MPK Wundbehandlung

Fragen zur Wundbehandlung

Fragen zur Wundbehandlung


C. J.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Wundbehandlung, insbesondere im medizinischen Kontext. Sie decken Themen wie Wundheilung, Hautpflege, verschiedene Arten von Ulzera, Kompressionstherapie und deren Indikationen sowie pathophysiologische Veränderungen des Gefäßsystems ab. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Fachpersonal, die sich auf die Behandlung von Wunden und die damit verbundenen Therapien spezialisieren möchten.
Karten
58
Lernende
4
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
30.09.2023 / 26.10.2023

Cartes-fiches

welches ist die Kausaltherapie bei einem ulcus cruris arteriosum? (Ursache PAVK)

1. Revaskuliende Massnahmen

2. Risikofaktoren minimieren                                                                                                      

  3. Ausreichende Bewegung                                                                                                              

Welches ist die Kausaltherapie bei einem ulcus cruris venosum?

  • Adäquate, konsequente Kompr.Therapie
  • Bewegung
  • Aktivierung der Muskel-Sprungelenk-Pumpe
  • Rezidiv-Prophylaxe

Welches ist die Kausaltherapie bei einem diabetischen Fusssyndrom?

Polyneuropatisches Ulcus:

- Druckentlastung

- BZ-Einstellung

- Prävention

- Rezidiv-Prophylaxe

Welches ist die Kausaltherapie bei einem Dekubitus?

1. Druck, Reib- und Scherkräfte minimieren: Druckentlastung und Reduzierung

2. Bewegungsförderung Mikro-Makrolagerungen, Bewegungsplan

                                                                                                              

 

Welche pathophysiologischen Vorgänge können zu einem DFS führen?

Der erhöhte BZ führt zu:

  • Schädigung der sensomotorischen und autonomen Nerven:

Polyneuropathie

  • Schädigung der Blutgefässe: Mikro- und Makroangiopathie
  • Veränderung des Skeletts: Osteoarhropathie (destruktive Gelenkerkrankung bei DM)

Beim diabetischen Fussulcus kommt es meist zu einer Kombination zwischen neuropathischen und ischämischen Ursachen. Durch die Hyperglykämie und Neuropathie wird die Wundheilungsstörung gestört. Durch die verminderte Infektionsabwehr können sich Infektionen schnell ausbreiten. Hier handelt es sich um eine Notfallsituation, welche im Spital behandelt werden muss.

Welches sind die weiterführenden Massnahmen bei einem DFS?

Erstmassnahmen bei Ulcus:

  • Infektionsbekämpfung und Druckentlastung
  1. Rasche Behandlung mit engmaschiger Kontrolle (Notfall, 24h)
  2. Vollständige Druckentlastung (Immobilität)
  3. Débridement
  4. Bei Infektionen Antibiotika Therapie
  5. Je nach Situation revaskularisierende Massnahmen

 

Im späteren Verlauf sind folgende Punkte anzugehen:

  • Optimierung der Blutzuckereinstellung des Patienten BZ nüchtern 5.5, HbA1c 5%-7%.
  • Tägliche Fusskontrolle zu Hause instruieren, nach Möglichkeit Podologie
  • Bewegung / Ernährungsschulung, Therapie
  • Blutdruck-Einstellung
  • Diabetesberatung

Welches können die verschiedenen Ursachen von Ulceras sein?

  • Venöse Rückflussstörung (chronisch venöse Insuffizienz = CVI)
  • Arterielle Durchblutungsstörung (periphere arterielle Verschlusskrankheit = PAVK)
  • Folgen von DM in Form von Polyneuropathie und Makro-sowie Mikroangiopathie
  • Dekubitus

Welches sind pathophysiologische Veränderungen des Gefässsystems?

 

Durch Einlagerung von Fett und Mineralien kommt es zu einer Verdickung, Verhärtung und Elastizitätsverlust. Die Arteriosklerose kommt schleichend und ist eine der häufigsten Todesursachen.

Folgeerkrankungen sind:

  • KHK (koronare Herzkrankheit)
  • Hypertonie (renvovaskulär)
  • PAVK
  • Schlaganfall
  • Mesenterialinfarkt (im Darm)

wie sind die verschiedenen Stadien bei einer CVI?

Rückflussstörung des venösen Blutes an den unteren Extremitäten.

Grad 1: lokale Gefässerweiterung am medialen und lateralen Fusssrand, Phleödem (Stauungsödem)

Grad 2: zusätzlich tophische Störung mit Ausnahme des ulcus cruris, zB Pigmentveränderungen, Athropie blanche, Stauungsekzem

Grad 3: ulcus cruris venosum

Grad 3a: abgeheiltes ulcus cruris venosum

Grad 3b: florides ulcus cruris venosum

Welches sind die PAVK-Stadien?

