Kriminalitätspsychologie
MM8 Fernuni hagen SoSe 21
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Lernkarten
Psychologische Ansätze zur Aggression
Theorie des sozialen Lernens
Erwerb und Manifestation von Aggression in drei Phasen
1. Prozesse und Bedingungen, die die individuelle Gewaltbereitschaft bestimmen und durch aggressive
Verhaltensmuster erworben werden (Erwerb aggressiver Verhaltensmuster)
2. Faktoren, die in einer konkreten Situation die Aggression auslösen oder Bereitschaft dazu bestimmen (Auslösende
Mechanismen für die Aggression)
3. Prozesse, die das ausgelöste aggressive Verhalten aufrechterhalten oder es stabilisieren (Mechanismen der
Aufrechterhaltung von Gewalt und Aggression)
Breites Modell mit biologischen Prozessen und gesellschaftlich-strukturellen Rahmenbedingungen; regte viele
weitere theoretische Überlegungen und Studien an.
Zu 1)
Zu 2) situative Merkmale die zu aggressiven Verhaltensweisen führen
- Angriff, Bedrohung oder Provokation
- Anreize, soziale Gewinne
- Enthemmtes Gruppenverhalten (z.B. Demonstrationen)
- Alkohol, Drogen
- Befehle und Anweisungen
Zu 3) Reaktionen nach der Tat wichtig für weitere Aggressionsausübung
- Keine Sanktionen von Justiz, Familie oder Schule führt zu Verstärkung
- Gewinn oder soziale Anerkennung bestärken
- Nach Tobsuchtsanfall muss Zimmer nicht aufgeräumt werden (negative Verstärkung)
- Andere werden nicht bestraft (stellvertretende Bekräftigung)
- Selbstregulierende Mechanismen
Psychologische Ansätze zur Aggression
Modell der sozialen Informationsverarbeitung
In konkreten Situationen verarbeitet der Mensch Informationen anhand seiner biologisch begrenzten Kapazität und im
Lichte seiner bisherigen Lernerfahrung. Zudem lenken Emotionen die Wahrnehmung von stimmungskongruenten Reizen
und ihrer Interpretation. Defizite bei der Verarbeitung von sozialer Information führt demnach zu Schwierigkeiten und
aggressiven Verhalten. Folgende kognitive Prozesse seien beteiligt:
Zu 1) Enkodierung Information: Verarbeitung durch individuelle Verarbeitungskapazität beschränkt. Spezifische
Lernerfahrung und motivationale Besonderheiten führen zu Elaboration kognitiver Schemata (selektive Beeinflussung).
Probanden die mehr Gewalt erlebten, erinnern sich in gleichen Situationen später mehr an aggressive Reize als
unauffällige Probanden.
Zu 2) Interpretation d. Situation: affektive Perspektivenübernahme und Ursachenzuschreibung (Attribution) bei
aggressiven Kindern schlechter (hostile attribution bias)
Zu 3) Zielsetzung: Insbesondere in der Phase der Zielsuche hohe Anfälligkeit für affektive Zustände (Wahl antisozialer
Ziele).
Zu 4) Reaktionssuche: Abruf aus Verhaltensrepertoire in Abhängigkeit von Ähnlichkeit d. Situation und vorhandenen
Repräsentationen und der Stärke der assoziativen Verknüpfung. Aggressive Kinder haben ein gleich hohes
Handlungsrepertoire als unauffällige Kinder, allerdings sind ihre eher von mehr aggressiven und impulsiven Reaktionen
geprägt
Zu 5) Handlungsauswahl- und -bewertung: Effizienz und Angemessenheit, Vorerfahrung und subjektive Situation,
allgemeine Erwartung v. Wirksamkeit und Regeln werden bewertet. Aggressive Jugendliche haben eine kurzsichtigere
Folgenabschätzung.
Zu 6) Handlungssteuerung: handlung wird ausgeführt; ob diese aufrechterhalten wird hängt von Kompetenz,
Konsequenzerwartung und Selbstwirksamkeitsüberzeugungen ab. Der Ausgang über diesen Prozess bestimmt wie es
weitergeht (Zyklus).
