Ausbildung NFS: Spezielle Pharmakologie nach Kompendium

Spezielle Pharmakologie nach dem gemeinsamen Kompendium Rettungsdienst 2025 (Kreis Gütersloh)

Spezielle Pharmakologie nach dem gemeinsamen Kompendium Rettungsdienst 2025 (Kreis Gütersloh)


F. M.
Diese Lernkarten vermitteln gezielt pharmakologisches Grundwissen für Notfallsanitäter, angepasst an die Anforderungen der Berufslehre. Im Fokus stehen Wirkstoffe, deren Dosierungen in mg oder kg, Wirkungen, Nebenwirkungen sowie Kontraindikationen und Besonderheiten bei der Anwendung. Praktische Aspekte wie Nutzen-Risiko-Abwägungen und Verlaufskontrollen werden anhand konkreter Medikamente wie Opioiden, Antikoagulanzien oder Notfallanalgetika vertieft. Ideal für Auszubildende, die sich auf spezielle pharmakologische Herausforderungen im Rettungsdienst vorbereiten.
Karten
320
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
18.02.2025 / 09.09.2025

Lernkarten

Wann ist bei Metoprolol eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich?

***Metoprolol: Nutzen-Risiko-Abwägung***

  • Asthma-Bronchiale (Blockade von B2-Rezeptoren möglich)

Wir wird Metoprolol dosiert und was ist bei der Gabe zu beachten?

***Metroprolol: Dosierung und Applikation***

Bei Erwachsenen:

  • 2 mg i.v.
  • Repetition mit 2 mg i.v. und 1 mg i.v. möglich
  • Gesamtdosis: Maximal 5 mg

Welche UAW sind bei der Gabe von Metoprolol zu berücksichtigen?

***Metroprolol: UAW***

  • Hypotonie
  • Bradykardie

Welche Besonderheiten sind bei der Gabe von Metoprolol zu beachten?

***Metroprolol: Besonderheiten***

  • Metoprolol und GTN sind beide beim ACS indiziert
  • Die Gabe darf aber nicht gleichzeitig erfolgen, da beide Medikamente hypotensiv wirksam sind.
  • KEINE zeitgleiche Gabe!

Welchen Wirkstoff enthält Lidocain?

In welcher Konzentration kann Lidocain vorliegen?

Zu welcher Arzneimittelgruppe gehört Lidocain?

***Lidocain: Wirkstoff, Konzentration und Arzneimittelgruppe***

  • Der Wirkstoff von Lidocain heißt Lidocain
  • Lidocain liegt in einer Konzentration von 2 % mit 20 mg / ml (100 mg/ 5ml)
  • oder in einer Konzentration von 1 % mit 10 mg / ml vor.
  • Lidocain gehört zur Arzneimittelgruppe der Antiarrhythmika. 

Bei welcher Indikation ist die Gabe von Lidocain angezeigt?

***Lidocain: Indikation***

  • Antiarrhythmikum bei defibriliierbaren Rhythmen (VF, pVT) im Rahmen der Reanimation
  • Es handelt sich um eine gleichwertige Alternative zu Amiodaron

Welche Kontraindikationen müssen bei der Gabe von Lidocain berücksichtigt werden?

***Lidocain: Kontraindikation***

  • Überempfindlichkeit gegen Wirkstoff

Bei korrekter Indikation keine weiteren KI

Wie wird Lidocain dosiert und worauf ist bei der Gabe zu achten?

***Lidocain: Dosierung und Applikation***

Erwachsene:

  • 100 mg i.v. nach dem 3. Schock
  • 50 mg i.v. Repetition nach dem 5. Schock

 

Säuglinge und Kinder

  • 1 mg / kg KG nach dem 3. Schock
  • 0,5 mg / kg KG nach dem 5. Schock

Welche UAW können nach der Gabe von Lidocain auftreten?

***Lidocain: UAW***

  • Bradykardie
  • Überleitungsstörungen
  • Hypotonie

Welche Besonderheiten müssen bei der Gabe von Lidocain berücksichtigt werden?

