ZHAW Pflege _ BA.PF.D. 101 _ Geriatrie, Onkologie,

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F. C.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Geriatrie und Onkologie im medizinischen Kontext. Sie decken Themen wie Nierenfunktionen, Harnsteine, Dialyseverfahren, Niereninsuffizienz und deren Ursachen sowie die Behandlung von Harnwegsinfektionen ab. Die Karteikarten sind ideal für Studierende und Fachkräfte, die sich mit der Diagnose und Therapie von Nierenerkrankungen und verwandten Störungen vertraut machen möchten.
Karten
72
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
24.10.2023 / 03.09.2025

Lernkarten

was versteht man unter dem ketoazidotischen Koma?

...durch einen entgleisten Diabetes mellitus verursachtes Koma

Als ketoazidotisches Koma bezeichnet man im engeren Sinne eine durch das Fehlen von Insulin bedingte schwere Komplikation des Diabetes mellitus. Aufgrund des Insulinmangels gelangt nicht ausreichend Glukose in die Zellen und es kommt durch Ausgleich des entstehenden Energiedefizits zu einem vermehrten Fettabbau. Dabei entstehen als Stoffwechselprodukte sogenannte Ketonkörper, welche zu einer Übersäuerung (Azidose) des Organismus und in Folge auch zu Elektrolytveränderungen führen. Die ersten Symptome dieser Stoffwechselentgleisung sind insbesondere Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Bei einem Ausbleiben der Behandlung kann es zu Muskelkrämpfen, Herzklopfen, Bauchschmerzen und sogar Koma kommen. Das ketoazidotische Koma ist ein lebensbedrohlicher Zustand und muss umgehend intensivmedizinisch behandelt werden.
Nähere Informationen finden Sie unter Diabetes mellitus.

Was versteht man unter der Hämaturie und Erythrozyturie?

Unter einer Hämaturie versteht man das Vorkommen von Erythrozyten bzw. Blut im Urin. Sie ist abzugrenzen von der Hämoglobinurie, bei der keine Erythrozyten, sondern Hämoglobin im Urin auftritt.

Als Erythrozyturie bezeichnet man das Auftreten von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Urin. Erythrozyturie ist eine Form der Hämaturie.

Was für Ursachen kann es für zu viele Erythrozyten im Urin haben?

Ursachen
• Erythrozyturie bei Blutung aus der Niere oder den ableitenden Harnwegen:
- Entzündung, Infekt, Stein, Tumor u.a.
- Verletzung der Niere und der ableitenden Harnwege
- Mikroskopische Beurteilung der Erythrozyten erlaubt Differenzierung zwischen glomerulärer und postglomerulärer Blutungsquelle
• Reine Hämoglobinurie bei Krankheiten, die zu einer Hämolyse führen (=Hämoglobinurie)

Was ist die Niere (Fachbegriff?) und was sind ihre Aufgaben?

Die Niere ist ein paariges bohnenförmiges Organ, dessen Hauptaufgabe die Bildung des Harns (Filtration, Reabsorption und Konzentration) ist. Durch Sekretion und Reabsorption ist die Niere entscheidend an wichtigen systemischen Regulationen beteiligt wie

Außerdem ist die Niere ein endokrines Organ, das durch Synthese und Sekretion von Renin und Erythropoetin an der systemischen Blutdruckregulation und Erythropoese beteiligt ist.

Gesunde Nieren scheiden nur geringe Proteinmengen aus. JA/NEIN?

JA

Wie wird die Nierenfunktion gemessen?

Glomeruläre Filtrationsrate (GFR)
• Die GFR ist die Menge an Primärharn, die in den ca. 3 Mio. Glomerula beider Nieren pro Minute als Primärharn filtriert wird.Die Angabe erfolgt in Millilitern pro Minute, bezogen auf eine normierte Körperoberfläche von 1,73 m 2 (ml/min/1,73m 2 ).
• Die GFR beim gesunden jungen Erwachsenen beträgt etwa 120 ml/min (oder 180 Liter pro 24 Std.).
• Mit zunehmendem Alter nimmt die GRF ab. Ab dem 40. Lebensjahr verliert man ca. 1 ml/min pro Jahr.
• Je tiefer die GRF ist, umso schlechter ist die Nierenfunktion.

