EP 3.7. Parasitologie

Veterinärmedizin, Uni Bern, Stand 2022

Veterinärmedizin, Uni Bern, Stand 2022


L. T.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Parasitologie für Studierende der Medizin. Sie konzentrieren sich auf die Biologie, Diagnose und Bekämpfung von Parasiten wie Flöhen, Hypodermose beim Rind und Gasterophilose beim Pferd. Die Karteikarten behandeln Themen wie Lebenszyklen, Schadwirkungen und Therapien, wobei auch spezifische Parasitenarten und ihre Entwicklungsstadien detailliert beschrieben werden. Besonders nützlich sind sie für Medizinstudenten, die sich auf Parasitologie vorbereiten und ein tiefes Verständnis der verschiedenen Parasiten und ihrer Auswirkungen auf Tiere erlangen möchten.
Cartes-fiches
332
Utilisateurs
4
Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
20.09.2021 / 07.01.2024

Flashcards

Tenazität von Fascioa hepatica in:

  • feuchtem Kot
  • Heu
  • Gülle
  • Silage
  • Stapelmist
  • trocken

  • Feuchter Kot: viele Monate
  • Heu: 4-6 Mt
  • Gülle: 55 (18°C) -76 (8°C) Tage
  • Silage: 12 d
  • Stapelmist: 10 Tage
  • Trocken: sterben rasch

Aufbau & Morphologie (grob) der Bandwürmer/Cestoden?

Geschlecht?

  • bestehen aus einzelnen Proglottiden
  • Bandförmig, dorsoventral abgeplattet (→ Platyhelminthes)
  • Länge: wenige mm bis mehrere Meter
     
  • Zwitter → jede Proglottide ist sowohl weiblich als auch männlich
    • Ablauf: unreif, männlich, weiblich, gravide, abgeschnürt

Unterschiede niedere - höhere Bandwürmer

  • Skolex
  • Eiabgabe

Morphologie von Diphyllobothrium latum / Fischfinnenbandwurm

  • Länge
  • Scolex
  • Proglottiden
  • Uterusöffnung

  • Länge: 2-10 Meter
  • Scolex: schlitzförmige Sauggrube am Scolex
  • Proglottiden: Proglottide meist breiter, als lang
  • Uterusöffnung: Uterus & Uterusöffnung zentral in der Proglottide

EW, ZW und Zyklus von Diphyllobothrium latum / Fischfinnenbandwurm

  • EW: fischfressende Säugetiere (Msch, Ktz, Hd, ...)
  • ZW: 1. Kleinkrebse | 2. Süsswasser-Fische
     
  • meist nur 1 Wurm pro Endwirt
     
  • Zyklus:
    • in Säugetier (EW) produziert der adulte Wurm unebryonierte Eier, werden ausgeschieden
    • in Wasser schlüpft Coracidium (1. Larvenstadium) (Dauer: Tage - Wochen). Wird von Kleinkrebs gefressen
    • Im 1. ZW (Kleinkrebse) entwickelt sich aus Coracidium das 2. Larvenstadium (Procercoid)
    • Krebs wird gefressen von 2. ZW (Süsswasserfisch) - Entwicklung zu 3. Larvenstadium (Plerocercoid) = infektiöses Stadium (befindet sich in Körperhöhle oder Muskulatur)
    • Süsswasser-Fisch mit Larve wird dann verzehrt
       
    • Präpatenz: 2-3 Wochen

Bedeutung, Pathogense/Klinik, Diagnose und Therapie/Prophylaxe von Diphyllobothrium latum / Fischfinnenbandwurm

  • Bedeutung
    • In Gebieten mit Flüssen und Seen → Nord- und Südamerika, Eurasien
    • Prävalenz CH tief (0.2% Ktz, 0.4% Hd), bei Fischen etwas höher.
    • Befallene Fische in Westschweizer- & Tessiner-Seen (8-12%)
       
