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C. L.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Humangenetik auf Universitätsniveau. Sie behandeln zentrale Themen wie Mutationen, Gene, Krankheiten und DNA, wobei auch spezifische Konzepte wie Haplotypblöcke, LOD-Scores und die Funktion von Proteinen vertieft werden. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Forscher, die sich mit den genetischen Grundlagen von Krankheiten, der Evolution des Menschen und der Genomforschung auseinandersetzen.
Flashcards
308
Students
3
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
21.02.2022 / 04.06.2025

Flashcards

Was ist ein Centimorgan; cM?

  • Unterschied zur Basenangabe
  • Konvertiert in Basen?

  • Beschreibt genetischen Abstand zwischen zwei Loci, welche in 100 Meiosen 1 Mal getrennt werden
    • 1 Rekombination pro 100 Meiosen (1% Rekombination) ⇒ 1 centiMorgan
    • Sind nicht kumulativ; z.B. Teil A + Abstand + Teil B
  • Ist relativ im Vergleich zu absoluten Angabe in Anzahl Basen
  • 1 cM = cira. 1 Mb

Was waren die ersten genetischen Marker?

  • Nutzen von RFLPs: Restriction Fragment Length Polymorphism
  • Restriktion des Genoms mit Restriktionsenzymen => Mutation resultieren neue oder Verlust von Restriktionssequenzen

Nenne die Formel für

  • den Abstand auf der Genkarte
  • Rekombinationshäufigkeit

Wieso hat die Rekombinationsrate ein Max von 50%?

 

  • Maximal 50% (Mittelwert) der produzierten Gameten sind rekombinant für jene zwei Loci
  • Beim Single Crossover sind nur 2 der 4 Chromatide beteiligt => 50%
  • Viel unwahrscheinlicher Double Crossover, welche auch Mittelwert von 50% haben

Was versteht man unter Syntänie?

  • Zwei Loci auf dem gleichen Chromosom, welch miteinander segregieren, solange keine Rekombination stattfindet

Kann es an jedem Ort des Chromosoms zur Rekombination kommen?

  • Nein, es gibt Rekombination Hot Spots
  • 95% der Rekombination innerhalb jener Segmente mit Rekombinationsfrequenz von bis zu 70 cM/Mb
  • Ausserhalb Hot Spots noch ca. 0.04%

Wie verhält es sich mit den Rekombinations Hot Spots zwischen den Geschlechtern?

  • Pro Crossing Over/Meiose 50 cM für genetische Karte
  • Chiasma: Ort wo sich beide Chromatiden aneinanderlagern für Crossing Over
    • Meiste in Rekombinations Hot Spots
  • Männliche Meiosen
    • 50.6 Chiasma
    • 2350 cM
  • Weibliche meiosen
    • 70.3 Chiasma
    • 3515 cM

Wie ist die Rekombination beim Y-Chromosom? Was meint man mit Pseudo-autosomale Regionen?

  • Normale Meiose vom X-Chromosom im Frauen
  • Problem beim Mann: X und Y nur einmal...
  • X- und Y-Chromosom paaren sich nur über Enden (End-to-End)
    • Pseudoautosomal Region 1: 2.6 Mb und meistens Paarung über diese Stelle
    • Pseudoautosomal Region 2: Kleiner und selten Paarung darüber
  • Pseudoautosomal Region
    • Also homologe Kopien auf X- und Y-Chromosom
    • Grösstenteils unbeeinflusst von X-Inaktivierung
    • Vererbungsmuster wie autosomale Gene

Was versteht man unter einer

  • Informativen Meiose
  • Nicht-informative Meiose

  • Informativen Meiose
    • Eine Meiose, bei welcher die resultierenden Genotypen einer Kopplungsanalyse die Unterscheidung zwischen einer rekombinant und nicht-rekombinant zulässt
  • Mit oder ohne Rekombination

Weshalb sind die Söhne eines X-chromosomal erkrankten Vater nicht betroffen? Was ist mit den Töchtern? 

  • Durch die Spermatogenese kann es Spermien mit je nur einem gonosomalen Chromosom geben
  • Söhne: Gesundes Y-Chromosom
  • Töchter: Sind Carrier oder erkrankt, wenn die Oocyte das gleiche X-Chromosom hat

Interpretiere folgende Abbildung.

Interpretiere folgende Abbildung.

  • Informative Meiose mit Rekombination
  • Eindeutige Interpretation

Interpretiere folgende Abbildung.

  • Frau der II Generation mit nicht-informativer Meiose => Ist es A1 oder A2?
  • Bezug Kinder
    • Kind 1 bis 5:
      • Fall 1: nicht-rekombinant 
      • Fall 2: rekombinant 
    • Kind 6:
      • Fall 1: rekombinant 
      • Fall 2: nicht-rekombinant 

Interpretiere folgende Abbildung.

  • Nicht-informative Meiose
  • Grosse Frage: Von wem ist das A1-Allel und ist es das gleiche A1?
    • Unter den Grosseltern könnten zwei A1-Allel vorhanden gewesen sein => Abhängig von der Allel-Frequenz
    • 2 Generation: Gleiche A1 in Bruder und Schwester?

