Medizinische Grundlagen 161 Stunden (2. Teil)
gemäss Lernzielen der Bodyfeet AG
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Cartes-fiches
FSME:
- Ursache
- Symptome (grob)
- Therapie- und Prophylaxemöglichkeiten hinsichtlich Abtöten des Erregers
- Ursache: Übertragung von FSME-Virus durch Stich einer infizierten Zecke
- Symptome (grob):
- 60-70%: asymptomatisch
- symtomatischer Verlauf: 2 Phasen: Fieberanstieg mit grippalen Erscheinungen --> fieberfreies Intervall (1 Woche) --> erneuter Fieberanstieg mit Meningitis, Enzephalitis, Myelitis, Neuritis
- Therapie- und Prophylaxemöglichkeiten hinsichtlich Abtöten des Erregers: aktive Immunisierung möglich
Lyme-Borreliose:
- Ursache
- Symptome (grob)
- Ursache: Borreliose-Erreger (Borrelia burgdorferi) durch Zecke übertragen --> Haftzeit von Zecke min. 24h
- Symptome (grob):
- 1. Stadium (1-3 Wochen nach Stich): Fieber, Gelenkschmerzen, Erythema migrans, regionale Lymphknotenschwellung
- 2. Stadium (Wochen bis Monate nach Stich): periphere Paresen, Meningitis, Enzephalitis, Myokarditis, Lyme-Arthritis
- 3. Stadium (Monate bis Jahre nach Stich): Acrodermatitis chronica atrophicans, fortschreitende Enzephalomyelitis
Pfeiffersches Drüsenfieber:
- Ursache
- klinische Zeichen
- Komplikationen
- Ursache: Befall der oropharyngealen Schleimhaut und der B-Lymphozyten durch Epstein-Barr-Virus --> Tröpfcheninfektion oder Speichelkontakt
- klinische Zeichen: fieberhafte Angina tonsillaris, Lymphknotenschwellungen, typisches Blutbild (Pfeiffer-Zellen)
- Komplikationen: Milzruptur, Meningitis/Enzephalitis, Myokarditis
Scharlach:
- Ursache
- Symptome (grob)
- Komplikationen
- Ursache: bei Streptokokken-Lokalinfektion des Rachens können erythrogene Toxine entstehen --> typischer Scharlachausschlag
- Symptome (grob): plötzlich hohes Fieber, Erbrechen, Halsschmerzen, Schluckstörungen, Lymphknotenschwellung --> ab ca. 4. Krankheitstag Ausschlag (Exanthem, Enanthem) --> Blässe im Mundbereich, Erdbeerzunge
- Komplikationen: Otitis media, Hautblutungen, Post-Streptokokken-Nephritis, rheumatisches Fieber --> häufig erst Wochen nach der Erkrankung
Tetanus:
- Ursache
- Symptome (grob)
- Komplikationen
- Prophylaxe
- Ursache: Sporen des Erregers (Clostridium tetani) gelangen durch Bagatellverletzungen in den menschlichen Körper --> anaerobe Keimung und Bildung von Toxinen --> Toxine breiten sich entlang der Nervenbahnen aus und verursachen Schäden
- Symptome (grob):
- leichtgradig: innere Unruhe, Lichtscheue, tonische Krämpfe (Kau-, Gesichts-, Nacken- und Rückenmuskulatur, Bauchdecke, keine Extremitäten)
- mittelschwer: zusätzlich tonisch-klonische Krämpfe (Zuckbewegungen) bei optischer/akustischer Reizung, Hyperthermie bis 40°C, Elektrolytstörungen
- schwer: Krampf Zungenmuskulatur (Schluckbeschwerden), tödlicher Verlauf (Atemstillstand oder Herz/Kreislaufversagen), Patient bis zuletzt bei vollem Bewusstsein
- Komplikationen: Ateminsuffizienz bis Kreislaufstillstand, Mortalität nach Ausbruch der Krankheit: 25%
- Prophylaxe: aktive Tetanus-Grundimpfung in Kombi mit Diphterie und Pertussis --> Grundimpfung ab 3. Monat, Auffrischungsimpfung alle 20 Jahre
Grippe:
- Ursache
- Symptome (grob)
- Komplikationen
- Ursache: Tröpfcheninfektion mit Influenza Viren --> A: schwere Krankheitsverläufe, B&C: milde Erkrankungen
- Symptome (grob): starkes Krankheitsgefühl mit Kopf- und Gliederschmerzen, mässiges bis hohes Fieber, Schüttelfrost, Erkältungssymptome
- Komplikationen: Pneumonie, Bronchitis, Sinusitis, Otitis, Grippekrupp, bakterielle Superinfektion
