Wirkstoffgruppen der Heilpflanzen

Verschiedene Wirkstoffgruppen und deren Wirkung, Nebenwirkung, Indikation, Kontraindikation usw.

Verschiedene Wirkstoffgruppen und deren Wirkung, Nebenwirkung, Indikation, Kontraindikation usw.


Sabi Hoste
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Wirkstoffgruppen von Heilpflanzen, insbesondere Glykoside, Alkaloide und Saponine. Sie beleuchten deren Eigenschaften, Wirkungen, Anwendungen und mögliche Nebenwirkungen, wie etwa die reizenden Effekte von Senföl-Glykosiden oder die gefäßabdichtenden Eigenschaften von Cumarinen. Ideal für Medizinstudenten und Pharmazeuten, die sich mit der Pharmakologie von Heilpflanzen vertraut machen möchten.
Karten
56
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
30.07.2021 / 11.02.2025

Lernkarten

Was gilt es bei der Wirkungsweise von Flavonen zu beachten?

Es handelt sich hier um Stoffe, welche auf das Parenchym von Organen wirken.

Beispiele:

  • Mariendistel -> Leberparenchym
  • Weissdorn -> Herzparenchym
  • Ginkgo -> Hirnparenchym

Saponin- Glykoside (Saponine): welches sind allgemeine Wirkungen?

  • Indirekte Wirkung durch Reizung der Schleimhäute
  • senken Oberflächenspannung
  • erhöhen Oberflächenaktivität
  • schleimlösend, auswurffördernd
  • entzündungshemmend

In welchen Systemen wirken Saponin- Gklykoside und auf welche weise?

Atmungstrakt:

  • auswurffördernd
  • schleimhautreizend, sekretionsanregend -> verdünnt Schleim, Flimmerepithel kann effektiver Arbeiten
  • schleimlösend

Wikrung stärker als die der ätherischen Öle.

Harntrakt:

  • Steigerung der Harnmenge durch Reizung des Nierenepithels
  • dadurch verstärkte Stickstoffausscheidung

Immunsystem:

  • antibiotisch
  • antimykotisch
  • antiviral

Verdauungstrakt:

  • resorptionsfördernd ->verbessern Aufnahme anderer Stoffe
  • verdauungsfördernd: Sekretionsanregend auf Verdauungsdrüsen
  • abführend

Humoral:

  • bei Harnsaurer Diathese/ Kristallose: Einsatz von Sarsaparilla

Was gilt speziell zu beachten bei der Einnahme von Saponinen?

  • beschleunigen die Resorption anderer Wirkstoffe
  • bei zusätzlicher Einnahme von Digitalispräparaten: Aufnahme ist erhöht, d.h. 2h Wartezeit
  • Saponine im Blut: führt zu Hämolyse
  • M. Crohn: Saponineinnahme nur, wenn Dünndarm nicht betroffen ist
  • C. ulcerosa: Einnahme möglich

Welche Nebenwirkungen können bei Saponinen auftreten?

Direkt ins Blut eingeführt: fast alle Saponine giftig

  • Krämpfe, Atemlähmung
  • Hämolyse

Nenne 3 spezifische Saponine:

  • Aesculus- Saponine: ödemhemmend, venentonisierend
  • Glycyrrhiza- Saponine: antiphlogistisch, corticomimetisch, durchblutungssteigernd
  • Hedera- Saponine: spasmolytisch, stark mykotisch

Cumarin- Glykoside (Cumarine): Welches sind ihre Eigenschaften?

  • häufig geruchlose Vorstufe in frischer Pflanze
  • Cumarinbildung während des welkens/ trocknens
  • ist das Cumarin bereits in frischer Pflanze enthalten, ist ein typischer Geruch vorhanden (Bsp. Waldmeister)

Welches sind allgemeine Wirkungen von Cumarinen?