  • Pathogense/Klinik
    • D. latum entzieht dem Wirt Vit. B12 → perniziöse Anämie; ansonsten symptomlos, evtl. GIT-Beschwerden
  • Diagnose
    • Sedimentation (ähnlich Fasciola-Eier, aber weniger goldig/gelb)
  • Therapie/Prophylaxe
    • Praziquantel, erhöhte Dosis (35-40 mg/kg KGW),
    • Präv.: Fisch erhitzen/einfrieren, Klären der Abwässer

Entwicklungsstadien und deren Namen bei niederen Bandwürmern

  • Ei
  • Korazidium = Larve 1
  • Prozerkoid = Larve 2
  • Plerozerkoid = Larve 3

Entwicklungsstadien und deren Namen beim höheren Bandwurm

  • Ei
    → daraus wird frei:
  • Onkosphäre (= 1. Larvenstadium)
    → entwickelt sich zu
  • Metazestode/Finne (= 2. Larvenstadium) - heisst auch Zystizerkus ODER Zystizerkoid ODER Hydatide...
    → in Metazestode entstehen
  • Protoscolices
    → werden frei, wenn Metazestode verdaut wird und stülpen ihre Halteorgane aus
    → haften sich an und formen sich um zu
  • Scolex
    → neue Proglottiden werden daran anghängt

Morphologie von Moniezia sp./Bandwurm der Wiederkäuer und Anaplocephala sp./Bandwurm des Pferdes

  • Länge
  • Scolex
  • Proglottiden
  • Uterusöffnung

  • Länge
    • Moniezia: mehrere Meter (6-10 m)
    • Anaplocephala: 3-7 cm
  • Scolex
    •  4 Saugnäpfe
  • Proglottiden
    • breiter als lang
  • Uterusöffnung
    • Moniezia: doppelt
    • Anaplocephala: eine, seitlich

Arten (vollständiger Name), Zyklus (EW, ZW?) und Präpatenzen & Patenz von Moniezia sp./Bandwurm der Wiederkäuer und Anaplocephala sp./Bandwurm des Pferdes

  • Arten
    • Moniezia expansa (Wdk)
    • Moniezia benedeni (Wdk)
    • Anaplocephala perfoliata (Pferd)
  • Zyklus
    für beide gleich
    • ZW = Moosmilbe
    • Adulte leben in DüDa des EW, scheiden Proglottiden oder Eier ab
    • Ei wird von ZW Moosmilbe aufgenommen - entwickelt sich in dessen Bauchhöhle zu Onkosphäre.
    • Nach vielen Wochen Entwicklung zu Cystizerkoid (= 2. Larve/Finne)
    • Moosmilbe wird von EW gefressen → Larvenstadium haftet sich an Dünndarm-Wand, Entwicklung zum adulten Bandwurm
  • Präpatenzen
    • Moniezia: 5-6 Wochen
    • Anaplocephala: 6-10 Wochen
  • Patenz
    • Moniezia: 3-8 Monate
    • Anaplocephala: min. 6 Monate

Epidemiologie/Bedeutung und Pathogenese/Klinik von Moniezia sp./Bandwurm der Wiederkäuer und Anaplocephala sp./Bandwurm des Pferdes

  • Epidemiologie/Bedeutung
    • Moniezia
      • weltweite Verbreitung, eng gekoppelt an Vorkommen Moosmilbe; Zentraleuropa Prävalenz Lämmer 50%
      • Überwinterung als Ei oder in Moosmilbe möglich
      • Moosmilbe wird ganzjährig infiziert; Hauptinfektionszeit Wdk = Mai-August; hauptsächlich Jungtiere der 1. Weideperiode
      • nach Infektion Teilimmunität → ältere Tiere haben wenig/keine BW
         
    • Anaplocephala
      • Infektion ab Frühling, v.a. Fohlen der 1. Weideperiode. Immunität schwach, ältere Tiere nicht vor Befall geschützt

