4.1 klinische Themen: Anästhesiologie

exkl. Wirkstoffe (separate Kartei)

exkl. Wirkstoffe (separate Kartei)


S. D.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über klinische Themen der Anästhesiologie für Studierende. Sie decken Bereiche wie Anästhesie, Schmerzmanagement, Narkose und postoperative Komplikationen bei Tieren ab. Besonders relevant sind die Themen Ketamin, Analgesie, Prämedikation und die Behandlung von Atemkomplikationen. Die Karteikarten sind ideal für Medizinstudierende, die sich auf die Anästhesiologie spezialisieren, da sie praktische Anwendungen und Therapien detailliert darstellen.
Flashcards
390
Students
2
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
16.11.2022 / 22.11.2023

Flashcards

Definition Anästhesie-Einleitung

Pharmakologische Induktion von Bewusstlosigkeit, Unbeweglichkiet, Analgesie (und Amnesie)

Konsequenzen: Verlust von Schutzreflexen, Beeinträchtigung der Vitalfunktionen (kardiovaskuläre Funktion, Atmung, Thermoregulation)

Was ist Guaifenesin?

Zentrales (zentral wirkendes) Muskelrelaxans, das bei Pferden und Rindern für Anästhesie-Einleitung und -Erhaltung verwendet wird. Als Wasser- oder Glukoselösung (5-10-15%).

 

Kann i.v. nach Wirkung verabreicht werden. 

  • Wirkung:
    • zentral wirkendes Muskelrelaxans
    • beruhigende Eigenschaften
    • niedrige kardiovaskuläre Depression
    • niedrige Atemdepression

Wirkung und UAW von Guaifenesin

  • Wirkung:
    • zentral wirkendes Muskelrelaxans
    • beruhigende Eigenschaften
  • UAWs
    • niedrige kardiovaskuläre Depression
    • niedrige Atemdepression

für Einleitung verwendet oder für Aufrechterhaltung in "triple drip"

Was ist der sog. "triple drip"?

Mischung aus Guaifenesin, Xylazin (alpha-2-Agonist) und Ketamin zur intravenösen Anästhesie von Rindern und Pferden.

Geeignet als Ergänzung zu Inhalationsnarkose als Dauertropfinfusion oder als reine Injektionsnarkose (=> oft verwendet in Feldanästhesie)

Beispiel-Protokoll für Anästhesie-Einleitung Hund ASA 1-2

(Dosierungen nicht auswendig)

  • Ketamin 1-2 mg/kg IV
  • Propofol ca. 2 mg/kg IV

Beispiel-Protokoll für Anästhesie-Einleitung Katze ASA 1-2

(Dosierungen nicht auswendig)

  • Alfaxalon 2 mg/kg IM
  • Propofol ca. 4 mg/kg IV

Beispiel-Protokoll für Anästhesie-Einleitung Pferd ASA 1-2

(Dosierungen nicht auswendig)

  • Diazepam 0.05 mg/kg IV
  • Ketamin 2.5 mg/kg IV

Beispiel-Protokoll für Anästhesie-Einleitung Rind ASA 1-2

(Dosierungen nicht auswendig)

  • Ketamin 3 mg/kg IV

Welche Arterien eignen sich für das Monitoring des Pulses?

  • Metatarsalarterie
  • Zungenarterie
  • A. facialis beim Pferd

Wie kann der Puls nicht-apparativ überwacht werden?

  • Metatarsalarterie; Zungenarterie
  • Pulsfrequenz, -qualität, -gleichmässigkeit
  • Rhythmus/Arrhythmie
  • Füllung und Spannung der Gefässe
  • Herz und Pulsfrequenz sollten verglichen werden

Nicht-apparatives Monitoring des Kreislaufes: Worauf deuten folgende Schleimhautfarben hin

  • rosa
  • blassrosa/weiss
  • blaugrau
  • gelb

  • rosa: phyiologisch
  • blassrosa/weiss: Vasokonstriktion, Hypoperfusion, Anämie
  • blaugrau: Zyanose, Hypoxämie
  • gelb: Ikterus, Leberschädigung

Was gilt es bezülich Lidreflex zu beachten bei den versch. Spezies (KT, Pferd)?

