Pädiatrie
Einführung, Fieber, Impfen, Neonatologie, ORL, Orthopädie, Verdauung, Adoleszenz, Allergien, Atemwege
Einführung, Fieber, Impfen, Neonatologie, ORL, Orthopädie, Verdauung, Adoleszenz, Allergien, Atemwege
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Lernkarten
Welche 3 wichtigen Merkmale unterschedet den Mensch vom Tier?
- aufrechter Gang => der menschliche Körperschwerpunkt liegt oberhalb des Mettelpunktes (der Kreislauf muss dementsprechend angepasst sein)
- Vorteile: Hände sind frei
- Nachteile: Gleichgewichtseinbusse => Sturzgefahr
- Sprache => der menschliche Kehlkopf liegt Tiefer => Nachteil: Aspirations-Gefahr
- Denken => Selbstreflexion => Nachteil: Depression / Suizidalität
Bei Gestation in welcher SSW spricht man in der Schweiz von Frühgeborenen/Termingeburten/übertragenen Geburten?
- < 37. SSW => Frühgeburten
- < 28. SSW => extrem frühe Frühgeburten
- 28. - 31. SSW => sehr frühe Frühgeburten
- 32. - 36. SSW => Frühgeburten
- 37. - 41. SSW => Termingeburten
- > 41. SSW => übertragene Geburten
Welche Komponenten beeinflussen die somatische Entwicklung bzw. das Wachstum?
- Genetik
- Ernährung
- Endokrin/Hormone
- Psycho-affektiv
Wo liegt die Norm bei Geburtsgewicht, Körperlänge und der Kopfumfang in der Schweiz? (ca.)
=> Geburtsgewicht ca. 3.5 Kg
=> Körperlänge ca. 50cm
=> Kopfunmfang ca. 35cm
Welche 3 Phasen des Längenwachstums (Körpergrösse in cm/Jahr) werden während der Entwicklung durchlaufen?
- ca. 0-4j. => initialer Wachstumsschub
- ca. 4-13. => Plateau
- ca. 13.-19. => pubertärer Wachstumsschub (durch GH)
Was versteht man unter dem Begriff "Knochenalter"?
=> ein Mass für die körperliche Entwicklung
=> meist anhand eines Röntgenbilds der linken Hand (chondrale Osteogenese) ermittelt
=> deckt sich im Normalfall mit dem chronologischen Alter => gibt es Abweichungen (verzögert/beschleunigt) ist dies ein Hinweis auf Entwicklungsstörungen
=> mögliche Ursachen sind: Genetisch, metabolisch (z.B. Zöliakie), enokrin (z.B. Wachstumshormone, Schilddrüsenhormone)
Wann wachsen die Milchzähne?
Wie viele Zähne hat ein Kind? Wie viele ein Erwachsener?
Milchzähne => 6-30 Mnt.
=> Kind: 20
Zahnwechsel => 6-12 Jahre
=> Erwachsener: 32
Was ist die Tanner-Klassifikation (Tanner stage)?
=> dient der Stadien-Einteilung (von 1 bis 5) der körperlichen Entwicklungsmerkmale während der Pubertät. Dazu gehören:
- Schambehaarung
- Achselbehaarung
- Brust (bei der Frau)
- äussere Genitalien (beim Mann)
Welche 4 Achsen der psychomotorischen Entwicklung werden unterschieden?
- motorische und posturale Entwicklung
- Tonus der Extremitäten => Reduktion der Hypertonie
- Tonus des Truncus => Kopfstabilität, Sitzen, Stehen
- Bewegung => Drehen, Krabbeln, Aufstehen, Gehen
- archaische Reflexe => Such-, Saug-, Greif- und Mororeflex
- Greifen => Berühren, Handöffnung, Palmargriff, zum Mund führen, Pinzettengriff, willkürliches loslassen, autonomes Essen
- Okulo-motorisch => Blickfolge, Okkulo-manuelle Koordination
- verbale Entwicklung
- Spracherwerb: Lallen/Vokalisationen, Silben/Laute, Wörter, Sätze
- Erinnerung (ab 3. L.j.)
