Reaktionstechnik

RWTH WS21/22

RWTH WS21/22


J. M.
Diese Lernkarten behandeln die Reaktionstechnik auf Universitätsniveau und konzentrieren sich auf verschiedene Betriebsweisen von Reaktoren, wie Batch, Fed-Batch und kontinuierliche Prozesse. Sie beleuchten die Modellierung von Verweilzeiten, die Bedeutung von Substratkonzentrationen und die Auswirkungen von Produktinhibierung. Besonders nützlich sind sie für Studierende und Forscher in der Biotechnologie und Chemie, die Prozesse optimieren und Reaktionen effizienter gestalten möchten.
Karten
97
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
08.03.2022 / 09.03.2022

Lernkarten

Nenne 3 Vorteile von biokatalytischen Reaktionen

1. hohe Selektivität; 2. günstige Randbedingungen (1 bar, 25-60 Grad Celsius, wässriges Milieu); 3. Reinheit der Ausgangsstoffe wegen hoher Selektivität nicht sehr wichtig; 4. in der Regel keine giftigen oder gefährliche Komponenten; 5. Enatiomerenreine Produkte

Nenne 3 Vorteile von chemisch katalysierten Reaktionen

1. Geringeres Reaktorvolumen (kein wässriges Milieu notwendig) 2. höhere Reaktionsgeschwindigkeit ( durch Druck und Temp. beeinflussbar) 3. deutlich geringere Sterilanforderungen 4. etabliertes Arbeitsfeld, erfahrene und qualifizierte Arbeiter

Nenne 3 Nachteile von biokatalytischen Reaktionen

1. Hohe Kühlungskosten wegen niedrigem Temperaturniveau 2. Bei Fermentationsprozessen oft hohe organische Abwasserbelastung 3. Bei Fermentationsprozessen liegen die Wertprodukte oft in Mischungen mit Nebenprodukten der Mikroorganismen vor. (Aufwendige Reinigung)

)Nenne 3 Nachteile von chemisch katalysierten Reaktionen

1. Randbedingung von chem. Reaktionen oft sehr verschieden (keine Vielzweckanlagen möglich) 2. Teure Katalysatoren 3. Hohe Betriebskosten (hohe Temp. und Drücke)

Nenne 3 Betriebsweisen von Reaktoren und zeichne deren Produktverläufe und Füllstände 

Bauch, kontinuierlich und fedbatch

Folgende Reaktionen: A+B-> 2P (Hin=k1) 2A<-> BP (Hin=k2, Rück=k-2); a) Nenne Reaktionsordnung und stelle Reaktionsgeschwindigkeit für alle Edukte undProdukte aufb) Stelle das Verhältnis der Reaktionsgeschwindigkeit von Produkt zu NebenproduktzumZeitpunkt t=0 mit A0=B0, BP0=P0=0, k1=k2=k-2 auf.

a) 1) Reaktion 2. Ordnung Ra = -k1 * Ca * Cb Rb = -k1 * Ca * Cb Rp = 2 * k1 * Ca * Cb 2) Reaktion 2. Ordnung Ra = -2 * (k2 * Ca2 – k-2 * Cbp) Rbp= k2 * Ca2 – k-2 * Cbp b) Rp / Rbp = (2 * k1 * Ca * Cb)/( k2 * Ca2 – k-2 * Cbp) = (2 * k1 * Ca2 )/( k1 * Ca2 ) = 2

Nenne 2 Möglichkeiten das Reaktionsgleichgewicht bei Gleichgewichtsreaktionen zu verschieben

Temperatur: Eine exotherme Reaktion wird durch eine Temperaturerhöhung verlangsamt oder verhindert. Das Gleichgewicht wird sich auf die Seite der Edukte verschoben Druck: Bei einer Druckerhöhung wird die Reaktionsseite mit der geringeren Teilchenanzahl bevorzugt. Ammoniaksynthese Stoffmenge:Handelt es sich um ein reversibles System, erhöht sich durch die Zugabe von z.B. Edukten zwangsläufig die Konzentration von Produkten.

