P2.2, 2_CommonRail
Automobildiagnostiker, P2.2, Register 2, 2.1, 2.2 Commonrail-Niederdruck, -Hochdruck, -Injektoren
Automobildiagnostiker, P2.2, Register 2, 2.1, 2.2 Commonrail-Niederdruck, -Hochdruck, -Injektoren
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Flashcards
Was ist Needle Closing Control, NCC?
- eine Nadelschliesszeitkontrolle mit einem Piezosensor
- Das System erkennt:
- den Öffnungszeitpunkt des Schaltventils
- den Umkehrpunkt der Düsennadel
- den Schliesszeitpunkt der Düsennadel
- Motormanagement, um Schaltventil-Öffnungszeitpunkt, Düsennadel-Umkehrpunkt sowie Vor- und Nacheinspritzungen über die Lebensdauer anzupassen.
- Dadurch bleiben Einspritzzeitpunkte und Einspritzmengen genauer
Wie ist ein Piezo-Common-Rail-Injektor grundsätzlich aufgebaut und welche Vorteile besitzt er?
Vier Hauptkomponenten:
- Düsenmodul
- Schaltventil
- Kopplermodul
- Piezo-Aktormodul
Vorteile gegenüber Magnetventil-Injektoren:
- sehr kurze Schaltzeit, ca. 0,1 ms
- geringere bewegte Masse
- schnelle und präzise Ansteuerung
- ermöglicht präzise Mehrfacheinspritzungen
- leichter
Dadurch können unter anderem Geräusch, Verbrauch und Emissionen reduziert werden.
Was ist der direkte und was der inverse Piezoeffekt?
Direkter Piezoeffekt:
Mechanische Verformung → elektrische Spannung.
→ Verwendung beispielsweise als Sensorprinzip.
Inverser Piezoeffekt:
Elektrische Spannung → mechanische Verformung.
→ Dieses Prinzip wird zur Betätigung des Piezo-Injektors verwendet.
Warum besteht der Piezoaktor aus vielen einzelnen Schichten?
Weil der Hub proportional zur Schichtzahl bzw. Länge des Piezoaktors ist.
Die einzelnen sehr kleinen Längenänderungen addieren sich dadurch zu einem nutzbaren Stellweg.
Welche elektrischen und mechanischen Eigenschaften besitzt der Piezoaktor?
Welche Aufgaben besitzt der hydraulische Koppler?
Der hydraulische Koppler:
- überträgt die Stellkraft des Piezoaktors
- vergrössert den Stellweg bei entsprechender Kraftreduzierung
- kompensiert thermische Längenänderungen
- ermöglicht Spielausgleich
- verhindert durch seine Fail-Safe-Funktion eine Dauereinspritzung bei elektrischer Dekontaktierung
Er befindet sich im Niederdruckkreis bei etwa 10 bar.
Warum benötigt das System 10 bar Rücklaufdruck?
- Das Druckhalteventil hält etwa 10 bar im Injektorrücklauf, damit das Kopplermodul hydraulisch gefüllt bleibt und nicht leerläuft.
Wie öffnet ein servogesteuerter Piezo-Injektor?
- Spannung wird an Piezoaktor angelegt.
- Piezoaktor dehnt sich aus.
- Kopplermodul betätigt Servoventil.
- Servoventil verschliesst den Bypass.
- Druck im Steuerraum sinkt über die Ablaufdrossel.
- Dadurch entsteht eine Kräftedifferenz an der Düsennadel.
- Der Raildruck hebt die Düsennadel an.
- Kraftstoff wird eingespritzt.
Wichtig: Der Piezoaktor hebt die Düsennadel bei diesem Aufbau nicht direkt an. Die Bewegung erfolgt hydraulisch über das Servosystem.
Wie wird die hohe Spannung zur Ansteuerung des Piezoaktors erzeugt?
Zur Ansteuerung wird ein Schwingkreis verwendet aus:
- Piezoaktor/Kapazität
- Spule/Induktivität
- Spannungswandler
- Speicherkondensator
Damit wird aus der Bordnetzversorgung eine wesentlich höhere Aktorspannung erzeugt; im dargestellten Beispiel etwa 140 V.
Der Piezo wird zunächst geladen. Die Spannung bleibt während der gewünschten Einspritzdauer bestehen und anschließend wird der Aktor wieder entladen.
Wie wird die Einspritzmenge bei Start, Fahrbetrieb und Leerlauf bestimmt?
Start:
- abhängig von Kühlmitteltemperatur und Drehzahl
- Fahrer hat keinen direkten Einfluss
Fahrbetrieb:
- Fahrpedalstellung
- Drehzahl
- Kraftstofftemperatur
- Kühlmitteltemperatur
- Ansauglufttemperatur
- weitere Kennfeldgrössen
Leerlauf:
Das Steuergerät verändert die Einspritzmenge, bis Soll- und Ist-Drehzahl übereinstimmen.
Was ist die Laufruheregelung und wie funktioniert sie?
Nicht alle Zylinder erzeugen bei gleicher Einspritzdauer exakt dasselbe Drehmoment.
Die Laufruheregelung:
- erfasst die Kurbelwellenbeschleunigung nach den einzelnen Verbrennungen
- vergleicht die Zylinder miteinander
- erkennt unterschiedliche Drehmomentbeiträge
- korrigiert zylinderselektiv die Einspritzmengen
Ziel: Jeder Zylinder soll die Kurbelwelle möglichst gleich stark beschleunigen.
