EP 3.7. Parasitologie

Veterinärmedizin, Uni Bern, Stand 2022

Veterinärmedizin, Uni Bern, Stand 2022


L. T.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Parasitologie für Studierende der Medizin. Sie konzentrieren sich auf die Biologie, Diagnose und Bekämpfung von Parasiten wie Flöhen, Hypodermose beim Rind und Gasterophilose beim Pferd. Die Karteikarten behandeln Themen wie Lebenszyklen, Schadwirkungen und Therapien, wobei auch spezifische Parasitenarten und ihre Entwicklungsstadien detailliert beschrieben werden. Besonders nützlich sind sie für Medizinstudenten, die sich auf Parasitologie vorbereiten und ein tiefes Verständnis der verschiedenen Parasiten und ihrer Auswirkungen auf Tiere erlangen möchten.
Karten
332
Lernende
4
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
20.09.2021 / 07.01.2024

Lernkarten

Zähle Erreger auf, für die Rhipicephalus sanguineus (braune Hundezecke) und Dermacentor reticulatus (Auwaldzecke) Vektoren sind

Zecken

  • Babesia canis, B. equi, B. caballi

Lyme-Borreliose und FSME sind wichtige, von Ixodes ricinus übertragbare Krankheiten.

Wie charakterisieren/unterscheiden sie sich hinsichtlich

  • Erreger
  • Übertragungsorte
  • Anz. infizierte Zecken
  • betroffene Organe beim Mensch
  • Übertragung (nach Zeckenstich)
  • Behandlung und Prophylaxe

Zecken

FSME kann durch Zecken übertragen werden. Erkläre grob

  • Klinik
  • Häufigkeit
  • Verbreitung in CH (der Krankheit bzw. von mit FSMEV infizierten Zecken)
  • Behandlung, Prophylaxe

Zecken

  • Klinik
    • grippeähnliche Symptome → Heilung in 90% Fälle
    • falls ZNS betroffen ist Fieber und neurologische Symptome (Kopf-, Rückenschmerzen, Lichtscheu...) möglicherweise Lähmung Arme, Beine, Gesichtsnerven
  • Häufigkeit
    • 100-400 Fälle/Jahr in CH
  • Verbreitung in CH
    • gesamte CH mit Ausnahme von Tessin
  • Behandlung, Prophylaxe
    • Impfung

Lyme-Borreliose kann durch Zecken übertragen werden. Erkläre grob

  • Klinik
  • Häufigkeit
  • Behandlung, Prophylaxe

Zecken

  • Klinik
    • 1. Phase (1-30 Tage) Hautröung, "Erythema migrans", grippeähnlicher Zustand
    • 2. Phase (Wo bis Mo) Rücken-, Nackenschmerzen, Lähmung Gesicht
    • 3.. Phase (nach Jahren) Gelenkbeschwerden, Hautveränderungen
  • Häufigkeit
    • 10'000 - 15'000 Fälle/Jahr in CH
    • ► häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Europa!
    • ca. 30% aller Zecken sind mit Borrelia sp. infiziert
  • Behandlung, Prophylaxe
    • Therapie mit AB möglich

"Therapie" und Prophylaxe von Zeckenstichen bei Hund und Rind

Prophylaxe und Verhalten bei Zeckenstichen beim Mensch

Zecken

  • Hd: mechanische Entfernung; Akariziden (Pyrethroide):
    • Halsband (Deltamethrin, Flumethrin-Imidaclorpid)
    • Spot-on (Fipronil, Permethrin, Pyriprol)
    • Spray (Fibronil)
  • Rd: mechanische Entfernung; Akariziden (Pyrethroide)
    • Pour-on (oft nicht erforderlich; Flumethrin)
    • Sprüh-/Tauchbäder (in anderen Ländern)
    • Vakzine gegen Rhipicephalus (Boophilus) microplus: in einigen Ländern

Prophylaxe und Verhalten bei Zeckenstichen beim Mensch

  • lange Hosen, helle Kleidung, Zeckenspray, auf breiten Wegen gehen, Berührungen mit Gras/Gebüsch vermeiden
  • Körper absuchen
     
  • Zecke entfernen, lokal desinfizieren, Datum & Stichstelle notieren
  • Arzt aufsuchen falls: Hautrötung, Kopf-/Gelenkschmerzen, grippeähnliche Symptome

Welche Magen-Darm-Strongyliden bei Rind und Schaf gibt es/sind von Bedeutung?