 

  • Pathogenese/Klinik
    • Moniezia:
      • Katarrhalische Enteritis des Dünndarms; im Normalfall keine Blutungen (evtl. Dysbakterie)
      • Sympt. je nach Infektionsdosis: DF (z.T. abwechselnd mit Verstopf’g), Kümmerer
    • Anaplocephala
      • Prädilektionsstelle = Ileo-Caecalklappe
      • Obturation bei Massenbefall, Entzündung
      • bei starkem Befall Kolik, chronischer Durchfall, Abmagerung, plötzlicher Exitus möglich
      • Darmperforation, Invaginationen möglich

Diagnose, Therapie und Bekämpfung von Moniezia sp./Bandwurm der Wiederkäuer und Anaplocephala sp./Bandwurm des Pferdes

  • Diagnose
    • beide: Eier mit Flotation
      • Anaplocephala besser mit Sedimentation-Flotation
    • bei Moniezia Proglottiden im Kot von Auge sichtbar
  • Therapie
    • Praziquantel
  • Bekämpfung
    • Moniezia:
      • Problembetrieb schon 4 Wo vor Weideaustrieb erste Behandlung; Wiederholung alle 6-8 Wo.
      • im Stall: abgegangene BW einsammeln & verbrennen, damit Weide nicht mehr kontaminiert wird.
    • Anaplocephala:
      • min. 2 Behandl./Jahr in Problembeständen (Juni/Juli & Herbst)
      • abwechselndes Beweiden mit Pfd und Wdk (Bandwürmer der beiden Spezies sind nicht übertragbar auf andere)

EW, ZW, Zyklus von Dipylidium caninum / Gurkenkernbandwurm

 

 

nicht-taeniide Cestoden der Fleischfresser

  • EW: Hund, Katze, evtl. Mensch
  • ZW: Floh(larve)
     
  • Adulte Würmer im DüDa des Wirts scheiden Proglottiden ab
  • Proglottide fällt mit Kot zu Boden, Eipakete werden frei
  • Eipakete werden von Flohlarve aufgenommen
  • innert 4 Wochen im Floh Entwicklung bis zu Zystizerkoid (= 2. Larve/Finne) = infektiöses Stadium - Flohlarve wurde inziwischen adult
  • Floh mit Zystizerkoid wird von Endwirt aufgenommen, Bandwurm wird Adult (Festsetzen an Darmwand, Proglottiden-Abscheidung (?) )

Grösse und Präpatenz von Dipylidium caninum / Gurkenkernbandwurm des Hundes

 

nicht-taeniide Cestoden der Fleischfresser

  • Grösse: 15-50 cm
  • Präpatenz: 2-3 Wochen

Bedeutung, Diagnose und Therapie & Bekämpfung und Prophylaxe von Dipylidium caninum / Gurkenkernbandwurm des Hundes

  • Bedeutung
    • Zoonose!
    • Weltweite Verbreitung, CH Prävalenz tief.
  • Klinik
    • Befall meist symptomlos, evtl. GIT-Beschw.
  • Diagnose
    • Flotation (Eipakete)
       
  • Therapie / Bekämpfung
    • Praziquantel (und Epsiprantel für Ktz)
    • Flohbekämpfung
  • Prophylaxe
    • Regelmässige Entwurmung (Praziquantel)

Nenne zwei Arten von Mesocestoides spp.

nicht-taeniide Cestoden der Fleischfresser

  • Mesocestoides litteratus
  • Mesocestoides lineatus

Morphologie Mesocestoides spp.

  • Länge
  • Scolex
  • Uterusöffnung

nicht-taeniide Cestoden der Fleischfresser

  • Länge: ca. 15 cm
  • Scolex: 4 Saugnäpfe, unbewaffnet
  • Uterusöffnung: keine!

EW, ZW, Zyklus von Mesocestoides spp.

Präpatenz?