  • Kleintiere: Kein Lidreflex, wenn gute Anästhesietiefe
  • Pferd: Lidreflex sollte immer vorhanden sein! (aber nicht spontanes Blinzeln)

Nicht-apparatives Monitoring:

  • Kornealreflex
  • Pupillenreflex
  • Zwischenzehenreflex

  • Kornealreflex: Nur in Notfall überprüfen - Gefahr der Kornea-Verletzung
  • Pupillenreflex: Wirkstoffabhängig; bei sehr tiefe Anästhesie abwesend
  • Zwischenzehenreflex: Um das Zurückziehen der Gliedmasse / Reaktion auf schmerzhaften Stimulus zu bewerten

Nicht-apparatives Monitoriung: Worauf können Veränderungen am Auge hinweisen?

Gute Indikatoren für Narkosetiefe

  • Bulbusstellung
  • Vorfall des 3. Augenlids (Kleintiere)
  • Tränen Produktion (Pferd)
  • Starker lidreflex/Spontan Lidbewegungen
    • bei Pfd trotz guter Anästhesie möglich
    • bei KT Hinweis, dass Anästhesie zu oberflächlich
  • Nystagmus

Nicht-apparatives Monitoring: Welche Reaktionen auf Stimuli können beobachtet werden, wenn Anästhesie zu oberflächlich?

  • Anstieg der Atem-oder Herzfrequenz
  • Veränderte Atemzüge
  • Erhöhung des Blutdrucks
  • Spontanbewegungen

Was ist das Ziel während der Anästhesie?

HKL- und Atem-Funktion gewährleisten, um eine ausreichende Versorgung der Gewebe mit Sauerstoff zu gewährleisten.

Wodurch wird das Herzminutenvolumen beeinflusst?

Herzminutenvolumen = Herzfrequenz * Herzschlagvolumen

  • Kontraktilität
  • Vorlast
  • Gefässwiderstand

=> Viele Anästhetika machen Vasodilatation -> preload sinkt!
=> Negative Inotropie während Anästhesie -> Kontraktilität des Herzmuskels geschwächt

Was ist das?

Oesophagus-Stethoskop => Man verschiebt den Schlauch und die Membran durch den Ösophagus bis über die Herzbasis

(Während Anästhesie hört man mit normalem Stethoskop von aussen fast nichts. Viel besser mit Ösophagus-Stethoskop.)

Prinzip invasive Blutdruckmessung

  • Katheter in Arterie.
  • Kl. Schlauch, gefüllt mit Flüssigkeit. In Schlauch ist gleicher Druck wie in Gefässen.
  • Flüssigkeit in Schlauch/Messgerät/Transducer wird durch Blutdruck bewegt und Bewegung in elektrisches Signal umgewandelt.

Welche Arterien sind geeignet für die invasive Blutdruckmessung?

  • Ateria transversa faciei
  • Arteria facialis

Peri-operative Analgesie

Wo wirken NSAIDs?

Peri-operative Analgesie

Wo wirken Opioide?

Peri-operative Analgesie

Wo wirken Lokalanästhetika?

Peri-operative Analgesie

Wo wirken Alpha-2-Agonisten?

Peri-operative Analgesie

Wo wirkt Ketamin?

Peri-operative Analgesie

Wo wirkt Tramadol?

Peri-operative Analgesie

Wo wirkt Gabapentin?

Was gilt es zu beachten beim Wirkmechanismus von Lokalanästhetika?

L.A. blockieren Na-Kanäle von innen, das heisst, sie müssen durch einen zunächst aktiven Kanal ins Innere des Kanals gelangen.

Geht nur, wenn Kanal aktiv - vorwiegend dort, wo Nerven angeregt sind / (schmerzhafter) Stimulus übertragen wird

Wirkdauer von Lidokain, Bupivacain und Ropiacain?

