Pädiatrie

Einführung, Fieber, Impfen, Neonatologie, ORL, Orthopädie, Verdauung, Adoleszenz, Allergien, Atemwege

Einführung, Fieber, Impfen, Neonatologie, ORL, Orthopädie, Verdauung, Adoleszenz, Allergien, Atemwege


M. H.
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über pädiatrische Gesundheitsprobleme und sind für Studierende der Medizin an Universitäten konzipiert. Sie decken Themen wie Entwicklung, Wachstum, Allergien, Infektionen, Frakturen und spezifische Erkrankungen wie Morbus Legg-Calvé-Perthes ab. Besonders nützlich für Medizinstudierende und angehende Pädiater, die sich auf die Diagnose und Behandlung von Kindern vorbereiten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
10.03.2022 / 22.10.2024

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Welche 3 wichtigen Merkmale unterschedet den Mensch vom Tier?

  • aufrechter Gang => der menschliche Körperschwerpunkt liegt oberhalb des Mettelpunktes (der Kreislauf muss dementsprechend angepasst sein)
    • Vorteile: Hände sind frei
    • Nachteile: Gleichgewichtseinbusse => Sturzgefahr
  • Sprache => der menschliche Kehlkopf liegt Tiefer => Nachteil: Aspirations-Gefahr
  • Denken => Selbstreflexion => Nachteil: Depression / Suizidalität

Bei Gestation in welcher SSW spricht man in der Schweiz von Frühgeborenen/Termingeburten/übertragenen Geburten?

  • < 37. SSW => Frühgeburten
    • < 28. SSW => extrem frühe Frühgeburten
    • 28. - 31. SSW => sehr frühe Frühgeburten
    • 32. - 36. SSW => Frühgeburten
  • 37. - 41. SSW => Termingeburten
  • > 41. SSW => übertragene Geburten

Welche Komponenten beeinflussen die somatische Entwicklung bzw. das Wachstum?

  • Genetik
  • Ernährung
  • Endokrin/Hormone
  • Psycho-affektiv

Wo liegt die Norm bei Geburtsgewicht, Körperlänge und der Kopfumfang in der Schweiz? (ca.)

=> Geburtsgewicht ca. 3.5 Kg
=> Körperlänge ca. 50cm 
=> Kopfunmfang ca. 35cm

Welche 3 Phasen des Längenwachstums (Körpergrösse in cm/Jahr) werden während der Entwicklung durchlaufen?

  1. ca. 0-4j. => initialer Wachstumsschub
  2. ca. 4-13. => Plateau
  3. ca. 13.-19. => pubertärer Wachstumsschub (durch GH)

Was versteht man unter dem Begriff "Knochenalter"?

=> ein Mass für die körperliche Entwicklung
=> meist anhand eines Röntgenbilds der linken Hand (chondrale Osteogenese) ermittelt
=> deckt sich im Normalfall mit dem chronologischen Alter => gibt es Abweichungen (verzögert/beschleunigt) ist dies ein Hinweis auf Entwicklungsstörungen
=> mögliche Ursachen sind: Genetisch, metabolisch (z.B. Zöliakie), enokrin (z.B. Wachstumshormone, Schilddrüsenhormone)

Wann wachsen die Milchzähne?

Wie viele Zähne hat ein Kind? Wie viele ein Erwachsener?

Milchzähne => 6-30 Mnt.

=> Kind: 20

Zahnwechsel => 6-12 Jahre

=> Erwachsener: 32

Was ist die Tanner-Klassifikation (Tanner stage)?

=> dient der Stadien-Einteilung (von 1 bis 5) der körperlichen Entwicklungsmerkmale während der Pubertät. Dazu gehören:

  • Schambehaarung
  • Achselbehaarung
  • Brust (bei der Frau)
  • äussere Genitalien (beim Mann)

Welche 4 Achsen der psychomotorischen Entwicklung werden unterschieden?

