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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 07.06.2021 / 28.08.2021
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Strafrechtliche Definition von Kriminalität

Hierbei handelt es sich um Kriminalität als Summe der mit juristischen Sanktionen bedrohten Handlungen

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Formelle Definition von Kriminalität

Die tatsächlich von den Kontrollinstanzen verarbeitet und in die Kriminalstatistik eingegangene Menge von Handlungen

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Informelle Definition von Kriminalität

Die Masse jener Handlungen, die unter die Kategorien der juristischen Kriminalität subsumiert werden könnten,
allerdings nur von den Tätern selber, von Opfern, Beobachtern, Kriminologen etc

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Moralunternehmerische Definition

Eine Handlung, welche nach Ansicht des jeweiligen Sprechers anstößig ist

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Kriterien zur Beurteilung von Theorien des dissozialen Verhaltens
Allgemeine Anforderungen an eine gute Theorie

- Logische Konsistenz bzw. Widerspruchsfreiheit
- Semantische Einheitlichkeit bzw. Klarheit
- Informationsgehalt bzw. Erklärungskraft und Prüfbarkeit
- Prägnanz bzw. Einfachheit

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Kriterien zur Beurteilung von Theorien des dissozialen Verhaltens

Beurteilungskriterien für die Erklärungskraft einer Theorie

- Entwicklungstrends in der Prävalenz dVs wird erklärt

- Typische Geschlechts- und/oder Alterseffekt werden erklärt

- Geographische und/oder kulturelle Unterschiede werden erklärt

- Einschränkungen für die Erklärungskraft sind spezifische Verhaltenstypen (z.B. Deliktgruppen) und Kontexte (z.B.

Gewalt in der Familie)

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Soziologische und sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien

- Anomietheorien
- Techniken der Neutralisierung
- Labeling Approach
- Kontrolltheorie

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Psychologische Theorien zur Aggression

- Psychodynamisches Aggressionsmodell
- Frustrations-Aggressions-Theorie
- Behavioristische Lerntheorie
- Theorie des sozialen Lernens
- Modell der sozialen Informationsverarbeitung
- Allgemeines Aggressionsmodell (GAM)

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Risikomodelle dissozialen Verhaltens

- Kumulation bio-psycho-sozialer Risikofaktoren
- Modell des integrierten kognitiv-dissozialen Potentials
- Die praktische Leistungsfähigkeit ergibt sich aus der Vorhersagekraft (Prognose) und Aussagen über Prävention
und Intervention!

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Soziologische und sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien
Anomietheorie  "Anomie" nach Durkheim

Verbrechen sei eine normal Erscheinung, da durch das Überschreiten von Norm, diese erst
gewahr wird.
soziale Desorganisation im Zusammenhang mit der frühindustriellen Arbeitsteilung, Verbrechen als eine normale
Erscheinung

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Soziologische und sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien
Anomietheorie . Anomie nach Merton

 Anomie entsthet, wenn kulturelle Ziele und die (sozialstrukturell bestimmte) Verteilung legitimer Mittel zur

Zielerreichung auseinanderklaffen.

Kritik: Theorie rein deskriptiv und geringe Vorhersagekraft.

Anomie entsteht durch die Diskrepanz zwischen kulturellen Zielen und den sozialstrukturell greifbaren Ressourcen zur
Zielerreichung
Dieser Druck (Strain) führt bei Individuen zu einer Desorientierung und erfordert eine Anpassungsleistung

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Soziologische und sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien
Anomietheorie - Pro und Kontra

Kontra: rein deskriptiv, kaum Vorhersagen möglich, unklare Definitionen
Pro: Integration der Kriminalität in den Normbereich, Motivationale Erklärungsgrundlage für kriminelles Verhalten

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Soziologische und sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien

Techniken der Neutralisierung

Delinquenten erfahren nach dem Verbrechen negative Affekte (schlechtes Gewissen), die Norm muss demnach
internalisiert sein. Um das dV aufrechtzuerhalten, werden Techniken der Neutralisierung (Rationalisierung, Schutz vor
Selbstvorwürfen) eingesetzt.
Ablehnung d. Verantwortung
Verneinung des Unrechts
Abwertung d. Opfers
Verdammung der Verdammenden
Berufung auf höhere Instanzen
Verteidigung der Notwendigkeit
Metapher des Hauptbuches
Euphemistischer Sprachgebrauch

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Soziologische und sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien

Techniken der Neutralisierung - Kritik

Kritik:
Keine Angabe darüber, wie Umwelt beschaffen sein muss, um Neutralisierungen zu verinnerlichen; Zshng.
Soziostrukturell und psychologisch unklar, Empirische Trennung der Techniken nicht nachgewiesen; keine Aussage über
notwendige Stärke der Technik


Pro: zeigt häufige Argumentationsmuster dissozialer Personen und ist guter Ansatzpunkt für Prävention und
Intervention.