Kritik
Liefert gut Hinweise zur Aktualgenese aggressiven Verhaltens, die konsekutive Stufenabfolge ist weniger gut belegt.
Keine Klärung, welche Rolle Interaktionspartner spielen und wie sich die Stufen gegenseitig beeinflussen.
Psychologische Ansätze zur Aggression
Allgemeines Aggressionsmodell
General Aggression Model (GAM) integriert Wissensstrukturen, Wahrnehmungs- und Personenschemata, sowie
Verhaltensskripte.
Konkrete Situation:
Personale Inputvariablen (Schemata, Einstellungen, Skripte) und aggressionsbegünstigende Situation (aggressive
Hinweisreize, aversive Erlebniszustände, Provokationen, Substanzintoxikationen) in Wechselwirkung zueinander führen
zu einem inneren Zustand der Person, der sich aus Kognition, Affekt und Erregung konstituiert. Es erfolgt eine
automatische Bewertung der Situation. Es folgt die spontane Handlung, oder bei Aufwendung von kognitiven Ressourcen
eine bedachte Handlung.
Kritik
Gute Ergänzung zur Aktualgenese. Die Annahmen über Einfluss und Wechselwirkung sind gut belegt. Prozessabfolge
interner Zustände im Wechselspiel von Affekt, Erregung und Kognition und die darauf folgende Bewertung und
Entscheidungsprozesse weniger.
Risikomodelle dissozialen Verhaltens
Kumulation bio-psycho-sozialer Risikofaktoren
Risikofaktoren
Risikofaktoren
- Biologische u. genetische Risiken
- Familiäre Risiken
- Auf individueller Ebene
- Gewalthaltige Medien
- Schule, Ausbildung und Zukunftsperspektiven
- Peergruppen
- Nachbarschaft u. Gemeinde
- Diese Risikofaktoren lassen sich in intakten Familien neutralisiern!
Es gibt Protektive Faktoren auf der Ebene des Indigiduums und des sozialen Umfelds
Risikomodelle dissozialen Verhaltens
Kumulation bio-psycho-sozialer Risikofaktoren
Kritik
Kann alle empirisch gewonnenen Erkenntnisse von Risiko- und Schutzfaktoren integrieren und liefert viele Ansätze für
Prävention und Intervention.
Der dissoziale Lebensstil (also die eigentliche Variable) ist zu breit angelegt, keine
differentielle Aussage darüber, unter welchen Umständen welche Form von dV entwickelt werden und welche Art und
Zahl von Schutzfaktoren neutralisierend wirken
• Kriminalität als Ergebnis eines Entwicklungsprozesses, in dem Risikofaktoren anhäufen und sich gegenseitig verstärken
Eines der einflussreichsten/ bedeutsamsten Modell zur entwicklungskriminologischen Ätiologie und Prävention von
Kriminalität
Risikomodelle dissozialen Verhaltens
Modell des integrierten kognitiv-dissozialen Potentials
Wechselwirkungsmodell zum Aufbau eines dissozialen Lebensstils und zur Ausübung von konkreten dissozial-kriminellen
Verhaltens. Ausgelöst wird die konkrete Tatbegehung demnach durch eine Wechselwirkung zwischen individuellen
Merkmalen (dem aktuellen Grad des dissozialen Potentials) und sozialen Faktoren (der Verfügbarkeit von Gelegenheiten
und Opfern dVs).
Ob die Tat ausgeführt wird, hängt dann von kognitiven Prozessen ab. Dabei werden subjektive Kosten und Nutzen, sowie
die W*keit für Konsequenzen überschlagen. Allerdings überwiegt nicht immer die rationale Überlegung, auch ein aktuell
hohes dissoziales Potential beeinflussen die Bewertungsprozesse.
Integrative Theorien.
General Personality & Cognitive Social Learning perspective (GPCSL).
Distale Faktoren, "Moderate Four", "Big Four"
Soziale Rahmen, Situative Einflüsse, Antisozialität (Persönlichkeit)
Integrative Theorien.