  • EW: Hund, Katze, Fuchs - allgemein Fleischfresser !!
    3-wirtiger Zyklus
     
  • ZW:
    • 1. Milben (Stadium des BW = Zystizerkoid [gem. VL]) kann eig. nicht sein! ist immer noch die Onkosphäre
    • 2. Nager, Vögel (Stadium des BW = Tetrathyridium)
      (Tetrathyridien sind für Mesocestoides typische Invasionslarven, die eine Länge von ca. 2 bis 70 mm aufweisen)
       
  • Zyklus
    • Adulte in DüDa von EW - Proglottiden werden abgeschieden und mit Kot ausgeschieden. Darin sind Onkosphären enthalten. 
    • Onkosphäre oder noch Proglottide  wird von 1. ZW (Milbe) aufgenommen
    • Milbe wird von 2. ZW (Nager, Vogel..) aufgenommen
      → frei in der Bauchhöhle des 2. ZW Entwicklung bis 3. Larve = Tetrathyridium = infektiöses Stadium → Vermehrung durch Zweiteilung ⇒ Platzproblem
    • EW infiziert sich durch Aufnahme des 2. ZW mit Tetrathyriden

Präpatenz = 3 Wochen

Bedeutung/Epidemiol. und Pathogenese/Klinik von Mesocestoides spp.

 

nicht-taeniide Cestoden der Fleischfresser

  • Bedeutung
    • Zoonose! (Mensch ist potentieller EW, weil Fleischfresser)
    • weltweite Verbreitung, in Europa rel. häufig in Rotfüchsen
    • CH tiefe Prävalenz in Hd/Ktz
  • Pathogenese/Klinik
    • Befall mit adulten meist symptomlos, evtl. GIT-Beschwerden
    • Hd und Ktz können ZW sein → Befall Thorax, abdominale Körperhöhlen mögl.; Anorexie, Erbr., Peritonitis, Aszites, resp. Symptome

Diagnose und Therapie von Mesocestoides spp.

 

  • Diagnose
    • Nachweis Proglottiden im Kot → sind beweglich und kriechen von Kot weg
    • Eier selten nachweisbar, weil Parauterinorgan keine Öffnungen hat
  • Therapie
    • Befall mit adulten Mesocestoides: Praziquantel (normale Dosis)
    • Befall mit Tetrahydridien: Praziquantel s.c., 2x im Abstand von 2 Wo
    • keine Prophylaxe bekannt

Welche Formen von Metazestoden/Finnen gibt es bei höheren Bandwürmern? (Name, Aussehen grob, Anzahl Kopfanlagen)

  • Zystizerkoid (immer, wenn Zwischenwirt wirbellos ist) - 1 Kopfanlage
  • Zystizerkus - 1 Kopfanlage
  • Tetrathyridium
  • Coenurus - mehrere 100 Kopfanlagen
  • Hydatide - mehrere 1000 Kopfanlagen
  • Strobilozerkus

Welche Namen haben die Metazestoden folgender Bandwürmer:

  • Taenia saginata
  • Taenia solium
  • Taenia multiceps
  • Echinococcus granulosus

  • Taenia saginata - Zystizerkus bovis
  • Taenia solium - Zystizerkus cellulosus
  • Taenia multiceps - Coenurus cerebralis
  • Echinococcus granulosus - Hydatide

Zähle Taenia-Arten auf sowie deren EW und ZW

  • Taenia saginata - EW: Mensch, ZW: Rind
  • Taenia solium - EW: Mensch, ZW: Schwein, Msch
  • Taenia pisiformis - EW: Caniden, ZW: Hasenartige
  • Taenia ovis - EW: Caniden, ZW: Schafe
  • Taenia taeniformis - EW: Feliden, ZW: Nager
  • Taenia multiceps - EW: Caniden, ZW: Wdk

