NIN-Erklärt

Fragen und Antworten aus dem Bereich der Niederspannungsinstallationsbereich

Fragen und Antworten aus dem Bereich der Niederspannungsinstallationsbereich


P. W.
Cartes-fiches
272
Utilisateurs
3
Langue
Allemand
Catégorie
Electrotechnique
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
29.11.2024 / 02.07.2026

Flashcards

4.3 Überstromschutz - Einstellungen MS

Welcher Stromwert muss am Motorschutzschalter eingestellt werden, damit der nachgeschaltete Motor gegen Überlast geschützt ist.

Jede Überlast-Schutzeinrichtung, ob Thermorelais oder Motorschutzschalter, hat bereits eine kleine Fabrikationstoleranz (1,05-1,2). Deshalb darf kein höherer Wert als der Nennstrom des zu schützenden Motors eingestellt werden.

4.3 Überstromschutz - Überlastschutz von Motoren?

Von welcher Leistungsgrenze an müssen alle Motoren, ungeachtet in welchem Bereich sie montiert werden, mit Überlast-Schutzeinrichtungen
ausgerüstet sein?

NIN: 4.2.2.3.7

Es müssen alle Motoren mit Bemessungsleistung  ≥ 0,5 kW mit ÜberlastSchutzeinrichtungen ausgerüstet werden. Motoren mit kleineren Leistungen
in nicht feuergefährdeten Räumen können ohne Motorschutzschalter angeschlossen werden. In feuergefährlichen Bereichen gilt für alle Motoren, dass sie gegen Überhitzung durch eine temperaturabhängige Überlast-Schutzeinrichtung geschützt sind.

Falls in feuergefährdeten Bereichen Motoren mit Bemessungsleistungen  ≥0,5 kW nur beaufsichtigt betrieben werden, müssen sie nicht zwingend
geschützt sein, z.B. eine Schleifmaschine.

4.3 Überstromschutz - Welche Leiter sind zu schützen 

Müssen alle Leiter in Hausinstallationen, wie L 1, L2, L3, N und PE gegen Überströme geschützt sein?

NIN: 4.3.1.1.1

Die drei Aussenleiter Ll, L2, L3 sind gegen überströme zu schützen. Jeder einzelne überlastete Leiter muss, ungeachtet der Strombelastung in anderen
Leitern, abgeschaltet werden können. N-Leiter werden in speziellen Fällen, PE-Leiter nie gegen Überströme geschützt.

 

Der Strom im Neutralleiter kann aufgrund von Oberwellen grösser werden als der Strom in den Aussenleitern. Bei Anwendung mit vielen elektronischen Bauteilen ist der Schutz des N-Leiters zwingend.

4.3 Überstromschutz - Schutz von Leitern und Leitungen 

Welche Umstände machen eine Überstrom-Schutzeinrichtung zum Schutz von Leitern und Leitungen notwendig? 

NIN: 4.3.3.2

Eine Überlast- und Kurzschluss-Schutzeinrichtung ist immer dann notwendig,

  • wenn eine Verringerung des Querschnittes einer Leitung erfolgt,
  • wenn eine Änderung der Verlegungsart nur noch einen geringeren Stromwert zulässt,
  • wenn durch eine andere Art Leitung die mögliche Strombelastbarkeit abnimmt.

4.3 Überstromschutz - Motorzuleitung 

Welcher Wert ist verbindlich für die Bemessung des Leiterquerschnitts zu einem Motor: •

  • der am Thermorelais eingestellte Strom?
  • der maximal einstellbare Strom am Thermorelais?
  • der Bemessungsstrom des angeschlossenen Motors?

NIN: 4.3.3.3.1

Wenn Leiter durch einstellbare Schutzeinrichtungen geschützt werden, gilt entweder der eingestellte Stromwert am Thermorelais oder der Bemessungsstrom des angeschlossenen Motors. Verbindlich ist immer der höhere Stromwert. Es besteht die Möglichkeit, dass das Thermorelais für spezielle Bereiche tiefer als auf den Bemessungsstrom des Motors eingestellt wird. Trotzdem ist der höhere Wert, also der Bemessungsstrom des Motors, massgebend für die Bemessung des Querschnittes.

