Fahrradtechnik

Allgemeine Fragen zur Fahrradtechnik

Allgemeine Fragen zur Fahrradtechnik


D. M.
Diese Lernkarten vermitteln fundiertes Wissen zu Aufbau, Wartung und Technik von Fahrrädern aller Art, von Rennrädern über Mountainbikes bis zu E-Bikes, mit Fokus auf Komponenten wie Rahmen, Reifen, Kette und elektronische Systeme von Herstellern wie Shimano. Sie richtet sich an Auszubildende in der Berufslehre und Praktiker, die technische Details verstehen und Fehlerquellen erkennen müssen.
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3
Langue
Allemand
Catégorie
Technique
Niveau
Apprentissage
Créé / Mis à jour
31.12.2022 / 20.04.2026

Flashcards

Welche Kettenmasse gibt es?

Zum Beispiel: 1/2' x 11/128' mit 116 Gliedern

Erste Zahl ist immer die Teilung in Zoll, gemessen von Nietbolzen zu Nietbolzen. Das TEILUNGSMASS ist IMMER 1/2', bzw. 12,7 mm. Ein KETTENGLIED misst folglich immer 1' oder 25,4 mm. Aber: Die 116 Glieder beziehen sich auf ein halbes Glied. Die Gesamtlänge ist somit rund 1,47 m.

Zweite Zahl ist immer die Breite in Zoll zwischen den Innenlaschen.

Dritte Zahl wird selten angegeben: Bolzenlänge in mm. Dennoch muss dieses Mass beachtet werden, bzw. es muss die passende Kette mit der entsprechenden Bolzenlänge bzw. Aussenbreite verwendet werden. 

Durchmesser der Rollen: Nicht angegeben weil immer gleich - 7,63 mm. AUSNAHME: Sram verwendet seit 2019 teilweise grössere Rollen, die nicht kompatibel sind

x11/128' (2,183 mm) für 9x, 10x, 11x und 12x 
(Aussenbreite: ~5,2 mm für 12x, ~5,6 mm für 11x, ~6 mm für 10x, ~6,5 bis 7mm für 9x)
ALTERNATIVE Anbieter: x5/64' (1,984 mm) für 9x, 10x, 11x und 12x

x11/128' für 13x
Aussenbreite: 4,9 mm (Campagnolo)

x3/32' (2,381 mm) für 5x, 6x, 7x und 8x
(Aussenbreite: ~7 bis 8 mm)

x1/8' (3,175 mm) für 1x, Singlespeed, Fixie, Nabenschaltung
(Aussenbreite: ~9 mm)

Welche Freilauf-Arten gibt es?

Und was bestimmt den Leerweg eines Freilaufs?

- Klinken
- Zahnscheiben - und als Variante: Zipp-Freilauf (von Zipp-Rädern, bzw. Sram)
- Rollen
- Klemmkörper
- Konus - Nabenhülse mit Innenkonus; Antriebskopf mit Steilgewinde
- UND: Front-Freilauf - auf der Tretlagerwelle; ermöglicht Schalten ohne Pedalieren, zB. beim Ausrollen an Kreuzung. Von Shimano nach wenigen Jahren wieder eingestellt. An Hinterrad ist dennoch ein Freilauf nötig.

Sperrklinken (pawl drive) ODER Zahnscheiben (ratchet drive); je mehr Klinken, Zähne bzw. sogenannte Einrastpunkte, desto weniger Leerweg und desto kleiner der Eingriffswinkel. Bei einer Tune-MTB-Nabe gibt es zB. 138 Rast, bzw. Eingriffspunkte - Eingriffswinkel 2,6 Grad. Andere bieten 216 Rastpunkte, bzw, 1,66 Grad Eingriffswinkel.

Die Zahl der Einrastpunkte definiert auch den Sound der Nabe: zB. das helle Sirren einer Chris-King-Nabe. Oder Industrie-9. Oder Hope. Oder Tune...

