Theorie


M. W.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über medizinische Grundlagen für Mittelschüler, mit Fokus auf Nervenzellen, Hormone, und das zentrale Nervensystem. Sie decken Themen wie die Struktur und Funktion von Nervenfasern, die Rolle des Großhirns, sowie die Bedeutung von Impulsen und Erregungen ab. Zudem werden wichtige Aspekte der Haut, des Auges und des Gehörs behandelt, einschließlich der verschiedenen Rezeptortypen und der Vorgänge beim Hören. Diese Karteikarten sind ideal für Schüler, die ihr Wissen in Biologie und Medizin vertiefen möchten, und bieten praktische Einblicke in die Funktionsweise des menschlichen Körpers.
Karten
119
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Mittelschule
Erstellt / Aktualisiert
30.07.2023 / 31.08.2023

Lernkarten

Rindenfelder

  • Verbände von Neuronen mit ähnlichen Funktionen
  • motorisch und/oder sensorisch
  • primär und/oder sekundär

Primär motorisches Rindenfeld

  • befindet sich in vorderer Zentralwindung (Gyrus praecentralis)
  • Steuerung willkürlicher, bewusster Bewegungen
  • jede Körperregion hat eigenen Platz (Homunculus)
  • nicht die Grösse der einzelnen Muskelgruppen sind relevant, sondern die Präzision der Bewegungen

Sekundär motorisches Rindenfeld

Speichert Erfahrungen, Erinnerungen, Handlungsentwürfe, welche für komplexe Bewegungsabläufe erforderlich sind (Schreiben, Lesen, Broca-Sprachzentrum)

Primär sensorisches Rindenfeld

  • in hinterer Zentralwindung (Gyrus postcentralis)
  • bewusste Empfindungen
  • Verarbeitung von Sinneseindrücken
  • erhält Infos über periphere Rezeptoren

Sekundär sensorisches Rindenfeld

  • steht mit primär sensorischem Rindenfeld in Verbindung
  • Speicherung von Erfahrungen über frühere Empfindungen

Rindenfelder der Sinnesorgane

  • Hörzentrum
    • liegt im Schläfenlappen
    • primäres & sekundäres Hörzentrum
  • Sehzentrum
    • liegt im Hinterhaupslappen
    • verarbeitet Bildmaterial von Netzhaut

Assoziationsgebiete

  • Assoziationsfelder dienen der Integration
  • Führen Erregungen der verschiedenen Rindenfelder zusammen und verarbeiten sie zu motorischen, emotionalen und intellektuellen Reaktionen
  • Grundlage für komplexe Hirnleistungen

Pyramidenbahnen

  • bezeichnet die direkte Verbindung
  • sie übermittelt
    • Ausführung von Zielbewegungen
    • Steuerung der bewussten Bewegungen
  • Im verlängerten Rückenmark kreuzen 80% der Pyramidenfasern
  • verlaufen monosynaptisch

Extrapyramidale Bahnen

  • indirektes System
  • unwillkürliche Muskelbewegungen
  • modifiziert Willkürmotorik und steuert Muskelgrundtonus
  • steht mit Grosshirnrinde, Kleinhirn, Basalganglien und visuellem System in Kontakt
  • Abstimmung von Bewegungen
  • verlaufen polysynaptisch

Basalganglien

  • tiefgelegene Kerngebiete (graue Substanz) des Grosshirns und Zwischenhirns
  • gehören als wichtige motorische Befehlsstellen/Koordinationszentren zum extrapyramidalen System
  • steuern unwillkürliche Muskelbewegungen und Muskeltonus

Limbisches System

  • funktionelle Einheit, die aus Strukturen des Grosshirns, Zwischenhirns und Mittelhirns gebildet wird
  • Umgibt die Kerngebiete des Hirnstamms und den Balken
  • dazu gehören
    • Mandelkern
    • Hippocampus
    • Mamillarkörper und Fornix
  • wirkt bei Entstehung von Gefühlen mit
  • nimmt Einfluss über diverse Organfunktionen
  • übergeordnete Zentrale von endokrinen, vegetativen und emotionalen Reaktionen