Zähle Taenia-Arten und deren larvale Formen auf

  • Taenia saginata - Cystizercus bovis
  • Taenia solium - Cysticercus cellulosus
  • Taenia pisiformis - Cysticercus pisiformis
  • Taenia ovis - Cysticercus ovis
  • Taenia taeniformis - Cysticercus fasciolaris
  • Taenia multiceps - Coenurus cerebralis

Erläutere die Bedeutung folgender Taenia-Arten:

  • Taenia pisiformis
  • Taenia ovis
  • Taenia taeniformis
  • Taenia multiceps

  • Taenia pisiformis - relativ häufig. Meist symptomlos, langandauernder DF möglich
     
  • Taenia ovis - v.a. in Neuseeland & Australien von Bedeutung wegen Schlachtkörperverlusten (Schafe). Cysticercus ovis macht Bläschen in Muskulatur, selten in ZNS
     
  • Taenia taeniformis - häufigster BW der Katze!
     
  • Taenia multiceps - Zoonose. Coenurus cerebralis ist gefürchtet: bildet in ZNS grosse Blase mit vielen Kopfanlagen. Depression oder Exitus. Später wegen Wachstum Druckatrophie --> Drehkrankheit (Gangstörungen, Kopfschiefhaltung, Festliegen...)

Erkläre den Zyklus von Taenia saginata und Taenia solium

(einziger Unterschied = Zwischenwirte)

  • EW bei beiden Mensch - wenige adulte Taenien im Dünndarm
  • ZW = Rind bei Taenia saginata bzw. Schwein (und Msch) bei Taenia solium
     
  • Adulte im DüDa scheiden Proglottiden ab, dabei werden teilweise gleich Eier freigesetzt, mit Kot ausgeschieden
  • ZW nimmt p.o. Eier oder Proglottiden auf. Eischale wird verdaut, Onkosphären schlüpfen aus Eiern
  • Onkosphäre dringt aktiv durch DüDa-Wand, gelangt via Blutkreislauf (oder Lymphe) unter Passage der Leber in die quergestreifte Muskulatur
    • viele Onkosphären sterben in Leber ab
  • in Muskulatur entwickelt sich innert 2-4 Monaten aus Onkosphäre ein Zystizerkus
  • EW Mensch infiziert sich durch p.o. Aufnahme von Muskelfleisch mit Zystizerken - ungenügend gekocht (oder nicht gefroren)
  • Protoscolices in Zystizerkus stülpen sich aus, werden frei, jeder kann sich an Dünndarm haften. Entwicklung zu Adult, indem Proglottiden an Scloex gehängt werden
    Abscheidung von Proglottiden

Ungefähre Grösse der Adulten und der Zystizerken von Taenia saginata (Rinderfinnenbandwurm) und Taenia solium (Schweinefinnenbandwurm)

Bewaffnung?

  • Taenia saginata: 10 m
  • Taenia solium: 3-4 m
     
  • Zystizerken bei Taenia saginata einige mm lang (max. 10 mm)
     
  • Taenia saginata ist unbewaffnet, Taenia solium bewaffnet

Vergleichend: Bedeutung/Epidemiologie von Taenia saginata (Rinderfinnenbandwurm) und Taenia solium (Schweinefinnenbandwurm)

  • beides Zoonosen!
  • Taenia saginata (Rinderfinnenbandwurm)
    • weltweite Verbreitung (40 Mio. infizierte Personen weltweit)
    • Prävalenz von Cysticercus bovis in Rindern in CH 16.5%! (Serologie - nur Fleischschau nur 1%!)
      • viele Fälle werden am Schlachthof verpasst
      • 81% der gefundnen Zystizerken sind verkalkt
    • Pränatale Infektion beim Rind möglich
       
  • Taenia solium (Schweinefinnenbandwurm)
    • weltweite Verbreitung, allerdings praktisch verschwunden in Ländern mit obligatorischer Schlachttieruntersuchung und guten hygienischen Verhältnisse
    • Vorkommen v.a. Südamerika (z.B. Mexico), Südafrika, Asien etc.