Zudem gibt es Rollen- oder Walzenfreiläufe, die praktisch KEINEN EINSCHALTWEG HABEN. Man nennt sie auch Silent Clutch, weil sie kein Geräusch machen.

Was ist mit Kickshift gemeint?

Eine 2-Gang Getriebenabe, die sich per Rücktritt schalten lässt. Um den Gang zu wechseln, tritt man leicht rückwärts in die Pedale. Von Sachs unter dem Name Duomatic angeboten. Sturmey Archer benutzt die gleiche Technik, bietet aber zudem noch Varianten mit Freilauf an.

Wo lässt sich am Rennvelo noch Gewicht sparen? Und was kostet es?

Gewicht Vorher    Gewicht Nachher      Gewichtsersparnis      Kosten

Laufradsatz                             2960 g                  2720 g                      240 g                          2450,

Lenker                                     309 g                   222 g                         87 g                           159,- €

Lenkerband                            104 g                    56 g                          48g                             19,95 €

Sattel                                      240 g                    102 g                        138 g                          300,- €

Gesamt                                3613 g                  3100 g                   – 513 g                        2930,- €
 

Was ist der Pedalrückschlag?

Der Pedal Kickback ist ein Phänomen, das nur bei vollgefederten Fahrrädern auftritt. Es wird durch die Kettenspannung bei der Kompression der Federung verursacht, was zu einer Rückwärtsbewegung der Kurbeln führt. Umgekehrt verhindert diese Kettenspannung, dass sich die Federung frei bewegen kann.

Typische Situation: Man fährt mit dem MTB bergauf und gerät in eine Bodenunebenheit. Das Bike federt ein, der Kickback ist spürbar. Schwierig wird es aber eher, wenn wieder ausgefedert wird. Dann lässt die Gegenkraft des Pedals plötzlich nach, und man tritt kurz ins Leere.

Der Pedallrückschlag wird von den meisten Fahrern wahrgenommen. Andere sehen in ihm überhaupt kein Problem.

Bei einer Vierkolbenbremse: wo befindet sich der kleinere Kolben?
Und welche Vorteile bringen die vier Kolben? Oder ovale Kolben?

Der kleine Kolben kommt zuerst - NICHT IN FAHRTRICHTUNG des Velos betrachtet, sondern wie sich die Scheibe durch den Sattel bewegt. Anders gesagt: der auflaufende Kolben (der aufgrund des Servoeffekts in die Bremsscheibe hineingezogen wird - Selbstverstärkung).

Neben der höheren Bremskraft bringen 4-Kolben: Ausgleich des Servoeffekts und der damit verbundenen ungleichmässigen Abnutzung; grössere Auflagefläche der Beläge; weniger Vibration und damit Geräusche.

Erste Vierkolben-Bremsen kamen Mitte der 80er bei Motorrädern auf. Doch an den langgestreckten Belägen entstand unregelmässiger Schrägverschleiss, weil die vordere Seite der Beläge, also die auflaufende Seite, regelrecht auf den Reibpartner kippt. Dieser Servo-Effekt unterstützt die Bremskraft.

Deshalb baut man Bremszangen mit unterschiedlich grossen Kolben. Während die auflaufende Belagseite von einem kleinen Kolben auf die Scheibe gepresst wird, arbeitetet auf der ablaufenden Seite ein grosser Kolben, der aufgrund der grösseren Fläche und damit des hydraulischen Übersetzungsverhältnisses eine höhere Kraft ausübt. Der ungleichförmige Verschleiss wird nahezu kompensiert.

Vier Kolben und sogar vier kleinere Beläge: Dadurch verdoppeln sich die auflaufenden Kanten und damit den Servo-Effekt für eine bessere Bremswirkung bei geringstem Kraftaufwand.

Ovale Bremskolben - etwa bei der Formula Bremse - bringen die gleichen Vorteile: einseitige Abnützung durch Servo-Effekt vermeiden; Pfeiffgeräusche vermindern.

Wie wird die Griffweite eingestellt? (Reach adjustment - distance between brake lever and handle bar)
Und wie sollte der Griff am Lenker ausgerichtet werden?

