Zellbiologie 1, 3. Semester ZHAW
Zellbiologie 1, 3. Semester ZHAW. Bei Fragen oder Korrekturen an silvannessler@gmail.com
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Cartes-fiches
Welche Funktion haben Caspasen bei der Apoptose?
- Induzieren die Aktivierung der nächsten Caspasen, bis die letzte Caspase ans "Todessubstrat" bindet
- durch Spaltung werden Caspasen aktiviert
Welche Zielproteine werden von den Caspasen zerstört?
- DNase-Inhibitor -> DNase fragmentiert die DNA
- Nukleäre Lamine-> fragmentierung des Nucleus
- Cytoskelletproteine: Zerstörung des Cytoskeletts
Welche zwei Arten von Apoptosesignalen gibt es?
- Interne: Mitochondrium wird durchlässig für Cytochrom C
- Externe: Todesfaktoren binden an die Rezeptoren der Zelloberfläche
- TNF-alpha
- Lymphotoxin (auch TNF-beta genannt)
- Fas-Ligand (FasL, auch CD95 genannt), bindet an Fas
Welche Internen Proteine gibt es zur Auslösung/Inhibierung von Apoptose?
Inhibition
- Bcl-2
- Bcl-XL
Promoter
- Bax
- Bad
Wie läuft die Apoptose über Mitochondrien ab?
- Bid oder Bim blockieren die Bcl-2
- Bcl 2, das normalerweise die Sekretion von SMAC/DIABLO und Cyt C blockiert, wird dadurch inhibiert
- SMAC/DIABLO blockiert nun IAP's (Inhibitors of apoptosis proteins), die normalerweise den Caspase 9 Initiator und die Caspase 3 und 7 blockieren
- Cyt C und dATP bilden mit Apaf 1 einen Komplex
- Procaspase 9 bindet an den Komplex, wird Phosphoryliert
- Caspase 3 und 7 werden vom Apoptosom aktiviert
Was ist die Aufgabe von Bcl-2 und was passiert, wenn es davon zu wenig gibt?
- macht Mitochondrienmembran für Cytochrom C undurchlässig
- wenn nicht genügend Bcl-2 vorhanden ist, können Bak und Bax Dimere bilden, die anschliessend das Membranpotential verringern und dadurch den Ausfluss von Cyt C vereinfachen
Wie läuft die Apoptose ab, die durch interne Faktoren ausgelöst wird?
- Mitochondrienmembran wird durchlässig
- Cytochrom c gelangt ins Cytosol
- Cytochrom c und ATP bilden mit Apaf-1 einen Komplex
- Hinzu kommt die inaktive Form von Caspase-9
- Dieser Komplex von Cytochrom c, Apaf-1 und Caspase-9 wird Apoptosom genannt
- Durch Einwirkung von ATP auf den Komplex wird die Caspase gespalten und dadurch aktiviert
- andere „Downstream-Caspasen“ werden aktiviert: Caspasenkaskade
Wie läuft der Apoptoseweg über die Todesrezeptoren?
- Der Ligand (z. B. TNF a oder β, FasL) bindet an den Rezeptor (TNFR, Fas)
- Ligand-Rezeptor trimerisieren
- Bildung von DISCs (Death inducing signalling complex) mit trimerisiertem Komplex und Adaptermolekülen (FADD = Fas-associated death domain, TRADD = TNF receptor-associated death domain)
- Anlagerung mehrerer Procaspase 8-Molekülen
- Caspase 8-Aktivierung durch Autophosphorylierung
- Einleitung der Caspasenkaskade
Welche Todessignal-Rezeptoren gibt es?
- TNF-Rezeptor
- Fas
- Fas-Ligand wird von cytotoxischen T-Zellen gebildet, wenn sie auf der Zielzelle über ein präsentiertes Antigen aktiviert wurden
Wie läuft der Fas-abhängige Apoptoseweg ab?
