Medizinische Grundlagen 161 Stunden (1. Teil)
gemäss Lernzielen der Bodyfeet AG
gemäss Lernzielen der Bodyfeet AG
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Flashcards
M. quadriceps femoris (vierköpfiger Oberschenkelmuskel):
- Lage
- Ursprung
- Ansatz
- Funktionen
Lage
Oberschenkel
Ursprung
M. rectus femoris (gerade): Tuberositas acetabularis, Spina iliaca anterior inferior
M. vastus medialis (innen): Labium mediale der Linea aspera femoris
M. vastus intermedius (mittel): ventrale und laterale Femurfläche
M. vastus lateralis (seitlich): Labium laterale der Linea aspera femoris, Aussenseite vom Trochanter major femoris, Linea intertrochanterica femoris
Ansatz
gemeinsame Endsehne --> setzt sich in Höhe der Apex patellae (Kniescheibenspitze) als Ligamentum patellae (Sehnenband) fort --> Ansatz an Tuberositas tibiae
Funktion
- Art. genus: Extension
- Art. coxae: Flexion (nur M. rectus femoris)
M. iliopsoas (Hüft-Lendenmuskel):
- Lage
- Ursprung
- Ansatz
- Funktionen
Lage
Beckenbereich
Ursprung
M. iliacus: Fossa iliaca, Spina iliaca anterior inferior
M. psoas: Th12, L1-L4
Ansatz
Trochanter minor femoris
Funktionen
Art. coxae: Flexion, Aussenrotation, Adduktion
LWS/Becken (bei vertauschtem Punctum fixum/mobile): beidseitig innerviert: Flexion WS, einseitig innerviert: Lateralflexion WS, Verstärkung Lendenlordose
M. piriformis (birnenförmiger Muskel):
- Lage
- Ursprung
- Ansatz
- Funktionen
Lage
hinten zwischen Kreuzbein und Oberschenkel
Ursprung
Facies pelvina sacri (Innenfläche Kreuzbein)
Ansatz
Trochanter major femoris
Funktionen
Aussenrotation, Abduktion, Extension
Problem: zieht beim Ischiasnerv vorbei --> kann blockiert werden
M. glutaeus maximus (grosser Gesässmuskel):
- Lage
- Ursprung
- Ansatz
- Funktionen
Lage
Gesäss
Ursprung
Os illium, sacrum und coccygis, Ligamentum sacrotuberale
Ansatz
proximaler Teil: Tractus iliotibialis (Sehnenzug an der Oberschenkelaussenseite)
distaler Teil: Tuberositas glutaealis fermoris (Rauhigkeit an der Oberschenkelrückseite unterhalb des grossen Rollhügels)
Funktionen (Art. coxae)
- Extension, Aussenrotation
- Abduktion (proximaler Teil)
- Adduktion (distaler Teil)
- Beckenstabilisation in Sagittalebene (verhindert Absinken des Beckens nach vorn)
- Ausgleich Lendenlordose (gemeinsam mit Bauchmuskulatur)
M. triceps brachii (dreiköpfiger Oberarmmuskel):
- Lage
- Ursprung
- Ansatz
- Funktionen
Lage
hinterer Oberarm
Ursprung
Caput longum: Tuberculum infraglenoidale scapulae
Caput mediale: mediale Fläche dorsal am Humerus
Caput laterale: laterale Fläche dorsal
Ansatz
Olecranon ulnae
Funktionen
- Art. cubiti: Extension
- Art. humeri: Retroversion, Adduktion (Caput longum)
M. biceps brachii (zweiköpfiger Oberarmmuskel):
- Lage
- Ursprung
- Ansatz
- Funktionen
Lage
vorderer Oberarm
Ursprung
Caput longum: Tuberculum supraglenoidale scapulae
Caput breve: Processus coracoideus scapulae
Ansatz
