Personalisierte Medizin
Personalisierte Medizin
Personalisierte Medizin
-
- 1 / 99
-
Cartes-fiches
Dosierung, Formulierung
In der präklinischen Phase werden in-vitro und in-vivo erste Dosierungen ermittelt.
In den späteren klinischen Studien wird die optimale Dosierung in Patientengruppen validiert.
• Ziel: die gewünschte Wirkung zu erzielen, und Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten
Arzneiformen:
• Orale Formen: Tabletten, Kapseln, Lösungen, Sirup
• Parenterale Formen: Injektionen, Infusionen, Implantate
• Topische Formen: Cremen, Pflaster, Inhalationen
Was sind klinische Studien?
Systema sche Untersuchungen an Menschen zur Überprüfung der Wirksamkeit und Sicherheit neuer Arzneimittel.
strengen ethischen und regulatorischen Vorgaben: (Unternehmenseigener Prüfungsausschuss • Externe Aufsichtsbehörden • Externe Ethikkommission)
Interventionelle Studien:
Erfahren die Teilnehmenden eine ak ve Form von Behandlung, spricht man von interven onellen Studien. Eine Interven on ist eine Massnahme, die den Ausbruch oder das Fortschreiten einer Erkrankung verhindern soll
Beobachtungsstudien
(nicht-interven onelle Studien): Beobachtungsstudien ohne jegliches Eingreifen werden dagegen nicht-interven onelle Studien genannt
Studiendesign
Placebokontrolliert- nicht-placebokontrolliert
Randomisiert– nicht randomisiert
Doppelblind– einfachblind – offen (unverblindet)
Prospektiv - retrospektiv
Multizentrische Studie – Monozentrische Studie
Multiple-Dose-Studie – Single-Dose-Studie
Cross-over Studie
Umbrella-Studie (zb Krebs mit versch Mutationen)
Open-Label-Studie (wie unverblindet)
Vergleichsstudie (neues Medi mit bereits vorhandenem vergleichen)
Wissenschaftliche Aussagekraft von Studien
am tiefsten bis höchsten
FAllbericht - öko. Studie - Querschnittstudie - Fall-Kontroll-Studie (immer retrospektiv) - Kohorten-Studie - Randomisierte kontrollierte Studie
Phase I – Sicherheitstests an gesunden Freiweilligen
v.a. junge Männer
10-100 Freiwillige (bezahlt aber risiko)
Wie wird der Wirkstoff vom Körper aufgenommen, verteilt, ausgeschieden und vertragen?
Anschliessend wird eine geeignete Darreichungsform entwickelt (z. B. eine Table e oder eine Injektionslösung)
Phase II – erste Tests an Patienten, erste Daten zur Wirksamkeit
Fokus: funktoniert das Medikament in der Zielgruppe?
Frauen/Männer gleich getestet
der Wirkstoff an ca. 100-500 Kranken mit unkompliziertem Verlauf geprüft.
Die Teilnehmer enthalten entweder das neue Medikament oder eine Vergleichstherapie (z. B. das bisherige Standardpräparat oder ein Placebo). • Untersucht werden die Wirksamkeit, die Verträglichkeit und die optimale Dosierung.
Phase III – Vergleich mit Standardtherapien
Wirkung an mehreren 100 bis 1000 Kranken und allen Verlaufsformen
Aufgrund der grossen Teilnehmerzahl sind auch weniger häufige Neben und Wechselwirkungen erkennbar.
Patientensuche dauert oft Jahre.
Kosten: 100-500 Mio. USD für Phase III-Studien
Warum ist Phase-III Studie entscheidend?
