AIO Hygiene fachspezifisch

Definition HygieneEinschleusen / Hyg. HändedesinfektionFlächendesinfektionFunktionelle und bauliche Gestaltung eines OPInstrumentenkunde DekontaminationOP-LagerungOperationspräparatepräop. Hautdesinfektionsterile OP-AbdeckungenSterilgutSterilisationStrahlenschutz

Definition HygieneEinschleusen / Hyg. HändedesinfektionFlächendesinfektionFunktionelle und bauliche Gestaltung eines OPInstrumentenkunde DekontaminationOP-LagerungOperationspräparatepräop. Hautdesinfektionsterile OP-AbdeckungenSterilgutSterilisationStrahlenschutz


C. C.
Diese Lernkarten vermitteln fundiertes Fachwissen zur OP-Hygiene und Instrumentenaufbereitung, besonders für medizinisches Personal. Sie behandeln Desinfektion, Sterilisation, Schutzmaßnahmen und rechtliche Vorgaben wie die Strahlenschutzverordnung, inklusive praktischer Aspekte wie Autoklav-Beladung oder Plasmasterilisation. Ideal für Fachkräfte in OP-Abteilungen oder Sterilisationsbereichen, die ihre Kenntnisse zu Hygienestandards und Sicherheitsprotokollen vertiefen möchten.
Flashcards
166
Students
5
Language
German
Category
Medical
Level
Other
Created / Updated
05.10.2021 / 04.07.2026

Flashcards

Definition WHO Gesundheit

Zustand des vollständigen, körperlichen und geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.

Definition Hygiene

Lehre von der Verhütung von Krankheiten und Erhaltung, Förderung und Festigung der Gesundheit

Prävention

lat. praevenire = zuvorkommen

Prophylaxe

Pro = lat. pro = vor
phylaxe = griechisch = behüten / beschützen

Prävention Beispiele

Nicht-Raucher-Kampagne
Kampagne gegen Adipositas
Anti-Aids Kampagne
Kampagne gegen Alkoholkonsum

Prophylaxe Beispiele

Thrombo-Embolie-Prophylaxe
Pneumonie-Prophylaxe
Dekubitus-Prophylaxe
etc.

Um Infektionen vorzubeugen gilt es im OP eine Keimfreiheit herzustellen

Asepsis = Keimfreiheit
(A=Verneinend)

Wie gelingt die Asepsis im OP?

durch Desinfektion und Sterilisation

Definition Desinfektion

Keime werden teilweise eliminiert oder aber zumindest "unfruchtbar" gemacht -> wir greifen deren Hülle oder deren Stoffwechsel an

Definition Sterilisation

Keime werden abgetötet 

(Als steril gilt, wenn max. 1 von 1 Mio Keimen überlebt hat)

Im OP ist alles steril?

Nein, wir schaffen aseptische Bedingungen, durch Desinfektion und Sterilisation 

Definition Kontamination

Mit Keimen besiedelt -> sie sind überall, sind unsichtbar

sichtbar mit z.B. Blut oder anderen Körperflüssigkeiten und MO verunreinigt

Definition Dekontamination

Entseuchung, Beseitigung einer Verunreinigung

Sichtbare Verschmutzungen beseitigen und unsichtbare Keime eliminieren

Definition Infektion

Übertragung, Haftenbleiben und Eindringen von MO in einen Makroorganismus und deren Vermehrung

Eine nicht adäquat behandelte Infektion führt im schlimmsten Fall zu einer Sepsis.

Definition Anti-Sepsis

Hemmung bzw. Vernichtung von Infektionserregern in Wunden mit chem. Mitteln /Antibiotika -> Therapeutische Massnahmen / Antibiotika allenfalls auch als Prophylaxe

Definition Einschleusen

Personal: Ablegen der Strassen- bzw. Spitalkleidung und Anlegen der Bereichskleidung

Patient: Transfer Abteilungsbett auf den Op-Tisch

Definition Hyg. Händedesinfektion

Gezielte aseptische Massnahme zum Abtöten von MO

Ziel der hyg. Händedesinfektion

Verhinderung von Keimverschleppungen und Vermeidung von nosokomialen Infektionen

Die transiente Hautflora wird eliminiert/verlichtet.
Die residente Hautflora bleibt unangetastet/unverändert.