Was ist Kreatinin?

Kreatin ist eine niedermolekulare Substanz, die im Energiestoffwechsel als Phosphatgruppen-Überträger von Bedeutung ist. Kreatin wird in der Leber aus Glycin, Arginin und Methionin synthetisiert und vor allem in die Muskulatur, aber auch in andere Gewebe aufgenommen.

Kreatinin ist das Lactam des Kreatins. Es tritt als Abbauprodukt auf und wird konstant über den Urin ausgeschieden. Es gehört zu den so genannten harnpflichtigen Substanzen.

Wenn möglich Kreatinin- Clearance kontrollieren und nicht das Serum Kreatinin da ...

... das Kreatinin - Clearance besseren aufschluss.

Was versteht man unter der Kreatinin-Clearance?

Die Kreatinin-Clearance ist das gebräuchlichste klinische Clearance-Verfahren zur Beurteilung der Nierenfunktion. Sie erlaubt unter Berücksichtigung möglicher Verfälschungen einen relativ genauen Rückschluss auf die glomeruläre Filtrationsrate (GFR), den wichtigsten Parameter zur Beurteilung der Nierenfunktion. Die Kreatinin-Clearance ist neben der Bestimmung der Retentionswerte ein wichtiges diagnostisches Werkzeug zur Erfassung einer Niereninsuffizienz.

Was versteht man unter einer Glomerulonephritis?

Die Glomerulonephritis ist eine in der Regel beide Nieren befallende abakterielle Entzündung der Glomeruli.

Als Glomerulus bezeichnet man ein kleines Gefäß- oder Nervenknäuel. In der Regel sind mit dem Begriff die Glomeruli des Nierengewebes gemeint, die Glomeruli corpusculi renalis. Sie sind ein wichtiger morphologischer Bestandteil der Nierenkörperchen und für die Ultrafiltration des Primärharns verantwortlich.

Die Begriffe "Glomerulus" und "Nierenkörperchen" werden teilweise auch synonym verwendet, obwohl dies terminologisch nicht korrekt ist.

Was versteht man unter einer tubulo-interstitielle Nephritis?

Als tubulointerstitielle Nephritis oder interstitielle Nephritis bezeichnet man eine entzündliche Erkrankung der Niere mit dominierender Beteiligung des Niereninterstitiums. Werden dabei die Tubuli zerstört, spricht man von einer destruierenden tubulointerstitiellen Nephritis. Die interstitielle Nephritis ist meist durch Medikamente, Infektionen oder Systemerkrankungen bedingt.

Ein Nierentubulus ist ein röhrenförmiges Strukturelement des Nierengewebes, das einen Teil der kleinsten Funktionseinheit der Niere, des Nephrons, bildet. Zusammen bilden die Nierentubuli das Tubulussystem.

Was versteht man unter dem Interstitium`?

Als Interstitium bezeichnet man im weitesten Sinn den Zwischenraum zwischen Geweben oder Zellen, den interstitiellen Raum. Der Begriff wird aber meist benutzt, um das faserarme, aber zell- und blutgefäßreiche Bindegewebe eines Organs zu benennen, das interstitielle Bindegewebe - in diesem Fall spricht man auch vom Stroma.

Nenne Folgen von Nierenerkrankungen?

- Retention harnpflichtiger Substanzen (führt zu ‚Vergiftung‘: Urämie)
- Elektrolytentgleisungen
- Störungen im Wasser- und Salzhaushalt
- Störungen im Hormonsystem
- Störungen der Blutdruckregulation
- Störungen im Kalzium- und Knochenstoffwechsel
- Störungen des Säure-Basen-Haushaltes

Was ist das nephritische Syndrom und was ist das nephrotische Syndrom?

Das nephritische Syndrom ist die klinische Manifestation einer akuten Glomerulonephritis
Das nephrotische Syndrom ist die Spätfolge einer chronischen Nierenerkrankung mit Proteinurie und Ödemen

Was ist der Hauptunterschied zwischen dem nephritische Syndrom und dem nephrotische Syndrom?

Bei dem akuten nephritischen Syndrom werden weniger als <3.5g/24h an Proteinen ausgeschieden.

