Osteopathie


M. D.
Diese Lernkarten behandeln die Diagnose und Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Krankheiten wie Arthrose, Spondylitis und Osteoporose, sowie deren Symptome, Ursachen und Management. Patienten, Ärzte und Medizinstudenten profitieren von diesen Karteikarten, um ein tieferes Verständnis der Wirbelsäulenerkrankungen zu erlangen und effektive Behandlungsstrategien zu entwickeln.
Flashcards
77
Students
1
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
22.12.2021 / 17.01.2022

Flashcards

Welches sind die 3 Regionen, bei denen am meisten Schmerzen auftreten im Rücken?

  1. Lumbalgien
  2. Scapulalgien
  3. Zervikalgien

Wie werden die Lumbalgien unterteilt und wie oft ist das Vorkommen?

  • Lombalgie commune: Kein signifikantes anatomisch-pathologisches Substrat, 90-95%             

  • Lombalgie specifique:  Frakturen, Infektionen, Krebs, Bandscheibenvorfall, 5-10%

Wie werden von der Zeitdauer her die Beschwerden eingeteilt?

  • 0-1 Monat: akut
  • 1-3 Monate: subakut
  • länger als 3 Monate: chronisch

Nenne 10 spezifische Lumbalgien.

  • Tumoren (Knochenmetastasen, Multiples Myelom, Paget's...)
  • Frakturen, „Tassements“ (Osteoporose, pathologische Frakturen)
  • Spondylodiszitis und Osteomyelitis
  • Spondylarthropathie (Bechterew)
  • Signifikante Bandscheibenvorfälle, enger Spinalkanal
  • Erosive Spondylopathie (pseudopotentisch)
  • Viszerale Erkrankungen (Nierenlithiasis, Aortenaneurysma, Zwölffingerdarmgeschwür, Pankreatitis)
  • "Spondylolisthese".
  • "Wachstums-Dystrophie (Scheuermann-Krankheit), Skoliose".
  • "Maladie de Forestier, Diffuse Idiopathic Skeletal Hyperostosis (DISH = HVA)".

Wie werden die Zervikalgien unterschieden und wie ist das Vorkommen?

Gewöhnliche Zervikalgie (95%):

  • funktionell
  • depressive Störungen
  • diskogen
  • posteriore Gelenke
  • posteriorer "whip lash"

Symptomatische Cervicalgien - spezifische Erkrankung (selten)

  • entzündlicher Rheumatismus (PR, SPA, Polymyalgia rheumatica)
  • mikrokristalline Arthropathie
  • Infektionen:
    • Spondylodiszitis (häufige Keime, BK)
    • Grisel-Syndrom
  • Primär- und Sekundärtumore
  • Gefässschäden (Dissektion der A. vertebralis, der A. carotis)

Welche Red Flags gibt es?

  • Malignität, Inflammation, Infektion: Fieber, Nachtschweiss, Geschichte von inflammatorischer Arthritis, Lymphadenomopathie,...
  • Myelopathien: objektive neurologische Defizite
  • Starke Osteoporose, Nackenoperationen, Bewusstlosigkeitsattacken, starker steigender Schmerz 

Definiere eine somatische Dysfunktion.

Eine somatische Dysfunktion ist eine mechanische und physiologische Anomalie zwischen zwei Strukturen (Gelenk) oder innerhalb einer Struktur (Muskel oder Organ), die normalerweise mit Schmerzen, Asymmetrie und Gewebeveränderungen einhergeht

Was sind die Ursachen einer somatischen Dysfunktion?

  • Trauma
  • mechanische Belastung (Verletzung durch wiederholte Belastung)
  • gestörte viszerale Funktion
  • psychoemotionaler Stress

Nenne die verschieden möglichen Zustände der Muskulatur.

Was charakterisiert eine primäre somatische Dysfunktion?

  • Die langjährigsten
  • Am signifikantesten
  • Biomechanischer, physiologischer Schmerz oder Dysfunktion aus Patientensicht

 

  • Primäre akute Läsion: aktive Physiologie, Hitze, Schwellung (Ödem), Rötung, Entzündungsreaktion
  • Primäre chronische Läsion: Hauttrockenheit und Kälte, Muskelfibrose

 

Charakterisiere die Alterung einer Läsion.