  • motorische und posturale Entwicklung
    • Tonus der Extremitäten => Reduktion der Hypertonie
    • Tonus des Truncus => Kopfstabilität, Sitzen, Stehen
    • Bewegung => Drehen, Krabbeln, Aufstehen, Gehen
    • archaische Reflexe => Such-, Saug-, Greif- und Mororeflex
    • Greifen => Berühren, Handöffnung, Palmargriff, zum Mund führen, Pinzettengriff, willkürliches loslassen, autonomes Essen
    • Okulo-motorisch => Blickfolge, Okkulo-manuelle Koordination
  • verbale Entwicklung
    • Spracherwerb: Lallen/Vokalisationen, Silben/Laute, Wörter, Sätze
    • Erinnerung (ab 3. L.j.)
  • kognitive Entwicklung (Verständnis via Spiel)
  • psycho-emotionale Entwicklung (Beziehung)

Welche Phasen der Entwicklung unterscheidet man (Geburt => Erwachsen)?

  • Geburt: 0j.
  • Neugeborenes: 0-28t/4W
  • Säugling: 28t/4w. - 1j.
  • Kleinkind/Toddler: 1j. - 6j. 
  • Schulalter: 6j. - 12j.
  • Adoleszents/Teens: 13j..-19j.
  • Erwachsen (CH): 18j.

Was sind Th1- und Th2-Zellen? Welche Rolle spielen sie bei Allergien?

  • T1 Helferzellen (=> aktivieren die zellvermittelten Immunreaktion)
    => insb. zur Bekämpfung von Bakterien und Viren => in nördlichen Ländern stärker
    => bei Unterforderung => Autoimmunerkrankungen
  • T2 Helferzellen (=> aktivieren die humorale Immunreaktion)
    => insb. zur Bekämpfung von Parasiten => in südlichen Ländern stärker
    => bei Unterforderung => Allergien

=> jedes Individuum hat ein genetisch bedingtes Th1/Th2-Verhältnis
=> Vererbung des Allergie-Risikos 
=> während der Schwangrschaft dominiert jedoch immer ein Th2-Millieu damit das Kind nicht abgestossen wird
=> dadurch ist die Risiko für Allergien beim Kind höher, wenn die Mutter betroffen ist (doppelte Th2-Lage), als wenn der Vater betroffen ist

Wie können Allergien klassifiziert werden?

Zeitlich:

  • saisonale Allergien: Pollen (Bäume-Frühling, Gräser-Sommer, Pilze-Herbst), Hausmilben (bei Heitzbeginn im Herbst)
  • ganzjährige Allergien: Nahrungsmittel, Tiere (insb. Katzen)

Nach Alltergenen:

  • Nahrungsmittel (insb. Kleinkinder <3j.) => häufig: Kumilch, Nüsse, Fisch, Getreide
  • Pneumoallergene (insb. Kinder >3j.) => Milben, Pollen Tiere

Was sind typische allergische Symptome?

Wie verläuft die klassische Manifestation bei Kindern mit Allergie-Prädisposition?

Häufig: Ekzeme im Kleinkindalter => Asthma im Schulalter => Rhinitis im Jugendalter

  • systemisch => im Schlimmsten Fall Anaphylaktischer Schock => Juckreiz, Zyanose, Atemnot, Schluckbeschwerden, Tachykardie, Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit => Epipen(Adrenalin) ist dann lebensrettend
  • kutan => atopische Dermitis / Ekzeme, Urtikaria/Nesselfieber (≠ Kontakt-Ekzeme)
  • HNO => allergische Rhinokonjunktivitis (Nasen- und Augenschleimhaut-Entzündung)
  • respiratorische => allergisches Asthma
  • Verdauung => Bauchsschmerzen, Durchfall, Erbrechen, etc.

Was sind die immunologischen Mechanismen einer Allergie?

  • stille/sensibilisierungs Phase => 1. Kontakt mit einem Allergen => Antikörper-Produktion (asymptomatisch)
  • reaktionelle Phase => 2. Kontakt mit dem gleichen Allergen => Entzündungreaktion (wird mit jedem Kontakt heftiger)
    => im schlimmsten Fall: Anaphylaktierscher Schock

 

Wie viele Male/Tag und mindestens bis zu welchem Alter des Kindes sollte gestillt werden?

