EP 3.7. Parasitologie

Veterinärmedizin, Uni Bern, Stand 2022

Veterinärmedizin, Uni Bern, Stand 2022


L. T.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Parasitologie für Studierende der Medizin. Sie konzentrieren sich auf die Biologie, Diagnose und Bekämpfung von Parasiten wie Flöhen, Hypodermose beim Rind und Gasterophilose beim Pferd. Die Karteikarten behandeln Themen wie Lebenszyklen, Schadwirkungen und Therapien, wobei auch spezifische Parasitenarten und ihre Entwicklungsstadien detailliert beschrieben werden. Besonders nützlich sind sie für Medizinstudenten, die sich auf Parasitologie vorbereiten und ein tiefes Verständnis der verschiedenen Parasiten und ihrer Auswirkungen auf Tiere erlangen möchten.
Flashcards
332
Students
4
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
20.09.2021 / 07.01.2024

Flashcards

Therapie der Echinokokkose (Echinococcus multilocularis und Echinococcus granulosus)

  • bei Hund als Endwirt
  • bei Msch als Fehlwirt (alveoläre und cystische Echinokokkose)

  • bei Hund als Endwirt
    • Praziquantel
      • einzig wirksames Mittel! tötet nur Adulte (deformiert apikale Region = proliferative Zone), nicht aber Eier!)
      • nach Th massive Eiausscheidung → während 2d allen Kot einsammeln und entsorgen
    • nach medikamenteller Therapie Hund gründlich duschen, falls möglich Flächen mit Javelwasser desinfizieren
       
  • bei Msch als Fehlwirt (alveoläre und cystische Echinokokkose)
    • Chirurige - nur falls Totalresektion möglich. zusätlich:
    • medikamentelle Therapie: Albendazol oder Mebendazol
      • AE: nur parasitostatisch! lebenslängliche Therapie
      • CE: parasitizid - Chemotherapie deswegen häufiger wirksam als bei AE
    • bei CE zudem sog. PAIR (puncture, aspiration, inoculation, reaspiration) möglich: Flüssigeit aus Zyste rausziehen, Menge mit etwas toxischem Ersetzen (NaCl od. Ethanol) und wieder abziehen.

Zyklus von Echinococcus granulosus

  • Adulte Würmer in Darm des EW; Proglottiden werden abgeschnürt bzw. Eier ausgeschieden - sind sofort infektiös!
  • Eier werden mit Fäzes ausgeschieden  und von ZW oral aufgenommen.
  • Onkosphären schlüpfen, penetrieren Darmwand → Leber od. Lunge *
  • Metazestode entwickelt sich = Zystenbildung (Hydatide). Befallenes Organ (Leber, Lunge) wird von EW aufgenommen
  • Protoscolices stülpen sich aus; haftet sich als Scolices an Darmwand des EW an → werden adult, Proglottiden werden angehöngt.
     
  • ► Msch: akzidentelle orale Aufnahme von Eiern → wird echter Zwischenwirt!

*eig. einziger Unterschied zu Echinococcus multilocularis

Pathogenese von Echinococcus granulosus bzw. der cystischen Echinokokkose im Zwischenwirt

in 60% der Fälle Leber betroffen, 20% Lunge, 20% andere Organe

  • Pathognese:
    • Metazestode/Hydatide = unilokuläre Zyste, viel grösser als die von E. multilocularis;
    • expansives Wachstum, nur interne Tochterzysten (kein exogenes Budding); klar abgegrenzt, von Kollagen umgeben.
    • Kompression des umliegenden Gewebes
       
    • Zystenruptur kann zu anaphylaktischem Schock und Metastasen führen (→ nur dann) (durch Protoscoleces)

Bekämpfung von Echinococcus multilocularis und granulosus bzw. der alveolären & cystischen Echinokokkose

+ Risikofaktoren cystische Echinokokkose

  • E. multilocularis
    • Hände waschen nach Gartenarbeit, vor Essen | Gemüse/Früchte waschen
    • Hunde, die jagen, 1x/Monat entwurmen mit Pzq
    • Ausbringung von PZQ-Ködern für Füchse
      • Bejagung von Füchsen = kontraproduktiv
         