Tuberositas radii, zieht mit flächiger Sehne in die Unterarmfaszie an Innenseite des Unterarms
Funktionen
- Art. cubiti: Flexion
- Art. radioulnares: Supination
- Art. humeri: Anteversion, Abduktion, Innenrotation (Caput kongum), Adduktion (Caput breve)
M. rectus abdominis (gerader Bauchmuskel):
- Lage
- Ursprung
- Ansatz
- Funktionen
Lage
Bauchmitte, untere zwei Drittel
Ursprung
Cartilago costa 5-7, Processus xiphoideus sterni
Ansatz
Crista pubica in der Nähe der Symphysis pubica
Tuberculum pubicum
Funktionen
- Wirbelsäule: Flexion des Rumpfes, dient der Bauchpresse, Exspiration
- bei vertauschtem Punctum fixum/mobile: Elevation des Bekcens in der Sagittalebene
Info: zwei Teile, welche durch Bindegewebstück (linea alva) verbunden sind
M. pectoralis major (grosser Brustmuskel):
- Lage
- Ursprung
- Ansatz
- Funktionen
Lage
obere Brusthälfte, geht in Achselfalte --> überkreuzt sich in diesem Bereich
Ursprung
Pars clavicularis: inneres Drittel der Clavicula
Pars sternocostalis: Cartilago costae 2-6, Sternum
Pars abdominalis: vorderes Blatt der Rectusscheide (straffes Bindegewebe, welches die Bauchmuskeln überdeckt)
Ansatz
Crista tuberculi majoris humeri
Funktionen
- Art. humeri: Adduktion, Anteversion, Innenrotation
- Schultergürtel: Protraktion
- Thorax: bei vertauschtem Punctum fixum/mobile: Inspiration, Rumpfheber
M. sternocleidomastoideus (Kopfwendemuskel):
- Lage
- Ursprung
- Ansatz
- Funktionen
Lage
seitlicher Hals
Ursprung
Pars sternalis: Sternum
Pars. clavicularis: inneres Drittel der Clavicula
Ansatz
Processus masteoideus (Warzenfortsatz)
Funktion (HWS)
- einseitige Innervation: Lateralflexion zur gleichen Seite, Rotation zur Gegenseite
- ob Flexion oder Extension der HWS: hängt von Stellung des Kopfes ab
- Inspiration
M. latissimus dorsi (breiter Rückenmuskel):
- Lage
- Ursprung
- Ansatz
- Funktionen
Lage
unterer Rücken bis Oberarminnenseite
Ursprung
Proc. spinosi Th5-L5, Os sacrum, Crista iliaca, Costae 10-12, Angulus inferior scapulae
Ansatz
Crista tuberculi minoris humeri
Funktion
Art. humeri: Adduktion, Retorversion, Innnerotation
Thorax: bei vertauschtem Punctum fixum/mobile: unterstützt forcierte Ausatmung, Inspiration (Pars costalis), Rumpfheber
M. trapezius (Kapuzenmuskel):
- Lage
- Ursprung
- Ansatz
- Funktionen
Lage
oberer Rücken und Hals
Ursprung
Pars descendens: Os occipitale, Proc. spinosi C2-C7
Pars transversa: Proc. spinosi Th1-Th4
Pars ascendens: Proc. spinosi Th5-T12
Ansatz
Pars desc.: laterales Drittel Clavicula, Acromion
Pars trans.: Acromion
Pras asc.: Spina scapulae
Funktionen
Pars desc.: Schultergürtel: Elevation, Elevation Arm über Horizontale (gemeinsam mit Pars asc.), HWS/Kopf: bei vertauschtem Punctum fixum/mobile: Lateralflexion zur gleichen Seite, Rotation zur Gegenseite
Pars trans.: Schultergürtel: Retraktion
Pars asc.: Schultergürtel: Depression, Elevation Arm über Horizontale (gemeinsam mit Pars desc.)
