Zellbiologie 1, 3. Semester ZHAW

Zellbiologie 1, 3. Semester ZHAW. Bei Fragen oder Korrekturen an silvannessler@gmail.com

Zellbiologie 1, 3. Semester ZHAW. Bei Fragen oder Korrekturen an silvannessler@gmail.com


T. N.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Grundlagen der Zellbiologie, geeignet für Universitätsstudierende. Sie behandeln zentrale Themen wie die Struktur und Funktion von Zellen, Proteine, DNA, sowie spezifische Prozesse wie Glykosilierung und Apoptose. Die Karteikarten vertiefen auch die Rolle von Zellorganellen wie dem Golgi-Apparat und die Interaktionen von Zellen mit ihrer Umgebung, etwa durch Integrine und Adhäsionsmoleküle. Besonders relevant sind die Abschnitte zu Viren, einschließlich ihrer Replikation und Übertragung, sowie die Immunantwort auf Infektionen. Diese Lernkarten sind ideal für Studierende, die ein tiefes Verständnis der zellulären Prozesse und ihrer klinischen Relevanz erlangen möchten.
Flashcards
280
Students
6
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
14.10.2021 / 14.10.2023

Flashcards

Wie funktionieren Tyrosinkinasen-Rezeptoren?

  • 2 Liganden binden an die Ligandenbindungsstelle
  • Es findet eine Dimerbildung von zwei Tyrosinkinasen statt
  • Die Dimerisierung löst eine Autophosphorylierung aus ->Erhöhung der Rezeptor-Protein-Kinase-Aktivität, Regulation
  • Phosphorylierung erzeugt neue Bindungsstelle zur intrazellulären Signalübertragung
  • Aktivierung von Downstream-Signalmolekülen über SH2-Domäne (Proteindomäne, die spezifische Proteininteraktionen vermittelt)

Wie läuft eine vollständige Signaltransduktion beginnend bei der Signalmolekülsynthese ab?

  1. Signalmolekülsynthese
  2. Signalmolekülsekretion
  3. Transport zur Zielzelle
  4. Bindung an Rezeptor
  5. Aktivierung von Signaltransduktion
  6. Veränderung der Zelle

Wie können Rezeptoren, an die ein Ligand binden, identifiziert werden?

Durch eine Affinitätschromatografie können Rezeptoren an den immobilisierten Liganden gebunden und später aufgerenigt werden.

Welche Art von Signalmolekül ist Epinephrin?

Endocrines Signalmolekül

Bei der endokrinen Signalübertragung: das Signalmolekül

Transphosphorylierung (cross-Phosphorylierung) von Rezeptor Tyrosin-kinasen

Durch welche Mediatoren wird der Zellzyklus gesteuert?

  • Proteinkinasen, die genetisch konserviert sind
  • Wachstumsfaktoren

Welche Phasen gibt es im gesamten Zellzyklus?

  • G1: Wachstum und Vorbereitung auf Verdoppelung der DNA
  • S-Phase: Verdoppelung der DNA
  • G2-Phase: Zellwachstum und Synthese von Proteinen für die Mitose
  • M-Phase: Mitose

Welche Aufgaben hat die Interphase im Zellzyklus?

  • Zustand zwischen der Zellteilung
  • Zellen übernehmen ihre metabolischen Aufgaben und teilen sich eine längere Zeit nicht
  • 95 % der Zellen befinden sich in der Interphase
  • DNA ist dekondensiert
  • können durch externe Signale wieder in G1 gebracht werden

Wie lange dauern die jeweiligen Phasen im gesamten Zellzyklus?

  • G1-Phase: 11 Stunden
  • S-Phase: 8 Stunden
  • G2-Phase: 4 Stunden
  • M-Phase: 1 Stunde

Embryonale Zellen teilen sich nach der Befruchtung alle 30 Minuten ->kein Wachstum, nur DNA-Replilkation

Wir wird das Eintreten der Zelle in den Zellzyklus reguliert?