4.3 Überstromschutz - Schutz vor aktivem Leitern 

Welche Bedingung wird zum Schutz der Leiter in elektrischen Installationen verlangt?

NIN: 4.3.0.3

Es müssen alle aktiven Leiter im Fall von Überlast und/oder Kurzschluss so geschützt sein, dass die vorgeschaltete Schutzeinrichtung rechtzeitig abschaltet und eine zu grosse Erwärmung der Leiter oder der Isolation vermieden wird.

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - 300-mA-RCD-Schutz

Es ist bekannt, dass in feuergefährdeten Betrieben der Einbau von RCD's 300 mA für den Brandschutz obligatorisch ist. Gilt dies für die gesamte Installation?

In der vorhergehenden NIN war es noch so, dass die gesamte Installation mit 300 mA RCD geschützt werden musste. Seit der NIN 2015 heisst es in 4.2.2.3.9 nun: «Endstromkreise, die die Räume oder Orte versorgen oder durchqueren ... ». Dies bedeutet, dass die Endstromkreise zu schützen sind. Natürlich müssen Steckdosenstromkreise weiterhin mit 30-mA-RCD Schutz ausgerüstet werden. 

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Oberflächentemperatur von Leuchten 

Wie warm dürfen Oberflächen von Leuchten in Betriebsstätten wie z.B. Webereien usw. werden, in denen Staub oder Fasern eine Feuergefahr darstellen?

NIN: 4.2.2.3.2

Brandgefahr kann von Leuchten wie z.B. Scheinwerfern oder defekten Vorschaltgeräten ausgehen, wenn sich brennbarer Staub wie Stofffasern, Heu oder Stroh in erheblichen Mengen auf der Leuchte absetzt. Die NIN geht von einer maximalen Oberflächentemperatur von ≤90 °C unter üblichen Bedingungen und ≤ 115 °C im Störungsfall aus.

Leuchten  die mit  D gekennzeichnet sind, sind Leuchten mit begrenzter Oberflächentemperatur.

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Kanäle in feuergefährdeten Räumen 

Dürfen Elektroinstaliationskanäle auch in feuergefährlichen Bereichen montiert werden?

NIN: 4.2.2.3.4

Ja, sie müssen jedoch nicht- oder schwerbrennbar sein. Sie müssen die Prüfung zum Wiederstand gegen Flammenausbreitung nach der IEC 61084 bestanden haben. 

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Einlasskasten in brennbaren Stoffen

Aus welchem Material müssen Einlasskästen oder Einbaugehäuse von Schaltern und Steckdosen bestehen, wenn diese in brennbare Gebäudeteile eingebaut werden?

Beim Einbau von Betriebsmitteln in brennbare Gebäudeteile lässt die NIN schwerbrennbares Material für Kästen, Zwischenverteiler usw. zu.

Sie müssen die Glühdraht-Prüfung für 850 °C bestanden haben. 

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Verteilung in feuergefährdetem Raum

Werden Schaltgerätekombinationen in feuergefährlichem Bereich montiert, muss das Material der Schutzkasten bestimmte Anforderungen erfüllen. Was schreibt die NIN hinsichtlich des Materials dieser Schutzkasten vor?

NIN: 4.2.2.3.3

Es sollten in diesen Bereichen keine Schaltgerätekombinationen montiert werden. Falls es trotzdem notwendig wird, müssen die Schutzkästen aus nicht brennbarem Material (Metallblech) und der Schutzart IP 4X oder höher entsprechen, oder die ganze Kombination ist in geschlossene Nischen einzubauen. 

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Leitungen in feuergefährdeten Betriebstätten 

Welche Forderungen gilt es bei Leitungen in feuergefährlichen Räumen einzuhalten?

