Zellbiologie 1, 3. Semester ZHAW

Zellbiologie 1, 3. Semester ZHAW. Bei Fragen oder Korrekturen an silvannessler@gmail.com

Zellbiologie 1, 3. Semester ZHAW. Bei Fragen oder Korrekturen an silvannessler@gmail.com


T. N.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Grundlagen der Zellbiologie, geeignet für Universitätsstudierende. Sie behandeln zentrale Themen wie die Struktur und Funktion von Zellen, Proteine, DNA, sowie spezifische Prozesse wie Glykosilierung und Apoptose. Die Karteikarten vertiefen auch die Rolle von Zellorganellen wie dem Golgi-Apparat und die Interaktionen von Zellen mit ihrer Umgebung, etwa durch Integrine und Adhäsionsmoleküle. Besonders relevant sind die Abschnitte zu Viren, einschließlich ihrer Replikation und Übertragung, sowie die Immunantwort auf Infektionen. Diese Lernkarten sind ideal für Studierende, die ein tiefes Verständnis der zellulären Prozesse und ihrer klinischen Relevanz erlangen möchten.
Flashcards
280
Students
6
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
14.10.2021 / 14.10.2023

Flashcards

Welche Assays gibt es, die auf AK basieren?

  • ELISA: gelabelte AK binden an ein bestimmtes AG, wodurch eine quantifizierung möglich ist.
  • Western Blot: Mit AK können die gewünschten Proteine markiert werden.
  • Immunopräzipitation: Beads können an einen Liganden/AK-Komplex binden und durch Zentrifugation vom Rest getrennt werden.

Welche Aufgaben hat das Immunsystem?

  • Erkennen und Inaktivieren von in den Organismus eingedrungenen Krankheitserregern oder deren Toxine
  • Erkennen und Abtöten virusinfizierter Körperzellen
  • Erkennen und Abtöten von Krebszellen

Was ist das angeborene Immunsystem?

  • bereits vor dem Infekt vorhanden
  • Set von krankheitsabwehrenden Mechanismen
  • unspezifisch, erkennen aber zelluläre oder molekulare Strukturen von oft vorkommenden Pathogenen
  • Abwehmechanismus: Phagocytose oder natürliche Barrieren

Was ist die adaptive Immunität?

  • hoch spezifische Immunabwehr
  • hervorgerufen durch ein Immunogen
  • Bildung von spezifischen Lymphozyten, Antikörpern und Gedächniszellen
  • Mechanismus: Neutralisieren des Pathogens durch Antikörper oder dessen Entfernen durch Apoptose

Welche Eigenschaften hat das unspezifische Immunsystem in Bezug auf folgende Punkte:

  • Wiederholte Infektion
  • Lösliche Faktoren
  • Zellvermittelte Abwehr

 

  • Wiederholte Infektion
    • Anfälligkeit nimmt nicht ab bei wiederholter Infektion
  • Lösliche Faktoren
    • Komplement, Lysozym, Interferon
  • Zellvermittelte Abwehr
    • Phagocyten, Natürliche Killerzellen

Welche Eigenschaften hat das spezifische Immunsystem in Bezug auf folgende Punkte:

  • Wiederholte Infektion
  • Lösliche Faktoren
  • Zellvermittelte Abwehr

 

  • Wiederholte Infektion
    • Anfälligkeit nimmt ab bei wiederholter Infektion
  • Lösliche Faktoren
    • Antikörper
  • Zellvermittelte Abwehr
    • T-Lymphocyten, Helferzellen, Cytotoxische Zellen

Welche Barrieren des angeborenen Immunsystems gibt es?

  • Anatomische Barrieren
    • Haut, Schleimhäute: mechanischer Schutz, tiefer pH, Schleim oder Zilien
  • Physiologische Barrieren
    • Temperatur, tiefer pH
  • Chemische Mediatoren
    • Lysozyme, Interferone, Komplementsystem, Toll-like-Receptor
  • Phago- und endocytische Barrieren
    • spezialisierte Zellen zerstören fremde Organismen -> präsentieren AG auf Oberfläche
  • Entzündungsbarriere
    • Ausschüttung von: Histamin, Kinin und Fibrin

Was ist das Komplementsystem?

Das Komplementsystem ist ein System von Plasmaproteinen, das im Zuge der Immunantwort auf zahlreichen Oberflächen von Mikroorganismen aktiviert werden kann. Ursprünglich wurde es als ergänzender (komplementärer) Teil der Antikörperantwort entdeckt, doch ist heute bekannt, dass es auch am angeborenen Immunsystem beteiligt ist.

Welche Auswirkung hat die Ausschüttung von Histamin?