  • Lidokain: 1-2 h
  • Bupivacain: 4-8 h
  • Ropiacain: 4-8 h

Peri-operative Analgesie: Lidokain

  • Wirkung
  • Nebenwirkungen

subkutane oder perineurale Injektion

  • Analgesie
  • Radikalfänger
  • Prokinetische Funktion
  • Antiarrhythmische Funktionen

normalerweise in Kombi mit Fentanly

  • NW: kardiovaskuläre > neurologische NW

Peri-operative Analgesie: NW von Bupivacain und Ropivacain

  • Bupivacain: kardiovaskuläre NW
  • Ropivacain: keine NW bekannt

Peri-operative Analgesie: Was sind Adjuvantien und wie wirken sie?

  • Verstärken die Wirkung von anderen Schmerzmitteln. Z.B. Ketamin oder Lidokain können als Adjuvans angewendet werden
     
  • Schmerzhafter Stimulus -> tritt wiederholt auf -> wind-up, Glutamat und Substanz P können nicht mehr genügend abgebaut werden, zusätzlich werden NMDA-Kanäle aktiviert → Ketamin verhindert als NMDA-Antagonist und Mg-Ersatz die Aktivierung der zusätlichen Kanäle

Was bezeichnet die sog. Rescue-Analgesie?

Zusätzliche Schmerzmittel zugänglich haben, für den Fall, dass post-op unerwartete Schmerzen auftreten oder die Schmerzempfindung stärker ist als erwartet...

→ Erkennung solcher unerwarteter Schmerzen wird duch Schmerzskalen erleichtert.

Was sind wichtige Aspekte des peri-operativen Komforts?

  • Lagerung (z.B. ältere Hunde mit arthrotischen Hüftgelenken)
  • Erhalt der Körpertemperatur
    • Frieren bei Aufwachen ist schlimmer, als Schmerzen haben!
  • Vermeidung einer Überfüllung der Blase

TIVA, total intravenöse Anästhesie: Was ist die Schwierigkeit bei der Aufrechterhaltung der Anästhesie mittels Boli?

  • Schwierig, eine stabile Plasmakonzentration zu halten
  • Erhöhtes Risiko für unerwünschte/unzureichende Wirkungen
  • Schwierig zu handhaben

TIVA, total intravenöse Anästhesie: Was sind die Vorteile von einer Aufrechterhaltung der Anästhesie mittels CRI?

Es braucht nichts mehr als Spritzenpumpe und man kann einen stabilen Plasmaspiegel halten.

Aufrechterhaltung mittels Inhalationsanästhesie: Nenne je einen Nachteil von Aufrechterhaltung mit Rückatemsystem bzw. mit Nicht-Rückatemsystem.

  • Rückatemsystem: Nicht ideal für Patienten < 10 kg KGW, weil die Ausatmungsventile durch das Atemvolumen des Tiers bewegt werden müssen (braucht gewissen Druck)
  • Nicht-Rückatemsystem: Ausgeatmetes Gasgemisch inkl. Anästhetikum gelangt einfach in Raumluft.

Aufrechterhaltung mittels TIVA: Wie weiss man, wie viel man geben soll/woran orientiert man sich?

MIR: Minimal infusion rate → nur allgemeiner Richtwert

Bei der i.v. Anästhesie gibt es keine Möglichkeit, die Anästhetikum-Konzentration im Gehirn zu messen/abzuschätzen. Man muss sich an der MIR orientieren.

Aufrechterhaltung mittels Inhalationsanästhesie: Wie weiss man, wie viel man geben soll/woran orientiert man sich?

Orientieren an MAC (minimale alveoläre Konzentration) → Konzentration des Anästhetikums im Endtivalvolumen (Ende Exspiration)* wird gemessen.

Bei Inhalationsanästhetika (wegen fehlender Metabolisierung) entspricht Konzentration des Anästhetikums in Alveolen der Konzentration im Gehirn. Kennt man die Konzentration in Alveolen, kennt man die Konzentration im Gehirn.

=> MAC ist nur allgemeiner Richtwert!

*warum Ende der Exspiration? Weil nur Konzentration in Alveolen der Konzentration im Gehirn entspricht. Und zu Beginn der Exspiration ist es Luft, die in Trachea oder in Bronchien war… erst zum Schluss der Exspiration Luft aus den Alveolen

Aufrechterhaltung mittels TIVA: Nenne zwei Vor- und Nachteile

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