- kognitive Entwicklung (Verständnis via Spiel)
- psycho-emotionale Entwicklung (Beziehung)
Welche Phasen der Entwicklung unterscheidet man (Geburt => Erwachsen)?
- Geburt: 0j.
- Neugeborenes: 0-28t/4W
- Säugling: 28t/4w. - 1j.
- Kleinkind/Toddler: 1j. - 6j.
- Schulalter: 6j. - 12j.
- Adoleszents/Teens: 13j..-19j.
- Erwachsen (CH): 18j.
Was sind Th1- und Th2-Zellen? Welche Rolle spielen sie bei Allergien?
- T1 Helferzellen (=> aktivieren die zellvermittelten Immunreaktion)
=> insb. zur Bekämpfung von Bakterien und Viren => in nördlichen Ländern stärker
=> bei Unterforderung => Autoimmunerkrankungen - T2 Helferzellen (=> aktivieren die humorale Immunreaktion)
=> insb. zur Bekämpfung von Parasiten => in südlichen Ländern stärker
=> bei Unterforderung => Allergien
=> jedes Individuum hat ein genetisch bedingtes Th1/Th2-Verhältnis
=> Vererbung des Allergie-Risikos
=> während der Schwangrschaft dominiert jedoch immer ein Th2-Millieu damit das Kind nicht abgestossen wird
=> dadurch ist die Risiko für Allergien beim Kind höher, wenn die Mutter betroffen ist (doppelte Th2-Lage), als wenn der Vater betroffen ist
Wie können Allergien klassifiziert werden?
Zeitlich:
- saisonale Allergien: Pollen (Bäume-Frühling, Gräser-Sommer, Pilze-Herbst), Hausmilben (bei Heitzbeginn im Herbst)
- ganzjährige Allergien: Nahrungsmittel, Tiere (insb. Katzen)
Nach Alltergenen:
- Nahrungsmittel (insb. Kleinkinder <3j.) => häufig: Kumilch, Nüsse, Fisch, Getreide
- Pneumoallergene (insb. Kinder >3j.) => Milben, Pollen Tiere
Was sind typische allergische Symptome?
Wie verläuft die klassische Manifestation bei Kindern mit Allergie-Prädisposition?
Häufig: Ekzeme im Kleinkindalter => Asthma im Schulalter => Rhinitis im Jugendalter
- systemisch => im Schlimmsten Fall Anaphylaktischer Schock => Juckreiz, Zyanose, Atemnot, Schluckbeschwerden, Tachykardie, Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit => Epipen(Adrenalin) ist dann lebensrettend
- kutan => atopische Dermitis / Ekzeme, Urtikaria/Nesselfieber (≠ Kontakt-Ekzeme)
- HNO => allergische Rhinokonjunktivitis (Nasen- und Augenschleimhaut-Entzündung)
- respiratorische => allergisches Asthma
- Verdauung => Bauchsschmerzen, Durchfall, Erbrechen, etc.
Was sind die immunologischen Mechanismen einer Allergie?
- stille/sensibilisierungs Phase => 1. Kontakt mit einem Allergen => Antikörper-Produktion (asymptomatisch)
- reaktionelle Phase => 2. Kontakt mit dem gleichen Allergen => Entzündungreaktion (wird mit jedem Kontakt heftiger)
=> im schlimmsten Fall: Anaphylaktierscher Schock
Wie viele Male/Tag und mindestens bis zu welchem Alter des Kindes sollte gestillt werden?
Ab wann sollten andere Nahrungsmittel eingeführt werden?