PAVK, nach Fontaine

Stadium I                              Beschwerdefreiheit

Stadium II                             Belastungsschmerz: schmerzfreie Gehstrecke bis 200m

Stadium III                           ischämischer Ruheschmerz

Stadium IV                           trophische Störungen: Ulcus, Gangrän, Nekrose (ulcus cruris arteriosum)

Welches sind typische Anzeichen für ein venöses Ulcus?

Lokalisation: Malleolusbereich, nahe an der v. saphena magna

Hauttemperatur: normal

Umgebung: Ödeme, Varizen, Dermatoliposklerose, Atrophie blanche, Hyperpigmentierung, Stauungsdermatitis mit trockener, oft juckender Haut, Kontaktekzem

Wundrand: nicht kallös, flach, meist unregelmässig, meist keine Taschen

Wundgrund: Oberflächliche Wunde, dunkelrot, oft gelblich/weisslich fibrinös belegt

Wundexsudat: Je nach Ödem, mittel bis stark nässend

welches sind typische Anzeichen für ein arterielles Ulcus?

Lokalisation: Mallelolus lateralis, laterale Fussränder, Zehenspitzen (akral), Ferse, prätibial

Hauttemperatur: kühl

Wundumgebung: Kalte, atrophe, blasse oder livide Haut, fehlende Behaarung, verdickte Zehennägel

Wundrand: nicht kallös (flach)

Wundgrund: Scharf begrenzt, wie ausgestanzt, tief, oftmals mit Schorf oder Nekrose bedeckt

Exsudat: Wenig, trocken

Welches sind die Indikationen für eine Kompression?

Bei folgenden Ödemen kommt eine Kompressionstherapie zum Zug:

  • Venös, renal, endokrin = unterstützend
  • Venös, lymphatisch, Lipödem, dringend

Was sind die Kontraindikationen für eine Kompression?

Absolute Kontra-Indikation für Kompressionstherapie

  • Fortgeschrittene schwere PAVK
  • Dekompensierte Herzinsuffizienz
  • Septische Phlebitis (Venenentzündung)
  • Phelgmasia coerulea dolens (besonders schwere Form von Venenthrombose)

Relative Kontra-Indikation für Kompressionstherapie

  • Leichte bis mässig ausgeprägte PAVK
  • Initalphase Erysipel
  • Chronisch kompensierte Herzinsuffizienz
  • Allergie Material
  • Polyneuropathie
  • Schmerzen durch Therapie

Was ist die Wirkungsweise einer Kompressionstherapie?

Durch den festen Druck des Kompressionsverbandes erfolgt die Entstauung.

  • Lumenverringerung der Krankhaften Venen
  • Erhöhung des Rücktransportes des Blutes zum Herzen, da die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes schneller wird
  • Unterstützung der Wadenmuskulaturpumpe durch das feste Widerlager des Verbands
  • Verschlussfunktion der Venenklappen wird durch die Einengung der Venen unterstützt
  • Flüssigkeitsansammlung und Schlackerstroffe werden abtransportiert
  • Neuen Stauungen wird vorgebeugt.

welches sind die verschiedenen Klassen der Kompressionsstrümpfe?

Klasse I, 20mmHg, Stützstrümpfe (müde Beine, Reisen, Prophylaxe)

Klasse II 30mmHg, Kompressionsstrümpfe,  Stärkere venöse Bein-Beschwerden, CVI Grad 1, nach Varizen-OP, ausgepr.Varikosis mit Ödem-Neigung, SS-Varikose

Klasse III 40mmHg, Kompressionsstrümpfe, CVI Grad II/III, schwere Ödemneingung, sekundäre Varikose

Klasse IV, Kompressionsstrümpfe, Lymphödem

Wie verläuft die komplette physikalische Entstauungstherapie?

Die komplette physikalische Entstauungstherapie erfolgt in 4 Phasen:

  • Hautpflege
  • Manuelle Lymphdrainage
  • Lymphologische Kompressionstherapie
  • Bewegung

Welches sind die Voraussetzungen für eine Kompressionstherapie?

  • Die Kompressionstherapie wurde ärztlich verordnet
  • Vor jeder Kompressionstherapie muss zuerst die arterielle Durchblutungssituation überprüft werden

Des weiteren:

  • Strümpfe nur für Patienten, welche diese selbst mit Anziehhilfe anziehen können oder mit Hilfe der Spitex/Pflege
  • Bei DM offene Strümpfe anziehen (Neuropathie, Nekrosen..)
  • Die Strümpfe müssen morgens angepasst werden und auch vor dem Aufstehen angezogen werden
  • Vermeidung von Schnürfurchen und Druckstellen beim Anziehen der Strümpfe
  • Bei Missempfindungen, Schmezzunahme, Verfärbund der Zehen ist die Kompression zu entfernen und ggf. neu anzuziehen.
  • Hautpflege Strümpfe: vor dem Schlafen die Strümpfe ausziehen und beinde wacshen und cremen
  • Hautpflege Binden: vor dem Anlegen der Binden die Beine waschen und cremen

Étudier