Kardiologie

Kardiologie Prüfung MEDI

Kardiologie Prüfung MEDI


D. Z.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über kardiologische Erkrankungen und deren Behandlung. Sie decken Themen wie Herzinsuffizienz, Schock, Hypotonie, Tachykardie, Bradykardie und EKG-Interpretation ab. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Fachkräfte, die ihr Wissen über Herzrhythmusstörungen, deren Diagnose und Therapie vertiefen möchten. Sie bieten praktische Einblicke in den Umgang mit verschiedenen Medikamenten und deren Nebenwirkungen, was für die tägliche Arbeit in der Kardiologie essenziell ist.
Karten
123
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
20.11.2025 / 27.11.2025

Cartes-fiches

Pathophysiologie LE?

Thrombusbildung meist in den Bein-/Beckenvenen!  -> Thrombusteilchen löst sich

-> schiesst als Embolus durch die venöse Strombahn durch re Herz - bleibt in Lungenstrombahn hängen

 

Folgen:

  • pulmonalarterieller Druckanstieg - Nachlast re Herz steigt = Rechts-Links-Shunt
  • bei zentraler LE akutes re Herzversagen möglich
  • Abnahme des rechtsventrikulären SV -> Beeinträchtigt linksventrikuläre Funktion = Absinken des BD

 

Unterschied zwischen zentraler Lungenembolie und peripherer Lungenembolie? 

Zentrale LE: 

  • grosses pulmonalarterielles Gefäss betroffen
  • Hypotonie oder obstruktiver Schock
  • BD Syst. <90mmHg oder Abfall von >40mmHg innert 15min

 

Periphere LE: 

  • kleines pulmonalarterielles Gefäss betroffen
  • häufig rezidivierende Ereignisse

 

 

Symptome LE?

  • (akute) Dyspnoe und Thoraxschmerzen (evt. atemabhängig) 
  • Tachypnoe
  • Abfall SpO2
  • Zyanose
  • obere Einflussstauung
  • Tachykardie + Hypotonie - obstruktiver Schock
  • Kaltschweissigkeit
  • Hämoptoe

Diagnostik präklinisch LE? 

  • Daran denken!
  • Anamnese (Immobilisation, frühere Embolien)
  • Risikofaktoren?
  • komplettes Monitoring inkl.. EKG (S1Q3)

Therapie präklinisch bei LE?

  • Patient nicht mehr anstrengen/laufen lassen
  • Oberkörper leicht hochlagern
  • Sauerstoffgabe 12-15L falls SpO2 <90%
  • Intubation wenn möglich vermeiden (hohes Risiko für Kreislaufstillstand)
  • Analgesie 
  • Bei Hypotonie vorsichtige Volumengabe, Katecholamine

In Zentrumspital! 

Wie unterscheidet sich die hypertensive Krise vs. hypertensiver Notfall? 

Syst. BD >180mmHg und/oder Diast. BD >110mmHg 

 

Hypertensive Krise:

  • OHNE klinische Symptome (ohne akute Organschädigung)

Hypertensiver Notfall:

  • MIT klinischen Symptomen (neurologisch , kardiopulmonal) = Endorganstörung

Ursachen hypertensive Krise?

  • Vorbstehende arterielle Hypertonie - ungenügend eingestellt, ungenaue Medi Einnahme
  • Einnahme NSAR, Steroide
  • Schmerzen, Harnverhalt
  • Alkoholentzugssyndrom
  • Drogenkonsum

 

Zeichen/Symptome hypertensiver Notfall? 

  • Dyspnoe, Tachypnoe
  • erhöhte BD Werte
  • Tachykardie
  • AP Beschwerden
  • Epistaxis
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel, Nausea, Erbrechen

Medikamentöse BD Senkung bei hypertensivem Notfall präklinisch? 

  • Nitroglycerin - 2 bis 3 Hübe, bei thorakalen Sz Mittel der Wahl 
  • Urapidil - 5 bis 20mg weise
  • Esmolol - reduziert eher Puls, wenig BD-senkend

Wichtig:  BD nicht zu schnell senken! Max 25% pro Stunde! Zielwerte Systolisch 160mmHg, Diastolisch 110mmHg

-> kann sonst Minderperfusion in Organen auslösen

 

 

Definition und Formen des Aortenaneurysma?

= pathologische Aufweitung des normalen Gefässdurchmessers (Symptomfrei!) 

thorakal: >4cm, abdominal >3cm

  • Aneurysma verum: alle Wandabschnitte betroffen, Blutgefäss zu gross
  • Aneurysma spurium: "falsches" Aneurysma, inkompletter Riss, Adventitia nicht betroffen
  • Aneurysma dissecans: Einriss der Intima (innerste Schicht) -> = A-DISS! 

Ursachen Aortenaneurysma?

  • Arteriosklerose
  • art. Hypertonie
  • Trauma
  • iatrogen
  • Kokain
  • Infektion/Entzündung

Typischer Patient: männlich, >50 Jahre, Raucher, koronare Risikofaktoren

Wie kann ein Aortenaneurysma rupturieren? Auslöser? 

