Personalisierte Medizin

Personalisierte Medizin

Personalisierte Medizin


J. V.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die personalisierte Medizin auf Universitätsniveau. Sie behandeln zentrale Themen wie Biomarker, Medikamente, Studien und genetische Mutationen, die für die individuelle Behandlung von Patienten entscheidend sind. Besonders nützlich sind sie für Medizinstudenten und Fachkräfte, die sich mit gezielten Therapien, Nebenwirkungen und modernen Diagnosemethoden vertraut machen möchten.
Flashcards
99
Students
3
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
20.02.2023 / 21.02.2025

Flashcards

Dosierung, Formulierung

In der präklinischen Phase werden in-vitro und in-vivo erste Dosierungen ermittelt.  
In den späteren klinischen Studien wird die optimale Dosierung in Patientengruppen validiert.

• Ziel: die gewünschte Wirkung zu erzielen, und Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten

 

Arzneiformen:
 

• Orale Formen: Tabletten, Kapseln, Lösungen, Sirup
• Parenterale Formen: Injektionen, Infusionen, Implantate
• Topische Formen: Cremen, Pflaster, Inhalationen 

Was sind klinische Studien?

Systema sche Untersuchungen an Menschen zur Überprüfung der Wirksamkeit und Sicherheit neuer Arzneimittel.

strengen ethischen und regulatorischen Vorgaben: (Unternehmenseigener Prüfungsausschuss • Externe Aufsichtsbehörden • Externe Ethikkommission)

Interventionelle Studien:

Erfahren die Teilnehmenden eine ak ve Form von Behandlung, spricht man von interven onellen Studien. Eine Interven on ist eine Massnahme, die den Ausbruch oder das Fortschreiten einer Erkrankung verhindern soll

Beobachtungsstudien

(nicht-interven onelle Studien): Beobachtungsstudien ohne jegliches Eingreifen werden dagegen nicht-interven onelle Studien genannt

Studiendesign

Placebokontrolliert- nicht-placebokontrolliert

Randomisiert– nicht randomisiert

Doppelblind– einfachblind – offen (unverblindet)

Prospektiv - retrospektiv

Multizentrische Studie – Monozentrische Studie

Multiple-Dose-Studie – Single-Dose-Studie

Cross-over Studie

Umbrella-Studie (zb Krebs mit versch Mutationen)

Open-Label-Studie (wie unverblindet)

Vergleichsstudie (neues Medi mit bereits vorhandenem vergleichen)

Wissenschaftliche Aussagekraft von Studien 

am tiefsten bis höchsten

 

FAllbericht - öko. Studie - Querschnittstudie - Fall-Kontroll-Studie (immer retrospektiv) - Kohorten-Studie  - Randomisierte kontrollierte Studie

Phase I – Sicherheitstests an gesunden Freiweilligen

v.a. junge Männer

10-100 Freiwillige (bezahlt aber risiko)

Wie wird der Wirkstoff vom Körper aufgenommen, verteilt, ausgeschieden und vertragen?

Anschliessend wird eine geeignete Darreichungsform entwickelt (z. B. eine Table e oder eine Injektionslösung)

 

Phase II – erste Tests an Patienten, erste Daten zur Wirksamkeit

Fokus: funktoniert das Medikament in der Zielgruppe? 

Frauen/Männer gleich getestet

der Wirkstoff an ca. 100-500 Kranken mit unkompliziertem Verlauf geprüft.

Die Teilnehmer enthalten entweder das neue Medikament oder eine Vergleichstherapie (z. B. das bisherige Standardpräparat oder ein Placebo). • Untersucht werden die Wirksamkeit, die Verträglichkeit und die optimale Dosierung.

Phase III – Vergleich mit Standardtherapien

Wirkung an mehreren 100 bis 1000 Kranken und allen Verlaufsformen

Aufgrund der grossen Teilnehmerzahl sind auch weniger häufige Neben und Wechselwirkungen erkennbar.

Patientensuche dauert oft Jahre. 

Kosten: 100-500 Mio. USD für Phase III-Studien 

Warum ist Phase-III Studie entscheidend?

