EP 2.2 Physiologie Verdauung

nur die wichtigsten Sachen, die man wissen sollte (isch doch chli usgartet...)

nur die wichtigsten Sachen, die man wissen sollte (isch doch chli usgartet...)


L. S.
Diese Lernkarten behandeln die Physiologie der Verdauung auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Funktionen der Leber, des Pankreas und des Dünndarms, sowie auf die Rolle von Hormonen wie Insulin und Cortisol. Die Karteikarten beleuchten auch die Verdauung bei Tieren, einschließlich der Bedeutung von Pansen und die Auswirkungen von Mangelernährung. Ideal für Medizinstudenten, die ein tiefes Verständnis der Verdauungsprozesse und ihrer Regulation erlangen möchten.
Karten
209
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
20.06.2021 / 05.05.2022

Lernkarten

Vitamin-B12-Mangel durch Pankreasinsuffizienz

  • normale Physiologie
  • Physiologie bei Mangel

 

  • Vitamin-B12 bindende (R-)Proteine binden Vitamin B12 viel stärker als der Intrinsic Factor (der jedoch für die Absorption von Vitamin B12 im Dünndarm essenziell ist)
  • werden normalerweise von (pankreatischen und anderen) Proteasen im Darm abgebaut
  • bei Mangel wegen Pankreasinsuffizienz
    • Vitamin B12 wird nicht von den R-Proteinen abgetrennt
    • Vitamin B12 kann sich nicht an den Instrinsic Factor binden
    • Malabsorption von und Mangel an Vitamin B12

Welcher Blutparameter (Vitamin) gibt Hinweis auf bakterielle Überwucherung im Dünndarm?

↑Folsäure

  • Chlorophyllhaltige Zellen, v.a. in grünen Blättern. Synthetisiert durch Mikroorganismen (Dünn- und Dickdarm).
  • Absorption im proximalen Dünndarm
  • Bei bakterieller Überwucherung im Dünndarm ➡️ Folsäuresynthese↑ ➡️⬆️Folsäureabsorption & -konzentration im Blut. 

Gastrale Sättigungssignale beim Monogastrier

  • Dehnung der Magenwand: via Mechanorezeptoren, Weiterleitung der Info an das ZNS via afferente Vagusfasern.
  • humorale Signale: via Chemorezeptoren, Weiterleitung der Info ("Sättigungshormon") an das ZNS via Blut. Gibt sehr viele Signale, die eine Rolle spielen und auch interagieren miteinander.

Gastrale Sättigungssignale beim Wiederkäuer

  • Signale ausgehend v.a. von den Vormägen.
  • Hemmung der Futteraufnahme durch
    • Flüchtige FS bzw. erhöhte Osmolarität (Zunahme postprandial), Weiterleitung der Info an das ZNS durch afferente Vagusfasern: "physiologische Regulation".
    • Dehnung der Vormagenwand (v.a. Pansenwand) v.a. bei rohfaser-reichen Rationen, z.B. Heu, Stroh (-> physikalische Regulation der Nahrungsaufnahme). Weiterleitung der Info an das ZNS durch afferente Vagusfasern: "physikalische Regulation".

Intestinale Sättigungssignale (2 versch. Rezeptorarten)

  • Hemmung der Nahrungsaufnahme durch präabsorptive Signale:
    • Chemorezeptoren: registrieren Zusammensetzung z.B. an Aminosäuren, Glucose, Lipiden
    • Osmorezeptoren: registrieren Osmolarität des Darminhalts. Leiten Information an das ZNS via afferente Vagusfasern und humorale Signale (z.B. Cholecystokinin, CCK).

mit welchem Gewürz kann Nahrungsaufnahme gesteigert werden?

  • Hemmung der vagalen Informationsübertragung durch Verabreichung von Capsaicin (= Bestandteil des roten Pfeffers; Neurotoxin; Alkaloid) -> Nahrungsaufnahme ↑

Hepatische Sättigungssignale

  • Hemmung der Nahrungsaufnahme durch postabsorptive Signale, d.h. absorbierte Nährstoffbestandteile, die via Pfortader zur Leber gelangen: Glukose, Laktat, Pyruvat, b-Hydroxybutyrat (beim Wdk), kurz-, mittel- und langkettige FS, AS, Glycerin.
  • Interaktion der Metaboliten mit Chemorezeptoren der Hepatozyten.

endokrine Sättigungssignale

NA via B-Rezeptor

endokrine Sättigungssignale

endokrine Sättigungssignale

endokrine Sättigungssignale

Stimulation des Futterverzehrs

NA via a2-Rezeptor!!! Hemmend via B-Rezeptor

Stimulation des Futterverzehrs

Stimulation des Futterverzehrs

Stimulation des Futterverzehrs

Östrogene hemmen

Wie wirkt Cholecystokinin (CCK)?

als Sättigungshormon

  • Sekretion postprandial
  • hemmt Nahrungsaufnahme

NW, wenn zu viel CCK

Erbrechen -> Schutz des Magens vor Überladung

Wirkungsweise von Cholecystokinin (CCK)

  • Effekte von CCK erfolgen indirekt nach Interaktion mit A-Rezeptoren im Duodenum & Jejunum (→ Hemmung der Magenentleerung & neurale Weiterleitung via vagale Afferenzen an ZNS) und direkt durch B-Rezeptoren im Hypothalamus.
  • → Im Hypothalamus vermehrte Freisetzung von anorexigenen Substanzen [v.a. Corticotropin Releasing Factor (CRF) und Serotonin] → Futteraufnahme ↓.