Strongylida - MDS

besprochen/als Lernziel nur

  • Ostertagia ostertagi
  • Haemonchus contortus

Beschreibe den Zyklus von Ostertagia ostertagi und Haemonchus contortus vergleichend.

inkl. Präpatenz (→ separates Kärtli)

Strongylida - MDS

  • exogen
    - Dauer Ostertagia: 1-2 Wochen bis 2 Monate
    - Dauer Haemonchus: ca. 4 Wochen
    • unebryonierte Eier werden von Adulten im Labmagen ausgeschieden und gealngen mit Kot in Aussenwelt
    • L1 schlüpft aus Ei
    • L1 häutet sich zu L2 und L3
      • L3 ist bescheidet (mit Kutikula von L2)
    • L3 ist infektiös und wird von Rind oder Schaf per os aufgenommen
  • endogen
    - Dauer beide: ca. 3 Wochen = Präpatenz
    • L3 schlüpft im Labmagen aus Scheide und dringt in Fundusdrüsen ein
    • Häutung zu L4
      • im Herbst evtl. Hypobiose als L4
    • Ostertagia: Häutung zu Stadium 5 in Fundusdrüse. St5 wandert aus Drüsen zurück in Labmagenlumen
    • Haemonchus: L4 Wandert aus Fundusdrüsen zurück in Labmagenlumen, anschl. Häutung zu Stadium 5
    • Entwicklung zu Adulten (m oder w), Kopulation, Eiausscheidung

L3 von Ostertagia kann bei 6° bis zu 2 Jahren in Aussenwelt überleben (kann aber nicht fressen). Haemonchus überwintert kaum auf Weiden.

Was ist allg. die Bedeutung von Magendarmstrongyliden bei Rindern und Schafen?

Strongylida - MDS

  • MDS sind weltweit die wichtigsten Nematoden bei Wiederkäuern
  • es sind Weideparasiten
  • Haemonchus contortus ist der pathogense von allen MDS und der wichtigste beim Schaf

Vergleiche die Morphologie von Ostertagia ostertagi und Haemonchus contortus

(inkl Grösse, Besonderheiten, Ei...)

Strongylida - MDS

  • beide:
    • w haben Vulva, m hat Bursa copulatrix
    • L3 ist bescheidet
       
  • Ostertagia ostertagi
    • Grösse w 5-30 mm
    • fehlende oder kleine Mundkapsel
    • Vulva im hinteren Körperdrittel
    • Bursa copulatrix mit gut ausgebildeten Seitenlappen
  • Haemonchus contortus
    • Grösse w 20-30 mm
    • Spiralige Anordnung von weissen Geschlechtsorganen und rotem Darm - sind Blutsauger
    • Charakteristikum w: Vulvaklappe; m: asymmetrische Bursa copulatrix
       
  • Eier (nicht zu unterscheiden)
    • 70 Mikrometer
    • im frischen Kot unembryoniert

Erkläre die epidemiologischen Grundlagen (Weidebelastung) von Ostertagia ostertagi und Haemonchus contortus

Strongylida - MDS

Verlauf der Weidekontamination bei beiden Arten gleich, aber Ursachen sind anders:

  • Anstieg der Infektionsgefahr im Frühjahr (ab April)
    • bei Ostertagia wegen auf Weide überwinterter Larven
    • bei Haemonchus wegen Reaktivierung der hypobiotischen Stadien wegen Trächtigkeit Anfangs Frühjahr
  • anschliessend flacht Weidebelastung ab, weil die Larven auf der Weide gefressen werden
  • starker Anstieg ab Mitte Weideperiode wegen Eiausscheidung durch neu infizierte Kälber/Lämmer (v.a. Erstweide-Ttiere)
  • höchste Infektionsgefahr in 2. Hälfte Weideperiode

bei Haemonchus sind Alttiere wichtige Eiausscheider im Gegensatz zu Ostertagia (dort auch wenig Eiausscheidung, aber wohl unbedeutend?)

beschreibe die Möglichkeiten der planmässigen Bekämpfung der Ostertagiose (Ostertagia ostertagi) beim Rind

(Schema, Wirkstoffe...)

Strongylida - MDS

Strategie: Befallsintensität der Weidetiere gering halten → keine Erkrankung, aber Immunisierung. Methode: Behandlung der Jungtiere mit Anthelmintika während erster Weidesaison.

  • Einzelbehandlung: mit ML zwei Mt. nach Weideaustrieb und Ende der ersten Weideperiode bzw. bei Alp-Auf- und Abtrieb
    • !! keine Unterdosierung - Gewicht richtig schätzen → Resistenzen vermeiden
  • Langzeitboli: 1x Benzimidazole zwei Mt. nach Weideaustrieb bzw. vor Alpauftrieb.
    + Einzeldosen bei Alpabtrieb (Sept.) und vor Aufstallung (Nov.) (gegen Winterostertagiose)
  • extensive Haltung: (= Ammen-, Mutterkuhhaltung oder < 2 Grossvieheinheiten pro Hektar) keine strategische Bekämpfungsmassnahmen gegen MDS nötig.

Wirkstoffe

  • ML: als einziges wirksam gegen Gewebestadien! Tötet jedoch die Würmer so schnell/effizient ab, dass keine Immunitätsbildung möglich ist
  • Benzimidazol: erlaubt eine Resistenzbildung

beschreibe die Möglichkeiten der planmässigen Bekämpfung der Haemonchose (Haemonchus contortus) bei Schaf & Ziege

Was gilt es bei der Ziege zu beachten? 

(Schema, Wirkstoffe...)

inklusive Problematik und Alternativen

  • Grundsätzliches
    • wichtig: Kontaminationsgrad auf Vorjahresweide abschätzen
    • Empfehlung: 3 Behandlungen während Jahr: Frühjahr, Sommer, Herbst
    • Langzeit-Bolus-Einsatz in CH bei Schaf nicht möglich (Unterschied zu Rind)
    • Stichprobenweise quantitative Kotuntersuchung vor und nach Behandlung, um Erfolg & Resistenzen zu kontrollieren.
    • Achtung: bei Ziegen doppelte Dosierung von Benzimidazolen und ML nötig (schlechtere Resorption, raschere Ausscheidung). Diät davor kann Wirksamkeit erhöhen.