• Nachweis der Überlegenheit oder Gleichwertigkeit zur Standardtherapie

• Langzeitbeobachtung

• Klinisch relevante Endpunkte: Überleben, krankheitsfreies Überleben, Symptomverbesserung, Lebensqualität

• Grundlage für die Zulassung bei den Behörden z.B. Swissmedic

• Bei positiven Ergebnissen: Fast-Track- oder Priority-Review Verfahren, um die Zulassung zu beschleunigen

• Pharmafirmen investieren hier am meisten Geld 

Zulassungsphase, Markteinführung

Die Ergebnisse aller Studien werden von der Zulassungsbehörde (Swissmedic, EMA, FDA) geprüft. (dauert 6-12 Monate)

Wenn die Prüfung positiv ausfällt, kann das Medikament zugelassen und auf den Markt gebracht werden. 

Zulassungsgesuch

Nach Abschluss der klinischen Studien reicht die entsprechende Firma ein Zulassungsgesuch mit einem umfangreichen, auf die Indikation, Behandlungsdauer und Patientengruppe abgestimmten Datenpaket ein. Zur Bearbeitung nutzt Swissmedic seit Kurzem das SEND- Format (Standard for Exchange of Nonclinical Data), das die Effizienz und Konsistenz bei der Datenauswertung steigert und den Vergleich von Studien erleichtert.

Auch nach der Zulassung eines Medikaments können präklinische Daten noch relevant sein, zum Beispiel bei neuen Patientengruppen wie Kindern

Patente für Arzneimittel

 • Ein Patent für ein Medikament gilt max. 20 Jahre ab Anmeldetag

• Da klinische Studien und Zulassungsverfahren oft 10-15 Jahre dauern, verbleiben oft nur 5-10 Jahre Marktexklusivität, bevor Generika zugelassen werden können.

• Generika können Preise nach Patentablauf drastisch senken

• Schweizer Patente sind nicht automatisch international gültig Pharmafirmen müssen Patente in anderen Ländern einzeln anmelden. 

Zulassung Covid-Impfstoff

Vorerfahrungen der mRNA 

Durch Kosten von Behörden wurde viel in Forschung investiert

Viele Freiwillige für Testung

Phasen wurden parallel durchgeführt und Grossproduktion vorbereitet

Post-Marketing Surveillance (Anwendung und Beobachtung)

Das Medikament wird in der medizinischen Versorgung eingesetzt und weiterhin von Ärzten, Behörden und Herstellern überwacht. So können auch sehr seltene Nebenwirkungen, die nur bei einem von 10.000 Patienten auftreten, erkannt werden. 

Was gehrt zu Post-Marketing Surveillance?

Pharmakovigilanz

Phase-IV Studien (Langzeitstudien nach Zulassung)

Register und Datenbanken (Erkennen von langfris gen Trends und Sicherheitsrisiken)

 Rückrufe und Warnhinweise 

Phase IV / Pharmakovigilanz

zugelassene Medikament weiter erforscht -  bestimmte Altersgruppen/bei Begleiterkrankungen

Nebenwirkungen werden gemeldet, um auch seltene oder unerwartete Vorkommnisse zu dokumentieren

!!Wenn keine Nebenwirkung, wharscheinlich auch keine Hauptwirkung

 Vigilanz wird aufgeteilt in drei Bereiche

 • Vigilance bei Arzneimitteln: Pharmakovigilance (z.B. unerwünschte Arzneimittelwirkungen)

• Vigilance von Medizinprodukten: Materiovigilance

• Vigilance von Blutprodukten: Hämovigilance (z.B. Fehler in der Transfusionskette) 

Was ist Pharmakovigilanz?

(Pharmakon = Heilmi el, Vigilan a = Wachsamkeit, Fürsorge)--> Überwachen der Sicherheit der Arzneimittel

• Kontinuierlichen Erfassen aller Nebenwirkungen (und melden an Swissmedic, falls diese neu/unbekannt sind)

• Pharmakovigilanz bezeichnet die kon nuierliche und systema sche Überwachung der Sicherheit von Arzneimi eln nach deren Zulassung.