• Nachweis der Überlegenheit oder Gleichwertigkeit zur Standardtherapie
• Langzeitbeobachtung
• Klinisch relevante Endpunkte: Überleben, krankheitsfreies Überleben, Symptomverbesserung, Lebensqualität
• Grundlage für die Zulassung bei den Behörden z.B. Swissmedic
• Bei positiven Ergebnissen: Fast-Track- oder Priority-Review Verfahren, um die Zulassung zu beschleunigen
• Pharmafirmen investieren hier am meisten Geld
Zulassungsphase, Markteinführung
Die Ergebnisse aller Studien werden von der Zulassungsbehörde (Swissmedic, EMA, FDA) geprüft. (dauert 6-12 Monate)
Wenn die Prüfung positiv ausfällt, kann das Medikament zugelassen und auf den Markt gebracht werden.
Zulassungsgesuch
Nach Abschluss der klinischen Studien reicht die entsprechende Firma ein Zulassungsgesuch mit einem umfangreichen, auf die Indikation, Behandlungsdauer und Patientengruppe abgestimmten Datenpaket ein. Zur Bearbeitung nutzt Swissmedic seit Kurzem das SEND- Format (Standard for Exchange of Nonclinical Data), das die Effizienz und Konsistenz bei der Datenauswertung steigert und den Vergleich von Studien erleichtert.
Auch nach der Zulassung eines Medikaments können präklinische Daten noch relevant sein, zum Beispiel bei neuen Patientengruppen wie Kindern
Patente für Arzneimittel
• Ein Patent für ein Medikament gilt max. 20 Jahre ab Anmeldetag
• Da klinische Studien und Zulassungsverfahren oft 10-15 Jahre dauern, verbleiben oft nur 5-10 Jahre Marktexklusivität, bevor Generika zugelassen werden können.
• Generika können Preise nach Patentablauf drastisch senken
• Schweizer Patente sind nicht automatisch international gültig Pharmafirmen müssen Patente in anderen Ländern einzeln anmelden.
Zulassung Covid-Impfstoff
Vorerfahrungen der mRNA
Durch Kosten von Behörden wurde viel in Forschung investiert
Viele Freiwillige für Testung
Phasen wurden parallel durchgeführt und Grossproduktion vorbereitet
Post-Marketing Surveillance (Anwendung und Beobachtung)
Das Medikament wird in der medizinischen Versorgung eingesetzt und weiterhin von Ärzten, Behörden und Herstellern überwacht. So können auch sehr seltene Nebenwirkungen, die nur bei einem von 10.000 Patienten auftreten, erkannt werden.
Was gehrt zu Post-Marketing Surveillance?
Pharmakovigilanz
Phase-IV Studien (Langzeitstudien nach Zulassung)
Register und Datenbanken (Erkennen von langfris gen Trends und Sicherheitsrisiken)
Rückrufe und Warnhinweise
Phase IV / Pharmakovigilanz
zugelassene Medikament weiter erforscht - bestimmte Altersgruppen/bei Begleiterkrankungen
Nebenwirkungen werden gemeldet, um auch seltene oder unerwartete Vorkommnisse zu dokumentieren
!!Wenn keine Nebenwirkung, wharscheinlich auch keine Hauptwirkung
Vigilanz wird aufgeteilt in drei Bereiche
• Vigilance bei Arzneimitteln: Pharmakovigilance (z.B. unerwünschte Arzneimittelwirkungen)
• Vigilance von Medizinprodukten: Materiovigilance
• Vigilance von Blutprodukten: Hämovigilance (z.B. Fehler in der Transfusionskette)
Was ist Pharmakovigilanz?
(Pharmakon = Heilmi el, Vigilan a = Wachsamkeit, Fürsorge)--> Überwachen der Sicherheit der Arzneimittel
• Kontinuierlichen Erfassen aller Nebenwirkungen (und melden an Swissmedic, falls diese neu/unbekannt sind)
• Pharmakovigilanz bezeichnet die kon nuierliche und systema sche Überwachung der Sicherheit von Arzneimi eln nach deren Zulassung.
