Sexualhormone, Geschlechtsorgane PFH20

Aufgaben und Merkmale Geschlechtsorgane, Sexualhormone der Frau und des Mannes, Spermatogense und Oogense

Aufgaben und Merkmale Geschlechtsorgane, Sexualhormone der Frau und des Mannes, Spermatogense und Oogense


J. Z.
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über die Sexualhormone und Geschlechtsorgane, wie sie im universitären Biologieunterricht behandelt werden. Sie konzentrieren sich auf die Ausschüttung und Wirkung von Hormonen wie LH, FSH, Progesteron und Östrogen, sowie auf die Regulation durch den Hypothalamus und die Hypophyse. Die Karteikarten erklären auch die Unterschiede zwischen Steroid- und Peptidhormonen und gehen auf spezifische Aspekte wie die Spermatogenese und den Aufbau des Uterus ein. Medizinstudenten und Biologiestudenten profitieren von diesen Karteikarten, da sie komplexe Zusammenhänge verständlich darstellen und so das Verständnis für die Funktionsweise des menschlichen Fortpflanzungssystems vertiefen.
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Langue
Allemand
Catégorie
Biologie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
24.10.2021 / 13.11.2021

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Was gehört zu den inneren Geschlechtsorganen?

Funktion innere Geschlechtsorgane:

  • Produktion Keimzellen (Ei- und Samenzellen)
  • Stellen Sexualhormone her
  • Bilden Sekrete (für Gleitfähigkeit der Geschlechtsorgane, optimales Milieu für Transport und Vereinigung Keimzellen)
  • Bei der Frau: Schwangerschafts- und Gebärorgane

Frau:

  • Eierstock (Ovar)
  • Eileiter (Tube) inkl. Eileitertrichter (Ampulla tubae)
  • Gebärmutter (Uterus) inkl. Gebärmutterhals (Zervix) und Muttermund (Portio)
  • Scheide (Vagina)

Mann:

  • Hoden (Testis)
  • Nebenhoden (Epididymis)
  • Prostata (Vorsteherdrüse)
  • Samenleiter (Ductus deferens)
  • Samenbläschen (Vesicula seminalis)
  • Cowper-Drüse

 

Was gehört zu den äusseren Geschlechtsorganen und was ist ihre Funktion?

Die äussern Geschlechtsorgane dienen der geschlechtlichen Vereinigung.

Frau:

  • Venushügel (Mons pubis)
  • Grosse und kleine Schamlippen (Labien)
  • Klitoris
  • Scheidenvorhof (Vestibulum vaginae)
  • Bartholinische Drüse

Mann:

  • Penis inkl. Eichel (Glans penis) und Vorhaut (Praeputium)
  • Hodensack (Skrotum)

Was sind die primären, sekundären und tertiären Geschlechtsmerkmale?

Primär

  • Penis
  • Hoden
  • Nebenhoden
  • Samenwege
  • Eierstöcke
  • Eileiter
  • Gebärmutter
  • Scheide

Sekundär (ausgelöst durch steigende Hormonproduktion in der Pubertät):

  • Scham- / Achselbehaarung
  • Bartwuchs
  • Brüste

Tertiär:

  • Körperbau
  • Körpergrösse
  • Beckenform
  • Angeborene geschlechtsspezifische Verhaltensweisen

Was sind Hormone?

Hormone sind chemische Signal- und Botenstoffe welche eine Kommunikation zwischen Zellen und Organen ermöglichen. Sie beeinflussen die biologischen Abläufe im Körper sowie das Verhalten und Empfindungen.

Was sind Zytokine?

Zytokine sind Botenstoffe / Proteine, die der Signalübertragung zwischen Zellen dienen. Weiter regulieren sie den Wachstum und die Differenzierung von Zellen.

Wie gelangen Hormone an ihr Ziel?