Verstellt die Distanz zwischen Bremshebel und Lenker, abhängig von der Grösse der Hände bzw. der Finger. Die Einstellung der Bremse verändert sich dadurch nicht.

Der unbetätigte Griff sollte kurz vor dem mittleren Fingergelenk stehen.

Die Griffe werden am Lenker in der Flucht der Unterarme ausgerichtet. Bei Mountainbiker allenfalls etwas mehr nach unten, damit die Flucht im Stehen stimmt.

Rahmen: Sloping was?

In den 90er gab es zunächst MTB mit abfallendem Oberrohr - ganz einfach, weil die Federgabeln dazu führten, dass sich das obere Ende des Steuerrohrs deutlich weiter oben befand. Von dort musste man wieder nach unten kommen, um eine minimale Überstandshöhe zu gewährleisten. Ausser bei sehr grossen Fahrern war das mit einem waagerechten Oberrohr gar nicht mehr möglich.

Mit der Zeit gewöhnte man sich an die neue Optik. Und so wurde auch erste Rennvelos auf diese Art gebaut. Allerdings gibt es weiterhin eine grosse Gruppe von Anhängern des eleganten Looks des traditionellen Rennrads mit geradem Oberrohr.

Häufig heisst es, dass durch die Sloping-Bauart ein kleineres (vorderes) Rahmendreiecke möglich seien. Diese könne man stabiler und leichter gestalten. Das mag sein. Allerdings wird im Gegenzug meist die Sattelstütze deutlich länger. Dadurch beginnt alles wieder weicher zu werden. Man kann das als Federkomfort sehen - oder als Instabilität.

Sicherlich erhält der Rahmenbauer mehr Flexibilität. Wenn nicht vorgegeben ist, dass das Oberrohr gerade sein muss, kann er jede Steuerrohrlänge (die die Lenkerhöhe bestimmt) wählen und jede Sitzrohrlänge (die die Überstandshöhe bestimmt). Wenn bei einem geraden Oberrohr das Steuerrohr des Rahmens länger wird, muss das Sitzrohr mitziehen, was oft zu einem Kampf zwischen der idealen Lenkerhöhe und der idealen Überstandshöhe führt.

Slope-Kritiker weisen darauf hin, dass die Fahrradhersteller im Zuge der abfallenden Oberrohre auch die Zahle der Rahmengrössen reduziert haben sollen (zB. 3 statt 5 Grössen). Weil das Problem der Überstandshöhe entschärft wurde, kann man offenbar mehrer Kundengrössen auf den gleichen Rahmen setzen. So kann man Kosten sparen.

Was tun, wenn der eine Bremskolben weiter herausragt, bzw. der andere sich kaum bewegt?

Beide Kolben einzeln mit Bremsreiniger putzen und danach leicht einölen - allenfalls mit Wattestäbchen.

Ist der erste gemacht; wieder hineindrücken, blockieren und vorsichtig die Bremse betätigen, damit der andere Kolben herauskommt.

Rahmen: Was sagt das Stack-Reach-Verhältnis aus?

(oder Stack-Reach-Ratio STR, bzw. Stack+-Reach+-Ratio)

Grundsätzlich gibt der Wert einen Hinweis darauf, ob ein Velo bzw. seine Sitzposition eher sportlich oder entspannt ist. Die STR liegt meistens zwischen 1,35 und 1,65.

 

Kleinere Werte bis 1,45 weisen auf eine rennmässig gestreckte Sitzposition hin. Ab 1,45 bis 1,55 sitzt man sportlich - und ab 1,55 entspannt aufrecht, bzw. komofrtabel.

Allerdings: Schaut man sich Rennvelo an, ist die STR bei den kleinen Grössen eher tiefer, somit sind die Rahmen sportlich gebaut. Je grösser der Rahmen, desto mehr steigt die STR an. Also sitzen grosse Fahrer auf dem Velo gleichen Typs eher entspannt.

Bei MTB ist es in der Regel genau umgekehrt. Je grösser das Modell desto tiefer die STR und desto sportlicher somit die Sitzposition.