• Pharmakovigilanz umfasst das Erkennen, Bewerten, Verstehen und Verhindern von unerwünschten Arzneimi elwirkungen (UAW) sowie anderen arzneimi elbezogenen Problemen. --> Ziel ist es, die Arzneimitteltherapie für Patient sicherer zu gestalten
Contergan-Skandal
Rezeptfrei zur Beruhigung/Schlafen
- schweren Fehlbildungen bei Neugeborenen (Organfehlbildungen, fehlende Gliedmassen)
Ziele der Pharmakovigilanz
Wissen über die Sicherheit der Medikamente laufend zu aktualisieren und zu erweitern → sicherere Arzneimitteltherapie für Patienten Frühwarnsystem um unbekannte, seltene und ungenügend beschriebene Reaktionen und Risiken aufzuspüren
• − Seltene UAW (< 1 %) können in den Phase I-III oft nicht erfasst werden
• − Unerwartete, idiosynkratische UAW
• − Co-Medikation / Interaktion / Anwendung unter Alltagsbedingungen
• − Langzeitanwendung / Spätfolgen
• − Spezielle Patientengruppen (Kinder, Ältere, Schwangere, Multimorbide)
• − Off-label use
→ Überwachung der Sicherheit nach Markteinführung notwendig, um mögliche Risiken (Signale) zu erkennen
Was muss gemeldet werden?
Gemäss dem neuen Heilmittelgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist, müssen schwerwiegende, bisher unbekannte oder in der Fachinformation des betreffenden Medikamentes ungenügend erwähnte sowie weitere medizinisch wichtige unerwünschte Wirkungen gemeldet werden. Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen sind solche, die
• tödlich verlaufen
• lebensbedrohend sind
• zu einer Hospitalisation oder deren Verlängerung führen
• schwere oder bleibende Schäden verursachen
• sonst als medizinisch wichtig zu beurteilen sind (z.B. wenn durch eine rechtzeitige medizinische Intervention eine der oben erwähnten Situationen hat vermieden werden können)
Der Kausalzusammenhang zwischen einem Ereignis und einem Medikament muss nicht nachgewiesen werden: der Verdacht alleine reicht, um zu melden.
Die 4 minimalen Kriterien für eine Meldung
• Identifizierbarer Melder (Patient, Arzt,..Nachbar - Kontaktdaten)
• Identifizierbarer Patient (Direkt Patient, nicht mal gehört irgendwo - Geburtsdatum Initialen ab er Datenschutz)
• Identifizierbares Arzneimittel (Name, Stärke, Dosis, Applikationsform - besser noch Lot, Exp)
• Identifizierbares Ereignis (Symptome, Ereignis wie Schwangersch)
Meldefristen
• Schwerwiegende unerwünschte Arzneimi elwirkungen oder Beobachtungen schwerwiegender Tatsachen müssen innerhalb von 15 Tagen gemeldet werden.
• Vermutete Qualitätsmängel müssen unverzüglich, spätestens aber 15 Tage nach deren Kenntnisnahme gemeldet werden.
• Alle übrigen zu meldenden Ereignisse müssen innerhalb von 60 Tagen gemeldet werden.
Mögliche Massnahmen nach einer Meldung
Mögliche risikominimierende Massnahmen
• Anpassung der Arzneimi elinforma on (z.B. neue unerwünschte Wirkungen, Warnhinweise oder Vorsichtsmassnahmen...)
• Anwendungsrestrik onen (z.B. Indika on, Popula on, Dosierung, galenische Form, Packungsgrösse...)
• DHPC (Direct Healthcare Professional Communica on) / HCP (Healthcare Professional Communica on)
• Schulungsunterlagen für Fachpersonen und Pa enten, Pa entenkarten
• Post Authorisa on Safety Studies (PASS)
• Rückruf
• Sistierung der Zulassung / Rückzug
Fazit: Wieso braucht es die PV?
• Weil Pharmakovigilanz die Gesundheit schützt (weil wir und die Behörden daraus lernen können)
• Weil es unsere Pflicht ist, die Daten zu sammeln
• Weil wir gezielt Massnahmen zum Schutz der Patienten ergreifen könne
Risiko Arzneimittelfälschungen
• Falscher/Kein Wirkstoff
• Falsche Dosierung
• Gefährliche Verunreinigungen (z.B. Schwermetalle, Industriechemikalien)
Was ist Genomics
untersucht Genom eines Individiuum und dessen interaktion mit der Umwelt
Proteomics
= alle vorhandenen Proteine innerhalb einer Zelle oder Organismus an einem Zeitpunkt
Was wird mit einer Proteomanalyse untersucht und wie?