Freie Ruptur: ungehinderter Blutaustritt in Hohlraum, Bsp. Bauchhöhle -> letal, Präklinisch keine Möglichkeit zu helfen

Gedeckte Ruptur: Tamponade der Blutung durch Weichteile/Muskeln

Dissektion der Intima/Media: keine Ruptur nach aussen -> klassische Aortendissektion 

 

Auslöser: BD Anstieg, körperliche Anstrengung/Pressen, kalte Temperaturen / frühe Morgenstunden

 

Pathophysiologie Aortendissektion?

  1. Schwächung der Arterienwand (Bsp. Arteriosklerose)
  2. Einreissen der Arterienwand im Bereich Intima
  3. "Wühlblutung" in der Aortenwand
  4. Aufsplittung der Media -> Entstehen von zwei Lumen
  5. echtes Aortenlumen wird eingeengt, Gefässabgänge werden nicht mehr perfundiert

Einteilung der Thorakalen Aortendissektion? 

Symptome bei Thorakale Aortendissektion?

- Thoraxschmerzen (evt. zwischen Schulterblättern)

  • akut auftretend
  • vernichtend
  • wandernd (Hauptschmerz kann wandern, Verdächtig "dynamische Schmerz-Wanderung")

- evt. Blutdruckdifferenzen >20mmHg

- Pulsdifferenzen/Pulsverlust an den Extremitäten

- Ischämie von Armen oder Beinen

- Hypovolämer, obstruktiver Schock 

- Perikardtamponade -> Bluten ins Perikard, Perikard schwach am Aortenbogen, reisst schnell ein

- Dyspnoe, Synkope

Therapie/Diagnostik Eckpunkte bei Thorakaler Aortendissektion? 

Buntes Beschwerdebild (diffuse Symptome)! 

  • Anamnese (möglichst schnell viele Infos einholen, verlieren schnell das Bewusstsein)
  • Puls tasten an Carotis/radial/inguinal beidseits! 
  • BD beidseits messen, EKG
  • Pat nicht mehr bewegen lassen, bei stabilem Kreislauf Oberkörper hochlagern
  • maximale Sauerstoffgabe 15L! 
  • 2 grosslumige Zugänge -> Volumentherapie
  • Intubation wenn möglich hinauszögern (Relaxion gefährlich!) 
  • Tranexamsäure 1g erwägen
  • Voranmeldung Schockraum, schneller Transport!
     

Blutdruckziel: 100mmHg Systolisch!! (>120 senken Esmolol , <90 Volumentherapie/Katecholamine)

Komplikationen Thorakale Aortendissektion? 

  • Hypovolämer Schock
  • Aortenklappeninsuffizienz
  • hämorrhagischer Perikarderguss
  • Perikardtamponade (häufig!)
  • ACS, Stroke, Ischämien div. Organe

Definition und Auslöser Aortenruptur? 

= traumatische Verletzung der Aortenwand

Auslöser: 

  • Nach Dezelerationstrauma (Sturz aus grosser Höhe, Frontalkollision)
  • nach Stich- und Schussverletzung
  • nach Pfählungsverletzung

Blutaustritt in Perikard, Mediastinum oder Bauchhöhle. Geringe Überlebenschance! 

Klinik rupturieres Bauchaortenaneurysma?

Erkrankung des älteren Hypertonikers/Rauchers, meist bei Arteriosklerose -> meistens Zufallsbefund, vor Ruptur asymptomatisch 

  • Rücken-, Flanken- oder Bauchschmerzen (akut auftretend, vernichtend, wandernd)
  • pulsierende, abdominale Raumforderung
  • Pulsdifferenzen/Pulsverlust in den unteren Extremitäten
  • Ischämie der Beine

Hypovolämer Schock! 50% Mortalität!! 

Therapie Eckpunkte rupturiertes Bauchaortenaneurysma?

  • komplettes Monitoring
  • maximale Sauerstoffgabe
  • 2 grosslumige Zugänge
  • Volumentherapie -> permissive Hypotonie (80mmHg für kurze Zeit ok) Kristalloide, Kolloide, EC

BD Ziel: max 100mmHg Systolisch! >120mmHg Esmolol   / <80-90mmHg Volumentherapie, positiv inotrope Substanzen

Pathophysiologie und Ursachen der Perikarditis? 

Pathophysiologie:

Entzündungsreaktion des Perikards -> Ansammlung von Zellen und Flüssigkeit im Perikardraum

 

Ursachen: 

  • fast immer entzündlich (viral, bakteriell, Tbc)
  • Systemerkrankungen
  • nach Myokardinfarkt 

Symptome und Therapie Perikarditis?

Meist junge Patienten welche eine Grippe hatten und dann Zeichen eines "Myokardinfarkts" haben! (haben keine Troponinerhöhung!)

  • Thoraxschmerzen
  • Fieber
  • Dyspnoe
  • allgemeines Krankheitsgefühl

Therapie: Analgesie, NSAR, ggf. Antibiose

Pathophysiologie Perikarderguss? 

