Neurolinguistische Termini
Aphasiologie / Logopädie
Aphasiologie / Logopädie
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Flashcards
Dysarthrie
Verwaschene, mühevolle Artikulation, die meist von Störungen der Phonation und des Sprechrhythmus begleitet ist und die Sprechanstrengung hervorruft
Dysprosodie
Abweichungen in Sprechmelodie und / oder Sprechrhythmus bzw. in der Satzintonation, im Wort- und Satzakzent
Echolalie
Wiederholen von Äußerungen des Untersuchers mit oder ohne leichte Umformung in Wortstellung und Wortwahl
Reflexionsformen
Endungen von Nomen, Verben und Adjektiven
Flüssigkeit der Sprachproduktion
Flüssig: Durchschnittliche Phrasenlänge von mehr als fünf Wörtern, bei wenigen Unterbrechungen und bei normaler Sprechgeschwindigkeit
Nichtflüssig: Durchschnittliche Phrasenlänge von weniger als fünf Wörtern, bei vielen Unterbrechungen und bei verlangsamter Sprechgeschwindigkeit
Jargon
Bei flüssiger Sprachproduktion sinnlose Aneinanderreihung von Wörtern und Redefloskeln (semantischer Jargon) bzw. von phonematisch veränderten Wörtern und phonematischen Neologismen (phonematischer Jargon)
Neologismen
Wörter, die in der Standardsprache aus lautlichen bzw semantischen Gründen nicht vorkommen (phonematischer bzw. semantischer Neologismus)
phonematische Paraphasie
Lautliche Veränderung eines Wortes durch Substitution, Auslassung, Umstellung oder Hinzufügung einzelner Laute
(z. B. Spille statt Spinne, Tock statt Stock, Urine statg Ruine, Bansane statt Banane, Vergebrecher statt Verbrecher)
semantische Paraphasie
Fehlerhaftes Auftreten eines Wortes der Standardsprache, das zum Zielwort entweder eine bedeutungsmäßige Ähnlichkeit Art oder grob davon abweicht
(z. B. Mutter start Frau, einbringen start einbrechen, Bart start Hemd, Telefon wo man zumachen kann statt Kühlschrank)
In der Spontanspracbe sind semantische Paraphasien oft nur als semantisch abweichende Kombinationen von Wörtern in Sätzen erkennbar
(z. B. Ich kann schwer erzählen... Ich kann Ihnen von einer ärztlichen Sache alles geben aber dann hab ich es doch nicht gesprochen.)
Phrase
Abfolge von Wörtern, die aufgrund syntaktiscb-semantischer und / oder prosodischer Merkmale zusammengehören (kleinste Redeeinheit)
Recurring utterances
Sprachautomatismen, die ausschließlich aus aneinandergereihten Abfolgen von Silben,
(z. B. dododo, tatata, tantan)
Wörtern oder Phrasen
(z. B. Auto Auto, pitte Lilli, schönen Tag - guten Tag)
bestehen.
Redefloskel
Inhaltsleere Redewendungen von unterschiedlicher Länge und unterschiedlichem Grad an Idiomatisierung, die im Gegensatz zu Stereotypien während des Gespräches nicht mehrfach wiederkehren
(z. B. Mal so mal so, na Sie wissen schon, da hab' ich das gemacht, da liegt es schon mal drin, dass ich das schon mal hab)
Satzverschränkungen
Überschneidung von aufeinanderfolgenden Satzstrukturen oder Zusammenziehen von zwei Seiten zu einem
(z. B. dann kann ich auch fünf Minuten später weiß ich immernoch nicht, ich bin alles weggekommen... hab alles verloren)
Kurze, einfache Sätze
Sätze mit Subjekt und Prädikat ohne Einbettungen, ausschließlich Nebenordnungen von Sätzen
Lange, komplexe Sätze
Sätze mit Einbettungen von einem oder mehreren Nebensätzen, Infinitivsätzen oder attributiven Ergänzungen
Sprachanstrengung
Schwierigkeit, Gedanken sprachlich auszudrücken aufgrund von Wortfindungsstörungen sowie Störungen in der Wort- und Satzbildung
Sprachautomatismus
Häufig wiederkehrende formstarre Äußerung, die aus neologistischen Silbenabfolgen, beliebigen Wörtern oder Phrasen besteht und die weder lexikalisch noch syntaktisch in den sprachlichen Kontext passt und die Pat. gegen die von Gesprächspartner:in erwartete Intention hervorbringt
Sprachäußerung
Vokale Äußerung, die nicht notwendigerweise sinnvoll ist, in der jedoch eine Kette von einzelnen sprachlichen Lauten vorliegt, im Gegensatz zu nichtsprachlichen, vokalen Äußerungen, wie husten, lachen, räuspern, niesen, stöhnen, etc.