• Pharmakovigilanz umfasst das Erkennen, Bewerten, Verstehen und Verhindern von unerwünschten Arzneimi elwirkungen (UAW) sowie anderen arzneimi elbezogenen Problemen. --> Ziel ist es, die Arzneimitteltherapie für Patient sicherer zu gestalten

Contergan-Skandal

Rezeptfrei zur Beruhigung/Schlafen

- schweren Fehlbildungen bei Neugeborenen (Organfehlbildungen, fehlende Gliedmassen)

Ziele der Pharmakovigilanz

Wissen über die Sicherheit der Medikamente laufend zu aktualisieren und zu erweitern → sicherere Arzneimitteltherapie für Patienten Frühwarnsystem um unbekannte, seltene und ungenügend beschriebene Reaktionen und Risiken aufzuspüren

• − Seltene UAW (< 1 %) können in den Phase I-III oft nicht erfasst werden

• − Unerwartete, idiosynkratische UAW

• − Co-Medikation / Interaktion / Anwendung unter Alltagsbedingungen

• − Langzeitanwendung / Spätfolgen

• − Spezielle Patientengruppen (Kinder, Ältere, Schwangere, Multimorbide)

• − Off-label use

→ Überwachung der Sicherheit nach Markteinführung notwendig, um mögliche Risiken (Signale) zu erkennen

Was muss gemeldet werden?

Gemäss dem neuen Heilmittelgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist, müssen schwerwiegende, bisher unbekannte oder in der Fachinformation des betreffenden Medikamentes ungenügend erwähnte sowie weitere medizinisch wichtige unerwünschte Wirkungen gemeldet werden. Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen sind solche, die

• tödlich verlaufen

• lebensbedrohend sind

• zu einer Hospitalisation oder deren Verlängerung führen

• schwere oder bleibende Schäden verursachen

• sonst als medizinisch wichtig zu beurteilen sind (z.B. wenn durch eine rechtzeitige medizinische Intervention eine der oben erwähnten Situationen hat vermieden werden können)

 

Der Kausalzusammenhang zwischen einem Ereignis und einem Medikament muss nicht nachgewiesen werden: der Verdacht alleine reicht, um zu melden.

Die 4 minimalen Kriterien für eine Meldung

 • Identifizierbarer Melder (Patient, Arzt,..Nachbar - Kontaktdaten)

• Identifizierbarer Patient (Direkt Patient, nicht mal gehört irgendwo - Geburtsdatum Initialen ab er Datenschutz)

• Identifizierbares Arzneimittel (Name, Stärke, Dosis, Applikationsform - besser noch Lot, Exp)

• Identifizierbares Ereignis (Symptome, Ereignis wie Schwangersch)

Meldefristen

 • Schwerwiegende unerwünschte Arzneimi elwirkungen oder Beobachtungen schwerwiegender Tatsachen müssen innerhalb von 15 Tagen gemeldet werden.

• Vermutete Qualitätsmängel müssen unverzüglich, spätestens aber 15 Tage nach deren Kenntnisnahme gemeldet werden.

• Alle übrigen zu meldenden Ereignisse müssen innerhalb von 60 Tagen gemeldet werden.  

Mögliche Massnahmen nach einer Meldung

Mögliche risikominimierende Massnahmen

• Anpassung der Arzneimi elinforma on (z.B. neue unerwünschte Wirkungen, Warnhinweise oder Vorsichtsmassnahmen...)

• Anwendungsrestrik onen (z.B. Indika on, Popula on, Dosierung, galenische Form, Packungsgrösse...)

• DHPC (Direct Healthcare Professional Communica on) / HCP (Healthcare Professional Communica on)

• Schulungsunterlagen für Fachpersonen und Pa enten, Pa entenkarten

• Post Authorisa on Safety Studies (PASS)

• Rückruf

• Sistierung der Zulassung / Rückzug 

Fazit: Wieso braucht es die PV?