Kognitiv-Affektives Persönlichkeitssystem (CAPS) nach Mischel (1995)
Enkodierungen: Individuelle Kategorisierung der eigenen Person, von anderen Personen, Ereignissen und
Situationen
Erwartungen/Überzeugungen: Individuelle Erwartungstypen, darunter Selbstwirksamkeitserwartungen und
Ergebniserwartungen (Kontrollüberzeugungen, Optimismus)
Affekte: Individuelle (aktuell und habituell erlebte) Emotionen
Ziele/Werte: Individuelle Ziele und Projekte, die eine Person verfolgt, und Wertmaßstäbe, an denen sie ihr
Verhalten ausrichtet
Kompetenzen und Pläne zur Selbstregulation: Individuelles Verhaltensrepertoire, über das eine Person verfügt,
und Strategie und Pläne für die Handlungsorganisation
Integrated Theory of Sexual Offending (ITSO)
Analyseebenen dieser Theorien:
o Biologisch
o Psychologisch
o Sozial/kulturell
Kernaussagen
− Menschliches Verhalten sollte auf 4 Analyseebenen betrachtet werden
o eine ätiologische Ebene, die sich mit dem Einfluss von genetischen und
umweltbedingten Faktoren auf Psychopathologie auseinandersetzt
o Gehirnmechanismen, beschäftigen sich mit den Auswirkungen der
ätiologischen Faktoren auf die Entwicklung des Gehirns und seine spätere
Funktion
o neuropsychologische Analyse, die sich mit den hirnbasierten psychologischen
Systemen beschäftigt, die menschliches Verhalten beeinflussen
o eine symptomatische/phenomenologische Analyseebene, die versucht,
verschiedene Formen der Psychopathologie zu charakterisieren
▪ personal agency (persönliche Handlungsfähigkeit) gehört hierzu
alle vier Ebenen bedingen sich gegenseitig und die Theorien auf den verschiedenen Ebenen
müssen miteinander konsistent sein
Integrated Theory of Sexual Offending (ITSO)
vier Kategorien von Faktoren, die sexuell übergriffiges Verhalten verursachen
1. biologische Faktoren (beeinflusst durch genetische Vererbung und
Gehirnentwicklung),
2. ökologische Nischenfaktoren (d.h. soziale, kulturelle und persönliche Umstände-
Lernen),
3. neuropsychologische Faktoren
4. Faktoren auf der Handlungsebene (agency-level)
a. Ebene, auf der eine Person über mögliche Gründe für ihr Handeln nachdenkt,
sich für eine Handlungsweise entscheidet, und dann [absichtlich] handelt
laut ITSO entstehen Sexualstraftaten durch die ständige Interaktion von distalen und
proximalen Faktoren
Integrated Theory of Sexual Offending (ITSO)
4 Gruppen von klinischen Problemen, die bei Sexualdelikten eine Rolle spielen
o Abweichende Erregungszustände
o Angriffsbezogene Gedanken und Phantasien
o Negative/positive emotionale Zustände
o Soziale Probleme
Integrated Theory of Sexual Offending (ITSO)
1. Entwicklung des Gehirns
3 Grundlegende Elemente in Darwins Theorie der natürlichen Selektion
1. Einzelne Mitglieder einer Art unterscheiden sich in Bezug auf ihre physischen und
psychische Merkmale
2. Einige Mitglieder einer Art zeigen Variationen, die sie besser in die Lage versetzen, zu
überleben oder sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen.