Stillen => ist grundsätzlich stark empfohlen (mütterliche Antikörper, Mutter-Kind-Bindung), aber nicht um jeden Preis (geringe Milchproduktion, Schmerzen, Erkrankungen der Mutter)
- 6-8x/Tag
- mind. bis 6 Mnt.
=> ander Nahrungsmittel ab dem 5. Mnt. => immer nur eines auf einmal
Wie viel sollte ein Säugling in den ersten 3 Lebensmonaten pro Tag zunehmen?
Wann sollte sich das Geburtsgewicht verdoppelt, wannn verdreifacht haben?
=> im 0.-3. Mnt. + 30g/Tag
=> verdoppeltes Geburtsgewicht: 5-6 Mnt.
=> verdreifachtes Geburtsgewicht: 10-12 Mnt.
Wann ist die neonatale Periode?
Wann wird der 1. Urin, wann der 1. Stuhl abgesetz?
Neonatale Periode: 1.-28. Lebenstag
- 1. Urin => am 1. Lebenstag
- 1. Stuhlgang => innert der erten 4 Lebenstage
Was wird bei der postnatalen Untersuchung überprüft?
Wann werden Folgeuntersuchungen durchgeführt?
=> die primäre Adaptation (insb. Kardiorespiratorisch) via APGAR-Score:
- A: Appearance (Hautfarbe) => Ikterus?
- P: Puls (immer an Oberarm UND Fuss)
- HZ: 120-150bpm
- Blutdruck 60/30
- G: Grimace (Mimik)
- A: Acticity (Tonus, Bewegung) => archaische Reflexe, aktiver/passiver Tonus
- R: Respiration (Atmung)
- Atmung: 40-60/min
- Saturation: 97%
- + Grösse und Gewicht
- + Hernien, Gaumenspalte, präaurikuläre Appendices, Polydaktylie, Klumpfüsse, Hodenhochstand/Kryptochismus und andere Missbildungen
- + Guthrie-Test => Bluttest zur Früherkennung von Stoffwechselerkrankungen
=> Folgeuntersuchungen: 3T.(vor Entlassung), 1Mnt., 2Mnt., 4Mnt., 6Mnt., 12Mnt., 18Mnt., 24Mnt., 4J., 6J., 10J., 14J
Was geschieht physiologisch betrachtet bei der postnatalen kariorespiratorischen Adaptation?
- Unterbrechung des Plazenta Kreislaufs (Nabelschnur wird abgeklemmt => Zufuhr via V. Ombilicalis und Abfurhr via Aa. Ombilicales stopt)
- Entfaltung der Lung / 1. Atemzug => Wiederstand im Lungenkreislauf nimmt ab => Druck im linken Vorhof steigt => physiologischer Verschluss des Foramen ovale und Ductus arteriosus botalli
Was ist eine Kraniostenose? Welche Arten gibt es?
Fehlbildung des Hirnschädels in Folge einer vorzeitigen Ossifikatione der Suturae
- Trigonocephalus (verknöcherte Sutrua frontalis)
- Brachyzephalus (bilateral verknöcherte Suturae coronales)
- Skaphozephalus (verknöcherte Sutrua sagittalis)
- anteriorer Plagiozephalus (unilateral verknöcherte Sutura coronalis)
- posteriorer Plagiozephalus (unilateral verknöcherte Sutura lambdoidea
Welche Geburtstraumata gibt es?
- Frakturen: insb. Clavicula, seltener der Extremitäten
- Schädelfraktur => kann zu intrakranialen Blutungen führen
- ping-pong Frakutr (eingedrückt, meist parietal)
- lineare Fraktur
- Osteodiastase (Trennung an einer Sutura, meist occipital)
- Brachialisparese => durch Zerrung/Verletzung des Plexus
- Erb-Duchenne => obere Plexuslähmung (C5/6)
- Klumpke => untere Plexuslähmung (C7/8, Th1)
- periphere Fazialisparese (meist am Foramen Stylomastoideum)
- Torticollis
- Extrakraniale Blutungen durch Hämatome:
- Caput Scuccedaneum => perinatales, subkutanes Hämatom durch Stauung von Blut- und Lymphgefässen => Ödem überschreitet die Grenzen der Suturae
- Subgaleatisches Hämatom => perinatal zwischen äusserem Periost und Galea/Sehnenplatte
- Kephalhämatom => perinatales Hämatom zwischen äusserem Periost und Schädel => Ödem durch Suturae begrenzt
Was ist die häufigste kraniale Verformung bei Säuglingen? Wie kommt es dazu?