Ein Erklärungsansatz: Bei Rennvelos wachsen mit der Rahmengrösse zwar Stack und Reach, aber der Stack nimmt deutlich stärker zu. Daher wächst auch die STR.

Bei MTB hingegen erhöht sich die jeder Rahmengrösse der Reach stärker als der Stack. Und entsprechend sinkt der STR.

Wichtiger Aspekt: Bei Stack und Reach wird immer nur das obere Ende des Steuerrohrs gemessen. Alles, was noch hinzukommt, wird vernachlässigt: Gabelschaft mit Spacer, Vorbau und Lenker.

Daher gibt es Stack+, Reach+ und STR+. Bei Stack+ misst man bis zur Oberseite des (Ober-)Lenkers. Bei Reach+ ist es die Mitte des Oberlenkers. Diese Werte widerspiegeln also die effektiv eingenommene Position wenn die Hände am Lenker sind.

Wie klingt das sogenannte Rim Rattle?

Das Klappern in der Felge kann von einem losen Verbindungsstück (Sleeve) kommen, das sich in der Felge befindet. Es sollte zur Verstärkung des Felgenstosses dienen, aber wenn es sich löst und in der Felge bewegen kann, entsteht beim Fahren ein Geräusch. 
Abhilfe: Mit einem oder mehreren Körnerschlägen auf die Felge versuchen, das Einlagestück zu fixieren. Am besten macht man das an der Stelle des Felgenstosses auf der Felgenaussenseite (unter dem Felgenband). Dort findet man möglichweise bereits vorhandene Körnerspuren. Sie sollten ursprünglich dazu dienen, den Sleeve festzusetzen.

Lässt sich jeder Rahmen von Kette auf Riemen umrüsten?

NEIN! Der Hinterbau muss eine Öffnung aufweisen, weil man sonst den Riemen nicht montieren kann. Diese Öffnung befindet sich meisten an der Kettenstrebe oder der Sitzstrebe. Möglich ist auch, dass sich das rechte Ausfallende öffnen lässt.

ALTERNATIVEN: Ein teilbarer Riemen wie zum Beispiel Veer Belt. Die Öffnung wird mit vielen Nieten geschlossen.

Weitere VORAUSSETZUNGEN müssen erfüllt sein, damit ein Umbau möglich und sinnvoll ist, zB.:

- Spannmöglichkeit für Kette oder Riemen an Tretlager oder Ausfallende

- oder RIEMENSPANNER montieren

- Einbaubreite HInterrad

- Ketten- bzw. Riemenlinie

- Schaltkabelführung. 

Aus welchen seltenen Elementen lassen sich besonders starke Magnete fertigen?

Neodymium - damit ist auch der 26-polige Neodym-Eisen-Bor Magnetrotor ausgestattet

Samarium - ebenfalls ein Metall der seltenen Erden. Man stellt daraus Samarium-Cobalt-Magnete her.

Was sind die Vorteile von PM gegenüber IS?

Postmount-Bremsen lassen sich einfacher einstellen und erlauben grössere Bremsscheiben-Durchmesser als International Standard.

Woher kennen Velocomputer die aktuelle Höhe?

Manche Geräte nutzen neben dem gespeicherten Kartenmaterial und der aktuellen Position auch ein eingebautes Barometer, das den Atmosphärendurch ermitteln kann.

Wie gross kann der Wirkungsgrad maximal sein?

99 Prozent - oder jedenfalls muss er immer kleiner als 100 Prozent sein.

Beschreibt die Effizienz einer technischen Anlage; welcher Anteil der zugeführten Energie kann bei der Umwandlung in die gewünschte Energieform tatsächlich genutzt werden - und wie viel davon geht verloren (Verlust)?

Wie läuft das Sintern ab, zB von Bremsbelägen? (vier Schritte)

- Pulver mischen

- Pressen

- Sintern / backen

- Kalibrieren

Was muss bekannt sein, damit man einen Dämpfer bestellen kann?