M. deltoideus (Deltamuskel):
- Lage
- Ursprung
- Ansatz
- Funktionen
Lage
Schulter
Ursprung
Pars clavicularis: laterales Drittel Clavicula
Pars acromialis: Acromion
Pars spinalis: Spina scapulae
Ansatz
Tuberositas deltoidea humeri
Funktionen
Pars clav.: Abduktion 60-90°, Adduktion <60° (zusammen mit Pars spin.), Anteversion, Innenrotation
Pars acrom.: Abduktion >60°, Anteversion/Innenrotation (vorderer Teil), Retroversion/Aussenrotation (hinterer Teil)
Pars spin.: Abduktion 60-90°, Adduktion <60° (zusammen mit Pars clav.), Retroversion/Aussenrotation
M. erector spinae superficialis/profundus und seine Anteile (autochthone Rückenmuskulatur):
- Lage
- Ursprung
- Ansatz
- Funktionen
Lage
dorsal der Wirbelsäule, in Rinne zwischen Dorn- und Querfortsätzen --> viele einzelne Muskeln/Muskelelemente
Ursprung
Superfic.: Os sacrum und illium
Profund.: Proc. transversi und spinosi
Ansatz
Superfic.: zieht über Costae und die Processus transversi zum Os occipitale
Profund.: Proc. transversi und spinosi, Costae
Funktionen
Aufrichtung Rumpf
einseitige Innervation: Lateralflexion zur gleichen Seite, profund.: zusätzlich Rotation zur Gegenseite
beidseitigen Innervation: Extension/Stabilisation
Haltemuskeln inkl. Beispiel
- statisch tätig --> halten Körper in bestimmter Stellung
- Fasern kontrahieren isometrisch und werden asynchron (abwechslungsweise) erregt --> Muskeltonus
- rote bzw. areobe Muskulatur: da besonders viele Blutgefässe und somit eine hohe Sauerstoffversorgung
Alle Muskeln, welche benötigt werden um aufrecht zu stehen, gehören dazu z.B. Rückenmuskulatur, Wadenmuskulatur, Beckenbodenmuskulatur
Formen der Muskelkontraktion
- Zuckungen: einzelne, kurzzeitige Kontraktion durch genügend starker Reiz
- Dauerkontraktion (Tetanie): maximal mögliche, andauernde Kontraktion (ca. 20 Reize pro s), keine Entspannung mehr --> Krampf
- Muskeltonus: Grundspannung im Ruhezustand (unwillkürlich), fehlt diese: schlaffe Lähmung, wenn zu hoch: spastische Lähmung
- isometrische Kontraktion: Spannungsänderung, konstante Länge --> statische Kontraktion
- isotonische Kontraktion: Spannung bleibt gleich, Länge verkürzt sich --> dynamische Kontraktion
Hilfsstrukturen Bewegungsapparat
- Sehne (Tendo): Endstück Muskel, kollagenes Bindegewebe, übertragen Zugwirkung auf Knochen & Gelenke
- Sehnenscheide (Vagina tendinis):
- röhrenförmige Bindegewebshüllen
- dort, wo Sehnen durch vorspringende Knochen gefährdet sind
- Führungskanale mit Synovia
- umhüllen Sehnen der langen Finger- und Zehenmuskeln
- flächenhafte Sehne (Aponeurose): Kopf, Bauch, Rücken, an den Händen und Füssen (Fusssohle)
- Band (Ligamentum):
- verbinden Knochen miteinander
- bestehen aus straffem kollagenem Bindegewebe
- Führungs-, Verstärkungs- und Hemmbänder
- Schleimbeutel (Bursa)
- dünnwandige Säcke zwischen Gelenk und Muskel/Sehne oder Sehnen und Haut
- Druckverteiler und erleichtern Verschiebung einzelner Schichten gegeneinander z.B. Ellenbogen
- Sesambein: vermindern Reibung der Sehnen und verbessern Drehwirkung der Muskeln auf Gelenke
- Muskelfaszie
- straffes Bindegewebe
- umhüllen einzelne Muskeln, Muskelgruppen oder ganze Glieder
- zwischen Faszien und Muskeln: lockere Verschiebeschicht --> erleichtert Bewegung gegenüber Umgebung
- fungieren als Schutzwände und verhindern Ausbreitung von Entzündungen
Bänder, Sehnen und Flächensehnen bestehen aus dem gleichen Gewebe
Prinzip von Synergismus und Antagonismus (Skelettmuskeln)
