Zellbiologie 1, 3. Semester ZHAW

Zellbiologie 1, 3. Semester ZHAW. Bei Fragen oder Korrekturen an silvannessler@gmail.com

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T. N.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Grundlagen der Zellbiologie, geeignet für Universitätsstudierende. Sie behandeln zentrale Themen wie die Struktur und Funktion von Zellen, Proteine, DNA, sowie spezifische Prozesse wie Glykosilierung und Apoptose. Die Karteikarten vertiefen auch die Rolle von Zellorganellen wie dem Golgi-Apparat und die Interaktionen von Zellen mit ihrer Umgebung, etwa durch Integrine und Adhäsionsmoleküle. Besonders relevant sind die Abschnitte zu Viren, einschließlich ihrer Replikation und Übertragung, sowie die Immunantwort auf Infektionen. Diese Lernkarten sind ideal für Studierende, die ein tiefes Verständnis der zellulären Prozesse und ihrer klinischen Relevanz erlangen möchten.
Cartes-fiches
280
Utilisateurs
6
Langue
Allemand
Catégorie
Biologie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
14.10.2021 / 14.10.2023

Cartes-fiches

Was ist der Vorteil von Modellorganismen?

Modellorganismen sind in der Regel gut erforschte, relativ einfach zu handhabende Organismen, mit denen Forschung betrieben oder ein bestimmtes Produkt (rekombinant) hergestellt werden kann.

Wofür eignet sich E.Coli als Modellorganismus?

  • Forschung/Praxis
  • einfache, rekombinante Proteine
  • Modellorganismus für verschiedene Studien
  • schnell wachsend
  • unproblematische Kultivierung
  • Hervorragendes Expressionssystem (DNA leicht einschleus und ablesbar)

Wofür eignet sich Sacch. cerevisiae als Modellorganismus?

  • Forschung/Produktion
  • Eukaryont ->Glykosilierung möglich
  • schnell, problemlos wachsend
  • gutes Expressionssystem
  • leichte Einschleusung von DNA

Wofür eignet sich Caenorhabditis elegans als Modellorganismus?

  • Forschung
  • durchsichtig
  • im juvenilen (nicht ausgewachsenem) Stadium 1090 Zellen, nach Apoptose 959
  • Modellorganismus für Apoptoseforschung
  • teilweise für Schädlingsbekämpfung in vitro eingesetzt

Wofür eignet sich der Zebrafisch als Modellorganismus?

  • Forschung
  • Schnelle Entwicklung zum adulten Tier (26 Tage)
  • Entwicklungsstadien sind durchsichtig
  • Forschung in der Embryonalentwicklung

Wofür eignet sich Xenopus laevis als Modellorganismus?

  • Forschung/Produktion
  • Reifungsprozess von 14 Tagen
  • einzelne Stadien sind durchsichtig
  • Forschung in der Wirbelsäulenentwicklung
  • Testsystem in der Ökologie

Wofür eignet sich Arabidopsis thalinia als Modellorganismus?

  • Forschung/Produktion
  • DIE Modellpflanze für Physiologen, Biochemiker und Molekularbiologen
  • Lebenszyklus von 6 Wochen
  • gut transfiszierbar (bei Pflanzen oft schwierig)
  • oft für Schwermetallaufnahme eingesetzt

Wofür eignet sich Nicotiana tabacum als Modellorganismus?

  • Forschung und selten Produktion
  • Modell für Suspensionskulturen
  • relativ schnell wachsend
  • Testorganismus für Reaktorkultivierungsmethoden

Wofür eignet sich Drosphila melanogaster als Modellorganismus?

  • Forschung
  • genetische Studien und Entwicklungsstudien
  • kurzer Lebenszyklus
  • generell sehr gut untersucht

Wofür eignet sich Maus/Rattenklone als Modellorganismus?

  • Forschung und selten Produktion
  • Genetische Studien und Entwicklungsstudien von Säugern
  • kurzer Lebenszyklus
  • sehr gut untersucht
  • viele Mutanten
  • Antilörperproduzenten

Wofür eignet sich Insektenzellen als Modellorganismus?