Schema

  • Frühjahresbehandl.: März/April vor Weideaustrieb, nur Alttiere → reduziert Weidekontamination
  • Sommerbehandl.: Jung- und Alttiere, Ende Juni/Anfang Juli
  • Herbstbehandl.: alle Tiere nach Aufstallung (→ dann ML geben, damit auch hypobiontische Stadien bekämpft werden

Problematik

  • Resistenzen!
  • siehe separates Kärtli

Alternativen

  • Weidemanagement: Nutzung durch mehrere Tierarten – Wechsel alle 2-4 Monate, möglichst niedrige Besatzdichte
  • Zucht von resistenteren Schafrassen (indem erkrankte Tiere behandelt, aber nicht zur Weiterzucht verwendet werden)
  • Futterpflanzen mit kondensierten Tanninen: in vitro negative Effekte auf Adulte und Larven, in vivo Wirkung sehr unterschiedlich, je nach Studie (Studien nur bei WDK)- Pilzsporen (Duddingtonia flagrans) (gleicher Mechanismus wie bei Pfd)

Diskutiere die Resistenzproblematik bei Haemonchus contortus

Überprüfung - wie? 

  • Resistenzen immer da, aber werden sichtbar durch Selektion. Auf mehr als 85% Schafbetriebe (Ziegen noch mehr) Resistenz gegen Benzimidazole (Pferde: 50%)
    • auch Avermectin-Resistenz verbreitet bei kl. Wdk → auch Multi-Resistenz zus. mit Benzimidazol möglich!
    • Pyrantel vereinzelt Resistenz in Pferdebetrieben
  • → bei MDS: je mehr Behandlungen/Jahr durchgeführt werden, umso höher der Resistenzgrad!!
     
  • Empfehlungen
    • jährlich Wirkstoffgruppe wechseln
    • nicht unterdosieren
    • minimiale Behandlungsfrequenz
    • kein "dose and move" → fördert Selektion resistenter Stämme
    • Prüfung der Resistenzsituation
    • neue, zugekaufte Tiere vor Einstellen in Herde therapieren (mit Resistenzprüfung)
       
  • Wirkstoffgruppenwechsel jährlich Benzimidazole – (Thiazole) – ML – (Pyrimidine);
  • periodische Resistenzprüfung → McMaster [→ 90% der Eier sollten weg sein!] (oder Larvenschlupftest = Kultur von Larven in Anwesenheit von Anthelminthika)
    • falls Resistenz gegen Benzimidazole: 5 Jahre darauf verzichten
    • neue Wirkstoffklassen gegen MDS beim Schaf: Klasse der Acetonitrile – Reservemedikament, max. 1x/Jahr anwenden

Wie kann Ostertagia ostertagi beim Rind bzw. Haemonchus contortus beim Schaf diagnostiziert werden?

Strongylida - MDS

  • beide: Einachweis mit Flotation (alle MDS-Eier sehen gleich aus)
  • bei Ostertagia ostertagi zustäzlich AK-Nachweis in Serum oder Milch möglich

Klinik, Pathogenese (3 Phasen) und Pathophysiologie der Ostertagiose beim Rind

inkl. Vergleich Sommer- / Winterostertagiose (Zeitpunkt, betroffene Tiere, Morbidität, Letalität)

Strongylida - MDS

  • Klinik
    • Sommer- und Winterostertagiose! siebe Abbildung
    • v.a. Jungrinder in erster Weideperiode betroffen, danach Immunität
    • profuser Durchfall
    • kein Fieber, Inappetenz
    • Mangelhafte Gewichtszunahme, Gewichtsverlust
    • Serum-Pepsinogen erhöht
    • Serum-Albumin erniedrigt (Ödembildung)
    • Erkrankung kann tödlich sein
       
  • Pathogenese
    •  Schleimhautphase:
      • L3 in Lumen der Labmagendrüsen verursachen Knötchenbildung (ca. 2mm), Entzündung → SH-Verdickung
      • HCl-bildende Belegzellen werden verdrängt → pH steigt. Stimulation der Hauptzellen zu erhöhter Pepsinogen-Bildung. Erhöhte Gastrin-Sekretion hemmt GI-Motilität
      • Eosinophilie
    • Luminalphase: Auswanderung L5 aus Drüsen zerstört Drüsenhalsepithelien, Entzündungsreaktion → Ödeme und Blutungen. St5 und Adulte in Lumen verursachen Entzündung, Gastritis.
      → Labmagenwand entzündlich-ödematös verdickt
    • Regenerationphase: Rückbildung der Veränderungen des Epithels, Propria und Submukosa. Dauert einige Wochen oder sogar Monate. → Entwicklungsverzögerung
       
