Medizin


S. D.
Diese Lernkarten behandeln die Verdauung von Kleintieren auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf häufige Erkrankungen wie Hypercortisolismus, Pankreatitis und Lebererkrankungen, sowie deren Ursachen, Symptome und Diagnosemethoden. Tierärzte und Studierende profitieren von den detaillierten Informationen zu Tests wie LDDST, ACTH-Stimulation und UCCR, sowie den Behandlungsoptionen und klinischen Zeichen bei Katzen und Hunden. Die Karteikarten bieten eine umfassende Übersicht über die Diagnostik und Therapie von Verdauungsstörungen bei Kleintieren.
Karten
480
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
17.06.2021 / 21.07.2021

Cartes-fiches

Wie wird die Magenentleerung beeinflusst?

  • Entleehrungszeit: Flüssigkeit > verdaubare Festbestandteile > unverdauliche Bestandteile
  • Beeinflusst durch:
    • Temperatur (Körpertemperatur am schnellsten)
    • Volumen (je mehr Flüssigkeit desto schneller)
    • Zusammensetzung (KH>Proteine>Fett)
    • Osmolarität (je grösser desto langsamer)

In welchem Teil des Magens befinden sich welche speziellen Zellen/deren Produkte?

  • Kardia
    • Mukus
  • Fundus und Körper
    • Parietalzellen (HCl, IF)
    • Hauptzellen (Pepsinogen)
    • Mukusproduzierende Zellen
    • Endokrine Zellen
  • Antrum und Pylorus
    • Hauptzellen
    • Endokrine Zellen
      • G-Zellen (Gastrin)
      • D-Zellen (Somatostatin)

¨Beschrifte das Bild (Produkte der versch. Zellen)

Welches Produkt wird durch die Belegzellen hergestellt? Wie funktioniert dies?

Welche Funktion hat die Salzsäure?

  • Inaktive Enzymvorstufen (Pepsinogene) in aktive Enzyme (Pepsine)
  • Optimaler pH für diese Enzyme
  • Proteindenaturierung
  • Abtöten von Pathogenen

Wie schützt sich der Magen vor der Magensäure und wie lautet der Oberbegriff für diese Mechanismen?

‚Gastric mucosal barrier‘

  • Dichter Zellverband
  • Rasche Zellerneuerung
  • Bikarbonatreicher Schleim (dicke Schicht auf Magen-SH, der die Magensäure puffert)
  • Blutversorgung
  • Lokale Prostaglandinsynthese
    • Reduktion der HCl Produktion
    • Stimulation Produktion von Mukus und HCO-
    • Stimulation von Blutfluss und Zellerneuerung
    • CAVE: Hemmung durch bestimmte Medis

Welche Ursachen kann eine Magenerosion/-ulzeration haben?

Ursachen: Schädigung der ‚gastric mucosal barrier‘ durch

  • Medikamente
    • NSAID (Inhibition of «friendly prostaglandins» PGE2)
    • Glukokortikoide
  • Hyperazidität: Mastzelltumor oder Gastrinom
  • Neoplasie (Leiomyom, Adenokarzinom, Lymphom)
  • Gastritis
  • Risikofaktoren
    • Lokale Hypoperfusion, Schock, Sepsis
    • Nieren- oder Leberinsuffizienz
    • Addison (Hypoadrenokortizismus)
    • Hypotension
    • Stress, Spinal surgery, exercise (Schlittenhunde)

Therapie Magenulzeration

  • Noxe absetzen
  • Infusion, evt. Bluttransfusion
  • Fasten 24h (kommt auf Patient darauf an)
  • Medis
    • Unterdrückung der Magensäurebildung
    • Schleimhautschutz
    • Evt. Prostaglandinanaloga
    • Falls nötig: Antiemetika, Antibiotika, Analgesie (wenn Ulkus am durchbrechen ist)

Nenne die drei Typen von Medis, welche die Magenschleimhaut schützen und je ein Beispiel.

  • Unterdrückung der Magensäurebildung: Ranitidin, Famotidin, Omeprazol (eigenes Kärtli)
  • Schleimhautschutz: Sucralfat (bedeckt SH; CAVE: Absorption anderer Medis)
  • Prostaglandinanaloga: Misoprostol (Indikation: NSAID induzierte Ulzerationen, Abortgefahr, Durchfall)

In welche zwei Typen unterteilt man die Medigruppe "Unterdrückung der Magensäurebildung"? Was passiert mit dem pH?