Hormone gelangen vorwiegend über den Blutkreislauf zu ihren Zielzellen (endokriner Weg). Hormone erreichen aber auch per Diffusion ihre Zielzellen in der näheren Umgebung (parakriner Weg). Wenn sie direkt auf die hormonproduzierende Zelle selbst wirken, nennt man das autokriner Weg.

Autokrin = einen Sekretionsmodus, bei dem Drüsenzellen ihre Produkte in das Interstitium ihrer unmittelbaren Umgebung abgeben, so dass sie auf die sezernierende Zelle selbst zurückwirken.

Parakrin = Sekretionsmodus von innersekretorischen Drüsenzellen, ihre Produkte in das Interstitium ihrer unmittelbaren Umgebung abzugeben.

Endokrin = über Blutkreislauf an Zielzelle.

Erkläre kurz die Spermatogenese.

Die Entwicklung reifer, befruchtungsfähiger Spermien aus unreifen Vorstufen heisst Spermatogenese.

Dauer: 70 - 80 Tage

Erkläre kurz die Oogense.

Der Begriff Oogenese bezeichnet die Entwicklung der weiblichen Eizellen (Oozyten). Sie beginnt in der Fetalperiode und dauert bis zur ovulatorischen Ausreifung der Vorstadien zur befruchtungsfähigen Eizelle.

Eine Frau hat bei Geburt bereits bis zu 500'000 Eizellen in ihren Eierstöcken.

Was ist GnRH?

Das Gonadotropin-Releasing-Hormon wird im Hypothalamus gebildet und stimuliert die Freisetzung der Fruchtbarkeitshormone (Gonadotropine) LH (luteinisierendes Hormon) und FSH (follikelstimulierendes Hormon). Es wird ab Start der Pubertät pulsatil ausgeschüttet (nicht kostant, in einem regelmäßigen zeitlichen Muster).

Was bewirken die Hormone LH und FSH?

LH = Luteinisierende Hormon

FSH = Follikelstimulierendes Hormon

Beides sind sogenannte Gonadotropine, welche in den Gonaden (Keimdrüsen -> Eierstöcke (Ovarien) / Hoden (Testis) die Bildung und Sekretion von Androgenen bzw. Östrogenen stimuliert.

Funktion beim Mann:

  • LH: Stimulation Leydig-Zwischenzellen zur Bildung & Ausschüttung Testosteron
  • FSH: Regt via Sertoli-Stützzellen die Spermienreifung an

Funktion bei der Frau:

  • LH: Bewirkt in der Zyklusmitte zusammen mit dem FSH den Eisprung (Ovaluation) und die Umwandlung vom Follikel in den Gelbkörper -> dieser produziert Progesteron und geringe Mengen Östrogen.
  • FSH: fördert in der ersten Zyklushälfte die Follikelreifung und die Ausschüttung von Östrogenen aus den Ovarien.

Welche Wirkung hat Östrogen?

Östrogen wird durch Ausschüttung von FSH in den Eierstöcken und Follikelepithelzellen produziert. Nach Eintreten der SS schüttet die Plazenta Östrogene aus.

Östrogen ist ein Steriodhormon.

Wirkung:

  • In Pubertät: Ausprägung primäre / sekundäre Geschlechtsmerkmale (z.B. Brustentwicklung)
  • Im Eierstock: Eireifung und Selektion Tertiärfollikel
  • Aufbau Endometrium in erster Zyklushälfte
  • Zervix: verflüssigen Zervixschleim
  • Leber: Erhöhung Gerinnungsfaktoren
  • Wachstum der Uterusmuskulatur
  • Sensibilisierung der Uterusmuskulatur für Oxytocin --> Kontraktionsbereitschaft steigt
  • Brustdrüse: Wachstum von Milchgängen, Drüsen und Fettgewebe nimmt zu
  • Haben eiweissaufbauenden Effekt
  • Fördern Knochenaufbau- und Wachstum
  • Begünstigen Wassereinlagerungen im Gewebe
  • Wirken auf ZNS und beeinflussen so die Stimmung und Verhalten

Wie wirkt Progesteron?