Was versteht man unter dem LOD-Score?

  • Berechnung 
  • Interpretation

  • Logarithm of the Odds
  • Statistische Abschätzung der Mutmaßlichkeit herangezogen, ob zwei Loci auf demselben Chromosom nah beieinander liegen und somit gekoppelt vererbt werden
  • \(LOD = log_{10}({Wahrscheinlichkeit~Loci~gekoppelt\over Wahrscheinlichkeit~Loci~nicht~gekoppelt}) = Z\)
  • Interpretation
    • Rekombinationsfrequenz θ (Thetha)
      • θ = Maximale Rekombinationsfrequenz (not linked) 
      • θ < 0.5 = Kopplung vorhanden (linked)
      • Normalerweis kalkuliert von 0 bis 0.5 mit 0.1-Abstand
    • Wahrscheinlichkeit Meiose 
      • rekombinant = θ
      • nicht-rekombinant = 1 - θ

Berechne den LOD-Score der folgende Familie.

  1. Definieren wer rekombinant oder nicht-rekombinant ist
    • (Marker & Krankheits-Gen immer gleich = nicht-rekombinant)
    • (Marker & Krankheits-Gen ändern sich = rekombinant => z.B. A1 zu A2
  2. "Aufstellen" der LOD-Formel anhand Anzahl rekombinante θ bzw. nicht-rekombinante (1 - θ)
  3. \(Z = log_{10}[{(1- θ)^5*θ/(0.5)^6}]\)
  4. Einsetzen der verschiedenen θ-Werte von 0 bis 0.5
  5. Interpretation

Berechne den LOD-Score der folgende Familie.

  • Berücksichtigung beider Fälle, deshalb jeweils 1/2-Wertung

Wie wird der LOD-Score intepretiert?

  • Interpretation
    • LOD = 3 ⇒ 1000mal höhere Wahrscheinlichkeit (Trashhold), da Log
      • mit p < 0.05 => 5% Fehlerrate
    • Positiv: >= 3
    • Negativ: <= -2
  • Grüne Kurve
    • Kopplung vorhanden bei 0
  • Rote Kurve
    • Hinweis auf Kopplung bei 0.23
  • Lila Kurve
    • Ausschluss Kopplung
    • Keine Aussage <0.12
  • Blaue Kurve
    • Keine Aussage über Kopplung bei den Rekombinationshäufigkeiten

Beachte!

Beachte

Beachte!

Was ist ein Three-Point Cross und was ist deren Nutzen?

  • Ermöglicht die Lokalisierung (Reihenfolge) der Gene untereinander bzw. deren Abstand in cM mittels Betrachtung der Gamten nach Crossover
  • Organismus muss für beteiligte Gene heterocygot sein
  •  

Was ist der Vorteil des Multipoint Mapping im Vergleich zum 2-Point Mapping? Intepretation?

  • Wenn Idealfall: Kopplungsanalyse gesamten Genoms und Berechnung Genreihenfolge auf Chromosom (Position) => Effizienter
  • Umgehung von z.B. Marker A mit weniger Informationsgehalt durch andere Marker B mit mehr Informationsgehalt 
  • Interpretation Ort/Region mit höchstem LOD-Score

Wie finden Sie Krankheiten, welche durch eine verursacht wird?

  • rezessives Gen
  • dominantes Gen

  • Rezessive Krankheit:
    • Homozygosity Mapping in Population
    • Autozygosity Mapping in Familien => Identical by descent (IBD)
  • Doiminante Krankheit: Heterozygosity Mapping/ Autozygosity Mapping

Was ist das Prinzip des Homozygosity Mapping?

  • Nutzen gemeinsamer chromosomaler Segmente
  • Je weniger Meiosen die Chromosomen durchlaufen, desto weniger rekombinieren diese => Vererbung grosser identischer Segmente (relativ im Vergleich)
  • Je mehr weniger verwante Personen miteinbezogen werden, desto kleiner sind die Segmente (relativ)

Was bewirkt eine rezessive Mutation auf die Allelfrequenz bzw. Häufigkeit?

  • Situation: Allel 1 und 2 durch SNP mit Allelfrequenz von 90/10 (Population)

  • Funktioniert nur innerhalb von Familien
  • Durch die rezessive Krankheit, welche mit Allel 2 häufiger vorkommt als mit Allel 1, als es statistisch möglich wäre im Vergleich der Familie zur Population => Isolierte veränderte Allelfrequenz
  • Allel-Ausprägung ist unabhängig von Krankheit
  • Aufällig ist veränderte Allelfrequenz von 90/10 zu 50/50 => Hinweis Lokalisation Krankheits-Seqeunz

Was versteht man unter Haplotype Blocks? Was ermöglicht es?

  • Kombination verschiedener Allele (SNP's) von zwei oder mehr Loci auf gleichem Chromosom
  • Charakterisierung DNA anhand SNP's ohne komplettes Genom zu Sequenzieren => Autozygosity Mapping

Wie wird der LOD-Score für die Homocygosity berechnet?