Histamin wird als Antwort auf die Schädigung von Körperzellen ausgeschüttet und verursacht eine Vasodilatation.

Welche Auswirkung hat die Ausschüttung von Kinin?

Kinin wird durch einen Gewebeschaden aktiviert und löst eine Vasodilatation aus.

Welche Auswirkung hat die Ausschüttung von Fibrin?

Fibrin ist die Hauptkomponente der Blutverklumpung und schränken dadurch auch die Mobilität der Fremdstoffe ein.

Welche Hauptzellen des spezifischen Immunsystems gibt es und welches sind die entsprechenden Aufgaben?

  • Leukocyten
    • T-Lymphozyten koordinieren unter anderem spezifische und unspezifische Abwehr, B-Lymphozyten hingegen produzieren nach geeigneter Stimulation speziell gegen bestimmte Erreger oder schädigende Stoffe gerichtete Antikörper.
  • Plasmazellen
    • Lymphocyten-ähnlich, aus B-Lymphocyten hervorgegangen, produzieren AK
  • Macrophagen
    • grosser Phagocyt, befinden sich im Gewebe oder im Blut
  • Mastzellen
    • grosse Bindegewebszelle, die Histamin, Heparin und Serotonin enthält, die bei allergischen Reaktionen oder als Antwort auf eine Entzündung ausgeschüttet werden

Was wird durch die Aktivierung des Komplementsystems ausgelöst?

  • Chemoattraktion von inflammatorischen Zellen
  • Peptidmediatoren der Entzündung:
    • Erhöhte Blutgefässpermeabilität
    • Kontraktion der glatten Muskulatur
    • Mastzellendegranulation
  • Opsonierung des Pathogens (Anheften von AK an Femdstoff, damit dieser Phagocytiert werden kann)
  • Pathogenzerstörung

Chemoattraktion ist definiert als die unidirektionale Bewegung einer Zelle als Reaktion auf einen chemischen Gradienten von Liganden. Während der Chemoattraktion bewegen sich die Zellen in Richtung von einer niedrigen zu einer hohen Konzentration des Chemoattraktionsmittels.

Wodurch kann eine Komplementaktivierung stattfinden?

  • Klassischen Pathway: Antigen-Antikörper-Komplex
  • Lectin-Pathway: Lectin bindet an die Oberfläche des Pathogens
  • Alternativer Pathway: Pathogenoberfläche löst eine Komplementaktivierung aus

In was resultiert die Aktivierung der Komplementierung?

  • Aktivierung/Rekrutierung von Entzündungszellen
  • Opsonisation (markieren für Phagocytose)
  • Abtöten der Pathogene

Wodurch zeichnet sich das spezifische Immunsystem aus?

  • Antigene Spezifität
    • nur das Antigen wird erkannt und eliminiert
  • Diversität
    • es können Billionen von verschiedenen Strukturen hergestellt werden, die Pathogene erkennen
  • Immunologisches Gedächnis
    • Wenn das Immunsystem auf ein Pathogen reagiert hat, hat das Immunsystem das Muster gespeichert
  • Selbst/nicht-selbst unterscheidung: körpereigene Strukturen werden nicht angegriffen

Welche Arten von B-Lymphocyten gibt es?

  • Naive B-Zellen: AK auf Oberfläche, noch kein Kontakt mit AG gehabt, wird bei Kontakt zur raschen Proliferation angeregt und differenziert sich zu:
    • Memory B-Zellen: längere Lebensdauer und B-Zellrezeptoren
    • Effektor- oder Plasmazellen: produzieren AK, haben kaum B-Zellrezeptoren

Welche Zellen können aus den T-Lymphozyten entstehen?

  • Naive T-Zellen werden durch MHC-Antigen-Komplexe einer APC (antigenpräsentierende Zelle) aktiviert und differenzieren sich in:
    • T-Helfer-Zellen: Besitzen T-Zellrezeptoren, die MHC II gebundene Antigene erkennen (CD4), binden und dann Cytokine ausschütten, um B und T_c-Zellbildungen zu stimulieren
    • Cytotoxische T-Zelle: erkennt MHC I gebundene Antigene und differrenziert dann nach Komplexbindung zur Killerzelle (Cytotoxische T- Lymphocyte, tötet gebundene Zelle ab)

Was sind CD4 oder CD8-Zellen?

CD4 ist ein Adhäsionsmolekül auf der Zellmembran von CD4+-Zellen, das an MHC II bindet.

CD8 ist ein Adhäsionsmolekül auf der Zellmembran von CD8+-Zellen, das an MHC I bindet.

Welche Aufgabe haben antigenpräsentierende Zellen?

