EP 3.7. Parasitologie

Veterinärmedizin, Uni Bern, Stand 2022

Veterinärmedizin, Uni Bern, Stand 2022


L. T.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Parasitologie für Studierende der Medizin. Sie konzentrieren sich auf die Biologie, Diagnose und Bekämpfung von Parasiten wie Flöhen, Hypodermose beim Rind und Gasterophilose beim Pferd. Die Karteikarten behandeln Themen wie Lebenszyklen, Schadwirkungen und Therapien, wobei auch spezifische Parasitenarten und ihre Entwicklungsstadien detailliert beschrieben werden. Besonders nützlich sind sie für Medizinstudenten, die sich auf Parasitologie vorbereiten und ein tiefes Verständnis der verschiedenen Parasiten und ihrer Auswirkungen auf Tiere erlangen möchten.
Cartes-fiches
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4
Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
20.09.2021 / 07.01.2024

Cartes-fiches

Gasterophilose beim Pferd:

Nenne deren Erreger (2 nennen) und Morphologie von Adultem und Puppe (inkl. deren Grösse). Daseinszweck?

  • Gasterophilus intestinalis - selten auch G. nasalis (Magendassel des Pferdes);
  • hat kein Mundwerkzeug! Fressen nicht,
  • einziges Ziel = Eier legen
     
  • Puppe: ca. 1x2 cm, braun

Gasterophilose beim Pferd:

  • Hauptflugzeit der Imagines
  • Lebensdauer
  • Anzahl Zyklen/Jahr
  • Prävalenz in Mitteleuropa

  • Hauptflugzeit der Imagines: Juni bis August
  • Lebensdauer: wenige Tage
  • Anzahl Zyklen/Jahr: 1 Zyklus/Jahr
  • Pr. Mitteleuropa = 40-60%

Zyklus von Gasterophilus intestinalis und Gasterophilus nasalis

inkl. jeweilige Prädilektionsstelle, Wanderung + Ort der Weiterentwicklung

  • W. Imagines legen einzeln Eier ab
    • G. intestinalis: an Vorderbeine, Schulter und Flanke
    • G. nasalis: an Unterkiefer
  • Pferd beleckt Eiablagestelle - L1 werden so frei - Ziel: Verdauungstrakt
    • bei G. intestinalis wandert L1 über Haut, Mund und Zunge
    • bei G. nasalis wandert L1 via Haut und Mund
  • Entwicklung von L1 bis L3
    • bei G. intestinalis in Magenschleimhaut
    • bei G. nasalis in Duodenalschleimhaut
  • L3 wächst 8-10 Monate, danach löst sie sich aus Schleimhaut & wird im Frühjahr mit Kot ausgeschieden
    Frühjahr weil: Hautflutzeit Imagines = Juni-August, danach min. 8 Monate im Pferd... ergibt Frühjahr
  • im Erdboden Verpuppung du Imago
  • Eiablage (300-2000 Stk) und Tod nach wenigen Tagen

 

Pathogenese, Diagnose und Bekämpfung von Gasterophilose beim Pferd (Gasterophilus intestinalis und Gasterophilus nasalis)

  • Pathogenese: Schadwirkung gering - Stomatitis, Gastritis, Verdauungsstörungen mit Abmagerung bei starkem Befall
     
  • Diagnose:
    • Eier/Eihüllen auf Haaren
    • Endoskopie Magen/Duodenum
    • Ag-Nachweis von L2 mit ELISA
    • L3 od. Puppen im Kot
       
  • Bekämpfung
    • Makrozyklische Laktone im Herbst - Faustregel: 2 Wochen nach erstem Frost (um Adulte abzutöten)

Hypodermose beim Rind: Erreger (2) und Morphologie beschreiben

Epidemiologie/Status von Hypodermose in CH?

  • Hypoderma bovis (grosse Dasselfliege),
  • Hypoderma lineatum (kleine Dasselfliege);
     
  • Imago: Hummelähnliche, gelblich-schwarz gefärbte kurzlebige Fliegen ohne Mundwerkzeuge.
  • Imagines sehr kurzlebig. Daseinszweck: Reproduktion
  • Larve: braun-schwarz, 2-3 cm
     
  • Hypodermose = zu bekämpfende Tierseuche! Wird verursacht durch Larven von Hypoderma spp
  • erfolgreiche Bekämpfung in letzten Jahren

(Biologie* & Zyklus von Hypoderma bovis (-> Hypodermose des Rindes)

(+ Unterschiede Hypoderma lineatus)

*v.a. Hauptflugzeit

  • Adulte sehr kurzlebig, Hauptflugzeit Mai - Septemper
     
  • Imagines legen Eier einzlen an Haare von Rindern (ca. 800 Eier / Imago)
  • L1 schlüpft (nach ca. 1 Wo), bohrt sich durch Haut - Wanderung zu Wirbelkanal und Eindringen in epidurales Fettgewebe - L1 verbleibt dort von ca. Dezember - März
  • frühestens ab Mitte Januar wandert L1 in dorsale Rückenhaut, v.a. Lumbalbereich & bildet sog. Dasselbeulen (mit Atemloch mit Aussenwelt in Verbindung)
  • in Dasselbeule Häutung zu L2 und L3
  • L3 verlassen im Frühjahr beulen und verpuppen sich im Boden (Puppenruhe 2-10 Wochen)

 

  • Unterschiede Hypoderma lineatum:
    • Imagines schwärmen früher als H. bovis;
    • Wanderung von Haut zu Oesophagus, anschl. Migration über Diaphragma zu Unterhaut des Rückens

