Block 5


C. H.
Diese Lernkarten erklären die Unterschiede zwischen Diabetes Typ 1 und 2, den Blutzuckerstoffwechsel sowie Ursachen, Symptome und Therapien beider Formen. Sie behandeln Insulinwirkung, orale Antidiabetika, Insulinarten und deren Anwendung, Komplikationen wie Ketoazidose oder Hypoglykämie sowie praktische Aspekte wie Blutzuckermessung und Insulinlagerung. Ideal für Medizinstudierende und Fachkräfte, die fundiertes Wissen für Diagnostik, Behandlung und Beratung benötigen.
Karten
77
Lernende
10
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
17.04.2022 / 19.04.2026

Lernkarten

Nenne die Definition von Diabetes mellitus

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit, süsser Durchfluss) ist eine ‘’chronische’’ Störung des Stoffwechsels, bei der insbesondere die Kohlenhydrate nicht mehr richtig verwendet werden können. Weil Insulin fehlt oder nur vermindert wirkt, gelangt der Zucker aus dem Blut nicht in die Zellen und steht somit als Energielieferanten nicht zur Verfügung.

Beschreibte die physiologische Blutzzuckerregulation

Die zwei wichtigsten Hormone für die Regulierung des BZ Spiegels sind Insulin und  Glukagon. Sie regulieren als Antagonisten (Gegenspieler) den BZ Spiegel

Ihre Sektretion wird durch den BZ Spiegel gesteuert.

Wo befindet sich der Pankreas?

  • Dieser liegt hinter dem Zwölffingerdarm (Duodenum). Ist ca. 15-20cm lang, 1.5 -3 cm dick Etwa 80g schwer.
  • Der vom C-förmigen Abschnitt des Duodenums eingeschlossene Pankreaskopf ist der breiteste Teil des Pankreas.
  • An den Kopf schliesst sich der quer verlaufende Pankreaskörper an; diesem folgt der Pankreasschwanz, welcher am Milzhilum endet.

Was hat der Pankreas mit dem Verdauungstrakt zu tun? Was ist sie?

Die wichtigste Verdauungsdrüse des menschlichen Körpers

Beschreibe die Funktion der exokrinen und endokrinen Drüsen des Pankreas

exokrine Drüse:

- Sie bildet den Pankreassaft, der in den Dünndarm abgegeben wird und zahlreiche Verdauungsenzyme enthält.

endokrine Drüse:

- Als endokrine Drüse bildet der Pankreas in den Langerhans- Inseln die Hormone (z.B. Glukagon und Insulin) für den Kohlenhydratstoffwechsel

Definiton exokrine Drüse

Drüse mit äusserer Sekretion

Definition endokrine Drüse

Drüse mit innerer Sekretion

Welche Zelltypen kommen in den Langerhanszellen vor und welche Funktion haben sie?

A (Alpha) Zellen: produzieren das hormon Glukagon (den Gegenspieler des Insulin)

B (Beta) Zellen: produzieren Insulin (Hauptmasse der Inselzellen)

D (Delte) Zellen: Diese kommen im gesamten Verdauungstrakt vor. Sie produzieren das Hormon Somatostatin welches die Sekretion von Glukagon und Insulin hemmt

Definition und Aufgabe des Insulins

 

  • Insulin ist das einzige Hormon, welches den Blutzucker senken kann.
  • Insulin hat vielfältige biologische Wirkungen, die alle gleichsinnig den Blutzuckerspiegel senken
  • Insulin ermöglicht die Aufnahme von Glukose in die Zellen (Steigerung der Durchlässigkeit der Zellmembranen für Glukose)

Wie kann Glukose in die Zellen gelangen?

Durch das Insulin, welches wie ein Schlüssel wirkt, ist der Übertritt der Glukose von den Blutgefässen in die Körperzellen möglich.

Was bewirkt Glukose in den Zellen?