- Trimerisierung von Fas-L, FaDD und Fas-DD und Procaspase 8
- Caspase 8
- Effectorcaspasen
- Spalten der Todessubstrate
- Zelltod
Wie funktioniert das Zusammenspiel von Fas und Fas-L?
- T-Zellen tragen den Fas-Liganden: ermöglicht u.a. das Eliminieren von pathogenen Zellen
- Aktivierte Immunzellen besitzen Fas
- Fas ist ein Apoptosemediator, kann aber bei Fibroblasten unter gewissen Umständen zur Zellproliferation führen
- aktiviertes Fas löst Apoptose aus
Wie wird das Apoptosom gebildet?
- Caspase aktiviert die Bildung von Apaf-1
- Cytochrom C führt bei Apaf-1 zu einer Konformationsänderung
- Durch dATP wird eine Oligomerisation ausgelöst
- Durch die Rekrutierung von Procaspase 9 wird das Apoptosom vervollständigt
- Das Apoptosom aktiviert nun Caspase 3, 6 und 7
Welche Faktoren können Apoptosefördernd sein?
- zu wenig Nährstoffe
- zu wenig oder falsche Wachstumsfaktoren
- zu wenig oder zu viel Sauerstoff
- giftige Stoffe
Auf welchen Wegen kann Apoptose nachgewiesen werden?
- Auflösung von Zellkern
- Chromatinverlagerung oder -auflösung
- DNA Fragmentierung
- Cytochrom C im Cytosol
- Phosphatidylserin auf Zellaussenseite
- Nachweis von Caspasen
Welchen Stellenwert hat p53 bei der Apoptose?
p53 inhibiert die Bildung von Bcl-2 und Bcl-XL und wirkt damit Apoptosefördernd. In vielen Tumoren ist p53 mutiert.
Welche morphologischen Kriterien hat die Apoptose?
- Untergang einzelner Zellen
- Kein Verlust der zellulären Integrität
- Zellschrumpfung
- „Apoptotic bodies“
- Fehlende inflammatorische Reaktion
- Phagozytose durch Nachbarzellen und Makrophagen
- Intakte Lysosomen
Welche morphologischen Krititerien hat die Nekrose?
- Untergang ganzer Zellgruppen
- Verlust der zellulären Integrität
- Zellschwellung
- Verteilung des Chromatins und Zelllyse
- Heftige inflammatorische Reaktion
- Phagozytose durch Makrophagen
- Freisetzung lysosomaler Enzyme
Welche biochemischen Kriterien hat die Apoptose?
- Induktion durch physiologische Signale
- Kontrollierter Stoffwechselprozess
- Energieabhängiger Vorgang
- Synthese von Makromolekülen
- Aktiver Vorgang mit RNA-Synthese
- Internukleosomale DNA -Fragmentierung
Welche biochemischen Krititerien hat die Nekrose?
- Induktion durch unphysiologische Noxen
- Verlust der zellulären Homöostase
- Energieunabhängiger Prozess
- Fehlende Nukleinsäure- und Proteine
- Fehlende Gentranskription
- Randomisierte DNA -Fragmentierung
Wie ist die Struktur der Antikörper und welche Teile machen den Antikörper aus?
Antikörper werden üblicherweise als Y-förmig dargestellt, obwohl deren Struktur eher einer Zwischenform von T und Y gleicht.
Antikörper weisen zwei identische Ketten auf. Dies sind zum einen die schweren Ketten, die mit zwei Disulfidbrücken miteinander verbunden sind und pro Kette jeweils drei konstante (CH1, CH2, CH3) und einen variablen Teil (VH) aufweisen. Zusätzlich gibt es die leichten Ketten, die aus einem variablen (VL) und einem konstanten (CL) Teil bestehen. Die beiden leichten Ketten sind jeweils über eine Disulfidbrücke verbunden.
Was ist die Aufgabe von Antikörpern und welche Antigen-Antikörper-Reaktionen gibt es?