Einbaulänge

Hub

Art der Aufnahme

Durchmesser der Bolzen

Was überwacht das BMS?

Das Batteriemanagement überwacht und steuert den Akku beim Aufladen und auch beim Entladen, zB. seine Spannnung, seine Temparatur usw.

Das BMS kann den Vorgang auch stoppen, wenn ein Fehler vorliegt.

Wodurch kann ein Amperemeter zerstört werden?

Wenn es im geschlossenen Stromkreis parallell (statt in Serie) angeschlossen wird.

Radiale oder axiale Bremsen? (Sattel und Hebel)

Radiale Bremssättel werden radial verschraubt, das heisst, die Schrauben weisen ins Zentrum des Rades, zB. Flat Mount

Bei axialen Bremssätteln liegen die Schrauben wie die Achse des Rades. Beispiel: IS 

Beim Bremshebel ebenso: Gleiche 

Energiedichte? Leistungsdichte?

Energiedichte: Energieinhalt (Wh) : Akku Gewicht (kg) = Wh/kg

Leistungsdichte: el. Leistung (W) : Akku Gewicht (kg) = W/kg

Wie viel Widerstand hat ein Rücklichtkabel normalerweise?

0,1 bis 0,5 Ohm - ist es deutlich mehr, liegt ein Defekt vor.

Was muss bei der Montage der Pedale beachtet werden?

RECHTS ein RECHTSgewinde

LINKS ein LINKGSgewinde

Gewinde 9/16 Zoll = 14,287 mm

Schlüsselweite: 15

Welche Vorteile bringt 1x im Vergleich zu 2x oder 3x?

Weniger Gewicht; kein Umwerfer, nur ein Schalthebel

Weniger Überschneidung der Gänge - nur 'echte' Gänge

einfacheres Schalten mit einem Hebel

kleinerer Q-Faktor

mehr Bodenfreiheit

1,37 x 24 - wofür steht das?

BSA-Tretlager:
1,37 Zoll = 34,8 mm (zum Vergleich: ITA 36x24 oder FRA 35x1)

24 tpi (Threads per Inch; gleich wie Gewebe TPI) = Steigung 1,06 mm pro Umdrehung

Welche Vorteile bringt eine Getriebenabe?

Weniger Unterhalt und Pflege

Weniger Abnutzung an der (1x)-Kette

Schalten im Stand

Was ist Strom?

Elektronenfluss in einem (geschlossenen) Stromkreis

Die Menge der Elektronen (elektrische Ladung), die während einer bestimmten Zeit durch einen Stromkreis fliesst, wird Stromstärke (in Amperre) genannt.

Wie wird die Verbindung einer Hollowtec-Welle genannt?

Und welche anderen Formen gibt es?

Keilwellen (mit 6, 8 oder 10 Keilprofilen)

Es handelt sich um eine Formwelle, das heisst, die Verbindung ist formschlüssig. Damit können grosse Drehmomente in wechselnde Drehrichtungen übertragen werden. 

Weitere Beispiele: Kerbzahn-, Evolventenzahnprofil (klassisches Zahnrad) und Polygonwelle (abgerundete Dreiecksform, zB Kurbeln von eThirteen. 

E-Bike: Was wird ein Ladezyklus definiert? Und wie viele schafft ein Akku?

Ein Ladezyklus ist ein vollständiger Ent- und Ladevorgang.

Teilladungen und -entladungen werden aufaddiert, bis 100% erreicht werden. Entlädt man vier Mal zu 25%, entspricht dies einem Ladezyklus.

Hersteller geben in der Regel an, dass 1000 Ladezyklen erreicht werden können. Standard sind 500 bis 700. In der Praxis werden oft 1500 oder mehr erreicht.

Was ist Diffusionsspannung?

Die Spannung an einer Diode in Durchlassrichtung: 0,5 bis 0,6 Volt.

Mit welchem Übersetzungsverhältnis arbeiten die Schalthebel und Wechsler von Shimano bzw. Sram?