  • Pathophysiologie
    •  Dysbakterie wegen pH-Anstieg (aufgrund HCl-Mangel)
    • gestörte Eiweissverdauung und Hyperpepsinogenäime weil Pepsinogen mangelnd Säure nicht zu Pepsin gespalten werden kann
    • Hypergastrinämie wegen erhöhter Gastrinsekretion
    • (Hypalbuminämie wegen erhöhter Durchlässigkeit des Labmagenepithels)

Klinik (inkl. Unterschiedung perakute, akute, chronische Form), Pathogenese und Sektionsbefunde der Haemonchose beim Schaf

Strongylida - MDS

  • Klinik
    •   v.a. Jungtiere erkranken, im Gegensatz zu Ostertagiose aber auch Muttertiere nach Reaktivierung hypobiotirscher L4 wegen Trächtigkeit
      • Im Verlauf der Infektion Aufbau einer Th2-Immunität, die ab Alter von 6 Monaten wirksam ist
    • Haemonchus ist Blutsauger! ⇒ normozytäre, normochrome Anämie
      • Leukopenie, Hypoalbuminämie
    • Ermüdung, Leistung↓
    • bl. Schleimhäute
    • Ödeme (Kehlgang, Unterbrust)
    • fester, dunkler Kot (wegen Blut)
    • Durchfall kein Symptom von Haemonchose! (im Gegensatz zu Ostertagiose)
      Es kann aber zu DF kommen im Rahmen der sog. "self clearance": bei starker Re-Infektion in kurzem Zeitraum → Anaphylaxie Typ I und Elimination der Wurmbürde!
    • perakute, akute, chronische Form (siehe Abbildung)

  • Pathognese
    • histotrope Phase: Einwanderung der Larven in SH macht Entzündungsreaktion und Belegzell-Störung → pH steigt (beides ähnlich Ostertagiose)
       
  • Sektionsbefunde
    • allg. blasse Organe
    • Milzvergrösserung, hochrotes Knochenmark (wegen Blutverlust)
    • LabmagenSH weist nadelstichartige, rote bis schwarze Blutungen auf, kleine Blutgerinnsel auf SH und Würmer

Zyklus des grossen Lungenwurms des Rindes (Dictyocaulus viviparus)

inkl. Präpatenz und Patenz
Zyklus direkt/indirekt?

Strongylida - Lungenwürmer

→ direkte Entwicklung ohne ZW
→ ovovivipar -> Adulte scheiden Eier aus, aus denen sodann (noch in Resp.trakt) L1 schlüpfen

  • L1 schlüpfen im Respirationstrakt, machen tracheale Wanderung mit hochhusten, abschlucken. L1 wird mit Kot ausgeschieden
  • an Aussenwelt zweimal Häutung bis L3
  • L3 wird von Rind per os aufgenommen
  • L3 gelangt via Lymphe in Mesenteriallymphknoten → dort Häutung zu L4
  • Via Lymphe und Blut gelangt L4 in Lunge, bricht durch Alveolen
  • Entwicklung zu L5 in Bronchien und zu Adult in Bronchien und Trachea
    • oder aber Hypobiose als L5
       
  • Präpatenz: 21-25 Tage
  • Patenz: 1-2 Monate

Besondeheit: Larven klettern in Ausswenwelt auf Pilz (Pilobolus), welcher seine Sporen zusammen mit den Larven explosionsartig verbreitet.

Pathogenese* und Klinik** von Dictyocaulus viviparus (gr. Lungenwurm des Rindes)

* drei Phasen
** frühe & späte Klinik

Strongylida - Lungenwürmer

  • Pathogenese:
    schwerwiegende Pathogenese!
    • präpatente Phase (8-21 dpi): Zilienbesatz Bronchialepithel ↓; Verdickung Schleimhäute & Entzündung → Gasaustausch↓; Atelektase & interstitielle Emphyseme; bakt. Superinfektion
    • patente Phase (21-60 dpi): schlimmste Phase. parasitäre Bronchitis/Bronchopneumonie; Aspirationspneumonie (von Larven, die hochwandern wollen) → massive Entzündung; Atelektase & interstitielle Emphyseme; bei Massenbefall tödlich
    • postpatente Phase (60-90 dpi): Elimination adulter Würmer; Ödembildung/Emphyseme, Lunge gummiartig; Superinfektionen → Pneumonie; Epithelisation der Alveolen (schlecht für Gasaustausch
  • Klinik:
    ⇒ hauptsächlich Jungtierproblem - sehr gute Immunitätsbildung
    • zuerst: AF erhöht, Dyspnoe, Husten, KEIN Augen- und Nasenausfluss (ausser wegen Superinfektion)
    • später: AF verlangsamt, massive Dyspnoe, Sägebockstellung, Anorexie, Festliegen, Schaum vor Maul
      Zyanose, Tod

Wichtige Punkte zur Epidemiologie/Weidekontamination bei Dictyocaulus viviparus (gr. Lungenwurm des Rindes)

Strongylida - Lungenwürmer

  • durch kurze Entwicklungszeit 3-4 Generationen/Weidesaison
  • keine/geringe Überwinterung der Larven auf Weide
  • Hypobiose von L5 möglich (--> Weidekontamination mit Eiern im Frühjahr)
  • gute Immunitätsbildung! v.a. Jungtierproblematik