  • Akuter reaktiver Muskelspasmus: 0-10 Tage
  • Nicht reaktiver akuter Muskelspasmus: wenige Monate
  • Muskelhypertrophie: 1-3 Jahre
  • Frühes Stadium der Fibrose (Chronizität): 3-5 Jahre
  • Altstadium der Fibrose (Chronizität): 10 Jahre und mehr

Welche Behandlungsansätze für akute und chronische Beschwerden gibt es?

  • Akut:
    • Funktionelle Hemmung: Verringerung von Muskelspasmen durch Unterbrechung des Reflexbogens
    • HVT (High velocity technique): spezifisch genau
    • Functional Technique
    • BLT (Balanced ligamentous tension)

 

  • Chronisch:
    • Erhöhung der Mobilität, Motilitätstechnik
    • GOT (struktureller Ansatz)
    • Fascia unwinding
    • MET

 

  • Selbsthilfe: Trainieren, Postur, Diät, Intiinflammatorisch

Was sind Red Flags?

Red Flags sind entweder allgemein oder spezifisch für eine anatomische Region. Sie bestimmen Pathologien, die absolute Kontraindikationen für eine sofortige osteopathische Behandlung darstellen und die eine Behandlung durch einen Arzt (Spezialisten) erfordern. Sobald jedoch die Diagnose gestellt und der Patient medizinisch behandelt ist, kann der Osteopath die medizinische Behandlung ergänzen.

 

Was sind orange Flags?

Orange Flags sind Warnzeichen, die spezifisch für eine anatomische Region sind. Sie bestimmen Pathologien, die relative Kontraindikationen darstellen, ohne dass sie für die unmittelbare osteopathische Versorgung absolut sind. Dies kann jedoch parallel und/oder in Zusammenarbeit mit dem Arzt (Facharzt) durchgeführt werden. Das osteopathische Management bleibt von der Entwicklung dieser "Warnsignale" im Laufe der Zeit abhängig.

 

--> handelt sich um die „graue Zone“ à sind also nicht direkt ausgeschlossene Fälle

Nenne die Red Flags der lumbalen Region.

  • Fieber/ Tag- und Nachtschmerzen; Hyperalgesischer und hyperinflammatorischer im Lumbalbereich:
    • Spondylitis, septische und aseptische Spondylodiszitis.
    • Meningitis
    • Morbus Pott (Sekundäre Tuberkulose)

 

  • Tag- und Nachtschmerzen; Verschlechterung des Allgemeinzustandes; Abmagerung:
    • Primärtumoren (Osteosarkom, Chondrosarkom...) oder Sekundärtumoren (Knochenmetastasen).

 

  • Tag- und Nachtschmerzen, frühmorgendliches Erwachen, Morgensteifigkeit, diffuse axiale Entzündung:
    • Spondylarthropathien (Bechterew...)

 

  • Trauma, vernachlässigtes Trauma, Low-Energy-Trauma:
    • Frakturen, osteoporotischer Wirbelsäulenkollaps
    • Posttraumatische Instabilität

 

  • Lumbalgie mit Mono- oder Polyradikulären Defiziten:
    • Diskushernie oder Osteophytose, die zu einem radikulären Defizit-Konflikt führt (Parese ≤ M3 und/oder rasche Verschlechterung).

Kompression der Medulla (über L2) oder Cauda-Equina-Syndrom (Sphinkter-Erkrankungen)

 

Extradural:

  • Spondylolisthese (Grad 3,4)
  • Pseudotumoraler Bandscheibenvorfall
  • Schwere degenerative Erkrankung (Diskarthrose, Spondylose, Spondylarthrose)
  • Post synoviale Gelenkzyste
  • Fraktur oder Subluxation (selten im Lendenwirbelsäulenbereich)
  • Hämatom
  • Abszess

 

  • Lumbalgie mit radikulären Defiziten oder Kompression der Medulla (Myelopathie):
    • Intradural: Meningiome, Neurofibrome
  • Lumbalgie mit kaudikanter pseudo-sciatalgie:
    • Arterielle Stenose: A, iliaca, A. femoralis, Aorta

 

  • Referenzschmerzen:
    • Aortenaneurysma
    • Nephropathien (Lithiasis, Pyelonephritis usw.)
    • Duodenaler Ulzerus
    • Viszerale Neoplasie (Bauchspeicheldrüse, Dickdarm)
    • Nierenprobleme (Steine, Infektionen usw.)