Parallelen & Unterschiede in Klinik und Pathogenese von

Taenia saginata (Rinderfinnenbandwurm) und Taenia solium (Schweinefinnenbandwurm)
bzw. Cysticercus bovis und Cysticercus cellulosus in allen EW und ZW 

+ warum kann beim Menschen die humane Zystizerkose wegen C. solium entstehen?

  • Träger der Adulten Taenien (= EW, Msch) hat kaum Symptome und pathologische Veränderungen. Wenn klinische Symptome, dann unspezifisch: DF, Bauchschmerzen, Hungergefühl, Abmagerung, Eosinophilie
     
  • Zystizerkosen bei Rind und Schwein: meist symptomlos.
    • Bei Massenbefall beim Rind: Fieber, Unruhe, Atemfrequenz↑, Eosinophilie. Zystizerken können verkalken
      Prädilektionsstellen: Kau-, Zungenmuskulatur, Herzmuskel
       
  • humane Zystizerkose wegen Cysticercus cellulosus (Schweinefinnenbandwurm)
    • Warum: Rückperistaltische Bewegung reifer Gleider, Oncosphären schlüpfen in Magen
    • Komponenten
      • Neurozystizerkose (Epilepsien, intrakraniale Hypertension);
      • okuläre Cysticercose;
      • subkutan;
      • Muskulatur

Grösse, Präpatenz und Patenz folgender taniiden Bandwürmer:

  • Taenia saginata
  • Echinococcus multilocularis
  • Echinococcus granulosus

  • Taenia saginata
    • Gr: 10 m
    • Pr: ca. 3 Monate
    • Pa: Monate bis Jahrzehnte
  • Echinococcus multilocularis
    • Gr. 2-7 mm
    • Pr: 4 Wochen
    • Pa: 2-3 Monate
  • Echinococcus granulosus
    • Gr. 2-7 mm
    • Pr: 5-8 Wochen

Diagnose und Therapie von

Taenia saginata (Rinderfinnenbandwurm) bzw.Taenia solium (Schweinefinnenbandwurm)
bzw. Cysticercus bovis und Cysticercus cellulosus

Bei Rd, Sw, Msch 

Diagnose

  • Darmstadium / Infektion mit Adulten beim Menschen: Flotation für Ei- od. Proglottiden-Nachweis im Stuhl
     
  • Zystizerkose bei Rd/Sw: vorgeschriebene Fleischuntersuchung
    • Kontrollschnitte durch Herz & Kaumuskulatur – nicht sehr sensibel, viele Zystizerken wird übersehen!
    • Zumindest Rind: Bei Massenbefall (>10 Finnen/Tier) Fleisch genussuntauglich!
       
  • Zystizerkose beim Menschen (C. cellulosus): Bildgebun (CT) oder Serologie (ELISA)

Therapie

  • Zystizerkose Rind: Praziquantel (tötet Zystizerken, aber Schäden bleiben lange)
  • Adulte Msch: Praziquantel
  • Zystizerkose Msch: Albendazol oder Praziquantel zusammen mit Kortikosteroiden

Bekämpfung von

Taenia saginata (Rinderfinnenbandwurm) und Taenia solium (Schweinefinnenbandwurm)
bzw. Cysticercus bovis und Cysticercus solium

  • Taenia saginata (Rinderfinnenbandwurm) - Cysticercus bovis
    • (Therapie:) Ermitteln des Bandwurmträgers (Mensch) → Tx mit Niclosamid oder Praziquantel (hohe Dosierung)
    • Trennen von Haushaltabwasser und Gülle
    • Klärschlamm nicht auf Weide, Reinigung der Stallungen, Fliegenbekämpfung (können Eier mit Beinen verschleppen)
    • Lochscheibe für Hackfleisch < 1mm (Zystizerken 2-3 mm). Fleisch genügend kochen oder einfrieren.
       