  • E. granulosus
    • Infektionszyklus unterbrechen, indem nicht Schlachtabfälle an Hunde (oder andere potentielle EW) verfüttert werden. Kein Kontakt zw.  Hunden (insb. Streuner) mit Farmtieren
  • Risikofaktoren:
    • Verfütterung von infizierten Schlachtorganen an Hd;
    • illegale Heimschlachtung;
    • nicht sachgemässe Vernichtung innerer Organe;
    • enger Kontakt von Hd und Farmtieren… bis 50% der streunenden Hd infiziert

Nenne einige Zoonosen, die durch Cestoden verursacht werden können

  • Diphyllobothriose - Diphyllobothrium latum
  • Dipylidiose - Dipylidium caninum
  • Cysticercosen (Taenia saginata/Cysticerus bovis, Taenia solium/Cysticercus cellulosus etc.)
  • Echinokokkose - Echinococcus multilocularis & granulosus

Bei den Insekten: Was ist ein hemimetaboler Zyklus, was ein holometaboler?

 

  • Hemimetabol
    • Larven sehen ähnlich aus wie Imago
    • Keine Puppenruhe
    • z.B. bei den Haarlingen & Läusen
  • Holometabol
    • Larven sehen anders aus als Imago
    • Puppenruhe
    • Bremsen, Fliegen, Flöhe

Zyklus, Zyklusdauer und "Zykluseigenschaften" von Haarlingen und Läusen

(alle gleich!)

Name des adulten Stadiums?

  • hemimetabol - keine Verpuppung
  • beides permament-stationäre Ektoparasiten
    • Nissen werden an Haare geklebt, ganzer Zyklus auf gleichem Wirt
  • Übertragung durch Kontakt (oder Umwelt)
     
  • Ei (Nisse) - Larve 1 bis 3 (immer Häutung) - Imago

Vergleiche Ernährungsweise, Pathogenese und Klinik von Haarlingen und Läusen

  • Läuse saugen Blut, Haarlinge ernähren sich von Hautbestandteilen
    • Läuse überleben entsprechend max. 1 Woche ohne Wirt, Haarlinge 2-4 Wochen
       
  • beide: Juckzreiz, Haar-/Wollverlust/Allopezie

Diagnose und Bekämpfung von Läusen und Haarlingen

(beide weitgehend gleich)

  • Diagnose: Nissen oder Adulte in Fell / an den Federn
     
  • Bekämpfung
    • Insektizide (O-Phosphate, Pyrethroide) als pour-on, Spray, Bad
      • Nur bei Läusen: ML systemisch
      • Bei Hund & Katze auch möglich: Fipronil oder Isoxazoline
        • CAVE: nie Pyrethroide für Katzen verwenden!!!
      • Rind, Schaf: Phoxim & Pyrethroide
         
    • Umgebungsbehandlung / Geräte behandeln bei Haarlingen / Federlingen
       
    • Bei Läusen "aushungern" möglich (eine Woche Stallung leer stehen lassen)

Bei welcher Tierart gibt es keine Läuse?

Bei welcher Tierart gibt es keine Haarlinge?

Zähle Läuse-Arten auf, insbesondere drei wichtige beim Rind

  • kurznasige Rinderlaus (Haematopinus eurysternus)
    • Schultern, Schwanzansatz; gross, virulenteste Art
  • langnasige Rinderlaus (Linognathus vituli) 
    • Kopf; kleinste Laus (Lupe)
  • kleine blaue Rinderlaus (Solenopotes capillatus)
    • Hals, Brust, Flanke; am häufigsten an Jungtieren
      → klassischer Haarverlust
  • Schweine-Laus
    • grösste Laus bei Haustieren 4-5 mm; rasche Bewegung; Eier an Ohren, Nacken, Schultern. SPF Betriebe müssen frei sein von H. suis.

Vergleiche Morphologie und und Vektorfunktion von Kriebelmücken (Simuliidae) und Gnitzen (z.B. Culicoides sp.)