Sprechanstrengung
Sprechmotorische Schwierigkeiten aufgrund einer Beeinträchtigung von Artikulation, Phonation und des Sprechrhythmus
Sprechgeschwindigkeit
Anzahl von Wörtern pro Minute (W/min.)
sehr langsam: weniger als 50
langsam: 50-90
normal: mehr als 90
--> Pausen sind nicht zu berücksichtigen
Stereotypien
Formstarre Floskeln, die ständig wiederkehren
(z. B. undsoweiter, meine Güte, Donnerwetter, ach ja, ach Gott, Sie wissen schon was ich meine)
Verdoppelung von Satzteilen
Mehrfaches Vorkommen eines Satzteiles in verschiedenen Positionen des Satzes
(z. B. auch nicht ich selber kann mir da nicht helfen)
Wortfindungsstörung
Stocken im Sprachfluss bzw Satzabbruch, wobei Pat. offensichtlich ein bestimmtes Wort zur Bezeichnung von Objekten, Ereignissen, Eigenschaften oder Tätigkeiten nicht zur Verfügung steht; stattdessen häufig sprachliche Ersatzstrategien, wie Ausweichen in Redefloskeln, Beschreiben von Gebrauch oder Eigenschaft, Ausweichen in Pantomime, Fortführen des Themas in variierter Form
Funktionswörter
Wörter wie Artikel, Pronomen, Präpositionen, Vorsilben, die überwiegend syntaktische Relationen im Satz ausdrücken
Inhaltswörter
Wörter wie Nomen, Verben, Adjektive, Adverbien mit eigenständiger Bedeutung im Satz
Störung in der Wortformaktivierung
Stocken im Sprachfluss, wobei offensichtlich ein bestimmtes Wort nicht zur Verfügung steht. Stattdessen kommt es zu Interjektionen, Redefloskeln, Wortwiederholungen oder Satzabbrüchen. Die Bedeutung des Wortes ist klar und der Artikel wird häufig schon genannt. Das Wort kann kompensatorisch gut umschrieben werden. Bei der Suche nach der korrekten Wortform kommt es zu phonematischen Paraphasien. Das Wort liegt Pat. auf der Zunge. (tip of the tongue Phänomen)
Ich habe dann mit meiner Mu äh, nein, was sag ich denn, nicht Mutter, sondern mit meiner ja meiner Sches äh also Bruder aber so ähnlich... es liegt mir auf der Zunge.
Perseveration
Unbeabsichtigte und unpassende Wiederholung eines zuvor aktivierten Wortes oder Satzteils, wobei der (sprachliche) Kontext eine neue Reaktion verlangt. Semantische, prosodische oder morphosyntaktische Merkmale weisen auf eine Perseveration hin.
Vor zwanzig Jahren habe ich meine Frau geheiratet und dann kam auch schon bald meine älteste Frau auf die Welt.
Redefloskel
inhaltsleere Redewendung, die
- variabel in Wortwahl und Länge und
- vereinzelt auftritt
Mit einer farte zu einem wie sagt man einfach oder ich wie heißt das...
Stereotypie
Ein Wort oder eine Redefloskel, das/die
- kontextadäquat, aber
- formstarr ist und
- ständig wiederkehrt
Ach das kann ich nicht. Also ich bin... nein ich wollte schon äh... das kann ich nicht... ich wollte zuerst nach Hause und dann äh... zu Hause äh... ach... das kann ich doch nicht.