***Lidocain: Besonderheiten***

  • Cave: Unterschiedliche Konzentrationen verfügbar.

In welchen Fällen ist bei Urapidilgabe eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforerlich?

***Urapidil: Nutzen-Risiko-Abwägung***

  • Leber- und Niereninsuffizienz
  • Aorten- oder Mitralklappenstenosen
  • Herzinsuffizienz

Wann ist bei der Gabe von ASS eine besondere Nutze-Risiko-Abwägung erforderlich?

***ASS: Besondere Nutzen-Risiko-Abwägung***

  • Überempfindlichkeit gegen andere NSAR
  • Asthmaanfall
  • aktuelles Ulcus ventriculi oder Ulcus duodeni
  • schwere Leber- und Nierenfunktionsstörungen
  • schwerer Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel
  • Methotrexat-Einnahme
  • Schwangerschaft

Wann ist bei Atropin eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich?

***Atropin: besondere Nutzen-Risiko-Abwägung***

  • Myasthenia Gravis
  • Ileus
  • Schwangerschaft

Wann ist bei BS eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich?

***Butylscopolamin: Besondere Nutzen-Risiko-Abwägung***

  • kardiale Vorerkrankungen, z.B. KHK und hochgradige Herzklappenstenosen
  • Harnverhalt
  • Vorbehandlung mit anticholinerg wirkenden Medikamenten (z.B. Antidepressiva, Neuroleptika, Antihistaminika)

Wann muss bei der Gabe von Dimetinden eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen?

***Dimetinden: Besondere Nutzen-Risiko-Abwägung (relative Kontraindikationen)***

  • Glaukom
  • Epilepsie

Wann ist bei der Anwendung von Esketamin eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich?

***Esketamin: besondere Nutzen-Risiko-Abwägung (rel. Kontraindikationen)***

ZNS

  • Bewusstseinsstörung - Somnolenz
  • zentral dämpfende oer psychotrope Substanzen in der Anamnese
  • Pat. mit schweren psychotischen Störungen
  • Pat. unter akutem Alkoholeinfluss
Augen 
  • bei erhöhtem Augeninnendruck und perforierenden Augenverletzungen
Kreislauf 
  • RRsys < 100 mmHg bei Volumenmangelschock

Wann ist bei der Gabe von Fentanyl eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich?

***Fentanyl: Besondere Nutzen-Risiko-Abwägung (relative KI)***

  • Bewusstseinsstörung - Somnolenz
  • obstruktive Atemwegserkrankungen
  • Myasthenia gravis
  • obstruktive Darmerkrankungen
  • Opioidabhängigkeit & Substitution mit Methadon

Wann ist bei der Gabe von Furosemid eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich?

***Furosemid: Besondere Nutzen-Risiko-Abwägung***

  • Schwangerschaft
  • Hypotonie

Wann ist bei der Gabe von GTN eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich?

***GTN: Besondere Nutzen-Risiko-Abwägung***

  • Hypotonie, RRsys < 120 mmHg
  • Schwangerschaft und Stillzeit

Wann ist bei der Gabe vo Heparin eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich?

***Heparin: besondere Nutzen-Risiko-Abwägunge (relative KI)***

  • Schwangerschaft

Wann ist bei der Gabe von Ibuprofen eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich?

***Ibuprofen: besondere Nutzen-Risiko-Abwägung (rel. Kontraindikationen)***

  • Kombination mit anderen NSAR (Zeitfenster beachten)
  • Patienten mit einer gastrointestinalen Erkrankung in der Anamnese (z.B. Colitis ulzerosa, Morbus Crohn)
  • Herzinsuffizienz (NYHA II - III)
  • ischämische Herzkrankheit
  • Niereninsuffizienz, Leberinsuffizienz (Dosisreduktion)
  • Dehydratation
  • Störung des Porphyrin-Stoffwechsels (Porphyrie)

Wann ist bei der Gabe von Ipratropium eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich?

***Ipratropium: Besondere Nutzen Risiko Abwägung (relative Kontraindikationen)***

  • Schwangerschaft

Wann ist bei der Gabe von Ketamin eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich?