- Energiegewinnung

- Aufbau von Glykogen (Speicherform der Glukose in Leber und Muskeln)

- Aufbau von Fett (längerfristige Speicherfunktion in Fettzellen)

- Hemmung des Fettabbaus

- Förderung Eiweissaufbau und Hemmung Eiweissabbau

Definition und Funktion von Glukagon

Glukagon ist wie das insulin (ein Eiweisshormon/ Peptidhormone)

Glukagon erhöht den Blutzuckerspiegel

Als Gegenspieler des Insulins fördert das Glukagon folgenden:

- Den Abbau von Glykogen zu Glukose

- Die Neubilung von Glukose aus Eiweissen

- Den Abbau von Fett für die Energiegewinnung

Unterschied Glukose, Glukagon, Glykogen, Glukogenese

Glukose:

(Traubenzucker) ist ein Monosaccharid, somit ein Kohlenhydrat und ein wichtiger Energielieferant für den Organismus.

Glukagon

ist ein aus den A-Zellen des Pankreas stammendes Hormon, das als Gegenspieler des Insulins (dieses wird in den B-Zellen des Pankreas hergestellt) den Blutzuckerspiegel anhebt. Es sorgt in der Leber für den Abbau von Glykogen (das solcherart zu Glukose wird) und fördert die Glukoneogenese

Glykogen:

ist die Speicherform der Glukose in Leber und Muskulatur, die bei Energiebedarf des Körpers mobilisiert werden kann.

Im menschlichen Organismus sind etwa 400 bis 450 Gramm Glykogen gespeichert, rd. 2/3 davon in der Muskulatur, 1/3 in der Leber.

Glukogenese:

bezeichnet die Zuckerneubildung im Organismus. Sie stellt zwischen den Mahlzeiten die Versorgung von Gehirn und Muskulatur mit Glukose sicher und erfolgt überwiegend in der Leber.

Glykolyse

Auflösen von Glykogen aus der Leber 

Durch was wird der Blutzuckerspiegel zusätzlich gesteigern (abgesehen von Glukose und Glukagon)

Stresshormone wie:

- Adrenalin

- Kortisol

Wie kommt die Glukose in die Leber und was passiert mit ihr dort?

Ein grosser Teil der Glukose, die im Darm ins Blut resorbiert wird, wird von Leberzellen aufgenommen und danach in Glykogen (verzweigtes Polysaccharid, Vielfachzucker) umgewandelt

Welche Aufgabe hat die Leber im Bezug auf den Blutzuckerspiegel?

Wenn der Körper Energie benötigt, baut die Leber Glykogen ab und gibt Glukose ins Blut ab. 

Nenne die 3 Funktionsarten von Hormonen:

Autokrin --> Zelle schüttet Hormone aus für die gleiche Zelle

Parakrin --> Zelle schüttet Hormone aus für die Nachbarzelle

Endokrine --> (ist eigentlich das Hormon) Zelle produziert hormon für eine Zelle welche weit weg ist, dazu braucht sie ein Blutgefäss (Überträger) welche das Hormon auf die weit liegende Zelle

Erkläre den Regelkreis des Blutzuckerspiegels (bei Nahrungszufuhr)

Der Blutzucker ist die Regelgrösse

- der Körper nimmt Kohlenhydrate auf, dadurch steigt der Blutzuckerspiegel (Störgrösse)

- Die Glukoserezeptoren der Bauchspeicheldrüse und des Blutes werden durch den erhöhten BZ Spiegel gereizt.

- Die Glukoserezeptorne messen den Ist- Wert der Glukose im Blut

- Wenn der Ist- Wert gemessen wird, wird ein Reiz ausgelöst, welcher in eine elektrische Erregung umgewandelt und an den Hypothalamus (Regelglied) weitergeleitet wird.

- der Hypothalamus vergleicht den Ist-Wert des Blutes mit dem Soll- Wert, welcher er von der Hirnrinde erhält.

(Hirnrinde zeigt Soll- Wert / Hypothalamus zeigt Ist- Wert)

- Hypothalamus stellt fest, dass der BZ Spiegel zu hoch ist

- über die Nervenbahnen des vegetativen Nervensystems wird ein elektrischer Impuls an den Pankreas weitergeleitet.  Die Beta- Zellen im Pankreas werden dadurch angeregt und produzieren Insulin. 