Was versteht man unter Nullmengenkalibrierung?
Für eine gleichzeitige Erreichung von Geräusch- und Emissionsminderung ist die sichere Beherrschung kleiner Voreinspritzungen erforderlich.
Das Mengendriften der Injektoren müssen deshalb kompensiert werden.
Zur Kalibrierung:
- Motor befindet sich im Schubbetrieb.
- Steuergerät spritzt gezielt eine sehr kleine Kraftstoffmenge in einen Zylinder.
- Dadurch entsteht eine minimale Drehmomentänderung.
- Drehzahlsensor erkennt die entsprechende Kurbelwellenbeschleunigung.
- Steuergerät kann daraus die tatsächliche Einspritzwirkung bestimmen.
- Ansteuerdauer wird entsprechend korrigiert.
Der Vorgang wird für verschiedene Zylinder und Betriebspunkte wiederholt.
Warum müssen Common-Rail-Injektoren codiert bzw. angelernt werden?
- Injektoren besitzen aufgrund ihrer Herstellung mechanische und elektrische Toleranzen.
- Dadurch können baugleiche Injektoren bei gleicher Ansteuerung unterschiedliche Kraftstoffmengen einspritzen.
- Bei der Herstellung wird deshalb das individuelle Verhalten vermessen und als Code auf dem Injektor hinterlegt.
- Das Motorsteuergerät verwendet diese Werte zur Korrektur von:
- Einspritzmenge
- Ansteuerdauer
- Schaltverhalten.
- Beim Austausch eines Injektors muss dessen Code deshalb dem richtigen Zylinder im Motorsteuergerät zugeordnet werden.
Was wird mit einer Rücklaufmengenmessung geprüft und wie wird sie beurteilt?
- Mit der Rücklaufmengenmessung wird die interne Dichtheit der Injektoren im Hochdrucksystem überprüft.
- Die Rücklaufmengen der einzelnen Injektoren werden miteinander verglichen.
- Laut Dossier darf die maximal zulässige Rücklaufmenge ungefähr dreimal so gross wie die kleinste gemessene Menge sein.
- Springt der Motor nicht an:
- → Starter etwa 10–15 Sekunden betätigen und anschließend Rücklaufmengen vergleichen.
Was ist der Unterschied zwischen Leerlaufdrehzahlvergleich und Mengenvergleich?
- Leerlaufdrehzahlvergleich:
- Laufruheregelung deaktiviert.
- Das Steuergerät zeigt die spezifischen Drehzahlen der einzelnen Zylinder.
- Eine niedrige Drehzahl kann beispielsweise hinweisen auf:
- geringere Kraftstoffmenge
- zu geringe Kompression
- Injektorproblem.
- Mengenvergleich:
- Laufruheregelung aktiv.
- Angezeigt werden die Korrekturmengen, mit denen das Steuergerät die Leistungsunterschiede der einzelnen Zylinder ausgleicht.
- Positive Korrektur/Zugabe:
- → Zylinder liefert zu wenig Drehmoment.
- Mögliche Ursachen:
- geringe Kompression
- verschmutzter/verstopfter Injektor
- Negative Korrektur/Mengenabnahme:
- → Zylinder liefert vergleichsweise zu viel Drehmoment.
- Mögliche Ursachen:
- Injektor tropft/nadelt nach
- Düse ausgewaschen
- erhöhte Kompression.
Wie funktioniert der softwarebasierte Kompressionstest und wie werden die Ergebnisse interpretiert?
- Beim Test wird die Einspritzung deaktiviert, damit der Motor nicht anspringt.
- Das Steuergerät wertet während des Anlassens die Drehzahlverläufe der einzelnen Zylinder aus.
- Zylinder weist höhere Drehzahl auf:
- → geringerer Widerstand während der Verdichtung
- → Hinweis auf zu geringe Kompression
- Mögliche Ursachen:
- Kolbenringe
- Ventile
- Zylinderkopfdichtung
- undichter Injektorsitz
- undichte Glühkerze
- Zylinder weist niedrigere Drehzahl auf:
- → höherer mechanischer Widerstand
- Mögliche Ursachen:
- Kolbenklemmer
- Pleuellagerschaden
- mangelhafte Schmierung.
Wie gehst du diagnostisch vor, wenn ein Common-Rail-Dieselmotor nicht startet?
- Tankinhalt und Kraftstoffart prüfen
- Fehlerspeicher auslesen
- Startfreigabe und Startparameter prüfen
- Starterdrehzahl kontrollieren
- Batteriespannung prüfen – laut Dossier >11 V
- Kurbelwellen-/OT-Signal prüfen
- Nockenwellensignal und Steuerzeiten prüfen
- Raildruck während des Startens kontrollieren
- Raildruck beim Start laut Dossier >150 bar
- Bei zu geringem Raildruck Niederdruckversorgung/Kraftstoffförderung prüfen
- gegebenenfalls Rücklaufmengen der Injektoren prüfen
- IMA-Codierung und weitere Freigabebedingungen kontrollieren.
Der Raildruck erreicht beim Start nur 80 bar. Wo suchen Sie weiter?
- Nicht sofort die Hochdruckpumpe ersetzen.
- Zuerst systematisch prüfen:
- Niederdruckversorgung → Kraftstofffilter/Förderung → interne Leckage bzw. Rücklaufmengen → Druckregelung → Hochdruckpumpe.
- Eine stark erhöhte Injektorleckage kann beispielsweise verhindern, dass beim Start der notwendige Raildruck aufgebaut wird.