Nenne die orange Flags der lumbalen Region.

  • Lumbalgie mit Radikulalgie:
    • Diskushernie und fortgeschrittene degenerative Erkrankungen (Diskarthrose, Osteochondrose, Spondylose) mit nicht defizientem oder teilweise defizientem radikulärem Konflikt
    • Enger Wirbelsäulenkanal
    • Ankylosierende spinale Hyperostose (DISH, Forestier)

 

  • Lumbalgie und Instabilität:
    • Spondylolisthese (Grad 1 und 2 ohne radikulären Konflikt)
    • Postoperative Instabilität (Laminektomie)

 

Wo werden Bandscheibenschäden im lumbalen Bereich am häufigsten lokalisiert?

  • L5/S1, L4/5
    • sehr selten darüber --> je höher in der WS, desto seltener werden dorsale Diskushernien
  • L5/S1 ist ein angeborener gefährdeter Bereich
    • Transitionelle Anomalien
  • Der L/S-Übergang ist ein sehr beweglicher Bereich, da er die bewegliche Wirbelsäule mit dem starren Sakrum verbindet --> gibt also viel mechanischen Stress

Wie beginnt eine Bandscheibenverletzung und wodurch wird ein erhöhter Druck auf die Bandscheibe ausgelöst?

  • Kann durch minimales Trauma auftreten oder nicht
  • Ziemlich häufig, kann völlig asymptomatisch sein
  • Wichtiger Faktor: FLEXION-Bewegung (erhöht Druck auf die Bandscheibe). Nicht das Gewicht beim Heben ist das Problem, sondern die Flexion.
  • Druck auf die Bandscheibe wird erhöht durch:
    • 150% in Flexion
    • 40% während Valsalva
    • 35% in SN
    • 20% in Rotation
    • Nur 19% bei einem Gewicht von 20kg in gerader Position
  • Vergessen Sie nicht, dass ein Patient eine vorbestehende Bandscheibenverletzung haben kann, die asymptomatisch ist und durch geringfügige Massnahmen zu einem Problem werden kann.

Wie ist die klinische Relevanz eines Banscheibenvorfalls?

  • Da die Mehrheit der Bandscheibe asymptomatisch ist, sollten sie immer Teil einer LBP-DD sein.
  • Klinisch mag dies Ihren Behandlungsplan nicht ändern, wichtig ist das klinische Bild.
  • Eine Bandscheibenverletzung wird nur dann zu einem Problem, wenn neurologische Symptome vorliegen. Nicht, weil der Verdacht auf eine Bandscheibenverletzung besteht, sondern wegen der Präsentation des Patienten. Diese Anzeichen wären ohnehin bedenklich, auch wenn der Ursprung nicht diskogen ist.
  • Das Management des Patienten würde sich aufgrund der neurologischen Zeichen und Symptome ändern, nicht aufgrund des Bandscheibenproblems, da die meisten der von uns behandelten Patienten mit LBP wahrscheinlich eine asymptomatische Bandscheibe haben.

Welche unterschiedlichen Arten eines Bandscheibenvorfalls gibt es?

1. Herniation/Bulge: = diskale Protrusion --> gibt keine Ruptur des Annulus fibrosum! ist noch keine Hernie! man sieht auf dem MRI einen Diskus der flacher ist

2. Prolaps: Es zeigt sich bereits eine kleine Diskushernie, Es gibt einen Vorsprung, jedoch tritt die Diskushernie noch nicht aus, Befindet sich posterolateral, muss aber nicht sein, dass sie die Racine berührt

3. Prolaps mit Exkrution: Diskushernie tritt aus

4. Prolaps mit Exkrution und Sequestrierung: Diskushernie tritt aus dem Kanal aus, Es gibt kleine Teile, die sich ablösen

 

Welche anatomischen Formen der Diskushernien gibt es?

Was ist bei einer zervikalen Hernie der Unterschied zwischen einer zentralen und peripheren Läsion?

  • Zentrale Läsion= Gehirn (motorisches Areal) + RM
  • Periphere Läsion: Racine, Plexus, Peripherer Nerv (Medianus, Ulnaris, etc.) --> Kanalsyndrom

Wie ist die Beziehung der Spinalnerven zu den Wirbeln im zervikalen und lumbalen Bereich?