Posteriorer plagiocephalus (assymetrische Abflachung des Hinerkopfes)
=> Ursachen:
- Antenatal/intrauterin (z.B. durch Uterusmyom)
- Perinatal => durch Druck während der Geburt (ev. durch Hilfsmittel)
- Positionell (+++) => Beginn mit ca. 3 Mnt. => durch zu lange Rückenlage => Prävention durch Positions-Variation, Osteopathische Behandlung, Helm
Was ist der plötzliche Kindstod? Was kann man zur Prävention tun?
Sudden Instant Deth Syndrome (SIDS) => idiopatischer Tod eines scheinbar gesunden Säuglings (<1j.)
Prävention:
- Schlafen in Rückenlage
- Rauchverbot im ganzen Haus
- keine Bettdecke, feste Matratze, grosse Leigefläche, kein Plüsch
- Raumtemperatur von 18°-20°
- Stillen als Schutzfaktor
In welchem Zeitraum beginnt die Pubertät (Mädchen vs. Jungen)?
- Mädchen: 8-13j. => erste sichtbare Anzeichen: Brustwarzenknospe
- Jungs: 10-14j. => erste sichtbare Anzeichen: Testikelvolumen
Welche Art dre Anamnese findet bei Jugentlichen anwendung?
HEADSSS:
- H: Habitat/Home => Familiensituation, Wohnsituation
- E: Education => Schule, Ausbildung, Lehre, Arbeit
- A: Acitiy and Alimentaton => Sport, Hobbys, Essgewohnheiten
- D: Drugs => Medis, Tabak, Alkohol, andere Drogen
- S: Sexualität => Identität, Erwatungen, Verhalten, Missbrauch
- S: Sicherheit => Risikoverhalten, Prävention, Un-/Vorfälle
- S: Suizid / Depression => Stimmung, Angst, depressive oder suizidale Gedanken/Verhalten
=> besoners wichtig ist das Vertrauen und die Vertraulichkeit => den Jugentlichen auf die therapeutsiche Schweigepflicht und Urteilsfreiheit hinweisen
Nenne die wichtigsten Red-Flags bei Jugendlichen.
- Biologisch: Starker Gewichtsverlust, chronische Krankheiten
- Kognitiv: Schwierigkeiten in der Schule/Lehre, Lernschwäche
- Emotional: Isolation, andauernde Beziehungsprobleme
- Sozial: Fehlende bzw. geringe Leidenschaft
An welchen Orten bzw. wie kann bei Kindern die Körpertemperatur gemessen werden? Welche ist die genauste Methode und warum?
- Fühlen an der Stirn (durch die Eltern) => ungenau da subjektiv
- axilläre Messung => ungenau da peripher
- orale/sublinguale Messung => ungenau weil durch Atmung etc. beeinflusst
- tympanische Messung => gut, da zentral, kann aber durch Ohrenschmalz/Cerumen, Ohrenentzündung und/oder ungenauer Positionierung verfälscht werden
- rektale Messung (elektronisches Rektalthermometer) => Goldstandart/Referenzmethode => entspricht in der Regel der tympanen Temp. + 0.5°
Was versteht man unter Fieber, was unter Hypo-, was unter Hyperthermie?