  • NIN: 4.2.2.3. (4,5,9,10,12,13) 
  • NIN 5.2.1.8.4

Bei der Montage von Leitungen gelten folgende Forderungen: 

  1. Leitungen welche diese Bereiche nur durchqueren und keine Verbraucher darin anspeisen, dürfen in diesen Räumen keine Verbindungen oder Klemmen aufweisen, ausser wenn diese Verbindungen in speziell geprüften Gehäusen eingebaut sind.
  2. Der Überlast- und der Kurzschlussschutz sind durch vorgeschaltete Überstromunterbrecher sicherzustellen.
  3. Sämtliche Endstromkreise müssen durch Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD's) mit IN ≤ 300 mA geschützt sein. Ausnahmen werden nur für Leitungen mit speziellen Isolationen und Stromschienensysteme zugelassen.
  4. Die gesamte Installation muss in der Installationsart TN-S ausgeführt werden. Als Ausnahme gelten nur Leitungen, die den feuergefährlichen Bereich lediglich queren.
  5. Ortsveränderliche Kabel müssen dem Einsatz entsprechen und mechanisch widerstandsfähige Isolationen wie z.B. PUR- Kabel aufweisen.
  6. Ist eine Blitzschutzanlage vorhanden, müssen elektrische Leitungen zu dieser einen genügenden Abstand aufweisen, damit es bei einem Blitzeinschlag möglichst zu keiner Zerstörung bzw. keinem Überschlag auf die elektrischen Leitungen kommen kann.
  7. Sind elektrische Leitungen nicht ganz in nicht brennbarem Material eingebettet oder anderweitig vor Feuer geschützt, müssen sie aus schwerbrennbarem Material bestehen

 

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - IP-Schutz in feuergefährdeten Bereichen

Welche IP-Schutzart verlangt die NIN bei Leuchten in Räumen mit brennbarem Staub, um der Gefahr der Überhitzung durch Staubansammlung vorzubeugen?

NIN: 4.2.2.3.8

Leuchten müssen für die Betriebsstätte geeignet sein und eine Umhüllung haben,

  • die mindestens dem Schutzgrad IP 4X
  • oder im Falle von Staubablagerungen IP 5X
  • oder im Falle von Ablagerungen leitfähigen Staubes IP 6X entspricht. 

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Betrieb mit Brandrisiko

Zählen Sie mindestens fünf Betriebe auf, in denen ein erhöhtes Brandrisiko zu erwarten ist. 

NIN:4.2.2.0

Zu diesen Räumen/Bereichen gehören: 

  • Holzbearbeitungsbetriebe, 
  • Papierfabriken, 
  • Spinnereien/Webereien, 
  • Mühlen, 
  • Scheunen mit Heu- oder Strohlager,
  • Bühnenhäuser von Theatern.
  •  

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Symbole 

Für jede Elektrofachkraft ist es wichtig, die Bedeutung von Zeichen auf Betriebsmitteln zu kennen.

Einige der Kennzeichen sind sicher bekannt, andere weniger. Die Bedeutung ist wie folgt:

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Herausfallen von heissen Splittern

Wie können Unfälle vermieden werden, welche beim Herausfallen oder Zersplittern der heissen Leuchtmittel von Niedervoltleuchten entstehen können?

 

Es sollten nur Leuchtmittel mit zusätzlichem Schutzglas eingesetzt werden. Diese decken die heissen Bereiche im Leuchtmittel ab und verhindern dadurch Schäden an Personen oder Möbeln.

Hinweis:

Das Anbringen von zusätzlichen Schutzgläsern ist insbesondere in der Lebensmittelindustrie sehr wichtig. Oft werden heute als Alternative Leuchtmittel mit Splitterschutz eingesetzt (sog. «self-shielded» Leuchtmittel)

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Kennzeichnung von Leuchten 

Welche Zeichen belegen die Eignung von Leuchten für eine Montage auf brennbare Gebäudeteile?

 

Da an modernen Lampen bereits im normalen Betrieb hohe Temperaturen entstehen, dürfen nur Leuchten auf brennbare Gebäudeteile montieren werden, welche dafür geeignet sind. Die notwendigen Symbole sind entweder direkt auf der Leuchte aufgedruckt oder in der Montageanweisung des Herstellers aufgeführt. 