Seit es indexierte (oder indizierte) Schalthebel gibt, gibt es ein Übersetzungsverhältnis zwischen Schalthebel und -werk, auch Schaltzugverhältnis genannt.

Bei Shimano war das 1984 an der Dura Ace mit der allerersten Klickschaltung: 1:1,9 (1,0 mm am Schalthebel = 1,9 mm am Wechsler). Alle anderen 6-, 7-, 8- und 9-fach Schaltungen hatten 1,7. Ab 1997 wurde auch Dura Ace (7700) auf diesen Standard gewechselt. Also gibt bei Shimano in der Regel: 1:1,7

(2010 änderte Shimano mit DynaSys das Verhältnis bei MTB auf 1,2 am Schalthebel. Allerdings wurden auch andere Teile der Schaltung geändert, sodass der Wechsler (und die Kassette!) trotzdem auch für Rennvelo passen.)

Sram hatte zunächst 2:1. Das hat mit Shimano funktioniert. Bald wechselte man auf 1:1 (ESP, später Exact Actuation). Seither sind die beiden Marken grundsätzlich nicht kompatibel. 

Will man Schalthebel und Wechsler kombinieren, die eigentlich nicht zusammenpassen, benötigt man einen sogenannten Zugwegadaptor, zB. Shift-Mate von Jtek. Der wird direkt auf dem Wechsler montiert und verändert durch zwei Umlenkrollen das Übersetzungsverhältnis.

Was kostet ein Velo im Unterhalt pro Kilometer (oder pro 100 Kilometer?

???

Für den Antrieb sind die Betriebskosten gemäss "Tour": Etwas mehr als 0,01 Euro pro Kilometer - oder gut 1 Euro pro 100 Kilometer für Shimano Ultegra und 105 (ganz schlecht: Sram Red, Rival und Force).

Annahmen: 10'000 km für die Kette; 2 bis 4 Ketten pro Lebensdauer der Kassette; 3 Ketten für neue Kettenblätter.

Niederschwellige Belastungen senken die Betriebskosten, aber schlechte Pflege und zu später Kettentausch erhöhen sie. Und: Je mehr Zähne in die Kette greifen, desto kleiner ist der Verschleiss, also eher vorne gross, hinten gross statt vorne klein, hinten klein.

Welche Kurbelgarnitur passt zu welcher Kettenlinie?

Wegen Boost (148 mm) und Super Boost (157 mm) wandert die Kettenlinie nach rechts.

Sram (und andere) versetzen das Kettenblatt. Ein Boost-konforme Blatt hat einen Offset von 3 mm, das Non-BoostBlatt 6 mm.

Shimano bietet diverse Kurbeln an. Die Modelle mit einer "2" als dritter Ziffer (z. B. FC-M6120 bei Deore) haben eine Kettenlinie von 52 mm und passen laut Shimano für 142-mm- wie für 148-mm-Hinterbauten (Boost). Die Modelle mit einer "0" mit 55-mm-Kettenlinie sind nur für Boost.

 

Warum fährt ein Velo stabil?

Wegen der KREISELKRÄFTE der Räder und dem sogenannten gyroskopischen Effekt

Mit nur zwei Auflagepunkten und hohem Schwerpunkt kippt es im Stand sofort um. Aber sobald es fährt, bleibt ein Fahrrad erstaunlich stabil - auch ohne die Gleichgewichtskünste des Fahrers.

Verantwortlich sind Kreiselkräfte der rotierenden Räder, die dem Kippen entgegenwirken. Der so genannte gyroskopische Effekt sorgt dafür, dass die Radachse, die bei Störungen ausgelenkt wird, möglichst immer wieder in die Ausgangslage zurückwandert. 

Was ist ein Rock Arm?

Damit ist die markante Wippe an einem vollgefederten MTB gemeint, die die Bewegungen des Hinterbaus auf den Dämpfer umlenkt.

Eingelenker? Antriebsschwinge? Viergelenker? Mehrgelenker? Horst-LInk? VPP? LRS? 