  • extrazelluläre Signale (v.a. Wachstumsfaktoren)
  • zellinterne Substanzen (Checkpoints)

Was ist der Restriktionspunkt im Zellzyklus?

An diesem Punkt braucht die Zelle bestimmte Wachstumsfaktoren, um in die S-Phase zu kommen. Wenn diese fehlen, wird die Zelle in die G0 Phase überführt.

Wieso sind die Regulationen der Kontrollpunkte durch negative intratelluläre Signale vermittelt?

Durch eine negative Signalvermittlung ist eine striktere Regulierung möglich. BRUNO PENDING

Welche zwei wichtigen Schlüsselsubstanzen gibt es zur Regulation des Zellzyklus?

  • Cyclin-dependent kinase (CDK's): Hauptregulator, Proteinekinase, stabile, katalytische Untereinheit
  • Cyclin: regulatorische Untereinheit, unstabil

Welche wichtige CDK's gibt es und in welcher Phase sind sie aktiv?

  • G1-Phase-CDK's:
    • CDK 4 und 6 sind zusammen mit Cyklin D für die Passage durch den Restriktionspunkt verantwortlich, CDK2 mit Cyklin E für den Übergang von der späten G1 in die S-Phase
  • S-Phase CDK's
    • CDK 2 mit Xyklin A regulieren die DNA Synthese
  • M-Phase-CDK's
    • Der Komplex von CDK1 mit Cyklin B reguliert in der späten G2-Phase den Start der M-Phase

 

Wie wird die Aktivität der CDK's reguliert?

Die Aktivität der CDK's wird über die Synthese oder den Abbau der Cykline bestimmt. Der Cyklinkomplex muss in einem weiteren Schritt durch das Anhängen einer Phosphatgruppe aktiviert werden.

Welche drei Gruppen von Cyklinen gibt es?

  • G1-Cykline
    • aktivieren den CDK-Komplex zur Produktion von G1 spezifischen Substraten
    • D-Cykline sind verantwortlich für die Passage durch den Restriktionspunkt
    • Cyklin E für den Start der DNA-Synthese in der späten G1-Phase
  • S-Phase-Cykline
    • v.a. Cyklin A
  • M-Phase Cykline: Cyklin B gibt Startsignal für die Mitose

Wie funktioniert die Aktivierung von CDK's?

CDK's werden von Cyklinen gebunden und sind dadurch teilweise Aktiv. Durch eine Phosphorylierung durch CDK-activating kinase ist die CDK vollständig Aktiv.

Wie können CDK's inhibiert/aktiviert werden?

  • Hyperphosphorylierung/Dephosphorylierung durch Phosphatasen
  • inhibitorische Proteine/degradation von inhibitorischen Proteinen

Was sind CDI's?

CDK (cyclin-dependent kinase)-Inhibitoren

Welche zwei Arten von CDK-Inhibitoren gibt es?

  • universale CDI's
    • steuern Zellzyklusablauf beim Übergang von der G1 in die S-Phase
    • Cip/Kip-Familie
  • spezifische CDI's
    • auch Ink4-Familie genannt
    • wirken auf CDK 4 und 6 mit Cyklin D (einzig auf den Restriktionspunkt zwischen G1 und S)

Wie sind CDK's aufgebaut?

Welche drei Checkpoints, bei denen die DNA überprüft wird gibt es bei der Zellreplikation?

  • G1-Checkpoint
    • DNA Schäden werden repariert
  • S-Phase
    • Anwesenheit von Okazaki-Fragmenten während der Replikation auf dem lagging DNA-Strand stoppt den Zyklus
  • G2-Checkpoint
    • Mitose wird erst gestartet, wenn die DNA-Replikation komplett ist

Welch Bedeutung hat p53 beim Zellzyklus?