- AK erkennen körperfremde Moleküle
- Körperfremde Moleküle (Immunogene) bewirkt die Bildung von AK, ruft also eine Immunantwort hervor
- Antikörper bindet mit dem Antigen einen Komplex
Was ist ein Epitop und wie hängt es mit AK und AG zusammen?
Ein Epitop ist eine spezifische Bindungsstelle für ein AK an ein AG. Die Fab Region bindet an das Epitop, bei einem AG kann es verschiedene Epitope haben, die sich entweder wiederholen oder jeweils verschieden sind. 1 AK bindet ungefährt 8 AS.
Welche Arten von Epitopen gibt es?
Man unterscheidet zwischen den kontinuierlichen oder sequenziellen Determinanten und den diskontinuierlichen und Konformationsdeterminanten.
Kontinuierliche oder sequenzielle Determinanten beziehen sich auf die AS-Abfolge in einem Protein, wohingegen diskontinuierliche oder Konformationsdeterminanten die 3D-Struktur eines Proteins beschreiben, an die ein AK bindet.
Welche Arten von Bindungen könne AK mit AG eingehen?
Die Bindungen zwischen AK und AG sind nicht-kovalente Bindungen. Dementsprechend sind alle Bindungen reversibel. Sie beinhalten:
- Elektrostatische Kräfte über Ionenbindungen
- H-Brücken
- VdW-Kräfte
- Hydrophobe Interaktionen
Wie ist die Affinität eines AK definiert?
Die Affinität ist ein Mass für die AG-AK Interaktion/die Komplexbildung zwischen diesen. Sie besteht aus der Summe über alle anziehenden und abstossenden Kräften zwischen AK und AG. Die Affinität wird wie folgt angegeben und folgt dementsprechend dem Massenwirkungsgesetz:
\(K_a = {AGAK\over AG + AK}\)
Ein möglichst hoher Ka-Wert ist anzustreben. In der Praxis wird oft nur die Rückreaktionskonstante Kd vom AgAk-Komplex zu den getrennten Ag und Ak angegeben. Dieser Wert liegt oft bei 10^(-11) Molar.
Wie ist die Avidität eines AK definiert?
Die Avidität ist bei einer multivalenten Bindung (mehrere AK binden an ein AG) das Mass dafür, wieviele Antigene mit wie vielen Determinanten an ein AG binden können. Es ist somit die Gesamtheit der Affinitäten der bindenden AK.
Wie ist die Spezifität eines AK definiert?
Die Spezifität eines AK ist die Fähigkeit eines individuellen AK's oder einer Gruppe von AK mit einem einzigen Epitop eines AG zu reagieren. Wenn also ein AK genau an nur eine Stelle des AG binden kann, ist dessen Spezifität hoch. In der Praxis kommen aber oft Kreuzreaktionen vor.
Wie können AK gegen nicht immunogene Substanzen hergestellt werden?
Moleküle unter 10 kDa sind nur schwach, unter 1 kDa nicht immunogen. Deshalb werden diese Stoffe, Hapten genannt, an Proteine gekoppelt. Dadurch werden AK gegen den bestimmten Stoff bzw. den Protein-Stoff-Komplex gebildet.
Welche unterschiedlichen Klassen von Immunoglobulinen gibt es?
- IgG
- IgM
- IgA
- IgD
- IgE
IgG molecules have heavy chains known as gamma-chains; IgMs have mu-chains; IgAs have alpha-chains; IgEs have epsilon-chains; and IgDs have delta-chains.
Welche Eigenschaften hat IgG?
