V404A
Grundlagen der Mikrobiologie
Grundlagen der Mikrobiologie
-
- 1 / 109
-
Flashcards
Spaltung der Phagen-Nukleinsäure
- Restriction modification (R-M) System nur in dsDNA-Phagen
- Herstellung von Insulin
- CRISPR/CAS-System bei RNA und DNA
- DNA kann nicht geschnitten werden, wenn Methylierung vorliegt
Erworbene Resistenz durch das CRISPR-CAS-System
- Phage infiziert die Wirtszelle
- Wenn die Zelle überlebt und die Phagen-DNA lysieren kann, dann wird ein Teil der Phagen-DNA in eine Spacer-Region eingebaut
- Das Bakterium weiß jetzt, dass es von diesem Phagen befallen wurde
- Mechanismus
- Eingefügte Sequenz wird transkribiert und in kleine RNA-Moleküle (crRNAs) verpackt
- Wenn es bei erneuter Infektion mit einem Phagen eine passende RNA gibt, dann wird die Phagen-DNA gespalten
Molekulares Wettrüsten
- Resistenzmechanismen bauen sich auf, werden jedoch wieder zerstört
- Häufig auch bei Pathogen-Wirt-Interaktion
- E. coli und Phage T4 als Beispiel für Ko-Evolution
Selbstmord
- Das abortive infection system (Abi) -> Rex-System
- Ablauf
- Phage infiziert und DNA interagiert mit einem Protein
- Wenn RexA das Phagen-Protein erkennt, wird es aktiviert
- Das aktivierte RexA aktiviert RexB (Ionenkanal)
- Ionen werden herausgepumpt und der Zelltod wird ausgelöst
Das Genom eines Organismus umfasst
- Alle Gene des Organismus
- Deren regulatorische Sequenzen
- Nicht-kodierende DNA
Sanger Sequenzierung (Didesoxy-Methode)
- Dem Didesoxyzucker fehlt die 3’-Hydroxylgruppe (OH)
- Wird ein ddNTP eingebaut, kommt es zum Kettenabbruch
- DNA-Sequenz wird aus der Analyse der Fragmentlängen aus den 4 Einzelreaktionen rekonstruiert
- Mittels Kapillarelektrophorese können Fragmente, die mit einem Fluoreszenzfarbstoff markiert wurden, detektiert werden
- Meist 700 – 800 bp, manchmal 1000 bp analysiert
Schrotschuss Sequenzierung
- Genom wird in kurze überlappende Fragmente zerschnitten -> zufällig
- Fragmentieren der DNA durch Scheren in einem Nebulizer (dünne Düse = Stränge zerreißen)
- Oder Plastikstab, an den Ultraschall gelegt wird
- Kurze Fragmente werden sequenziert und mittels Computeranalyse wieder zusammengesetzt (= assembliert)
- Viele identische Sequenzen (= hohe Coverage) -> Fehlerrate ist sehr niedrig
Pyrosequenzierung
- Keine Auftrennung mehr nach Größe, keine Unterbrechung
- Jedes Mal, wenn ein dNTP eingebaut wird, wird ein Pyrophosphat abgespalten
- Blitzmuster kann DNA-Sequenz rekonstruieren
Long-Read Technologien
- Bsp. MinION Technologie von Oxford Nanopore Technologies
- DNA wird durch eine Protein-Pore in einer künstlichen Membran gezogen und die Sequenz online ausgelesen
- Echtzeit-Sequenzierung
- Sequenzierung von langen Strängen
- Sind jedoch noch sehr ungenau
- Ideal: eine Kombination aus genauen, kurzen Schrottschusssequenzen und ungenaue long reads
Genvorhersage und Annotation
- Genvorhersage startet mit der Identifizierung von offenen Leserahmen (Computer)
- Die Annotation weist Genen Funktionen zu
- Proteine mit gleicher Funktion sind häufig evolutionär verwandt (homolog)
- Um Annotation nachzuweisen wird die Genetik verwendet: z.B. Knockout-Mutanten, Expression eines Proteins, Aufreinigung etc.