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Wärme von Leuchten 

Leuchten bzw. ihre Leuchtmittel können unter ungünstigen Umständen zur Entzündung von Stoffen führen. Welche Sicherheitsmassnahme ist hier zu empfehlen

 

Die höchste Temperatur entsteht direkt am Leuchtmittel. In Räumen, in denen Leuchten Stoffe entzünden können, dürfen nur die vorgeschriebenen Leuchtmittel eingesetzt werden. Weiter sind Leuchten mit speziellen Schutzgläsern auszurüsten. Diese müssen nach dem Ersatz von Leuchtmitteln wieder montiert werden, oder es sind Leuchtmittel mit zusätzlichen Schutzgläsern zu verwenden. 

Hinweis:

LED-Leuchten haben reduzierte Temperaturen am Leuchtmittel. Beachten Sie jedoch die Abwärme des jeweiligen Netzteiles. 

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Abstände von Heizgeräten 

Welche Abstände sind bei der Montage von Konvektions- und Speicherheizgeräten zu brennbaren Gebäudeteilen zwingend einzuhalten?

NIN: 4.2.4.3

Auch hier gilt es die Montageanweisung des Herstellers zu beachten. Durch spezielle Konstruktionen können unter Umständen die Abstände verringert werden

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Temperatrurbegrenzer im Hilfssrormkreis 

Welche Bedingung muss bei Wassererwärmern eingehalten werden, wenn die Temperaturbegrenzungseinrichtungen nicht den Hauptstromkreis schalten? 

Die beiden Thermostate sollen unter allen Umständen verhindern, dass im Störungsfall die Heizkörper weiterheizen.

  1. Am sichersten ist es deshalb, wenn beide direkt den Hauptstromkreis schalten.
  2. Wenn das durch die Grösse der zu schaltenden Leistung nicht möglich ist, schalten die Thermostate nur den Steuerstromkreis. Ein Klebenbleiben des Hauptschützes würde beide Thermostate unwirksam machen. 

Deshalb verlangt die NIN für jeden Thermostat  einen separaten Schütz. Damit wird der geforderte Sicherheitsstand erreicht. 

Bei der zweiten Variante wirken beide Thermostate auf ein Schütz. Dieser muss so gewählt werden, dass ein Verschweissen der Kontakte durch den vorgeschalteten Überstromunterbrecher verhindert wird. 

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Montage von Wasserwärmern

Welche Vorsichtsmassnahmen sind bei der Montage von Wassererwärmern im Bereich von brennbaren Gebäudeteilen zu beachten? 

NIN 4.2.4.2

Die entsprechenden Angaben sind den Montageanweisungen des Herstellers zu entnehmen. Der Hersteller bestimmt, welche Abstände, Regelungen und dgl. bei seinem Erzeugnis einzuhalten sind. 

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Einsatz von Heissluftgebläsen 

In welcher Raumkategorie darf ein Heissluftgebläse nicht mit Umluft aus dem Raum betrieben werden?

NIN: 4.2.4.3

In Betriebsstätten mit Brandgefahr (z.B. Schreinerei) dürfen Umluft-Raumheizgeräte mit elektrischen Heizeinsätzen nicht betrieben werden, wenn die Luft der Betriebsstätten durch diese Geräte geführt werden. 

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Gebläseheizsystem

Der Schutz gegen Überhitzung nimmt bei Heizgeräten einen wichtigen Platz ein. Welche Bedingungen müssen Gebläseheizsysteme nach NIN zum Schutz der Benützer erfüllen? 

NIN: 4.2.4.1

Die folgenden Bedingungen werden gestellt:

  1. Gebläseheizsysteme müssen so verriegelt sein, dass die Heizung nur dann einschalten kann, wenn der erforderliche Luftdurchsatz vorhanden ist. Ein strömungsabhängiger Wachter erfüllt diese Bedingung.
  2. Bei Heizleistungen > 3 kW muss das Gebläse zudem einen Nachlauf von 60 s zur Heizung aufweisen.
  3. Ein Temperaturbegrenzer muss unmittelbar beim Heizregister angeordnet sein (Distanz max. 1 m). Einstellung auf maximal 85 °C. Er darf nicht selbsttätig wieder einschalten.
  4. Wird nur der Steuerkreis geschaltet, müssen Strömungswächter und Temperaturbegrenzer auf zwei getrennte, im Hauptstrom liegende Schütze wirken.
  5. Verkleidungen von Heizelementen müssen aus nichtbrennbarem Material bestehen.
  6. In feuergefährdeten Räumen dürfen keine Umluftheizungen eingesetzt werden.