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Soziologische und sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien

Labeling Approach

dV ist das Ergebnis von Zuschreibungsprozessen der sozialen Umwelt. Diese generiert nämlich Normen und diese soziale
Reaktion auf einen Normbruch führt erst zu der Zuschreibung, dass Verhalten dissozial oder deviant ist. Die daraus
folgende Etikettierung als „Normabweichler“ und das Verhalten der Umwelt auf diesen Mensch im Sinne von
Stigmatisierung, führt zur Übernahme in das Selbstbild (Schläger, Krimineller) und zu weiteren Normabweichenden
Verhalten.

 

Primäre Devianz: erstes, willkürliches Verhalten (auf das dann Sanktionen folgen)
Sekundäre Devianz: Durch Sanktionen verstärktes deviantes Verhalten

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Soziologische und sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien

Labeling Approach - Kritik

Kritik:
Für Prävention nicht nutzbar, da theoretisch zwar denkbar, aber praktisch nicht realisierbar! Keine Aussage darüber was
man statt Definitionen oder Etikettierung anwenden sollte, empirisch inkonsistent, keine Aussage darüber, welche
situativen Bedingung Labeling beeinflussen.

Aber: Beziehung zwischen Labeling und Devianz wird über den Zugang- und Teilhabechancen vermittelt (Schule, Beruf)
und weite Verbreitung des Konzepts, dass Etikettierung zu Verfestigung führt.

Pro und Kontra der Labelin-Approach
Kontra: Unvollständige Erklärung der primären Devianz, unklare Definitionen von Stigma(tisierung)
Pro: Hinweise auf die gesellschaftliche Reaktivität, Machtungleichheit in dem Zuschreibungsprozess

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Soziologische und sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien

Kontrolltheorie (siehe auch genereal Theory of crime)

Gottfredson und Hirschi (1990) haben die Annahmen:
- dV aus Eigeninteresse
- dV zur Bedürfnisbefriedigung
- Mensch handelt rational
- Kosten-Nutzen-Kalkulation VOR Handeln

Verhalten = F [Belohnung xp (Belohnung) - Sanktion x p(Sanktion)]
Kriminelles Verhalten hat die Eigenschaft, dass es einen sofortigen bzw. kurzfristigen Nutzen verspricht, dem allerdings
langfristig hohe Kosten gegenüberstehen.

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Soziologische und sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien

Kontrolltheorie (siehe auch genereal Theory of crime) 

- In der Aussagepsychologie

= Verhalten wird versucht zu kontrollieren wg. Glaubwürdigkeit

Rigides und gehemmtes Aussageverhalten.
Keine signifikanten Unterschiede im Non- und paraverbalen Merkmalen.

Darstellungen von Lügnern sind kürzer weniger detailreich. Wahre Aussagen haben mehr indirekt
handlungsbezogene Schilderungen und weisen weniger spontane Korrekturen und seltener Hinweise auf
eigene Erinnerungslücken auf

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Soziologische und sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien

Kontrolltheorie (siehe auch genereal Theory of crime) 

- Persönliche Bedingungen + Kritik

Selbstkontrolle:
Def. Die Fähigkeit, auf unmittelbare und aufwandlose Befriedigung zu verzichten, wenn langfristige negative Effekte
folgen.
Bei geringer Selbstkontrolle werden:
- Kurzzeitfolgen hoch bewertet, die Langzeitfolgen bagatellisiert.
- Sie leben risikoreicher,
- höhere Ich-Zentrierung,
- geringe Empathiefähigkeit,
- geringer Frustrationstoleranz,
- hohe Impulsivität und
- weniger Ausdauer in Beruf.
Selbstkontrolle entsteht aus der Wechselwirkung von Veranlagung und Erziehung.
Erfolgreiche Erziehung
1. Beaufsichtigung des kindlichen Verhaltens
2. Die Fähigkeit, dissoziales Verhalten bei seinem Auftreten zu erkennen, und
3. ein effektives Bestrafen des dissozialen Verhaltens
Beeinflussende Faktoren sind Merkmale der Familie und individuelle Merkmale des Kindes
dV steigt in der Jugend, da Bedürfnisse bedeutsamer werden und sich Optionen für dV erhöhen;
Mädchen werden stärker bewacht und haben eine angeborene von Jungs unterschiedliche Selbstkontrolle.
Kritik:
Selbstkontrolle als vages Trait, oder summarisches Konzept verschiedener Traits. Ihr Ursprung, Aufbau, Struktur und
Entwicklung und ihre Rolle für die Handlungssteuerung kaum konkretisiert.