Zervikal (foraminal)

Die entsprechende Nervenwurzel liegt jeweil oberhalb dem Wirbel:

  • C0/C1: Nervenwurzel C1
  • C1/C2: Nervenwurzel C2
  • C2/C3: Nervenwurzel C3
  • C3/C4: Nervenwurzel C4
  • C4/C5: Nervenwurzel C5
  • C5/C6: Nervenwurzel C6
  • C6/C7: Nervenwurzel C7
  • C7/Th1: Nervenwurzel C8

Lumbal (foraminal)

Die entsprechende Nervenwurzel liegt jeweil unterhalb dem Wirbel:

  • L1/L2: Nervenwurzel L1
  • L2/L3: Nervenwurzel L2
  • L3/L4: Nervenwurzel L3
  • L4/L5: Nervenwurzel L4
  • L5/S1: Nervenwurzel L5

Bei einer Kompression im Recessus lateralis ist jeweils die unterliegende Nervenwurzel betroffen: L5/S1 --> Nervenwurzel S1 im Recessus lateralis.

Beschreibe eine paramediane, laterale & foraminale Diskushernie.

  • paramedian:  Kompression der unteren traversierenden Nervenwurzel im Recessus lateralis des Wirbelkanals (Bsp: L5/S1: Kompression Nervenwurzel S1)
  • lateral: Ein lateraler Bandscheibenvorfall ist daran erkennbar, dass der Gallertkern seitlich weggerutscht ist und in die Zwischenwirbellöcher austritt
  • foraminal: Heraustreten der Bandscheibe zwischen den Wirbeln (Bsp zervikal C5/C6: C6, lumbal L5/S1: L5)

Was bedeuten antalgische Abweichungen?

  • Wichtig bei der Observation!
  • Wenn Patient eine SN macht, schauen wo sein Oberkörper in Bezug zu seiner unteren Extremität geht

Wie äussern sich die Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall?

  • Die Bandscheibe ist schlecht vaskularisiert (nur bis zum Alter von 8 Jahren) und innerviert (post. vom Nervus sinus vertebralis und lat. vom Nervus rami)
  • Aber um die Bandscheibe herum gibt es sehr empfindliche Strukturen:
    • ALL/PLL.
    • Nervenwurzel
    • Wirbelkörper
    • Gelenkkapsel
    • Facette des Zygapophysengelenkes

Wie ist das klinische Examen des Bandscheibenvorfalls in der LWS?

  • Kompressions Test
  • Distraktions Test
  • Straight Leg Raising (SLR, Lasègue Zeichen): gestrecktes Bein um 30° anheben
  • Bragard Test: SLR und dazu Zehen anziehen
  • Slump Test: sitzend, Bein strecken, nach vorne kippen, Kopf einrollen, Fuss in Dorsalflexion
  • Kernig Zeichen: liegend, Kopf anheben passiv
  • Reverse SLG: BL, Fuss anheben, Sz reproduzieren
  • Doorbell Test: Sz Reproduktion auf vermutete Stelle, Kompression auf Wurzel
  • Valsalva Manöver: forcierte Expiration gegen die verschlossene Mund- und Nasenöffnung bei gleichzeitigem Einsatz der Bauchpresse (Barorezeptorreflex)

Wie ist die orthopädische Behandlung eines Bandscheibenvorfalls?

  • Entzündung vermindern
  • Verminderung von Muskelkrämpfen
  • Wiederherstellung der Mobilität
  • Verbesserung der Strömungsdynamik

 

  • Über STW (Soft Tissue Work), Artikulation, D/L-Einstellung oder andere eingeschränkte Ebenen (Kompensation).
  • "Eine HVT auf diesem Niveau hat wegen des starken Muskelspasmus möglicherweise keine Auswirkungen.
  • Konzentrieren Sie sich nicht auf das, was Sie nicht tun können, sondern auf das, WAS SIE TUN KÖNNEN!

 

  • Übungen und Ratschläge:
    • Machen Sie es 2x/Tag, nicht mehr am Anfang. Sollte nicht schaden!
    • Eisbeutel im akuten Stadium
    • Warm- und Kaltbehandlung später
    • Vermeiden Sie jede Flexionsbewegung

Was gibt es für chirurgische Behandlungen für Diskushernien?