Bei dem neprotischen Syndrom werden mehr > 3.5g/24h an Proteinen ausgeschieden

Unter einer Proteinurie versteht man die erhöhte Ausscheidung von Protein (Eiweiß) im Urin. Mögliche Gründe dafür sind zum Beispiel eine Niereninsuffizienz oder ein nephrotisches Syndrom. Eine geringe Proteinauscheidung im Urin ist physiologisch.

Nenne die Fachbegriffe für :

  • Vor der Niere gelegen
  • In der Niere gelegen
  • Nach der Niere gelegen

 

Vor der Niere gelegen = Prerenal

In der Niere gelegen = Intrarenal

Nach der Niere gelegen = Postrenal

Was für Ursachen kann es für Intrarenale Niereninsuffizienz geben?

  • Diabetes mellitus
  • Hypertonie
  • Nierenkörperchenentzündungen und andere entzündliche Nierenkrankheiten
  • Zystennieren, also Nierenfehlbildungen

Ist die Niere gut durchblutet?

Aufgrund ihrer Schlüsselfunktion für den Wasser- und Elektrolythaushalt und ihrer Aufgaben bei der Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten ist die Niere eines der am stärksten durchbluteten Organe des menschlichen Körpers.

Was können Ursachen für eine postrenale Niereninsuffizienz sein?

Ursachen:

  • Nephro- und Ureterolithiasis
  • Tumoren in Ureter/Blase
  • Prostatahyperplasie/-Karzinom
  • Neurogene Blasenentleerungsstörung
  • Urethraobstruktion
  • vesikoureteraler Reflux

Folgen:

  • chronische Stauung führt zu irreversibler
  • Schädigung der Nieren

Laborbefunde:

  • GRF vermindert
  • Urinstatus normal oder Leukozyturie/Hämaturie

Therapie: Beseitigung des Abflusshindernisses

Was versteht man unter der AKI (Acute Kidney Injury)

 

Definition
Über Stunden bis Tage auftretende, meistens reversible Verschlechterung der Nierenfunktion mit Anstieg des Serumkreatinins (>26.5 umol/l bzw. >1.5-faches eines Vorwerts innert 7 Tagen) und/oder Oligo- bis Anurie (<0.5 ml/kg/h über 6 h)

Was versteht man unter einer chronischen Niereninsuffizienz?

Definition Chronische Niereninsuffizienz (CKD)
Meistens langsam sich entwickelnder und über mehr als 3 Monate bestehender
irreversibler Funktionsverlust der Nieren.

Häufigste Ursachen
Diabetes mellitus
Chronische Glomerulonephritis/ tubulo-interstitielle Nephritis
Zystennieren
Arterielle Hypertonie
Chronisches postrenales Abflusshindernis

Folgen
Urämisches Syndrom
Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes
Renale Anämie und Osteopathie

Was versteht man unter einer Urämie?

Als Urämie bezeichnet man die Kontamination (Vergiftung) des Blutes mit harnpflichtigen Substanzen.

Die Urämie («Harnvergiftung») ist das Endstadium der Niereninsuffizienz, wenn >90% der Nephrone zerstört sind. Harnpflichtige Substanzen werden kaum noch ausgeschieden. Giftstoffe sammeln sich an und schädigen die Organe wie Herz, Gehirn
und Gastrointestinaltrakt. Überschüssige Flüssigkeit bleibt im Körper (Ödeme). Hyperkaliämie. Mangel an aktivem Vitamin D (Hypokalzämie) und Erythropoetin
(Anämie)

Was ist das Prinzip der Dialyse?

Herzstück der Dialyse ist die semipermeable Membran.
Kleine Teilchen und Wasser können durch diese Membran hindurch, grosse nicht.

Bei der Hämodialyse wird über einen speziellen Gefässzugang (Shunt) kontinuierlich Blut entnommen, das über einen Dialysefilter geleitet, gereinigt und schließlich dem
Blutkreislauf wieder zugeführt wird. Die Behandlung dauert dreimal pro Woche vier bis fünf Stunden.

Welche zwei Dialysearten gibt es?

Bei der Hämodialyse wird über einen speziellen Gefässzugang (Shunt)
kontinuierlich Blut entnommen, das über einen Dialysefilter geleitet, gereinigt und schließlich dem Blutkreislauf wieder zugeführt wird. Die Behandlung dauert dreimal pro Woche vier bis fünf Stunden.