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Soziologische und sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien

Kontrolltheorie (siehe auch genereal Theory of crime) 

General Theory of Crime

Kontroll-These: Kriminalität als Verhalten aus Eigeninteresse und zur Bedürfnisbefriedigung, daher Selbstkontrolle (Trait)
als zentrales Merkmal, was durch situative Bedingungen und individuelle Merkmale moderiert wird
Rational-Choice-These:
Mensch als rationales Wesen und Kosten- Nutzen eigener Handlung kalkuliert
Verhalten = F[Belohnung × p(Belohnung) − Sanktion × p(Sanktion)]
Pro und Kontra General Theory of Crime (Gottfredson & Hirschi, 1990)
Kontra: keine klare Definition von Selbstkontrolle, keine entwicklungspsychologische Erklärungen, kann doch nicht alles
erklären
Pro: Einführung von Traits-States Ansatz, Einflussreichste Theorie, Selbstkontrolle empirisch der stärkste Prädiktor für
Kriminalität,

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Soziologische und sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien

Pro und Kontra Sozial-kognitive Lerntheorie zur Aggression

Kontra: ähnliche Voraussetzung wie General‐Theory
Pro: •
Banduras Sozial-kognitive Lerntheorie diente als Grundlage der meisten integrativen Theorien zur Erklärung von
Devianz
Die Verhaltensveränderung in Banduras Modell beeinflusste ebenfalls die kognitiv-behavioralen
Therapiemethoden, die wiederum die am meisten verwendeten und am besten validierten
Behandlungsmethode für Straftäter darstellen

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Psychologische Ansätze zur Aggression
Psychodynamisches Aggressionsmodell

Nach Freud folgt der Zunahme von Triebenergie die „Unlust“ und mit Verringerung der Triebenergie der „Lustgewinn“.
Energien können nicht vernichtet werden, sondern nur „abgeführt“ werden. Daraus folgt Verhalten wie Sport oder
Beobachtung von aggressiven Verhalten anderer (Katharsis).
Freud nimmt zwei Triebenergien an, Eros = Sexualtrieb für die Erhaltung und Thanatos = Aggressions- oder Todestrieb für
Zerstörung.
Kritik
Empirisch Bestätigung mangelhaft. Katharsis durch Sport empirisch nicht nachgewiesen.

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Psychologische Ansätze zur Aggression
Frustrations-Aggressions-Theorie 

Enge Anlehnung an Freud, aber Fokus auf beobachtbares Verhalten (behavioristisch
1. Version:
Auf Frustration folgt Aggression!
Frustration = angeregte Verhaltenssequenz wird unterbrochen.
Kritik:
durch soziale Kontrolle lässt sich Verhalten nach Frustration vorübergehen unterdrücken und auf ein anderes Ziel
lenken.


2. Version
Frustration regt unterschiedliche Reaktionen an, Aggression ist nur eine davon und diese ist unwahrscheinlicher, wenn
Bestrafung zu erwarten ist.
Weitere Überlegungen:
Berkowitz 2003: Aggression ist nicht nur eine Folge von Frustration, sondern auch von anderen aversiven Ereignissen.
Aversive Erlebnisse führen zu zwei möglichen Reaktionssystemen: Aggression oder Flucht; diese Reaktionssysteme
beinhalten emotionale, kognitive und motorische Komponenten. Lernerfahrung und situative Einflüsse entscheiden
darüber, welche Reaktionssystem aktiviert wird, und erst dann erfolgt eine Folgenabschätzung!

Geen (1190) Frustration steigert generell das Erregungsniveau, was die Wahrscheinlichkeit dominanter Reaktionen
erhöht, insbesondere dann, wenn diese gut erlernt, durch Situation naheliegend und mit aggressiven Verhalten assoziiert
sind.

