EP 3.7. Parasitologie
Veterinärmedizin, Uni Bern, Stand 2022
Veterinärmedizin, Uni Bern, Stand 2022
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Flashcards
Gasterophilose beim Pferd:
- Hauptflugzeit der Imagines
- Lebensdauer
- Anzahl Zyklen/Jahr
- Prävalenz in Mitteleuropa
- Hauptflugzeit der Imagines: Juni bis August
- Lebensdauer: wenige Tage
- Anzahl Zyklen/Jahr: 1 Zyklus/Jahr
- Pr. Mitteleuropa = 40-60%
Zyklus von Gasterophilus intestinalis und Gasterophilus nasalis
inkl. jeweilige Prädilektionsstelle, Wanderung + Ort der Weiterentwicklung
- W. Imagines legen einzeln Eier ab
- G. intestinalis: an Vorderbeine, Schulter und Flanke
- G. nasalis: an Unterkiefer
- Pferd beleckt Eiablagestelle - L1 werden so frei - Ziel: Verdauungstrakt
- bei G. intestinalis wandert L1 über Haut, Mund und Zunge
- bei G. nasalis wandert L1 via Haut und Mund
- Entwicklung von L1 bis L3
- bei G. intestinalis in Magenschleimhaut
- bei G. nasalis in Duodenalschleimhaut
- L3 wächst 8-10 Monate, danach löst sie sich aus Schleimhaut & wird im Frühjahr mit Kot ausgeschieden
Frühjahr weil: Hautflutzeit Imagines = Juni-August, danach min. 8 Monate im Pferd... ergibt Frühjahr - im Erdboden Verpuppung du Imago
- Eiablage (300-2000 Stk) und Tod nach wenigen Tagen
Pathogenese, Diagnose und Bekämpfung von Gasterophilose beim Pferd (Gasterophilus intestinalis und Gasterophilus nasalis)
- Pathogenese: Schadwirkung gering - Stomatitis, Gastritis, Verdauungsstörungen mit Abmagerung bei starkem Befall
- Diagnose:
- Eier/Eihüllen auf Haaren
- Endoskopie Magen/Duodenum
- Ag-Nachweis von L2 mit ELISA
- L3 od. Puppen im Kot
- Bekämpfung
- Makrozyklische Laktone im Herbst - Faustregel: 2 Wochen nach erstem Frost (um Adulte abzutöten)
Hypodermose beim Rind: Erreger (2) und Morphologie beschreiben
Epidemiologie/Status von Hypodermose in CH?
- Hypoderma bovis (grosse Dasselfliege),
- Hypoderma lineatum (kleine Dasselfliege);
- Imago: Hummelähnliche, gelblich-schwarz gefärbte kurzlebige Fliegen ohne Mundwerkzeuge.
- Imagines sehr kurzlebig. Daseinszweck: Reproduktion
- Larve: braun-schwarz, 2-3 cm
- Hypodermose = zu bekämpfende Tierseuche! Wird verursacht durch Larven von Hypoderma spp
- erfolgreiche Bekämpfung in letzten Jahren
(Biologie* & Zyklus von Hypoderma bovis (-> Hypodermose des Rindes)
(+ Unterschiede Hypoderma lineatus)
*v.a. Hauptflugzeit
- Adulte sehr kurzlebig, Hauptflugzeit Mai - Septemper
- Imagines legen Eier einzlen an Haare von Rindern (ca. 800 Eier / Imago)
- L1 schlüpft (nach ca. 1 Wo), bohrt sich durch Haut - Wanderung zu Wirbelkanal und Eindringen in epidurales Fettgewebe - L1 verbleibt dort von ca. Dezember - März
- frühestens ab Mitte Januar wandert L1 in dorsale Rückenhaut, v.a. Lumbalbereich & bildet sog. Dasselbeulen (mit Atemloch mit Aussenwelt in Verbindung)
- in Dasselbeule Häutung zu L2 und L3
- L3 verlassen im Frühjahr beulen und verpuppen sich im Boden (Puppenruhe 2-10 Wochen)
- Unterschiede Hypoderma lineatum:
- Imagines schwärmen früher als H. bovis;
- Wanderung von Haut zu Oesophagus, anschl. Migration über Diaphragma zu Unterhaut des Rückens
Schadwirkung und Diagnose von Hypoderma sp. sowie Bekämpfung der Hypodermose
- Schadwirkung
- direkt: Hautschäden (Lederverluste) durch Dasselbeulen, Fleischschäden
- indirekte: Unruhe, Leistungsminderung, Anfälligkeit für Infektionen, Kosten für Bekämpfung
- Diagnose
- Eier am Fell (DDx Läuse, Haarlinge);
- Dasselbeulen;
- AK-Nachweis mit ELISA
- Bekämpfung
- vorbeugende Herbstbehandlung - vor Entstehung der Dasselbeule - zwingend nur zw. 15. Okt. und 30. Nov.