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Maximale Temperatur für Verbrennungsgefahr

Wie heiss dürfen metalleneTeile und Gehäuse von elektrischen Betriebsmitteln maximal werden, damit keine Verbrennungsgefahr für Personen besteht?

NIN: 4.2.3.1

Die NIN unterscheidet drei verschiedene Berührungsarten. Diesen werden entsprechende Temperaturen zugeordnet. Bei metallenen Teilen, welche im Betrieb berührt werden müssen, jedoch nicht in der Hand gehalten werden,  gilt eine maximale Temperatur von 70 °C. Diese Temperatur darf im normalen Betrieb auch kurzfristig nicht überschritten werden. 

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Montage von Geräten mit Funken oder Lichbogen

Welche Schutzmassnahmen verlangt die NIN bei der Montage von Betriebsmitteln, die selbst im Normalbetrieb Funken oder Lichtbogen erzeugen können, wie Leitungsschutzschalter, Schaltschütze usw. bei der Montage auf brennbare Gebäudeteile?

NIN: 4.2.1.3 + 4.2.1.6 B+E 

Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten: •

  • Einbau der Betriebsmittel in lichtbogenbeständige Gehäuse, •
  • Aufbau der Betriebsmittel auf Stoffe, die eine schädliche Wirkung von Funken auf Gebäudeteile verhindern.

Als nichtbrennbar und wärmeisolierend gelten Stoffe dann, wenn sie eine genügende Dicke, eine geringe Wärmeleitfähigkeit sowie eine ausreichende mechanische Festigkeit aufweisen. 

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Massnahmen zur Reduktion der Brandgefahr 

Welche verschiedenen Möglichkeiten bestehen, um eine Brandgefährdung durch wärmeabgebende Betriebsmittel zu verhindern?

 

Die Massnahmen sind natürlich von der Art der Betriebsmittel oder Energieverbraucher abhängig: 

  • Einbau in Gehäuse mit geringer Wärmeleitfähigkeit,
  • Verkleidung der brennbaren Gebäudeteile mit Stoffen mit geringer Wärmeeitfähigkeit,
  • genügenden Abstand von brennbaren Gebäudeteilen einhalten,
  • für ausreichende Lüftung sorgen, damit ein Wärmestau vermieden wird,
  • als elektrische Massnahme können Temperaturbegrenzungseinrichtungen wie Thermostate, Temperatursicsicherungen sw. eingebautwerden.

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Maximale Oberflächentemperatur

Welche maximale Temperatur darf an Gehäusen von elektrischen Betriebsmitteln selbst im Störungsfall nicht überschritten werden? 

NIN 4.2.1

Die Praxis zeigt, dass eine Entzündung von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Einer ist die Einwirkdauer der kritischen Temperatur. Die NIN spricht von Erfahrungswerten, wobei festgestellt wurde, dass Holz nach mehrjähriger Einwirkung bereits bei 85 °C entzündbar ist. Daher dürfen auf Holz montierte Betriebsmittel keine höhere Temperatur als 85 °C annehmen können. 

4.2 Schutz gegen thermische Einflüsse - Vorgehen

Welche Weisungen oder Normen gilt es bei Installationen und bei der Montage von thermischen Geräten zu beachten, wenn diese in kritischer Umgebung eine Brandgefahr für brennbare Teile und ihre Umgebung darstellen? 

NIN:4.2.1

  1. Die NIN geht im Kapitel 4.2 grundsätzlich auf das Problem der schädlichen Wärmewirkungen ein. Die darin erlassenen Normen gelten für jede Installation und auch für die Montage von elektrischen Betriebsmitteln.
  2. Jeder Hersteller von Geräten oder Betriebsmitteln kann für seine Geräte von der NIN abweichende Weisungen erlassen. Daher sind diese auch gemäss Herstellerangaben zu betreiben und zu warten.
  3. Für die Aufstellung von wärme- und lufttechnischen Geräten gelten zudem die Weisungen der Vereinigung kantonaler Feuerversicherer (VKF)

4.1 Schutz gegen el. Schlag - Fremedes Leitfähiges Teil

Die NIN spricht im Zusammenhang von Schutzpotenzialausgleich von «fremden leitfähigen Teilen». Diese sind zwingend in den SPA miteinzubeziehen. Was meint die NIN aber mit dieser Bezeichnung?

