Regeln der Technik 1.Semester Elektroprojektleiter
Zusammenfassung via Karteikarten des ersten Semesters Regeln der Technik vom Elektroprojektleiter & Sicherheitsberater
Zusammenfassung via Karteikarten des ersten Semesters Regeln der Technik vom Elektroprojektleiter & Sicherheitsberater
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Lernkarten
Erkläre das TT-System
In TT-Systemen ist ein Punkt direkt geerdet (Betriebserdung). Die Körper der elektrischen Anlage sind mit Erdern verbunden, die elektrisch vom Erder für die Erdung des Systems unabhängig sind. Im TT-Netz ist die Fehlerstromschutzeinrichtung (RCD) zwingend vorgeschrieben!
Einsatzgebiet: Bei dieser Netzvariante, die vermehrt in ländlichen Bereichen zu finden ist, also dort, wo Freileitungen im Einsatz sind, muss ein möglicher Fehlerstrom über das Erdreich fliessen können. Der Sternpunkt des speisenden Trafos ist deshalb geerdet (erstes T), während alle berührbaren Körper (Gehäuseteile) mit dem Anlagenerder als eigenständigem zweitem Erder (zweites T) verbunden sind. Das SBB-Netz funktioniert auch nach dem TT-System.
Erkläre das IT-System
In IT-Systemen sind alle aktiven Leiter von Erde getrennt oder ein Punkt ist über eine Impedanz mit Erde verbunden. Bei einem Isolationsfehler kann deshalb nur ein kleiner, im Wesentlichen durch die Netzableitkapazität verursacher, Fehlerstrom fliessen. Die vorgeschalteten Sicherungen sprechen nicht an. Die Spannungsversorgung bleibt auch bei einpoligem, direktem Erdschluss erhalten. Im IT-Netz ist eine Isolationsüberwachung zwingend vorgeschrieben!
Einsatzgebiet: In Operationssälen, da hier eine Unterbrechung der Stromversorgung eine Lebensgefahr für den Patienten darstellen würde. In Industrieanlagen (wirtschaftlichen Schaden).
Was ist der Unterschied zu TN- und TT-Systemen?
In TN-Systemen oder der Sternpunkt der speisenden Transformatoren niederohmig geerdet, und die Körper der elektrischen Anlage sind über Schutzleiter mit dem Betriebserder des Netzes verbunden. Auch in TT-Systemen wird der Sternpunkt niederohmig geerdet, aber die Körper der elektrischen Anlage sind unabhängig von der Systemerdung geerdet.
Erkläre das Alt TN-C oder Nullungs Schema III
Alt TN-C ist nicht dasselbe wie das Schutzsystem TN-C.
Weil bei der Schutzmassnahme TN-C für den Neutral- und Schutzleiter ein einziger Leiter, den PEN-Leiter benützt wird, steht bei einem Unterbruch über den Widerstand des Verbrauchers das genullte, leitende Gehäuse unter Spannung.
Bei Erweiterungen wird nach dem TN-C-S System installiert. Steckdosenersatz durch Modelle mit eingebauten RCD verwenden.
Man sollte dem Eigentümer eine schriftliche Abmahnung / Warnung sendet.
Wie muss man einen Fundamenterder im Beton verlegen?
Den Fundamenterder legt man 5cm ab Aussenkante nach innen (wegen der Korrodierung)
Alle 5 Meter wird der Erder mit einer Erdschelle / -bride an der Armierung befestigt.
Bei einer Erderlänge von 20 Metern benötigt man eine Maschenverbindung.
Wie muss man einen Ringerder verlegen?
Der Ringerder muss ausserhalb gezeichnet werden (Planung).
Mind 1 Meter neben der Aussenwand / dem Gebäude (auch Dachvorsprünge beachten).
Zudem ist der Ringerder in 0,7m Terrain (Erdreich) zu verlegen.
Wie muss man einen Tiefenerder verlegen?