Es liegt eine Produktinhibierte Reaktion vor. Welchen Reaktortyp (Konti/Diskonti) wählen Sie? Begründe.

diskonti, da die mittlere Produktkonz. am geringsten ist

Es liegt eine Substratüberschussinhibierte Reaktion vor. Welchen Reaktortyp (Konti/Diskonti) wählen Sie? Begründe

konti. , da die Substratkonz. konstant niedrig ist

Es liegt eine Substrat- und Produktinhibierte Reaktion vor. Welchen Reaktortyp (Konti/Diskonti) wählen Sie? Begründe.

fed-Batch oder kont. Rührkesselkaskade mit Zwischeneinspeisung, da diese Betriebsweisen es ermöglichen Substrat- und Produktkonz. im mittleren Bereich zu halten

Definiere Limitierung und Inhibierung und grenze beide Begriffe voneinander ab.

Limitierung: Reaktionsabbruch aufgrund von Mangel and limitierter Komponente Inhibierung : Reaktionshemmung aufgrund von zu hoher Konz. der inhibierenden Komponente

Nenne Formel für Substratinhibierung. Benenne alle Terme und gebe ihre Einheiten an.

Substratinhibierung:

 μ = μmax * S / (Ks + S + S^2 / Ki)

 μ = Wachstumsrate [1/h] 

μmax = maximale Wachstumsrate [1/h] 

S = Substratkonzentration [g/L]

Ks = Monod-Konstante Substrat [g/L] 

Ki = Inhibierungskonstante [g/L]

Nenne Formel der Gibbsenergie. Benenne alle Terme und gebe ihre Einheiten an.

Gibbs Energie:

 ΔG = ΔH – TΔS 

H = Enthalpie [J] 

T = Temperatur [K]

 S = Entropie [J/K]

Berechne die Gibbsenergie sowie Delta_S und die Reaktionsenthalpie (gegeben: Temperatur, Reaktionsgleichung, Standardbildungsenthalpien)

Bild/Selbsterstellen

Gibb an ob die gegebene Reaktion Enthalpie- oder Entropiegetrieben ist.

TS < H enhalpie getrieben TS > H entropie getrieben (Betragsmäßig)

) X,S-t-Diagramm für Substratinhibierte Reaktion. Ein Substratverlauf und Biomasseverlauf eingezeichnet für S0=80g/l und Endbiomassekonzentration=40 g/l. Zeichne für S0=60g/l und S0=100g/l den Verlauf von X/S unter Beachtung des Ausbeutekoeffizienten.

Bild/Selbsterstellen

A) Zeichne ein X,S-D-Diagramm und die RZA unter Berücksichtigung des Erhaltungsstoffwechsels. Berechne Dkrit und zeichne Dkrit ein. b) Zeichne das gleiche Diagramm ohne Erhaltungsstoffwechsel.

Bild/Selbsterstellen

Stelle dS/dt für ein Fed-batch auf, gebe alle Terme mit Einheiten an

dS/dt=-1/Y X/S *μ*X-F/V*S+F/V*S f

 F=Füttervolumenstrom [L/s]

 V=Gesamtvolumen [L] 

S f =Substratkonzentration im Feed [g/L]

 S=Substratkonzentration im Reaktor [g/L]

 X=Biomassekonzentration im Reaktor [g/L] 

Y X/S =Ausbeutekoeffizient [g Produkt /g Substrat ] 

μ= Wachstumsrate [1/s] 

dS=Änderung der Substratkonzentration [g/L]

 dt=Änderung der Fermentationszeit [s]

Für einen Fed-Batch und Batch ist folgendes gegeben. -Volumen des Batch = 750L -Gesamt umgesetzte Masse des Substrates =150kg -Substratkonzentration des Feed vom Fed-Batch=500g/l -Konzentration Substrat im Anfangsvolumen=50g/l Berechne die Gesamtkonzentration und das Anfangsvolumen des Fed-Batch

S 0 = S l *V ae + S f (1-V ae ) (aus Vorlesung 6) gegeben: V e = 750 l, S f = 500 g/l, S l = 50 g/l S 0 = Gesamt umgesetzte Masse des Substrates( =150 kg)/V e = 200 g/l V a =((S f -S 0 )/(S f -S 1 ))*V e V a = 500 l

Diagramm Wachstumsrate über Substratkonzentration mit dem Verlauf der Wachstumsrate gegeben. Benenne 2 Größen die aus dem Diagramm abgelesen werden können. Einzeichnen und ablesen der 2 Größen. Gebe die Monod-Kinetik an.