NIN: 2.1.12.11

Die NIN definiert wie folgt: Leitfähiges Teil, das nicht zur elektrischen Anlage gehört, das jedoch ein elektrisches Potenzial, im Allgemeinen das einer örtlichen Erde, einführen kann. Aus dieser Definition heraus wird folgendes klar: Fremde leitfähige Teile gehören nicht zur elektrischen Anlage.

4. Schutz gegen el. Schlag - Nicht leitende Umgebung

Welches Schutzziel wird durch die Schutzmassnahme «nicht leitende Umgebung» angestrebt? Welche massgebende Distanz muss in solchen Bereichen zwischen leitfähigen Körpern und fremden leitfähigen Teilen eingehalten werden? 

NIN 4.1 C.1

Die Schutzmassnahme «nicht leitende Umgebung» soll das gleichzeitige Berühren aktiver Teile mit unterschiedlichem Potenzial verhindern. Die Körper müssen so angeordnet werden, dass es unter normalen Betriebsbedingungen und ohne Hilfsmittel für eine Person nicht möglich ist, gleichzeitig zwei leitende Körper zu berühren. Als minimale horizontale Distanz gilt eine Strecke von 2,5 m zwischen leitfähigen Körpern und fremden leitfähigen Teilen. Die gleiche Distanz ist auch für den vertikalen Bereich gültig. Anders verhält es sich bei Bereichen mit leitendem Fussboden. Vom leitenden Standort (Grenzbereich) zu einem leitenden Körper darf die horizontale Distanz nicht kleiner sein als 1,25 m. 

4.1 Schutz gegen el. Schlag - Reparatur Verlängerungsklabel 

Wie verhält es sich bei der Reparatur eines zweiadrigen Verlängerungskabels, wenn ein Leiterbruch kurz vor dem Netzstecker entstanden ist. Darf der Stecker T1 durch einen Stecker T12 ersetzt werden? 

Wenn ein zweiadriges Kabel mit Stecker und Kupplung des alten Modells T1 ausgerüstet ist, ist die Situation anders. Diese lassen sich nicht in Steckvorrichtungen mit Schutzkragen einführen, weil das Kabel keinen Schutzleiter aufweist, und es nur an Stellen und für Geräte zum Einsatz gelangen darf, wo der Schutzleiter nicht zwingend notwendig ist. Aus diesem Grund ist es nicht zulässig, wenn der Stecker T1 gegen einen Typ 12 ausgewechselt wird.

4.1 Schutz gegen el. Schlag - Stecker Typ 11 und 26

Wieso existieren unter den bekannten Steckertypen 11 und 26 keine Modelle mit Schraubanschlüssen und nur solche mit Löt- oder Pressanschlüssen?

NIN 4.1.2.2.4.2 

Stecker von Geräten mit doppelter Isolation müssen im Lieferzustand mit den Leitungen untrennbar verbunden sein. Dies kann z.B. durch Verschweissen des Steckers oder Pressen der Anschlüsse im Stecker geschehen. Dies soll verhindern, dass zweipolige Stecker T11 durch Personen ohne Fachwissen demontiert und an dreiadrige Leitungen an Geräte mit Schutzleiter angeschlossen werden. Der Schutzleiter könnte entweder gar nicht oder falsch angeschlossen werden.

4.1 Schutz gegen el. Schlag - Schutzklassen

Erwähnen Sie die Schutzklassen und deren Unterschiede. 