Herpes Zoster:
- Ursache
- Symptome (grob)
- Komplikationen
- Ursache: bei Erstinfektion mit Varizella-Zoster-Virus (Windpocken) persistiert der Virus in den Spinalganglien und wird bei nachlassender Immunität bzw. Abwehrschwäche reaktiviert --> Gürtelrose
- Symptome (grob): Bläschen im Bereich eines oder zweier Dermatome, meist einseitig; starke neuralgische Schmerzen (betroffene Dermatome), evtl. Fieber
- Komplikationen: persistierende Neuralgien nach Abheilen der Hautläsion (Monate bis Jahre), Zoster ophthalmicus (2. Hirnnerv --> Hornhauttrübung), Zoster oticus (äusserer Gehörgang) mit Gefahr der Gesichtslähmung beim Befall Trigeminusnerv, Zoster-Enzephalitis, Ataxie bei Zerebellitis
Herpes simplex:
- Ursache
- Symptome (grob)
- begünstigende Faktoren
- Komplikationen
- Ursache: Infektion durch Herpes-simplex-virus --> Typ 1 (Herpes labialis): Tröpfcheninfektion oder direkter Kontakt mit Sekret, Typ 2 (Herpes genitalis): vorwiegend sexuell; Virus persistiert in den Ganglien
- Symptome (grob): Typ1: Bläschenbildung im Gesicht (Erstinfekiton bei Kinder kann mit hohem Fieber einhergehen); Typ 2: Bläschenbildung im Genitalbereich mit lokal sehr starken Schmerzen, vergrösserten inguinalen Lymphknoten und Fieber
- begünstigende Faktoren: UV-Licht, körperliche Belastung, Menstruation, Fieber, Stress, Immunschwäche
- Komplikationen: Typ 1: Stomatitis aphthosa, Ekzema herpeticatum, Keratokonjunktivitis, Meningoenzephalitis; Typ 2: Neugeborenen-Sepsis
hygienische Arbeitsweise in der Praxis:
- Notwendigkeit Handdesinfektion begründen und erörtern
- korrekte Desinfektion Mobiliar und Geräte
- Notwendigkeit Handdesinfektion begründen und erörtern: Schmutzentfernung, Entfernung transiente Flora, Keimreduktion, Keimübertragung verhindern
- korrekte Desinfektion Mobiliar und Geräte: Wischdesinfektion Liege, Spülbecken und bei sichtbarer Verschmutzung mit hoher Infektionsgefahr, Sprühdesinfektion an schwer zugänglichen Stellen
Definition:
- Antibiotika
- Breitbandantibiotika
- Antibiotika: alle Medikamente, welche gegen bakterielle Infektionen wirken --> haben bakterizide oder bakteriostatische Wirkung, üblicherweise auf eine bestimmte Bakteriengruppe
- Breitbandantibiotika --> töten breitgefächert verschiedene Bakteriengruppen ab
Definition:
- Sterilisation
- Desinfektion
- Sterilisation: Abtöten oder Entfernen aller lebensfähigen Vegetativ- und Dauerformen von pathogenen und apathogenen MO in Stoffen, Zubereitungen oder an Gegenständen --> Ziel: völlige Keimfreiheit
- Desinfektion: meiste Keime soweit unschädlich gemacht, dass Gegenstand, welcher desinifiziert worden ist, nicht mehr infizieren kann
Definition Hygiene
Lehre von der Gesunderhaltung des Menschen und seiner Umwelt durch Einsatz einschlägiger, öffentlicher und privater Vorkehrungen und Verfahren als Fachgebiet der Medizin mit speziellen Richtungen
direkte und indirekte Nachweisverfahren von Infektionserregern nennen
- direkt: mikroskopieren (Bakterien, Pilze, Protozoen), züchten auf Nährböden (Bakterien), laborchemischer Nachweis von Virusbestandteilen (Kapsid, DNA)
- indirekt: Messung von Antikörpern im Serum (v.a. bei Viren), Auftreten von charakteristischen klinischen Symptomen, charakteristische Untersuchungsbefunde im Blut (erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit, erhöhte Leukozytenzahl, erhöhtes C-Reaktives Protein)
Parasitologie:
- Unterteilung Parasiten
- Bedeutung in Krankheitsübertragung erklären inkl. Beispiel
- Unterteilung Parasiten: Würmer (Saug-, Band-, Fadenwürmer), Gliederfüssler (Spinnentierchen, Insekten)