  • Produktion
  • schnell wachsend
  • robust in der Kultivierung
  • leicht transfiszierbar mit Baculoviren
  • Produktion von rek. Proteinen in grossem Massstab

Wofür eignen sich Säugerzellen als Modellorganismus?

  • Forschung Produktion
  • schnell wachsend in vitro
  • Stoffwechsel und Produkte sind am ähnlichsten
  • gut transfiszierbar
  • Forschung im biol. und pharm. Bereich
  • Produktion von komplexen, rekombinanten Proteinen

Welche Eigenschaften hat E.Coli in Bezug auf:

  • Wachstumsrate
  • Verfügbarkeit genetischer Systeme
  • Kosten Kulturmedium
  • Proteinfaltung
  • Einfache Glykosilierung
  • Komplexe Glykosilierung
  • Proteolytischer Aufbau
  • Produktexkretion, sekretion

  • Wachstumsrate: hervorragend
  • Verfügbarkeit genetischer Systeme: sehr viele
  • Kosten Kulturmedium: günstig
  • Proteinfaltung: schwach
  • Einfache Glykosilierung: nein
  • Komplexe Glykosilierung: nein
  • Proteolytischer Aufbau: ja
  • Produktexkretion, sekretion: möglich, anderes Muster als bei Säugerzellen

Welche Eigenschaften hat S. cerevisiae in Bezug auf:

  • Wachstumsrate
  • Verfügbarkeit genetischer Systeme
  • Kosten Kulturmedium
  • Proteinfaltung
  • Einfache Glykosilierung
  • Komplexe Glykosilierung
  • Proteolytischer Aufbau
  • Produktexkretion, sekretion

  • Wachstumsrate: sehr gut
  • Verfügbarkeit genetischer Systeme: viele
  • Kosten Kulturmedium: günstig
  • Proteinfaltung: mässig
  • Einfache Glykosilierung: ja
  • Komplexe Glykosilierung: nein
  • Proteolytischer Aufbau: wenig
  • Produktexkretion, sekretion: sehr gut

Welche Eigenschaften haben Pflanzenzellen in Bezug auf:

  • Wachstumsrate
  • Verfügbarkeit genetischer Systeme
  • Kosten Kulturmedium
  • Proteinfaltung
  • Einfache Glykosilierung
  • Komplexe Glykosilierung
  • Proteolytischer Aufbau (Abbau von falsch gefalteten Proteinen)
  • Produktexkretion, sekretion

  • Wachstumsrate: langsam
  • Verfügbarkeit genetischer Systeme: wenige
  • Kosten Kulturmedium: günstig
  • Proteinfaltung: gut-sehr gut
  • Einfache Glykosilierung: ja
  • Komplexe Glykosilierung: ja, anders als Säugerzellem
  • Proteolytischer Aufbau: kaum
  • Produktexkretion, sekretion: schlecht

Welche Eigenschaften haben Säugerzellen in Bezug auf:

  • Wachstumsrate
  • Verfügbarkeit genetischer Systeme
  • Kosten Kulturmedium
  • Proteinfaltung
  • Einfache Glykosilierung
  • Komplexe Glykosilierung
  • Proteolytischer Aufbau (Abbau von falsch gefalteten Proteinen)
  • Produktexkretion, sekretion

  • Wachstumsrate: mässig
  • Verfügbarkeit genetischer Systeme: einige, genügend
  • Kosten Kulturmedium: teuer
  • Proteinfaltung: sehr gut
  • Einfache Glykosilierung: ja
  • Komplexe Glykosilierung: ja
  • Proteolytischer Aufbau: wenig
  • Produktexkretion, sekretion: sehr gut

Welches sind die Produktbeispiele von Säugerzellkulturen?

  • Rekombinante Proteine:
    • Impfstoffe
    • Cytokine (Interferone und Interleukine)
    • Wachstumshormone (GCsF, EPO, EGF, usw.)
    • Enzyme
    • Monoklonale Antikörper
  • genetisch veränderte Zellen
    • CAR-T Technologie

Welche drei Säugerzellarten gibt es?