Zwischenhirn

  • Schaltstelle zwischen Grosshirn und Hirnstamm
  • Hauptbestandteile
    • Thalamus
    • Hypothalamus
    • Hypophyse

Thalamus

  • alle Informationen von aussen und innen gelangen zum Thalamus (Ausnahme Geruchssinn)
  • filtert Informationen und gibt sie an Grosshirnrinde weiter
  • besteht hauptsächlich aus grauer Substanz
  • ist das Tor zum Bewusstsein

Hypothalamus

  • liegt im unteren Abschnitt des Zwischenhirns
  • steuert zahlreiche körperliche und psychische Lebensvorgänge
  • stellt Bindeglied zwischen Nervensystem und Hormonsystem dar 
  • Bildung von Hormonen

Hormonbildung Hypophysenhinterlappen

  • Oxytocin (OT): Kontraktion der glatten Muskulatur der Gebärmutter und Brustdrüse
  • Antidiuretisches Hormon (ADH): Wasserresorption in der Niere

 

Hormonbildung Hypophysenvorderlappen

  • Adrenocorticotropes Hormon (ACTH)
  • Follikel stimulierendes Hormon (FHS)
  • Wachstumshormon (GH)
  • interstitielle Zellen stimulierendes Hormon (ICSH)
  • luteinisierendes Hormon (LH)
  • Melanotropin stimulierendes Hormon (MSH)
  • Prolaktin (PRL)
  • somatotropes Hormon (STH)
  • Schilddrüse stimulierendes Hormon (TSH)

Kleinhirn

  • liegt in hinterer Schädelgrube
  • ist durch auf- & absteigende Bahnen mit dem Rückenmark, dem Mittelhirn und über die Brücke mit dem Grosshirn und dem Gleichgewichtsorgan verbunden
  • motorisches Koordinationszentrum
  • über Fasern des extrapyramidalen Systems regels es Grundtonus der Muskulatur und stimmt Bewegungen aufeinander ab
  • steuert Körperstellung zur Aufrechterhaltung der Gleichgewichts 

Hirnstamm

  • wird in 3 Abschnitte gegliedert
    • Mittelhirn
      • enthält Vierhügelplatte --> akustisches & optisches Reflexzentrum
      • Kerngebiet "Substantia nigra" produziert Dopamin
    • Pons
      • längsverlaufende Bahnen von Grosshirn zu Rückenmark
      • querverlaufende Bahnen verbinden Grosshirn mit Kleinhirn
    • Medulla oblongata
      • Übergang zum Rückenmark
      • Kreuzung der meisten Pyramidenfasern
      • enthält lebenswichtige Steuerzentren (Atmung, Husten, Schlucken
    • Formatio reticularis
      • Neuronennetzwerk
      • Steuerung Bewusstseinslage & Schlaf-Wach-Rhythmus

Vegetatives Nervensystem

  • steuert lebenswichtige Organfunktionen, welche unterbewusst ablaufen
  • besteht aus Sympathikus und Parasympathikus
  • enteristisches Nervensystem (ENS) steuert Blutversorgung und Motilität des Magen-Darm-Traktes

Sympathikus

  • Ursprung in den Seitenhörnern des Rückenmarks
  • über Vorderwurzel ziehen Axone zum nur wenige Zentimeter vom Wirbelkörper entfernten Grenzstrang
  • im Grenzstrang sind mehrer Ganglien über Nervenfasern miteinander verknüpft
  • regt den Stoffwechsel an, setzt Energie frei, stellt den Körper auf arbeit
  • präganglionär Ach und postganglionör Norardenalin

Parasympathikus

  • Ursprung in Kerngebieten des Hirnstamms und den Seitenhörner des Sakralmarks
  • Transmitter ist immer Ach
  • Stellt den Körper auf Ruhe ein, bremst den Stoffwechsel und regt die Verdauung an

N. trigeminus (Hirnnerv 5)

  • Drillingsnerv, der die Augenhöhlen, Ober- & Unterkiefer innerviert
    • N. ophtalmicus
    • N. maxillaris
    • N. mandibularis
  • bei Reizung des Nervs einschiessende SZ (Trigeminusneuralgie)