Untersuchen von Proteinen in einem Gewebe, Zelle oder Zellkompartiment. • Identifizierung und Quantifizierung der vorhandenen Proteine • Wurden die Proteine modifiziert mittels Glykosylierung, Phosphorylierung etc. • Interaktionen zwischen Proteinen • Aufklärung der Struktur
Methoden: • MS • Antikörper basierte • ELISA, Western Blot • SDS-PAGE • Split-GFP Assay
Was wir mit einer Metabolom Analyse untersucht?
Die Gesamtheit der Stoffwechselprodukte, die in einem biologischen Sample an einen Zeitpunkt enthalten sind, wird als Metabolom bezeichnet. • Mögliche Samples sind: Gewebe, Zellen, Organellen, Körperflüssigkeiten. • Was für Stoffwechselvorgänge finden statt oder auch nicht?
Erfassung der biochemischen Aktivität, die in einem Sample stattfinden.
Was ist das Mikrobiom?
genetische Zusammensetzung aller Mikroben, die in einer gegebenen Nische existieren.
Unterteilung in:
• Haut-Mikrobiom
• Darm-Mikrobiom ( Bakterien, Viren, Hefen, Protozoen, Fungi und Archaeen)
• ...
Mikronährstoff
Vitamine (wasserlöslich-(B C Biotin Folsäure) und (fettlöslich-A D E K)
Mineralstoffe (Mengenelemente, Spurenelemente)
Makronährstoff
Kohlenhydrat
Fett
Eiweiss
--sind energielieferanten
Gerenzwerte und ZUfuhr Mikronährstoffe
EAR - estimated average requirement - bei 50% der Bevölkerung wird Mangel vermieden
RDA - empfohlene Tagesdosis
UL -Tolerable Upper Intake Level - Limitte bei der noch keine Nebenwirkungen auftreten
NOAEL - Noobserved adverse effect level - kurz vor Nebenwirkung
LOAEL - Lowest observed adverse effect level - erste Nebenwirkungen
-- Zufuhr ist NICHT bedarf sondern gesetzliche Werte gegen Mangel
Für was braucht es Mikronährstoffen?
1. Deckung des physiologischen Bedarfs, Vermeidung eines Mangels
2. Präventiver Nutzen (z.B. Vitamin C und Kataraktprävention)
3. Korrektur von Mangelzuständen (z.B. Eisensupplementierung)
4. Therapeutisch: Eigene pharmakologische Eigenschaften • Vitamin E (Entzündungen, Schmerzen, Dysmenorrhoe) • Omega-3 Fettsäuren (Entzündungen) • Vitamin B2 (Migräne)
Warum Mikronährstoffstatus bestimmen?
Diagnose von Vitamin- und Mineralstoffmängeln
Abklärung unspezifischer Symptome (z.B. Müdigkeit, Infektanfälligkeit, Haarausfall)
Verlaufskontrolle und Therapieüberwachung
Bestimmung des Mikronährstoffstatus bei bestimmten Erkrankungen
Personalisierte Medizin & Prävention (z.B. Schwangere, Sportler, Senioren)
Medikamenten-Nährstoff-Interaktionen
Risikogruppen Nährstoffmangel
Vegetarische / Vegane - Ernährung Diäten Unverträglichkeiten
Schwangere/ Stillende - Ältere Menschen - Rekonvaleszenz
Medikamente z.B.: • Metformin • PPI (z.B. Pantoprazol)
Gastro-intestinale Erkrankungen • Antazida nach bariatrischen Eingriffen
Sportler Personen unter erhöhten Belastungen (körperlich, Stress)
Woraus werden Mikronährstoffe bestimmt
Blut, Urin, Speichel, Zellen, Haaren und Nägeln