Häufigster Ak, durchquert Zellwände und geht ins Gewebe, inkl. Placenta. Monomer
- Molecular weight: 150,000
- H-chain type (MW): gamma (53,000)
- Serum concentration: 10 to 16 mg/mL
- Percent of total immunoglobulin: 75%
- Glycosylation (by weight): 3%
- Distribution: intra- and extravascular
- Function: secondary response
Welche Eigenschaft hat IgM?
erster Ak nach Immunreaktionsstart, Konz im Blut ist rasch vermin-dert, wenn Immunreaktion voll abläuft. Aktiviert Komplement. Nicht in Placenta. Pentamer
- Molecular weight: 900,000
- H-chain type (MW): mu (65,000)
- Serum concentration: 0.5 to 2 mg/mL
- Percent of total immunoglobulin: 10%
- Glycosylation (by weight): 12%
- Distribution: mostly intravascular
- Function: primary response
Welche Eigenschaft hat IgA?
in Schleimhäuten produziert (Speichel, Schweiss, Tränen) zur Abwehr von Viren und Bakterien auf der Oberfläche. Liegt als Dimer vor
- Molecular weight: 320,000 (secretory)
- H-chain type (MW): alpha (55,000)
- Serum concentration: 1 to 4 mg/mL
- Percent of total immunoglobulin: 15%
- Glycosylation (by weight): 10%
- Distribution: intravascular and secretions
- Function: protect mucus membranes
Welche Eigenschaften hat IgD?
auf Oberfläche der B-Zellen, wahrscheinlich als Antigenrezeptor, um B-Zellen in Plasma- oder Memory-Zellen zu differenzieren. Nicht in Placenta.
- Molecular weight: 180,000
- H-chain type (MW): delta (70,000)
- Serum concentration: 0 to 0.4 mg/mL
- Percent of total immunoglobulin: 0.2%
- Glycosylation (by weight): 13%
- Distribution: lymphocyte surface
- Function: unknown
Welche Eigenschaften hat IgE?
sehr wenig im Blut vorhanden. Schwanz bindet an Mastzellen als Antigenantwort, um Histamin auszuschütten. Monomer
- Molecular weight: 200,000
- H-chain type (MW): epsilon (73,000)
- Serum concentration: 10 to 400 ng/mL
- Percent of total immunoglobulin: 0.002%
- Glycosylation (by weight): 12%
- Distribution: basophils and mast cells in saliva and nasal secretions
- Function: protect against parasites
Wie können monoklonale AK hergestellt werden?
Durch die Fusion von HGPRT-positiven, Ig-positiven und sterblichen Mauszellen mit HGPRT-negativen, Ig-negativen und unsterblichen (bzw. unendlicher Proliferation) Mauszellen können sogenannte Hybridomazellen entstehen, die unendliches Proliferationspotential haben und Ig-positiv sind. Sie werden durch das HAT-Medium selektioniert.
Wieso gibt es unter Antikörpern eine enorme Diversität?
Es findet ein Rearrangement auf DNA-Ebene statt, das verschiedene variable und konstante Teile und die entsprechenden Verbindungsstellen und Leaderregionen zusammenfügt. Leaderregionen sind für die Synthese in das ER notwendig und unterscheiden sich nicht zwischen den AK. Im Vergleich zu den leichten Ketten können die schweren Ketten zusätzlich alternatives Splicing durchlaufen, wodurch verschiedene Klassen der Immunoglobuline entstehen können.
Wie können Mäuse dazu verwendet werden, Mouse-Human-Anitkörper zu bilden?
- Mäusen wird ein Antigen gespritzt
- Mäuse stellen AK für das AG her
- B und T-Zellen werden entnommen und die, dem Antikörper entsprechende Region der DNA wird kloniert
- Die Hypervariablen Teile des Maus-AK wird mit einem Konstanten Teil eines menschlichen AK fusioniert
- Die Gensequenz wird in myeloide Krebszellen transfisziert
- Antikörperproduktion
Was ist das Problem beim Einsatz von nicht-humanisierten AK im Menschen?
Der konstante Teil der AK der Maus wird als Fremd erkannt und dagegen AK gebildet. -> nur einmalige Verabreichung möglich.
Wie können "full human" AK in der Maus produziert werden?
Durch Technologien wie CRISPR-Cas9 können die AK-Sequenzen des Menschen in Mäusen eingeführt und dadurch später humane Antikörper in Mauslinien hergestellt werden. Jedoch unterscheidet sich die Glykosilierung von der des Menschen.