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Psychologische Ansätze zur Aggression
Behavioristische Lerntheorie

Verstärkungs- und Bestrafungsbedingungen bestimmen das Auftreten von dV. Positive Erfahrung durch dV (Anerkennung
der Gruppe) oder das Beenden von aversiven Erlebnissen (Ende von Unterdrückung) führt zur positiven Verstärkung.
Bleibt die Verstärkung aus, kommt es zur Löschung. Sanktionen führen nicht unbedingt zur Löschung, vielmehr zu
Diskriminationslernen („wann ist die Luft rein“). Zudem erfolgt die Bestrafung zeitlich viel zu verzögert und hat daher nur
noch geringe Wirksamkeit. Beute hingegen verspricht eine direkte und unmittelbare Belohnung.
Kritik:
keine Berücksichtigung von kognitiven Prozessen. Prinzipien des Lernens durch Verstärkung und Bestrafung finden sich
in zahlreichen neuen Theorien.

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Psychologische Ansätze zur Aggression
Theorie des sozialen Lernens

Erwerb und Manifestation von Aggression in drei Phasen
1. Prozesse und Bedingungen, die die individuelle Gewaltbereitschaft bestimmen und durch aggressive
Verhaltensmuster erworben werden (Erwerb aggressiver Verhaltensmuster)
2. Faktoren, die in einer konkreten Situation die Aggression auslösen oder Bereitschaft dazu bestimmen (Auslösende
Mechanismen für die Aggression)
3. Prozesse, die das ausgelöste aggressive Verhalten aufrechterhalten oder es stabilisieren (Mechanismen der
Aufrechterhaltung von Gewalt und Aggression)

Breites Modell mit biologischen Prozessen und gesellschaftlich-strukturellen Rahmenbedingungen; regte viele
weitere theoretische Überlegungen und Studien an.
Zu 1)

Zu 2) situative Merkmale die zu aggressiven Verhaltensweisen führen
- Angriff, Bedrohung oder Provokation
- Anreize, soziale Gewinne
- Enthemmtes Gruppenverhalten (z.B. Demonstrationen)
- Alkohol, Drogen
- Befehle und Anweisungen

Zu 3) Reaktionen nach der Tat wichtig für weitere Aggressionsausübung
- Keine Sanktionen von Justiz, Familie oder Schule führt zu Verstärkung
- Gewinn oder soziale Anerkennung bestärken
- Nach Tobsuchtsanfall muss Zimmer nicht aufgeräumt werden (negative Verstärkung)
- Andere werden nicht bestraft (stellvertretende Bekräftigung)
- Selbstregulierende Mechanismen

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Psychologische Ansätze zur Aggression
Modell der sozialen Informationsverarbeitung

In konkreten Situationen verarbeitet der Mensch Informationen anhand seiner biologisch begrenzten Kapazität und im
Lichte seiner bisherigen Lernerfahrung. Zudem lenken Emotionen die Wahrnehmung von stimmungskongruenten Reizen
und ihrer Interpretation. Defizite bei der Verarbeitung von sozialer Information führt demnach zu Schwierigkeiten und
aggressiven Verhalten. Folgende kognitive Prozesse seien beteiligt:

Zu 1) Enkodierung Information: Verarbeitung durch individuelle Verarbeitungskapazität beschränkt. Spezifische
Lernerfahrung und motivationale Besonderheiten führen zu Elaboration kognitiver Schemata (selektive Beeinflussung).
Probanden die mehr Gewalt erlebten, erinnern sich in gleichen Situationen später mehr an aggressive Reize als
unauffällige Probanden.
Zu 2) Interpretation d. Situation: affektive Perspektivenübernahme und Ursachenzuschreibung (Attribution) bei
aggressiven Kindern schlechter (hostile attribution bias)
Zu 3) Zielsetzung: Insbesondere in der Phase der Zielsuche hohe Anfälligkeit für affektive Zustände (Wahl antisozialer
Ziele).
Zu 4) Reaktionssuche: Abruf aus Verhaltensrepertoire in Abhängigkeit von Ähnlichkeit d. Situation und vorhandenen
Repräsentationen und der Stärke der assoziativen Verknüpfung. Aggressive Kinder haben ein gleich hohes
Handlungsrepertoire als unauffällige Kinder, allerdings sind ihre eher von mehr aggressiven und impulsiven Reaktionen
geprägt
Zu 5) Handlungsauswahl- und -bewertung: Effizienz und Angemessenheit, Vorerfahrung und subjektive Situation,
allgemeine Erwartung v. Wirksamkeit und Regeln werden bewertet. Aggressive Jugendliche haben eine kurzsichtigere
Folgenabschätzung.
Zu 6) Handlungssteuerung: handlung wird ausgeführt; ob diese aufrechterhalten wird hängt von Kompetenz,
Konsequenzerwartung und Selbstwirksamkeitsüberzeugungen ab. Der Ausgang über diesen Prozess bestimmt wie es
weitergeht (Zyklus).
Kritik
Liefert gut Hinweise zur Aktualgenese aggressiven Verhaltens, die konsekutive Stufenabfolge ist weniger gut belegt.
Keine Klärung, welche Rolle Interaktionspartner spielen und wie sich die Stufen gegenseitig beeinflussen.

