen, kalte Temperaturen / frühe Morgenstunden
Pathophysiologie Aortendissektion?
- Schwächung der Arterienwand (Bsp. Arteriosklerose)
- Einreissen der Arterienwand im Bereich Intima
- "Wühlblutung" in der Aortenwand
- Aufsplittung der Media -> Entstehen von zwei Lumen
- echtes Aortenlumen wird eingeengt, Gefässabgänge werden nicht mehr perfundiert
Symptome bei Thorakale Aortendissektion?
- Thoraxschmerzen (evt. zwischen Schulterblättern)
- akut auftretend
- vernichtend
- wandernd (Hauptschmerz kann wandern, Verdächtig "dynamische Schmerz-Wanderung")
- evt. Blutdruckdifferenzen >20mmHg
- Pulsdifferenzen/Pulsverlust an den Extremitäten
- Ischämie von Armen oder Beinen
- Hypovolämer, obstruktiver Schock
- Perikardtamponade -> Bluten ins Perikard, Perikard schwach am Aortenbogen, reisst schnell ein
- Dyspnoe, Synkope
Therapie/Diagnostik Eckpunkte bei Thorakaler Aortendissektion?
Buntes Beschwerdebild (diffuse Symptome)!
- Anamnese (möglichst schnell viele Infos einholen, verlieren schnell das Bewusstsein)
- Puls tasten an Carotis/radial/inguinal beidseits!
- BD beidseits messen, EKG
- Pat nicht mehr bewegen lassen, bei stabilem Kreislauf Oberkörper hochlagern
- maximale Sauerstoffgabe 15L!
- 2 grosslumige Zugänge -> Volumentherapie
- Intubation wenn möglich hinauszögern (Relaxion gefährlich!)
- Tranexamsäure 1g erwägen
- Voranmeldung Schockraum, schneller Transport!
Blutdruckziel: 100mmHg Systolisch!! (>120 senken Esmolol , <90 Volumentherapie/Katecholamine)
Komplikationen Thorakale Aortendissektion?
- Hypovolämer Schock
- Aortenklappeninsuffizienz
- hämorrhagischer Perikarderguss
- Perikardtamponade (häufig!)
- ACS, Stroke, Ischämien div. Organe
Definition und Auslöser Aortenruptur?
= traumatische Verletzung der Aortenwand
Auslöser:
- Nach Dezelerationstrauma (Sturz aus grosser Höhe, Frontalkollision)
- nach Stich- und Schussverletzung
- nach Pfählungsverletzung
Blutaustritt in Perikard, Mediastinum oder Bauchhöhle. Geringe Überlebenschance!
Klinik rupturieres Bauchaortenaneurysma?
Erkrankung des älteren Hypertonikers/Rauchers, meist bei Arteriosklerose -> meistens Zufallsbefund, vor Ruptur asymptomatisch
- Rücken-, Flanken- oder Bauchschmerzen (akut auftretend, vernichtend, wandernd)
- pulsierende, abdominale Raumforderung
- Pulsdifferenzen/Pulsverlust in den unteren Extremitäten
- Ischämie der Beine
Hypovolämer Schock! 50% Mortalität!!
Therapie Eckpunkte rupturiertes Bauchaortenaneurysma?
- komplettes Monitoring
- maximale Sauerstoffgabe
- 2 grosslumige Zugänge
- Volumentherapie -> permissive Hypotonie (80mmHg für kurze Zeit ok) Kristalloide, Kolloide, EC
BD Ziel: max 100mmHg Systolisch! >120mmHg Esmolol / <80-90mmHg Volumentherapie, positiv inotrope Substanzen
Pathophysiologie und Ursachen der Perikarditis?
Pathophysiologie:
Entzündungsreaktion des Perikards -> Ansammlung von Zellen und Flüssigkeit im Perikardraum
Ursachen:
- fast immer entzündlich (viral, bakteriell, Tbc)
- Systemerkrankungen
- nach Myokardinfarkt
Symptome und Therapie Perikarditis?
Meist junge Patienten welche eine Grippe hatten und dann Zeichen eines "Myokardinfarkts" haben! (haben keine Troponinerhöhung!)
- Thoraxschmerzen
- Fieber
- Dyspnoe
- allgemeines Krankheitsgefühl
Therapie: Analgesie, NSAR, ggf. Antibiose
Ursachen Perikarderguss?
