SCHOCK
IPS und Notfall
IPS und Notfall
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Lernkarten
Ergänzende Maßnahmen
Hypovolämer Schock - Transfusions-Management bzw. Massentransfusion
- Abdominelles Kompartment-Syndrom
Kardiogener Schock - Rhythmusüberwachung
- Elektrolytkontrolle
- Blutungskontrolle nach Angiografie
Septischer Schock - Ödeme / Chemosis
- Spannungsblasen
- Fieber / Shivering / Temp - Managment
Anaphylaktischer Schock - Urtikaria und Pruritus
- Überwachung / Therapie bei Bronchospasmus
Neurogener Schock - Neurologische Überwachung
Massentransfusion
Austausch der gesamten Blutmenge innerhalb
von 24 Std.
Transfusion ≥ 4 EC innerhalb von 1 Std.
Massentransfusion
Komplikationen / Nebenwirkungen
- Hypothermie
- TACO / TRALI
- Alkalose / Azidose
- Hypokalziämie / Hyperkaliämie
- Gerinnungsstörungen
- Allgemeine Transfusionsgefahren
Massentransfusion
Management bei Massentransfusion
- Klare Organisation der Blutkomponenten-Verabreichung
- Kardiopulmonale Überwachung
- Elektrolytkontrolle / Laborkontrollen
- Transfusion gewärmt verabreichen (LevelOne)
- Vollständige Dokumentation
Abdominelles Kompartment
Ursachen
Primär intraabdominell: Blutung , Aszites ,Hämatom , Peritonitis
Sekundär extraabdominell: Rea, Massentransfusion, Verbrennungen, Sepsis, Ödem nach Reperfusionsschaden
Abdominelles Kompartment
Auswirkungen auf die Organsysteme
- Gehirn: Erhöhung ICP wegen vermindertem venöseen Rückfluss
- Lunge: Zwerchfellhochsztand, verminderte Residualkapazität, Atelektasen, hoche Spitzendrücke
- Herz: Verminderter venöser Rückfluss, erhöhter ZVD, Abfall HZV, Tachycardie
- GI-Trakt: Verminderte Perfusion, vermindertes Blutvolumen, verminderter Filtrationsdruck
- Niere: Portalvenöse Stase, Minderperfusion, Translokation, Leberschädigung
Abdominelles Kopartment
Management
- Abdomen-Spannung kontrollieren (Dokumentation)
- Abdomen-Umfangmessung
- Auskultation Abdomen
- Blasendruckmessung
- Fusspulse kontrollieren
- Zwerchfellentlastende Lagerung (OK hoch, Beine tief)
- Diurese kontrollieren
- Beatmung muss bei steigendem abdominalen Druck ggf. angepasst werden (Achtung
Hypoventilation)
Blasendruck-Messung
Normwert: 5 – 7 mmHg
- über 12 mmHg = abdominelle Hypertonie
- über 20 mmHg = Kompartment-Syndrom
Kardiogener Schock / Akute Hezinsuffizienz
Primär ist den O2 Angebot zu tief, der Pat kann normalem Druck haben und trotzdem in Schock zu sein.
Hämodynamik Classification of CS : warm dry, warm wet, cold dry, cold wet.
Physiologische Grundlage
• Sauerstoffangebot
DaO2 = CaO2 x HZV
Hb x SaO2 X1,34 SV X HF
SV : Vorlast , Nachlast , Kontraktilität
Pathophysiologie allgemein
• Beim Eintreten eines Schocks kommt es zu einer Akuten bis subakuten
Störung des Sauerstoffangebots für die Organe und des Gewebes,
infolge eines Abfalls
• des Hb (Blutung)
• der Sauerstoffsättigung (Hypoxämie)
• des Herzzeitvolumens durch Volumenmangel Preload
Herzinsuffizienz Inotropie und Afterload
Im Rahmen des Schocks kommt es in Abhängigkeit der Schockform zu einer
Störung der Durchblutung der Gewebe (Perfusion). Dabei hängt die
Sauerstoffversorgung eines Organes von der regionalen Durchblutung ab.