3. Individuen, die besser ausgestattet sind, um zu überleben, werden sich mit größerer
Wahrscheinlichkeit fortpflanzen und ihre Gene weitergeben
1 weiterer Prozess neben natürlicher Selektion sexuelle Selektion
Genetische Determinanten von der Entwicklung des Gehirns
-Gene-Culture co-evolution Theory
Neurobiologische Funktionsweise
Integrated Theory of Sexual Offending (ITSO)
2. Proximale und distale Faktoren
Setzen sich zusammen aus:
− Ökologischer Nische – soziale und kulturelle Rollen des Täters
− Lebensraum – Umgebung, in der eine Person lebt
können dazu führen, dass eine Person ein Sexualdelikt begeht, ohne dass
psychologische oder biologische Anfälligkeiten vorliegen
− Distale Faktoren psychologische Vulnerabilitäten
− Proximale Faktoren physische Umgebung eines Individuums, stellt potentielle
Opfer zur Verfügung und schafft spezifische Umstände, die die psychologischen
Anomalien auslösen
Eine Straftat kann also die Folge von Umständen sein, die die Fähigkeit des Individuums,
sich ethisch korrekt zu verhalten, untergraben und zum typischen Verhalten führen, das
sonst unterdrückt wird
Integrated Theory of Sexual Offending (ITSO)
3. Neuropsychologische Funktionsweise
Sowohl die biologische Vererbung als auch das soziale Lernen können einen erheblichen
Einfluss auf die drei ineinander greifenden neuropsychologischen Systeme haben:
− Motivation/Emotion,
− Wahrnehmung und
− Gedächtnis sowie
− Handlungsauswahl und -kontrolle
Probleme in einem System beeinflussen auch die anderen Systeme
1. Das motivationale/emotionale System
2. Handlungsauswahl- und -kontrollsystem
3. Das Wahrnehmungs- und Gedächtnissystem.
Integrated Theory of Sexual Offending (ITSO)
4. Klinische Phänomene
Nach der ITSO interagieren Defizite in der neuropsychologischen Funktion mit der
der Ökologie oder physischen Umgebung des Individuums (proximale Dimension)
− führen zum Auftreten von vier Gruppen von Symptomen oder klinischen
Phänomenen, die direkt mit Sexualstraftaten assoziiert sind
o starke Emotionen / Emotionale und verhaltensbezogene Probleme
o Bedürfnis nach Intimität/Kontrolle
o triebunterstützende Kognitionen (abweichende Gedanken und Phantasien)
o abweichende sexuelle Erregung
vermittelt durch persönliche Erfahrung und Handlungskontrolle.
− Diese 4 Klassen können hinweisen auf:
o Problematische Überzeugungen
o Fehlerhafte Bewertungen
o Schlechte Planung
− Führen dann zu gesellschaftlich nicht konformen Handlungen und verursachen
persönliches Leid
Andere Theorien der Sexualdelinquenz
Finkelhors Bedingungsmodell des sexuellen Kindesmissbrauchs
− Hypothese, dass vier Vorbedingungen erfüllt sein müssen, bevor der sexuelle
Missbrauch eines Kindes stattfindet
a. Täter muss motiviert sein, das Kind zu missbrauchen
b. Täter muss innere Hemmungen überwinden (Alkohol Impulsstörung,
Psychose, schwerer Stress)
c. Täter muss äußere Hemmungen überwinden (fehlende mütterliche Nähe,
soziale Isolation, väterliche Dominanz, fehlende elterliche Aufsicht)
d. Täter muss Widerstand des Kindes überwinden (Geschenke,
Desensibilisierung, Aufbau emotionale Abhängigkeit, Drohungen, Gewalt)
bauen aufeinander auf, d.h. müssen nacheinander erfolgen
Die Faktoren der Finkelhorschen Theorie lassen sich in die drei psychologischen Systeme
einordnen:
1. dem motivationalen/emotionalen System emotionale Kongruenz & sexuelle Erregung
2. dem Wahrnehmungs- und Gedächtnissystem auch nötig für die Überwindung externer
und kindlicher Widerstände
3. Handlungsauswahl- und Kontrollsysteme Blockade & Enthemmung, Voraussetzungen
für die Überwindung externer und kindlicher Widerstände
The Risk-Need-Responsivity (RNR) Model:
Risk: Behandlung entsprechend dem Rückfallrisikos
Need: Fokus der Behandlung auf kriminogene Faktoren
Responsivity: Maximierung der Behandlungsansprechbarkeit durch Anpassung der Behandlungsmethoden
☞ Das RNR Modell betrachtet Kriminalität als ein soziales Lernprozess, in dem antisoziale Persönlichkeitsanteile
☞ Im Rahmen einer RNR‐orientierten Behandlung werden primär auf Risikofaktoren konzentriert (Vermeidungsziele)
The Risk-Need-Responsivity (RNR) Model:
4 allgemeine Prinzipien für die Behandlung von Straftätern:
o Risikoprinzip – Übereinstimmung zwischen Höhe des Risikos und Umfang
der Behandlung
o Bedürfnisprinzip – Programme sollten abgestimmt werden auf kriminogene
Bedürfnisse, also Bedürfnisse, die mit Rückfälligkeit in Verbindung stehen
werden empirisch erfasst
o Responsivitäts-Prinzip – Fähigkeit eines Programms, die Teilnehmer, für die
es entwickelt wurde, tatsächlich zu erreichen und zu verstehen Ändert die
Person ihr Verhalten?