Durch die Ausschüttung von LH wir der Follikel in den Gelbkörper (Corpus luteum) umgewandelt, welcher Progesteron produziert. Nach einer Befruchtung bildet der Gelbkörper etwa drei Monate lang Hormone, damit die Schwangerschaft erhalten bleibt. Ab dem dritten Schwangerschaftsmonat übernimmt die Plazenta diese Aufgabe.

Progesteron ist ein Steriodhormon.

Wirkung:

  • Schwangerschaftserhaltendes Hormon
  • Wird durch Ausschüttung LH aktiviert
  • Bereitet Endometrium auf Nidation vor
  • Erhöht Körperkerntemperatur um die Ovaluation rum um bis zu 0,5°C
  • Macht den Zervixschleim zäher und verengt den Zervix
  • Wenn keine Befruchtung: Rückbildung der Schleimhaut durch Stopp Ausschüttung Progesteron
  • Verhindert nach der Befruchtung die Menstruation
  • Stellt Gebärmutter während Schwangerschaft ruhig (keine Kontraktionen)
  • Bereitet Milchbildung in den Brüsten vor (Drüsenentwicklung)

Wie ist der Uterus aufgebaut?

  • Perimetrium (äusserste Schicht)
  • Myometrium (mittlere dicke Schicht aus glatten Muskelzellen)
  • Endometrium (innenseite, = Gebärmutterschleimhaut)

Das Endometrium teil sich in zwei Schichten:

  • Basalis (hier frisst sich der Blastozyste rein bei der Befruchtung)
  • Funktionalis (oberflächliche Schicht des Endometriums, wird bei der Menstruation abgebaut und ausgeschieden)

Was ist HCG und welche Funktion hat es?

HCG = humanes Choriongonadotropin / Peptidhormon

Wird nur während der SS von der Plazenta produziert und sorgt für den Erhalt der SS, indem es in den ersten Wochen den Gelbkörper zur Produktion von Progesteron anregt. Danach wird Progesteron direkt von der Plazenta produziert und das HCG sinkt wieder.

Der Wert ist zu Beginn der SS am höchsten und dann gut im Urin und im Blut der Mutter nachweisbar.

Ist der Wert verhältnismässig zu tief kann dies auf folgendes hindeuten:

  • SS ausserhalb der Gebärmutter (Eileiter-SS)
  • Drohende Fehlgeburt
  • Embryo ist abgestorben

Was ist Oxytocin und wie wirkt es?

Bildung: Im Hypophysenhinterlappen

Wird stimuliert durch:

  • Dehnung des unteren Uterinsegments (wenn Kind draufdrückt indem es ins Becken rutscht)
  • Mechanische Mamillenreizung (z.B. Stillen)
  • Emotionale Reize (Schreien des Babys)

Wirkung:

  • Kontraktion der Gebärmuttermuskulator (Myometrium)
  • Zellen der Brustdrüse: Kontraktion der Milchdrüsen, damit Milch zu den Mamillen gelangt
  • Kuschelhormon (Bonding)
  • Fördert Nachwehen -> Ausscheidung Plazenta
  • Senkt Blutdruck und Kortisonspiegel
  • Wirkt entspannend und schmerzstillend

Was ist Prolaktin und wie wirkt es?

Bildung: Hypophysenvoderlappen

Wirkung:

  • Stimulation der Milchbildung („Milcheinschuss“ ca 3.Tag pp)
  • Hemmung von FSH und LH Ausschüttung aus dem HVL
  • Hemmt Libido
  • Hemmt den Menstruationszyklus indem es Ovaluation blockiert und die Ausschüttung von GnRH bremst

Was ist HPL?

HPL = Humanes Plazentalaktogen / Peptidhormon

Es wird während der Schwangerschaft in der Plazenta gebildet. Es bewirkt unter anderem die Freisetzung von Glukose und Fettsäuren zur Versorgung des Fötus, stimuliert die Erythrozytenproduktion und unterstützt die Milchbildung (Laktation).