Die Hinterbau-Federungen unterscheiden sich vor allem durch ihre Raderhebungskurve - also durch den Weg, den das Rad beim Einfedern beschreitet.

 

Eingelenker: Der Hinterbau rotiert um ein zentrales Lager, welches sich in der Regel oberhalb des Tretlagers auf Höhe des mittleren Kettenblattes befindet. Das eine Gelenk produziert kaum Reibung, daher können diese Hinterbauten leichtgängig und sensibel reagieren. Ausserdem gibt es kaum Einschränkungen beim Federweg.

Antriebsschwinge: Wie Eingelenker, aber das Tretlager befindet sich in der Schwinge. Somit ist der Fahrer nur im Sitzen gefedert. Steht er auf den Pedalen, übertragen sich die Bewegungen des Hinterbaus auf ihn. Vorteil: Kein Pedalschlag, weil sich die Kettenlänge beim Einfedern nicht verändert.

Mehrgelenker oder Viergelenker (mit Gelenk in der Sitzstrebe): Hinterbau mit vier Lagerpunkten, funktioniert aber wie ein klassischer Eingelenker, weil sich zwischen Hauptlager und Hinterrad kein weiteres Gelenk befindet. Das Rad bewegt sich beim Einfedern also ebenso auf einer Kreisbahn. Man kann sagen: ein Mehrgelenker ist ein abgestützter Eingelenker.

Viergelenker (mit Gelenk in der Kettenstrebe): Im Gegensatz zum Mehrgelenker hat der Viergelenker einen zusätzlichen Drehpunkt in der Kettenstrebe, den sogenannten Horst-Link, wodurch das Hinterrad nahezu gerade nach oben einfedern kann.

VPP: Virtual Pivot Point, also "virtueller Drehpunkt". Hinterbau dreht sich nicht um ein Hauptlager, sondern kreist um einen imaginären Drehpunkt. Dies wird durch zwei Gelenke kurz hinter der Tretlagerachse erreicht. Zwei weitere Lagerpunkte befinden sich an der Dämpferanlenkung. Diese Kinematik reuziert das Wippen der Federung beim Pedalieren auf ein Minimum. 

LRS: Low Ratio Suspension. Der Dämpfer sitzt parallel zu einer der Sitzstreben. Durch diese spezielle Anlenkung entspricht der Dämpferhub nahezu dem Hub des Hinterbaus. Daher benötigt der Dämpfer einen geringeren Luftdruck, was die Belastungen auf Dichtungen und bewegliche Teile reduziert. Aber der Federweg ist begrenzt.

Was ist das Lüftspiel?

Der Luftspalt zwischen Bremsscheibe und -belag bei Scheibenbremsen. Er beträgt 0,15 bis 0,25 mm auf jeder Seite. Zu gross; zu viel Leerweg. Zu klein; Schleifgeräusche. Bei einigen Bremsen kann er eingestellt werden, zB. Free Stroke bei Shimano oder Contact Point Adjustment bei Sram.

Anti-Squat und Anti-Rise?

MTB neigen beim Bremsen zum Absinken und beim Beschleunigen zum Aufbäumen. 

 

Durch eine geschickte Auslegung des Fahrwerks am Mountainbike ist es möglich, diesem Verhalten zumindest teilweise entgegenzuwirken. In Bezug auf die Beschleunigung bezeichnet man diese Eigenschaft als Anti-Squat – die Gegenwirkung zum „Squat“ (= Hocken) des Fahrzeugs. Beim Bremsen hingegen spielt der Anti-Rise eine Rolle – Rise bezeichnet das Anheben des Fahrzeug-Hecks. Wichtig ist, zu verstehen, dass jedes vollgefederte Fahrrad über diese Eigenschaften verfügt – ganz unabhängig, ob bei der Entwicklung darauf geachtet wurde oder nicht. Antrieb und Bremse werden sich immer auf das Fahrwerk auswirken!

Auf welchen Druck müssen Federgabel und Dämpfer gepumpt werden?

1x Körpergewicht = psi an der Federgabel

2x Körpergewicht = psi am Dämpfer

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