- Entzündung (Perikarditis)
- Malignom (Tumor kann Perikard reizen)
- Blutung
- nach Myokardinfarkt / Herzoperation
Definition Perikardtamponade?
= Herzbeuteltamponade
- durch vermehrte Blutansammlung im Herzbeutel -> Bewegungsbehinderung und Zusammenpressung des Herzens
- =Kollaps Herzkammer
Ursachen: Thoraxtrauma, A-Diss Typ A, ACS
Klinik Perikardtamponade?
- Dyspnoe, Tachypnoe
- Blass, Kaltschweissig
- Hypotonie
- Tachykardie
- gestaute Halsvenen (ausser: hypovolämer Schock)
- Rekap > 2Sek
Pathophysiologie akuter arterieller Verschluss?
- Verschluss durch Embolus / Thrombus
- BD Abfall postokklusiv
- Strömungsstillstand, Thrombenbildung bis in Endstrombahn
- Oxygenierung Gewebe gefährdet
- Gefahr Kompartment
"5P" bei arteriellem Verschluss?
- Pain (plötzlich auftretend)
- Paleness (lageabhängig)
- Pulselessness
- Paraesthesia
- Paralysis
Therapie akuter arterieller Verschluss?
- Extremität tief lagern (auf Wärmeerhalt und Druckstellen achten)
- Sauerstoffgabe
- Analgesie
- Liquemin 5000IE Bolus
- Zielspital mit Gefässchirurgie
Was ist die Mitralinsuffizienz?
Zwischen li Vorhof und li Kammer. Klappe schliesst nicht richtig -> Blut fliesst zurück in Vorhof.
Ursachen: Degenerativ, nach Entzündungen / Ischämie
Symptome:
- Palpitationen (VHFli)
- Dyspnoe, Lungenödem (pulmonale Hypertonie)
- Müdigkeit (vermindertes HMV)
- Stauungsleber, Beinödeme (Re-Herz Insuffizienz)
Präklinische Therapie der Mitralinsuffizienz?
Akute (ischämische) Insuffizienz:
- sind hämodynamisch instabil
- Tachykardie anstreben (somit weniger Zeit für Rückfluss)
- Nachlast / BD senken (Widerstand peripher tief halten für weniger Rückfluss)
Leicht / mittelschwere Insuffizienz: für Präklinik kaum relevant -> Diuretika, ACE-Hemmer, Rhythmuskontrolle
Pathophysiologie der Aortenstenose?
Ursachen Stenose: degenerativ, nach Entzündungen (rheumatisches Fieber), i.v. Drogenkonsum, angeboren
- Enge Klappe (Stenose)
- Druckbelastung und Hypertrophie li Ventrikel
- Erhöhter LVED, somit erhöhter O2 Verbrauch + verminderte Koronarperfusion
- Synptome wie: AP Beschwerden, Dyspnoe, Synkope
Therapie Eckpunkte der Aortenstenose?
Nur bei schwerer Aortenstenose präklinisch relevant!
- Vor- und Nachlast hochhalten! (KEIN NITRO -> brauchen hohe Vorlast um ausreichendes HZV zu gewährleisten, hätten unter Nitro kompletter BD Abfalll = kein Auswurf mehr)
- Tachykardien vermeiden (li Ventrikel braucht mehr Zeit für Auswurf, deshalb Bradykardie besser)
- VHFli rasch konvertieren!
Unterschied biologische und mechanische Herzklappen?
Mechanisch: lange Lebensdauer (20-40Jahre), lebenslange OAK und ASS Einnahme -> Risiko für Blutungen / Endokarditis
Biologisch: kürzere Lebensdauer (15-20Jahre), OAK für 3 Monate, dann ASS weiter
Komplikationen: Endokarditis, strukturelle Defekte, Thrombosierung (ungenügende OAK)
Was ist die Endokarditis?
Bakterielle Besiedlung der Klappenprothese durch Staphylokokken/Streptokokken-> Zerstörung der Oberfläche, Abszessbildung
Ohne Antibiose lebensgefährlich!
Wie zeigen sich Komplikationen bei künstlichen Herzklappen?
- Leistungsintoleranz
- Dyspnoe, Lungenödem
- Herzinsuffizienz
- Kardiogener Schock
- Zeichen einer Sepsis
Was ist wichtig bei einem Pat. mit LVAD (Thoratec)?
- kein Puls und kein BD messbar (kein pulsatiler Fluss vorhanden)
- defibrillieren normal möglich