  • Kriebelmücken (Simuliidae) (z.B. Simulium sp.)
    • Gedrungene, fliegenähnliche Gestalt, Thorax buckelartig nach oben gewölbt, meist dunkel
    • Vektor für
      • Filarien (Onchocerca gutturosa, O. volvulus (Flussblindheit Msch)
      • Leucocytozoon-Arten bei Geflügel
         
  • Gnitzen (Ceratopogonidae) (z.B. Culicoides sp.)
    • Dunkel gefärbte, plump aussehende Mücke, meist gefleckte und behaarte Flügel
    • Vektor für
      • div. Fadenwürmern: Onchocerca spp., Dipetalonema perstans, …
      • div. Viren: Blauzungen-, Schmallenberg-, Afrikanische Pferdepest, …
      • eine der Ursachen von Sommerekzem/Sommerdermatitis Pferd (allergische Reaktion auf Speichel der Culicoides)

         

Grundsätzlich: Zyklus/Stadien aller Mücken und Fliegen

  • Eier
  • Larven (Maden) (untersch. Anzahl)
  • Puppe
  • Imago

= holometabol

Vergleiche die Biologie* von Kriebelmücken (Simuliidae) und Gnitzen (z.B. Culicoides sp.)

*Vorkommen, Zyklus, Zyklusdauer, Ernährungsweise, Aktivität Tages- & Jahresverlauf)

  • Kriebelmücken
    • Vorkommen: weltweit, Gebiete mit Fliessgewässern
    • Zyklus:
      • Eiablage unter Wasser - 4-7 Lavernstadien - Verpuppung* - Imago schlüpft unter Wasser, steigt in Luftblase an Oberfläche und fliegt davon
        *Kokon an einem Pol offen mit Röhrentracheen für Sauerstoffaufnahme
    • Zyklusdauer: 5-7 Wochen
    • Ernährungsweise: w Blut, m Pflanzensäfte
    • Aktivität Tages- & Jahresverlauf: tagaktiv; fliegen Opfer nur in Freiland an, Hauptperiode Frühjahr
       
  • Gnitzen
    • Vorkommen: weltweit sehr verbreitet - zahlreiche Gattungen in Mitteleuropa! an stehenden Gewässern
    • Zyklus:
      • Eiablage an Wasseroberfläche von stehenden Gewässern, Wasserpflanzen - 4 Larvenstadien - Verpuppung

Klinik und "Diagnose" von Kriebelmücken (-Befall) (Simuliidae)

  • Klinik
    • meist Anflug von Bauchpartie her – Triel, Bauchhaut, Euter, Hodensack… 10'000 Stiche können tödlich sein.
    • Speichel enthält Toxin! → Toxikose (Simuliotoxikose), Erkrankung plötzlich innert weniger h nach Weideaustrieb;
    • hochfrequenter Puls, Dyspnoe, Tachykardie, schaumiger Nasenausfluss, Koordinationsstörungen, Festliegen
    • oft perakut tödlich (wenige h bis 1.5 Tage); falls Tiere überleben starker Leistungsabfall mit Abmagerung
       
  • Diagnose:
    • typische Stichreaktion in Haut, nadelstichartige Blutungen (evtl. Simuliiden in Ohrmuschel nachweisbar)

Klinik von Gnitzen(-Befall) (z.B. Culicoides)

  • eine der Ursachen von Sommerekzem/Sommerdermatitis Pferd (allergische Reaktion auf Speichel der Culicoides)
     
  • Stiche sehr schmerzhaft. Bei Massenbefall starke Abwehrreaktionen. Bläschenbildung, Juckreiz möglich.