Codon Bias
Organismus-spezifisch werden einige Codons häufiger verwendet als andere
Genome der Bakteria und Archaea: starke Korrelation zwischen Genomgröße und Anzahl von ORFs
- Kleineres Genom: stabile Habitate, metabolisch einseitig -> z.B. das Meer
- Weiteres stabiles Habitat: Wirt-Parasit-Beziehung
- Großes Genom: variable Habitate, metabolisch vielseitig (viele C-Quellen), komplexe Lebenszyklen -> z.B. der Boden
Mitochondrien und Plastide
- Enthalten reduzierte bakterielle Genome
- Enthalten Proteinbiosynthese-Maschinerie
- Endosymbiose
- Plastidengenom: noch ca. 100 – 200 Proteine
- Mitochondriales Genom: 13 Proteine
- Endosymbiontischer Gentransfer
- Im Laufe der Zeit haben die Mitochondrien und Plastide Gene verloren
- Zusätzlich sind bakterielle Gene in den Zellkern eingebaut worden
- Proteinimport: Protein wird wieder in das Organell gebracht
Kerngenome von (einzelligen) Eukaryoten
- Große Vielfalt von Größen: intergenomische Sequenzen
- C-value paradox: Die Komplexität eines Organismus (Hefe < Nematoden < Fliege < Mensch) korreliert nicht mit der Genomgröße
- G-value paradox: Die Komplexität eines Organismus spiegelt sich nicht in der Anzahl der kernkodierten Gene wider
Metagenomik
Bezieht sich auf die Analyse von Genommischungen
- Bakterien in einer Community können sich anders verhalten als in Reinkultur
Studie einer Community
- Erster Ansatz: Community
- Markergen: 16S rRNA
- Erstellung von Phylogenie-Stammbäume
- Zweiter Ansatz: Umwelt
- Rekonstruktion ganzer Genome -> kurze überlappende Fragmente, die später wieder zusammengesetzt werden
- Entstehung von partiellen Genomen
SIP (stable isotope probing) in Kombination mit Metagenomik kann bestimmte metabolische Funktionen spezifischen Organismen(-gruppen) zuordnen
- Bsp.: Community, die auf Cyanit wachsen kann
- Cyanit = Atmungskettenhemmer
- Anfüttern mit einem Substrat, wo der Kohlenstoff markiert wurde (13C schwerer als 12C)
- Nur der Organismus, der das Substrat verwerten kann, baut diesen Kohlenstoff ein
- Auftrennung mittels Caesium-Chlorid-Gradienten und Ultrazentrifugation
- Extraktion und Analyse
Gen
- DNA-Segment im Genom eines jeden Organismus
- Besitzt ORF und Regulatorische Sequenzen (Promotor, Terminator)
- Gene können vielfach benutzt werden
Genetic engineering
Veränderung der Struktur der Gene eines lebenden Organismus, um es gesünder, stärker oder nützlicher für den Menschen zu machen
Ziel: Expression eines Proteins (lac-System)
- Möglich mit dem lac-System
- pET-Plasmid: Gen, RBS und T7-Promotor = regulatorische Sequenzen
- T7-Polymerasse, die von dem Stamm produziert wird, bindet an die RBS vom Plasmid
- IPTG-Induktion kontrolliert die T7 RNA-Polymerase
Gene in Prokaryoten und Eukaryoten
- Prokaryoten
- Ein ORF für das Gen wird benötigt
- Gene in Clustern -> man erhält polycistronische mRNA
- Eukaryoten
- Primäre Transkripte mit Exons und Introns
- Durch Spleißen müssen erst die Introns entfernt werden, um die gewünschte mRNA zu erhalten
Amplifikation eines Gens
- Startmaterial: gDNA
- In vivo Klonierung: Amplifikation in Bakterien -> Restriktionsenzyme, ungezielt
- PCR in vitro: Amplifikation in vitro -> gezielt
PCR
- Gen der gDNA amplifizieren
- Problem: Introns in eukaryotischen Genen
- Bakterien können mit Introns nicht umgehen -> Genexpression gestört
RT-PCR
- mit RNA starten
- Eukaryotisches Gen, dass für Bakterien zugänglich gemacht wird
- mRNA wird in cDNA umgewandelt -> reverse Transkriptase
- Komponenten für cDNA
- polyA RNA
- polyT Primer
- Reverse Transkriptase
Restriktionsenzyme
- EcoRI = sticky ends
- EcoRV = blunt ends -> DNA-Fragmente können sich beliebig ausrichte
Kontrolle der Genexpression (Wirt)
- Prokaryotischer Wirt
- Promotoren und Operatoren -> Expression des Gens unter bestimmten Nährstoffbedingungen
- Ribosombindestelle
- Aktivierende und reprimierende Stellen
- Eukaryotischer Wirt
- Promotor
- Introns können beibehalten werden -> Splicing
- Export der mRNA vom Nukleus
- Translation im Cytosol
- Eukaryotische, translationale Kontrolle
Genfusion
- Fusion von zwei Genen, verknüpft mit einer Proteaseschnittstelle
- Fusion mit einem Protein (Carrier), dass für die Aufreinigung genutzt wird -> Bsp. malE
- Spaltung mittels Protease gibt das Ziel frei
- Carrier-Proteine formen keine Einschlüsse von Proteinen (inclusions)
- Signal-Sequenz kann für die Sekretion hinzugefügt werden
- Beim Export entfernt
Reinigung
- Genfusion an einen HIS-tag
Reportergene
- LacZ von E. coli kodiert ß-Galaktosidase
- Fluoreszente Proteine für Expressionsstudien von Promotorfunktionen
- Luciferase, um die die bakterielle Kolonisierung zu quantifizieren