• Weil Pharmakovigilanz die Gesundheit schützt (weil wir und die Behörden daraus lernen können)

• Weil es unsere Pflicht ist, die Daten zu sammeln

• Weil wir gezielt Massnahmen zum Schutz der Patienten ergreifen könne

Risiko Arzneimittelfälschungen

 • Falscher/Kein Wirkstoff

 • Falsche Dosierung

• Gefährliche Verunreinigungen (z.B. Schwermetalle, Industriechemikalien) 

Was ist Genomics

untersucht  Genom eines Individiuum und dessen interaktion mit der Umwelt

Proteomics

 = alle vorhandenen Proteine innerhalb einer Zelle oder Organismus an einem Zeitpunkt

Was wird mit einer Proteomanalyse untersucht und wie?

Untersuchen von Proteinen in einem Gewebe, Zelle oder Zellkompartiment. • Identifizierung und Quantifizierung der vorhandenen Proteine • Wurden die Proteine modifiziert mittels Glykosylierung, Phosphorylierung etc. • Interaktionen zwischen Proteinen • Aufklärung der Struktur

Methoden: • MS • Antikörper basierte • ELISA, Western Blot • SDS-PAGE • Split-GFP Assay

Was wir mit einer Metabolom Analyse untersucht?

Die Gesamtheit der Stoffwechselprodukte, die in einem biologischen Sample an einen Zeitpunkt enthalten sind, wird als Metabolom bezeichnet. • Mögliche Samples sind: Gewebe, Zellen, Organellen, Körperflüssigkeiten. • Was für Stoffwechselvorgänge finden statt oder auch nicht?
Erfassung der biochemischen Aktivität, die in einem Sample stattfinden.

Was ist das Mikrobiom?

genetische Zusammensetzung aller Mikroben, die in einer gegebenen Nische existieren.

Unterteilung in:
• Haut-Mikrobiom
• Darm-Mikrobiom ( Bakterien, Viren, Hefen, Protozoen, Fungi und Archaeen)
• ...

 

Mikronährstoff 

Vitamine (wasserlöslich-(B C Biotin Folsäure) und (fettlöslich-A D E K)

Mineralstoffe (Mengenelemente, Spurenelemente)

Makronährstoff

Kohlenhydrat

Fett

Eiweiss

 

--sind energielieferanten

Gerenzwerte und ZUfuhr Mikronährstoffe

EAR - estimated average requirement - bei 50% der Bevölkerung wird Mangel vermieden

RDA - empfohlene Tagesdosis

UL -Tolerable Upper Intake Level - Limitte bei der noch keine Nebenwirkungen auftreten

NOAEL - Noobserved adverse effect level - kurz vor Nebenwirkung

LOAEL - Lowest observed adverse effect level - erste Nebenwirkungen

 

-- Zufuhr ist NICHT bedarf sondern gesetzliche Werte gegen Mangel

Für was braucht es Mikronährstoffen?

1. Deckung des physiologischen Bedarfs, Vermeidung eines Mangels

2. Präventiver Nutzen (z.B. Vitamin C und Kataraktprävention)

3. Korrektur von Mangelzuständen (z.B. Eisensupplementierung)

4. Therapeutisch: Eigene pharmakologische Eigenschaften • Vitamin E (Entzündungen, Schmerzen, Dysmenorrhoe) • Omega-3 Fettsäuren (Entzündungen) • Vitamin B2 (Migräne) 

Warum  Mikronährstoffstatus bestimmen?

Diagnose von Vitamin- und Mineralstoffmängeln

Abklärung unspezifischer Symptome (z.B. Müdigkeit, Infektanfälligkeit, Haarausfall)

Verlaufskontrolle und Therapieüberwachung

Bestimmung des Mikronährstoffstatus bei bestimmten Erkrankungen

Personalisierte Medizin & Prävention (z.B. Schwangere, Sportler, Senioren)

Medikamenten-Nährstoff-Interaktionen 

Risikogruppen Nährstoffmangel

 Vegetarische / Vegane - Ernährung Diäten Unverträglichkeiten

Schwangere/ Stillende - Ältere Menschen - Rekonvaleszenz

Medikamente z.B.: • Metformin • PPI (z.B. Pantoprazol)

Gastro-intestinale Erkrankungen • Antazida nach bariatrischen Eingriffen

Sportler Personen unter erhöhten Belastungen (körperlich, Stress) 

Woraus werden Mikronährstoffe bestimmt

Blut, Urin, Speichel, Zellen, Haaren und Nägeln

Study