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Psychologische Ansätze zur Aggression
Allgemeines Aggressionsmodell

General Aggression Model (GAM) integriert Wissensstrukturen, Wahrnehmungs- und Personenschemata, sowie
Verhaltensskripte.
Konkrete Situation:

Personale Inputvariablen (Schemata, Einstellungen, Skripte) und aggressionsbegünstigende Situation (aggressive
Hinweisreize, aversive Erlebniszustände, Provokationen, Substanzintoxikationen) in Wechselwirkung zueinander führen
zu einem inneren Zustand der Person, der sich aus Kognition, Affekt und Erregung konstituiert. Es erfolgt eine
automatische Bewertung der Situation. Es folgt die spontane Handlung, oder bei Aufwendung von kognitiven Ressourcen
eine bedachte Handlung.

Kritik
Gute Ergänzung zur Aktualgenese. Die Annahmen über Einfluss und Wechselwirkung sind gut belegt. Prozessabfolge
interner Zustände im Wechselspiel von Affekt, Erregung und Kognition und die darauf folgende Bewertung und
Entscheidungsprozesse weniger.

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Risikomodelle dissozialen Verhaltens
Kumulation bio-psycho-sozialer Risikofaktoren

Risikofaktoren

Risikofaktoren
- Biologische u. genetische Risiken
- Familiäre Risiken
- Auf individueller Ebene
- Gewalthaltige Medien
- Schule, Ausbildung und Zukunftsperspektiven
- Peergruppen
- Nachbarschaft u. Gemeinde
- Diese Risikofaktoren lassen sich in intakten Familien neutralisiern!

 

Es gibt Protektive Faktoren auf der Ebene des Indigiduums und des sozialen Umfelds

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Risikomodelle dissozialen Verhaltens
Kumulation bio-psycho-sozialer Risikofaktoren

Kritik

Kann alle empirisch gewonnenen Erkenntnisse von Risiko- und Schutzfaktoren integrieren und liefert viele Ansätze für
Prävention und Intervention.

Der dissoziale Lebensstil (also die eigentliche Variable) ist zu breit angelegt, keine
differentielle Aussage darüber, unter welchen Umständen welche Form von dV entwickelt werden und welche Art und
Zahl von Schutzfaktoren neutralisierend wirken
• Kriminalität als Ergebnis eines Entwicklungsprozesses, in dem Risikofaktoren anhäufen und sich gegenseitig verstärken

Eines der einflussreichsten/ bedeutsamsten Modell zur entwicklungskriminologischen Ätiologie und Prävention von
Kriminalität

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Risikomodelle dissozialen Verhaltens

Modell des integrierten kognitiv-dissozialen Potentials

Wechselwirkungsmodell zum Aufbau eines dissozialen Lebensstils und zur Ausübung von konkreten dissozial-kriminellen
Verhaltens. Ausgelöst wird die konkrete Tatbegehung demnach durch eine Wechselwirkung zwischen individuellen
Merkmalen (dem aktuellen Grad des dissozialen Potentials) und sozialen Faktoren (der Verfügbarkeit von Gelegenheiten
und Opfern dVs).

Ob die Tat ausgeführt wird, hängt dann von kognitiven Prozessen ab. Dabei werden subjektive Kosten und Nutzen, sowie
die W*keit für Konsequenzen überschlagen. Allerdings überwiegt nicht immer die rationale Überlegung, auch ein aktuell
hohes dissoziales Potential beeinflussen die Bewertungsprozesse.