  • H2-Rezeptor Antagonist
    • Ranitidin (prokinetisch (Magendarmmotilität wird angeregt))
    • Famotidin
  • Protonenpumpenblocker
    • Omeprazol
  • pH-Wert im Magen steigt an

Symptome Magenerkrankungen

  • Erbrechen
  • Hämatemesis
  • Magenblähung, Tympanie
  • Abdominalschmerz, Gebetsstellung
  • Melena
  • Symptome von Primärerkrankungen
    • Leber (Ikterus), Niere (PU/PD)
  • Anorexie, Hypersalivation, Dehydratation

Akute Gastritis:

  • Bedeutung
  • Symptome
  • Klinik
  • Ursachen
  • Diagnostik
  • Therapie

  • Akute Entzündung der Magenschleimhaut (sehr häufig)
  • Symptome: meist Erbrechen (v.a nach Futter)
  • Klinische Untersuchung meist unauffällig
  • Häufigste Ursachen:
    • Verdorbenes Futter, Intoleranz, Allergie
    • Fremdkörper (Knochen, Spielzeug, Haarballen)
    • Toxine (NSAID, Antibiotika, Pflanzen..)
    • Systemische Krankheiten (Urämie, Lebererkrankung, Addison, Pankreatitis)
    • Infection (bacterial, viral ?)
  • Je schwerer der Verlauf, je kränker das Tier, desto umfangreicher die Aufarbeitung
  • Ausschluss Ileus (Röntgen)
  • Akute Gastritis bleibt meist eine Verdachtsdiagnose
  • Symptomatische Therapie
    • Ursache/Medikamente absetzen
    • Fasten 12-36h
    • Anfüttern:
      • kleine Mengen mehrmals täglich
      • hochverdaulich, fettarm
    • Hemmung der Magensäureproduktion
    • Infusion, Antiemetika vermeiden
  • Prognose: meist günstig, schnelle Erhohlung

Chronische Gastritis

  • Bedeutung
  • Klassifizierung, häufigste Form
  • Ursachen
  • Therapie

  • Chronische Entzündung der Magenschleimhaut (>3 Wochen)
  • Klassifizierung anhand des zellulären Infiltrats
    • Häufigste Form: lymphoplasmazelluläre Gastritis mit lymphoider follikulärer Hyperplasie
  • Ursachen
    • Oft nicht identifizierbar
    • Futtermittelintoleranz/-allergie
    • Fremdkörper
    • Toxine, Medikamente, Nephro- und Hepatopathie
    • Parasitär:
      • Physalloptera spp. (Hund/Katze)
      • Ollulanus tricuspis (Katze)
    • Bakteriell:
      • Helicobacter? Kein klarer Zusammenhang zw. Helicobacter und chronischer Gastritis bei Hd und Ktz
    • Wenn keine Ursache gefunden wird und eine Endoskopie und Biopsie durchgeführt
  • Therapie
    • je nach Ursache
    • symptomatisch
    • Entwurmung (Fenbendazol)
    • Diät: leichtverdaulich (fettarm, hochwertige Proteine) bis hypoallergen
    • Helicobacter:
      • Therapie nur bei symptomatischen Tieren mit Biopsiebestätigung der Infektion und Gastritis
      • 2 Wochen: Metronidazol & Amoxicillin-Clavulansäure & Omeprazol (oder Bismuth Subsalicylat)
    • Idiopathisch: immun-modulatorische Therapie (Steroide

Wie kann eine verzögerte Magenentleerung zustande kommen?
Diagnostik und Therapie?

verzögerte Magenentleerung: Erbrechen von Futter 10-16 Stunden nach der Futteraufnahme, Futter verweilt lange im Magen