Ein Tiefenerder benötigt eine Elektrodenlänge von mind. 2.5m & Abstand von mind 1.5m
Nenne mind. 3 verschiedene Materialien die man für die Erdung verwenden kann
Erkläre den Grundsatz des Schutzpotentzialausgleichs (SPA)
Eine Anschlussstelle an den Fundamenterder ist möglichst in unmittelbarer Nähe des Anschlussüberstromunterbrechers vorzusehen. Weitere Anschlussstellen an den Fundamenterder sind an allen Stellen vorzusehen, wo Leitungen (Gas, Wasser, Kommunikation usw.) in das Innere von Gebäuden geführt werden, sowie an welche Potenzialausgleichsleitungen von Klima-, Lüftungs-, Heizanlagen, Anlagen der Informations- und Kommunikationstechnik, Blitzschutzanlagen, etc. angeschlossen werden.
Zähle auf was an den Schutzpotentzialausgleich (SPA) angeschlossen werden muss
In jedem Gebäude müssen der Erdungsleiter und die folgenden leitfähigen Teile über die Haupterdungsschiene zum Schutz-Potenzialausgleich verbunden werden:
- Metallene Rohrleitungen von Versorgungssystemen die in Gebäude geführt sind. Z.B. Gas, Wasser
- Fremde leitfähige Teile der Gebäudekonstuiktion, sofern im üblichen Gebrauchszustand berührtbar
- Metallene Zentralheizungs- und Klimasysteme
- Metallene Verstärkung voin Gebäudekonstruktionen aus bewehrtem Beton (Bewährungsstähle), soweit dies möglich und sicherheitsrelevant ist
- Wo leitfähige Teile ihren Ausgangspunkt ausserhalb des Gebäude haben, müssen sie so nahe wie möglich an ihrer Eintrittstelle innerhalb des Gebäudes miteinander verbunden werden.
- Metallmäntel von Fernmeldekabeln und –leitungen müssen, unter Berücksichtigung der Anforderungen der Besitzer oder Betreober dieser Kabel und Leitungen mit dem Schutz-Potentialausgleich verbunden werden.
- Kabeltragsysteme können zur Verbesserung der EMV in den Funktions-Potentialausfleich einbezogen werden (SNG 491000 – 2089)
Zähle auf was nicht als Schutzleiter oder Schutzpotentzialleiter verwendet werden darf
- Rohrleitungen aus Metall für Wasser, brennbare Flüssigkeiten oder Gase dürfen nicht als Erder verwendet werden.
- Konstuktionsteile die im normalen Betrieb mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt sind
- Flexible oder bewegliche Elektroinstalltionsrohre aus Metall, es sei denn sie sind für diesen Zweck hergestellt worden.
- Flexible Metallteile
- Spanndrähte oder Tragseile
- Kabelwannen und Kabelpritschen ohne sichere Verbindung.
Was sind die drei Zwecke für das Schalter?
Trennen, Schalten und Not-Aus
Was sind Einrichtungen zum Schalten?
- Die Schalter müssen in AUS-Stellung alle Polleiter gleichzeitig abschalten
- Die Schalter dürfen nur in der «AUS-Stellung» abschliessbar sein.
- Die zusätzlichen Bauteile, die zum Blockieren und Abschliessen der Hauptschalter nötig sind, müssen unverlierbar mit den Schaltern verbunden sein.
- Einrichtungen für betriebsmässiges Schalten von Kondensatoren müssen mindestens für den 1,5-fachen Bemessungsstrom bemessen sein.
- Einrichtungen für betriebsmässiges Schalten sind an jederzeit leicht und gefahrlos zugänglichen Stellen anzubringen. (Abschliessbar oder in
Sichtweite zum aktiven Teil)
- Schilder oder andere geeignete Kennzeichnungen müssen den Zweck des Schalt- oder Steuergerätes angeben, es sei denn, dass es keine
Möglichkeit zur Verwechslung gibt.
- Wenn das Funktionieren von Schalt- und Steuergeräten vom Bedienenden nicht beobachtet werden kann, muss eine Anzeige für den Bedienenden
sichtbar angebracht werden
- Wenn ein Betriebsmittel aktive Teile enthält, die mit mehr als einem Stromkreis verbunden sind, muss eine Warnaufschrift so angebracht sein, dass
Personen, die Zugang zu den aktiven Teilen haben, auf die Notwendigkeit der Trennung dieser Teile von den verschiedenen Stromkreisen
hingewiesen werden. (ausser bei Verriegelungsvorrichtung)
- Steckdosen <16A
- …nicht abschliessend aufgelistet
Was sind Einrichtungen zum Trennen?