  • Ziel der Wirbelsäulenchirurgie:
    • Schnelle Hilfe bei Ischialgie (radikulärer Schmerz)
    • Aber nicht die Lumbalgie (Lumbalgie-Schmerz)

 

  • Absolute Indikationen für Wirbelsäulenoperationen:
    • Cauda-Equina-Syndrom
    • Progressive und wichtige Verschlimmerung einer neurologischen Symptomatik (Motorik)

Milde Form eines neurologischen Defektes, der seit langer Zeit vorliegt, ist keine Indikation für eine Operation

Wie ist die epidemiologie einer rheumatoiden Arthritis?

  • Prävalenz 1% in verschiedenen ethnischen Gruppen
  • Weibliche Vorherrschaft (3-mal mehr als Männer)
  • Assoziiert mit HLA-DR4 und den DR1-assoziierten Allelen, DRB1*0401 und DRB1*0404
  • Variables Eintrittsalter (Höchstalter 30-40 Jahre)
  • Ursache unbekannt, aber Auslöser sind: Bakterien, Viren, Stress, Trauma, etc.

Beschreibe die Pathologie der rheumatoiden Arthritis.

  • Aktiviert die Autoimmunreaktion, die sowohl das humerale als auch das zellvermittelte Immunsystem beeinflusst
  • Führt zu einer symetrischen, entzündlichen Polyarthritis mit oder ohne andere systemische Merkmale
  • Die Autoimmunreaktion ruft eine Entzündungsreaktion in der Synovialis hervor, die zu Knorpelzerstörung und Gelenkdeformität führt.
  • R.A. ist eine Erkrankung der Synovialis, die zu Entzündungen und Proliferation führt
  • Die Biopsie der Synovialis zeigt das Vorhandensein von:
    • Lymphozyten
    • Makrophagen
    • Plasma-Zellen

Die Synovialis proliferiert und entwickelt eine tumorartige Masse über der Knorpeloberfläche, die PANNUS genannt wird.

Wo sind Deformationen durch rheumatoide Arthritis schnell sichtbar?

  • Hände
  • Hüfte
  • HWS
 

Was sind die Symptome und Zeichen einer rheumathoider Arthritis?

Artikuläre Symptome

  • Gelenkschmerzen:                     morgens schlimmer und können sich bei Gebrauch bessern. oft Schmerzen in der Nacht und Schlafstörungen
  • Morgensteifheit:                      kann mehrere Stunden dauern
  • Allgemeine Symptome:           Müdigkeit und Unwohlsein sind häufig
  • Behinderung:                           abhängig vom Grad der Missbildung und den betroffenen Gelenken

Zeichen

  • Schwellung - weiche Schwellung durch Erguss und synoviale Proliferation
  • Wärme und Erythema
  • Zärtlichkeit bei Druck oder Bewegung
    • Test von Gensler: Hand zusammendrücken --> Schmerz = positiv
  • Bewegungseinschränkung mit Muskelschwund
  • Missbildungen (v.a. der Hände)
  • Knötchen und andere extraartikuläre Merkmale

Welche Gelenke sind vorwiegend von rheumatoider Arthritis betroffen?

  • Die Handgelenke: PIP-Gelenk, MCP, Karpaten-Karpal-Gelenk
  • Ellbogen
  • Schultern
  • Gelenke der Füße
  • Knöchel
  • Knie
  • Hüften
  • Halswirbelsäule
  • Andere: Kiefergelenk, Sterno-Klavikular-Gelenke

Was sind die nicht artikulären Merkmale der rheumatoiden Arthritis?

  • Subkutaneus-Knötchen: Ulnar- und Tibiagrenze (20% Patienten)
  • Bursitis: Olekranon und andere Schleimbeutel
  • Tenosynovitis: Streck- und Beugemuskeln von Handgelenk und Fingern
  • Muskelschwund
  • Augen: Sekundäres Sjoegren-Syndrom, Skleritis und Skleromalazie (bläuliche Verfärbung der Sklera)
    • Lederhautdegeneration bei nekrotisierender Skleritis à sehr trockene Augen
  • Nervensystem: Karpaltunnelsyndrom, Zervixkordelkompression (C1/2-Subluxation), Polyneuropathie
  • Milz, Blut, Lymphknoten: Vergrößerte tastbare Lymphknoten Splenomegalie, Anämie, Thrombozytopenie
  • Vaskulär: Akute Vaskulitis
  • Lunge: Pleuraerguss, Rheumaknötchen, Fibrose
  • Herz: Perikarderguss, Herzbeutelentzündung
  • Niere: Amyloidose, Nierenversagen

Was sind die ACR 1987 Kriterien für die Klassifizierung der akuten rheumatoiden Arthritis?