  • wichtiges Protein bei den G1 und 2 Kontrollpunkten
  • Synthese wird durch geschädigte DNA induziert
  • Schlüsselrolle bei der Apoptose -> bei zu vielen Schäden induziert p53 Apoptose
  • > 50% der Krebsfälle werden durch eine Fehlfunktion von p53 ausgelöst

Welche Rolle spielt p21 beim Zellzyklus?

  • CDK-Inhibitor (Inhibierung der Weiterschreitung des Zellzyklus)
  • kann auch direkt die DNA Synthese hemmen

Wie wird sichergestellt, dass nur eine DNA-Kopie erstellt wird?

  • MCM-Proteine (Minichromosome maintenance) und ORC (Origin replication complex) stellen sicher, dass nur eine DNA-Kopie synthetisiert wird.
  • Ein Protein im Zellkern (Geminin) verhindert eine Bindung von MCM an die frisch synthetisierte DNA, wird nach der Mitose wieder abgebaut.

Welchen Einfluss haben Okazaki-Fragmente auf die DNA-Damage-Checkpoints?

Die Zelle nimmt die Anwesenheit von Okazaki-Fragmenten auf dem lagging DNA-Strand wahr. Sobald diese vorhanden sind, ist der Zellzyklus gestoppt.

Welche Checkpoint gibt es bei der späten G2-Phase?

  • Liegt eine DNA-Schädigung vor, erkennt dies ein Komplex von Checkpointproteinen und aktiviert die Kinase Chk1
  • Chk1 phosphoryliert die Cdc25-Phosphatase und inhibiert sie dadurch.
  • Solange Cdc25 inaktiv ist, ist der Zellzyklus gestoppt

Wie wird die Metaphase überwacht (M-Checkpoint)?

  • Fehler an der Spindelfaser werden aufgedeckt
  • Unspezifische Bindung der Spindel blockiert die Cytokinese
  • MAD (Mitotic Arrest Deficient) bindet an den Kinetochoren, bis eine Spindelfaser befestigt wird, ansonsten wird der Eintritt in die Anaphase blockiert.

Was sind Onkogene?

Onkogene sind Gene, die für die Entstehung einer normalen Zelle in eine Krebszelle verantwortlich sind; oft sind es dominante Mutationen in Checkpointprotein-Genen.

Was sind Tumorsuppressorgene?

  • "Anti-Onkogene"
  • unterdrücken Tumorbildung
  • hemmen die Mitose
  • verhalten sich rezessiv
  • wichtige Beispiele sind p53 und Rb (Retinoblastom, führt wenn mutiert zu Tumoren auf der Netzhaut)

Welche Funktionen hat Rb (Retinoblastoma-Gen)?

  • nukleäres Phosphoprotein (posttranslational phosphoryliert) in praktisch allen Zellen
  • unphosphoryliert bindet Rb an eine Komponente der E2F Familie und reprimiert (genetische Informationen hemmen) in diesem Komplex die DNA-Transkription
  • Wenn der Rb/E2F Komplex vom CDK4,6/Cyklin D phosphoryliert wird, wird in der späten G1 Phase E2F abgelöst, das anschliessend die Transkription der zuständigen Gene für den Übergang in die S-Phase einleitet

Wie läuft die Regulation während der verschiedenen Phasen im Zellzyklus ab?

  1. Anreicherung von Cyklin D und E gibt das Signal zur Vorbereitung auf die Chromosenreplikation
  2. Akkumulation des S-Phase-Promoting Factors rüstet die Zelle für den Eintritt in die S-Phase und zur Verdoppelung der DNA und der Centriolen
  3. DNA-Replikation schreitet fort, Cyklin E wird zerstört und die Konzentration der mitotischen Cykline A und B in der G2-Phase steigt
  4. Der aktivierte M-Phase Promoting Factor aus dem Zytoplasma ist der generelle Regulator für den Eintritt von der G2 in die M-Phase, wenn MPF seine Aufgabe erfüllt hat, befindet sich die Zelle in der Metaphase der Mitose
    1. MPF aktiviert den Anaphase Promoting Complex, der den Schwesterchromatiden erlaubt, sich zu trennen
    2. Cykline A und B werden zerstört
    3. Synthese von Cyklin D und E wird für den nächsten Zellzyklus begonnen

Was ist der Unterschied zwischen Nekrose und Apoptose?

