Materialkunde Wundversorgung
MPK Weiterbildung Modul Wundversorgung
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Lernkarten
Wie werden PU Folien angewendet?
Schutzpapier entfernen und Folie mit der Klebeseite auf die trockene, fettfreie Haut aufkleben
Folienrand ca 2-3 cm über Wundrand applizieren
Folie beim Aufkleben nicht spannen, am besten in Streifen geschnitten applizieren
Um das eindringen von Mikroorganismen zu verhindern, sollen am Rand keine Falten geklebt werden
Welches sind Kontraindikationen für eine PU Folie?
Wenn Semiokklusion kontraindiziert ist, z.B. klinisch infizierte Wunden
Mumifizierungen, die trocken bleiben sollen (z.B. Akren bei Patienten mit PAVK)
Leicht lädierbare oder irritierte, ekzematöse Wundumgebung
Nässende Wunden
Welches sind die Indikationen für die PU-Folie?
Sekundäre Wundauflage um primäre Wundauflagen zu fixieren
saubere, oberflächliche Wunden mit geringer Exsudation (z.B. Nähte)
Behandlung und Prävention von Blasen
Als Schutz vor Wasser
Mit Pad als Schnellverband für Bagatellwunden und zum Abdecken von Narben (Sonnenschutz)
Welches sind die Nachteile der Polyurethanfolie?
Keine Saugkapazität
Mazerationsgefahr
Haften nicht auf feuchter oder fettiger Haut
Teilweise schwierig faltenfrei aufzukleben (Streifenweise aufkleben!)
Nenne Vorteile der Polyurethanfolie
Wundbeobachtung möglich da transparent
Selbstklebend
Wasserdicht, der Pat. kann baden oder duschen
Verkleben nicht mit der Wundoberfläche, da die Folie durch die Feuchtigkeit der Wunde die Haftkraft verliert
Welches ist die Funktion der Polyurethanfolie?
V
Verhindert das Austreten von Exsudat
Verhindert das Eindringen von Bakterien
Je nach Produkt unterschiedliche Wasserdampf / Sauerstoffdurchlässigkeit
Verhindert ein Austrocknen der Wundoberfläche
Wie ist die Polyurethanfolie aufgebaut?
Aus Polyurethan - hauchdünn, durchsichtig
Wundumgebung (ev. auch Wunde) kann ohne Verbandwechsel beurteilt werden
Wundseitig meist mit hypoallergenem Acrylatkleber beschichtet
Nenne Beispiele des Hydrokolloids
Askina Biofilm
Combiderm
Comfeel
Cutinova Hydro
Hydrocoll
Ialugen Hydro
Nu-Derm
Tegaderm Hxdrokolloid
Varihesive
Suprasorb H
Wie wird das Hydrokolloid angewendet?
Schutzpapier auf der Klebeseite ablösen.
Die Haut muss trocken und fettfrei sein. Hydrokolloid mit Klebeseite auf die gewünschte Körperstelle applizieren und glattstreichen, ohne dass an den Rändern Falten entstehen.
Der Verband muss die Wundränder etwa 2-3 cm überragen
An anatomisch schwierigen Stellen können auch mehrere Verbände eingeschnitten und/oder leicht überlappend aufgeklebt werden
Das Hydrokolloid muss direkt oder durch einen Wundfüller mit dem Wundbett in Verbindung sein. Es dürfen unter dem Hydrokolloid keine Höhlen sein.
Wann darf das Hydrokolloid nicht angewendet werden?
Bei atropher Haut
Bei PAVK
Eingeschränkt verwendbar bei onkologischen Wunden, bei Diabetes und bei freiliegenden bzw. sichtbaren Sehnen und Knochen wg. relativer Hypoxie udn Gefahr dass Infekt nicht richtig beurteilt wird.
Welches sind die Indikationen für die Anwendung eines Hydrokolloids?
Aufweichen und Ablösen von wenig fibrinösen Belägen
Schutz von Verletzungen und Reibeflächen
Leicht bis mässig exsudierende Wunden
Zur Fixation von Primärauflagen und Wundfüllern, wenn Semiokklusion erwünscht und ein langer VW- Intervall möglich ist
Welches sind die Nachteile des Hydrokolloids?