- Insulin wird ins Blut freigesetzt. Es dockt dort an den entsprechenden Rezeptoren an.

- Insulin ermöglichte die vermehrte Aufnahme von Glukose in die Zellen und die Umwandlung von Glukose in Glykogen

- Glykogen wird in der Leber und in den Muskeln gespeichert.

- somit wird der Blutzuckerspiegel wieder gesenkt. 

Erkläre den Regelkreis des Blutzuckerspiegels (bei körperlicher Aktivität / Absinkung des BZ Spiegels)

- aufgrund der Körperlichen Aktivität wird Zucker verbrennt und verwertet. Somit senkt sich der BZ Spiegel 

- Die Absenkung des BZ Spiegels wirkt als Reiz auf die Rezeptoren der Bauchspeicheldrüse und des Blutes

- Dieser Reiz wird in einen elektrischen Impuls umgewandelt und zum Hypothalamus weitergeleitet.

- der Hypothalamus vergleicht den Ist- Wert mit dem Sollwert aus der Hirnrinde

- Nun wird festgestellt, dass der Blutzuckerspiegel unter dem Soll-Wert liegt.

- über die Nervenbahnen des vegetativen Nervensystems werden die Alpha- Zellen aus der Bauchspeicheldrüse angeregt, Glukagon zu produzieren

- ausserdem werden im Gehirn Hypophysenhormone freigesetzt.

- Diese Hormone veranlassen, dass im Nebennierenmark Adrenalin und in der Nebennierenrinde Glukocorticoid produziert wird

- Glukagon, Adrenalin und Glokocorticoid binden sich an die entsprechenden Rezeptoren und bewirken die Aktivierung von Enzymen welche die Umwandlung von Glykogen in Glukose veranlassen

- Der Blutzuckerspiegel steigt.

- Der Körper ist mehrfach gegen eine Unterzuckerung abgesichert

Für was wird das Leberglykogen verwendet?

Das Leberglykogen dient zur Aufrechthaltung des Blutglukosekonzentration.

Es ist für den gesamten Organismus zuständig.

Besonders für das Gehirn und die Erythrozyten

Für was wird das Glykogen der Skelettmuskulatur verwendet?

Es wird ausschliesslich für den Muskelbedarf verwendet

Was sind die Folgen eines Insulinmangels?

Glukose wird nicht in Zelle aufgenommen --> Hyperglykämie

Zelle baut übermässig Fett und Eiweiss ab --> Ketonkörper und Fettsäure entstehen (saure Abfallprodukte) --> Azidose 

Glukose im Urin = Glukosurie --> Polyurie = grosses Urinvolumen (osmotische Diurese)

Wie kommt es zu einer Ketoazidose?

Zu wenig Insulin im Körper

--> Wenn dem Körper zu wenig Insulin zur Verfügug steht, verbleibt der Zucker im Blut und wird nicht zu den Zellen transportiert.

Fett anstelle von Glukose abgebaut:

--> Dann wird Fett anstelle von Glukose abgebaut.

Entstehung Ketonkörper:

--> Bei diesem Prozess können Ketonkörper (saure Stoffwechselprodukte) entstehen

Übersäuerung:

-->Dies führt zu einer Übersäuerung des Körpers (Azidose)

Nenne Symptome einer Ketoazidose

- übermässigen Durst

- vermehrtes Wasserlösen

- Kopfschmerzen

- Nausea/ Emesis

- süsslich riechender Atem

- trockene Schleimhäute

Was kann bei einer ubehandelten Ketoazidose die Folge sein?

Diabetisches Koma

Wo und Wie entstehen die Ketonkörper?

Fettsäuren dringen in die Leber ein und werden zu Ketone umgewandelt.

Diese versorgen dann als erstes unser Gehirn und dann unsere Muskeln

Aus was bestehen Ketonkörper?