Vasokonstriktion (bei Zentralisation) reduziert die Gewebeperfusion
Vasodilatation (Sepsis) verursacht durch Pooling zu einem relativen
Sauerstoffmangel führen
Störung der Mikrozirkulation
Symptome & Klinische Zeichen von Schock
Bewusstseinsstörung Unruhe, Verwirrtheit, Somnolenz
Tachykardie, Hypotonie, Rekap-Zeit >2 sek, Mottling
Tachypnoe, O2-Sättigungsabfall
Oligurie bis Anurie
Symptome & Klinische Zeichen von
kardiogenem und obstruktivem Schock
Jede Schockform hat spezifische klinische Zeichen, die durch die
Zugrundeliegenden pathophysiologischen Mechanismen verursacht werden.
Bewusstseinsstörung Unruhe, Verwirrtheit, Somnolenz
Schwindel, Bewusstlosigkeit, Todesangst
Tachykardie, Hypotonie, Rekap-Zeit >2 sek, Mottling
Gestaute Halsvenen, Zyanose, blasse Peripherie, Arrhythmie,
Tachypnoe, O2-Sättigungsabfall
Atemnot, Lungenödem
Oligurie bis Anurie
Übelkeit
Symptome & Klinische Zeichen von
distributivem Schock
Jede Schockform hat spezifische klinische Zeichen, die durch die
Zugrundeliegenden pathophysiologischen Mechanismen verursacht werden.
Bewusstseinsstörung Unruhe, Verwirrtheit, Somnolenz
Schwindel, Bewusstlosigkeit,
Tachykardie, Hypotonie, Rekap-Zeit >2 sek, Mottling
Warme Peripherie (hyperd. Phase), Bradykardie bei Neurog. mgl.
Tachypnoe, O2-Sättigungsabfall
Bei anaphyl. Atemnot, expiratorischer Stridor
Oligurie bis Anurie
A: Juckreiz, Erytheme, Flush, Nesselsucht; S: Fieber
Kompensationsmechanismen
Der Körper ist in der Lage den Pathophysiologischen Prozessen
temporär entgegenwirken um die Sauerstoffversorgung der Organe zu verbessern.
Werden die Ursachen des Schocks nicht behoben brechen Mechanismen zusammen
Optimierung des Blutdrucks
Sympathikus-Aktivierung Freisetzung von Adrenalin/ Noradrenalin
ADH Freisetzung Verstärkte Wasserrückresorption
RAAS-System Vasokonstriktion, Natrium und Wasserretention
(Renin, Angiotensin, Aldosteron)
Optimierung der Sauerstoffaufnahme
Stimulation des Atemzentrums Verbesserung der O2-Aufnahme
Komplikationen
Enzephalopathie, Neuropathie
Kardiomyopathie, Herzrhythmusstörungen, Pumpversagen
ARDS, Oxigenationsstörungen, Hyperventilation mit Erschöpfung
Darmischämie, Schleimhautnekrosen, Bakt. Translokation; Leberversagen
Akutes Nierenversagen durch Hypotonie und Gewebshypoxie
DIC, Mikrozirkulationsstörungen, Verbrauch von Gerinnungsfaktoren
bei akt. Gerinnung durch endotheliale Veränderungen, Blutungsneigung
Sepsis durch Translokation von Bakterien, ARDS
Pflegeschwerpunkte
• Das frühzeitige Erkennen des kritisch kranken Patienten ist elementar!
Hautkolorit Das Hautkolorit ist ein guter Indikator, wie es um den
Kreislauf der Patienten gestellt ist. Dabei ist der
Mottlingscore eine Möglichkeit die Veränderung des
Hautkolorits an den Beinen zu objektivieren.
Atemfrequenz Eine Atemfrequenz über 20 /Min muss als Warnzeichen
für eine potenzielle Gefährdung der Patientengesundheit
angesehen werden. Die SpO2 hingegen spiegelt nicht die
Ventilation der Patienten wieder und kann nicht die
Überwachung der Atemfrequenz ersetzen.
Schockmanagement
Ziel: Verbesserung der Organperfusion und somit auch der
Gewebeoxigenation!