Bild/Selbsterstellen

a) Gebe Wert dX/dt in einem kontinuierlichen Rührkessel an. b) Wie heißt der Zustand bei dem sich keine Änderung mehr ergeben? c) Wie ist der Zusammenhang zwischen D und Wachstumsrate in diesem Zustand?

a) dX/dt= μ*X-D*X b) stationär c) μ=D

Wann spricht man von einer Steuerung und wann von einer Regelung? Was wird bei welchen Durchflussraten angewendet? Erkläre die Betriebsweisen.

Steuerung: Die Stellgröße wird dem System aufgeprägt, welches sich dann auf diese einstellt und Selbstreguliert. Beispiel: Chemostat für D zwischen den Randbereichen im Bereich von D=0 und D krit , D als Stellgröße wird festgelegt und das System stellt sich auf diese größe selbstregulierend ein. Regelung : Einstellung der Stellgröße zur Einstellung einer bestimmten Messgröße (Rückkopplung der Messgröße) Turbidostat für sehr kleine D im Bereich von D=0 und sehr große D im Bereich von D krit über optische Dichtemessung, Regelung von D zur Erhaltung einer bestimmten optischen Dichte

Nenne 3 Arten von Biokatalysatoren.

Enzyme, Ganzzellbiokatalysatoren und lebende Mikroorganismen

Nenne 3 dominierende Betriebsweisen von Chemie- und Bioreaktoren.

Batch, Fed-Batch, Konti

Kultur unter Produktinhibierung. Fed-Batch-Verlauf einzeichnen mit linearem Feed. S, X, PVerläufe zeichnen. Zeitpunkt markieren an dem Feed gestartet wird. Volumenverlauf einzeichnen.

Bild/Selbsterstellen

Was ist Pmax und wie wirkt es sich auf Biomasse und Produktzuwachs aus?

Pmax ist die maximal erreichbare Produktkonz. einer Produktinhibierung. Bei Pmax stoppt der Wachstum der Biomasse und des Produkts.

Stelle Reaktionsgeschwindigkeit für alle beteiligten Komponenten auf. a) 2A -> P(Hin=k1) b) A + 2B -> 3P (Hin=k2) c) A + 3B -> 2P + 4Q (Hin=k3)

Bild/Selbsterstellen

Abhängigkeit der Reaktionsgeschwindigkeit von der Konzentration der Edukte.

Reaktionsordnung

Einzeichnen in Diagramm Tau/Ca0 (proportionale Fläche) bei einem Konti-Rührreaktor. (Kehrwert von R gegen Umsatz X). Dann einzeichnen für auf zwei Reaktoren aufgeteiltes Volumen bei gleichem Umsatz. Ist das nun besser oder schlechter?

Bild/Selbsterstellen

Berechne den Kostenfaktor für zwei 5L Reaktoren im Gegensatz zu einem 10L Reaktor. mit f= 0,65 In/I=1,275

Bild/Selbsterstellen

Für Eine Kultur mit Anfangssubstratkonzentration an Glukose von 15g/l wird bei verschiedenen NH4-Konzentrationen die Endbiomasse ermittelt. (Diagramm gegeben: Erst linearer Verlauf von X gegen NH4, dann Plateau erreicht bei 5g/l Biomasse, ~ ab 1,2g/l NH4.) Wieviel Glukose und NH4CL muss man einwiegen um auf eine Biomasse von 20g/l zu kommen? (Gegeben: Mn, Mh, Mcl)

Bild/Selbsterstellen

Was ist katabolitreprimierte Produktbildung?