- Fieber/Pyrexie: Erhöhung der (zentralen) Körpertemperatur über die normalen täglichen Variationen hinaus => meist in Folge der Immunreaktion auf Antigene
- rektal >37.9°
- oral >37.5°
- axillär >37.3°
- tympanisch >37.5°
- Hyperthermie: Unkontrollierter Anstieg der Körpertemperatur ohne/entgengen der Steuerung des hypothalamischen Zentrums => z.B. bei Hitzeschlag, Medikamentös, etc.
- Hypothermie: Unterkülung => (zentrale) Körperthemperatur <35° => bei Säuglingen/Kleinkinderun ev. Anzeichen für Sepsis (Multiorganversagen durch Infektion)
Erkläre die Mechanismen der physiologischen Thermoregulation.
=> Thermoregulationszentrum im Hypothalamus (regio praeoptica) => erhält afferente Signale von Thermorezeptoren der Haut (peripher) + misst die Körpertemperatur vor Ort (zentral) => Steuerung des Soll-Werts via endokrines und autonomes System, sowie Verhaltensänderung:
- up-Regulation: Aktivierung des Stoffwechsels + periphere Vasokonstriktion + Hemmung der Schweissbildung + Muskeltätigkeit (Kältezittern, Schüttelfrost)
- down-Regulation: Periphere Vasodilatation, Förderung der Schweissbildung
=> Pyrogene (exogene von Mikroorganismen und indogene, die Zytokine) führen zu einer vermehrten Prostagladin-E2 Bildung und somit einer Erhöhung des thermoregulatorischen Soll-Werts im Hypothalamus => Fieber
Nenne wichtige Red-Flags, auf welche bei Kindern mit Fieber geachtet werden muss.
Schlechter Allgemeinzustand:
- veränderter Bewusstseinszustand => Lethargie/Schläfrigkeit
- Erscheinungsbild:
- Petechien oder Ecchymosen => Formen von Purpura (Einblutungen der Haut) oder Marmorhaut (Cutis marmorata) => Infektion?
- Blässe => Anämie? Hypovolämischer oder anaphylaktischer Schock?
- Zyanose => Hypoxie? Hypovolämischer Schock?
- starke Hypo- oder Hyperventilation
=> weiter ist bei Kindern <3 Mnt. (und insb. <1Mnt.) besondere Vorsicht geboten
=> auch ein Fieber über einen Zeitraum von > 3 Tagen ist auffällig
Wie wird Fieber bei Kindern Behandelt?
=> grundsätzlich physiologisch (<41°) und wichtig zur Stärkung des Immunsystems
Nicht-medikamentöse Behandlung:
- Hydratation (sehr wichtig) + Energiezufuhr + Salz => gesüsste Getränke
- ev. Raumtemperatur senken, aber periphere Kühlung vermeiden (Rückkoppelung führt zu Wärmeproduktion)
Medikametöse Behandlung (Antipyretika) => nur indiziert bei sehr hohem Fieber, starkem Unwohlein, anhaltender Infektion oder speziellen Siturationen wie Schock, Post-OP, Erkankungen mit erhöhtem Energieumsatz (z.B. Herz- oder Lungenerkrankung), akutem Schlaganfall oder Bronchiolitis
- Paracetamol (=> Achtung: Leberschädigend)
- Ibuprofen
Was sind Fieberkrämpfe? Wann treten sie auf?
=> Kovulsionen/Krampfanfälle (≠ Epilepsie), durch hohes Fieber im Kindesalter ausgelöst, genetische Prädisposition (niedrige Krampfschwelle) => im Normalfall ausgezeichnete Prognose ohne Beeinträchtigung der Entwicklung
=> 2-5% der Kinder im Alter zwischen 3 Mnt. und 5 Jahren, meist im Fieberanstieg bei Infektion
Welche Impfungen werden gemäss dem Schweizerischen Impfplan im ersten Lebensjahr empfohlen?
Erkläre den Wirkungsmechanismus einer Impfung (kurz).