Ab wann sollten andere Nahrungsmittel eingeführt werden?

Stillen => ist grundsätzlich stark empfohlen (mütterliche Antikörper, Mutter-Kind-Bindung), aber nicht um jeden Preis (geringe Milchproduktion, Schmerzen, Erkrankungen der Mutter)

  • 6-8x/Tag
  • mind. bis 6 Mnt.

=> ander Nahrungsmittel ab dem 5. Mnt. => immer nur eines auf einmal

Wie viel sollte ein Säugling in den ersten 3 Lebensmonaten pro Tag zunehmen?

Wann sollte sich das Geburtsgewicht verdoppelt, wannn verdreifacht haben?

=> im 0.-3. Mnt. + 30g/Tag

=> verdoppeltes Geburtsgewicht: 5-6 Mnt.

=> verdreifachtes Geburtsgewicht: 10-12 Mnt.

Wann ist die neonatale Periode?

Wann wird der 1. Urin, wann der 1. Stuhl abgesetz?

Neonatale Periode: 1.-28. Lebenstag

  • 1. Urin => am 1. Lebenstag
  • 1. Stuhlgang => innert der erten 4 Lebenstage

Was wird bei der postnatalen Untersuchung überprüft?

Wann werden Folgeuntersuchungen durchgeführt?

=> die primäre Adaptation (insb. Kardiorespiratorisch) via APGAR-Score:

  • A: Appearance (Hautfarbe) => Ikterus?
  • P: Puls (immer an Oberarm UND Fuss)
    • HZ: 120-150bpm
    • Blutdruck 60/30 
  • G: Grimace (Mimik)
  • A: Acticity (Tonus, Bewegung) => archaische Reflexe, aktiver/passiver Tonus
  • R: Respiration (Atmung)
    • Atmung: 40-60/min
    • Saturation: 97%
  • + Grösse und Gewicht
  • + Hernien, Gaumenspalte, präaurikuläre Appendices, Polydaktylie, Klumpfüsse, Hodenhochstand/Kryptochismus und andere Missbildungen
  • + Guthrie-Test => Bluttest zur Früherkennung von Stoffwechselerkrankungen

=> Folgeuntersuchungen: 3T.(vor Entlassung), 1Mnt., 2Mnt., 4Mnt., 6Mnt., 12Mnt., 18Mnt., 24Mnt., 4J., 6J., 10J., 14J

Was geschieht physiologisch betrachtet bei der postnatalen kariorespiratorischen Adaptation?

  • Unterbrechung des Plazenta Kreislaufs (Nabelschnur wird abgeklemmt => Zufuhr via V. Ombilicalis und Abfurhr via Aa. Ombilicales stopt)
  • Entfaltung der Lung / 1. Atemzug => Wiederstand im Lungenkreislauf nimmt ab => Druck im linken Vorhof steigt => physiologischer Verschluss des Foramen ovale und Ductus arteriosus botalli

Was ist eine Kraniostenose? Welche Arten gibt es?

Fehlbildung des Hirnschädels in Folge einer vorzeitigen Ossifikatione der Suturae

  • Trigonocephalus (verknöcherte Sutrua frontalis)
  • Brachyzephalus (bilateral verknöcherte Suturae coronales)
  • Skaphozephalus (verknöcherte Sutrua sagittalis)
  • anteriorer Plagiozephalus (unilateral verknöcherte Sutura coronalis)
  • posteriorer Plagiozephalus (unilateral verknöcherte Sutura lambdoidea

Welche Geburtstraumata gibt es?