Bekämpfung von Kriebelmücken und Gnitzen

  • Prädilektionsstellen mit Insektizid besprühen
  • Rind: nur nachts auf Weide; pour-on (Pyrethroide oder Flumethrin)
  • Pferd: Ohrenschützer, Repellenzien an Ohrmuscheln (EquiRepell®)

Nenne drei Gattungen von Stechmücken sowie die jeweilige Bedeutung als Vektor

  • Culex - Hausmücken
  • Aedes - Wald- & Wiesenmücken
  • Anopheles - Fiebermücken
     
  • Anopheles-Arten übertragen Malaria
  • Aedes und Culex – insb. Tigermücke – übertragen Gelbfieber, West-Nil-Virus, Zika-Virus, Filariosen (u.a. D. immitis), Encephalitis-Viren, Dengue-Fieber, Chikungunya-Virus

Zyklus, Zyklusdauer und Lebensweise von Stechmücken (Culicidae)

W. saugen Blut für Eiproduktion und -ablage

  • Ei – 4 Larvenstadien – Puppe – Imago,
  • Zyklus dauert nur 10-12d → rasch massive Populationen!
  • W. legen Eier in stehendes Süsswasser (überall!!), Ei sehr trockenresistent


 

Möglichkeiten zur Bekämpfung von Stechmücken (Culicidae)

  • Larven und Puppen:
    • künstliche Brutstätten entfernen,
    • Insektizit-Präparate in Wasser geben, gewisses Bakterium kann Mückenlarven töten (aber unspezifisch), Polystyrolkügelchen in Latrine geben, um Entwicklung der Larven z und Eiablage zu verhindern
  • Adulte:
    • Repellentien, Insektizite, Netze

Nenne die (drei) wichtigsten Arten der Familie der Bremsen

Morphologie Bremsen?

  • Tabanus bromicus       → Rinderbremse
  • Tabanus sudeticus       → Pferdebremse
  • Haematopota pulvialis→ Regenbremse
  • Chrysops-Arten
     
  • Morphologie
    • Kräftige Fliegen
    • Grosse Facettenaugen
    • Mundwerkzeug stechend-leckend
    • Farbe: schwarz-grau bis gelblich-braun

Biologie von Bremsen (Tabaniden)

(Zyklus, Flugzeit Imagines (Jahr, Witterung), Zyklen/Jahr, Ernährungsweise)

  • Flugzeit:
    • Mai bis Ende September
    • bei warmer/schwüler Witterung
  • Ernährung: Pflanzensaft - W saugt Blut vor Eiproduktion & -ablage
  • "Zyklus":
    • Überwintern als Larve möglich - bis zu 3 Jahren
    • 6-13 Larvenstadien
  • Zyklen/Jahr: 1 Zyklus pro Jahr

Bedeutung von Bremsen (Tabaniden)

(Schadwirkung, Vektorfunktion)

  • Schadwirkung =
    • Blutverlust (kann erheblich sein bei Massenbefall!);
    • Belästigung (Schmerzen), Leistungsminderung beim Tier
  • Überträger von:
    • Trypanosoma theileri (apathogen)
    • Trypanosoma. evansi,
    • Besnoitia besnoiti,
    • Anaplasmen,
    • verschiedene Virus-Arten;
    • beim Menschen in Afrika die Filarie Loa loa.

Zähle min. 4 "Fliegen" auf, die auf der Weide vorkommen.

  • Kleine Weidestechfliege (Haematobia irritans)
  • Grosse Weidestechfliege
  • Augenfliege (Musca autumnalis)
  • Euterfliege (Hydrotaea irritans)
  • Bremsen (Pferdebremse, Rinderbremse, Regenbremse...)
     

Zähle 3 "Fliegen" auf, die im Stall vorkommen.

  • grosse Hausfliege / Stubenfliege (Musca domestica)
  • kleine Hausfliege (Fannia canicularis)
  • grosser Wadenstecher (Stomoxys calcitrans)
     

Bedeutung/Biologie der kleinen Weidestechfliege (Haematobia irritans)

((Lokalisation auf Tier, 2 "klinische" Aspekte))

  • spezifischer Parasit für Rind;
  • W. fast stationär, verlassen Wirt nur für Eiablage.
  • Charakteristischerweise in grossen Mengen auf Flanke sitzend mit Kopf nach unten.
     
  • Stiche schmerzhaft. Milchleistung kann zurück gehen (25-50%).