Schadwirkung und Diagnose von Hypoderma sp. sowie Bekämpfung der Hypodermose

  • Schadwirkung
    • direkt: Hautschäden (Lederverluste) durch Dasselbeulen, Fleischschäden
    • indirekte: Unruhe, Leistungsminderung, Anfälligkeit für Infektionen, Kosten für Bekämpfung
       
  • Diagnose
    • Eier am Fell (DDx Läuse, Haarlinge);
    • Dasselbeulen;
    • AK-Nachweis mit ELISA
       
  • Bekämpfung
    • vorbeugende Herbstbehandlung - vor Entstehung der Dasselbeule - zwingend nur zw. 15. Okt. und 30. Nov.
      • ML
      • Applikation: pour on für Milchkühe, bei Rindern, Muterkühen, Kälbern auch Injektion möglich
      • NICHT zw. Dez. und März behandeln! Grund: abgetötete Larven im Wirbelkanal führen zu Entzündung. Paresen, Lahmheiten, Blähungen.
         
    • bei Befall: Beulen manuell ausdrücken, so lange wiederholen bis keine neuen Beulen mehr auftreten – keine systemische Behandlung in Frühjahr! Grund: Oft verbleiben einige L noch länger in Wirbelkanal!

Nenne einige Floharten

- Pulex irritans                      Menschenfloh      (selten)
- Tunga penetrans               Sandfloh
- Ctenocephalides felis      Katzenfloh         (häufigster)
- Ctenocephalides canis    Hundefloh
- Ceratophyllus gallinae     Hühnerfloh
- Archaeopsylla erinacei    Igelfloh                   (häufig)
- Xenopsylla cheopis          Rattenfloh              (Vektor!)

Biologie und Zyklus von Flöhen

inkl. Ernährung, Wirtsspezifität, Überleben der einzelnen Stadien ohne Wirt, Zyklusdauer

  • temporärer, blutsaugender Ektoparasit
  • geringe Wirtsspezifität (Katzenfloh häufig auch auf Hund)
  • Entwicklungsstadien (Eier, Larve, Puppe) in Umwelt, Adult auf Tier
     
  • Zyklus - holometabol:
    • Adulte für Blutmahlzeit auf Tier; legen Eier (20/Tag), die in die Umgebung abfallen
    • nach 1 Wo schlüpft Larve aus Ei; drei Larvenstadien (Darm gefüllt mit Blut (fressen Flohkot der Adulten, der unverdautes Blut enthält.)
    • nach 1 Woche verpuppt sich L3 (Puppe gut getarnt, weil aus Umgebungsmaterial!), 2 Wo Puppenruhe
  • Zyklusdauer min. 4 Wochen
     
  • Stadien überleben bei kühlen Temp. recht lange, auch ohne Blut!
    • Adulte bis 3 Mt, Eier bis 7 Mt, Puppe bis 12 Mt,
  • nur 5% der gesamten Population (evtl.) auf Tier sichtbar (Adulte); restliche Stadien unsichtbar/gut getarnt in Umwelt

Schadwirkung von Flöhen

  • lokale Hautreaktion: Juckreiz → Kratz-, Scheuer-, Beisswunden. Bakterielle Sekundärinfektion möglich
  • bei Massenbefall Abmagerung, Anämie möglich
  • Flohstich-Allergie-Dermatitis (FAD) – Reaktion auf Speichelkomponenten der Flöhe (häufig bei Hd und Ktz; akut oder chron. möglich. ((FAD: Diagnose mit Intrakutantest; einzige Tx = strikte Flohkontrolle))
     
  • Vektorfunktion! siehe Abbildung
     
  • können auch mal Menschen stechen

Diagnose von Flöhen

Morphologische Differenzierung?

  • adulte Flöhe, Eier od. Flohkot auf Tier
    • Auskämmen auf feuchtes weisses Papier – Flohkot enthält unverdautes Blut -> färbt Papier rot-braun
  • andere Stadien kaum möglich, weil gut getarnt in Umgebung

Bekämpfung/Therapie und Prophylaxe und Flöhen

  • Adultizide: → Schnelles Abtöten der Adulten + repellierend (längere Wirkungsdauer von Vorteil aber nicht essenziell)
    • spot-on, oral, Spray/Puder/Shampoo od. Insektizid-Halsbänder möglich
    • → hervorzuheben gilt es Capstar® (oral verabreicht) – Wirkungseintritt extrem schnell, Flöhe fallen innert 10-15 min. tot vom Tier ab)
       
  • Entwicklungshemmer: Kein Abtöten der Adulten, aber Hemmung der Entwicklungsstadien → keine Eier, Hemmung der Larvenentwicklung (oft in Kombi mit Adultizid erhältlich).
    • Muss dem Tier verabreicht werden.
    • Wirkstoffklassen: Harnstoffderivate, Pyridine, Carbonsäureester
       
  • Umgebungsbehandlung:
    • mechanische Elimination (Staubsaugen, heiss waschen >60°);
    • Besprühen mit Insektiziden / Wachstumsregulatoren → alle Liegeplätze des Tiers einbeziehen!
       
  • Prophylaxe:
    (z.B. Capstar® nur für Behandlung, nicht aber für Prophylaxe geeignet, weil keine langandauernde Wirkung )
    • Isoxazoline (Fluralaner, Afoxolaner, Sarolaner, Lotilaner)
    • Makrolide (Spinosad)
    • Pyrazol (Fipronil, Pyriprol)
    • Synthetische Pyrethroide (Permethrin, Deltamethrin, Flumethrin) → nur Hund! (toxisch für Ktz)
    • Nitroimidazole (Imidacloprid)

Étudier