  • Frakturen: insb. Clavicula, seltener der Extremitäten
  • Schädelfraktur => kann zu intrakranialen Blutungen führen
    • ping-pong Frakutr (eingedrückt, meist parietal)
    • lineare Fraktur
    • Osteodiastase (Trennung an einer Sutura, meist occipital)
  • Brachialisparese => durch Zerrung/Verletzung des Plexus
    • Erb-Duchenne => obere Plexuslähmung (C5/6)
    • Klumpke => untere Plexuslähmung (C7/8, Th1)
  • periphere Fazialisparese (meist am Foramen Stylomastoideum)
  • Torticollis
  • Extrakraniale Blutungen durch Hämatome:
    • Caput Scuccedaneum => perinatales, subkutanes Hämatom durch Stauung von Blut- und Lymphgefässen => Ödem überschreitet die Grenzen der Suturae
    • Subgaleatisches Hämatom => perinatal zwischen äusserem Periost und Galea/Sehnenplatte
    • Kephalhämatom => perinatales Hämatom zwischen äusserem Periost und Schädel => Ödem durch Suturae begrenzt

Was ist die häufigste kraniale Verformung bei Säuglingen? Wie kommt es dazu?

Posteriorer plagiocephalus (assymetrische Abflachung des Hinerkopfes)
=> Ursachen:

  • Antenatal/intrauterin (z.B. durch Uterusmyom)
  • Perinatal => durch Druck während der Geburt (ev. durch Hilfsmittel)
  • Positionell (+++) => Beginn mit ca. 3 Mnt. => durch zu lange Rückenlage => Prävention durch Positions-Variation, Osteopathische Behandlung, Helm

Was ist der plötzliche Kindstod? Was kann man zur Prävention tun?

Sudden Instant Deth Syndrome (SIDS) => idiopatischer Tod eines scheinbar gesunden Säuglings (<1j.)

Prävention:

  • Schlafen in Rückenlage
  • Rauchverbot im ganzen Haus
  • keine Bettdecke, feste Matratze, grosse Leigefläche, kein Plüsch
  • Raumtemperatur von 18°-20°
  • Stillen als Schutzfaktor

In welchem Zeitraum beginnt die Pubertät (Mädchen vs. Jungen)?

  • Mädchen: 8-13j. => erste sichtbare Anzeichen: Brustwarzenknospe
  • Jungs: 10-14j. => erste sichtbare Anzeichen: Testikelvolumen

Welche Art dre Anamnese findet bei Jugentlichen anwendung?

HEADSSS:

  • H: Habitat/Home => Familiensituation, Wohnsituation
  • E: Education => Schule, Ausbildung, Lehre, Arbeit
  • A: Acitiy and Alimentaton => Sport, Hobbys, Essgewohnheiten
  • D: Drugs => Medis, Tabak, Alkohol, andere Drogen
  • S: Sexualität => Identität, Erwatungen, Verhalten, Missbrauch
  • S: Sicherheit => Risikoverhalten, Prävention, Un-/Vorfälle
  • S: Suizid / Depression => Stimmung, Angst, depressive oder suizidale Gedanken/Verhalten

=> besoners wichtig ist das Vertrauen und die Vertraulichkeit => den Jugentlichen auf die therapeutsiche Schweigepflicht und Urteilsfreiheit hinweisen

Nenne die wichtigsten Red-Flags bei Jugendlichen.

  • Biologisch: Starker Gewichtsverlust, chronische Krankheiten
  • Kognitiv: Schwierigkeiten in der Schule/Lehre, Lernschwäche
  • Emotional: Isolation, andauernde Beziehungsprobleme
  • Sozial: Fehlende bzw. geringe Leidenschaft

An welchen Orten bzw. wie kann bei Kindern die Körpertemperatur gemessen werden? Welche ist die genauste Methode und warum?

  • Fühlen an der Stirn (durch die Eltern) => ungenau da subjektiv
  • axilläre Messung => ungenau da peripher
  • orale/sublinguale Messung => ungenau weil durch Atmung etc. beeinflusst
  • tympanische Messung => gut, da zentral, kann aber durch Ohrenschmalz/Cerumen, Ohrenentzündung und/oder ungenauer Positionierung verfälscht werden
  • rektale Messung (elektronisches Rektalthermometer) => Goldstandart/Referenzmethode => entspricht in der Regel der tympanen Temp. + 0.5°

Was versteht man unter Fieber, was unter Hypo-, was unter Hyperthermie?