Mechanismus: Warum können Msch & Tiere nicht effizient Fettdepots reduzieren?

Kreislauf:

  • Futteraufnahme ↑
  • → Insulin (produziert in Pankreas)↑
  • → Fettdepots werden aufgefüllt↑
  • → Leptin (produziert in Fettzellen)↑
  • → Neuropeptid Y (produziert v.a. in Hypothalamus)↓
  • → Futteraufnahme↓
  • → Insulin↓ (Insulin wirkt inhibierend auf Lipolyse)
  • → Fettdepots abgebaut↓
  • Wieder von vorne

Was vermittelt Hunger/Appetit im Hypothalamus?

Leptin↓ 

dann via NPY, AGRP -> Orexin ↑ -> Appetit ↑

Funktion Agouti-related Protein (AGRP)

Das Agouti-Gen & das AgRP-Gen haben strukturell sehr grosse Gemeinsamkeiten, aber funktionell grosse Unterschiede.

 

  • Agouti Signalling peptide (Agouti Gen) interagiert mit dem Melanocortin R 1 (im Gegensatz zum AgRP, das mit dem MC4-R interagiert). Interaktionen zwischen beiden Systemen kann es bei Überexpression des Agouti Gens geben, so dass bestimmte Farbtypen z.B. mit Verfettung einhergehen.
  • AGRP: co-lokalisiert mit NPY im Hypothalamus. 
    • Melanocortin-Rezeptor-4-Antagonist
    • → verhindert Appetithemmung ⇒ Appetitsteigerung

Bedeutung von Area postrema (AP) & Nucleus tractus solitarii (NTS) für die Regulation der Nahrungsaufnahme

  • AP & NTS haben keine Blut-Hirnschranke & können deshalb die im Blut zirkulierenden Substanzen (Metaboliten, Hormone) mittels Sensoren/Rezeptoren registrieren, die Information in neurale Signale umwandeln & an andere Gehirnareale (speziell Hypothalamus) weitergeben.
  • Im NTS enden auch afferente Fasern des Vagusnervs (Fasern aus GI-Trakt, Pankreas und Leber).
  • NTS gilt daher als wichtigste Relaisstation für Übermittlung peripherer Feedbacksignale zum Hypothalamus und von dort an andere Hirnzentren (limbisches System, Hirnrinde).

Hemmung der Futteraufnahme durch Ketonkörper bei der Milchkuh?

  • BHBA (Ketonkörperkonzentration) steigt im ZNS in der Frühlaktation an.
  • Wenn BHA (Beta-Hydroxy-Butyrat) ansteigt → Wirkung auf Appetit.
  • BHBA reduces AMPK-mediated expression of the orexigenic AGRP (Agouti-Related Protein)
    • →Reduzierter Hunger → reduzierte Futteraufnahme!

Funktionen des Dickdarms

  • Speicherung des Chymus
  • Regulation von Kotmenge und Kotzusammensetzung
  • Mikrobieller Abbau von organischer Substanz und mikrobielle Syntheseleistungen
  • Epithelialer Transport von Elektrolyten, Endprodukten des mikrobiellen Stoffwechsels und Wasser.
  • Resorption von Wasser & Elektrolyten!!

Puffersysteme im DiDa - Speziesunterschiede

  • HCO3- (Schwein, Pferd)
  • H2PO4- /HPO42- (Fleischfresser; weil proteinreiche Nahrung → DNA → Phosphat)

Dickdarm: mikrobielle Vitaminsynthese

  • Ähnlich wie in Vormägen Synthese Vitamine der B-Gruppe und Vitamin K
  • Geringe Resorptionsfähigkeit des Dickdarmepithels für Vitamine
  • Signifikanter Beitrag nur bei Tieren mit Koprophagie/Caecotrophie (Wiederaufnahme des ausgeschiedenen Mikrobenproteins & Vitamine und Passage/Absorption im Dünndarm! → Nager, Kaninchen)