  • Definitionen
    • q = Wahrscheinlichkeit auftreten Krankheitsallels
    • F = Wahrscheinlichkeit Krankheitsallels des Partner Identical by descent ist (IBD)
    • q x F =  Wahrscheinlichkeit Kind homozygot Krankheitsallel by IBD
    • (1-F) * q= Wahrscheinlichkeit Kind homozygot Krankheitsallel nicht durch IBD => Allgemeine Population
  • \(α = {F*q/((F*q)+(1-F)*q^2)}\)
  • \(α = {F*q\over (F*q)+(1-F)*q^2}\)
  • Hoher LOD-Score bei geringer Personenzahl

Mit welchen Score wird die Homocygosity Mapping interpretiert und Prinzip Methode?

  • Bestimmung bestimmter Anzahl Marker mit Untersuchung auf Homozygotie
    • Markeranzahl = Auflösung
    • Je mehr Marker, desto mehr ZLR-Peaks entstehen
    • Untersuchung jeder chromosomaler Region mit signifikanten ZLR-Peak
  • Kleinstmöglicher ZLR-Peak
    • Grösse 2 Mb
    • 16 Gene
  • Interpretation mittels ZLR-Score, der 2> sein muss
  • Mittels PC für Homocygositie Mapping => nicht nur Autocygositie Mapping

Beachte zu Homozygositie Mapping bzw. Autozygositie Mapping.

Beschreibe die Krankheit PEPD.

  • Allgemeine Symptomatik
  • Mutation
  • Charakteristisch 
  • Vererbung

  • Paraoxysmal Extreme Pain Disorder
  • 1959 entdeckt als autosomale dominante Krankheit auf Chromosom 2
  • Mutationen in Alpha-Untereinheit des Nav1.7 Kanal des SCN9 Gens
  • Symptomatik: Rektaler, okularer und submandibularer Schmerz
  • Charakteristik: Plötzlich auftretender Schmerz mit praller Hautrötung

Was können Sie aus der folgenden Kopplungsanalyse schliessen von einer Familie mit PEPD-Fällen?

  • In 2. und 3. Generation treten immer eine spezifische Ausprägung für die Markerreihe
  • Wichtigste Information in 4. Generation
    • IV2: Krankheitsausprägung selbst, wenn >50% der vorherigen Marker fehlt durch Rekombination 
    • IV3: Krankheitsausprägung selbst, wenn erster Marker fehlt durch Rekombination 
    • IV2 + IV3: Eingrenzung auf zwei Marker => Mutation zwischen diesen Markern
    • Fehlen = Andere Ausprägung

Wie viele Mutationen wurden in der Analyse von PEPD identifiziert und beschreibe diese?

  • Anzahl
  • Charakteristikum

  • 8 Mutationen in 13 Familien
  • 7 Mutationen in hochkonservierten Regionen der Nav1.7-Familie
  • Alles Mutationen im intrazellulären Proteinteil => funktioneller Teil

Beschreibe die Mutationen allgemein der PEPD.

  • R996: Einzige Mutation, die nicht in der stark konservierten Region ist => geringere Auswirkung
  • Mutation in 3. und 4. Region: Unkonservierte Missense-Mutationen

Was ist das Resultat der funktionellen Analyse bei PEPD? Methodik?

  • HEK293-Zellen: Konstitutive Expression per Transfektion von
    • wt-Nav1.7-Ionenkanal 
    • I1461T-Nav1.7-Ionenkanal 
  • Funktionalität mit Patch Clamp (Elektrode in- und ausserhalb Zelle)=> Unterschiede:
    • Stärker Ströme
    • Nur partielle Densensitierung

Was ist auffällig am SCN9-Gen?

  • Ist Ursache für insgesamt zwei weitere Krankheiten => Schmerzkrankheiten, wie
    • PE: Primary Erythermalgia
    • CIP: Channelopathy-associated insensitivity to pain
  • Ihre Mutationen sind charakterisitsch innerhalb der Exone verteilt (Bild)

Vergleiche die PEPD mit PE und CIP:

  • Vererbung
  • Mutationstyp

  • PEPD
    • Dominant
    • Gain of Function 
  • PE
    • Dominant
    • Gain of Function 
  • CIP
    • Rezessiv
    • Loss of Function

Was versteht man unter einer komplexen Krankheit?

  • Allgemeine Ursache
  • Probleme/Schwierigkeiten

  • Sind multifaktorielles Ursprungs im Vergleich zu mendelnde Krankheiten
  • Beeinflussung durch ein/mehrere
    • Umweltfaktoren
    • genetische Faktoren
  • Wann ist eine Person betroffen?

Was ist das Problem, wenn eine Krankheit öfters in einer Familie vorkommt? Massnahmen dagegen?

  • Erster Blick genetisch bedingt, im Ende jedoch durch Umwelteinflüsse
  • Beobachtung mehrere Familien auf der Welt => verschiedene Umwelteinflüsse

Wie werden Informationen für komplexe Krankheiten gewonnen?

  • Familien mit adoptierten Kinder
  • Zwillingsstudien:
    • Getrennt 
    • Zusammen

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