  • Stammzellen
  • Somatische Zellen
  • Krebszellen

Welche Eigenschaften haben Stammzellen?

  • eigenständige Erneuerung, unspezialisiert, kann sich jedoch differenzieren
  • Unterteilung in: totipotente, pluripotente, multipotente und unipotente Stammzellen (Differenzierungsvermögen)
  • Unterteilung in : embryonal, adult (Herkunft)
  • Gewinnung aus dem Blastozyst, oder Rückdifferenzierung aus adulten Stammzellen

Was ist das Ektoderm?

Als Ektoderm bezeichnet man das äussere Keimblatt, das zur Anlage des Zentralnervensystems und der Sinnesorgane ausgebildet wird. Es umschliesst zudem die Haut und ihre Anhangsgebilde.

Was ist das Mesoderm?

Als Mesoderm bezeichnet man das mittlere Keimblatt, das sich zu Muskel-, Knochen-, Bluts- oder Bindegewebszellen differenziert.

Was ist das Endoderm?

Das Endoderm beschreibt das innere Keimblatt, das ausdifferenziert die Zellen des Atmungs- und Verdauungstraktes sowie Teile der Leber, des Pankreas und anderer Organe ergibt.

Was versteht man unter der Gastrulation?

Gastrulation ist definiert als ein früher Entwicklungsprozess, bei dem sich ein Embryo von einer eindimensionalen Schicht von Epithelzellen (Blastula) umwandelt und sich in eine mehrschichtige und mehrdimensionale Struktur namens Gastrula reorganisiert. Die Gastrula ist der Zellhaufen, der auf den Blastula folgt.

Was beschreibt das Mesenchym?

Mesenchym ist die Bezeichnung für ein pluripotentes Grundgewebe der Embryonalzeit, aus dem sich sämtliche Binde- und Stützewebe und einige andere Gewebe bilden. Das Mesenchym selber stammt aus dem Mesoderm und zu kleinen Teilen aus Ekto- und Endoderm.

Was ist die Aufgabe von adulten Stammzellen?

Adulte (somatische) Stammzellen sind undifferenzierte Zellen, die sich im Gewebe befinden und die Zellordnung in einem bestimmten Gebiet des Organismus aufrecht zu erhalten und Verletzungen zu reparieren.

In welchen Geweben gibt es somatische Stammzellen?

Seit längerem ist bekannt, dass im Knochenmark, im peripheren Blut, in Blutgefässen und Skelettmuskeln Stammzellen vorzufinden sind. Seit neuerem weiss man auch, dass es Stammzellen im Fett- und Hirngewebe und vielen weiteren Geweben zu finden sind.

Zu was können sich Hämatopoietische Stammzellen im Labor ausdifferenzieren?

Hämatopoietische Stammzellen können sich unter Laborbedingungen zu den drei Zelltypen im Gehirn, Skelett und Herzmuskeln differenzieren.

Zu was können sich Knochenmarksstammzellen im Labor ausdifferenzieren?

Knochenmarksstammzellen können sich im Labor zu Skelletmuskel und Herzmuskelzellen ausdifferenzieren.

Wie werden IPSC (Induced pluripotent stem cells) hergestellt?

Mithilfe von vier verschiedenen Transkriptionsfaktoren können normale Körperzellen (präferiert werden Blutzellen) in pluripotente Stammzellen rückdifferenziert werden. Für die Einschleusung der Transkriptionsfaktoren werden Lentiviren benutzt. Die IPSC verhalten sich wie embryonale Stammzellen und können in alle möglichen Arten von spezialisierten Zellen ausdifferenziert werden (Endo-, Exo- und Mesoderme Zellen). Bei einer Kultivierung bilden sich abgeschlossene Kolonien.

Zu was können sich epitheliale Stammzellen ausdifferenzieren?