- Bedeutung in Krankheitsübertragung erklären inkl. Beispiel: funktionieren als Vektoren z.B. übertragen Zecken den Borrelioseerreger
Allgemeine Eigenschaften Protozoen
- einzellig --> Zellaufbau entspricht grösstenteils einer Säugetierzelle
- Vermehrung durch Zweiteilung, Vierteilung oder sexuelle Vermehrung
- vier Klassen: Geisseltierchen, Wurzelfüsser, Sporentierchen, Wimperntierchen
- können Erkrankung primär verursachen oder Mitverursacher an weiteren Krankheiten sein (bei vorhandener Primärerkrankung)
Mykologie:
- Definition Pilz
- allgemeine Eigenschaften Pilz
- Definition Pilz: einzellig oder vielzellig --> pflanzenähnlich, ohne Photosynthese; mehrere Chromosomen im Zellkern, Zellorganellen: Mitochondrien, eR, Ribosomen; geschlechtliche Vermehrung möglich
- allgemeine Eigenschaften Pilz: meistens fakultativ pathogen, menschenpathogen: Spross-, Schimmel-, Haut- und dimorphe Pilze
Bakteriologie: Aufbau Bakterien (grob)
- einzellig
- DNS als Erbinformation --> frei schwimmend im Zytoplasma
- Ribosomen --> Synthese Eiweissstrukturen
- Antigen: Zellwand (dick: gram+, dünn: gram-)
- teilweise Schleimkapsel --> erschwert Abwehr
- teilweise Geissel zur Fortbewegung
- Formen: kugelförmig (Kokken), Stäbchenförmig, Kommaförmig, Keulenförmig, Schraubenförmig
Definition Virus
- kleinster Erreger --> ca. 250 Arten bekannt
- bestehend aus Nukleinsäure, Kapsid und teilweise Hülle, kein Zytoplasma
- Kapsid und Hülle aus Eiweiss --> wirken als Antigen beim Menschen
- kein Stoffwechsel und kein Fortbewegungsmittel
Definiton:
- Epidemie
- Endemie
- Pandemie
- Morbidität
- Mortalität
- Inzidenz
- Prävalenz
- Epidemie: örtlich und zeitlich begrenzt z.B. Cholera nach Überschwemmungen
- Endemie: örtlich begrenzt, zeitlich unbegrenzt z.B. FSME
- Pandemie: örtlich unbegrenzt, zeitlich begrenzt z.B. Grippe-Welle
- Morbidität: Erkrankungsanteil in definierter Population in definiertem Zeitraum
- Mortalität: Sterbensanteil in definierter Population in definiertem Zeitraum (i.d.R. ein Jahr)
- Inzidenz: Neuerkrankungen innerhalb definierter Population in definiertem Zeitraum
- Prävalenz: Häufigkeit einer Krankheit bzw. Symptoms in Bevölkerung zu bestimmtem Zeitpunkt
Ablauf Symptome Infektionskrankheit (nach Zeit eingeteilt)
- akut: plötzlicher Beginn, volles Krankheitsbild nach wenigen Tagen
- chronisch: schleichender Beginn, Krankheitsverlauf über Wochen, Monate oder Jahre
- rezidivierend: wiederholt auftretend
Erscheinungsformen von Infektionskrankheiten
- inapparent: klinisch stumm, keine Krankheitserscheinungen trotz Infektion
- latent: verborgene Infektion, vorerst ohne Symptome --> Ausbruch jederzeit möglich
- manifest: Infektion mit deutlichen Krankheitserscheinungen
Aufnahmewege von Infektionserregern
- aerogen: über Luftwege z.B. Tröpfcheninfektion
- peroral/enteral: über Mund und Magen-Darm-Trakt z.B. kontaminierte Nahrung, Schmierinfektion
- parenteral: alle Aufnahmewege, welche nicht über Magen-Darmtrakt gehen z.B. Sexualkontakt, Hautverletzungen
- perinatal: Ansteckung Kind während Geburt
Übertragungswege von Infektionserregern aufzählen
- Mensch zu Mensch: direkt (Tröpfchen-, Schmier-, Kontaktinfektion, Sexualverkehr) oder indirekt (Wasser, Lebensmittel, Staub)
- Tier zu Mensch: direkt (Bisse, Stiche, Kratzverletzungen, Speichelkontakt) oder indirekt (Wasser, Lebensmittel, Staub)
- Umwelt zu Mensch: indirekt durch verschmutzte Luft, Erde oder Wasser
--> Bedingung für indirekte Übertragung ist Überlebensfähigkeit des Erregers ausserhalb eines Wirts.