  • Fieber/Pyrexie: Erhöhung der (zentralen) Körpertemperatur über die normalen täglichen Variationen hinaus => meist in Folge der Immunreaktion auf Antigene
    • rektal >37.9°
    • oral >37.5°
    • axillär >37.3°
    • tympanisch >37.5°
  • Hyperthermie: Unkontrollierter Anstieg der Körpertemperatur ohne/entgengen der Steuerung des hypothalamischen Zentrums => z.B. bei Hitzeschlag, Medikamentös, etc.
  • Hypothermie: Unterkülung => (zentrale) Körperthemperatur <35° => bei Säuglingen/Kleinkinderun ev. Anzeichen für Sepsis (Multiorganversagen durch Infektion)

Erkläre die Mechanismen der physiologischen Thermoregulation.

=> Thermoregulationszentrum im Hypothalamus (regio praeoptica) => erhält afferente Signale von Thermorezeptoren der Haut (peripher) + misst die Körpertemperatur vor Ort (zentral) => Steuerung des Soll-Werts via endokrines und autonomes System, sowie Verhaltensänderung:

  • up-Regulation: Aktivierung des Stoffwechsels + periphere Vasokonstriktion + Hemmung der Schweissbildung + Muskeltätigkeit (Kältezittern, Schüttelfrost)
  • down-Regulation: Periphere Vasodilatation, Förderung der Schweissbildung

=> Pyrogene (exogene von Mikroorganismen und indogene, die Zytokine) führen zu einer vermehrten Prostagladin-E2 Bildung und somit einer Erhöhung des thermoregulatorischen Soll-Werts im Hypothalamus => Fieber

Nenne wichtige Red-Flags, auf welche bei Kindern mit Fieber geachtet werden muss.

Schlechter Allgemeinzustand:

  • veränderter Bewusstseinszustand => Lethargie/Schläfrigkeit
  • Erscheinungsbild:
    • Petechien oder Ecchymosen => Formen von Purpura (Einblutungen der Haut) oder Marmorhaut (Cutis marmorata) => Infektion?
    • Blässe => Anämie? Hypovolämischer oder anaphylaktischer Schock?
    • Zyanose => Hypoxie? Hypovolämischer Schock?
  • starke Hypo- oder Hyperventilation

=> weiter ist bei Kindern <3 Mnt. (und insb. <1Mnt.) besondere Vorsicht geboten
=> auch ein Fieber über einen Zeitraum von > 3 Tagen ist auffällig

Wie wird Fieber bei Kindern Behandelt?

=> grundsätzlich physiologisch (<41°) und wichtig zur Stärkung des Immunsystems

Nicht-medikamentöse Behandlung:

  • Hydratation (sehr wichtig) + Energiezufuhr + Salz => gesüsste Getränke
  • ev. Raumtemperatur senken, aber periphere Kühlung vermeiden (Rückkoppelung führt zu Wärmeproduktion)

Medikametöse Behandlung (Antipyretika) => nur indiziert bei sehr hohem Fieber, starkem Unwohlein, anhaltender Infektion oder speziellen Siturationen wie Schock, Post-OP, Erkankungen mit erhöhtem Energieumsatz (z.B. Herz- oder Lungenerkrankung), akutem Schlaganfall oder Bronchiolitis 

  • Paracetamol (=> Achtung: Leberschädigend)
  • Ibuprofen

Was sind Fieberkrämpfe? Wann treten sie auf?

=> Kovulsionen/Krampfanfälle (≠ Epilepsie), durch hohes Fieber im Kindesalter ausgelöst, genetische Prädisposition (niedrige Krampfschwelle) => im Normalfall ausgezeichnete Prognose ohne Beeinträchtigung der Entwicklung

=> 2-5% der Kinder im Alter zwischen 3 Mnt. und 5 Jahren, meist im Fieberanstieg bei Infektion

Welche Impfungen werden gemäss dem Schweizerischen Impfplan im ersten Lebensjahr empfohlen?

  • Basisimpfung:
    • => im Alter von 2, 4 und 6 Mnt.
      • Diphterie - Tetanus - Pertussis (DTP)
      • Polio / Kinderlähmung 
      • Haemophilus influenzae typ b (Hib)
      • Hepatitis B (HBV)
      • Pneumokokken
    • => im Alter von 9 und 12 Mnt.
      • Mumps - Masern - Röteln (MMR)

Erkläre den Wirkungsmechanismus einer Impfung (kurz).

