EP 2.2 Physiologie Verdauung
nur die wichtigsten Sachen, die man wissen sollte (isch doch chli usgartet...)
nur die wichtigsten Sachen, die man wissen sollte (isch doch chli usgartet...)
-
- 1 / 209
-
Lernkarten
Vitamin-B12-Mangel durch Pankreasinsuffizienz
- normale Physiologie
- Physiologie bei Mangel
- Vitamin-B12 bindende (R-)Proteine binden Vitamin B12 viel stärker als der Intrinsic Factor (der jedoch für die Absorption von Vitamin B12 im Dünndarm essenziell ist)
- werden normalerweise von (pankreatischen und anderen) Proteasen im Darm abgebaut
- bei Mangel wegen Pankreasinsuffizienz
- Vitamin B12 wird nicht von den R-Proteinen abgetrennt
- Vitamin B12 kann sich nicht an den Instrinsic Factor binden
- Malabsorption von und Mangel an Vitamin B12
Welcher Blutparameter (Vitamin) gibt Hinweis auf bakterielle Überwucherung im Dünndarm?
↑Folsäure
- Chlorophyllhaltige Zellen, v.a. in grünen Blättern. Synthetisiert durch Mikroorganismen (Dünn- und Dickdarm).
- Absorption im proximalen Dünndarm
- Bei bakterieller Überwucherung im Dünndarm ➡️ Folsäuresynthese↑ ➡️⬆️Folsäureabsorption & -konzentration im Blut.
Gastrale Sättigungssignale beim Monogastrier
- Dehnung der Magenwand: via Mechanorezeptoren, Weiterleitung der Info an das ZNS via afferente Vagusfasern.
- humorale Signale: via Chemorezeptoren, Weiterleitung der Info ("Sättigungshormon") an das ZNS via Blut. Gibt sehr viele Signale, die eine Rolle spielen und auch interagieren miteinander.
Gastrale Sättigungssignale beim Wiederkäuer
- Signale ausgehend v.a. von den Vormägen.
- Hemmung der Futteraufnahme durch
- Flüchtige FS bzw. erhöhte Osmolarität (Zunahme postprandial), Weiterleitung der Info an das ZNS durch afferente Vagusfasern: "physiologische Regulation".
- Dehnung der Vormagenwand (v.a. Pansenwand) v.a. bei rohfaser-reichen Rationen, z.B. Heu, Stroh (-> physikalische Regulation der Nahrungsaufnahme). Weiterleitung der Info an das ZNS durch afferente Vagusfasern: "physikalische Regulation".
Intestinale Sättigungssignale (2 versch. Rezeptorarten)
- Hemmung der Nahrungsaufnahme durch präabsorptive Signale:
- Chemorezeptoren: registrieren Zusammensetzung z.B. an Aminosäuren, Glucose, Lipiden
- Osmorezeptoren: registrieren Osmolarität des Darminhalts. Leiten Information an das ZNS via afferente Vagusfasern und humorale Signale (z.B. Cholecystokinin, CCK).
mit welchem Gewürz kann Nahrungsaufnahme gesteigert werden?
- Hemmung der vagalen Informationsübertragung durch Verabreichung von Capsaicin (= Bestandteil des roten Pfeffers; Neurotoxin; Alkaloid) -> Nahrungsaufnahme ↑
Hepatische Sättigungssignale
- Hemmung der Nahrungsaufnahme durch postabsorptive Signale, d.h. absorbierte Nährstoffbestandteile, die via Pfortader zur Leber gelangen: Glukose, Laktat, Pyruvat, b-Hydroxybutyrat (beim Wdk), kurz-, mittel- und langkettige FS, AS, Glycerin.
- Interaktion der Metaboliten mit Chemorezeptoren der Hepatozyten.
endokrine Sättigungssignale
NA via B-Rezeptor
endokrine Sättigungssignale
endokrine Sättigungssignale
endokrine Sättigungssignale
Stimulation des Futterverzehrs
NA via a2-Rezeptor!!! Hemmend via B-Rezeptor
Stimulation des Futterverzehrs
Stimulation des Futterverzehrs
Stimulation des Futterverzehrs
Östrogene hemmen
Wie wirkt Cholecystokinin (CCK)?
als Sättigungshormon
- Sekretion postprandial
- hemmt Nahrungsaufnahme
NW, wenn zu viel CCK
Erbrechen -> Schutz des Magens vor Überladung
Wirkungsweise von Cholecystokinin (CCK)
- Effekte von CCK erfolgen indirekt nach Interaktion mit A-Rezeptoren im Duodenum & Jejunum (→ Hemmung der Magenentleerung & neurale Weiterleitung via vagale Afferenzen an ZNS) und direkt durch B-Rezeptoren im Hypothalamus.