Bei der Peritonealdialyse nutzt man das das gut durchblutete Bauchfell des (Peritoneum) Patienten als Filtermembran. Mittels eines Katheters wird vom Patienten
selbst eine spezielle sterile Flüssigkeit (Dialysat) 1-5 x am Tag in die Bauchhöhle eingeführt. Die Dialysatflüssigkeit nimmt Giftstoffe nimmt die überschüssige Flüssigkeit aus dem dem Blut durch das Bauchfell auf. Nach vier vier bis sechs Stunden wird das Dialysat Flüssigkeit mit den Körpergiftstoffen entfernt und durch neues Dialysat ersetzt.

Was versteht man unter dem HWI?

Harnwegsinfekte: Durch Krankheitserreger (meistens Bakterien) verursachte Infektion des Harntraktes.

Einteilung
- nach Lokalisation/Ausdehnung
- untere/obere HWI
- unkomplizierte/komplizierte HWI
- ambulant erworbene/nosokomiale HWI
- asymptomatische/symptomatische HWI
- Urosepsis (schwerste Manifestation)

Nenne die Fachbegriffe für:

Blasenentzündung

Harnröhrenentzündung

Nierenbeckenentzündung

Blasenentzündung = Zystitis

Harnröhrenentzündung = Urethritis

Nierenbeckenentzündung = Pyelonephritis

Nenne Symptome für Pyelonephritis und Cystitis

Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündungen):

  • Seitenschmerzen
  • Hohes Fieber

Cystitis (Blasenentzündung):

  • Erhöhtes Urinieren
  • Schmerzen

Nenne das Fachwort für Harnsteine:

Urolithiasis = Harnsteine

Urolithiasis bezeichnet die Ausbildung bzw. das Vorkommen von Konkrementen (Harnsteinen) in den Harnwegen (Nierenbecken, Ureteren, Harnblase, Urethra).

Nenne die Fachwörter für:

  • Stein in Nieren(-becken) =
  • Stein im Ureter =
  • Stein in der Harnblase =
  • Stein in der Urethra =

 

Nephrolithiasis = Stein in Nieren(-becken)
Ureterolithiasis = Stein im Ureter
Zystolithiasis = Stein in der Harnblase
Urethralithiasis = Stein in der Urethra

Nenne Risikofaktoren für die Bildung von Urolithiasis ( Harnsteine)

• Genetische Veranlagung und oxalatreiche Ernährung (Randen, Rhabarber Spinat, Kakao, Nüsse)
• Harnwegsinfekte (Proteus mirabilis)
• Stoffwechselkrankheiten wie Hyperparathyreoidismus oder Zystinurie
• Knochenabbau mit Kalzium-Freisetzung (bei langer Immobilität)
• Hyperurikosurie (Gicht)
• Harnabflussstörungen/Restharn
• Kleine Trinkmengen (konzentrierter Urin)
• Fremdkörper wie z.B. Blasenkatheter

Was versteht man unter der Hyperparathyreoidismus ?

Der Hyperparathyreoidismus ist durch eine vermehrte Sekretion von Parathormon gekennzeichnet. Parathormon ist ein Hormon des Calciumstoffwechsels. Es wird in den Nebenschilddrüsen produziert.

Wie sieht die Therapie bei Harnsteinen (Urolithiasis) aus?

Bei asymptomatischer Nephrolithiasis ist meist keine Behandlung notwendig. Kleine Harnsteine verlassen den Körper auf natürlichem Weg (Urin sieben). Man kann diesen Prozess unterstützen, indem man sich viel bewegt und auf vermehrte Flüssigkeitszufuhr achtet.
Bei Koliken: Krampf- und schmerzlösende Medikamente wie NSAR, Metamizol
(Novalgin® ) u.a.
Achtung: Bei Fieber und steinbedingter Urinstauung muss eine notfallmässige
Entlastung der Stauung erfolgen und eine parenterale Antibiotikatherapie
eingeleitet werden!
Je nach Situation Harnleiterschiene (Pigtail-Katheter), Operation, medikamentöse
Steinauflösung, Behandlung der Grunderkrankung, Stosswellenlithotripsie u.a.

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