  • Taenia solium (Schweinefinnenbandwurm) - Cysticercus cellulosus
    • Sanierung der hygienischen Verhältnisse
    • Kochen des Schweinefleischs, Einfrieren genügt nicht!

 

Risikofaktoren Taenia saginata: Haushaltabwasser in Gülleloch; Angestellte aus Endemiegebiet; Eier hohe Tenazität – ausser bei Trockenheit und Hitze

Nenne 3-5 larvale Cestoden bei Nutztieren (Rd, Schaf, Sw) sowie je Name des Adulten Stadius, Endwirt und Infektionsweg.

  • Cysticercus bovis - Taenia saginata, EW Mensch, Infektion durch Aufnahme ungenügend gekocht oder gefrorenes Rindfleisch mit Zystizerken
  • Cysticercus cellulosus - Taenia solium, EW Mensch, Infektion durch Aufnahme ungenügend gekochtes Schweinefleisch mit Zystizerken
  • Coenurus cerebralis - Taenia multiceps, EW Caniden, ZW Wiederkäuer - Mensch kann ZW bzw. Fehlwirt sein
     
  • Cysticercus tenuicollis - T. hydatigena, EW Caniden, ZW Wdk, Schweine
  • Cysticercus ovis - T. ovis, EW Caniden, ZW Schafe

alles Zoonosen!!

 Vergleiche EW, ZW und evtl. Fehlwirt von Echinococcus multilocularis und Echinococcus granulosus

  • Echinococcus multilocularis
    • EW: Hund, Fuchs, Marderhund, Schakal, (Katze)
    • ZW: Nager und andere kleine Säugetiere
    • FW: Mensch, Hund, Schwein, Affe
       
  • Echinococcus granulosus
    • EW: Hund, Fuchs
    • ZW: Rind, Schaf, Mensch, Schwein (Känguru, Kameliden)

Vergleiche die Epidemiologie von Echinococcus multilocularis und Echinococcus granulosus

beides Zoonosen
beides emerging parasites

  • Echinococcus multilocularis
    • Vorkommen nur nördl. Hemisphäre. In Europa grössere Bedeutung als E. granulosus
    • alveoläre Echinokokkose (AE) bei Msch und Hund selten, aber gefürchtet!
      • Msch: Infektion direkt über Eier oder eher aus Gemüse etc. bzw. vom Hund. Die meisten Parasiten werden jedoch abgetötet – längst nicht jede infizierte Person erkrankt auch (1-2%)
    • Prävalenz E. multilocularis in Füchsen CH 25-50%. | Prävalenz im Haushund 0.3-1.5%.
      • Ansteckung Hunde durch Mäuse-Fressen oder Autoinfektion mit Eiern
    • Keine Immunität!
       
  • Echinococcus granulosus
    • weltweites Vorkommen! global wichtiger als E. multilocularis
    • E. granulosus beso. verbreitet in Asien, aber auch Afrika + Europa. Innerhalb Europa v.a. Osteuropa + Teile Italiens.
    • cystische Echinokokkose (CE) beim Menschen ökonomisch wichtiger als AE & Prävalenz Msch höher als AE
      • wichtiger ökonomischer Faktor, beso. in Ländern mit viel Schafwirtschaft - Leber und Wolle kaputt, Fleisch- & Milchproduktion reduziert