- → Im Hypothalamus vermehrte Freisetzung von anorexigenen Substanzen [v.a. Corticotropin Releasing Factor (CRF) und Serotonin] → Futteraufnahme ↓.
Mechanismus: Warum können Msch & Tiere nicht effizient Fettdepots reduzieren?
Kreislauf:
- Futteraufnahme ↑
- → Insulin (produziert in Pankreas)↑
- → Fettdepots werden aufgefüllt↑
- → Leptin (produziert in Fettzellen)↑
- → Neuropeptid Y (produziert v.a. in Hypothalamus)↓
- → Futteraufnahme↓
- → Insulin↓ (Insulin wirkt inhibierend auf Lipolyse)
- → Fettdepots abgebaut↓
- Wieder von vorne
Was vermittelt Hunger/Appetit im Hypothalamus?
Leptin↓
dann via NPY, AGRP -> Orexin ↑ -> Appetit ↑
Funktion Agouti-related Protein (AGRP)
Das Agouti-Gen & das AgRP-Gen haben strukturell sehr grosse Gemeinsamkeiten, aber funktionell grosse Unterschiede.
- Agouti Signalling peptide (Agouti Gen) interagiert mit dem Melanocortin R 1 (im Gegensatz zum AgRP, das mit dem MC4-R interagiert). Interaktionen zwischen beiden Systemen kann es bei Überexpression des Agouti Gens geben, so dass bestimmte Farbtypen z.B. mit Verfettung einhergehen.
- AGRP: co-lokalisiert mit NPY im Hypothalamus.
- Melanocortin-Rezeptor-4-Antagonist
- → verhindert Appetithemmung ⇒ Appetitsteigerung
Bedeutung von Area postrema (AP) & Nucleus tractus solitarii (NTS) für die Regulation der Nahrungsaufnahme
- AP & NTS haben keine Blut-Hirnschranke & können deshalb die im Blut zirkulierenden Substanzen (Metaboliten, Hormone) mittels Sensoren/Rezeptoren registrieren, die Information in neurale Signale umwandeln & an andere Gehirnareale (speziell Hypothalamus) weitergeben.
- Im NTS enden auch afferente Fasern des Vagusnervs (Fasern aus GI-Trakt, Pankreas und Leber).
- NTS gilt daher als wichtigste Relaisstation für Übermittlung peripherer Feedbacksignale zum Hypothalamus und von dort an andere Hirnzentren (limbisches System, Hirnrinde).
Hemmung der Futteraufnahme durch Ketonkörper bei der Milchkuh?
- BHBA (Ketonkörperkonzentration) steigt im ZNS in der Frühlaktation an.
- Wenn BHA (Beta-Hydroxy-Butyrat) ansteigt → Wirkung auf Appetit.
- BHBA reduces AMPK-mediated expression of the orexigenic AGRP (Agouti-Related Protein)
- →Reduzierter Hunger → reduzierte Futteraufnahme!
Funktionen des Dickdarms
- Speicherung des Chymus
- Regulation von Kotmenge und Kotzusammensetzung
- Mikrobieller Abbau von organischer Substanz und mikrobielle Syntheseleistungen
- Epithelialer Transport von Elektrolyten, Endprodukten des mikrobiellen Stoffwechsels und Wasser.
- Resorption von Wasser & Elektrolyten!!
Puffersysteme im DiDa - Speziesunterschiede
- HCO3- (Schwein, Pferd)
- H2PO4- /HPO42- (Fleischfresser; weil proteinreiche Nahrung → DNA → Phosphat)
Dickdarm: mikrobielle Vitaminsynthese
- Ähnlich wie in Vormägen Synthese Vitamine der B-Gruppe und Vitamin K
- Geringe Resorptionsfähigkeit des Dickdarmepithels für Vitamine
- Signifikanter Beitrag nur bei Tieren mit Koprophagie/Caecotrophie (Wiederaufnahme des ausgeschiedenen Mikrobenproteins & Vitamine und Passage/Absorption im Dünndarm! → Nager, Kaninchen)
Dickdarm: mikrobieller Fett-/Steroid-/Gallensäuren-Stoffwechsel
- Keine nennenswerte Fettresorption → langkettige FS v.a. über Faeces ausgeschieden
- Mit Sulfat & Glucuronat konjugierte natürliche & synthetische Steroide können mit der Galle in den Darm abgegeben werden → durch mikrobielle Sulfatasen und Glucuronidasen dekonjugiert und durch Redoxreaktionen, Hydroxylierungen, Dehydroxylierungen und Dehydrogenierungen metabolisiert → anstatt Ausscheidung → wird wieder umgebaut & kann wieder aufgenommen werden → z.B. Halbwertszeit von Medis kann unerwünscht länger dauern
Dickdarm: mirkobieller KH-Stoffwechsel
- Anaerobe Bedingungen
- Kohlenstoff- und Energiequelle für Dickdarmflora
- V.a. Zellwandbestandteile pflanzlichen Ursprungs (keine körpereigenen Enzyme): Cellulose (β-glycosidische Bindung), Nicht-Cellulose-Polysaccharide wie Hemicellulosen, Pectin, Inulin, Guar, pfl. Gummi
- Kurzkettige FS (SCFA) als Endprodukte (Acetat, Propionat, Butyrat) bei allen Spezies etwa gleich
Wie geschieht die Wasserresorption im DiDa?