o Prinzip des professionellen Ermessens - klinisches Urteilsvermögen sollte die
obigen Prinzipien außer Kraft setzen, wenn die Umstände es rechtfertigen.
Dieses Prinzip erlaubt Behandlungsflexibilität und Innovation unter
bestimmten Umständen.
The Risk-Need-Responsivity (RNR) Model:
Grundlegende Aussagen:
● Risikobewertung sollte die Bedarfsbewertung und den Behandlungsprozess
bestimmen.
● Risikograd des Täters sollte die erforderliche Intensität und Dauer der Behandlung
bestimmen
● Die Zuweisung von Straftätern zu
Interventionen auf der Grundlage ihres eingeschätzten Risikos führt zu besseren
Ergebnissen
● Die Fokussierung der Behandlung auf kriminogene Bedürfnisse oder dynamische
Risikofaktoren führt zu besseren Ergebnissen durch die Reduzierung oder Kontrolle
von Risikofaktoren und damit die Verringerung ihres Einflusses auf gefährdete
Individuen
● das Risiko eines Straftäters erhöht sich mit jedem zusätzlichen Risikofaktor
The Risk-Need-Responsivity (RNR) Model:
Neue Forschungsergebnisse
(a) die Steigerung des Selbstwertgefühls von Sexualstraftätern hat einen förderlichen Effekt auf die meisten Ziele der Therapie
(b) die Zusammenarbeit mit den Tätern bei der Entwicklung von Behandlungszielen führt zu einer stärkeren therapeutischen Allianz
(c) Einfühlungsvermögen und Wärme sowie Ermutigung und die Belohnung von Fortschritten sind Therapeutenmerkmale, die den Veränderungsprozess bei
Good-Lives-Modell
Legt Fokus auf die Verbesserung der Lebensbedingungen von Sexualstraftätern
Basiert auf der positiven Psychologie und humanistischen Traditionen
Ziel ist es Individuen mit den notwendigen inneren und äußeren Bedingungen (Fähigkeiten) auszustatten, um die primären menschlichen Güter auf sozial akzeptablen und persönlich sinnvollen Weise zu sichern
Primäre/Sekundäre Güter
Kombination der beiden Modelle GLM und RNR
Autoren betrachten die Modelle als komplementär, nicht als widersprüchlich
● Hauptkonstrukt, das die Behandlung bestimmt, sollte das menschliche Wohlbefinden (d.h. ein gutes Leben) sein, nicht Risikomanagement oder Rückfallprävention.
● ein Behandlungsplan sollte immer die Übereinstimmung zwischen den Eigenschaften des Straftäters und der Umgebung berücksichtigen
● Aus der Perspektive des Good-Lives-Modells sollte sich die Behandlung zunächst auf die Identifizierung der verschiedenen Hindernisse konzentrieren, die Straftäter daran hindern, ein ausgeglichenes und erfülltes Leben zu führen und dann versuchen, sie mit den Fähigkeiten, Überzeugungen, Werten und Unterstützung auszustatten, die nötig sind, um deren Einfluss entgegenzuwirken
● schlagen daher vor, dass der Risiko-Bedürfnis-Ansatz zur Behandlung von Straftätern sinnvoll in ein Modell des guten Lebens eingebettet werden könnte Fokus der Therapie sollte darauf liegen, die Fähigkeiten zu vermitteln, die nötig sind, um menschliche Güter auf eine sozial akzeptable und persönlich sinnvolle Weise zu
befriedigen