  1. Obstruktion des Magenausganges (intra- oder extramurale Kompression; mechanisch)
    • Kongenitale Pylorusstenose
    • Fremdkörper
    • Pylorushypertrophie
      • brachycephale Rassen: hypertrophe Pylorogastropathie
      • Granulom, Polyp, Neoplasie
  2. Motilitätsstörung (funktionell)
    • Gastritis, Peritonitis, Pankreatitis
    • Metabolisch: ↓K, ↓Ca, Addison
    • Trauma, Schmerz, Stress, Dysautonomie, Chirurgie
    • Magenüberdehnung
    • Medikamente: Anticholinergika (Metoclopromid), Opiate
    • Bilious vomiting syndrome
      • vermutete Motilitätsstörung charakterisiert durch duodenalen Reflux
      • frühes morgendliches Erbrechen
      • Tx: letzte Fütterung möglichst spät abends, +/- Metoclopramid
  • Diagnose mit Ultraschall, Röntgen, (Bariumstudie), (Szintigraphie)
  • Therapie
    • Ursache beheben
    • Diät
      • Protein- und fettarm
      • kleine Mengen, flüssig
    • Nicht-obstruktive Motilitätsstörungen
      • Prokinetika: Metoclopramid, Cisaprid, (Ranitidin, Erythromycin)
      • Obstruktiv: Prokinetika kontraindiziert, evt. Chirurgie

Welche Neoplasien kommen im Magen vor?

  • Benigne
    • Leiomyom *
    • Polypen (selten)
  • Maligne
    • Adenokarzinom (häufig beim Hund)
      • Kleine Kurvatur oder Antrum/Pylorus
      • Metastasiert häufig in reg. Lnn und Leber
    • Lymphom
    • Leiomyosarkom *
      • Relativ gute Prognose wenn reserzierbar auch wenn Metastasen vorhanden, da langsam wachsend
  • Chronisches Erbrechen, Inappetenz, Gewichtsverlust
  • Diagnose mittels Histopathologie (Biopsie)
  • Chirurgische Resektion (Ausnahme Lymphom)

* Paraneoplastisch: Hypoglykämie, ILGF erhöht

Was ist die Hauptfunktion der Belegzellen im Magen?

Welches der folgenden Medikamente sind Antiemetika?

Omeprazol: Hemmung Protonenpumpe; Sucralfat: Schleimhautschutz

Welches Antiemetikum kann man als Dauertropfinfusion verwenden?

Was geschieht im Bezug auf die Physiologie im 

  1. Dünndarm
  2. Dickdarm

  1. Dünndarm
    • Digestion (Verdauungsenzyme, Gallensäuren)
    • Absorption (einfache KH, AS, FS; Folat, Cobalamin)
    • Glutamin (aus Futter) Energielieferant für Enterozyten
  2. Dickdarm
    • Absorption von Wasser (90%) und Elektrolyten
    • Schleimproduktion
    • Kotspeicher
    • Defäkation
    • Butyrat von Kolonbakterien wichtiger Energielieferant

Definition Durchfall

  • Definition: ↑ Flüssigkeitsgehalt (breiig, flüssig), ↑ Kotvolumen, ↑ Frequenz Kotabsatz
  • Symptom, keine Diagnose! (häufig bei gastrointestinalen Problemen)

Was ist das?

Erbrochenes; verdautes Blut

Was ist das?

Meläna: Teerstuhl, verdautes Blut (durch Freisetzung von Eisen schwarz gefärbt)

Was ist das?

Hämatemesis: enthält unabhängig von Blut immer frische (=rot) Blutbeimengungen

Wie klassifiziert man Durchfall?

  • Akut vs Chronisch
  • Anatomisch
    • Intestinal (Dünndarm oder Dickdarm)
    • Extraintestinal
  • Aetiologisch
    • Bakteriel, viral, parasitisch, fungal
    • Futterbedingt
    • Idiopathisch
  • Pathophysiologisch
    • Allergie
    • Entzündung
    • Neoplasie
    • Biochemisch
  • Mechanistisch
    • Osmotisch
    • Sekretorisch
    • Exsudativ
    • Störung der Motilität

Was sind die Folgen von Durchfall?

  • Verlust von Wasser (→ Dehydratation) und Elektrolyten (v.a. K+)
  • Störung des Säure-Basen-Haushalt
  • Reduzierte Aufnahme von Nährstoffen (Malabsorption)
  • Verlust von Proteinen (Albumin und Globulin) → Hypoalbuminämie

Wie kann man beim Durchfall unterscheiden, ob die Problematik im Dünn- oder Dickdarm ist?