Diagnose und Bekämpfung von Dictyocaulus viviparus (gr. Lungenwurm des Rindes)

Strongylida - Lungenwürmer

  • Diagnose:
    • klinischer Verdacht (Husten der Erstweiderinder ab Juni/Juli), Eosinophilie
    • Kotuntersuchung: Baermann-Trichter (noch nicht möglich in Akutphase!) L1 4mm lang, vorne abgerundet, spitzes Hinterende, Oesophagus nicht sichtbar, Mitteldarmzellen erscheinen granuliert
    • Serologie: AK-Nachweis für D. viviparus in Blut oder Tankmilch
  • Bekämpfung:
    • Chemotherapie: alle Erstweidetiere der Gruppe behandeln mit Bolus oder Einzelbehandlung mit  ML  (bei Schaf nur Bolus)
    • Vakzination: Bovilis Dictol ® bei Rind
       
    • bei extensiver Haltung nur Impfung gegen LW nötig, aber keine strategische Bekämpfung der MDS

Erkläre das Prinzip der Impfung gegen Dictyocaulus viviparus (gr. Lungenwurm des Rindes)

Strongylida - Lungenwürmer

in der Schluckimpfung sind lebende L3 enthalten (→  Lebendimpfung), welche durch Bestrahlung so modifiziert wurden, dass sie sich nicht weiterentwickeln. L3 gelangt in Lnn, ermöglicht so Immunitätsbildung, anschl. Keine Weiterentwicklung.

  • Applikation p.o. 6 Wo. und 2 Wo. vor Weideaustrieb (4 Wo. Abstand)
  • Impfung nur kurz haltbar. 2 Wo. vor und nach Impfung nicht entwurmen! (ansonsten würden geimpfte L3 gleich abgetötet ohne Immunitätsbildung)

Nenne die wichtigsten Gattungen (oder Arten) der Familie Protostrongylidae (kleine Lungenwürmer) des Schafes/der kl. Wdk

!

Strongylida - Lungenwürmer

  • Protostrongylus rufescens
  • Muellerius capillaris
  • Cystocaulus ocreatus
  • Neostrongylus linearis

Biologie/Zyklus* (inkl. Präpatenz, Patenz), Diagnose und Therapie der kleinen Lungenwürmer beim Schaf/bei kl. Wdk

*jeweils auch vergleichend mit Dictyocaulus viviparus (gr. Lungenwurm des Rindes)

ZW ja/nein?

  • Biologie/Zyklus:
    • indirekte Entwicklung mit Nackt-/Gehäuseschnecke als ZW (⇔ Dictyocaulus direkter Zyklus)
    • L1 werden mit Kot ausgeschieden, bohren sich in Schneckenfuss → Entwicklung bis L3. Schnecke wird von Schaf p.o. aufgenommen, [ab hier analog Dictyocaulus viviparus] L3 gelangt über Darmwand in Lymphe und Mesenteriallymphknoten → Häutung zu L4. Weiter über D. thoracicus in Blut → Lunge, dort Bildung von Brutherden und Wurmknoten, Entwicklung zu L5 und Adult.
    • Präpatenz: 30-60 Tage (⇔ Dictyocaulus 21-25 Tage)
    • Patenz: mehrere Jahre (⇔ Dictyocaulus 1-2 Monate)
  • Diagnose:
    • Baermann-Trichter (Kotuntersuchung)
  • Therapie:
    • meist keine nötig (meist inapparent oder nur subklinische Beeinträchtigung der Lungenfkt). Wenn trotzdem gewünscht -> ML

Zähle (die 8 (7)) Gattungen oder Arten der Lungenwürmer (+ Herzwürmer) bei Fleischfressern (und Schwein) auf

Strongylida - Lungenwürmer

  • Metastrongylus sp. - Schwein
  • Capillaria aerophila (Hund & Ktz), C. boehmi (Fuchs, Hd)
  • Filaroides hirti (Hd)
  • Oslerus osleri (Hund), Oslerus rostratus (Katze)
  • Crenosoma vulpis (Hund)
  • Aelurostrongylus abstrusus (Katze)
  • Angiostrongylus vasorum (Hund)
  • Herzwurm: Dirofilaria immitis

Lungenwürmer der Fleischfresser (und Schwein):

Erkläre den Zyklus von Metastrongylus sp. (Lungenwurm des Schweins)

und vergleichend dazu die Zyklen von

  • Capillaria sp. (Haarwurm)
  • Crenosoma vulpis (Schachtelhalmwurm)
  • Aerulostrongylus abstrusus

((Angiostrongylus vasorum und Dirofilaria immitis separat))

Strongylida - Lungenwürmer

  • Metastrongylus sp.
    • EW Schwein
    • ZW = Regenwurm
    • Adulte in Bronchien
    • Eiproduktion, trachealer Wanderweg, Eier mit L1 drin werden mit Kot ausgeschieden (≠ grosse und kl. LW der Wdk, wo L1 noch im Resp.trakt schlüpft). L1 schlüpft in Aussenwelt & wird von Regenwurm aufgenommen.
    • Entwicklung bis infektiöse L3 in Regenwurm. Schwein nimmt Regenwurm p.o. auf.
    • (ab hier analog gr. und kl. LW der Wdk) - L3 bohrt sich in Darmwand, gelangt via Lymphe in Mesenterial-Lnn, Entwicklung zu L4
    • via D. thoracicus zu Herz und Lunge --> L4 bricht durch Alveolen durch, Entwicklung zu L5 und Adulten.