Bedeutung/Biologie der Augenfliege (Musca autumnalis)

(Entwicklung wo, Ernährung, Vektorfunktion)

  • Larvenentwicklung in Rinderkot, Verpuppung am Boden
  • Adulte lecken Sekrete (& Blut) an Augen, Nase und Wunden bei Rindern. Lecken Blut, wenn es hat, aber stechen nicht.
  • Können Thelazien* (Augenwürmer) übertragen!
    • *männliche Fliege nimmt L1 der Thelazien aus Konjunktivalfl. des Rines auf und überträgt sie als L3 wieder mechanisch, parasitieren in Konjunkivalsack…Konjunktivitis, Keratitis, Uveitis… systemische Tx mit makroz. Laktonen; Präpatenz 3-6 Wochen, Patenz min. Jahr

Bedeutung/Biologie der Euterfliege (Hydrotea irritans)

(Lokalisation, Ernährung, Erreger/Überträger von...)

  • V.a. an Euter (Zitzen) und Kopf
  • sticht nicht!
  • lebt von Sekreten
     
  • können Erreger der Sommermastitis (Bakterien - (T. pyogenes, Staphylococcen, Streptococcen) übertragen

Bekämpfung von Fliegen auf der Weide

!

  • Bekämpfung ökologisch und aus Tierschutzgründen angezeigt!
  • Allg. wirkt Tx besser gegen stechende Fliegen als gegen nicht-stechende.
     
  • Pour-ons (breiten sich in Lipidmantel und Stratum corneum der Haut aus)
  • Wirkdauer ca. 1 Mt = 3-4 Behandl. pro Weidesaison.
  • Wdk: Pyrethroide: Deltamethrin, Flumethrin oder Cyfluthrin
  • Pfd: Derbymed® (ätherische Öle) oder EquiRepell® (auch für Reiter)

Biologie/Bedeutung der grossen & kleinen Hausfliege/Stubenfliege

  • grosse Hausfliege / Stubenfliege (Musca domestica)
    • Entwicklung in Kot von Haustieren (nicht Msch),
    • Aktionsradius 500-800m,
    • Massenvermehrung möglich unter günstigen Bedingungen
       
  • kleine Hausfliege (Fannia canicularis)
    • beso. in Schweine- & Hühnerställen, auch Rinder-.
    • Höchste Dichte Frühjahr/Frühsommer

Biologie und Bedeutung (Schadwirkung und Vektorfunktion) des grossen Wadenstechers (Stomoxys calcitrans)

  • Stechfliege, Blutsauger.
  • V.a. Rinder & Pferde.
  • Entwicklung v.a. in Rinderställen, standorts- und wirtstreu! Kleiner Aktionsradius!
  • Explosionsartige Vermehrung möglich
     
  • Bedeutung grosser Wadenstecher (Stomoxys calcitrans)
    • Schadwirkung durch Reduktion der Milch- bzw. Fleischleistung sowie
    • Vektor für Besnoitiose beim Rind (Portugal, Spanien, Frankreich)

Bekämpfung von Fliegen im Stall

!

  • Zu-/Abflug ganz verhindern (Fliegengitter etc.)
  • oder aber alles offenlassen (für Schwalben).
     
  • [Hygiene:] Regelm. vollst. Dungbeseitigung (min. wöchentl.), Tiefstreu tägl. reinigen; Ställe trocken halten. Feuchtstellen um Tränken vermeiden
     
  • Insektizide (Pyrethroide oder Organophosphate) oder Larvizide

Was ist Myiasis?