->lipophil, Aufnahme in Magen- Darmtrakt gut

  • Gerinnungshemmend (Verdrängung des Vitamin K)
  • gefässspasmolytisch, gefässabdichtend
  • ödemhemmend
  • entzündungshemmend
  • lymphflussfördernd
  • fiebersenkend
  • beruhigend
  • krampflösend

Wo sind Cumarine induziert?

  • Kopfschmerzen
  • Ven. Insuffizienz
  • nächtliche Wadenkrämpfe
  • Hämorrhoide
  • Lymphstauungen
  • Ödemprophylaxe

Was sind Kontraindikationen von Cumarinen?

  • Schwangerschaft (Plazentablutungen möglich)
  • bei Überdosierung (<4g): Kopfschmerzen, Erbrechen, Durchfall
  • Fotosensibilisierung/ Wiesendermatitis bei Ablagerungen in Haut

Alkaloide: was sind ihre Eigenschaften?

(arabisch: al quali = kalzinierte Asche)

  • Stickstoffhaltige Pflanzenbase; 1 Base als Wikrstoff + 1 Säure
  • für viele religiösen/ schamanischen Handlungen wichtig
  • giftige Alkaloide sind verschreibungspflichtig (ausser in Spagyrika, Homöophatika)

Wie wirken Alkaloide allgemein?

  • sie greifen in chemische Prozesse ein
  • Wirkung auf das Nervensystem (zentral und vegetativ)
  • chemischer Aufbau: zum Teil ähnlich mit bestimmten Neurotransmittern

Beispiel: Atropin: ähnlich wie Neurotransmitter Acetylcholin: steuert Parasympatikus

Wie und in welchen Systemen wirken Alkaloide spezifisch?

Atemtrakt:

  • auswurffördernd (z.B. Brechwurz)
  • hustenreizdämpfend (z.B. Codein, aus Schlafmohn)
  • sekretolytisch

Nervensystem:

  • beruhigend (z.B. Schlafmohn)
  • anregend (z.B. Coca)
  • schmerzstillend

Herz- Kreislaufsystem:

  • blutdrucksenkend (z.B. Rauhwolfia)
  • blutdrucksteigernd (z.B. Ephedrin aus Ephedra)

Haut:

  • entzündungswidrig (z.B. Wallwurz !PA- frei!)

Harntrakt:

  • entwässernd (z.B. Berberitze)

Verdauungstrakt:

  • speicheltreibend
  • speichelhemmend (z.B. Tollkirsche)
  • verdauungsfördernd (z.B. Paprica)

Was gilt es zu beachten bei der Kombination zwischen Alkaloid- und Gerbstoffdrogen?

Gerbstoff- und Alkaloiddrogen dürfen nicht gemischt genommen werden, da Gerbstoff Alkaloide wasserunlöslich ausfällt.

Zubereitungsform bei Tee beachten:

  • Alkaloidwirkung erwünscht: Max. 5 Minuten ziehen lassen
  • Gerbstoffwirkung erwünscht: länger als 5 Minuten ziehen lassen

Was sind Nebenwirkungen von Alkaloiden?

Alkaloid- haltige Pflanzen sind Vertreter der stärksten Pflanzengifte!

Bei Überdosierung/ falscher Anwendung können sie zum Tod führen.

Können zu Gewöhnung/ Sucht führen.

6 wichtige Alkaloide:

  • Atropin: schmerzstillend, krampflösend, -> Tollkirsche
  • Codein: schmerz- hustenstillend, hustenreizlindernd (Vorsicht Abhängigkeit!), ->Schlafmohn
  • Morphin: schmerzlindernd (Wirkung auf Grosshirn; Rauschzustände/ Abhängigkeit mögl.), ->Schafmohn
  • Ephedrin: blutdrucksteigernd, lähmend/ erschlaffend (Bronchialmuskulatur), krampflösend (Husten), ->Meerträubchen
  • Solanin: lokal stark reizend, schmerzstillend, Peristaltik anregend, ->Kartoffel
  • Mutterkorn (Pilz): bei Migräne, M.parkinson, Abstillen, Nachgeburtsperiode, ->Mutterkornpilz

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