 

  • Capillaria sp. (Haarwurm)
    • EW Fuchs, Hund (Dachs, Marder)
    • ZW = fakultativ! Regenwurm
    • Adulte in Trachea/Nasenhöhle (je nach Art)
    • auch hier machen Eier die tracheale Wanderung (und nicht L1) - aber unembryonierte Eier - Eier sind erst in Aussenwelt oder Regenwurm embryoniert.
    • Rest +/- gleich
       
  • Crenosoma vulpis (Schachtelhalmwurm)
    • EW Hund, Fuchs, Marderartige
    • ZW = Nackt- und Gehäuseschnecken
    • Adulte in Bronchien, Trachea
    • L1 schlüpft bereits in Lunge (analog gr. und kl. LW der Wdk)
    • Entwicklung bis infektiöse L3 im Zwischenwirt
    • ZW wird von EW aufgenommen
       
  • Aerulostrongylus abstrusus
    • EW Katze, andere Flfr?
    • ZW = Landschnecken
    • Adulte in Bronchien und Alveolen
    • L1 schlüpft bereits in Lunge (analog gr. und kl. LW der Wdk)
    • Entwicklung bis infektiöse L3 im Zwischenwirt
    • EW nimmt ZW (Schnecke) oder aber paratenischen Wirt (Maus, Vogel...) auf

Klinische Bedeutung und Therapie der Lungenwürmer bei Fleischfressern (und Schwein)

  • Metastrongylus sp.
  • Capillaria sp
  • Filaroides hirthi
  • Oslerus sp.
  • Crenosoma vulpis
  • Aelurostrongylus abstrusus

((Angiostrongylus vasorum und Dirofilaria immitis separat))

  • Klinische Bedeutung
    • grundsätzlich: Husten! evtl. mit Dyspnoe
    • Oslerus sp. wohl am schwerwiegensten (chron. Husten mit Dyspnoe)
    • aber kaum Symptome/subklinisch bei: Metastrongylus sp., Filaroides sp., Aerulostrongylus abstrusus
  • Therapie 
    • alle Benzimidazole oder makrozyklische Laktone (ausser Filaroides und Oslerus: nur ML)
    • Bekämpfung von Metastrongylus sp. schwierig, sofern Regenwurm-Aufnahme durch Schweine nicht verhindert werden kann.

Zyklus von Angiostrongylus vasorum (französischer Herzwurm) (inkl. Präpatenz und Patenz)

⇒ zentraler Unterschied zu anderen Lungenwürmern?

EW? ZW?

Strongylida - Lungenwürmer

⇒ zentraler Unterschied = Adulte sind in Herz und Lungenarterie und nicht in Resp.trakt. Erst die Larve gelangt dorthin.

- Wirt: v.a. Hund, Fuchs
- ZW: Schnecke
- Lokalisation Adulte: re. Herzkammer und Lungenarterie (≠ alle übrigen Lungenwürmer)

  • Adulte legen Eier, diese gelangen via Blutbahn in Lungenkapillaren
  • L1 schlüpft und bricht durch Alveolarwand in Resp.trakt
  • L1 wird hochgehustet, abgeschluckt und mit Kot ausgeschieden
  • Schnecke nimmt L1 auf, Entwicklung bis infektiöse L3. Schnecke oder Stapelwirt (Frosch) wird von EW gefressen
  • L3 im Wirt dringt in Darmwand ein → via Pfortader und V. cava in rechte Herzkammer und Lungenarterie. Dort Entwicklung bis Adult
     
  • Präpatenz: 40-50 Tage
  • Patenz: bis 5 Jahre

Pathogenese und Klinik von Angiostrongylus vasorum (französischer Herzwurm)

Strongylida - Lungenwürmer

emerging parasite! Vorkommen in ganz Europa inkl CH

  • Pathogenese:
    • Adulte in re. Herz und Lungenarterie schädigen Gefässendothel --> Arteritis, Thrombenbildung
    • evtl. Überlastung Lungenkreislauf (mit Herz-Dilatation, Aszites)
    • !!! hgr. Entzündungsreaktion in Lunge wegen Eiern und Larven → interstitielle Pneumonie, Thromben, Granulome → gestörter Gasaustausch
    • hohe Verbrauchskoagulopathie → Blutungsneigung, Anämie, Hämatome
       
  • Klinik
    asymptomatisch bis plötzliche Todesfälle;
    • Husten, erhöhte Atemfrequenz, Nasenausfluss
    • Pulsfrequenz erhöht, Herzdilatation
    • Leukozytose, Eosinophilie
    • Fieber, Abmagerung
    • Todesfälle möglich!
    • Koagulopathien: gel. Nasenbluten, Hämatome
    • Gel. neurologische Symptome (wegen Thromben oder verirrten Larven)

Diagnose und Therapie von Angiostrongylus vasorum (französischer Herzwurm)

Strongylida - Lungenwürmer

  • Diagnose:
    • Nachweis von L1 in Kot mit Baermann-Trichter
    • Antigentest (ELISA od. Schnelltest) im Serum
    • Antikörpertest (ELISA) im Serum
    • PCR mit Kot oder BAL (Bronchioalveoläre Lavage
  • Therapie:
    • Makrozyklische Laktone oder Benzimidazole

Zyklus von Dirofilaria immitis (klassischer Herzwurm)

ink. Präpatenz und Patenz
EW? ZW?