Definition:
- Pathogenität
- obligat pathogen
- fakultativ pathogen
- nicht pathogen
- Pathogenität: Fähigkeit eines Erregers, eine Krankheit auszulösen
- obligat pathogen: Erreger, welche in jedem Fall zur Krankheit führen
- fakultativ pathogen: Erreger, welche nur unter bestimmten Bedingungen zur Krankheit führen z.B. Abwehrschwäche
- nicht pathogen: Erreger, welche für den Menschen harmlos sind
Definiton Inkubationszeit
Zeitspanne vom Moment des Eindringens des Erregers in den Körper bis zum Autreten der ersten Symptome
zeitlicher Ablauf Infektionskrankheit (5 Schritte)
- Ansteckung: Haftenbleiben MO an Haut/Schleimhäute und Eindringen in tieferliegendes Gewebe
- Inkubationsphase: Vermehrung Erreger (brüten)
- Krankheitsphase: Schädigung Körper durch MO bzw. deren Toxine
- Überwindungsphase: Abwehrreaktion Körper
- evtl. Immunität
Wann überweise ich den Patienten an einen Arzt?
akute Beschwerden
bei jedem Hinweis auf eine lebensbedrohliche Erkrankung (besonders Herz, Lunge, Nieren)
- Schmerzen, Druckgefühl, Enge in der Brust
- Atemnot
- beginnende Nackenstarre mit Fieber
- beginnende Bewusstseinstrübung
- Verdacht auf akutes Abdomen
- Verdacht auf Frakturen
- neurologische Symptome
- Verdacht auf innere Blutungen
chronische Beschwerden
- Verdacht auf Tumor
- Verdacht auf chronische Darmerkrankung
- persistierende Rückenschmerzen
- unklare Hautveränderungen
- nicht heilende Wunden
Jeden Patienten überweisen, wenn Symptome vorhanden, aber Intuition warnt oder Kompetenz zur Abgrenzung zu gefährlichen Pathologien fehlt --> z.B. Muskelschmerzen nach langer Reise.
Verbrennungsgrade inkl. korrekte Kühlung
Verbrennungsgrade:
- 1: Rötung Haut --> Heilung ohne Narbenbildung
- 2a: Rötung und Blasenbildung, Verletzung oberflächlicher Hautschichten --> Heilung meist ohne bleibende Narbenbildung
- 2b: tiefe dermale Läsion, Verletzung tiefer Hautschichten
- 3: tiefe Zerstörung der Haut und Unterhaut mit Verschorfung oder Verkohlung --> gestörte Heilung unter schwerer Narbenbildung
--> wenn 15% der Körperoberfläche verbrannt ist (2. und 3. Grades) besteht akute Lebensgefahr!
Kühlung: Wasser (15-20° C), min. 10 Minuten
Massnahmen Bolusaspiration
- wenn bei Bewusstsein: Heimlich-Manöver
- wenn bewusstlos: Thoraxkompression
Vorgehen Blutstillung
Ziel: Verringerung Blutung um Vitalfunktion stabilisieren zu können --> Blutung nicht unbedingt zum Stillstand bringen
Vorgehen:
- direkte manuelle Kompression: Kompresse auf Wunde legen, mit Handballen drauf drücken
- Druckverband: mehrere Kompressen auf Wunde legen, mit Binde fest einbinden --> Puls muss noch fühlbar sein
- Distanz-Druckpunkte: falls direkte Kompression nicht möglich bzw. nicht ausreichend --> manuelle Kompression der Arterie direkt über der Wunde
- Anlegen Blutsperre: wenn nicht möglich Blutung durch andere Massnahmen unter Kontrolle zu bringen --> Abbinden eine Handbreit über Verletzung
Wichtig bei Blutsperre: nicht länger als 30 Minuten, darf nur durch Arzt gelöst werden, darf nie zugedeckt werden
Herzinfarkt:
- Symptome
- Ausstrahlungsgebiete
Männer
- Symptome: Todesangst, Atemnot, Unruhe, fahle Gesichtsfarbe (blau/gräulich), kühle Haut, Übelkeit/Erbrechen
- Ausstrahlungsgebiete: linke Schulter (25%), linke Arminnenseite (27%), linker Brustbereich (20%), rechte Schulter (17%) --> allgemein heftige stechende Schmerzen hinter Brustbein (75%)
Frauen
- Symptome: Schmerzen im Brustbereich, Engegefühl, ausstrahlende Schmerzen an Armen und Rücken, Zahn- und Kieferschmerzen, Angstzustände, ungewöhnliche Müdigkeit, Schlafstörungen, Kurzatmigkeit, Oberbauchschmerzen, Nackenschmerzen, Übelkeit
Alarmierung inkl. W-Fragen
- Wo: inkl. Zugänglichkeit und Einweisungsperson
- Wer meldet
- Was is geschehen
- Wie viele: inkl. Angabe Patientenzustand und evtl. Alter
- Weiteres
Euronotruf 112: funktioniert praktisch immer!