Synergismus
Unterstützung durch Muskeln mit derselben Bewegung in der Zweitfunktion
Antagonismus
Zusammenspiel zweier entgegensetzter Muskeln: Agonist und Antagonist(en)
Streckung Hüftgelenk (Extension Art. coxae)
Agonist: M. glutaeus maximus
Antagonist: M. iliopsoas
Synergist: M. ischiocrurales
Wichtig: angeben, welche Bewegung in welchem Gelenk stattfindet
makroskopische Anteile eines Skelettmuskels
- Ursprungssehne (Origo): proximal bzw. bei Muskeln im Rumpf zentral --> kann nicht bewegt werden, daher Punctum fixum
- Muskelbauch (Venter)
- Ansatzsehne (lnsertio): distal bzw. bei Muskeln im Rumpf weiter vom Rumpf weg --> beweglich, daher Punctum mobile
Punctum mobile bewegt sich zum Punctum fixum
- in der Regel: Ansatz bewegt sich zum Ursprung
- je nach Bewegung umgekehrt z.Bsp. bei Klimmzug --> Ursprung wird Punctum mobile, Ansatz zum Punctum fixum --> Ursprung bewegt sich zu Ansatz
Faszie, Muskelfaser, Myofibrillen erklären
- Faszie: Bindegewebshülle, umschliesst gesamten Muskel strumpfartig --> z.B. feine, weisse Haut beim Poulet, Silberhaut beim Rind
- Muskelfaser: entspricht eine Muskelzelle--> mehrere zusammen ergeben Muskelfaserbündel (Teile von Muskelbauch)
- Myofibrillen: besteht aus tausenden parallel liegenden Myofilamenten, fadenförmige Eiweissmoleküle (bestehen aus Aktin- und Myosinfilamente), mehrere Myofibrillen zusammen ergeben eine Muskelfaser
Muskel --> Muskelbauch & Faszie --> Muskelfaserbündel --> Muskelfasern (Zellen) --> Myofibrillen --> Myofilamente --> Aktin- und Myosinfilamente
Skelettmuskeln: Eigenschaften und Funktionen
Eigenschaften
- reagiert auf Nervenreize --> ist erregbar
- ist kontraktil --> Fähigkeit zur aktiven Verkürzung
- passiv dehnbar --> kann so in ursprüngliche Lage zurückgebracht werden
Funktionen
- Halt
- Formgebung des Körpers
- Schutz
- Bewegung Skelett
- Gewährleistung der Erfüllung Aufgaben der inneren Organe z.B. Atmung, Verdauung (Magen-Darm), Geburtsvorgang
- Wärmebildung; durch Stoffwechselprozesse z.B. Zittern bei Kälte
- Wärmespeicher: durch gute Durchblutung des Muskels kann Wärme in andere Organe transportiert werden
- Muskelpumpe zur Unterstüztung des venösen und lymphatischen Rückstroms zum Herzen
Morphologische Einteilung Muskeln inkl. Beispiel
- platte Muskeln: Skelettmuskulatur z.B. Bauch- Rücken- und Brustmuskulatur
- spindelförmige Muskeln: Skelettmuskulatur z.B. Extremitäten
- Ringmuskeln: Skelettmuskulatur z.B. Augen und Mund
- Schliessmuskeln / Sphinkter: Skelettmuskulatur oder glatte Muskulatur z.B. Anus, Harnröhre
- Hohlmuskeln: Herzmuskulart oder glatte Muskulatur z.B. Herz, Gallenblase, Gebärmutter, Harnblase
Aufbau Nerv
- ein Bündel im PNS verlaufender Nervenfasern
- kann marklose und markhaltige Nervenfasern enthalten
- funktionell kann Nerv sowohl motorische als auch sensorische Nervenfasern enthalten --> es gibt afferente (zum Gehirn), efferente (vom Gehirn weg) und gemischte Nerven
saltatorische Erregunsleitung
Reiz springt von einem Ranvier'schen Schnürring zum nächsten --> erlaubt rasche Reizleitung
Aufbau Nervenfaser
- besteht aus Axon und Gliahülle
- zwei Fasertypen im PNS (Unterschied Aufbau Gliahülle): marklose und markhaltige (myelinisierte)
- marklose Nervenfasern: dünne Axone werden nicht umhüllt, sondern lediglich in Schwann-Zellen eingebettet --> langsame Erregungsleitung (0.5 m/s)
- markhaltige Nervenfasern:
- dickere Axone werden von Ausläufern der Schwann-Zelle mehrfach umwickelt --> spiralig aufgebaute Gliascheide --> Isolation (grössenteils Fett)