Aceton

Acetoacetate

B- Hydroxybutyrate

Dadurch werden Ketonkörper aus den Fettäuren gebildet.

Definition Diabetes mellitus Typ 1

zunehmender absoluter Insulinmangel, weil die Beta- Zellen des Pankreas durch Autoimmunprozesse zerstört werden

Der Diabetes mellitus Typ 1 beginnt ganz überwiegend bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Hier liegt ein absoluter Insulinmangel vor, das heisst, die Zellen der Bauchspeicheldrüse (B-Zellen) produzieren effektiv zu wenig oder gar kein Insulin.

Ursache Diabetes mellitus Typ 1

 

Diese Form ist eine Autoimmunerkrankung

- Immunsystem zerstören die B Zellen des Pankreas

- Dadurch kann der Körper kein eigenes Insulin mehr produzieren

- Vermutlich wird die Krankheit durch Virus/ Bakterieninfekte (Mumps, Röteln usw.), Ausnahmesituationen oder ähnliches in der Kindheit ausgelöst.

- Es kann Genetisch bedingt sein, bis heute ist noch keine klare Ursache bekannt

Risikofaktoren Diabetes mellitus Typ 1

Genetisch bedingt

Virusinfektionen

Bakterielle Infektionen

Anaphylaktischer Schock

Nenne Symptome, auf die bei einer Erstdiagnose von Diabetes Typ 1 geachtet werden muss

Durch erhöhte Zuckerausscheidung mit dem Urin (Glukosurie) kommt es zu einer Polyurie (häufiges Wasserlassen)

Gewichtsabnahme trotz Heisshunger

Zunehmende Stoffwechselentgleisung führt zu à Übelkeit, Bauchschmerzen, Schwäche und Bewusstseinsstörungen bis zum hyperglykämischen Koma

 Betroffenen sind meistens schlank.

Trockene Haut, Juckreiz

Wie wird ein Diabetes Typ 1 therapiert?

- Insulintherapie via Spritze oder via Insulinpumpe

- umfassende Schulungen für beide Anwendungen

- Diabeteskost (Berücksichtigung von Kohlenhydraten, denn diese können den Blutzuckerspiegel erhöhen.

Definition Diabetes mellitus Typ 2 

Viel häufiger als der Typ 1 ist der Diabetes mellitus Typ 2. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse zwar weiterhin Insulin, jedoch nicht genügend oder der Körper kann es nicht mehr wirksam verwenden, um Blutzucker in Energie umzuwandeln (Insulinresistenz).

Ursache von Diabetes mellitus Typ 2

- genetische Veranlagung

- Lebensstil --> falsche Ernährung --> Bewegungsmangel --> Übergewicht

- tritt meistens erst in der zweiten Lebenshälfte auf oder bei jungen Menschen mit starkem Übergewicht

Risikofaktoren von Diabetes mellitus Typ 2

- betrifft vorallem ältere, adipöse Menschen

- ungesunde Ernährung

- Bewegungsmangel

- Metabolisches Syndrom

- Rauchen

in welchem Zeitraum entwickelt sich ein Diabetes mellitus Typ 2

entwickelt sich langsam über mehrere Monate bis Jahre

Nenne Frühsymptome für Diabetes mellitus Typ 2

- Schwäche

- Leistungsminderung

- Juckreiz

- Pilzinfektionen der Haut

- Sehminderung

- HWI etc

Nenne Typische Symptome für einen Erstdiagnostizierten Diabetes mellitus Typ 2 

- starkes Durstgefühl

- Polyurie (häufige Miktion)

- Infektionsneigung

Wie wird ein Diabetes mellitus Typ 2 therapiert?

- Konsequente Kohlenhydratreduktion/ Kalorienreduktion

- körperliche Aktivität und eine daraus resultierende Gewichtsabnahme

- Ziel sollte sein das Idealgewicht zu erreichen und zu halten

- Nur bei erfolgslosigkeit werden verschiedene orale Antidiabetika eingesetzt

- Falls ein einzelnes Medikament nicht reicht, wird Insulin in Kombination oder alleine verabreicht.

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