- EW: Hund, Fuchs, Katze. seltene Zoonose
- ZW: Stechmücke
- Lokalisation Adulte: re. Herz

  • Adulte W produzieren Mikrofilarien (= L1). Diese zirkulieren im Blut.
  • Stechmücke nimmt L1 bei Blutmahlzeit auf. In der Mücke entwicklung bis L3 (dauert ca. 3 Wo. und braucht genüngend hohe Temperaturen).
  • Bei erneutem Stich werden L3 mit Speichel der Mücke auf EW übertragen
  • L3 gehen ins Gewebe ("tissue phase"), dort nach 3-4d Häutung zu L4
  • L4 wandert 1.5-2 Monate herum und geht dann wieder ins Blut
  • im Blut Entwicklung zu L5 und Adult (nach 4-5 Mt)
  • nach 1/2 Jahr produziert W wiederum Mikrofilarien
     
  • Präpatenz: 6-8 Monate
  • Patenz:bis 7 Jahre

Klinik von Dirofilaria immitis (klassischer Herzwurm)

oft über Jahre asymptomatisch

  • rasche Ermüdung (exercise intolerance) und Konditionsverlust; Gewichtsverlust
  • chron. Husten, Anstrengungsdyspnoe
  • Tachykardie, bis zu Vena-cava Syndrom

Diagnose und Therapie von Dirofilaria immitis (klassischer Herzwurm)

  • Diagnose
    kompliziert wegen «tissue phase»
    • frühestens 7 Mt p.i. Nachweis von Mikrofilarien mit Filtertest od. in Blutausstrich (saure Phosphatase-Färbung)
    • nach 4-5 Mt Nachweis von Adulten (Makrofilarien) mit Antigentest
  • Therapie
    • Entzündungshemmer, Antihistaminika, Doxyzyclin (Adulte enthalten Bakterien)
    • Bewegungsrestriktion, Leinenzwang…
    • Larvizid (Makrozyklische Laktone)
    • Adultizid (Melarsomin)
    • Prophylaxe/Metaphylaxe: 1x/Mt ML (CAVE: ML-Resistenzen in USA wegen lebenslanger «Prophylaxe»

Erkläre den Zyklus von Trichinella spp.

(inkl. häufige Wirte und Zyklusdauer)
EW? ZW?

Strongylida - Trichocephalida

Hauptwirte: Ratten, Füchse, Wildschweine, Hausschweine am bedeutendsten, aber viele Wirte mehr möglich

  • direkter Zyklus
  • Infektion erfolgt peroral durch Verzehr von Muskelfleisch mit intrazellulären L1
  • L1 dringt in Epithelzellen des Duodenums ein und verursacht innert 10 min. Bildung von Synzytien. Dort Entwicklung bis L5 und Adult innert 24-36h
  • Adulte gehen zurück in Darmlumen für Kopulation. M sterben danach, W gebären sog. "newborn" L1 (-> w = vivipar!), ansch. sterben auch W
  • L1 dringen in Epithelzellen von L. propria ein. Gelangen via Lymphe, Mesenterial-Lymphknoten, D. thoracicus, Herz und Lunge in grosen Kreislauf und Muskulatur
    • einige L sterben während Wanderung ab und verursachen starke Entzündungen
  • Prädilektionsstelle = gut durchblutete Muskulatur wie Zwerchfell oder Kaumsukulatur. L1 dringen in Skelettmuskelzellen ein und bauen diese um zu "Ammenzelle". Zudem wächst "newborn" L1 zu "reifer" L1 heran (1mm lang).
    • Verlust der Myosinproduktion (rot), stattdessen Kollagenproduktion (blau).
    • Ausbildung von Bdgw um Ammenzelle führt zu Einkapselung.
    • Lysierte Sarkomere, hypertropher Zellkern, L1 mit 2 Membranen umgeben, fibrilläres Material --> Kapselwand, Anlagerung von Fettzellen & Granulationsgewebe an Polen

gesamter Zyklus im Wirt dauert nur 20 Tage!!

Bei Trichinella spp. kann zwischen domestischem und silvatischem Zyklus unterschieden werden.

In welchen Tieren spielen sie sich ab, Risikofaktoren? Wie ist je die Bedeutung (in der Schweiz)?