  • Makrophagen, dendritische Zellen und B-Lymphocyten präsentieren Bruchstücke der Antigene auf MHC II Proteinen
  • APC's  aktivieren dadurch T_H Zellen, die den MHC II Komplex erkennen
  • von T_H Zellen wird autokrin IL-2 ausgeschüttet, das wiederum parakrin die Bildung von T_C-Zellen (Cytotoxische T-Lymphocyten) aktiviert
  • B-Zellen werden durch Zell-Zell-Kontakt mit T_H Zellen aktiviert und schütten Cytokine aus

Auf welche zwei Arten kann eine Immunität erworben werden?

  • Humorale Immunität: lösliche AK im Blutserum
    • Durch Wechselwirkungen von B-Zellen mit AG, was zur deren Proliferation und Differenzierung zu Plasmazellen führt, ausgelöst,
  • Zell-vermittelte Immunität
    • Kontakt von T_H Zellen mit APC's lösen die Aktivierung aus. MHC I APC's aktivieren T-Zellen, die zu cytotoxischen T-Lymphocaten differenzieren. MHC II APC's lösen die Aktivierung von T_H-Zellen aus, die die B-Zellen zur Antikörperausschüttung stimuliert

Was ist der Unterschied zwischen MHC I und MHC II APC's?

Die MHC-Komplexe präsentieren Antigene an Zellen des Immunsystems.

MHC I

  • Präsentiert endogene (im Cytoplasma vorkommende) Antigene, beispielsweise von Viren
  • wird von den cytotoxischen CD8+-T-Zellen erkannt
  • MHC I ist in praktisch allen Zellkernenthaltenden Zellen vorhanden

MHC II

  • Präsentiert exogene Antigene, z.B. von Pathogenen
  • wird von T-Helferzellen erkannt (CD4+-Zellen)
  • MHC II sind hauptsächlich in APC's wie Makrophagen, dendritischen Zellen oder B-Zellen zu finden

Wie sieht die Entwicklung von B-Zellen aus?

  • Bildung der B-Zell-Rezeptoren im Knochenmark
    • B-Vorläuferzellen binden an Cytokine und lagern die Immunoglobulingene um. Dieser Prozess setzt die Wechselwirkung (hier mit den Cytokinen) voraus und ist unabhänig vom Antigen.
  • Negative Selektion im Knochenmark
    • unreife B-Zellen, die an körpereigene Zelloberflächenantigene binden, werden eliminiert -> verhinderung von Autoimmunerkrankungen
  • Aktivierung der B-Zellen in der Peripherie
    • reife B-Zellen können durch die Bindung an ein AG aktiviert werden und dadurch zu Plasma und Gedächniszellen differenzieren

Wie sieht die Entwicklung von T-Zellen aus?

  • Entstehung von T-Zellen im Knochenmark. die T-Zellen wandern anschliessend in den Thymus, wo deren Entwicklung abgeschlossen wird, indem sie ihre Antigenrezeporgene umordnen und eine Repertoirselektion durchlaufen.
    • Vorläuferzellen werden an Notch-Signalen gebunden und beginnen mit der Umlagerung der T-Zell-Rezeptorgene (ähnlich wie B-Zellen)
    • unreife T-Zellen, die körpereigene MHC-Moleküle erkennen, werden entfernt
  • Verteilung in die Peripherie der lymphatischen Organe
    • Wenn nun Fremdantigene erkannt werden, werden die reifen T-Zellen aktiviert
  • aktivierte T-Zellen wandern zu Infektionsherden
    • T-Zellen aktivieren Makrophagen und töten Fremdorganismen

Welche Bestandteile gehören zu ECM?

Die ECM besteht aus Proteinen und Polysacchariden, die von den Zellen sekretiert werden. Die Hauptkomponenten sind:

  • Collagen
  • Glycosaminoglycane (GAG)
  • Proteoglykane
  • Andere Glykoproteine

Welche Funktionen hat die ECM?

  • Einbettung der Zellen
  • ECM-Muster beeinflusst die Zellteilung, -adhäsion, -motilität
  • Embryonale Entwicklung: Migration und Differenzierung

Welche Eigenschaften hat Collagen?

  • häufigstes Protein in der ECM
  • 19 verschiedene Typen
  • fast ubiquitär im Körper
  • oft das Gly-X-Y Muster, bei dem X oft Prolin und Y oft Hydroxyprolin ist

Wie läuft die Synthese von Collagen ab?