Irritation / Allergie der Wundränder und der Wundumgebung möglich
Haften schlecht auf feuchter Haut (Schwitzen), starke Haftung auf trockener Haut
Dickere Produkte rollen sich vom Rand her auf und verursachen Druck auf das Gewebe
Grosse Grössen der dickeren Produkte bilden oft „Falten“ und werden dadurch undicht
Unangenehme Geruchsentwicklung möglich
Das entstehende Gel ist leicht mit Eiter zu verwechseln
Welches sind die Vorteile des Hydrokolloids?
Schmerzarmer Verbandwechsel
Selbstklebend, kein Sekundärverband nötig
Kurzes Duschen/Baden möglich
Welches sind die Eigenschaften des Hydrokolloids?
Hydroaktiv / semiokklusiv
Selbsthaftend
Hält die Wunde feucht
Schliesst Zelltrümmer ein
Wie funktioniert ein Hydrokolloid?
Quillt bei Sekret Aufnahme
Bildet zähflüssiges Sekret
Wie ist ein Hydrokolloid aufgebaut?
Oberschicht aus Polyurethanfolie
Unterschicht aus selbsklebender Masse aus Pektin oder Gelatine und Carboxymethylcellulose
Welche Anforderungen muss das Wundmaterial während der Epithelisierungsphase erfüllen?
Schutz des Neoepithels
Erhalt der Feuchtigkeit
Welche Anforderungen muss das Wundmaterial während der Granulationsphase erfüllen?
Erhalt einer feuchten Wundoberfläche
Aufnahme von übermässigem Exsudat
Erhalt des Mikroklimas
Schutz vor Bakterien, Druck, Reibung, Fremdkörpern
Reduktion der Verbandwechselintervalle
Welche Anforderungen muss das Wundmaterial während der Reinigungsphase erfüllen?
Blutstillung
Aufnahme von Gewebetrümmern
Exsudatabsorption
Erhalt einer feuchten Wundoberfläche
Nenne Kontraindikationen für eine Semi-Okklusion
Kritisch kolonisierte Wunden
Infizierte Wunden
Freiliegende Sehen, Muskeln, Knochen
Ischämische Ulcerationen (ab PAVK 2)
Nekrosen
Nenne die Indikationen für eine Semi-okklusion
Geringe bakterielle Besiedelung
Wenig Beläge
Mässig Exsudat
In allen Wundheilungsphasen
Primär und Sekundär Verband
Was bewirkt eine Semi-Okklusion auf der Wunde?
Sauerstoffmangel auf der Wundoberfläche
Tiefer pH Wert
Aktiviert die Produktion von Makrophagen
Wachstumsfaktoren werden frei gesetzt
Einsprossung von Kapillaren = Neoangiogenese
Nenne die Stoffgruppen zur Semi-Okklusion
Hydrokolloide
Polyurethan Folien
Adhäsive Schaumstoffe
Was bedeutet semi-okklusiv?
Die Begriffe semi-okklusiv, semi-permeabel weisen auf eine zu definierende Wasserdampfdurchlässigkeit eines Materials, und Undurchlässigkeit für Flüssigkeit hin. z.B. Polyurethan)
Was bedeutet Okklusion?
Verschliessen bzw. Verschluss
Undurchlässig für Flüssigkeiten und Gase (Wasserdampf, Sauerstoff O2, und CO2)
Welche Anforderungen muss eine Wundabdeckung erfüllen?
Aufnahme von Sekret
Austrocknen der Wunde vermeiden
Atraumatischen Verbandswechsel ermöglichen
Schutz vor mikrobiellen, mechanischen und chemischen Einflüssen
steriles, nicht toxisches oder sesibilisierendes Material
Adaptionsfähigkeit des Materials an die Morphologie des Wundbettes
Gutes Kosten/Nutzenverhältnis
Fakultativ: Eignung zur Selbstbehandlung durch den Patienten oder Angehörige