***Ketamin: besondere Nutzen-Risiko-Abwägung (relative Kontraindikationen)***

  • Bewusstseinsstörung - Somnolenz
  • RR sys < 100 mmHg bei Volumenmangelschock
  • Pat. unter akutem Alkoholeinfluss, zentral dämpfende oder psychotrope Substanzen in der Anamnese
  • Pat. mit schweren psychotischen Störungen
  • bei erhöhtem Augeinnendruck (Glaukom) und perforierenden Augenverletzungen

Wann ist bei Midazolam eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich?

***Midazolam: besondere Nutzen-Risiko-Abwägung (relative Kontraindikation)***

Bei Analgosedierung:

  • Bewusstseinsstörung - Somnolenz
  • chron. - resp. Insuffizienz
  • schwere Leber und / oder Nierenfunktionsstörung
  • schwere Herzinsuffizienz (ab Klasse NYHA III)
  • Pat. unter akutem Alkoholeinfluss, zentral dämpfenden oder psychotropen Substanzen in der Anamnese

Welche Maßnahmen können bei einer Überdosierung mit Morphin ergriffen werden?

***Morphin: Gegenmaßnahmen bei Überdosierung mit Morphin***

Anzeichen: Atemdepression, Atemstillstand und Bewusstseinsverlust

  • Kommandoatmung anwenden
  • bei Abfall der SpO2 -> Sauerstoff applizieren
  • assistierte Beatmung (Beutel-Maske-Beatmung), BPR Atemwegsmanagement
  • Ultimat ratio: Naloxon titrieren, SAA Naloxon

Bei Übelkeit und Erbrechen

  • SAA Dimenhydrinat

Wann ist bei der Gabe von Morphin eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich?

***Morphin: besondere Nutzen-Risiko-Abwägung (relative Kontraindikationen)***

  • Bewusstseinsstörung - Somnolenz
  • Schwangerschaft, Stillzeit
  • obstuktive Atemwegserkrankungen
  • Myasthenia gravis
  • obstruktive Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes, Ileus
  • Phäochromozytom
  • Epilepsie
  • Opioidabhängigkeit / Substitution mit Methadon

Wann ist bei der Gabe von Nalbuphin eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich?

***Nalbuphin: besondere Nutzen-Risiko-Abwägung (relative Kontraindikationen)***

  • Bewusstseinsstörung - Somnolenz
  • Stillzeit
  • obstruktive Atemwegserkrankungen
  • obstruktive Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes, Ileus,
  • Epilepsie

Wann ist bei der Gabe von Paracetamol eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich?

***Paracetamol: besondere Nutzen-Risiko-Abwägung (relative Kontraindikationen)***

  • schwere Niereninsuffizienz
  • Leberfunktionsstörung (z.B. bei schwerer Mangelernährung, Alkoholabusus)
  • Schwangerschaft, Stillzeit
  • Blutbildungsstörungen angeboren oder erworben

Wann ist bei der Gabe von Prednisolon eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich?

***Prednisolon: Nutzen-Risiko-Abwägung (relative Kontraindikation)***

  • Schwangerschaft

Wann ist bei der Gabe von Salbutamol eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich?

***Salbutamol: besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich***

  • schwere Herzerkrankungen - ACS, HOCM
  • Phäochromozytom
  • Schwangerschaft

Wie heißt der Wirkstoff von Tranexamsäure?

In welche Konzentration liegt Tranexamsäure vor?

Zu welcher Arzneimittelgruppe gehört Tranexamsäure?

***Tranexamsäure: Wirkstoff, Konzentration und Medikamentengruppe***

Der Wirkstoff von Tranexamsäure heißt Tranexamsäure

Tranexamsäure liegt in einer Konzentration von 100 mg / ml vor (Amp. 500 mg / 5 ml und 1000 mg / 10 ml)

Tranexamsäure gehört zur Gruppe der Antifibrinolytika

Bei welcher Indikaiton ist die Gabe von Tranexamsäure angezeigt?