Zyklus von Echinococcus multilocularis

  • adulter Echinococcus ist mit Saugnäpfen und Hakenkranz zwischen Darmzotten angehaftet
  • Proglottiden werden abgeschieden, bereits infektiöse Eier werden noch im Darm oder in Aussenwelt frei
    • Eier sehr resistent!
  • Eier werden von ZW (Nager, kl. Säuger) aufgenommen. Eischale verdaut, Onkosphäre wird frei
  • Onkosphäre wird im DüDa aktiviert und gelangt mit ihren Haken aktiv durch Darmwand und via Blut zur Leber
  • aus Onkosphäre entwickelt sich Metazestode - in ihrem Innern werden durch asexuelle Vermehrung Protoscolices gebildet - Metazestode proliferiert, massive Vergrösserung und Zerstörung der Leber → ZW ist nun leichte Beute
  • ZW mit Leber voller Metazestoden mit (noch invaginierter) Protoscolices wird von EW (Fuchs, Hund) gefressen
  • Leber wird verdaut, Protoscolices werden aktiviert und stülpen sich somit in den Darm des EW aus
  • Protoscolices werden frei und jeder einzelne nistet sich aktiv zwischen den Mikrovilli ein - wird dadurch zum Scolex des Bandwurms, an dem sich Proglottiden bilden können → adult
     
  • massive Eiausscheidung! bis 126'000 Eier pro EW/Tag

Tenazität von Echinococcus multilocularis-Eiern

  • in Erde
  • in Wasser (4°C)

Womit kann man sie eliminieren?

  • in Erde: 2-8 Monate
  • in Wasser (4°C): bis 16 Monate
     
  • handelsübliche Desi.mittel (Phenolderivate, Aldehyde…) sind nicht wirksam!
    → Natriumhypochlorit-Lösung (Javelwasser) in höheren Konzentrationen (mind. 2%) - tötet Eier innert 10 Minuten
  • Hitze > 60°C innert 5 min.

Pathogenese & Klinik von Echinococcus multilocularis

  • in Endwirt
  • in Zwischenwirt
  • in Fehlwirt

v.a. Probleme in Zwischenwirt...

  • in Endwirt: apathogen! Wurm sehr klein (2 mm)
     
  • in Zwischenwirt:
    • Pathogenese: Metazestode besteht aus vielen kleinen Zysten, die miteinander verbunden sind. Exogene und endogene Proliferation der Vesikel. Tumorähnliches, invasives Wachstum, Metastasen. Primär in Leber, sekundär Wachstum ins Peritoneum und andere Organe möglich, auch ZNS
    • Klinik: keine Info
       
  • in Fehlwirt - (humane) Alveoläre Echinokokkose - beim Hund analog:
    • Pathogenese: es bildet sich auch Metazestode, allerdings ohne Kopfanlagen - leere Zyste (nur "laminar layer" und "germal layer" ohne ). Auch tumorähnliche Proliferation, Infiltration von Bindegewebe
    • Klinik: unspezifisch. Abdominalschmerzen, Gelbsucht, Hepatomegalie, Fieber, Anämie, Gewichtsverlust, Pleuralschmerzen. fortgeschrittene Stadien: schwere Leberfunktionsstörung und Tod
    • !► Erkrankung sehr letal, aber ob Msch erkrankt, abhängig von Immunstatus. Praktisch nur Immunsupprimierte..
    • ►Inkubationszeit Alveoläre Echinokokkose bei Hund kürzer als bei Mensch

Präpatenz und Patenz von Echinococcus multilocularis

  • Präpatenz: ca. 1 Monat
  • Patenz: 2-3 Monate
    • mengenmässig massive Eiausscheidung

Diagnose von Echinococcus multilocularis und Echinococcus granulosus

  • im Endwirt
  • im Zwischenwirt: alveoläre und cystische Echinokokkose

bei alveolärer und cystischer Echinokokkose vergehen meist mehrere Jahre zwischen Infektion und Diagnose

  • im Endwirt
    • Eier aus Kot: Flotation und Mikroskopie oder PCR
    • adulte Würmer: post-mortem Darm-Geschabsel
    • Koproantigen (ELISA)
  • im Zwischenwirt: alveoläre und cystische Echinokokkose
    • AK (Serologie - frühestens 3 Mt nach Infektion nachweisbar) - für Frühdiagnose
    • Bildgebung (Lokalisation, Ausmass Läsionen)

Study