Nekrose:

  • Unvorhersehbarer Tod der Zelle durch äusseren Einfluss (z.B. durch einen Hautschnitt, Hitze usw.)
  • pathologische (krankmachende, Immunreaktion induzierende) Form von Zelltod
  • Zellen schwellen an und zerplatzen dann -> Entzündungsreaktion
  • Organelle und Chromatin zerstört

Apoptose

  • programmierter Zelltod
  • genetisch festgelegt, hoch konserviert
  • bildet Aptotic Bodies, welche von Makrophagen phagocytiert werden (keine Freisetzung des Zellinhalts)
  • Organelle beliben intakt und Chromatin wird fragmentiert

Wo kommt Apoptose natürlicherweise vor und welchen Nutzen hat die Apoptose?

  • Wenn Organismen Zellen nicht mehr für die Weiterentwicklung benötigen (Kaulquappenschwanz wird beim Frosch durch Apoptose entfernt)
  • weit verbreitet bei der Emryogenese, der Metamorphose der Atrophie und der Entwicklung der Lymphocyten
  • Entfernen von kranken oder fehlerhaften Zellen

Welche Beispiele von Apoptose gibt es bei erwachsenen Menschen?

  • Augenlinse
  • Haut
  • Uterus
  • Dünndarm
  • Thymus

Welche Schritte durchläuft die Zelle während der Apoptose was passiert in diesen? (unabhängig von der Art der Induktion der Apoptose) 

  • Schrumpfen der Zelle & Ablösung von Nachbarzellen
  • Sinken des transmembranen Potentials, Durchlässigkeit der Mitochondrienmembrane erhöht sich
  • Plasmamembran wird lose und es kommt zu Einbuchtungen
  • Intrazelluläre DNA zerfällt in charakeristische Längen (vielfaches von 200 Basen)
  • Phosphadylserin wird auf die Aussenseite transloziert (wichtig für Nachweis: Anexin-5)
  • Zellkern zerfällt
  • Bildung von Apototic Bodies -> Phagocytose

Durch welche Umstände tritt eine Zelle in ein Apoptosestadium über?

  • spontan, wenn ein äussere Stimuli von anderen Zellen abnimmt oder fehlt
    • Wachstumsfaktoren generell
    • Interleukin-2 (bei Lymphocyten)
  • durch externe Umstände
    • Entzug von Wachstumshormonen
    • chemotherapeutische Drogen
    • Glucocorticoide
  • Antwort einer virusinfizierter Zelle, um der viralen Tranfektion und Transfer zuvor zu kommen

Welche drei Stadien bis zur endgültigen Apoptose gibt es und wann ist der point of no return erreicht?

  • Initiation stage
    • verschiedene Wege, die bestimmte, unterschiedliche Signalmoleküle aktivieren
    • Fas/TNFR
    • Granzyme B aus T-Zellen
    • Wachstumsfaktoren
    • Stress, Sauerstoffmangel, DNA-Schaden
  • Effector stage
    • Entscheidung für oder gegen Apoptose
    • Aktivierung von Caspase
    • Nach der Aktivierung von Effektorcaspasen ist der point of no return erreicht
  • Degradation stage
    • stereotyper Verlauf

Welche aptotischen Eigenschaften haben Caspasen?

  • Caspase: Cystein requiring aspartate protease
  • über 12 verschiedene bekannt
  • Auftrennung in Initiator und Effektorcaspasen
  • Caspasen sind schwach proteolytische Proenzyme
  • Caspasen erkennen mehr als 40 verschiedene Zielproteine der Zelle

Study