- ML
- Applikation: pour on für Milchkühe, bei Rindern, Muterkühen, Kälbern auch Injektion möglich
- NICHT zw. Dez. und März behandeln! Grund: abgetötete Larven im Wirbelkanal führen zu Entzündung. Paresen, Lahmheiten, Blähungen.
- bei Befall: Beulen manuell ausdrücken, so lange wiederholen bis keine neuen Beulen mehr auftreten – keine systemische Behandlung in Frühjahr! Grund: Oft verbleiben einige L noch länger in Wirbelkanal!
- vorbeugende Herbstbehandlung - vor Entstehung der Dasselbeule - zwingend nur zw. 15. Okt. und 30. Nov.
Nenne einige Floharten
- Pulex irritans Menschenfloh (selten)
- Tunga penetrans Sandfloh
- Ctenocephalides felis Katzenfloh (häufigster)
- Ctenocephalides canis Hundefloh
- Ceratophyllus gallinae Hühnerfloh
- Archaeopsylla erinacei Igelfloh (häufig)
- Xenopsylla cheopis Rattenfloh (Vektor!)
Biologie und Zyklus von Flöhen
inkl. Ernährung, Wirtsspezifität, Überleben der einzelnen Stadien ohne Wirt, Zyklusdauer
- temporärer, blutsaugender Ektoparasit
- geringe Wirtsspezifität (Katzenfloh häufig auch auf Hund)
- Entwicklungsstadien (Eier, Larve, Puppe) in Umwelt, Adult auf Tier
- Zyklus - holometabol:
- Adulte für Blutmahlzeit auf Tier; legen Eier (20/Tag), die in die Umgebung abfallen
- nach 1 Wo schlüpft Larve aus Ei; drei Larvenstadien (Darm gefüllt mit Blut (fressen Flohkot der Adulten, der unverdautes Blut enthält.)
- nach 1 Woche verpuppt sich L3 (Puppe gut getarnt, weil aus Umgebungsmaterial!), 2 Wo Puppenruhe
- Zyklusdauer min. 4 Wochen
- Stadien überleben bei kühlen Temp. recht lange, auch ohne Blut!
- Adulte bis 3 Mt, Eier bis 7 Mt, Puppe bis 12 Mt,
- nur 5% der gesamten Population (evtl.) auf Tier sichtbar (Adulte); restliche Stadien unsichtbar/gut getarnt in Umwelt
Schadwirkung von Flöhen
- lokale Hautreaktion: Juckreiz → Kratz-, Scheuer-, Beisswunden. Bakterielle Sekundärinfektion möglich
- bei Massenbefall Abmagerung, Anämie möglich
- Flohstich-Allergie-Dermatitis (FAD) – Reaktion auf Speichelkomponenten der Flöhe (häufig bei Hd und Ktz; akut oder chron. möglich. ((FAD: Diagnose mit Intrakutantest; einzige Tx = strikte Flohkontrolle))
- Vektorfunktion! siehe Abbildung
- können auch mal Menschen stechen
Bekämpfung/Therapie und Prophylaxe und Flöhen
- Adultizide: → Schnelles Abtöten der Adulten + repellierend (längere Wirkungsdauer von Vorteil aber nicht essenziell)
- spot-on, oral, Spray/Puder/Shampoo od. Insektizid-Halsbänder möglich
- → hervorzuheben gilt es Capstar® (oral verabreicht) – Wirkungseintritt extrem schnell, Flöhe fallen innert 10-15 min. tot vom Tier ab)
- Entwicklungshemmer: Kein Abtöten der Adulten, aber Hemmung der Entwicklungsstadien → keine Eier, Hemmung der Larvenentwicklung (oft in Kombi mit Adultizid erhältlich).
- Muss dem Tier verabreicht werden.
- Wirkstoffklassen: Harnstoffderivate, Pyridine, Carbonsäureester
- Umgebungsbehandlung:
- mechanische Elimination (Staubsaugen, heiss waschen >60°);
- Besprühen mit Insektiziden / Wachstumsregulatoren → alle Liegeplätze des Tiers einbeziehen!
- Prophylaxe:
(z.B. Capstar® nur für Behandlung, nicht aber für Prophylaxe geeignet, weil keine langandauernde Wirkung )- Isoxazoline (Fluralaner, Afoxolaner, Sarolaner, Lotilaner)
- Makrolide (Spinosad)
- Pyrazol (Fipronil, Pyriprol)
- Synthetische Pyrethroide (Permethrin, Deltamethrin, Flumethrin) → nur Hund! (toxisch für Ktz)
- Nitroimidazole (Imidacloprid)