***Tranexamsäure: Indikation***

  • Blutungen nach schwerem Trauma oder hämorrhagischen Schock

Welche Kontraindikationen müssen bei der Gabe von Tranexamsäure berücksichtigt werden?

***Tranexamsäure: Kontraindikationen***

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Schwangerschaft
  • Altersbegrenzung: keine Anwendung durch NFS bei Kindern < 6 Jahre

Wann ist bei der Gabe von Tranexamsäure eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich?

***Tranexamsäure: besondere Nutzen-Risiko-Abwägung***

  • akute arterielle / venöse Thrombosen / Lungenarterienembolie
  • schwere Nierenfunktionsstörung

Welche UAW müssen bei der Gabe von Tranexamsäure berücksichtigt werden?

***Tranexamsäure: UAW***

  • allergische Reaktionen
  • Übelkeit / Erbrechen
  • Krampfanfälle
  • Sehstörungen inkl. Störungen des Farbsehens
  • Unwohlsein mit Hypotonie mit oder ohne Bewusstlosigkeit (im Allgemeinen nach schneller i.v.-Applikation)
  • arterielle oder venöse Thrombosen und Embolien

Wie erfolgen Dosierung und Applikation von Tranexamsäure?

***Tranexamsäure: Dosierung und Applikation***

  • 15 mg / kg KG TXA langsam i.v.
  • KI über 15 Minuten
  • max. 1000 mg

Welche Besonderheiten müssen bei der Gabe von Tranexamsäure berücksichtigt werden?

***Tranexamsäure: Besonderheiten***

  • Gave nur innerhalb der ersten 3 Stunden nach Trauma
  • Gabe von TXA bei SHT als Monotrauma, ICB ohne Polytraumatisierung oder gastrointestinalen Blutungen nicht empfohlen

Wann ist bei der Gabe von VEL eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich?

***VEL: besondere Nutzen-Risiko-Abwägung (relative Kontraindikationen)***

  • Herzinsuffizienz
  • pulmonale Stauung

Erkläre das myokardiale Aktionspotenzial

***Amiodaron: myokardiales Aktionspotenzial***

- Phase 0 = schnelle Depolarisation -

  • Vorübergehende Öffnung spannungsabhängiger Na+ Kanäle
  • Na+ Einstrom in die Zelle

- Phase 1 = initiale Repolarisation -

  • schnelle, kurze, partielle Repolarisation
  • transienter K+ - Auswärtsstrom (kurze Öffnung von Kaliumkanälen)

 

- Phase 2 = Plateuphase -

  • Öffnung spannungsabhängiger Ca2+ Kanäle durch die Depolarisation
  • Einwärtsstrom von Ca2+ Ionen
  • Transiente K+ Kanäle schließen
  • Aktivierung der K+ Kanäle für Phase 3
  • Plateu entsteht durch Gleichgewicht aus K+ Auswärts und Ca2+ Einwärtsstrom 
  • Na+ Kanäle sind gechlossen -> Spannung wird trotzdem aufrecht erhalten 
  • Durch die geschlossenen Natrium Kanäle befindet sich die Myokardzelle in der absoluten Refraktärphase
  • Durch den Calziumeinstrom wird zudem die Kontraktion der Myokardzelle ausgelöst. 

 

- Phase 3 = Repolarisation -

  • Ca2+ Kanäle werden iaktiviert
  • spannungsaktivierte K+ Kanäle sind geöffnet

 

- Phase 4: Ruhemembranpotenzial -

- x

Welche Opioidrezeptoren kenne Sie?

***Fentanyl: Opioidrezeptoren***

µ == (MOR - My-Opioid-Rezeptor)

  • Analgesie
  • Euphorie
  • Sedierung
  • Anxiolyse
  • Atemdepression
  • Miosis
  • Übelkeit
  • Abhängigkeit
  • Obstipation

Kappa (KOR)

  • Analgesie (untergeordnet)
  • Euphorie
  • Sedierung
  • Dysphorie
  • Miosis

 

Delta (DOR)

  • Analgesie (untergeordnet)
  • Euphorie
  • Sedierung
  • Anxiolyse
  • Obstipation

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