N. facialis (Hirnnerv 7)

  • gemischter Nerv
  • motorischer Teil versorgt mimische Muskulatur
  • sensorischer Teil leitet Geschmacksempfindungen zun Hirnstamm

N. vagus (Hirnnerv 10)

  • grösser parasympathischer Nerv
  • versorgt Eingeweide des Brust- & Bauchraumes
  • leitet sensible Impulse von Organgen zum ZNS
  • steuert Motorik der glatten Muskulatur

Rückenmark

  • Verbindung zwischen dem Gehirn und den Spinalnerven
  • beginnt auf Höhe des Hinterhauptsloch und endet auf Höhe des 2. Lendenwirbels --> danach cauda equina
  • in grauer Substanz des Rückenmarks liegen Schaltstellen, in denen Reflexe ausgelöst werden können
  • Segmente
    • 8 Halssegmente (C1-C8)
    • 12 Brustsegmente (Th1-Th12)
    • 5 Lendensegmente (L1-L5)
    • 5 Kreuzbeinsegmente (S1-S5)
    • 1-3 Steissbeinsegmente (Co1-Co3)
  • bds. des Rückenmarks entspringen 31 Paare von Nervenwurzeln, die sich zu Spinalnerven vereinigen
  • Spinalnerven gehören zum PNS

Reflexe

  • im Rückenmark
  • stereotype Abläufe, die nicht unterdrückt werden können
  • Reflexbogen
    • Rezeptor nimmt Reiz auf
    • sensible Nervenfasern leiten Impuls zu einem Reflexzentrum
    • motorische Nervenfasern übermitteln Reflexantwort zum Effektor
  • Reflexarten
    • Eigenreflexe: monosynaptisch, Reizort und Erfolgsorgan sind identisch
    • Fremdreflexe: polysynaptisch, Reizort und Erfolgsorgan sind unterschiedlich
    • vegetative Reflexe: werden über vegetatives Nervensystem vermittelt

Plexus

= Nervengeflechte

  • Plexus cervicalis: N. phrenicus, Steuerung von Zwerchfell, Haut & Muskel in Hals- und Schulterregion
  • Plexus brachialis: N. radialis, N. unlaris, N. medianus
  • Plexus lumbalis: N. femoralis innerviert Bauchwand, äussere Geschlechtsorgane, Hautgebiete und Streckmuskeln
  • Plexus sacralis: Ischias innerviert Gesäss, Teile des Arms und untere Gliesmassen
  • Plexus pudendus: innerviert Beckeneingeweide, Damm und äussere Genitalien

Hirnhäute

  • Dura mater
    • äussere harte Hülle
    • beim Rückenmark bestehend aus 2 Blätter, dazwischen Epiduralraum
    • Venenblut aus dem Schädelraum wird im Sinus aufgefangen
  • Arachnoidea
    • spinnengewebartiges Aussehen
    • zwischen Dura mater und Arachnoidea liegt Subduralraum
    • in Subduralraum ragen Arachnoidalzotten, welche den Liquor in das venöse System leiten
  • Pia mater
    • enthält zahlreiche Blutgefässe
    • zwischen Arachnoidea und Pia mater liegt Subarachnoidalraum
    • feine Fasern der Arachnoidea spannen sich durch Subarachnoidalraum und bilden zusammen mit Liquor eine stosssichere Aufhängung

Hirnblutungen

  • Subduralblutung
    • Ursache: venöse Sickerblutung
    • Dauer: bis zu 60 Tage symptomfrei
    • danach Persönlichkeitsveränderungen, Bewusstseinstörungen, evtl. Hemiparese
    • Therapie: chirurgische Hämatomauräumung 
  • Epiduralblutung
    • Ursache: Arterienperforation zwischen Dura mater und Schädelkalotte
    • Symptom: Eintrübung des Bewusstseins
    • Therapie: chirurgische Ausräumung des Hämatoms
    • CAVE: Luzides Intervall
  • Subarachnoidalblutung
    • Ursachen: Aneurysmaruptur führt zu massiver Einblutung in Subarachnoidalraum
    • Symptome: starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bewusstlosigkeit