Defintion Tramsiente Hautflora

-Kurz andauernd, vorübergehend, flüchtig
-Kontaminationsflora, Aufnahme durch Berührung
-Körperfremde MO besiedeln vorübergehend die Haut

Definition residente Hautflora

-Residenz: beherbergen, bewohnen
-körpereigene Hautflora
-Auf der Haut befinden sich die MO physiologisch. Sie schützen unter anderem sogar den Tröger vor dem Eindringen transienter Keime.

Staphylococcus aureus

-Bakterium
Vorkommen: Haut, Nase, Colon, Vagina

-hohe Pathogenitätswirkung
Infektionen,Sepsis, Osteomyelitis, Pneumonie (bis hin zum toxic schock-syndrom)

 

Escherichia coli

-Bakterium
Teil der gesunden Darmflora des Colon

-Ursache für diverse Infekte: Pneumonie, Peritonitis, Meningitis, HWI, Wundinfektion

Indikationen zur hyg. Händedesinfektion

-Vor & Nach Patientenkontakt
-Vor sauberen, aseptischen und invasiven Handlungen
-Vor & nach dem Betreten / Verlassen der OP-Abteilung und OP-Saal
-Nach Kontakt mit Körperflüssigkeiten und infektiösem Material

Durchführung der hyg. Händedesinfektion

1. Desinfektionsmittel in trockene Hohlhand geben
2. Handfäche gegen Handfläche reiben
3. Rechte Handfläche über linkem Handrücken und umgekehrt
4. Handfläche auf Handfläche mit verschränkten, gespreizten Fingern
5. Aussenseite der Finger auf gegenüberliegende Handflächen mit verschränkten Fingern
6. Kreisendes Reiben der Daumen in der geschlossenen Handfläche
7. Kreisendes Reiben der geschlossenen Fingerkuppen in der Handfläche, bds.
8. Nach 30 Sek Einreiben sind Hände trocken und bereit zum Einsatz

Kriterien für die korrekte Durchführung (Prinzip)

Beachte Herstellerangaben.

1. Hände müssen trocken sein
2. Hohlhand mit Händedesinfektionsmittel füllen 3-5ml
3. Händedesinfektionsmittel in Händen verreiben bis diese trocken sind (30sek)
4. Hände vollständig benetzen (inkl. Fingerkuppen, Daumen, Fingerzwischenräume und Handgelenke)

Vorbereitung für korrekte Durchführung (Prinzip)

-Schmuckfreie Hände und Handgelenke
-Kurz geschnittene Fingernägel (Nicht länger als die Fingerkuppe)
-Kein Nagellack
-Keine künstlichen Fingernägel
-intakter Hautzustand (keine Mikroverletzungen)

Geeignete Händedesinfektionsmittel und Wirkungsspektrum

-Chemische Desinfektionsmittel
Hauptinhaltsstoff: Alkohol (Ethanol, Propanol, Isopropanol)
Biozidprodukteverordnung zugelassenes Produkt (VBP)
Müssen EN 1500 entsprechen

-Grosses Wirkungsspektrum
Bakterizid, fungizid, viruzid, sporizid (sporizide Wirkung wird erhöht durch Zusatzstoffe)

-Beinhalten rückfettende, pflegende Substanzen zum Feuchtigkeitsschutz

Händedesinfektionsmittel Alkohol

Der Alkohol besitzt durch seine Zusammensetzung eine hervorragende mikrobiozide (gegen Pilze, Viren, Bakterien und Sporen) Wirksamkeit. 

Dieser trifft auf MO, spaltet dessen Hülle, dringt ein und inaktiviert diesen. Die Wirksamkeit wird durch das Einreiben noch verstärkt.