Was ist der Unterschied zwischen Steriod- und Peptidhormonen?

Steriodhormone:

  • Sexualhormone, Glukokortikoide (Cortisol), Schilddrüsenhormone etc.
  • Lipophil (fettlöslich) aber schlecht wasserlöslich
  • Transport über Blutbahn an Protein gebunden
  • Bindung an intrazelluläre Rezeptoren
  • langsamere, längere Wirkung

 

Peptidhormon:

  • Insulin, Glucagon, HCG, HPL (Hypophysenhormone), ADH (NN-Hormone) etc.
  • Wasserlöslich (hydrophil) aber schlecht fettlöslich
  • Transport frei gelöst im Blutplasma
  • Schlüssel-Schloss-Prinzip -> Bindung an Membranrezeptoren der Zelle
  • eher rasche, kurzzeitige Wirkung

Erkläre den einfachen Regelkreislauf.

Damit Hormone nicht aus der Balance fallen, gibt es einen bestimmten Range, in dem sich die Konzentration bewegen kann. Misst die Hormondrüse eine Abweichung zu diesem Soll-Wert, also tritt die Menge der Hormone aus diesem Range (negativ, positiv), reagiert sie mit Erhöhung oder Verminderung der Hormonsekretion.

Es ist nicht immer der Bildungsort der Hormon, der diese Konzentration im Körper misst.

Erkläre den komplexen Regelkreislauf.

Komplexer Regelkreis = per ZNS Meldung an Hypothalamus ob mehr oder weniger Hormone produziert werden müssen um Gleichgewicht zu erhalten. Dieser hemmt (Ihibiting Hormon) oder fördert (releasing Hormon) die Ausschüttung via Hypophysenvoderlappen.

Sexualhormone werden i.d.R. pulsatil ausgeschüttet, deshalb positive Rückkoppelung. Bei ihnen gibt es nur das Releasing Hormon GnRH, es gibt kein bremsendes Hormon. Hypothalamus -> GnRH -> Hypophysenvoderlappen -> FSH und LH (Gonadotropine) -> Aktivierung Gonaden (Ovarien, Testis) zur Produktion Sexualhormone Östrogene und Androgene -> Wirkung auf Zielorgan (Endometrium, Samenkanälchen etc.).

Oder verkürzt:

  1. Hypothalamus steuert die Hypophyse über RH/IH
  2. Hypophyse steuert Hormondrüsen über glandotrope Hormone
  3. Hormondrüsen steuern Stoffwechselprozesse der Zielzellen über effektorische Hormone und geben Feedback an die übergeordneten Regler

Welches ist das männliche Sexualhormon und welche Wirkung hat es?

Mit dem Anbruch der Pubertät wird via Hypothalamus das Releasing Hormon GnRH pulsatil ausgeschüttet, was wiederum die Ausschüttung von LH (Leydig-Zwischenzellen = Bildung & Ausschüttung Testosteron) und FSH (Sertoli-Stützzellen = Spermienreifung) im Hypophysenvoderlappen stimuliert.

Androgene sind die Sexualhormone des Mannes, Testosteron ist das typische.

Wirkung Androgene:

  • Geschlechtsdifferenzierung- und Entwicklung
  • Wachstum Hoden und Penis in der Pubertät
  • Ausbildung sekundäre Geschlechtsmerkmale (Stimmbruch, Bartwuchs, Körperbehaarung..)
  • Auslösung und Stimulierung Geschlechtstrieb (Libido)
  • Spermatogenese (zusammen mit FSH, LH, Sertoli Zellen)
  • Anabole Wirkung (Eiweiss-, Muskel- und Knochenaufbau)
  • Förderung Erythropoese
  • Bei erblicher Belastung: Glatzenbildung

Welches sind die weiblichen Sexualhormone?

Hormone:

  • Östrogen
  • Gestagen
  • Plazentäre Hormone während SS (HCG, HPL)

(Wirkung: siehe separate Kärtli)

Étudier