Die Anwesenheit eines bestimmten Katabolites hemmt die Genexpression für einen bestimmten Promotor, so dass das dahinterliegende Protein bzw Enzym nicht gebildet werden kann. Beispielsweise können einige Stoffe die Repression der Gene bewirken, welche für die Enzyme codieren, welche für die Entstehung des jeweiliges Stoffes verantwortlich sind. Auch hemmt Beispielsweise Glukose den lac-Promotor, so dass in Anwesenheit von Glukose keine Lactase ausgeschüttet und somit keine Lactose verstoffwechselt wird

Nenne Gründe für eine lange Verzögerungsphase

1) Unerkannte Limitierung durch ein gelöstes Substrat 

2) Substrat (z.B. Glucose) muß erst durch enzymatische Hydrolyse aus einem Polymer (Polysaccharid) gewonnen werden

 3) O2 – Limitierung

 4) Diffusionsbarrieren durch Pellet – Wachstum 

5) (Neben-) Produkt – Inhibierung 

6) pH - shift durch die Stoffwechselaktivität der Mikroorganismen 

7) Spurenelemente sind beim Sterilisieren ausgefallen oder müssen erst aus einer komplexen Matrix rückgelöst werden.

Diagramm mit Monod-Kinetik. Lese Km-Wert und max. Wachstumsrate ab.

Bild/Selbsterstellen

Fermentation mit Mikroorganismen. Zielprodukt ist die Biomasse. Die MO sind durch hohe Eduktkonzentrationen in ihrem Wachstum gehemmt. a) Wie nennt man dieses Phänomen?b) Wie ist der Fomelmäßige Zusammenhang zwischen Wachstumsrate undSubstratkonzentration? Benenne alle Terme & gebe Einheiten an.c) Skizziere den Verlauf d) Welche Reaktor-Betriebsweise wählen Sie, wenn ein Konti-Betrieb aus technischenGründen nicht in Frage kommt? Begründe.e) Zeichne den Verlauf der Biomasse, Substrat und Reaktorfüllvolumen für einenBatch und eine geregelte Fed-Batch-Fermentation bei diesem Phänomen.

Bild/Selbsterstellen

Stelle Reaktionsgeschwindigkeit für alle Komponenten der Reaktion auf. 2A + B <-> P + 2Q (Hin=khin, Rück=krück)

RA=-2*khin*CA^2*CB+2*krück*CP*CQ^2 

RB=-khin*CA^2*CB+CP*CQ^2 

RP=khin*CA^2*CB-CP*CQ^2 

RQ=2*khin*CA^2*CB-2*CP*CQ^2

Nenne Inhibierungsart welche oft das Wachstum beim Start einer Fermentation hemmt. Gebe die Gleichung an und benenne alle Terme & Einheiten

Substratinhibierung

a) Gebe dX/dt für Konti an. Benenne alle Terme & Einheiten. b) Gebe dS/dt bei Konti an. Berücksichtige Erhaltungsstoffwechsel. Benenne alle Terme & Einheiten.

Selbsterstellen

Gebe dS/dt bei Fed-Batch an. Benenne alle Terme & Einheiten.

Sf : Substratkonzentration im Feed beim Konti und Fed-Batch [g/L] F : Füttervolumenstrom beim Fed-Batch [L/h] V: Volumen [L] Y: Ausbeutungsgrad [-] μ: Wachstumsrate [1/h]

Zeichne eine Konti-Kultur mit Erhaltungsstoffwechsel. Zeichne die Bereiche für Turbidostat & Chemostat ein. In Kläranlagen wird oft eine ungewöhnliche Durchflussrate gewählt. Warum ist das so und markiere den Bereich im Diagramm.

In Kläranlagen wird häufig eine besonders niedrige Durchflussrate gewählt. Bei niedrigenDurchflussraten sind sowohl die Substrat- als auch die Biomassekonzentration im “Reaktor”bzw. Klärwerk niedrig. Das Ziel eines Klärwerks ist, möglichst viel des eingeführtenSchmutzes (Stickstoff z.B.), welches hier als Substrat fungiert abzubauen, um möglichstwenig davon im Ausfluss zu haben und gleichzeitig möglichst wenig Biomasse zuproduzieren und in die Umwelt abzuführen.

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