Epitheliale Stammzellen können sich zu verschiedenen Typen im Darmtrakt ausdifferenzieren.

Was ist bei der alten Methode, IPSC herzustellen problematisch gewesen und wie wird dieses Problem mit der neuen Methode umgangen?

Einer der vier Transkriptionsfaktoren, c-Myc, ist ein Onkogen. Wird dieses Gen dauerhaft exmprimiert, resultiert eine Krebszelle. Neuere Methoden arbeiten mit nicht-integrativen Methoden z.B. mit RNA, Plasmiden oder Proteinen. Dabei wird kein genetisches Material in die DNA der Zelle eingebaut, wodurch keine onkogene Wirkung stattfinden kann.

Wie können IPSC (Induced Pluripotent Stem Cells) erkannt und sortiert werden?

IPSC exprimierten verschiedene spezifische Antigene, die sie von somatischen Zellen unterscheiden. Durch eine Bindung eines fluoreszierendes Proteins können die IPSC nun gelabelt werden. Mit dem Fluorescent Activated Cell Sorter (FACS) werden die Zellen nun einzeln von einem Laser bzw. dessen Detektor auf deren Fluoreszenz überprüft und anschliessend mit Elektromageneten sortiert (die Zellen werden beim Austritt des FACS geladen). Ein FACS Gerät kann bis zu 70'000 Zellen in der Sekunde analysieren.

Was ist das Problem mit dem FACS-Gerät in Bezug auf Genauigkeit der Zellsortierung?

Auch Zellen, die nur die spezifischen Oberflächenproteine exprimieren, an denen der Fluoreszenzfarbstoff bindet, aber keine Stammzellen sind, werden fälschlicherweise als solche erkannt.

Was sind Epithelzellen?

Epithelzellen sind oft für eine typische Funktion eines Organs verantwortlich. Sie sind z.B. auch bei dem Gasaustausch in der Lunge beteiligt.

Das Epithel ist neben Muskel-, Nerven- und Bindegewebe eine der vier Grundgewebearten von Tieren.

Wieso sind Mesenchymzellen bei Gewebezüchtern unbeliebt?

Mesenchymzellen stellen relativ wenig Ansprüche an Nährstoffangebot und überleben die meisten Isolationsprozeduren.

Was ist eine Primärkultur?

Primärkulturen sind in vitro-Zellkulturen, die direkt aus intaktem oder dissoziertem Gewebe oder Organen stammen. Primärzellkulturen weisen eine große Heterogenität bezüglich der Zelltypen auf.

Was ist eine Subkultur?

Beim Passagieren oder Subkultivieren wird eine wachsende Kultur in eine neue Kulturflasche zur weiteren Vermehrung überführt. Wird eine Primärkultur passagiert, wird die folgende Subkultur Sekundärkultur genannt, die nächstfolgende Tertiär- usw. Diese Ausdrücke werden aber in der Praxis selten gebraucht.

Was ist eine Zelllinie?

Zelllinie: Durch wiederholtes Passagieren werden durch die verwendeten Medien einzelne Zellen im Wachstum begünstigt, und es entsteht eine eher homogene Zellkultur im Vergleich zur Primärkultur. Die einheitlichere Zelllinie nach der Subkultivierung kann jetzt charakterisiert, vermehrt und auf Vorrat gehalten werden. Dadurch wird der Einsatz von tierischen Zellen erst recht ermöglicht.

Was versteht man unter Immortalisation?

„Unsterblichmachen“ von Zellen früher durch Mutagene oder Bestrahlung und heute gezielt durch Transfektion mit modifizierten Adeno-, Epstein Barr-oder Herpesviren oder durch Einführen eines Gens, das die Seneszenz hemmt. (Als Seneszenz bezeichnet man das biologische Phänomen, dass die meisten Zellen von Wirbeltieren nach einer bestimmten Zahl von Zellteilungen (Mitosen) in der Zellkultur ihr Wachstum einstellen.)

Was ist Propagation?

Vermehrung von Zellen in einem Gefäss, im Reaktor.

Étudier