- jede Schwann-Zelle umwickelt ein Teilstück des Axons --> zwischen zwei Schwann-Zellen befinden sich Ranvier'sche Schnürringe --> Erregung springt von einem zum anderen = saltatorische Erregunsleitung
- sehr schnelle Erregungsleitung (bis 120 m/s)
Info: Nerven funktionell in Richtung der Impulsleitung eingeteilt --> Gehirn zur Peripherie: efferente bzw. motorische (wenn Skelettmuskel versorgt wird), Peripherie zum Gehirn: afferent bzw. sensibel/senorische (Infos von Sinneszellen/-organen transportiert)
Gliazellen: Funktion und zwei Beispiele
Funktion
- Isolation: Umhüllung Axon mit Markscheide (Myelinscheide)
- Stützfunktion: füllen Zwischenraum zwischen Nervenzellen und Blutkapillaren aus
- Stoffaustausch: Regulation Stoffaustausch zwischen Blutkapillare und Nervenzellen
- Narbenbildung: nehmen Platz von abgestorbenen Nervenzellen ein
Beispiele
- Astrozyten (ZNS): grösste, kontrollieren Stoffaustausch zwischen Blutkapillaren und Nervenzellen (Blut-Hirn-Schranke)
- Oligodendrozyten (ZNS): bilden Markscheiden
- Schwann-Zellen (PNS): bilden Markscheiden
motorische Endplatte
Synapse zwischen Nervensystem und Skelettmuskulatur
Neurotransmitter und seine Fuktionen, inkl. 4 Beispiele für Neurotransmitter
- chemischer Botenstoff
- werden durch ankommenden elektrischen Reiz in Synapse freigesetzt
- durchqueren synaptischen Spalt
- lösen an Membran des Erfolgsorgans elektrischen Impuls aus
Bespiele: Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Serotonin
Erregungsüberleitung an den Synapsen
- fortgeleitete elektrische Erregung wird an nachfolgende Nervenzelle oder auf Erfolgsorgan übertragen
- Synaptischer Spalt: Hürde für elektrischen Reiz zwischen Nervenzelle und Erfolgsorgan --> verhindert unkontrollierte Ausbreitung
- Ankommender Reiz löst Freisetzung von Transmitter (chem. Botenstoffe) in den synaptischen Spalt aus --> Transmitter durchqueren Spalt und lösen an Membran des Erfolgsorgans elektrischen Impuls aus
grundsätzlicher Aufbau Nervenzelle
- Neuron: funktionelle Grundeinheit, befähigt elektrochemische Energie als Nervenimpulse zu erzeugen & weiterzuleiten, verlieren im Verlauf der Differenzierung Mitosefähigkeit
- Dendrit: kurze, stark verzweigte, baumartige Fortsätze --> leiten Impulse anderer Zellen zum Zelleib
- Axon: leiten Impulse vom Zellleib weg, max. ein Axon pro Nervenzelle, kann über ein Meter lang werden, gut isoliert; Synapsen: kolbenförmige Enden Axon
Zelltypen des Nervengewebe
- Nervenzellen (Neurone, Neurozyten)
- Gliazellen: Hüll-, Schutz- und Isolationsschicht Nervengewebe
prinzipielle Funktion Nervengewebe
- Reizaufnahme
- Reizleitung
- Reizverarbeitung
- Reizbeantwortung
ZNS: verschiedene Hirnanteile & Rückenmark
PNS: Gesamtheit Nerven vom Austritt aus dem Rückenmark bis in die Peripherie
Ablauf der Muskelkontraktion (grob)
- Ruhezustand: Myosin nicht an Aktin gebunden
- Aktionspotential trifft ein --> Erregung der Muskelzelle: Calciumionen werden aus eR der Muskelzelle freigesetzt --> Muskelkontraktion wird ausgelöst
- Bindung Myosin an Aktin
- ATP (am Myosin haftend) wird unter Mithilfe von Magnesium in ADP + P gespalten --> entstehende Energie führt dazu dass Myosinkopf abknickt --> Aktin gleitet an Myosin vorbei
- neues ungespaltenes ATP führt dazu, dass sich Aktin-Myosinbindung wieder löst --> Myosinkopf richtet sich wieder auf