- Einrichtungen zum Trennen müssen alle aktiven Leiter des betreffenden Stromkreises unterbrechen
- > Neutralleiter zuletzt trennen, bzw. zuerst schliessen.
- Steckdosen < 16A
- Bei jeder Einrichtung zum Trennen muss durch die Einbaustelle oder durch dauerhafte Kennzeichnung angezeigt werden, welcher Stromkreis durch
sie getrennt wird.
- Spezialklemmen im Neutralleiter sind wenn möglich unmittelbar bei den dazugehörenden Überstrom- Schutzeinrichtungen anzuordnen, andernfalls an
den Neutralleiter-Sammelschienen oder an den Klemmenreihen. Dabei muss die Anordnung so sein, dass die dazugehörende Überstrom-
Schutzeinrichtung klar erkennbar ist.
- Der beim Übergang vom System TN-C auf System TN-S erforderliche Neutralleitertrenner ist sinngemäss gleich anzuordnen wie Neutralleitertrenner
mit dazugehörenden Überstrom-Schutzeinrichtungen.
- Wenn ein Betriebsmittel aktive Teile enthält, die mit mehr als einem Stromkreis verbunden sind, muss eine Warnaufschrift so angebracht sein, dass
Personen, die Zugang zu den aktiven Teilen haben, auf die Notwendigkeit der Trennung dieser Teile von den verschiedenen Stromkreisen
hingewiesen werden
- …nicht abschliessend aufgelistet!
Wann muss die Baubegleitende Erstprüfung stattfinden?
Vor der Übergabe an den Eigentümer
Was muss man bei einer Sichtprüfung ansehen?
1) Basis- und Fehlerschutz
2) Zusätzlicher Schutz
3) Raumarten
4) Schutzsystem
5) Erdungskonzept
6) Verbindungen (Selbstlockerung / Korrosion / Zugang)
7) Überstromschutz
8) Trennen und Schalten
9) Kennzeichnung / Aufteilung der Stromkreise
10) Brandschutz
11) Stromquellen SELV / PELV oder Schutztrennung
12) Abstände
13) RCD
...etc die Auflistung ist nicht abschliessend
Was ist eine Schutzleiterprüfung?
Es ist einer der wichtigsten Prüfungen.
Schutzleiterprüfung = Nachweis der Automatischen Abschaltung
Es ist die Messung der Leitfähigkeit mit einer Quelle, deren Leerlaufspannung zwischen 4V und 24V DC oder AC beträgt und welche einen Strom von mindestens 0,2A abgibt. Der Ohm-Wert muss ersichtlich sein.
Max. 4% Spannungsfall ab HAK.
Was ist eine Isolationswiderstandsmessung?
1) Für die Messung der Isolationswiderstände sind die Aussenleiter und der Neutralleiter als aktive, d.h. stromführende Leiter zu betrachten. Der PEN-Leiter gilt dagegen als geerdet. Während einer Messung dürfen die Aussenleiter und der Neutralleiter an der Messstelle miteinander verbunden sein. •
2) Enthält ein Stromkreis elektronische Geräte, sind vor der Messung die Aussenleiter mit dem Neutralleiter zu verbinden. Sollte die Messung ein ungenügendes Resultat ergeben, sind die elektronischen Geräte abzutrennen, und die Messung ist mit getrennten Leitern zu wiederholen.
3) Sind Systeme wie Isolationsüberwachungseinrichtungen, Differenzstromüberwachungen, etc. installiert, muss bei der Erstprüfung trotzdem eine Isolationsmessung durchgeführt werden.
4) Wo Überspannungs-Schutzeinrichtungen (SPDs) oder andere elektrische Betriebsmittel die Prüfung beeinflussen können oder bei der Prüfung beschädigt werden können, müssen diese elektrischen Betriebsmittel vor der Durchführung der Messung des Isolationswiderstands abgetrennt werden. Wo es aus praktischen Gründen nicht sinnvoll ist, solche elektrischen Betriebsmittel zu trennen (z.B. bei Steckdosen mit eingebauter SPD), darf die Messgleichspannung für den betrachteten Stromkreis auf 250 V herabgesetzt werden, jedoch muss der Isolationswiderstand >1 MΩ betragen.