  • Gewichtsverlust
  • Vomitus
  • Frequenz
  • Kotvolumen
  • Beimengungen
  • andere häufige Symptome

 

sehr wichtig!

Ein Durchfall kann gastrointestinale und metabolische (=extraintestinal) Ursachen haben. Nenne jeweils einige Beispiele.

  • Gastrointestinale Ursachen
    • Diätetisch
    • Infektiös
      • Parasitär: Nematoden, Giardia, Coccidien (v.a. Welpen)
      • Bakterien (Campylobacter, Salmonella, Clostridium, E. coli)
      • Viren (Parvovirus, Coronavirus, FeLV/FIV)
    • Intoxikationen
    • Acutes haemorrhagisches Durchfall Syndrom (AHDS)
  • Metabolisch (extraintestinal)
    • Pankreatitis
    • Leberprobleme
    • Nierenprobleme
    • Hypoadrenokortizismus
    • Stress, Angst, Aufregung
    • Medikamente

Beurteilung des Durchfallpatienten

Basiert auf Signalement, Anamnese und guter klinischen Untersuchung

  • mild und selbstlimitierend (bis 7-14 Tage): Minimale Diagnostik, symptomatische Therapie
  • lebensbedrohlich: Weiterführende Diagnostik und Therapie

  • Wie therapiert man eine milde Durchfallerkrankung mit gutem AZ?
  • Wann sind weitere Abklärungen angebracht?
  • Was wäre die weiterführende Diagnostik?

  • Entwurmung +/- Kotuntersuchung
    • 3x je nativ und Zinksulfat (Giardia) ???
  • Kein Futterentzug «Feed through diarrhoea»
  • Temporärer Diätwechsel: leichtverdaulich, fettarm, mehrmals kleine Mengen (Reis, Hüttenkäse, Quark, Poulet gekocht)
  • Weitere Abklärungen bei
    • Fehlendes Ansprechen auf Therapie
    • Reduzierter Allgemeinzustand
    • Palpierbare Masse/Verdickung/Invagination
    • Fieber
    • Abdominalschmerzen
    • Dehydratation (Hautfate, SH klebrig)
    • Meläna, Hämatochezie, Hämatemesis
    • Zusätzliches häufiges Erbrechen
    • Systemische Probleme
    • Chronischer Durchfall
  • Weiterführende Diagnostik
    • Blut (Status/Diff/Chemieprofil)
    • Parasitologie Kot (nativ, Zinksulfat)
    • ((Bakteriologie Kot))
    • Parvovirose Schnelltest oder PCR vom Kot (Isolation)
    • Urinanalyse
    • Totales T4 (Schilddrüsenüberfunktion), FeLV/FIV (Katze)
    • Evt. Gerinnungsstatus bei stark blutigem DF
    • Ultraschall (sensitiver), Röntgen

Welche Therapie ist bei Durchfall angezeigt?

  • Ursache beheben, falls bekannt
  • Symptomatisch
    • Flüssigkeitstherapie falls nötig (po, sc, iv)
      • Berechnung separates Kärtli
    • Futter
      • Leichtverdaulich, fettarm
      • Mehrmals kleine Mengen
      • Danach graduell zurück zum Normalfutter

Wie berechnet man die Flüssigkeitstherapie bei einem Durchfallpateinten?

Defizit: Körpergewicht (kg) x Dehydratation (dezimal z.B. 0.05 für 5%) = Defizit in Liter
+ Erhaltung ca 2ml/kg/h
+ Weitere Verluste

Ist Antibiotika bei Durchfall sinnvoll oder nicht?

  • Zerstören normale Darmflora → Mehr schädlich als nützlich
  • Antibiotika bei Durchfall nicht indiziert, ausser bei:
    • Bestätigter bakterieller Infektion
    • Verdacht auf Sepsis/bakterielle Translokation
      • Fieber oder Hypothermie
      • Leuko-/Neutropenie; Linksverschiebung
    • Parvovirose (geschwächtes Immunsystem aufgrund Leukopenie)

Welche Möglichkeiten zur Therapie gibt es bei Durchfall (neben der symptomatischen) auch noch?