Mindestens vier von sieben Kriterien benötigen:

  • 1. Morgensteifigkeit von mindestens 1 Stunde Dauer
  • 2. Weichteilschwellung oder Flüssigkeit in mindestens 3 Gelenkbereichen gleichzeitig
  • 3. Mindestens ein geschwollener Bereich in einem Handgelenk, MCP- oder PIP-Gelenk*.
  • 4. Symmetrische Arthritis*
  • 5. Rheumatische Knötchen
  • 6. Abnormale Mengen von Rheumafaktor im Serum
  • 7. Erosionen oder knöcherne Entkalkungen auf Röntgenaufnahmen der Hand und Handgelenk

* Für Klassifizierungszwecke gilt ein Patient als an rheumatoider Arthritis erkrankt, wenn er/sie mindestens 4 oder diese 7

 

Welche Diagnoseverfahren für rheumatoider Arthritis gibt es?

 

  • Röntgenbilder
  • Knochenscan (Szintigraphie für Hyperkaptation)
  • Blutanalyse:
    • Erhöhte ESR
    • CRP
    • Rheumafaktor - positiv (70% der Punkte)
    • Blutarmut
    • Anti CCL = Anti
  • Absaugen von Synovialflüssigkeit

Wie ist das Management einer rheumatoider Arthritis?

  1. die Diagnose zu stellen und den Patienten zu beruhigen. Bewegung/physische Aktivität
  2. Symptomatische Behandlung mit Analgetika/NSAID's. Bei unzureichender AINS oralen Kotikosteroiden (Prednison, Prednisolon) weniger als 10 mg/Tag. Ruhe und Gelenkschienung. Intraartikuläre Steroidinjektionen
  3. Langfristige immunsuppressive Therapie mit Medikamenten wie Penicillamin, Methotrexat, Sulfasalazin, anti-TNF alpha (Remikade, Embrel)

 

Indikationen für eine immunsuppressive Therapie einschließen:

1. Progressive Erkrankung

2. Erhebliche extra- artikuläre Probleme

3. Versagen von NSAIDs oder Kotikosteroiden bei der Kontrolle der Symptome

4. Übermäßiger Bedarf an Kortikosteroiden

 

4. Beurteilung der Krankheit und Kontrolle der extraartikulären Symptome

5. Mit fortschreitender und behindernder Krankheit ändern sich Lebensstil und Wohnung. Die Prioritäten des Managements ändern sich von der Kontrolle der Krankheit zur Kontrolle der Symptome und zur Aufrechterhaltung eines vernünftigen Lebensstils

Wie ist das osteopathische Management der rheumatoiden Arthritis?

  • Sicherstellen, dass der Patient unter medizinischer Leitung steht
  • Die Arbeit mit der Drainage-Behandlung scheint sehr effektiv zu sein (Lymphdrainage)
  • Allgemeine osteopathische Behandlung, indem erneut an der Flüssigkeitsdynamik gearbeitet wird (arterielles, venöses und lymphatisches System), indem direkt an den Gelenken gearbeitet wird (Vermeidung von Ankylose, Erhaltung der Integrität der Gelenke) und indem an der Kompensation der Krankheit gearbeitet wird
  • Kopfgelenk-HVT (C1/C2, C0/C1) eine vollständige Kontraindikation!!! HVT an der übrigen Wirbelsäule ist nicht kontraindiziert

Was ist eine Spondylolysis? Wo befindet es sich hauptsächlich und was ist die Ursache?

  • Disruption der pars interarticularis ohne Verschiebung des Wirbelkörpers, Unterbrechung des Wirbelbogens
  • Mögliche angeborene Anomalie
  • L5 Häufigster Standort
  • Ursache = Stressfraktur

Study