Strongylida - Trichocephalida

  • domestischer Zyklus: zw. Schweinen, Ratten etc., v.a. T. spiralis
    • gibt es in CH nicht mehr.
    • Potentiell zoonotisch
    • Risikofaktor = Verfütterung von Schlachtabfällen und Wildtierkörper an Schweine
  • silvatischer Zyklus: in Wildtieren (Wildschwein, Fuchs, Luchs…), u.a. T. britovi.
    • gibt es in der Schweiz
    • Potentiell zoonotisch

Zähle die drei (in der Schweiz) wichtigsten Arten von Trichinella sowie entsprechende Wirte auf

Strongylida - Trichocephalida

  • T. britovi
    • v.a. an silvatischem Zyklus beteiligt → Wildtiere
    • in CH am wichtigsten
  • T. spiralis
    • häufigste Art beim Mensch
    • v.a. an domestischem Zyklus beteiligt → Schwein
  • T. pseudospiralis

Insg. heute 12 Arten bekannt. In einigen davon Larven ohne Kapsel. Arten unterschieden sich in Infektiosität für Schwein und in Gefrierresistenz der Muskellarven

Klinik der Trichinellose (Trichinella spp.)

(Msch <-> Tier) 

  • bei Haus- & Wildtieren
    • subklinisch;
       
  • bei Msch
    • mild bis tödlich (je nach Infektionsdosis – schon ab 50-300 Larven Erkrankung möglich – möglich ab 1-3 Larven/g Fleisch)
    • intestinale Phase:
      • Inkubation 1-7 Tage;
      • Bauchschmerzen; Nausea und Durchfall; Fieber
    • Wander- & Muskelphase:
      • Inkubation 7 Tage oder länger;
      • Schwellung des Augenlides u. des Gesichts; Atem- und Schluckbeschwerden; Blutungen im Auge und unter den Nägeln; Kopf-, Augen u. Muskelschmerzen; Fieber; Hautreaktionen; Myokarditis als Komplikation; Tod

(Routine)Diagnostik (genaue Methode) und Therapie bzw. Bekämpfungsstrategie von Trichinellose (Trichinella spp.)

Strongylida - Trichocephalida

  • Diagnose
    • Routinediagnostik bei Haus- & Wildschwein, Pferd, Bär und Nutria mittels Verdauungsmethode → = Direktnachweis durch Trichinenschau
      • je nach Tier einige g Fleisch von Prädilektionsstelle (Mastschwein 1g, Wildtiere, Pfd 10g) --> Proben in Pool geben mit bis zu 100g, zusammen mit Wasser, Salzsäure und Pepsinogen während 30-60 min. auf 44-46°C «verdauen». Absieben, sedimentieren, Sediment auffangen, erneut sedimentieren --> Mikroskop
    • weiterhin möglich: PCR, Serologie, Histologie
    • beim Menschen: Nachweis von L in Muskelbiopsien oder Serologie
  • Bekämpfung
    • Trichinenschau, obligatorisch bei Spezies siehe Diagnostik
    • Fleischzubereitung (min. 77°C Kerntemp. oder 10-20 Tage gefrieren (gefrieren geht nicht bei T. britovi))
  • Therapie
    • nur beim Mensch! Benzimidazole & Kortikosteroide (wegen Entzündung)

Wichtigste Punkte zu Epidemiologie und Bedeutung von Trichinella spp.

Strongylida - Trichocephalida

  • Bedeutung
    • sehr wichtige Zoonose!
    • Trichinellose ist zu überwachende Tierseuche & meldepflichtig.
    • Bei pos. Befund ist ganzer Schlachttierkörper genussuntauglich
  • Epidemiologie
    • T. spiralis = häufigste Art beim Mensch, T. britovi am häufigsten in Wildtieren
    • Schweinefleisch weltweit wichtigste Infektionsquelle (für Mensch)
      • Gefahr einer Infektion von Schweinen besonders hoch in Freilandbetrieben, Waldmast, fehlender Schadnagerbekämpfung, Verfütterung von Schlachtabfällen etc.
    • Wildschweinfleisch weltweit zweitwichtigste Infektionsquelle
    • Vorkommen in Pferden nur sehr selten, war allerdings einige Male Ursache für Ausbrüche bei Menschen
      • Vermutlich wegen illegal verfüttertem Brei mit Fleisch von Wildkarnivoren an Pferde oder Nager-Kadaver auf der Weide, in Heu

Beschreibe morphologisches Hauptmerkmal der Überfamilie Trichinelloidea sowie Merkmale der Gattung Trichinella

 

Strongylida - Trichocephalida

  • Überfamilie Trichinelloidea
    • Trichuroider Oesophagus mit Stichosom
      • Muköser Teil des Oesophagus ist gleich wie bei allen Nematoden
      • Der drüsige Teil aber enthält viele Stichozyten (wie eine Art Querstreifung) welche in der Gesamtheit das Stichosom bilden und einzigartig ist in dieser Überfamilie
  • Gattung Trichinella
    • M. haben kein Spikulum, Grösse 1-2 mm
    • W Grösse 3-4 mm
    • Diagnostisches Stadium: (reife) L1

Präpatenz und Patenz der grossen und kleinen Pferdestrongyliden?

Strongylida

grosse

  • Präpatenz
    • S. vulgaris: 6.5 - 9 Monate
    • S. equinus: 8.5 - 9 Monate
    • S. edentatus: 10.5 - 11 Monate
  • Patenz: 1. - 1.5 Jahre

kleine

  • Präpatenz: 1.5 - 3 Monate
  • Patenz bis 2.5 Jahre

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