Vorteile chemischer Desinfektionsmittel

-Kurze Einwirkzeit

-Einfache Handhabung

-Breites Wirkungsspektrum (wirksam gegen viele MO-Gruppen)

-kostengünstig

Nachteile chemischer Desinfektionsmittel

-Alkohole trocknen die Haut aus ->Aufhebung der Epidermisfunktion, Wirksamkeit bei defekter Haut fraglich

-Irritationen der Haut aufrgrund der Zusatzstoffe -> jedoch ohne Zusatzstoffe keine Sporizid-Wirkung

-Entfaltung der Wirksamkeit nur bei korrekter Durchführung

Das korrekte Einschleusen des Personals

Alleine das korrekte Einschleusen kann eine Keimverschleppung oder sogar eine nosokomiale Infektion nicht verhindern.

Aber es wird eine zusätzliche Barriere geschaffen, die die Keimanzahl auf ein Minimum reduziert. 

Ziel des Einschleusens ist es die Keimverschleppung weiter einzudämmen.

Einschleusen = lat. Damm, Wehr, Barriere, Schranke

Durch das Ablegen der Spital- bzw. Spitalkleidung sollen daran anhaftende Keime aus der operativen Abteilung fern gehalten werden. Es wird eine imaginäre Barriere / Schranke geschaffen, um die Keimverschleppung Einzudämmen.

Kriterien für das korrekte Einschleusen des Personals

-Ablegen der Spital- oder Privatkleidung (inkl. kompletter Schmuck)
-Händewaschung und/oder hyg. Händedesinfektion
-Anlegen der Bereichskleidung: Hose, Haube, Kasack, Bereichsschuhe
-Hyg. Händedesinfektion und Anlegen des Mund-Nasen-Schutzes

Ablauf des Personaleinschleusens ist abhängig von...

-hausinterner Hygieneplan
-Art der Personalschleuse /den räumlichen Gegebenheiten 
-Dem Model der Bereichskleidung, Hauben, Mund-Nasen-Schutz z.B. in oder über Hose getragene Kasacks
-Art und Weise wie Bereichsschuhe gereinigt und desinfiziert werden

Weshalb sind die Massnahmen zum Einschleusen notwendig?

In der CH versterben jährlich ca. 600 Menschen an noskomialen Infektionen. Es konnte nachgewiesenw erden, dass die Ursache dafür bei der fehlenden oder mangelhaft durchgeführten hygienischen Händedesinfektion liegt.

Definition Flächendesinfektion

systematische Reduktion von Keimen (Desinfektion) auf allen Gegenstandoverflächen

Das heisst es erfolgt eine ordentliche und strukturierte Desinfektion, durch eine gezielt Inaktivierung und Abötung von MO

Ziel der Flächendesinfektion

Durch die aseptische Massnahme der Flächendesinfektion werden Keime in ihrem Wachstum respektive ihrer Vermehrungsfähigkeit gehindert und dauerhaft unschädlich gemacht. 

In dem Fall der Flächendesinfektion kann keine Keimverschleppung und Infektionsgefahr von der betreffenden Oberfläche mehr ausgehen.

Was für ein Mittel wird bei der Flächendesinfektion verwendet?

Um eine adäquate Flächendesinfektion durchführen zu können werden chemische Desinfektionsmittel eingesetzt. 

Wirkstoffgruppen der Flächendesinfektionsmittel

-Akohol -> schnelle Wirksamkeit, nicht sporizid

-Aldehyde -> dehydrierter Alkohol, Alkohol dem Wasserstoff entzogen wurde, sind hochkonzentrierte Alkohole von ca. 70% (Formaldehyd, Ethanol), breites Wirkungsspektrum, viruzid, bakterizid, sporizid, fungizid

-Ammoniumverbindungen (vierkettig) -> Eiweisspaltende Verbindungen, beseitigen Verunreinigungen mit Blut, Alle keine viruzide Wirksamkeit

Verschiedene Flächendesinfektionsmittelverfahren

-Wischdesinfektion
Keimreduktion durch gleichmässiges Auftragen des Desinfektionsmittels
Grobe Verschmutzungen müssen im Vorfeld entfernt werden
Trockenzeit abwarten
Anwendung in der Operativen Abteilung*

-Sprühdesinfektion
Keimreduktion erfolgt durch Aufsprühen des Desinfektionsmittel
Kein Nachwischen, das Desinfektionsmittel soll von selbst trocken
Nur in ausgewählten Situationen z.B. schwer zu desinfizierende Gegenstände

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