Ein- und Zweiwortsätze
Aneinanderreihung einzelner Inhaltswörter ohne grammatische Verknüpfung
Ja also Mann.. Und Tochter zwei... und üben und schreiben... und Wochenende äh spazieren.
Kurze, einfache Sätze bzw unvollständige Sätze
Sätze mit Subjekt und Prädikat ohne Einbettungen von attributiven Ergänzungen oder Nebensätzen
Zuerst äh bewusstlos war ich und so... Mein Mann äh... telefonieren... Und dann ja mit Krankenwagen also dann äh... Klinik fahren... Und das war äh... ach ich kann das nicht.
Satzabbruch
Fehlende Funktionswörter
Fehlende Flexionsformen
Ein begonnener Satz wird unvollständig abgebrochen, erkennbar auch an prosodischen Merkmalen (Sprechmelodie, Sprechrhythmus). Auslassen von Artikeln, Pronomen, Präpositionen. Fehlende Deklination von Nomen, Adjektiven oder Artikeln bzw. fehlende Konjugation von Verben. Redefloskeln werden hingegen grammatisch korrekt gebildet.
Früher war ich äh gern Fußball aber jetzt... Probleme äh gehen und äh sprechen und laufen äh... Äh kann ich nicht sprechen äh des is ho äh hinfällig.
Paragrammatismus:
Lange, komplexe Sätze
Sätze mit Einbettungen von attributiven Ergänzungen oder Nebensätzen, die dadurch oft auffällig lang und verschachtelt sind.
Die Mutter sieht sehr traurig aus und man sieht ihr an, dass sie gar nichts an sich denkt jetzt, wenn sie den Teller mit dem, ja wenn eben die beiden schon abgetrockneten Tassen und den anderen Teller, der schon fertig war äh hat sie nachher oder wird sie noch immer mal mit dem Geschirr hantieren.
Paraphasie:
Satzverschränkung
Überschneidung von zwei Satzstrukturen, die ohne sprachliches Suchverhalten in einem Intonationsbogen gesprochen werden. Dabei ist das verschränkende Satzteil sowohl Bestandteil des ersten wie auch des zweiten Satzes.
Ich wollte ja eigentlich am Abend hat meine Frau angerufen.
Paraphasie:
Verdopplung von Satzteilen
Identische Satzteile werden innerhalb eines Satzes unpassend wiederholt, wobei im Gegensatz zur Perseveration an dieser Stelle kein (anderes) Wort oder Satzteil erforderlich wäre.
Ich hab ja Fußball gerne im Verein gerne Fußball gespielt.
Wie soll ich das sagen sollen?
Paraphasie:
Falsche Flexionsform
Unpassende Deklination von Nomen Adjektiven, Artikeln und Pronomen bzw unpassende Konjugation von Verben.
Das äh das kann ich schon jeden Tagen lang trainierst und so weiter.
Mein Freund will mir morgen besuchen.
Neologismus
Conduite d'approche
Stufenweises semantisches oder phonematisches Annähern an ein Zielwort im Rahmen eines Selbstkorrekturversuches.
Das mit dem Salt äs Schalk äh nein nicht Schag, Schlag genau, das war ja schon in langer Zeit.
Neologismus:
Conduite d'écart
Stufenweises semantisches oder phonematisches Abdriften von einem Zielwort im Rahmen eines Selbstkorrekturversuches.
Und dann sind wir in die Klinek äh nein in die Kliner oder Ki Kiner Kinel nein ach dahin halt hierher.
Semantischer Neologismus
Zusammengesetztes Wort (Nomen-Compositum), das in der Standardsprache nicht üblich ist.
Ich kann ja immernoch mit dem Eiergarten hantieren.
Phonematischer Neologismus
Lautliche Veränderung eines Wortes, die dazu führt, dass ein Zielwort nicht mehr erkannt wird.
... und zwo zwei äh Uksenstein... ne bin ich dann gleich wieder aufgeschoben und aber noch mehr nazu daheim zu ru zugelupst hätten ne...