Ausbildung NFS: Spezielle Pharmakologie nach Kompendium
Spezielle Pharmakologie nach dem gemeinsamen Kompendium Rettungsdienst 2025 (Kreis Gütersloh)
Spezielle Pharmakologie nach dem gemeinsamen Kompendium Rettungsdienst 2025 (Kreis Gütersloh)
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Flashcards
***ASS: Wirkstoff***
Der Wirkstoff von ASS ist die Acetylsalicylsäure (ASS)
Er gehört zur Gruppe der Thrombozytenaggregationshemmer bzw. der Cyclooxygenasehemmstoffe.
Die normaler Darreichungsform sind 500mg als Trockensubstanz aufgelöst in 5ml Lösungsmittel. Es besteht also idR eine Konzentration von 100mg/ml.
***ASS: Kontraindikationen***
- bekannte Unverträglichkeit gegen ASS oder Salicylate
- aktuell bestehende innere Blutung
- Trauma mit Gefahr einer nicht komprimierbaren Blutung
- Blutungsneigung / hämorrhagische Diathese
- v.a. akutes Aortensyndrom
- letztes Trimenon der Schwangerschaft
- Altersbegrenzung: keine Anwendung durch NotSan bei Pat. < 18 Jahren
***Amiodaron: Indikation***
- Reanimation mit refraktärem Kammerflimmern oder pulsloser ventrikulärer Tachykardie nach dem 3. und 5. erfolglosem Schock
- lebensbedrohliche ventrikuläre Tachykardie
Nicht im Kompendium:
- instabile supraventrikuläre Tachykardie
- instabile ventrikuläre Tachykardie
- WPW
- LGL
- Vorhofflimmern
***Amiodaron: Kontraindikationen***
- Unverträglichkeit des Wirkstoff
- bekannte Jod-Allergie
- Altersbegrenzung: Keine Anwendung durch NFS bei Säuglingen und Kindern < 3 Jahren (wg. Benzylalkohol)
Nicht im Kompendium
- Hyperthyreose
- QT-Verlängerung
- Therapie mit MAO-Hemmern
- Anwendung bei Früh- und Neugeborenen
- Stillzeit
- Therapie mit Erythromycin
***Amiodaron: UAW***
- Bradykardie (Hemmnung von Natrium-, Kalium- und Calcium-Kanälen führt zu einer verlängerten Atrioventrikulären Überleitung und einem verlangsamten Sinusrhythmus)
- Überleitungsstörungen (wie oben)
- Hypotonie (Durch Hemmung von Caliucmkanälen)
Nicht im Kompendium
- Übelkeit und Erbrechen
- Bauchschmerzen
- Kopfschmerzen
- Phototoxizität (Amiodaron lagert sich in der Haut ab und führt über die Absorbierung von UV-Licht zu Gewebeschädigung)
- Schilddrüsenfunktionsstörungen (Amiodaron besteht aus Jod -> hemmt Hormonproduktion, Hyperthyreose bei Jod induzierter Toxizität und Tyheroiditis)
- toxische Hepatitis (selten) (Metabolite in der Leber führen zu mitochondrialer Schädigung)
- Asthmaanfälle (sehr selten)
- Herzstillstand (sehr selten)
- Torsade-de-Pointes-Tachykardie (sehr selten)
- Kammerflimmern (sehr selten)
***Amiodaron: Applikation und Dosierung***
- langsame i.v. Injektion als Bolusgabe unter laufender Infusion
- Nachspülen mit VEL
- Gabe nach der 3. Defibrillation:
- Erwachsenen 300mg i.v.
- Kinder: 5mg / kg KG (aber max. 300mg)
- Gabe nach der 5. Defibrillation
- Erwachsene 150mg i.v.
- Kinder: 5mg / kg KG (aber max. 150mg)
- Instabile Tachykardie: Gabe von 300mg über 20 min i.v. als Kurzinfusion
***Amiodaron: Besonderheiten***
- Bei Anwendung über Perfusor im Rahmen der notärztlichen Therapie der tachykarden Herzrhythmusstörung außerhalb einer Reanimationssituation erfolgt die Verdünnung mit 5%iger Glukoselösung.
- Amiodaron enthält Jod
- Die meisten Nebenwirkungen entstenen bei Langzeiteinnahme und sind daher im RD nicht von Bedeutung.
- Alternativ kann auch Lidocain im Rahmen der Reanimation verabreicht werden. Bei der Reanimation sind beide gleichwertig.
***Atropin: UAW***
- Tachykardie
- Arrhytmie
- Mydriasis / Sehstörungen / Auslösung eines Glaukomanfalls
- Mundtrockenheit
- Miktionsstörungen
- Unruhe- und Erregungszustände, Verwirrtheitszustände
Nicht im Kompendium
- warme Haut (Flush?)
- Akkomodationsstörungen (Nah- und Ferneinstellung Auge)
- Anstieg Augeninnendruck (im weiteren Verlauf Glaukom)
- Halluzination und Delirium (selten, Zeichen einer Intoxikation mit Atropin)
- Hautrötungen
***Atropin: Applikation und Dosierung***
Atropin wird bei der instabilen Bradykardie wie folgt appliziert:
- Einzeldosis je 0.5mg i.v.
- bei nachweisbarer aber unzureichender Wirkung Repetition nach 3-5 Minuten bis adäquater Anstieg der HF bis max. 3mg Gesamtdosis
- wenn ohne Wirkung sofortiger wechsel zu Epinephrin
Nicht im Kompendoum
Bei Alkylphosphatintoxikation:
- in 5mg Schritten bis 100mg (Erwachsener)
***Butylscopolamin: Kontraindikationen***
- bekannte Überempfindlichkeit gegen Butylscopolamin oder enthaltene Konservierungsmittel
- Tachykardie, Tachyarrhythmie
- Engwinkelglaukom
- Ileus
- mechanische Stenosen im Magen-Darm-Trakt
- Myasthenia gravis
- Schwangerschaft
- Altersbegrenzung: Keine Anwendung durch NFS bei Pat. < 12 Jahren
Nicht (direkt) im Kompendium
- Megakolon
- Glaukom
***Butylscopolamin: UAW***
- allergische Haut und Schleimhautreaktionen bis hin zur Anaphylaxie
- Tachykardie
- Blutdruckabfall
- Mydraisis, Sehstörungen,
- Auslösung eines Glaukomanfalls
- Mundtrockenheit
- Miktionsstörungen
- Schwindel
Nicht im Kompendium
- Akkomodationsstörungen (Sehstörung)
- ggf. verminderter Schweißsekretion
- Hyperthermie
- Flush (selten)
***Butylscopolamin: Besonderheiten***
- CAVE: bei bekannter KHK und hochgradigen Herzklappenstenosen
- Wirkeintritt nach ca. 15 Minuten
- Wirkdauer ca. 5 Stunden
- bei Nierenkoliken laut Leitlinie nicht mehr angezeigt
- Wechselwirkung
- Versätrkung anticholinerger UAW anderer Wirkstoffe (Antidepressinva, Neuroleptika, Antihistaminika)
Steht nicht im Kompendium
- Bei Gabe idR immer Kombination mit einem anderen Schmerzmittel emfpohlen
***Dimetinden: Wirkstoff, Konzentration und Arzneimittelgruppe***
- Der Wirkstoff von Dimetinden ist Dimetindenmaleat
- Dimetinden liegt in einer Konzentration von 1mg/ml (4mg/ml) vor
- Dimetinden gehört zur Gruppe der Antihsitaminika (H1-Rezpetor-Antagonisten)