Ursachen Perikarderguss? 

  • Entzündung (Perikarditis)
  • Malignom (Tumor kann Perikard reizen)
  • Blutung
  • nach Myokardinfarkt / Herzoperation

Definition Perikardtamponade? 

= Herzbeuteltamponade

  • durch vermehrte Blutansammlung im Herzbeutel -> Bewegungsbehinderung und Zusammenpressung des Herzens
  • =Kollaps Herzkammer

Ursachen: Thoraxtrauma, A-Diss Typ A, ACS

Klinik Perikardtamponade? 

  • Dyspnoe, Tachypnoe
  • Blass, Kaltschweissig
  • Hypotonie
  • Tachykardie
  • gestaute Halsvenen (ausser: hypovolämer Schock)
  • Rekap > 2Sek

Pathophysiologie akuter arterieller Verschluss? 

  1. Verschluss durch Embolus / Thrombus
  2. BD Abfall postokklusiv
  3. Strömungsstillstand, Thrombenbildung bis in Endstrombahn
  4. Oxygenierung Gewebe gefährdet
  5. Gefahr Kompartment

"5P" bei arteriellem Verschluss? 

  • Pain (plötzlich auftretend)
  • Paleness (lageabhängig)
  • Pulselessness
  • Paraesthesia
  • Paralysis

 

Therapie akuter arterieller Verschluss? 

  • Extremität tief lagern (auf Wärmeerhalt und Druckstellen achten)
  • Sauerstoffgabe
  • Analgesie
  • Liquemin 5000IE Bolus 
  • Zielspital mit Gefässchirurgie 

Erkläre die Begriffe: 

- Thrombus

- Thrombose

- Embolus

- Embolie

Was ist eine Klappeninsuffizienz? 

Was ist eine Klappenstenose?

 

Was ist die Mitralinsuffizienz? 

Zwischen li Vorhof und li Kammer. Klappe schliesst nicht richtig -> Blut fliesst zurück in Vorhof. 

Ursachen: Degenerativ, nach Entzündungen / Ischämie

 

Symptome: 

- Palpitationen (VHFli)

- Dyspnoe, Lungenödem (pulmonale Hypertonie)

- Müdigkeit (vermindertes HMV)

- Stauungsleber, Beinödeme (Re-Herz Insuffizienz)

Was benötigt es zur normalen Funktion der Mitralklappe? 

Präklinische Therapie der Mitralinsuffizienz? 

Akute (ischämische) Insuffizienz:

  • sind hämodynamisch instabil
  • Tachykardie anstreben (somit weniger Zeit für Rückfluss)
  • Nachlast / BD senken (Widerstand peripher tief halten für weniger Rückfluss) 

Leicht / mittelschwere Insuffizienz: für Präklinik kaum relevant -> Diuretika, ACE-Hemmer, Rhythmuskontrolle 

 

Pathophysiologie der Aortenstenose? 

Ursachen Stenose: degenerativ, nach Entzündungen (rheumatisches Fieber), i.v. Drogenkonsum, angeboren

  1. Enge Klappe (Stenose)
  2. Druckbelastung und Hypertrophie li Ventrikel
  3. Erhöhter LVED, somit erhöhter O2 Verbrauch + verminderte Koronarperfusion
  4. Synptome wie: AP Beschwerden, Dyspnoe, Synkope

 

Therapie Eckpunkte der Aortenstenose? 

Nur bei schwerer Aortenstenose präklinisch relevant!

  • Vor- und Nachlast hochhalten! (KEIN NITRO -> brauchen hohe Vorlast um ausreichendes HZV zu gewährleisten, hätten unter Nitro kompletter BD Abfalll = kein Auswurf mehr)
  • Tachykardien vermeiden (li Ventrikel braucht mehr Zeit für Auswurf, deshalb Bradykardie besser)
  • VHFli rasch konvertieren!

 

Unterschied biologische und mechanische Herzklappen? 

Mechanisch: lange Lebensdauer (20-40Jahre), lebenslange OAK und ASS Einnahme -> Risiko für Blutungen / Endokarditis

Biologisch: kürzere Lebensdauer (15-20Jahre), OAK für 3 Monate, dann ASS weiter 

 

Komplikationen: Endokarditis, strukturelle Defekte, Thrombosierung (ungenügende OAK)

Was ist die Endokarditis? 

Bakterielle Besiedlung der Klappenprothese durch Staphylokokken/Streptokokken-> Zerstörung der Oberfläche, Abszessbildung

Ohne Antibiose lebensgefährlich! 

Wie zeigen sich Komplikationen bei künstlichen Herzklappen? 

  • Leistungsintoleranz
  • Dyspnoe, Lungenödem
  • Herzinsuffizienz
  • Kardiogener Schock
  • Zeichen einer Sepsis

Was ist wichtig bei einem Pat. mit LVAD (Thoratec)?

  • kein Puls und kein BD messbar (kein pulsatiler Fluss vorhanden)
  • defibrillieren normal möglich

Étudier