- Flüssigkeitsaufnahme durch aktiven Na+-Transport angetrieben.
- Auch Sezernierung von Elektrolyten sekundär aktiv ins Darmlumen
- Wasser strömt osmotisch nach
- Sowohl sezernierende als auch resorbierende Zellen
Na-Mangel. Was geschieht, um eine Resorptionssteigerung zu erreichen?
Bei Na+-Mangel von NNR Aldosteron ausgeschüttet → Einbau von Na-Kanälen in Bürstensaummembran, Steigerung der Na+-Resorption im distalen Colon
Dickdarm: Sekretion anorganischer Ionen (welches ist das wichtigste?)
- Cl--Sekretion
- Neuronal vermittelt unter physiolog. Bedingungen (Dehnung der Darmwand, höhere Dehnung → mehr Sekretion)
- Pathophysiol. Bedingungen (Diarrhoe)
- Hauptantriebskraft für Cl--Ausstrom ist Membranpotenzial
- HCO3--Sekretion über Cl-/HCO3--Austauscher
- K+ -Ionen aktiv sezerniert
Wassertransport im Dickdarm
- Kein aktives Transportsystem für Wasser
- Passiv entlang von osmotischen Gradienten
- Aufgrund aktiver Resorption von Na+ und Cl- werden Zwischenzellräume gegenüber dem Darmlumen hyperosmolar. Wasser strömt aus Darm hinaus.
- Dieser osmotische Gradient treibt Wasserstrom aus Darmlumen ins Interstitium der Mucosa an
- Osmolarität speziesabhängig -> Grad der Koteindickung speziesabhängig
Wie wird die Cl-Sekretion reguliert?
(3 intrazelluläre Wege)
Cl--Sekretion über drei intrazelluläre Second-MessengerSysteme reguliert: cAMP-, cGMP- und Ca2+-Signalweg
gleichzeitig Hemmung der NaCl-Resorption
Welche Transmitter fördern die Elektrolyt- & Wasserresorption (& hemmen gleichzeitig die Sekretion)?
- Somatostatin
- Neuropeptid Y
- Noradrenalin
Wieso scheiden Kaninchen tagsüber Hartkot, in der Nacht aber Weichkot aus?
Aldosteron (aus NNR), zirkadianer Rhythmus → Kaninchen geben tagsüber Hartkot (tagsüber hohe Aldosteronkonzentration) und nachts Weichkot ab → Veränderung des Na+-Transportes (+ Zahl der Na-Kanäle) als Ursache für unterschiedlichen Wassergehalt der Faeces. Kaninchen fressen Kot meistens in der Nacht
welche Transmitter fördern die Sekretion von Wasser & Elektrolyten?
- Acetylcholin
- vasoaktives intestinales Peptid (VIP)
Welche Art von Peristaltik kommt ausschliesslich im Dickdarm vor?
Antiperistaltik (= Kontraktionswelle entgegen der normalen Bewegungsrichtung → Nahrung kann wieder zurückgeschoben werden) → Verlängerung der Dauer des Aufenthaltes → gesteigerte Wasserresorption
Was ist Mekonium?
Mekonium (Darmpech) = erste Darmentleerung steriles Exkretionsprodukt (mikrobielle Besiedelung erfolgt erst danach) v.a. Wasser, Mucin, Cholesterol, Seifen, Mineralstoffe, Galle auch Fruchtwasserinhalt: Haare, Epithelzellen
Kalziumstoffwechsel: Gegenspieler zu PTH
Calcitonin
Kalziumstoffwechsel: Wirkung von PTH
- Ca tief -> PTH freigesetzt aus NNR
- PTH bewirkt Knochenresorption
- Ca-Retention in Nieren
- Aktivierung 1-a-Hydroxylase -> für Vitamin D
- 1,25-Vit D bewirkt erhöhte Ca-Aufnahme im Darm