Primärbeurteilung (Notfall-ABCD) durchführen
- Bewusstseinszustand prüfen
- nach Hilfe rufen
- Atmung prüfen:
- ansprechbar: Notruf wählen, Person betreuen und warten bis Rettungsdienst eintrifft, notwendige Basismassnahmen (z.B. Blutstillung, Rettungsdienst einweisen)
- atmet, aber nicht ansprechbar: stabile Seitenlage
- atmet nicht --> Schritt 4
- Alarmierung, wenn möglich Defibrillator (AED) organisieren
- 30 Thoraxkompressionen, 2 Beatmungsstösse --> alle 2 Minuten Helfer wechseln
- sobald Defi verfügbar --> Anweisungen folgen (Rhythmusanalyse, Defibrillation, ...) --> Wiederbelebung weiterführen, bis Rettungsdienst eintrifft
--> A (Alarmierung, Airways), B (Breathing), C (Circulation), D (Defibrillation)
generelles Vorgehen an Notfallstelle (Erwachsene & Kinder)
sicher vorgehen & lebensbedrohliche Funktionsstörungen rasch erkennen:
- Schutz vor Selbstgefährdung! --> alle Sinne, auch Bauchgefühl
- orientierender Überblick
- Sicherung Notfallstelle
- Erstbeurteilung bzw. Notfall-ABCD
- lebensrettende Sofortmassnahmen
- Sekundärbeurteilung
- Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen / Rettungsdienst / Arzt
chronisches Nierenversagen:
- Definiton
- Ursachen
- Symptome
- Definiton: irreversible Schädigung des Nierengewebes mit Abnahme des Glomerulumfiltrates
- Ursachen: Glomerulonephritis, diabetische Nephropathie, schwere Hypertonie, Arteriosklerose, chronische Pyelonephritis
- Symptome: Urämie, kann im Endstadium fast alle Organssyteme betreffen: Café-au-lait farbige Haut, Lungenödem, Anämie (verminderte EPO-Bildung), Osteoporose
akutes Nierenversagen:
- Definiton
- Ursachen
- Symptome
- Komplikationen
- Definiton: reversible Krankheit mit Oligurie/Anurie und Anstieg der harnpflichtigen Stoffe (Harnstoff, Kreatinin) im Blut
- Ursachen:
- prärenal (75%): ischämische Nierenschädigung: Blutdruckabfall, Volumenmangel und Schock (nach Trauma, bei Narkose), Nierenarterienverschluss
- intrarenal: entzündliche & immunologische Nierenerkrankungen, toxische Nierenschädigung (Medikamente, bakterielle Toxine)
- postrenal: Abflussbehinderung Harnwege
- Symptome: Oligurie/Anurie, Ödembildung, rasche Ermüdbarkeit, Übelkeit
- Komplikationen: Überwässerung (Fluid Lung, Hirnödem), Hyperkaliämie
Erkrankungen der Ohren und des Gleichgewichtssinnes:
- Definition Schwindel:
- mögliche Einteilung Schwindel
- Ursachen v.a. für Schwindel
- Symptome
- Definition Schwindel: Gleichgewichtsstörung, bei der der Betroffene nicht vorhandene Bewegungen der Umgebung wahrnimmt, kann physiologisch oder pathologisch sein
- mögliche Einteilung Schwindel:
- systematischer/gerichteter Schwindel: Dreh- oder Schwankschwindel --> eher lokal bedingt (Innenohr, Hirnstamm, Kleinhirn)
- unsystematischer/-gerichteter Schwindel: diffus --> eher systemisch bedingt: Kreislauf, Blut, Blutdruck, Psyche, Alkohol, Drogen
- anhaltander Schwindel: Reiseschwindel, bei Verletzungen des Innenohrs