 

Die NIN spricht von den Schutzklassen Obis III. Die vier Schutzklassen haben folgende Eigenheiten:

  1. Schutzklasse 0: Der Schutz wird allein durch die Basisisolierung erreicht. Weil sie weder einen Schutzleiteranschluss noch eine zweite Isolierung besitzen, dürfen solche Geräte nur in Räumen mit nicht leitendem Bereich benützt werden. Die Geräte der Schutzklasse O sind in der Schweiz nicht mehr zugelassen. •
  2. Schutzklasse I: Diese Geräte besitzen eine Basisisolierung und alle leitenden Körper sind durch Anschluss an den Schutzleiter gegen indirektes Berühren geschützt.
  3. Schutzklasse II: Sie ist bei Handgeräten am meisten verbreitet. Zusätzlich zur Basisisolierung wird eine zweite oder verstärkte Isolierung angebracht, sodass die Bedingungen der Schutzisolierung erfüllt sind. Ein Anschluss des Schutzleiters ist unzulässig.
  4. Schutzklasse III: Hier besteht der Schutz durch den Einsatz von Kleinspannung ELV. Aktive Teile dürfen berührbar sein, weil keine Spannungen über 5O V - auftreten. Als weitere Bedingung muss es sich bei der eingesetzten Kleinspannung um Sicherheits-Kleinspannung SELV oder Schutz-Kleinspannung PELV handeln.

4.1 Schutz gegen el. Schlag - Belastbarkeit von Mehrfachsteckdosen.

Dürfen Zweifachsteckdose von zwei Netzpolen oder eine Dreifachsteckdosen von drei Netzpolen gespeist werden darf. Die einen geben vor, dies sei gängige Installationspraxis, die andern melden Bedenken an, wegen der möglichen hohen Stromsumme auf dem Neutralleiter.

Steckdosen Typ 12 und 13 haben folgende Kenndaten: L + N + PE 250 V 10 A
Steckdosen Typ 23 und 25 haben folgende Kenndaten: L + N + PE 250 V 16 A

Sie beziehen sich auf die Gesamtheit aller zu einer Einheit zusammengefassten Einzelsteckdosen. Zwar werden diese auch einzeln geprüft entsprechend dem Gesamtbemessungsstrom.
Die Prüfung der dielektrischen Festigkeit und die Beurteilung der Luft- und Kriechabstände erfolgen aufgrund der Bemessungsspannung von 250 V.
Auf Grund der Prüfung nach der geltenden Norm SN 441011 ist es nicht zulässig, Mehrfachsteckdosen aus mehr als einem Polleiter anzuspeisen.

4.1 Schutz gegen el. Schlag - Schutzeinrichtungen im TN-System

Welche Schutzeinrichtungen werden im System TN eingesetzt, um die vorgeschriebenen Abschaltzeiten einzuhalten? 

NIN: 5.3.1.1

Die vorgeschriebenen Abschaltzeiten der automatischen Abschaltung werden durch Schutzeinrichtungen wie Schmelzsicherungen, Leitungsschutzschalter, Leistungsschalter erreicht. Diese schalten den Stromkreis beim Auftreten eines Fehlers sofort ab. Dies gilt auch für Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD's). 

4.1 Schutz gegen el. Schlag - Dimensionierung des ZsPA

Welche Bedingungen gelten für die Dimensionierung des zusätzlichen Schutzpotenzialausgleichsleiters?

NIN 5.4.3.1.3

Der Querschnitt des zusätzlichen SPA richtet sich nach folgenden Punkten: 

  • Grundsätzlich muss der zusätzliche SPA nie grösser als der Querschnitt des Schutz-PA gewählt werden.
  • Wenn der zusätzliche Schutz-PA zwischen einem elektrischen Gerät und einem metallenen Teil eine Verbindung herstellt, muss sein Querschnitt mindestens dem halben PE-Leiterquerschnitt zum Gerät entsprechen. Bei zwei Geräten gilt der kleinere PE-Leiterquerschnitt auch für den zusätzlichen SPA als Mindestquerschnitt. Dabei gelten zusätzlich folgende Bedingungen:
    • Der zusätzliche SPA darf bei mechanisch geschützter Verlegung z.B. in Rohren nicht kleiner als 2,5 mm2 gewählt werden.
    • Für eine mechanisch ungeschützte Verlegung z.B. direkt auf Gebäudeeile gilt 4 mm2 als Mindestquerschnitt.