  • Aktivkohle bei Intoxikation (Enterogelan)
  • Styptika/Adsorbents
    • Johannisbrotstärke, Kaolin, Pektin
    • Mg-, Al-, Bariumhaltige Bindemittel
    • Bismut: bindet Toxine, antibakteriell, verfärbt Kot schwarz, röntgendicht
    • Schwierig zu sagen, ob Verlauf bessert. Kot ist aber weniger dünn
  • Diätergänzungsfuttermittel
    • Probiotika: lebende ‚protektive‘ Bakterien Enterococcus faecium
    • Prebiotika: Substrate zur Förderung der protektiven Darmflora (Laktulose, Inulin, Lactoferrin, Fructooligosaccharid)
    • Synbiotika: Kombination Probiotika & Prebiotika
  • Opiate: Wirken hemmend auf Plexus myentericus (→ weniger DF, aber z.B. Bakt können sich mehr vermehren, Toxine bleiben länger drin)
    • Loperamid (Imodium®) beim Hund
    • Nicht als Langzeitlösung!
    • Kontraindikation
      • Collie-artige Hunde (MDR-1 Defizienz)
      • Bakterieller Durchfall
      • Endotoxin-induzierter Durchfall
      • Stenose im GIT

Erkläre kurz inwiefern

  • die Diät
  • Medikamente
  • Toxine (Bsp. Ca-Oxalat)

Durchfall auslösen können

  • Diät (sehr häufig)
    • Abrupter Futterwechsel
    • Verdorbenes Futter
    • Zu viel oder ungewohntes Futter
  • Medikamente: NSAID, Antibiotika...
  • Toxine: Insektizide, Dünger, Pflanzen...  https://www.vetpharm.uzh.ch/perldocs/toxsyqry.htm
    • Bsp: Ca-Oxalat haltige Pflanzen (‘Schweigohr‘ Dieffenbachia Blattfahne‘ Spathiphyllum floribundum)
      • Sehr schleimhautreizend
      • Speicheln, Erbrechen, Durchfall
      • Schwellung der oralen Mucosa
      • in grossen Mengen nephrotoxisch
  • Fast immer selbstlimitierend!

Was ist das AHDS?

Allgemeines? Histopathologie? Ursache? Therapie?

Akutes hämorrhagisches Diarrhösyndrom

  • Perakut bis akute Hämatemesis und Hämatochezie
  • Oft Hämokonzentration (Hkt ≥60%)
  • TP kann erhöht oder normal sein (hgr Flüssigkeits- und Proteinverlust in den Darm)
  • Hunde kleiner Rassen
  • Histopathologie
    • Oberflächliche hämorrhagische Nekrose der Darmschleimhaut (Dünndarm und Dickdarm), keine Entzündung
    • Keine Läsionen im Magen
  • Ursache unklar
    • Clostridium perfringens overgrowth, Enterotoxin (cause or consequence?)
    • Typ I Hypersensitivitätsreaktion?
  • Therapie
    • Aggressive Flüssigkeitstherapie
    • Keine Antibiose ausser Sepsiskriterien erfüllt (starke Linksverschiebung, Leukozytose, sprechen nicht an auf Flüssigkeitstherapie, …)
    • Symptomatische Therapie (Maropitant, Metoclopramid (=prokinetisch, antiemetisch))
    • Magenschutz (Sucralfat, Omeprazol, Ranitidin)
  • Prognose: gut bei adäquater Therapie

Canine Parvovirose.

  • welches Virus? Virulenz?
  • Ansteckung?
  • Welche Tiere sind betroffen?
  • Pathophysiologie?

  • Canines Parvovirus Typ 2 (CPV-2) (kann auch bei Ktz vorkommen: feline Parvovirose)
  • Hoch kontagiös (massive Ausscheidung im Kot bis 10d nach Krankheit), stabil und infektiös in Umwelt während Monaten
  • Ansteckung faecal-oral
  • Besonders anfällig: Welpen 6 Wo - 6 Mte
    • maternale Ak ↓ (6. -14. Wo)
    • eigene Ak ↓ (1. Impfung ab 8 Wo)
  • Pathophysiologie
    • Teilt sich in sich schnell teilenden Zellen:
    • Kryptzellen im Darm → Kryptnekrose, zerstörte‘mucosal barrier‘
    • Knochenmark → (Pan)-Neutropenie
    • Lymphoide Gewebe → Depletion
    • Infektion in utero oder unmittelbar nach Geburt: Myokarditis à Tod, oft auch ohne Diagnosestellung
      • Ungeimpfte Mutterhündin
      • Crowding
      • Coinfektionen
      • oft ‘‘Importwelpen‘‘