Dickdarm: mikrobieller Fett-/Steroid-/Gallensäuren-Stoffwechsel

  • Keine nennenswerte Fettresorption → langkettige FS v.a. über Faeces ausgeschieden
  • Mit Sulfat & Glucuronat konjugierte natürliche & synthetische Steroide können mit der Galle in den Darm abgegeben werden → durch mikrobielle Sulfatasen und Glucuronidasen dekonjugiert und durch Redoxreaktionen, Hydroxylierungen, Dehydroxylierungen und Dehydrogenierungen metabolisiert → anstatt Ausscheidung → wird wieder umgebaut & kann wieder aufgenommen werden → z.B. Halbwertszeit von Medis kann unerwünscht länger dauern

Dickdarm: mirkobieller KH-Stoffwechsel

  • Anaerobe Bedingungen
  • Kohlenstoff- und Energiequelle für Dickdarmflora
  • V.a. Zellwandbestandteile pflanzlichen Ursprungs (keine körpereigenen Enzyme): Cellulose (β-glycosidische Bindung), Nicht-Cellulose-Polysaccharide wie Hemicellulosen, Pectin, Inulin, Guar, pfl. Gummi
  • Kurzkettige FS (SCFA) als Endprodukte (Acetat, Propionat, Butyrat) bei allen Spezies etwa gleich

Wie geschieht die Wasserresorption im DiDa?

  • Flüssigkeitsaufnahme durch aktiven Na+-Transport angetrieben.
  • Auch Sezernierung von Elektrolyten sekundär aktiv ins Darmlumen
  • Wasser strömt osmotisch nach
  • Sowohl sezernierende als auch resorbierende Zellen

Na-Mangel. Was geschieht, um eine Resorptionssteigerung zu erreichen?

Bei Na+-Mangel von NNR Aldosteron ausgeschüttet → Einbau von Na-Kanälen in Bürstensaummembran, Steigerung der Na+-Resorption im distalen Colon

Dickdarm: Sekretion anorganischer Ionen (welches ist das wichtigste?)

  • Cl--Sekretion
  • Neuronal vermittelt unter physiolog. Bedingungen (Dehnung der Darmwand, höhere Dehnung → mehr Sekretion)
  • Pathophysiol. Bedingungen (Diarrhoe)
  • Hauptantriebskraft für Cl--Ausstrom ist Membranpotenzial
  • HCO3--Sekretion über Cl-/HCO3--Austauscher
  • K+ -Ionen aktiv sezerniert

Wassertransport im Dickdarm

  • Kein aktives Transportsystem für Wasser
  • Passiv entlang von osmotischen Gradienten
  • Aufgrund aktiver Resorption von Na+ und Cl- werden Zwischenzellräume gegenüber dem Darmlumen hyperosmolar. Wasser strömt aus Darm hinaus.
  • Dieser osmotische Gradient treibt Wasserstrom aus Darmlumen ins Interstitium der Mucosa an
  • Osmolarität speziesabhängig -> Grad der Koteindickung speziesabhängig

Wie wird die Cl-Sekretion reguliert?

(3 intrazelluläre Wege)

Cl--Sekretion über drei intrazelluläre Second-MessengerSysteme reguliert: cAMP-, cGMP- und Ca2+-Signalweg

gleichzeitig Hemmung der NaCl-Resorption

Welche Transmitter fördern die Elektrolyt- & Wasserresorption (& hemmen gleichzeitig die Sekretion)?

  • Somatostatin
  • Neuropeptid Y
  • Noradrenalin

Wieso scheiden Kaninchen tagsüber Hartkot, in der Nacht aber Weichkot aus?

Aldosteron (aus NNR), zirkadianer Rhythmus → Kaninchen geben tagsüber Hartkot (tagsüber hohe Aldosteronkonzentration) und nachts Weichkot ab → Veränderung des Na+-Transportes (+ Zahl der Na-Kanäle) als Ursache für unterschiedlichen Wassergehalt der Faeces. Kaninchen fressen Kot meistens in der Nacht

welche Transmitter fördern die Sekretion von Wasser & Elektrolyten?

  • Acetylcholin
  • vasoaktives intestinales Peptid (VIP)

Welche Art von Peristaltik kommt ausschliesslich im Dickdarm vor?

Antiperistaltik (= Kontraktionswelle entgegen der normalen Bewegungsrichtung → Nahrung kann wieder zurückgeschoben werden) → Verlängerung der Dauer des Aufenthaltes → gesteigerte Wasserresorption

Was ist Mekonium?

Mekonium (Darmpech) = erste Darmentleerung steriles Exkretionsprodukt (mikrobielle Besiedelung erfolgt erst danach) v.a. Wasser, Mucin, Cholesterol, Seifen, Mineralstoffe, Galle auch Fruchtwasserinhalt: Haare, Epithelzellen

Kalziumstoffwechsel: Gegenspieler zu PTH

Calcitonin

Kalziumstoffwechsel: Wirkung von PTH

  • Ca tief -> PTH freigesetzt aus NNR
  • PTH bewirkt Knochenresorption
  • Ca-Retention in Nieren
  • Aktivierung 1-a-Hydroxylase -> für Vitamin D
    • 1,25-Vit D bewirkt erhöhte Ca-Aufnahme im Darm

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