- Wiedeholtes Abknicken und Aufrichten führt dazu, dass Myosinfilamente zwischen Aktinfilamente gleiten --> Muskelzellen verkürzen sich --> kontrahieren mehrere Muskelzellen gleichzeitig führt dies zur Verkürzung & Verdickung eines Muskels
Info: fehlt ATP bleiben Myosinköpfe abgeknickt --> Muskel bleib starr: Totenstarre
Energiebereitstellung des Muskels erklären
- ATP wird in ADP, Phosphat und Energie gespalten
- Kreatinphosphat: gebraucht, wenn nicht genügend ATP vorhanden --> durch Spaltung kann ATP-Speicher kurzzeitig aufrechterhalten werden --> Energie für kurzfristige Muskelarbeit (ca. 15 s); in Leber und Nieren gebildet --> mit Fleischnahrung aufgenommen
- Kreatinphosphat + ADP --> Kreatin + ATP
- Glukose: kommt bei langfristiger Muskelarbeit zum Einsatz, andere Option: Fett- und Aminosäuren
- aerob: Zitratzyklus, Glucose --> CO2 + H2O + viel ATP
- anaerob: Glucose --> Lactat + wenig ATP
Muskelkontraktion: die nötigen Hilfsstoffe
- ATP: Energielieferant
- Calciumionen: Start Kontraktion
- Magnesiumionen: Aktivierung ATP
Muskelkontrakttion: die zwei notwendigen Eiweisse und deren prinzipiellen Aufbau nennen
Myosinfilament
- besteht aus Myosinmolekülen
- Myosinmolekül: Schaft, Hals und Kopf
- Schäfte sind chemisch fest aneinander gebunden und bilden eigentliches Filament --> Myosinköpfchen ragen seiltich heraus
Aktinfilament
- zwei umeinander gewundene, perlschnurartig aussehende Ketten
- Ketten bestehen aus kugeligen Aktinmolekülen
Drei histologische Muskeltypen inkl. charakteristische Merkmale
- Skelett-Muskulatur: willkürlich, arbeiten rasch, ermüden schnell, quergestreifte Muskulatur
- glatte Muskulatur: alle inneren Organe & Gefässwände, unwillkürlich, arbeitet langsam und rhythmisch, nicht ermüdbar, spindelförmige Zellform
- Herz-Muskulatur: durch eigenes Reizleitungssystem gesteuert, unwillkürlich, arbeitet rasch, rhythmisch und unermüdlich, Zellen unregelmässig verzweigt und bilden Kontaktzonen (Glanzstreifen) --> erleichtern Reizleitung von Zelle zu Zelle und gewährleisten dadurch eine optimale gleichzeitige Kontraktiion
Charakteristische Eigenschaft Muskelgewebe
- Fähigkeit zur raschen und ausgiebigen Kontraktion
- Verkleinerung und Bewegung Hohlorgane
Zusammensetzung Knochengewebe
- Knochenzellen
- Zwischenzellsubstanz:10% Wasser, 25% organische Bestandteile (v.a. Kollagenfasern --> Biegefestigkeit), 65% anorganische Bestandteile (v.a. Kalziumphosphat in Kristallform --> Härte und Festigkeit)
Knochenzellenarten und ihre Funktion
- Osteoblasten: knochenbildend, scheiden typische Interzellularsubstanz (Osteoid) und kollagene Fasern aus, produzieren Enzym, welches Ausfällung von Kalksalzen und somit Mineralisierung der Knochengrundsubstanz bewirkt --> Osteoblasten zunehmend in Knochengrundsubstanz eingemauert und zu teilungsunfähigen Osteozyten umgewandelt
- Osteozyten: weisen zahlreiche Fortsätze auf --> Verbindung untereinander
- Osteoklasten: Gegenspieler der Osteoblasten, bilden Enzym welches Knochen auflöst --> ermöglicht Knochenumbau bei veränderten mechanischen Beanspruchungen und hormonell gesteuerten Knochenabbau (bei Kalziumbedarf im restlichen Körper)
Formen der Knochenentwicklung
- direkte Verknöcherung (desmale Ossifikation): Knochen werden direkt aus Bindegewebe gebildet z.B. Gesichtsknochen, Schlüsselbein, Knochen des Schädeldachs verknöchern bereits im Mutterleib
- indirekte Verknöcherung (chondrale Ossifikation): Knochen zuerst als Modell aus hyalinem Knorpelgewebe, später durch Knochen ersetzt