Canine Parvovirose

  • Klinik
  • Diagnose

  • Klinik
    • 4-7 Tage post Infektion
    • Fieber, schlechter AZ
    • Blutiger Durchfall, Vomitus
    • Unbehandelt häufig fatal…
      • Dehydratation, Elektrolytverschiebungen
      • Hypoglykämie
      • Immunossupprimiert
      • DIC, endotoxischer Schock, Sepsis, Invagination
  • Diagnose
    • Signalement, Anamnese & Klinik
    • Nachweis CPV-2 Virus Antigen im Kot (Snap-ELISA oder PCR)
      • Höchste Sensitivität 10-12 Tage nach Infektion
      • Falsch-positive Titer möglich kurz nach der Impfung
    • Labor
      • Panleukopenie (Neutropenie & Lymphopenie) (starkes Indiz für Parvovirose zus. mit Durchfall)
      • K+↓, Glucose↓, Panhypoproteinämie
      • prärenale Azotämie, erhöhte Leberenzyme

Canines Parvovirus

  • Therapie
  • Prognose/Prävention

  • Therapie
    • Absonderung! Intensivpatient!
    • unterstützend und symptomatisch
      • Kristalloide Infusion (K+ und Glucose substituiert)
      • Evt. Kolloide, Plasma oder Bluttransfusion
      • Antibiotika (Bakterientranslokation!)
        • Kombination: Amoxicillin (gram+), Metronidazol (Anerobier), Gentamycin/Fluoroquinolon (gram-)
        • Gestörte Darmbarriere, die Bakterien, die normalerweise vorhanden sind, können dann in die Blutbahn einwandern (bakterielle Translokation) und dann eine Sepsis zu verursachen à Darmflora möglichst niedrig halten
        • Die Tiere sind lymphopenisch/neutropenisch und haben eine verringerte Immunantwort, wodurch sie anfälliger sind für bakterielle Komplikationen
      • Antiemetika
      • Ernährung
        • evt. Glutamin po
        • evt. nasogastrische Sonde bei Reflux
  • Prognose und Prävention
    • Bei intensiver Therapie überleben 80-90% der Welpen
    • Achtung Ausscheidungszeit! Welpenschule x 2 Wo
    • Adäquate Desinfektion: Natriumhypochlorit
    • Impfung CPV-2

Coronavirus und Staupevirus beim Hund

  • Coronavirus
    • Mildere Klinik als Parvo
    • Meistens sublinisch
    • faecal-orale Uebertragung
    • Tierheime, Laborhunde, Crowding
  • Staupevirus
    • Respiratorische und neurologische Symptome im Vordergrund
    • Breiig-wässriger Durchfall

Welche Viruserkrankungen lösen bei der Katze Durchfall aus?
Erläutere jeweils die wichtigsten Punkte.

  • Felines Parvovirus (= Panleukopenie)
    • Hoch kontagiös
    • Massiver Durchfall
    • Mortalität bei Welpen 50-90%
    • Panleukopenie
    • In utero/ perinatal: cerebelläre Hypoplasie
    • Parvo-Snap Test (ELISA) vom Hund geht
    • Impfung wichtig! (Calicivirus, Rhinotracheitisvirus, Panleukopenie)
  • FeLV
    • Sehr vielfältige Krankheitsmanifestation
    • GI: mögliche fatale perakute Enterocolitis und lymphozytäre Ileitis
  • FIV
    • 10-20% chronische granulomatöse Enteritiden
    • 2° und opportunistische Infektionen                                                                                   FeLV/FIV Status überprüfen!
  • Felines enterales Coronavirus (FECV)
    • Ubiquitär in der Katzenpopulation
    • Klinik v.a. bei Welpen: Durchfall +/- Gewichtsverlust
    • Adulte Katze meist subklinisch, FECV-Ausscheider
    • FECV können zu felinen infektiösen Peritonitis Viren (FIPV) mutieren. FIP selber macht selten GI-Symptome

Étudier