  • Kollagen wird in das raue ER hineinsynthetisiert und die Signalsequenz abgecleaved.
  • Es lagern sich jeweils zwei alpha-1 und eine alpha-2 Sequenz an, welche anschliessend durch Hydroxylierung zusammengelagert wird.
  • Der Strang wird glykosiliert
  • Die Enden werden im Golgi Apparat abgeschnitten

Welche Funktion hat Kollagen Typ 1?

  • am häufigsten vorkommend: gewichtsmässig die Hälfte vom Körperprotein 
  • Mikrofibrillen in der Haut, in Knochen, Sehnen und Bändern
  • Sehr schwach glykosyliert

Welche Funktion hat Kollagen Typ 2?

  • wichtiger Faserbestandteil des Knorpels, ausserdem im Glaskörper des Auges 
  • Unlösliches Glykoprotein 
  • Viel Glycin, 2 modifizierte AS (Hydroxylysin, Hydroxyprolin) 
  • Angehängte Zucker: Glucose, Galactose

Welche Funktion hat Kollagen Typ 4?

  •  liegt geknäuelt vor 
  • bildet Basallamina über Endothel- oder Epithelzellen 
  • verantwortlich für Zellanhaftung und kontrollierte Permeabilität
  • Barriere von Zellmigration

Welche Eigenschaften haben Glukosaminoglykane?

  • sind die „Raumfüller“, machen aber gewichtsmässig nur 10% aus
  • Unverzweigte Polysaccharidketten
  • Grosse, negativ geladene Polysaccharide 
  • aus Disacchariden mit N-acetylierten Aminozucker und Glucuron oder Iduronsäure
  • es gibt vier verschiedene Gruppen

Welche Eigenschaften hat Hyaluronsäure?

  • saures GAG (Glycosaminoglycan) aus Disaccharid von Glucuronsäure- β(1-3) und N-Acetyl-Glucosamin 
  • Hyaluronsäure ist ein Hauptbestandteil des zwischen den Hautzellen liegenden Bindegewebes, füllt und stützt es. Durch ihre Fähigkeit, große Mengen Wasser zu binden, ist sie für den Feuchtigkeitsgehalt der Haut mit verantwortlich.
  • bis 50'000 Disaccharide β(1-4)-verknüpft 
  • ein Polyanion 
  • gelartige Konsistenz durch Einlagern von Wasser bis zum 10’000-fachen des eigenen Volumens

Welche Funktion hat Hyaluronan?

  • Strukturgebend im Bindegewebe 
  • Bildet lose Matrix, so dass Zellen sich teilen und wandern können 
  • Ermöglicht Adhäsion von Zellen des Immunsystems 
  • Aktiviert intrazelluläres Signaling 
  • Struktur von Hyaluronan ist einfach, viele grosse Proteine (hyaluronan-binding proteins, oft Hyaladherine genannt) binden daran und sind verantwortlich für Zelllokalisierung, Spezifität, Affinität und Regulation

Was sind Proteoglykane und was sind dessen Aufgabe?

  • Die meisten GAGs (Glykosaminoglykane) sind mit Proteinen verknüpft und bilden Proteoglykane
  • bestehen zu 95% aus Polysacchariden 
  • Core-Protein mit wenigen bis Hunderten von GAG-Ketten, verknüpft mit Serin des Proteins 
  • grosse Komplexe in der ECM, z.B. Aggrecan im Knorpel
  • interagieren mit Collagenen und anderen Matrixproteinen und bilden gelartige Netzwerke

Welche Eigenschaften haben Integrine?

  • Rezeptorproteine, verbinden Zellen mit der ECM und reagieren auf äussere Signale
  • die Integrine haben spezifische Bindungsstellen für Adhäsionsproteine
  • es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Integrinen

Was ist die Basallamina?

Die Basallamina ist eine homogen erscheinende Proteinschicht unter der Basis der Epithelzellen. Sie stellt die Verbindung der Epithelzellen mit der fibroretikulären, bindegewebigen Basalmembran her. Es handelt sich dabei um eine spezialisierte extrazelluläre Matrix, in welcher das dichte Netzwerk retikulärer Fibrillen (Lamina fibroretikularis) der Basalmembran verankert ist.

Durch das Wegfallen von welchen Kontrollmechanismen entsteht eine Krebszelle?

  • Proliferationskontrolle
  • Positionskontrolle
  • Differenzierung
  • Regulationsmechanismen
  • Chromosomenanomalien

Was ist ein Carcinoma?

Ein Carcinoma beschreibt eine entartete Epithelzelle. Diese kann z.B. Lungen- oder Brustkrebs verursachen

Was ist ein Sarcoma?

Ein Sarcoma beschreibt die selten aufretende Form von Krebszellen in Muskel-, Knorpel oder Bindegewebe.

Study