=> injektion einer abgewschwächten oder inaktiven Form von Mikroben => spezifische Antikörper-Produktion => Speicherung des "Antikörper-Rezepts" in Gedächtniszellen => schnellere und effektiveren Immunantwort beim reellem Kontakt mit dem Mikrob
- abgeschwächte Lebendimpfung (z.B. MMR, Varizella, Gelbfieber)
- inaktive Impfstoffe (z.B. Diphterie, Tetanus, Pertussis, Polio, Hib, HBV, Pneumokokken, Grippe, FSME, Tollwut)
Wie wird Hepatitis B übertragen? Was ist der Hauptrisiko bzw. eine häufige Komplikation?
=> Übertragung über Blut und Körperflüssigkeiten (insb. Sex oder IV-Drogenkonsum)
=> kann auch während der Schwangerschaft, der Geburt oder beim Stillen von der Mutter auf das Kind übertragen werden
=> kann chronisch werden und zu einer Lerberzirrose oder einem hepatozellulären Karzinom führen
Was waren häufige und schwerwiegende Komplikation einer Haemophilus influenzab typ b (Hib) Infektion, die heute mittels der Impfung verhindert werden können? Nenne wichtige Anzeichen.
=> purulente/eitrige Meningitis und Epiglottitis
Klinische Zeichen der Meningitis (=> Meningismus):
- Säuglinge => axiale Hypertonie, aufgewölbte ant. Fontanelle, Reizbarkeit/Berührungempfindlichkeit
- Kinder => Kopfschmerzen, Nackensteifheit, Photophobie, Dreifuss/Amoss-Zeichen, Knie-Kuss-Test
Welche 3 Anteile des menschlichen Ohrs werden unterschieden?
- Aussenohr: Ohrmuschel (pinna) + Gehörgang (meatus acusticus)
- Mittelohr: Trommelfell (membrana tympani) + Paukenhöhle (cavum tympani) mit 3 Gehörknöchelchen (Hammer/malleus + Amboss/incus + Steigbügel/stapes)
- Innenohr: Knöchernes und häutiges Labyrinth (labyrinthus osseus et membranaceus) mit dem Vestibularorgan (organon vestibulare) und Hörschnecke (Cochlea)
- Organon vestibulare mit Sacculus und Utriculus
- Cochlea mit Scala vestibuli, Scala tympani und Ductus cochlearis mit Corti-Organ
Welche Erreger sind am häufigsten für eine akute vs. einer chronische Aussenohr-Entzündung bei Kindern verantwortlich?
Otitis externa:
- akut meist Pseudomonas aeruginosa (liebt es feucht) => Antibiotika (Cephalosporine)
- chronisch in der Regel durch Staphylococcus aureus (mit Furunkel-Bildung)
Warum ist eine Mittelohrentzündung bei Vorschulkindern besonders häufig?
- häufigere Infektionen der oberen Atemwege => upper respiratory tract infection (URTI) => meist durch Rhinoviren => können via eustachsche Röhre ins Mittelohr eindringen
- die eustachsche Röhre ist bei Säuglingen und Kleinkinder ist noch nahezu horizontal, kürzer, enger und weniger Starr => Sekret kann weniger gut abfliessen
Wie entsteht eine akute Mitttelohrentzümdung?
=> infektiöse, akute Otitis mediana:
Durch verschleppte Krankheitserreger aus dem Nasopharynx ins Mittelohr (via tuba eustachii)
=> häufige Erreger sind Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae oder Rhinoviren
=> Symptome: Schmerzen, Ohrgeräusche, Schwerhörigkeit + Fieber, Abgeschlagenheit
=> Befund der Ohrmikroskopie des Trommelfells: Vermehrte Gefässzeichnung (zuerst am Hammergriff), Rötung, Trübung, Vorwölbung in den äusseren Gehörgang, fehlender Lichtreflex, ev. Blasenbildung (typisch bei Influenza-Infektion), selten Spontanperforation