Liquor

  • klare, farblose Flüssigkeit
  • durchströmt die Ventrikel und gelangt dann in Subarachnoidalraum, wo er resorbiert wird
  • schützt das Nervengewebe
  • versorgt das Gehirn mit Nährstoffen und transportiert Stoffwechselprodukte ab
  • wird durch zottenartige Kapillargeflechte der Pia mater gebildet
  • ca. 150ml zirkulieren

Blutversorgung des Gehirn

  • kontinuierliche Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr des Gehirns wird durch ein Arteriensystem gewährleistet
  • Circulus arteriosus Willisii = Gefässring, der bei einer Unterbrechung der Blutzufuhr in einer Arterie die Versorgung aufrecht erhaltet

Funktionen der Haut

  • Abgrenzung der Innenwelt von der Aussenwelt, Schutz vor Verlust von Körperflüssigkeiten
  • Aufnahme von Sinneseindrücken
  • Speicher- & Stoffwechselaufgaben (Fettspeicherung, Vitamin D Bildung)
  • Teil der Immunabwehr
  • Mitregulation Wasserhaushalt (Schweiss)
  • Körpertemperatur/Homöostasse
  • Kommunikation

Hautschichten

  • Oberhaut = Epidermis
    • gefässlos
    • enthält Pigment Melanin und Merkel-Tastscheiben
    • Hauptzellen: Keratinozyten
    • wasserabweisen, Festigkeit der Haut
  • Lederhaut = Dermis
    • Bindegewebe
    • Reissfestigkeit und elastische Dehnung
    • mit Blutgefässen durchzogen
    • Meissner-Tastkörperchen
    • am Hautturgor beteiligt
  • Unterhaut = Fettgewebe
    • lockeres Bindegewebe/Fettgewebe
    • gering durchblutet
    • beinhaltet Schweissdürsen und Haarwurzeln
    • Stosspuffer, Kälteschutz und Energiespeicher
    • beinhaltet Vater-Pacini- Lamellenkörperchen

Hautfarbe

  • Melanin: Pigment der Epidermis
  • Karotin: Pigment der Dermis/Subkutis
  • Bilirubin
  • Grad der Durchblutung

Rezeptorentypen in der Haut

  • Mechanorezeptoren: Druck, Zug, Vibration
  • Thermorezeptoren: Wärme & Kälte (10°C-45°C)
  • Photorezeptoren: Licht
  • Chemorezeptoren: Geruch & Geschmack
  • Nozizeptoren: Schmerz
  • Freie Nervenendigungen: Pruritus, Temperatur, afferent
  • primäre Sinneszellen: direkter elektrische Impuls
  • sekundäre Sinneszellen: zwischengeschaltete Synapse

Verbrennungen

  • Grad 1: rot. warm, schmerzhaft, Epidermis betroffen (z.B. Sonnenbrand
  • Grad 2a: oberflächlich, Blasen schmerzhaft, glänzend, feuchtes Wundbett
  • Grad 2b: tief, mit Narbenbildung, Blasen, schmerzhaft, glänzend-feuchtes Wundbett, Epidermis und tlw. Dermis betroffen
  • Grad 3: ledrig, weiss bis verkohlt, totes Gewebe, Verbrennungsgebiet schmerzlos, Randgebiete schmerzhaft
  • Grad 4: Verkohlung mit Zerstörung von Muskeln, Sehnen und Konchen

Substanzen, die Schmerzen im Gewebe verursachen

  • Prostaglandine
  • Cyclooxygenase
  • Histamin

Substanzen, die Schmerzen im ZNS weiterleiten

  • Serotonin
  • Dopamin
  • Glutamat

Schmerzcharaktere

  • Viszeral
    • kollikartig
    • dumpf
    • nicht klar lokalisierbar
    • von inneren Organen
  • somatisch
    • Oberflächenschmerz: Reizlokalisierung der Haut
    • Tiefenschmerz: Muskeln, Gelenke, Knochen & Bindegewebe
  • neuropathisch
    • stechend
  • psychogen

Analgesie Untergruppen

  • NSAR
  • schwächere Opiate
  • stärkere Opiate

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