Fliegenmadenkrankheit = Invasion/Befall von lebenden Wirbeltiere mit Fliegenlarven.
Es gibt:

  • gutartige Wundmyasis (Maden fressen nur nekrot. Gewebe -> möglich für Wundpflege!)
  • bösartige Wundmyasis (Maden fressen auch gesundes Gewebe)

Zähle Fliegen auf, die Myiasis verursachen können

  • Schmeissfliegen (Calliphoridae)
    sind metallisch-blau oder grün-glänzend]; fakultative Parasiten (Ablage der Eier auf organ. Material ODER in Wunden)
    • Calliphora
    • Lucilia --> Luciliose des Schafes
  • Fleischfliegen (Sarcophagidae)
    sind grau; obligate Parasiten (Ablage von L1 auf Wirtstier)
    • Sarcophaga
    • Wohlfahrtia --> Wohlfahritose
  • - Musca und Fannia können Wund-Myasis hervorrufen

Luciliose und Wohlfahrtiose des Schafes (verursacht durch Lucilia sericata oder Lucilia cuprina bzw. Wohlfahrtia magnifica)

Zyklus, Prädilektionsstellen

  • Lucilia
    L sericata fakultativer Myiasis-Erreger - meist gutartig, L. cuprina bösartig - v.a. Südafrika, Australien
    • adulte W. legen (ca. 200) Eier auf Wollflies;
      • Prädilektionsstelle = Analregion
    • L2 bis L3 fressen Hautbestandteile, Exsudate & nekrot. Gewebe; L3 fällt ab, Verpuppung; Adulte schlüpfen an Boden (oder überwintern).
    • Zyklus dauert 4-6 Wo; 3-4 Generationen/Saison
       
  • Wohlfahrtia
    Obligater Erreger bösartiger Myasis, v.a. Süd- & Südosteuropa (noch nicht bei uns!). v.a. Schaf betroffen, aber auch andere Nutz-, Wild- Haustiere, Geflügel & Msch
    • Adulte gebären direkt L1 (vivipar)
      • Prädilektionsstellen = Genitalien, Ohren, Nase etc.
    • Zyklus sonst gleich
      • Gewebeschäden oft sehr ausgeprägt

Prädisposition und Krankheitsbild von Myiasen beim Schaf (Luciliose und Wohlfahrtiose) (verursacht durch Lucilia sericata oder Lucilia cuprina bzw. Wohlfahrtia magnifica)

  • Prädisp. langes schmutziges Fell, infizierte Wunden, Feuchtigkeit… prädisp. Rasse: Merino
     
  • charakteristischer Geruch (Maden bilden Ammoniak)
  • Entzündung, Juckreiz, Haarausfall, Tiere unruhig;
  • Vlies feucht, bräunlich verfärbt. Exsudative Dermatitis, Nekrose etc., Ammoniakintoxikation möglich (tödlich)

Diagnose und Therapie von Myiasen beim Schaf (Luciliose, Wohlfahrtiose)

  • Diagnose:
    • Maden mikrosk. sichtbar bei Adspektion der Haut (nach scheren) und der Körperöffnungen.
    • Artidentifizierung anhand Stigmenplatten möglich
       
  • Therpie:
    • Sprüh- od. Badebehandlung mit Phoxim (Sebacil®).
    • Zudem Wunddesi., Debridement, Larven entfernen
    • Flüssigkeitsersatz, AB

Bekämpfungsstrategien von Myiasen beim Schaf (Luciliose, Wohlfahrtiose)

(und beim Kaninchen)

  • Prophylaxe: oft genug Scheren, Hygiene, Trockenheit, Wunden sofort behandeln…
     
  • Bekämpfungsstrategien
    • "mulesing": Hautstücke in Hinterschenkeln entfernen zur Reduktion von Hautfalten - tierschutzrelevant!
    • "sterile male technique": Fliegen züchten, Männchen separieren und bestrahlen, sodass sie unfruchtbar werden. Millionen sterile m. Fliegen freilassen - es kann keine Nachkommen mehr geben
    • CRISPR/Cas9 editierte Fliegen
       
  • beim Kaninchen Bekämpfung/Therapie zusätzlich möglich mit Capstar(R) - tötet Maden sofort ab

Myiasis beim Hauskaninchen

(nur lesen)

  • Grosses Problem in Kaninchenhaltung. Frühjahr, Sommer; Prädilektionsstelle Analregion, Skrotalfalten; prädisp: Feuchtigkeit (DF, Stallhygiene), Verletzungen.
  • Bekämpfung und Prophylaxe wie bei Schaf, zusätzlich möglich Capstar®: tötet Maden sofort ab

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