Venöse Zugänge (ZVK), art. Katheter, Blasendauerkatheter, grosszügige
Flüssigkeitszufuhr (Cave: Kardiogener Schock)
arterielle BD-Messung, Pulsoxymetrie, Rhythmusüberwachung,
erweitertes Hämodynamisches Monitoring erwägen
Sicherung der Atmung, Verbesserung der Oxigenation, frühzeitige
Erwägung der Intubation und maschinelle Beatmung
Vasoaktivatherapie (angepasst an Klinik und Gewebeoxigenation)
Korrektur von Elektrolytstörungen und Metabolischer Entgleisung
Eine Reduzierung des Sauerstoffverbrauches ist dringend angezeigt!
Hypovolämer Schock
Therapie
• Volumengabe: Kristalloide (Ringer-Lösung)
bei Bedarf Ergänzung mit Kolloide (Albumin)
• Ursache beheben (kausale Therapie): Blutungsquelle stoppen,
Kompression, OP, Gabe von Gerinnungsfaktoren
• Bluttransfusionen
• Ggf. Vasoaktiva
Distributiver Schock
Therapie des septischen Schocks
Kausaltherapie: Sanierung des Infektionsherdes
Antibiotikatherapie (so bald wie möglich)
Medikamente: Vasoaktiva (Noradrenalin, Vasopressin), Inotropika
und bei Bedarf Kortikosteroide ( verstärken die Vasopressorwirkung ?)
Volumen: Kristalloide
Distributiver Schock
Therapie des anaphylaktischen Schocks
Kausaltherapie: Entfernung des Auslösers
Adrenalingabe ( 500 mg i.m., 2 bis 10 mcg i.v )
Medikamente: Antihistaminika (H1/H2- Blocker), Kortikosteroide,
Beta-2-Mimetika inhalativ (Salbutamol) bei Bronchospasmus, Adrenaline inhalativ
Volumen: Kristalloide (viel Volumen wegen Flüssigkeitverschiebung)
Atmung: Frühzeitige Intubation bei Gefahr der Atemwegsverlegung
Distributiver Schock
Therapie des neurogenem Schocks
Volumen: Kristalloide als erste Wahl
Medikamente: Vasoaktiva (Noradrenalin)
Atropin bei Bradykardie
Bei Trauma: Stabilisierung der Wirbelsäule
Kardiogener Schock
Therapie
Kausaltherapie
Myokardinfarkt: PCI/ Stent, (Lysetherapie)
Herzinsuffizienz: Diuretika, Vasoaktiva/ Inotropika
Rhythmusstörungen: Rhythmisierung: EKV, Antiarrhythmika
Klappeninsufizienz/Stenose: Klappen-OP, Ersatz
Medikamente: Vasoaktiva, Inotropika, Antiarrhythmika, Betablocker
Flüssigkeitsvolumen: vorsichtig !!!
Mechanische Unterstützung: IABP (Ballonpumpe), Impella, vaECMO
Obstruktiver Schock
Therapie
Kausaltherapie
Spannungspneumothorax: Entlastungspunktion, (2,3 ICR parasternal), EinlageThoraxdrainage
Herzbeuteltamponade: Entlastungspunktion
Lungenembolie: Lysetherapie
Aortendissektion Blutdruck senken, zeitnah OP
Vena-Cava-Kompression Lagerung auf der linken Seite
Medikamente: Vasoaktiva, Inotropika
Flüssigkeitsvolumen Kristalloide
Pflegeschwerpunkte Angst / Unruhe
Behandlung von Angst und Unruhe um den
Sauerstoffverbrauch zu senken.