=> injektion einer abgewschwächten oder inaktiven Form von Mikroben => spezifische Antikörper-Produktion => Speicherung des "Antikörper-Rezepts" in Gedächtniszellen => schnellere und effektiveren Immunantwort beim reellem Kontakt mit dem Mikrob

  • abgeschwächte Lebendimpfung (z.B. MMR, Varizella, Gelbfieber)
  • inaktive Impfstoffe (z.B. Diphterie, Tetanus, Pertussis, Polio, Hib, HBV, Pneumokokken, Grippe, FSME, Tollwut)

Wie wird Hepatitis B übertragen? Was ist der Hauptrisiko bzw. eine häufige Komplikation?

=> Übertragung über Blut und Körperflüssigkeiten (insb. Sex oder IV-Drogenkonsum)
=> kann auch während der Schwangerschaft, der Geburt oder beim Stillen von der Mutter auf das Kind übertragen werden

=> kann chronisch werden und zu einer Lerberzirrose oder einem hepatozellulären Karzinom führen

Was waren häufige und schwerwiegende Komplikation einer Haemophilus influenzab typ b (Hib) Infektion, die heute mittels der Impfung verhindert werden können? Nenne wichtige Anzeichen.

=> purulente/eitrige Meningitis und Epiglottitis

Klinische Zeichen der Meningitis (=> Meningismus):

  • Säuglinge => axiale Hypertonie, aufgewölbte ant. Fontanelle, Reizbarkeit/Berührungempfindlichkeit
  • Kinder => Kopfschmerzen, Nackensteifheit, Photophobie, Dreifuss/Amoss-Zeichen, Knie-Kuss-Test

Welche 3 Anteile des menschlichen Ohrs werden unterschieden?

  • Aussenohr: Ohrmuschel (pinna) + Gehörgang (meatus acusticus)
  • Mittelohr: Trommelfell (membrana tympani) + Paukenhöhle (cavum tympani) mit 3 Gehörknöchelchen (Hammer/malleus + Amboss/incus + Steigbügel/stapes)
  • Innenohr: Knöchernes und häutiges Labyrinth (labyrinthus osseus et membranaceus) mit dem Vestibularorgan (organon vestibulare) und Hörschnecke (Cochlea)
    • Organon vestibulare mit Sacculus und Utriculus
    • Cochlea mit Scala vestibuli, Scala tympani und Ductus cochlearis mit Corti-Organ

Welche Erreger sind am häufigsten für eine akute vs. einer chronische Aussenohr-Entzündung bei Kindern verantwortlich? 

Otitis externa:

  • akut meist Pseudomonas aeruginosa (liebt es feucht) => Antibiotika (Cephalosporine)
  • chronisch in der Regel durch Staphylococcus aureus (mit Furunkel-Bildung)

Warum ist eine Mittelohrentzündung bei Vorschulkindern besonders häufig?

  • häufigere Infektionen der oberen Atemwege => upper respiratory tract infection (URTI) => meist durch Rhinoviren => können via eustachsche Röhre ins Mittelohr eindringen
  • die eustachsche Röhre ist bei Säuglingen und Kleinkinder ist noch nahezu horizontal, kürzer, enger und weniger Starr => Sekret kann weniger gut abfliessen

Wie entsteht eine akute Mitttelohrentzümdung?

=> infektiöse, akute Otitis mediana:

Durch verschleppte Krankheitserreger aus dem Nasopharynx ins Mittelohr (via tuba eustachii)
=> häufige Erreger sind Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae oder Rhinoviren
=> Symptome: Schmerzen, Ohrgeräusche, Schwerhörigkeit + Fieber, Abgeschlagenheit
=> Befund der Ohrmikroskopie des Trommelfells: Vermehrte Gefässzeichnung (zuerst am Hammergriff), Rötung, Trübung, Vorwölbung in den äusseren Gehörgang, fehlender Lichtreflex, ev. Blasenbildung (typisch bei Influenza-Infektion), selten Spontanperforation

Étudier