4.1 Schutz gegen el. Schlag - Dimensionierung des SPA

Welche Regeln gelten für die Dimensionierung des Schutzpotenzialausgleichsleiters?

Die Dimensionierung bezieht sich auf den Querschnitt des massgebenden Stromkreises. Ist eine Blitzschutzanlage angeschlossen, ist der minimale
Querschnitt 10 mm2
 

  • Halber Querschnitt des Hauptschutzleiters
  • Mindestens 6mm2 bei Blitzschutz 10mm2 
  • Maximal 16mm2 

NIN: 5.4.4.1 B +E 

4.1 Schutz gegen el. Schlag - Was darf als SPA-Leiter verwendet werden?

Dürfen fremde leitende Teile als Bestandteil des Schutzpotenzialausgleichs verwendet werden? - bzw. des zusätzlichen Schutzpotenzialausgleichsleiters verwendet werden?

NIN: 4.1.1.3.1.2 B+E

Ja, vorhandene Metallteile, wie metallene Rohrsysteme und andere Metallteile dürfen sowohl für den Schutzpotenzialausgleich wie auch für den
zusätzlichen Schutzpotenzialausgleich verwendet werden. Dies gilt jedoch nicht für Gasleitungen. Diese dürfen weder für den Schutz-PA noch für den
zusätzlichen Schutz-PA eingesetzt werden. Die beiden nachstehenden Bedingungen dürften klar sein:

  • Der für den Schutzpotenzialausgleichsleiter vorgeschriebene minimale Querschnitt muss eingehalten und dauernd gewährleistet sein.
  • Ausbaubare Konstruktionsteile wie Wasserzähler, Ventile müssen überbrückt werden, so dass bei einem allfälligen Ausbau durch eine nichtelektrische Fachkraft kein Unterbruch entsteht.

Leitungen mit brenn- oder entzündbaren Inhalten werden einmal an den SPA angeschlossen und dürfen nicht als Bestandteil des SPA-Leiters verwendet werden.

4.1 Schutz gegen el. Schlag - Erdfreier, örtlicher SPA

Wo begegnet man einem «erdfreien, örtlichen Schutzpotenzialausgleichsleiter» und was ist der Unterschied zum normalen Schutzpotenzialausgleich? 

NIN: 4.1.C.2 +3

Ein erdfreier, örtlicher Schutzpotenzialausgleichsleiter wird z. B. bei einer Speisung mehrerer Steckdosen ab einem Trenntransformator angewandt. Sein Anwendungsbereich ist begrenzt. Das Bild  zeigt die erwähnte Möglichkeit. Der Unterschied besteht darin, dass weder eine direkte, noch eine indirekte Verbindung über leitende Teile zur Erde aufgewiesen werden darf. 

4.1 Schutz gegen el. Schlag - Wirkung des ZsPA

Erklären Sie die Wirkung des zusätzlichen Schutzpotenzialausgleichs.

NIN: 4.1.1.3.2.6

Der zusätzliche Schutzpotenzialausgleich wirkt in der gleichen Art wie der Schutzpotenzialausgleich. Er senkt eine allfällige Berührungsspannung noch weiter. Ein zusätzlicher Schutzpotenzialausgleich verhindert selbst geringe Spannungsdifferenzen. Die Wirkung lässt sich anhand des Bildes erklären. Entsteht ein Körperschluss beim Punkt 1, kann durch die kurze, niederohmige Leiterverbindung zwischen dem Schutzleiter (hier PEN-Leiter) und der mit dem Schutzpotenzialausgleichsleiter verbundenen, metallischen Wasserleitung keine Potenzialdifferenz entstehen. Besteht der Körperschluss hingegen beim Punkt 2, ist die Verbindung sehr lang. Im Fehlerfall entsteht eine Spannungsdifferenz zwischen dem PEN-Leiter und der als Schutzpotenzialausgleich dienenden Wasserleitung. Ein zusätzlicher Schutzpotenzialausgleich an Punkt 2 schafft Abhilfe und verhindert die erwähnte, kritische Situation. 

Lernen