- Ursachen v.a. für Schwindel: orthostatische Dysregulation (kurzfristige Versackung des Bluts), Hypo-/Hypertonie, Herzkrankheiten, psychische Störungen, HWS-Syndrom, Arteriosklerose mit Durchblutungsstörungen des Gehirns, Lagerungsschwindel, Morbus Menière, medikamentös, toxisch, Herzkrankheiten
- Symptome: Gleichgewichtsstörung, Ohrensausen, Übelkeit, Schwarzwerden vor Augen, Hörstörung
- Terminologie für die Anamnese: Drehschwindel, Schwankschwindel, Liftschwindel, Seitwärtssinken/-fallen, Taumeligkeit, Höhenschwindel, Lageschwindel, Lagerungsschwindel
Entzündung des Mittelohres: Otitis media:
- Ursachen
- begünstigende Faktoren
- Symptome, insbesondere bei Kleinkindern
- Komplikationen
- Kenntnisse der Therapie (Warum Ohrtropfen nicht wirksam?)
- Ursachen: infektiöse Entzündung (Bakterien oder Viren)
- begünstigende Faktoren: Störung der Mittelohrbelüftung z.B. durch vergrösserte Mandeln
- Symptome, insbesondere bei Kleinkindern: Klopfen im Ohr, ein- oder beidseitiger Schmerz und Klopfen im Ohr, Hörverminderung, Tinnitus, herabgesetztes Allgemeinbefinden; Kleinkind: unruhig, weinerlich, Fieber, langt sich ans Ohr
- Komplikationen: Meningitis, Hirnabszess
- Kenntnisse der Therapie (Warum Ohrtropfen nicht wirksam?): aschwellende Therapie, Antibiotika (nicht pauschal), Schmerzmittel, Wärmebehandlung Ohr, operative Eröffnung Trommelfell; Ohrentropfen nicht angebracht, da Examination des Ohrs erschwert wird und Trommelfell beschädigt sein kann
Rhinitis:
- Defnition
- Ursachen
- akute Rhinitis:
- Definition
- Ursachen
- Symptome
- mögliche Komplikationen
- allergische Rhinitis:
- Definition
- Einteilung in saisonale und jährliche allergische Rhinitis inkl. häufigste Ursachen
- Defnition: Entzündung der Nasenschleimhaut
- Ursachen: infektiös (primär Viren, sekundär Bakterien), allergisch, Spezifalform: durch Gewöhnung an abschwellende Nasentropfen
- akute Rhinitis:
- Definition: akute Entzündung Nasenschleimhaut --> häufigste Infektionskrankheit
- Ursachen: verschiedene Viren, durch Tröpfcheninfektion übertragen
- Symptome:
- trockenes Vorstadium: Brennen und Wundgefühl in Nase und Nasenrachenraum
- katharrhalisches Stadium: Sekretion (anfang serös, dann gelblich/grünlich), Verlegung der Nase durch Schwellung der Nasenmuschel-Schleimhaut
- mögliche Komplikationen: Gewöhnung an Nasentropfen durch zu langer Gebrauch abschwellender Nasentropfen, akute Mittelohrentzündung, Nebenhöhlenentzündungen
- allergische Rhinitis:
- Definition: durch Antigen ausgelöste Reaktion der Nasenschleimhaut
- Einteilung in saisonale und jährliche allergische Rhinitis inkl. häufigste Ursachen:
- saisonal: Pollensaison --> Erle, Hasel, Birke, Gräser, Roggen, ...
- jährlich: ganzes Jahr --> Hausstaubmilben, tierische Allergene, Schimmelpilze, Nahrungsmittel
Abgrenzung Grippe und grippaler Infekt
Krankheitsverlauf: Grippe weist einen deutlich schwereren Verlauf auf (höheres Fieber, allgemeine Niedergeschlagenheit, keine Arbeit möglich), ist eine Systemkrankheit --> bei älteren Patienten führt Grippe häufig auch zu Folgekrankheiten z.B. Pneumonie