-> Orientierung fördern (Umgebung, Körperwahrnehmung,
Tag-Nacht-Rhythmus, Seh- und Hörhilfen)
-> Delir Erkennen und Behandeln (Big Seven)
-> Basale Stimulation
-> Lagerungen (Nestbau)
-> Für Ruhe sorgen ggf. Abschirmen
-> Beurteilung der Sedationstiefe bei intubierten Patienten RASS/BIS
-> Analgetikabedarf abschätzen (VAS/ BPS)
Neurologisches Monitoring
Pflegeschwerpunkte Herz / Kreislauf
Überwachung des Herz-Kreislaufes und Sicherstellung der
Verabreichung der benötigten Vasoaktiva, Medikamente und Infusionen
->Alarmgrenzen adäquat setzen
-> Vitalparameter überwachen und dokumentieren (Dynamik)
-> Vitalparameter interpretieren und ggf Medikamente verabreichen
-> Rhythmusinterpretation
-> Bilanzierung
-> Erweitertes Hämodynamisches Monitoring (Thermodilutionsmessung)
-> Infusionsmanagement ggf Transfusionsmanagement
-> Beurteilung der Haut (Mottling Score, Rekap-Zeit)
-> …
Pflegeschwerpunkte Lunge
Die Oxygenation ist durch die Perfusionsstörung der Lungen erschwert.
Metabolische Azidose führt evtl zu Hyperventilation und somit zu einer
Steigerung der Atemarbeit.
-> Überwachung der Atmung (Atemweg und Atemmechanik beurteilen
-> Applikation von O2 über adäquates Tool
-> Bei Bedarf Inhalieren lassen.
-> Überwachung und Pflege des intubierten Patienten
-> Interpretation der BGA bezüglich Oxygenation, Ventilation und
Säure-Basen-Haushalt
-> Anpassung der Beatmungseinstellung in Delegation
-> Lagerung zur Verbesserung der Oxygenation und Ventilation
-> Sekretolyse
-> Mobilisation sobald möglich
Pflegeschwerpunkte GI Trakt
Ausreichende Nährstoffzufuhr ist in der Behandlung des akuten Schocks
nicht prioritär. Dabei sollte jedoch auf den Funktionserhalt und die Integrität
des Darmes geachtet werden.
-> Überwachung des Refluxes als Marker der Magen-Darm-Passage
-> Auskultation, Palpitation und Perkussion des Abdomens
-> BZ-Messung und behandeln
-> wenn vorhanden Überwachung der enteralen Ernährung
Pflegeschwerpunkte Niere
Durch die von einem Schock verursachte Hypoxie und Gewebehypoxie
wird die renale Funktion deutlich gestört und es kommt zu einer Oligurie/ Anurie.
-> Bilanzierung der Urinausscheidung
-> Überwachung des Kreislaufes und Einhaltung der Grenzwerte
-> Überwachung des Elektrolythaushaltes/ Säure-Basen-Haushalt
Durch endotheliale Veränderungen kann die Gerinnung aktiviert sein.
Dies kann zu Thrombenbildung und zum Verbrauch von Gerinnungsfaktoren führen.
-> Beobachtung der Haut auf Durchblutungsstörungen und Einblutungen.
-> Beobachtung auf Organdysfunktionen verursacht durch
Thrombenverschluss der Gefässe
Pflegeschwerpunkte Haut / Hygiene
Im Rahmen des Schocks sind die Patienten Immungeschwächt und
es kann zu einer (nosokomialen) Infektion kommen. Patienten mit Sepsis
bedürfen einer Behandlung der vorliegenden Infektion.
-> Hygienisches Arbeiten, v.a. auf Händehygiene achten.
-> Beobachten der Patienten auf Infektionen (Trachealsekret, Urin,
Haut, Fieber, Entzündungsparameter)
-> Behandlung von Fieber (Wichtig: Erhöhter Sauerstoffverbrauch)
Durch den hohen Bedarf an Vasoaktiva, der Zentralisation und der mit
einem Schock einhergehenden Immobilisation besteht ein erhöhtes
Dekubitus-Risiko. Durch evtl. Mikrothromben ist die Durchblutung der
Haut zusätzlich gefährdet.
-> regelmässiges Umpositionieren ggf Spezialmatratze
-> Ödembildung beobachten ggf Hochlagerung der Extremität
-> Blasenbildung beachten, präventiv arbeiten (Verbände)
Tipp !!! Leberversagen
Wenn der gesamt Calcium zunimmt, der Bikarbonat ausfällt,wenn die Acidose zunimmt und BZ ausfällt ! denk an Leberversagen !!!!
Hinweise auf eine beginnende oder fortgeschrittene Leberfunktionsstörung